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Sattelvorlagepolster für Fahr-und Motorräder.
Auf Fahr-und Motorrädern wird das Sitzen bei längerer Bergabfahrt unbequem, da der Fahrer nach vorne rutscht und auf die schmale, harte Sattelspitze zu sitzen kommt ; dass dies ausserdem gesundheitsschädlich ist, ist eine bekannte Tatsache. Die Erfindung ist dazu berufen, diesen Übelständen wirksam abzuhelfen. Die bisher bekannten Sattelpolster reichen über den ganzen Sattel und beschränken sich darauf, eine weiche Sitzgelegenheit überhaupt zu bieten, nehmen aber die oben beschriebene Unbequemlichkeit keinen Bedacht und lassen auch in der Art ihrer Befestigung zu wünschen übrig. Da sie auch den rückwärtigen, breiten Sattelteil bedecken, vermindern sie das Sicherheitsgefühl des Fahrers bei der Fahrt bergauf und in Kurven.
Da die Form der Sättel auf gewöhnlichen Fahrrädern stark von der Form der Motorradsättel abweicht, zeigt auch der Sattelvorlagepolster gemäss der Erfindung zwei verschiedene Formen der Ausführung. Die Fig. 1-6 beziehen sich auf den Polster für gewöhnliche Fahrräder, die Fig. 7-10 haben den Motorradsattel zum Gegenstande. Die Fig. 1 zeigt den einen Sattelpolster von unten, die Fig. 7 den andern Sattelpolster von oben. Die Fig. 2, 3,4, 5 und 8,9, 10,11 zeigen mehrere Schnitte, die Fig. 6 und 12 stellen Seitenansichten von dem mit dem Sattelvorlagepolster versehenen Fahrrad-bzw. Motorradsattel dar.
Der Sattelvorlagepolster für Fahrräder hat ungefähr Hufeisenform und ist in seinem vordersten Drittel am stärksten gewölbt ; die Wölbung verliert sich allmählich gegen die beiden rückwärtigen Enden.
Er besteht aus einem oberen und einem unteren Überzugteil aus Stoff, Leder, Gummi od. dgl.
Diese zwei Teile sind, wie die punktierte Linie zeigt, zusammengenäht und an dem Randteil a, a, E, A,
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ausgebildet und bildet, in der punktierten Linie genäht, eine dünne, feste Lasche, die die beiden rückwärtigen Polsterenden elastisch so verbindet, dass sie sich über ein gewisses Höchstmass hinaus nicht voneinander entfernen können. An der unteren Seite trägt dieser Polster eine ungefähr halbkreisförmige Tasche h, i, k, deren Öffnung rückwärts liegt. An den beiden rückwärtigen Polsterenden sind an ihrer Unterseite dauerhafte Schnallenriemen gut befestigt.
Beim Gebrauehe kommt der dickste Polsterteil auf die Sattelspitze zu liegen, die Sattelspitze wird in die Tasche h, i, k gesteckt, während die Lasche d, e, f, g sich gespannt über dem mittleren Sattelteil eng anlegt, sobald die unter dem Sattel, u. zw. hinter der Sattelklemme durchgezogenen Riemen fest geschlossen werden. Auf diese Art befestigt, kann sich der Sattelpolster nach keiner Seite hin verschieben.
Der rückwärtige, breite Sattelteil (s. den schraffierten Teil in Fig. 6) bleibt vom Polster unbedeckt ; die solcherart gepolsterte Sattelspitze dagegen bildet bei der Talfahrt eine angenehme, weiche, verbreiterte Stütze für den nunmehr nicht mehr nach vorne abgleitenden Fahrer.
Der lose Polster liegt flach, die Wölbung nach oben und unten ist ungefähr gleich stark, die schmalen Enden stehen bei flachgestreckter Lasche ziemlich weit voneinander ab ; die Tasche an der Unterseite liegt flach an dem Polster an.
Am Sattel zum Gebrauche befestigt, verändert sich die Sattelform auf folgende Weise : Die Wölbung der Unterseite wird aufgehoben, die Wölbung nach oben dagegen verstärkt. Die schmalen Enden werden durch das Schliessen der Riemen stark einander genähert, die Lasche erscheint über der schmalen Sattelmitte gespannt. Die Tasche ist fest über die vorderste Sattelspitze gespannt.
Der Sattelvorlagepolster für Motorräder weicht in seiner Form von der des zuerst beschriebenen einigermassen ab. Er bildet einen ungefähr halbkreisförmigen Ring, dessen radial gerichtete Querschnitte
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überall gleich sind. Die Lasche am rückwärtigen Teil ist ebenfalls ungefähr halbkreisförmig ; die Unterseite dieses Polsters besitzt keine Aufstecktasche, da der Sattel beim Motorrade auch in seinem vorderen Teil nicht allzu schmal gebaut ist und der daranstossende Tank ein Vorbeigleiten des Sattels ohnehin verhindert.
Der Anschnallriemen ist bei dieser Polstersorte nicht am Polster selbst, sondern an der Lasche befestigt, da sich dies bei den in ihrem mittleren Teil verschieden breiten Motorradsätteln günstiger erwiesen hat : die rückwärtigen Polsterenden passen sich besser dem jeweiligen Drucke an, der Riemen wurde sich andernfalls trotz vorherigen festen Anziehens schon beim Aufsitzen oder während des Sitzens lockern.
Insbesondere für den oft sehr grosse Geschwindigkeiten erreichenden Motorradfahrer bringt der Polster in dieser Form auch noch den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass er den scharfen kalten Luftzug bricht, der schon in vielen Fällen zu Blasenkrankheiten des Fahrers geführt hat.