<Desc/Clms Page number 1>
Inhalator.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Inhalator, bei dem die in einem Gefäss enthaltene Flüssigkeit beim Austritt aus einer Düse fein zerstäubt wird.
Es sind Zerstäuber bekannt, die nach dem Prinzip des "Herons-Balles" arbeiten und bei denen die aus dem Steigrohr kommende Flüssigkeit auf einen in einem gesonderten Behälter angebrachten elektrischen Heizdraht aufgespritzt und so verdampft wird. Diese Apparate dienten zur Desodorisierung und Desinfektion sowie zur allgemeinen Körperpflege insbesondere für Rasierzweeke. Als Inhalationsapparate sind sie nicht geeignet, da sieh an den ungeschützt liegenden Heizdrähten Teile der zerstäubten Flüssigkeit als Krusten ansetzen und beim nächsten Gebrauch verbrennen können, so dass durch die Verbrennungsprodukte eine Schädigung des Patienten eintreten kann.
Ausserdem könnten sich bei der Verwendung von öligaromatischen und ätherischen Flüssigkeiten, wie sie für Inhalationen verwendet werden, die entstehenden Dämpfe entzünden und als Flamme gegen den Patienten geblasen werden, weil die Glühtemperatur der Heizdrähte wesentlich über der Entflammungstemperatur der genannten Flüssigkeiten liegt.
Demgegenüber ist bei dem als Inhalator zu verwendenden Apparate nach der Erfindung im Bereiche der zerstäubten Flüssigkeit ein Heizkörper in Form eines elektrischen Widerstandsdrahtes vorgesehen, der von einer damit in inniger Verbindung stehenden unangreifbarcn und durchsichtigen Schutzhülle, z. B. aus Glas, umschlossen ist. Bei einer solchen Vorrichtung können Verbrennungen von verkrusteten Bestandteilen der Flüssigkeit oder gar Entflammungen der Substanzen nicht auftreten, weil die Oberflächenerhitzung eine viel geringere ist und der glühende Draht mit der Flüssigkeit oder den Dämpfen nicht in Berührung kommen kann.
Gegenüber den bekannten Inhalatoren, bei denen die Verdampfung dadurch erzielt wird, dass die Flüssigkeit in einen Behälter auf Verdampfungstemperatur gebracht wird, besitzt der Inhalator nach der Erfindung den Vorteil, dass er immer, u. zw. ohne Vorbereitungen betriebsbereit ist und viel weniger Heizenergie erfordert, da stets nur soviel Flüssigkeit erwärmt wird, als tatsächlich inhaliert wird und nicht die gesamte im Behälter befindliche Flüssigkeitsmenge. Auch eine Ersparnis an Inhalationsflüssigkeit ergibt sich dabei. Es entfallen auch die Gefahren der Entzündung der Flüssigkeit oder der Dämpfe durch die offene Flamme und das bei den Inhalatoren oft auftretende stossweise Ausblasen des Dampfes zufolge Verlegung der bei diesen erforderlichen feinen Düsen durch Kesselsteinabsonderungen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Inhalator nach der Erfindung auch ohne Heizung verwenden werden kann, so dass alle Arten von Inhalationen, also Trocken-oder Nass-bzw. Kalt-oder Warminhalationen wahlweise vorgenommen werden können. Schliesslich kann auch von der Zersteubung einer Flüssigkeit ganz abgesehen und der Apparat zur Behandlung mit Warmluft verwendet werden.
In der praktischen Ausführung besteht der Inhalator z. B. aus einem aus Glas oder einem andern unangreifbaren Material bestehenden Gefäss zur Aufnahme der Flüssigkeit, in welches ein unten und oben offenes, in die Flüssigkeit tauchendes Saugröhrchen eingebaut ist, das oben düsenförmig endet.
Im rechten Winkel hiezu liegt ein mit einem Gebläse z. B. einem Gummiball verbundenes Druckröhrchen, das bei der Düse des Saugrohrehen endet. Im Streukegel ist ein Heizkörper in Form eines in Glas eingebetteten z. B. durch eine Taschenlampenbatterie gespeisten elektrischen Heizdrahtes angebracht, so dass die angesaugte und zerstäubte Flüssigkeit unmittelbar auf den Heizkörper geblasen wird und so verdampft. Die entstandenen Dämpfe werden durch das oben angesetzte Hauehrohr den Atmungsorgane zugeführt.
Neben der elektrischen Heizung kommt auch eine chemische Heizung, z. B. durch Einwirkung von Wasser auf ungelöschten Kalk, Calziumearbid oder Aluminiumcarbid bzw. die katalytische Ver-
<Desc/Clms Page number 2>
brennung von Spiritus, Methyl-oder Äthylalkohol u. dgl. in Frage, wobei gegebenenfalls dafür Sorge getragen ist, dass dabei entstehende Dämpfe abgeleitet oder absorbiert werden.
Wenn erwünscht, kann die Ein-und Ausschaltung des Heizkörpers mit einem für die Durchführung der Inhalation wesentlichen Teile zwangsläufig so gekuppelt werden, dass sie bei Inbetriebsetzung des Inhalators sich selbsttätig einschaltet, indem z. B. ein Schalter für den elektrischen Heizkörper mit den Verschlussmitteln für das Gehäuse des Inhalators so gekuppelt ist, dass die Einschaltung bei Öffnung des Gehäuses erfolgt.
Auch eine Mischung von Dämpfen zweier oder mehrerer Flüssigkeiten, z. B. des Dampfes eines zur Zerstäubung gelangenden Medikamentes mit Wasserdampf kann mit dem Inhalator nach der Erfindung erzielt werden, indem im Bereiche des Heizkörpers ein kleiner Behälter angebracht wird, dessen Inhalt unmittelbar ohne Zerstäbung durch die Heizung zur Verdampfung gebracht wird und sich mit dem Medikamentendampf vor Austritt durch das Abzugsrohr mischt. Hiebei kann der Hauptbehälter mit Wasser und der Nebenbehälter mit einem Medikament versehen werden oder auch umgekehrt, je nachdem welche der beiden Flüssigkeiten leichter zu verdampfen ist und dadurch der Zerstäubung weniger bedarf. Es können natürlich auch zwei verschiedene Medikamente angewendet und eine Mischung der Dämpfe beider erzielt werden.
Um eine Überhitzung des Heizkörpers auszuschliessen, kann eine Vorrichtung zur Kontrolle und gegebenenfalls selbsttätigen Abschaltung bei Erreichung einer bestimmten Höchsttemperatur vorgesehen sein. Bei elektrischen Heizungen kann eine Kontrolle des Zustandes der Heizvorrichtung in einfacher Weise derart erreicht werden, dass der Heizdraht, der im allgemeinen von einer Schutzhülle eng umschlossen ist, an einer Stelle keine solche innige Verbindung mit der Schutzhülle aufweist, so dass an dieser Stelle ein Glühen des Drahtes eintreten und beobachtet werden kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Inhalator, bei dem die in einem Gefäss enthaltene Flüssigkeit durch ein Gebläse beim Austritt aus einer Düse fein zerstäubt wird, wobei im Bereiche der zerstäubten Flüssigkeit ein Heizkörper in Form eines elektrischen Widerstandsdrahtes vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass dieser von einer damit in inniger Verbindung stehenden unangreifbaren und durchsichtigen Schutzhülle, z. B. aus Glas, umschlossen ist.