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Durch das Stammpatent Nr. 143 875 ist ein Verfahren geschützt, nach dem zum Zwecke der Förderung des Wachstums von Mikro- und andern Organismen und der Förderung der Aktivität von im Tier-und Pflanzenkörper entstehenden Agentien, wie Enzymen, Hormonen, Vitaminen u. dgl., das zu behandelnde Gut mit Wellen aus dem Bereiche der elektromagnetischen Wellen zwischen 120 m und 1-8 mm Länge bestrahlt wird. Die Wellenlänge und die andern Bestrahlungsbedingungen werden nach dem älteren Verfahren in Anpassung an das zu behandelnde Gut derart gewählt, dass die bestimmte gewünschte Beeinflussung erzielt wird.
Es zeigte sich, dass bei Bestrahlung von Mikroorganismen besonders günstige Resultate erzielbar sind, wenn der zu beeinflussende Organismus in zwei oder mehreren Kulturen einer Reihe hintereinander überimpfter und zur Entwicklung gebrachter Kulturen bestrahlt wird. Bei dieser Art der Bestrahlung werden die durch einen Mikroorganismus dank der Bestrahlung erworbenen besseren Eigenschaften auf die folgenden Kulturen desselben Organismus übertragen und bei weiterer Bestrahlung in noch höherem Masse verbessert. Es ist aber auch möglich, derart zu bestrahlen, dass ein zunächst nicht befriedigendes Resultat erzielt wird und erst die weitere Kultivierung bzw. Bestrahlung das gewünschte Ergebnis gewährleistet. Die Kulturen gelangen entweder in unmittelbarer oder in beliebiger Folge zur Bestrahlung.
In letzterem Falle bleiben unter Umständen unregelmässig aufeinanderfolgende Kulturen der Kulturenreihe unbestrahlt. Die Zahl der getrennten Bestrahlungen und ihre Anordnung in bezug auf die Kulturenfolge, die Dosierung jeder der Bestrahlungen wird derart gewählt, dass die angestrebte Wirkung erst in jener Kultur der Gesamtfolge eintritt, in der sie gewünscht wird, während der sich z. B. die nötige Aussaatmenge an Gärungserregern bilden soll.
Zur Durchführung der Bestrahlung werden, wie in der Stammpatentschrift angegeben ist, zweckmässig die von einem Hochfrequenzschwingungsgenerator erzeugten Schwingungen verwendet. Es können gleichfalls alle in der Technik bereits bekannten Schaltungen zur Anwendung gelangen. Die Ermittlung der geeigneten Bestrahlungsbedingungen erfolgt in jedem einzelnen Falle empirisch. Es muss von Fall zu Fall durch Versuche festgestellt werden, wieviel Kulturen bestrahlt werden müssen, wie oft, wie lange und unter welchen sonstigen Bedingungen in den einzelnen Kulturen zu bestrahlen ist, damit das Optimum der Wirkung erreicht werde. Mitunter erweist es sich als zweckmässig, in einer oder in einigen der Kulturen andere Bestrahlungsbedingungen als in den übrigen Kulturen anzuwenden.
Es können selbstverständlich nicht nur zwei, sondern ebenso drei und mehr verschiedene Gruppen von Bestrahlungsbedingungen zur Anwendung kommen.
Ausführungsbeispiel1 : Es wurde im Kondensatorfeld eines Kurzwellensenders Saccharomyces cerevisiae in einer Eprouvette auf Bierwürze Agar, Sehrägkultur, mit der 15 m-Welle bei der Intensität von 150 Milliampere, bei 7-2 Resonanz und bei 28 C (unter Kühlung) innerhalb von 24 Stunden dreimal je 1 Minute (Kultur Bi) bzw. 5 Minuten (Kultur Ci) bzw. 10 Minuten (Kultur Z) bestrahlt. Eine Vergleichskultur (Kultur jd. i) blieb unbestrahlt. Nach 24 Stunden waren sämtliche Kulturen mehr oder weniger stark entwickelt. Nun wurden von allen vier Kulturen Abimpfungen auf frischen gleichen Nähr-
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boden vorgenommen (neue Kulturen j, B Cz und Dus). Die Kultur s blieb unbestrahlt.
Die Kulturen B, C und D2 wurden bestrahlt, u. zw. unter den angegebenen Bedingungen wieder dreimal innerhalb von 24 Stunden : Bs je 1 Minute, Cz je 5 Minuten und D2 je 10 Minuten. In sämtlichen Fällen der erneuten Bestrahlung entwickelte sich die zweite Generation rascher und kräftiger als die entsprechende einmal bestrahlte Ausgangskultur und die unbestrahlte Kultur-42. Unter den drei bestrahlten zweiten Kulturen erwies sich die Kultur C als die am kräftigsten entwickelte. Die mikroskopische Prüfung ergab, dass in der Kultur O2 am meisten und am kräftigsten entwickelte Zellen vorhanden waren.
Ausführungsbeispiel 2 : Es wurde im Kondensatorfeld eines Kurzwellensenders Clostridium butyricum in einer Eprouvette auf flüssiger stärkehaltiger Maische mit der 4 m-Welle bei der Intensität von 75 Milliampere, bei 4-8 Resonanz und bei 37 C (unter Kühlung) innerhalb von 24 Stunden zweimal je 5 bzw. 10 bzw. 20 Minuten hindurch bestrahlt (Kulturen B1, al, D1). Die Vergleichskultur 1 blieb unbestrahlt. In allen Fällen der Bestrahlung tritt raschere Entwicklung ein als bei der unbestrahlten Kultur. Indes nimmt bei den bestrahlten Kulturen im Vergleich zur unbehandelten Kultur die Anzahl der Sporenformen ab. Sämtliche Kulturen wurden nun auf frischen gleichen Nährboden überimpft.
Die Abimpfungen Bz, C, D der bestrahlten Kulturen wurden unter den gleichen Bedingungen bestrahlt (wieder innerhalb von 24 Stunden zweimal je 5 bzw. 10 bzw. 20 Minuten), die Abimpfung A : der unbestrahlten Kultur blieb unbestrahlt. Dieser Vorgang der Uberimpfung und Bestrahlung wurde noch zweimal wiederholt, so dass im ganzen dreimal überimpft wurde und neben den Ausgangskulturen drei unmittel- bar aufeinanderfolgende Kulturen bestrahlt wurden. Nach der zweiten und dritten Bestrahlung (B2, C2, D2 bzw. Bs, C's, Ds) waren keine wesentlich andern Ergebnisse als nach der ersten Bestrahlung bemerkbar, nach der vierten Bestrahlung aber ja.
Nach der vierten Bestrahlung zeigten sämtliche zeitlich verschieden bestrahlten Kulturen (B4, C4, D4) deutlich andere Formen als die entsprechenden Ausgangskulturen.
Die Sporulationsneigung hatte in allen Fällen abgenommen. Die übrigen morphologischen Eigenschaften erschienen stark verändert. Die Veränderungen traten am stärksten bei 04 (10-Minuten-Bestrahlung) auf. Bei 04 waren fast gar keine Sporenformen mehr zu konstatieren. Die Kultur 04 ergab nach Durchführung der Hauptgärung mit stärkehaltiger Maische eine um zirka 3¸% höhere Ausbeute an Gärungsprodukten als die unbestrahlte Kultur A1 bzw. deren unbestrahlten Abimpfungen bis-jazz
Ausführungsbeispiel 3 : Es wurde im Kondensatorfeld eines Kurzwellensenders Hefe der Gattung Saccharomyces cerevisiae mit der 5 m-Welle bei der Intensität von 150 Milliampere, bei 7. 2 Resonanz und 28 C (unter Kühlung) innerhalb von 24 Stunden dreimal je 20 Minuten bestrahlt.
Die bestrahlte Kultur wurde fünfmal hintereinander überimpft. Die zweite, dritte und vierte Kultur blieb unbestrahlt, die fünfte Kultur wurde bestrahlt, die sechste Kultur blieb wieder unbestrahlt. Die Bestrahlung der fünften Kultur erfolgte, zum Unterschied von der Bestrahlung der Ausgangskultur, mit der 12 m-WeIle, im übrigen aber unter den angeführten Bedingungen. Eine Vergleichskultur wurde wie die bestrahlte Kultur fünfmal hintereinander überimpft. Indes blieben sämtliche sechs Kulturen dieser Reihe, also auch die Ausgangs-und die fünfte Kultur, unbestrahlt ; anderseits wurden diese sechs Kulturen ebenso wie die Kulturen der Reihe der bestrahlten Kulturen behandelt. Die Ausbeutebestimmungen ergaben bei der sechsten Kultur der Reihe der bestrahlten Kulturen im Vergleich zur gleichen Kultur der Vergleichsreihe eine Mehrausbeute um zirka 12%.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur biopositiven Beeinflussung lebender Zellen technisch verwendbarer Mikroorganismen gemäss dem Stammpatente Nr. 143 875, dadurch gekennzeichnet, dass der zu beeinflussende Mikroorganismus in zwei oder mehreren Kulturen einer Reihe hintereinander überimpfter und zur Entwicklung gebrachter Kulturen bestrahlt wird.
2. Verfahren nach Anspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass der zu beeinflussende Mikroorganismus in zwei oder mehreren unmittelbar aufeinanderfolgenden Kulturen bestrahlt wird.
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