<Desc/Clms Page number 1>
Begrenzung der Steuerspannung von Braunsehen Rohrenemptängern.
Bei Fernsehempfängern mit Braunscher Röhre tritt besonders wenn es sich um die Erzeugung sehr heller Bilder, z. B. für Projektionszweeke, handelt, die Schwierigkeit auf, dass bei Steigerung der
Strahlstromstärke von einem bestimmten Wert an eine Überstrahlung und starke Vergrösserung des
Leuchtflecks eintritt. Dies führt dazu, dass die Bilder gerade an den hellen Stellen völlig unscharf werden. Besonders unangenehm ist diese Erscheinung, wenn es sieh um Zwischenzeilenbilder handelt, d. h. um Sendungen, bei denen jedes Bild in zwei oder mehrere ineinander greifende Teilbilder aufgespalten ist.
In diesem Falle wird häufig das eine Teilbild nicht genau dieselbe Helligkeit aufweisen wie das andere Teilbild, und wenn das eine Teilbild bereits an den hellen Stellen die Überstrahlung zeigt, wird das andere Teilbild an denselben Stellen noch unterhalb der Überstrahlungsgrenze liegen. In diesem Fall tritt ein besonders störendes starkes Flimmern auf.
Die Störungserscheinung hat vermutlich ihren Grund in einer auch bei sorgfältiger Justierung nicht ausreichend genauen Zentrierung der Kathode gegenüber der Anodenblende. Eine Behebung des Fehlers durch besondere Ausbildung der Braunschen Röhre ist- bisher nicht möglich gewesen.
Ermittelt man bei einer solchen Braunschen Röhre die Kennlinie, die die Helligkeit H in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Steuerspannung St zeigt, so ergibt sich ein Verlauf, wie er in Fig. 1 angedeutet ist. Die Kurve a steigt erst schwächer an und dann sehr steil, d. h. schon bei einer geringen weiteren Erhöhung der Steuerspannung tritt in diesem Teil der Kurve plötzlich eine starke Erhöhung der Spitzenhelligkeit ein. Diese Eigenart der Kennlinie hat dazu geführt, dass man, um eine Überstrahlung der hellen Stellen zu vermeiden, so weit im ersten Bereich der Kennlinie arbeitete, dass auch maximale Amplituden der Bildspannung noch unterhalb des Punktes A etwa liegen.
Dadurch werden auch die Kontraste des Bildes auf einen verhältnismässig kleinen Helligkeitsbereich zusammengedrückt. Um zu einer Kennlinie zu gelangen, die etwa geradlinig verläuft, wird gemäss der Erfindung eine Schaltung verwendet, durch die eine Begrenzung der Steuerspannung auf Werte erzielt wird, die unterhalb des Punktes verbleiben, bei dem die Überstrahlung eintritt. Im Endergebnis erhält man dann eine genau oder mindestens angenähert geradlinig verlaufende Helligkeitskennlinie.
Um dies zu erreichen, kann man z. B. die letzte Verstärkerröhre im unteren Knick betreiben und auf diese Weise alle Werte der Steuerspannung, die über einen von den Eigenschaften der Braunschen Röhre abhängigen Wert hinausgehen, unterdrücken. Dabei ist jedoch die Entzerrung der Kennlinie von der Röhrenkennlinie der Endstufe abhängig und lässt sich nur in geringen Grenzen durch entsprechende Wahl des Arbeitspunktes verändern. Die Einstellung ist ausserdem sehr schwierig, weil durch die Veränderung des Arbeitspunktes gleichzeitig andere Eigenschaften des Empfängers mit verändert werden, z. B. muss die Synchronisierung nachgeregelt werden und ähnliches.
Zur Amplitudenbegrenzung sind ferner Dioden bekannt, durch die von einer gewissen Amplitude an eine Abscheidung bewirkt wird. Mit derartigen Anordnungen kann aber ein beliebiger Kurvenverlauf nicht eingestellt werden, so dass sie zu einer bei Fernsehempfangsanordnungen geeigneten Überstrahlungsbegrenzung nicht anwendbar sind.
Eine Schaltung, die eine Veränderung und beliebige Einstellung der Kennlinie zulässt, ohne dass weitere Nachregulienmgen am Empfänger notwendig sind, besteht in der Anwendung einer Schaltanordnung, bei der parallel zum Ausgangswiderstand des Verstärkers eine oder mehrere als Schaltelemente wirkende Zweipolröhren in Serie mit je einem Widerstand geschaltet sind, wobei die Vor-
<Desc/Clms Page number 2>
spannung der Zweipolröhren und die Serienwiderstände so gewählt sind, dass die Steuerspannung stets unter dem Überstrahlungswert bleibt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fige 2 dargestellt. Parallel zu dem Ausgangswiderstand 1 eines Bildverstärkers liegen zwei Zweipolröhren 2 und 3, die verschieden vorgespannt sind und je mit einem Widerstand 4 und 5 in Reihe liegen. Sobald die am Widerstand 1 entstehende
EMI2.1
dessen Grösse hauptsächlich durch die Widerstände 4 und 5 bestimmt wird. Es findet also eine zusätzliche Belastung der vorhergehenden Verstärkerstufe statt, so dass bei der weiteren Aussteuerung die Spannung am Widerstand 1 infolge der Parallelschaltung der Widerstände 4 und 5 langsamer zunimmt. Die Kennlinie einer solchen Anordnung, die die Ausgangsspannung Sta in Abhängigkeit von der Eingangsspannung ? darstellt, hat den in Fig. 1 durch die Linie b dargestellten Verlauf.
Diese Kennlinie hat zwei Knickstellen, die den Vorspannungswerten der Zweipolröhren entsprechen. Die Neigung der Kurve ist durch den Wert der Widerstände bedingt.
Die Vorspannungswerte und Widerstände werden erfindungsgemäss auf einen solchen Wert eingestellt, dass bei grösster Eingangsspannung die Spannung am Wehneltzylinder der Braunschen Röhre gerade noch unter dem Wert liegt, bei dem die Überstrahlung eintritt. Es wird also in den dunklen Stellen des Bildes eine gute Gradation eingestellt und durch Verändern der Vorspannung und der Widerstände der Zweipolröhren wird dann die Kennlinie b so beeinflusst, dass sie der Helligkeitskennlinie a entgegenwirkt. Bei einer solchen Einstellung wird der Verlauf der Helligkeit in Abhängigkeit von der Eingangsspannung etwa geradlinig.
Die Schaltung lässt sich auch mit nur einer Zweipolröhre oder auch mit andern entsprechend wirkenden Schaltelementen ausführen.