<Desc/Clms Page number 1>
Flüssigkeitsabscheider mit spiralförmigen Leitflächen für Verdampfer
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Flüssig- keitsabscheider für Verdampfapparate mit neben dem Brüdenkörper angeordnetem senkrechten
Heizkörper, u. zw. einem solchen mit zwei- teiligem Flüssigkeitsraum, wie er etwa in der deutschen Patentschrift Nr. 668722 beschrieben ist. In einem solchen Verdampfer läuft die ein- zudampfende Lösung zunächst in der einen
Flüssigkeitsabteilung des Heizkörpers und der zugehörigen Abteilung des Brüdenkörpers um.
Die so voreingedampft Lösung tritt dann nach der zweiten Flüssigkeitsabteilung über, läuft in dieser in gleicher Weise um und verlässt dieselbe endlich als Dicksaft.
Erfindungsgemäss sollen die aus den beiden
Heizkörperabteilungen kommenden Brüden-
Flüssigkeitsströme so in den gemeinsamen Brüden- körper eingeführt werden, dass sie tangential auf kreisförmig gekrümmte Flächen auflaufen. Unter dem Einfluss der Fliehkraft scheidet sich dann aus dem Gemisch der Flüssigkeitsteil ab und strömt, der gekrümmten Bahn folgend, dem Ablauf- stutzen zu. Der von der mitgeführten Flüssigkeit befreite Brüden steigt im Brüdenkörper aufwärts.
An sich ist es bekannt, aus einem Dampf-
Flüssigkeitsgemisch die Flüssigkeit durch Fliehkraft abzuscheiden, indem man dasselbe tangential in den Brüdenkörper einführt. Diese Anordnung ist jedoch für einen Verdampfapparat mit zweiteiligem Flüssigkeitskörper nicht brauchbar. Die aus den beiden Flüssigkeitsräumen des Heizkörpers kommende Flüssigkeit von verschiedener Dichte, Siedepunktserhöhung und Viskosität würde sich vermischen, wodurch die mit der Unterteilung des Flüssigkeitsraumes beabsichtigte Wirkung verloren gehen würde.
Um dies zu verhüten, werden erfindungsgemäss im unteren Teile des Brüdenkörpers zwei parallel zueinander laufende, spiralartige Räume angeordnet. Jeder derselben schliesst an eine Flüssigkeitsabteilung des Heizkörpers an und trägt an seinem Ende einen Ablaufstutzen, von dem aus eine Rohrleitung nach der zugehörigen Flüssigkeitsabteilung des Heizkörpers zurückführt.
In den beiliegenden Zeichnungen ist der neue Flüssigkeitsabscheider in schematischer Anordnung, u. zw. in Fig. 1 im Aufriss, in den Fig. 2 und 4 im Grundriss dargestellt. Die Scheidewand e setzt sich im unteren Teile des Brüden- körpers f als Steg m derart fort, dass zwei spiral- artig gewundene, oben offene, Räume Ai und entstehen.
Die einzudampfende Lösung tritt in den Flüssig- keitsraum gl ein. Unter dem Einfluss des über den Stutzen d in den Heizkörper a-c eintretenden
Heizdampfes entströmt den Siederohren c ein
Brüden-Flüssigkeitsgemisch. Das aus der Heiz- körperabteilung gl kommende Gemisch strebt über den, durch die Aussenfläche des Brüden- körpers f und die Scheidewand m gebildeten
Kanal h1 dem Stutzen. i zu. Dabei scheidet sich unter dem Einfluss der Fliehkraft an der äusseren gekrümmten Fläche f der Flüssigkeitsanteil ab und läuft über den Stutzen i in den unteren Teil der Abteilung gl des Heizkörpers zurück.
Ein Teil dieser Flüssigkeit wird aus der Rohrleitung o unmittelbar entnommen und nach der Flüssigkeitsabteilung g, des Heizkörpers geleitet. Das aus dieser entweichende Brüden-Flüssigkeits- gemisch durchströmt in der (für die erste Flüssigkeitsabteilung) bereits beschriebenen Weise die Spirale ha. Dabei scheidet sich an der Spiralwand m der Flüssigkeitsanteil ab und läuft über den Stutzen k und die Rohrleitung p nach dem unteren Teil der Abteilung ga des Heizkörpers zurück. Auf dem Wege von der einzelnen Flüssigkeitsabteilung gl bzw. ga nach dem Ablaufstutzen i bzw. k des Heizkörpers scheidet sich der Brüden ab, steigt nach aufwärts und verlässt den Verdampfer über den Stutzen n.
Das Ende jeder der beiden Spiralen h1 und ha ist sackartig erweitert. Die an der Innenfläche des Steges m entlang strömende, mit Brüden etwa noch vermischte Flüssigkeit, wird auf diese Weise gezwungen, am Ende der Bahn einen um die Senkrechte drehenden Wirbel zu erzeugen, unter dessen Einfluss sich der Brüdenrest abscheiden kann.
Bei der Eindampfung verhältnismässig dünner Lösungen auf eine hohe Enddichte ist die Verdampfleistung der ersten Abteilung gl meist mehrfach höher wie jene der zweiten Heizkörper-
EMI1.1
geringer als h1 gehalten.
Im Bedarfsfalle können am Eingang der Spiralen h1 und ha einarmige Klappen mit senkrechter Drehachse so angeordnet werden, dass das Brüden-Flüssigkeitsgemisch gegen die, für die Abscheidung wirksame Fläche f, bzw. m des Brüdenabscheiders gelenkt wird.
<Desc/Clms Page number 2>
Der Anfang der Spiralen h1 und h2 kann nach
Fig. 4 über den Mantel f des Brüdenkörpers hinaus nach aussen verlegt werden. Dadurch lässt sich der für die Flüssigkeitsabscheidung wirksame Teil der Spiralflächenf bzw. m wirksam verlängern.
Das aus der ersten Abteilung gl des Heizkörpers kommende Gemisch ist im allgemeinen wesentlich flüssigkeitsreicher wie das aus der nachgeschalteten zweiten Abteilung austretende.
Die sich an der Innenfläche des Mantels f abscheidende Flüssigkeit kann sich unter dem Einfluss der Fliehkraft über die Höhe der Oberkante der Wand m hinaus erheben, ohne dass die Gefahr einer Vermischung mit dem Inhalte der zweiten Abteilung besteht. Ein Überspritzen der meist wesentlich zäheren und in geringerer Menge anfallenden Flüssigkeit aus der nachgeschalteten Abteilung h2 des Abscheiders nach dessen erster Abteilung h1 kann im Bedarfsfalle dadurch vermieden werden, dass man die obere Kante des
Steges m nach innen abbiegt.
Flüssigkeitsabscheider mit eingebauten Leitspiralen sind an sich bekannt. So wurde z. B. in der USA-Patentschrift Nr. 1533501 eine Vorrichtung beschrieben, in welchem das Dampfflüssigkeitsgemisch an der Wand einer eingängigen hohlen Spirale entlang geführt wird. Die abgeschiedene Flüssigkeit soll über den Hohlraum der Spirale ablaufen. Es ist auch bereits in der USA-Patentschrift Nr. 1591147 ein zylindrischer Abscheider beschrieben worden, der vom Umfange aus nach der Mittelachse zu vom Schaum durchflossen wird, wobei der Flüssigkeitsanteil sich an spiralförmig gebogenen Leitschaufeln abscheiden soll.
Der neue Flüssigkeitsabscheider unterscheidet sich von Bekanntem wesentlich dadurch, dass er gleichzeitig zwei Brüden-Flüssigkeitsgemische von verschiedenem Trockengehalt des Flüssigkeitsanteiles verarbeitet. Sie kommen aus verschiedenen, hinsichtlich des Eindampfvorganges als solchem voneinander unabhängigen, Abteilungen eines Verdampfers. Diese u. a. in der deutschen Patentschrift Nr. 668722 (Kirschbaum) beschriebene Unterteilung des Flüssigkeitsraumes eines Verdampfers in zwei (oder mehr) von der einzudampfenden Lösung nacheinander durch- laufene Räume und hat aber eine beträchtliche Leistungssteigerung der Heizfläche zur Folge, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.
In der deutschen Patentschrift Nr. 749141 ist auch bereits ein Umlaufverdampfer mit mehrteiligem Flüssigkeitsraum beschrieben, dessen Brüdenraum getrennte Räume für die Zerlegung des aus den einzelnen Verdampferabteilungen kommenden Flüssigkeitsdampfgemisches hat.
Offensichtlich hat der Erfinder nicht beabsichtigt, die einzelnen Brüden-Teilströme so zu führen, dass sie unter den Einfluss grösserer Zentrifugal- kräfte kommen, die allein geeignet sind, auch hartnäckige Schaumgemische zu zerlegen. Bei der Anordnung nach der deutschen Patentschrift Nr. 749141 prallt der Schaum auf mehr oder weniger senkrecht zu seiner Strömungsrichtung angeordnete Flächen auf, die ein Mitreissen der zerstäubten Flüssigkeitsteilchen begünstigen dürften.
Der neue Flüssigkeitsabscheider ist für einen Heizkörper mit zweiteiligem Flüssigkeitsraum bestimmt und ist im Gegensatz zu dem Bekannten mit zwei hinsichtlich der Abscheidewirkung von-
EMI2.1
und Dampf erfolgt durch Zentrifugalkräfte, die in den Brüdenkörperabteilungen hl und h2 auf Flüssigkeiten von unterschiedlicher Dichte einwirken.
Die im Vorstehenden für einen zweiteiligen Flüssigkeitsraum beschriebene Anordnung lässt sich sinngemäss auch für Verdampfer mit dreioder mehrteiligem Flüssigkeitsraum anwenden, ohne dass dadurch der Erfindungsgedanke durchbrochen wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Flüssigkeitsabscheider mit spiralförmigen Leitflächen für Verdampfer mit neben dem Brüdenkörper stehendem senkrechten Heizkörper mit mehrteiligem Flüssigkeitsraum, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Brüdenkörper (f) zwei waagrecht verlaufende, oben offene Spiralen (hr und h2) so angeordnet werden, dass das aus der einzelnen Heizkörperabteilung (gl. und g2) kommende Brüden-Flüssigkeitsgemisch an einer Wand (f bzw. m) entlang einen kreisbogenartigen Weg beschreibt, so dass sich unter dem Einfluss der Fliehkraft der Flüssigkeitsanteil an dieser Wandfläche (f bzw. m) abscheidet und über den Boden des Brüdenkörpers nach dem Flüssigkeits- raum der zugehörigen Heizkörperabteilung abfliesst.