AT139742B - Verfahren zur Steuerung von Gas- oder Dampfentladungen. - Google Patents

Verfahren zur Steuerung von Gas- oder Dampfentladungen.

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  Verfahren zur Steuerung von   Gas-oder Dampfeutladungen.   



   Das Problem der Steuerung von Gas- und Dampfentladungen liegt zur Hauptsache in der Art und Weise, wie den den einzelnen Anoden zugeordneten Steuergittern die geeignete Steuerspannung   aufgedrückt   wird bzw. wie ihre Grösse und ihr Verlauf bei der Regelung variiert wird. 



   Es sind   diesbezüglich   schon eine grosse Anzahl von Lösungen bekannt geworden, beispielsweise die Verwendung von entsprechenden phasenverschobenen Hilfsspannungen oder die Kombination von phasenkonstanten Hilfsspannungen mit variablen   Gleicl1spannung'en   oder von kontaktgesteuerter Gleichspannung. Keines dieser Verfahren kann voll befriedigen, da sie zum Teil umständlich und teuer im Aufbau, schwerfällig in der Regelung und vielfach auch   beschränkt im Regelbereich   oder in einem bestimmten Regelbereich unsicher sind. 



   Das nachstend beschriebene Verfahren gestattet bei einfachstem Aufbau und kleinster Regelleistung eine einwandfreie Regelung über den ganzen Bereich zwischen Null-und Vollwert. 



   Die grundsätzliche Anordnung ist nach Fig. 1 ersichtlich, die Gitterspannung wird aus einem Hilfstrafo, der die gleiche Phasenzahl wie der Haupttrafo besitzt, den Gittern über die Widerstände R und r 
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 geeigneten Ausmasse vergrössert. Zwischen Kathode und dem Sternpunkt des Hilfstrafos ist noch eine Doppelgruppe zweier gegensinnig geschalteter Ventile vorgesehen. Dabei soll der Richtungssinn von   V,   derart sein, dass bei Stromdurchtluss das Gitter negative Spannung erhält, während Strom durch Vs positive Spannung auf die Gitter bringt.

   Die   Stronidurchlässigkeit   dieser beiden Ventile bzw. ihr scheinbarer Eigenwiderstand   (zweckmässigerweise   werden dafür   Hochvakuumglühventile   mit Gitter gewählt, kann durch geeignete Steuerspannungen in den Gittern   (11 und O2   verändert werden. 



   Die Wirkungsweise des Verfahrens wird am besten durch   Betraehtung   der Grenzfälle klar. Der besseren Übersichtlichkeit wegen ist dabei   angenommen,   dass an den Gittern keine Stromableitung eintritt. Diese Annahme ist für die negative Phase der   Gitterspannung     vollauf berechtigt, da   der dabei an den Gittern auftretende Rückstrom nur Bruchteile eines Milliamperes beträgt, also gegenüber den Gittersteuerströmen die praktisch etwa mit 10 bis 300 Milliampere gewählt werden, tatsächlich vernachlässigt werden kann. Der weitere Verlauf der Gitterspannung von negativen Werten gegen Null und weiter auf positive Werte ist für die Wirkungsweise der Steuerung nur bis zum Zündmoment der dazugehörigen Anode von Interesse.

   Dabei sind nach Gefäss und Gitterkonstruktion grundsätzlich zwei Fälle zu unterscheiden. Entweder tritt der   Zündmoment   schon bei negativen Werten der Spannung oder erst bei positiven Werten ein. Im ersteren Falle erfolgt also die Zündung bei einem bestimmten negativen Gitterpotential also zweifellos praktisch wieder bei Gitterstrom Null. Im zweiten Fall kann extremerweise der   Gitter- und Anodenzündmoment zusammenfaUen.   aber auch dabei ist das Gitter bis zu seinem kritischen Wirkungszeitpunkt praktisch stromlos. 



   Die Gitter sind also während des Durchlaufens der   Spel1'phase   stromlos bis zum Anoden-bzw. 



  Gitterzündmoment, während der daran anschliessenden positiven Gitterphase ist die Spannung GitterKathode durch die Charakteristik der Entladung auf den nur wenige Volt betragenden Wert der Brennspannung fixiert. Für die Wirkungsweise der Steuerung ist eigentlich nur die negative Phase bis zum Zündmoment vom primären Interesse, die positive Phase nur insofern, als die stets gleiche Brennspannung unabhängig von der jeweiligen Regelstellung für den Übergang auf die nächste negative Phase stets gleiche Bedingungen gewährleistet.

   Dabei ist weiters zu beachten, dass durch den während der positiven Halbwelle fliessenden Gitterstrom und die damit zusammenbrechende Spannung am zugehörigen Kon- 

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 densator das Potential des Mittelpunktes M1 gegenüber jenem vom M2 verschoben wird, wodurch der Stromfluss durch die Ventile   Fi   und   V2 und   damit die   Möglichkeit   einer Steuerung durch ihre Beein-   Ilussung   bedingt ist.

   Nimmt man an, dass beide Ventile V1 und V2 voll offen sind und an den Gittern des Hauptkolbens überhaupt keine Stromableitung eintritt, so erfolgt der Spannungsverlauf an den Gittern der normalen sinusförmigen Spannung des   Hi1fstrafos,   wobei zwar durch die Schaltelemente   Pi,     r und   C eine gewisse Spannungsabsenkung und Phasenverschiebung gegenüber der Trafoklemmenspannung vorhanden sein wird, was aber für die Wirkungsweise und grundsätzliche Betrachtung ganz belanglos ist.   (Grenzfall 1,   Fig. 2). Berücksichtigt man den Gitterstrom während der positiven Phase. so ändert sich der Verlauf der Kurve nach der in Fig. 2 in erster Annäherung striehliert gezeichneten Weise. 



   Im Grenzfall 2 sei das Ventil V2 vollkommen gesperrt. Die Spannung an den Gittern erreicht dann   annäherungsweise   den negativen Scheitelwert der Spannung des Hilfstrafos und bleibt unverändert auf diesen Wert (Grenzfall 2, Fig. 3). 



   Wird nun bei unveränderter Einstellung des Ventils   Vi   das Ventil V2 mehr und mehr freigegeben, so entladet sich der Kondensator c zufolge seiner Eigenspannung und unter dem Einfluss der   vom Hilfs-   trafo gelieferten Gegenspannung mehr oder minder schnell und der zeitliche Verlauf der Spannung an den Gittern folgt Kurven wie sie mit der   Bezeichnung     i-So in   Fig. 4 eingezeichnet sind.   eo und e'0- sind   die beiden vorerwähnten Grenzfälle. Für das Verfahren in der vorbesehriebenen Form kann als Ventil   7j   auch an Stelle eines Hoehvakuumventils ein Dampfentladungsrohr mit praktisch verschwindendem Innenwiderstand und ohne Steuerorgan verwendet werden, da bisher eine Beeinflussung dieses Ventils zur Regelung nicht erwähnt wurde.

   In Fig. 4 ist auch die Gitterkennlinie eingezeichnet, die von den Entladungskurven an den Punkten Z1   bis/'4 geschnitten   wird, was vier verschiedenen Zündzeitpunkten entsprechen würde. Berücksichtigt man auch bei Fig. 4 wieder den Gitterstrom während der positiven Phase, so gelten wiederum näherungsweise die strichlierten Linien, was aber offensichtlich, da es sich um gegenüber den Zündzeitpunkt zeitlich später liegende Moment handelt, für die Wirkungsweise der Steuerung ohne Belang ist. 



   Das Regel- bzw. Steuervermögen des Verfahrens lässt sich aber erfindungsgemäss noch erweitern. wenn nicht nur das Ventil   V2 sondern aucll   das Ventil V1 durch Verändern seiner Gitterspannung beeinflusst wird. Mit wachsendem Widerstand von   7i   wird die Ladekurve der Kondensatoren immer flacher verlaufen. (Fig. 5). Wird der Widerstand beider Ventile jeweils gleichgewählt und nur in seiner Grösse   gleichzeitig geändert,   so ergeben sich an den Gittern Sinuskurven, deren Scheitelspannung mit zunehmendem Widerstand der Ventilröhren abnimmt, d. h. der Verlauf der Kurven nach Grenzfall 1 wird nur quantitativ verändert (Fig. 6).

   Dies ist eigentlich nicht ganz exakt ; abgesehen von der Ableitung, die im Gitter während der positiven Halbwelle auftritt (strichlierte Linie) bewirkt die Veränderung des Ventilwiderstandes, der in Serie mit dem Kondensator liegt, auch noch eine gewisse Phasenverschiebung, die aber für die nachstehenden   Betrachtungen   belanglos ist und auch absolut genommen, bei   ricntigem   
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 aller Ohm'sehen Widerstände zu verstehen ist, nur kleine Werte erreicht. 



   Wird nun der Widerstand von   Fa   kleiner als der von   V,   gemacht, so ergeben sich besonders steil abfallende Endladungskurven, was mit Rücksicht auf einen möglichst scharfen   Schnitt mit   der Gitter- kennlinie erwünscht ist (Fig. 7). 



   Welche spezielle Formen der vorbeschriebenen Steuervarianten man wählt, hängt von den besonderen Bedingungen ab. Die universellsten Möglichkeiten bietet die Beeinflussung beider Ventil- röhren, dagegen ergibt das Arbeiten mit unveränderlichem Ventil   Vi   den Vorteil, nur ein Gitter beeinflussen zu müssen. 



     Die Wahl   der Grundphasenversehiebung (in Fig. 4) hängt von der Phasenzahl der Gesamtanlage und vom Umfang des geforderten Regelbereiches ab. Für Sechsphasenbetrieb und vollständiger Regelung von Null-bis Vollwert ist das Regelgebiet durch   Schraffiel1wg   in Fig. 8 angegeben. Im weiteren sind bei dieser Figur gleich grosse   Innenwiderstände   der beiden Ventile   T   und   V2   für den Vollastpunkt angenommen, während zur Einstellung kleinerer Lastwerte der Innenwiderstand des Ventils   T''ver-   kleinert, jener von   V2   vergrössert wird. Dieses spezielle Regelverfahren stellt natürlich nur ein Beispiel der   verschiedenen möglichen Varianten   des Grundgedankens vor.

   Eine weitere Verbesserung im Sinne eines   steileren Kurvenverlaufes   für den zur Steuerung benutzten Entladungsvorgang ergibt sich, wenn im Ladestromkreis der Anordnung eine hohe   Induktivität eingeschaltet   wird. Es wird dadurch erreicht, dass die Drossel während der zweiten Viertelwelle des Aufladevorganges ihre magnetische Energie in den Kondensator hineinliefert. Das negative Spannungsmaximum an Gitter und Kondensator wird durch die vorhandene Induktivität erhöht und tritt zeitlich später ein. Der Entladevorgang kann daher durch Wahl hoher wirksamer Gegenspannung oder was dasselbe ist, kleinerer Innenwiderstände in   r2   gewaltsam beschleunigt werden, was einem steileren Verlauf der Entladekurven entspricht.

   Damit die   Induktivität   nur für den Ladevorgang wirksam ist, muss sie zwischen den beiden Punkten a und b der   Fia :. l eingeschaltet   werden. Dabei darf nicht übersehen werden, dass sich die Ladevorgänge der einzelnen
Gitter überlagern und vorstehende   Massnahme   daher mit wachsender Phasenzahl ihre Wirkung mehr 

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 und mehr verliert. Es kann daher zweckmässig sein, beispielsweise für Sechsphasenbetrieb, das Hilfssystem in zwei gleichartige Drehstromsysteme oder drei gleichartige Einphasenstromsysteme aufzulösen (Fig. 9). Es ist selbstverständlich auch möglich, an Stelle der auf der Kathodenseite angeordneten Ventile je ein Paar Ventile direkt in den Gitterzuleitungen vorzusehen. Der Effekt ist dann derselbe, jedoch wird die notwendige Ventilzahl höher. 



   Das vorliegend beschriebene Steuerungsverfahren ist noch erweiterungsfähig, derart, dass die Steuerung von   Hilfssystem   mittels Beeinflussung des Ventilpaares nicht direkt auf die Gitter der Hauptentladungsgefässe erfolgt, sondern nach Art einer Kaskade unter Zwischenschaltung weiterer Hilfsentladungsgefässe. Diese Massnahme, für die Fig. 10 ein Schaltbeispiel gibt, erscheint im ersten Augenblick als   ÜberflÜssige   Komplikation. Bekanntlich ist aber die Steuercharakteristik aller Entladungsgefässe temperatur- und damit   belastungsabhängig.   Ein und derselbe Regeleingriff wird daher je nach Belastung und Temperaturzustand der Belastungsgefässe mehr oder minder verschiedene Regelergebnisse liefern. Durch indirekte oder Kaskadensteuerung lässt sich diesbezüglich eine Verbesserung erreichen. 



  Die Wirkungsweise einer Schaltung nach Fig. 10 ist nach dem   vorbesehriebenen   leicht verständlich. 



  Die Aufladung der Gitter und Kondensatoren auf negative Spannung erfolgt wieder durch das Ventil V" Für die Entladung ist aber nicht mehr der Strom des Ventiles   V2   direkt massgebend, da den Kondensatoren die beiden Hilfsventile   HV   parallel geschaltet sind. Für diese Hilfsventile werden zweckmässig   Glühkathodenröhren   mit Dampffüllung verwendet. Die Kapazität der Gitter dieser beiden Hilfsventile ist zweifellos viel kleiner als jene der Hauptgitter, welche durch Zusatzkondensatoren beliebig vergrössert werden   kann..   



   Das Ventil   172   kann daher mit winzigen   Entladeströmen   arbeiten. Bei Unterschreitung des für die Hilfsventile kritischen Wertes ihrer Gitterspannung werden diese zünden, womit die Kondensatorund auch   Hauptgitterspannung   fast augenblicklich zusammenbricht. Die Verwendung der Hilfsventile ergibt somit zwei Vorteile : einerseits wird die Entladekurve für den Kondensator und damit für die Hauptgitter ausserordentlich steil und damit die Steuerung von Belastungszustand der Hauptentladegefässe unabhängiger, anderseits arbeiten die Hilfsventile über den ganzen Regelbereich unter praktisch gleichen Bedingungen, so dass sie selbst keine merklichen Temperaturschwankungen und damit auch keine   Temperaturabhängigkeit   aufweisen. 



     PATENT-ANSPRÜCHE   :
1. Verfahren zur Steuerung von   Gas-oder Dampfentladeröhren   mittels Gitterbeeinflussung, bei dem zur Lieferung der Gitterspannung   Hilfswechselspannungen   mit einer Phasenzahl gleich der des Hauptsystems in fester Phasenlage benutzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Hilfstrafo sinusförmig gelieferte Gitterspannung während ihrer negativen Halbwelle am Gitter verzerrt wird und die Regelung durch Veränderung dieser Verzerrung erfolgt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Dampfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung der Gitterströme über ein oder mehrere Paare gegensinnig geschalteter Ventile erfolgt.
    3. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Dampfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Hälfte der vorgesehenen Ventile in ihrer Stromführung beeinflusst wird.
    4. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Da. mpfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Ventile in ihrer Stromführung beeinflusst werden.
    5. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Dampfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beeinflussung der Ventile jedes Paares gegensinnig erfolgt.
    6. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Dampfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beeinflussung der Ventile jedes Paares gleichsinnig erfolgt.
    7. Verfahren zur Steuerung von Gas-oder Dampfentladeröhren mittels Gitterbeeinflussung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung der Gitter der Hauptentladungs- EMI3.1 von gittergesteuerten Hilfsventilen, auf deren Gitter das Primärsystem ebenfalls nach den Ansprüchen 1 bis G einwirkt.
AT139742D 1932-12-01 1932-12-01 Verfahren zur Steuerung von Gas- oder Dampfentladungen. AT139742B (de)

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