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Ortsveränderliche Anlage zur Herstellung von Bausteinen und Bauteilen aller Art aus einem formbaren Baustoff, insbesondere Beton
Einen wesentlichen Anteil an den bei der Durchführung eines Bauvorhabens anfallenden Gesamtkosten nehmen die Kosten der zur Verarbeitung gelangenden fabriksmässig erzeugten Bausteine und Bauteile ein, deren Kosten wieder in ausschlaggebendem Masse von den für ihre Herstellung und Beförderung an die Baustelle aufzuwendenden Gesamttransportkosten abhängig sind. Obzwar man schon bisher bestrebt war, die Erzeugungsstätten für Bausteine und Bauteile möglichst in der Nähe einer Fundstelle für den erforderlichen Rohstoff, z. B.
Lehm oder Sand, und dabei gleichzeitig in nicht allzu grosser Entfernung von den Baustellen zu errichten, war es nicht zu vermeiden, dass der Rohstoff von seiner Fundstelle zu dem Werk befördert und die aus ihm hervorgebrachten Bausteine und Bauteile mittels Schienen-, Strassen-und allenfalls Wasserfahrzeugen zu geeigneten Lagerplätzen bzw. zu den Baustellen transportiert werden mussten. Sowohl hiefür als auch gegebenenfalls zum Heranbringen des für den
Antrieb der Maschinen und des Brennofens benötigten Heizstoffes war man auf die be- stehenden Transportwege angewiesen.
AU diese
Umstände, insbesondere aber die häufig vorliegende Notwendigkeit, die Bausteine und Bauteile mehrmals umladen zu müssen, sowie schliesslich die hohen Betriebskosten von Schienen-und Einzelfahrzeugen führten zu einer höchst unrationellen Arbeitsweise, welche sich im teuren Preis der Bausteine und Bauteile ausdrückte.
Den Gegenstand der Erfindung bildet nun eine ortsveränderliche Anlage, welche die Herstellung von Bausteinen und Bauteilen aller Art aus einem formbaren Baustoff, insbesondere Beton, auf wirtschaftlichste Weise dadurch ermöglicht, dass ein Schiff mit allen für die Verfertigung der Bausteine und Bauteile erforderlichen Maschinen,
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einen Brennofen und zweckmässig mit einer Entladeeinrichtung für die Fertigteile ausgestattet ist, wobei dieses Schiff die Verarbeitung des aus der Fundstelle gewonnenen Rohstoffes unter Ausnützung des dem Gewässer entnommenen Wassers, vorteilhafter Weise während seiner Fahrt zur Lieferstelle, ermöglicht.
Die erfindungsgemässe Anlage umfasst die für eine fabriksmässige Erzeugung von Bausteinen und sonstigen Bauteilen erforderlichen Maschinen, welche in der einen möglichst rationellen Arbeit- gang gewährleistenden Anzahl und Austeilung, beispielsweise im Rumpf eines Schiffes untergebracht sind, wogegen dessen Deck zur Stapelung der Fertigware augenützt werden kann. Hiebei wird der Transport der Fertigware aus dem
Schiffsinneren zu den Stapelplätzen an Deck zweckmässig durch geeignete Aufzüge bewerkstelligt. Der Maschinenbestand wird daher neben den Formmaschinen die zu ihrer Speisung notwendige Anzahl von Mischmaschinen umfassen die vorteilhafter Weise von einem oder mehreren Bunkern aus über eine Verteileranlage mit Rohstoff versorgt werden. Falls die Bunker oberhalb der Mischmaschinen angeordnet sind, genügen Rohranlagen bzw.
Schüttrinnen als Verteileranlagen, um die Rohstoffe unter Ausnützung ihres Eigengewichtes den Maschinen zuzuführen.
Da die Gewinnung von Sand und Lehm bzw.
Ton in den meisten Fällen unmittelbar an den Ufern eines Gewässers oder aus dessen Grund in Ufernähe erfolgen kann, ist das Schiff mit einer Förderanlage für die genannten Rohstoffe, z. B. einer Greifer-und Baggeranlage, ausgerüstet, die unmittelbar in die Bunker liefert. Ferner ist eine Wasserversorgungsanlage vorgesehen, die aus Pumpen sowie fallweise Reinigungsein- richtungen besteht und es gestattet, den Wasserbedarf für die zu erzeugenden Bausteine und Bauteile unmittelbar dem Gewässer zu entnehmen.
Für Bausteine und Bauteile, die im Verlaufe ihrer Fertigung gebrannt werden müssen (Keramik), ist ausser den Form-und Mischmaschinen noch zumindest ein Brennofen an Bord des Schiffes angeordnet.
Der Energiebedarf für den Antrieb der Misch-, Formmaschinen und sonstigen Anlagen einschliesslich der Hilfsbetriebe sowie der fallweise aufgestellten Brennöfen wird zweckmässig von den zum Antrieb des Schiffes dienenden Maschinen aus gedeckt. Dies ergibt den, z. B. bei Talfahrt des Schiffes auf Flüssen, besonders ins Gewicht fallenden Vorteil, dass die Schiffsantriebsmaschinen bei vermindertem Leistungsbedarf
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für den Schiffsantrieb besser ausgenützt sind und daher mit gutem Wirkungsgrad arbeiten.
Es ist jedoch auch für den Fall, dass die volle Antriebsleistung des Schiffes während des Betriebes der Form-, Misch-und sonstigen Maschinen erforderlich ist, vorteilhaft, den gesamten Energiebedarf von den Schiffsmaschinen aus gemeinsam decken zu lassen, da Raumbedarf, Preis und Gewicht einer oder weniger Kraftmaschinen grösserer Leistung bekanntlich geringer sind, als bei Aufteilung der gleichen Gesamtleistung auf mehrere Maschineneinheiten.
Falls ein oder mehrere Brennöfen vorgesehen sind, kann die Beheizung derselben mit der des Schiffskessels in verschiedenartiger Weise kombiniert werden, um eine Verbesserung des thermischen Gesamtwirkungsgrades zu erzielen.
So können z. B. die Abgase der Kesselfeuerung zur Trocknung und Vorwärmung der Rohlinge vor dem Garbrand derselben herangezogen werden. Umgekehrt ist es möglich, die Abgase des Brennofens zur Speisewasservorwärmung, Luftvorwärmung und Dampfüberhitzung der Schiffskesselanlage auszunützen.
Die ortsveränderliche Anlage weist die nachstehend genannten weiteren Vorteile auf :
1. Infolge des räumlichen und zeitlichen Zusammenfallens von Transport und Erzeugung werden die hiefür aufzuwendenden Kosten gegen- über der bei bisherigen Methoden anfallenden Summe von Transport-und Erzeugungskosten wesentlich herabgesetzt.
2. Die zur Herstellung von Bausteinen und Bauteilen erforderlichen Rohstoffe, wie Lehm, Ton und Sand, können fast immer an den Ufern von Gewässern bzw. aus Flussbetten gewonnen werden, so dass der Transport dieser Rohstoffe auf dem Wasserwege die natürlichste Transportart darstellt. Der oft als Nachteil empfundene grössere Zeitbedarf des Wassertransportes wird hier durch die Ausnützung desselben zur Verarbeitung der Rohstoffe mehr als wettgemacht.
3. Die Kosten der Schiffsentladung und des weiteren Transportes entfallen hinsichtlich der Rohstoffe gänzlich, da nur mehr die Fertigware ausgeladen bzw. weiterverfrachtet werden muss.
4. Der Transport auf dem Wasserwege sowie die Vermeidung oder zumindest Einschränkung mehrmaligen Umladens setzt die bei Bausteinen und Bauteilen besonders ins Gewicht fallende Bruchgefahr und damit den Transportschwund wesentlich herab.
5. Befinden sich Baustellen unmittelbar an den Ufern schiffbarer Gewässer (z. B. Bauten für Flussregulierungen, Dämme, Kraftwerke), so können sie direkt von den betreffenden Schiffen aus versorgt werden. Es ist jedoch auch bei Baustellen, die nicht an Ufern gelegen sind, möglich, die zu ihrer Versorgung nötigen Bausteine und Bauteile auf dem Wasserwege in einer für den Weitertransport günstigen Weise heranzubringen.
6. Ein Wechsel oder eine allmähliche Verschiebung der Gewinnungsstätte der Rohstoffe ist ohne weiters und zumeist ohne verkehrstechnische Nachteile möglich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ortsveränderliche Anlage zur Herstellung von Bausteinen und Bauteilen aller Art aus einem formbaren Baustoff, insbesondere Beton, gekennzeichnet durch ein mit allen für die Verfertigung der Bausteine und Bauteile erforderlichen Maschinen, wie Misch-und Formmaschinen sowie mit einer Rohstoff-und Wasserförderanlage, allenfalls einem Brennofen und zweckmässig Fördereinrichtungen für die Fertigteile ausgestattetes Schiff, das die Verarbeitung des aus der Fundstelle gewonnenen Rohstoffes unter Ausnutzung des aus dem Gewässer entnommenen Wassers, vorteilhafter Weise während der Fahrt des Schiffes zur Lieferstelle, ermöglicht.