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Pessar aus porösem elastisehem Material wie Schwammgummi.
Es sind schon Pessare verschiedener Konstruktion bekannt. Man kennt sogenannte Okklusiv- pessare aus vollkommen oder teilweise starrem Material (Spreitzringe od. dgl. ). Die Nachteile aller dieser Ausführungen liegen darin, dass sie nur bei gutem Sitz durch Saugwirkung und Druck auf empfindliche Organe wirksam sind, was nur bei sachhundiger Ein- und Ausführung durch einen Arzt wahrscheinlich ist. Bei ihrem längeren Gebrauch entstehen oft Geschwür und Schädigungen durch Abschluss und Ansammlung der Sekrete. Letzterem Übel suchte man z. B. durch Anbringen von Ventilen od. dgl. abzuhelfen. Doch ist der unvermeidliche Druck an den anliegenden Rändern besonders schädlich und führt oft zur Bildung krebsartiger Wucherungen.
Weiters kennt man Gummipessare, die im Prinzip aus einer undurchlässigen Membrane aus Gummi oder ähnlichem Material bestehen, die vermittels eines federnden Ringes aus Metall, festem Gummi oder ähnlichen kombinierten Einrichtungen durch Verspreitzen in bestimmter Lage als Trennungswand dienen sollen. Es sind auch solche Pessare bekannt, die einen Doppelboden aufweisen, dessen einer Teil undurchlässig, der andere perforiert ist, und mit einem Schlitz zur Aufnahme einer Borsäurepastille versehen sind.
Die Nachteile aller dieser Konstruktionen liegen darin, dass zu ihrer Wirksamkeit der verhältnismässig schmale Rand sieh an allen Stellen gegen die Scheidenwände tief eindrücken muss, was oft auf Schwierigkeiten stösst und für die Trägerin unkontrollierbar ist ; oft werden die Pessare ungewollt verschoben, wodurch an den Rändern Lücken entstehen und somit die Schutzwirkung hinfällig wird.
Es sind auch Schwammpessare altbekannt. Diese bekannten Vorrichtungen haben nur eine Wirkung, wenn sie vor dem Muttermund gelagert, einen vollkommenen Abschluss für denselben bilden.
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pessaren auftretenden Mängeln nur geringen Wert. Bei der für diese Type von Pessaren üblichen längeren
Verwendung würde entweder praktisch die Wirkung der Imprägnierungsmittel verschwinden oder bei Anwendung stärker wirkender Substanzen Schädigung der Schleimhäute an den notwendigerweise innig anliegenden Pessarteilen auftreten.
Ein weiterer Nachteil besteht aber darin, dass solche und auch ähnliche Vorrichtungen bekanntlich vor Einführung mit Wasser befeuchtet und ausgedrückt werden. wobei ein Grossteil der hier notwendigerweise in gleichmässiger Verteilung vorhandenen, wirksamen
Substanzen entfernt wird. Weiters ist man hier in der Wahl der Substanzen, sowohl hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, wie bei langer Einwirkung allfälliger schädlicher Einflüsse auf das Material, aus dem das Pessar hergestellt ist, sehr beschränkt.
Man hat auch schon schwammartige Gebilde aus Gummi od. dgl. hergestellt, die von einer elastischen undurchlässigen Scheidewand durchzogen sind und zum Verschluss von Körperhöhle dienen sollen. An der der Körperhöhlung zugekehrten Innenseite ist hiebei eine Aussparung vorgesehen, die zur Aufnahme von Heil-oder Desinfektionsmitteln dienen soll. Doch können solche Vorrichtungen neben ändern Mängeln nur dort eine Wirkung haben, wo nur eine Wirkung der genannten Mittel nach der Seite verlangt wird, an welcher sie in der Aussparung eingebracht sind. Es kann also überall dort, wo eine mögliehst nach allen Seiten sich ausdehnende Schutzwirkung erwünscht ist, diese Vorrichtung ihren Zweck nicht erfüllen.
Desgleichen sind als Behälter ausgebildete, aus undurchlässigem Material hergestellte Pessare mit einer engbegrenzten Öffnung zum Auslass desinfizierend wirkender Substanzen sowie aufblasbare kugelförmige Pessare, deren Aussenseiten Taschen zur Aufnahme von Medikamenten besitzen, bekannt. Bei der letztgenannten Ausführung müssen die Pessare nach Einbringung mittels einer Pumpe aufgeblasen werden, wodurch erst die Medikamente ausgepresst werden.
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gestalteten, kegelförmigen Pessar aus gleichmässig porösem, elastischem Material, vorzugsweise Schwamm- gummi, ein zentral in Bezug auf die Form des Pessars in dessen Innerem angeordneter Hohlraum zur Aufnahme der wirksamen Mittel (wie Desinfektionsmittel, Medikamente) angebracht.
Um ein vollkommen gleichmässiges und rasches Austreten der Substanzen bei Gebrauch zu bewirken, wird zweckmässig das Material, aus dem das Pessar verfertigt ist, mit an sich bekannten, physiologisch unschädlichen Netzmitteln homogen imprägniert.
Die wirksamen Substanzen können als leicht lösliche Pille, der zur Vergrösserung ihrer Oberfläche, aber auch um eine allenfalls vorgesehene, zerreissbare Schutzhülle durch leichten Druck auf ihre mittleren Teile sicher zerstören zu können, in vielen Fällen keine Kugel- oder übliche Tablettenform gegeben wird. ausgestaltet sein. Es hat sich hierfür eine thoroidähnliche Form als vorteilhaft erwiesen.
Viele der wirksamen Substanzen oder deren Gemische lassen sich aber einerseits z. B. nicht in haltbare bzw. formbare Pillen verarbeiten, anderseits wird ihre Wirksamkeit bei der Aufbewahrung
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herabgemindert oder zerstört. (Es seien z. B. Sauerstoff oder halogenabspaltende Stoffe genannt.) Auch können sie bei längerer Einwirkung z. B. den Gummi angreifen und zerstören. Es gibt sogar viele Sub- stanzen oder Gemische, die für den angestrebten Zweck sehr geeignet wären, aber aus den vorher genannten
Gründen bisher unverwendbar waren.
Erfindungsgemäss werden nun alle Substanzen, bei denen diese Massnahme zweckmässig erscheint, von einer indifferenten dünnen, mechanisch hinreichend leicht zerstörbaren Hülle umgeben. Es eignen sich z. B. hiezu säekchenartige Umhüllungen aus Zellulosefolien oder dünnem paraffiniertem Japan- papier od. dgl. Mit einer derartigen Hülle versehene Substanzen ermöglichen eine lange Lagerdauer der so hergestellten Pessare und die Beseitigung anderer, schon erwähnter Mängel. Zur Zerstörung der
Hülle, die zweckmässig vor Einführung schnell und vollständig stattfinden muss, sind Hilfsvorrichtungen vorgesehen, mit denen z. B. mittels eines schwachen Druckes od. dgl. die Hülle zerstört werden kann.
Dies kann z. B. durch Versehen einer Pille mit Kanten, Spitzen, Ausnehmungen (wie z. B. durch die oben genannte thoroidähnliche Gestalt bewirkt) erreicht werden : durch Andrücken von Hand aus zerreisst die Hülle vermittels der Kanten oder durch das Eindrücken in die vorgesehenen Ausnehmungen. Zur Erzielung ähnlicher Effekte können auch Vorrichtungen aus anderem Material innerhalb der Pille bzw. der Umhüllung oder auch ausserhalb der letzteren vorgesehen sein. Zweckmässig sind auch an sich be- kannte Reissvorrichtungen, welche durch den Faden selbst oder indirekt, z. B. Bewegung einer kleinen
Spitze od. dgl., ein rasches Zerreissen herbeiführen können.
Die erfindungsgemässe Ausgestaltung des Pessars ermöglicht eine leichte, sichere und rasche An- wendbarkeit, unabhängig von einer Einführung in eine ganz bestimmte Lage. Die Desinfektionswirkung kann eine viel vollständigere sein, als bei den bekannten Ausführungen. Zweckmässig kann das Pessar vor Einführung durch Eintauchen in Wasser befeuchtet und ausgedrückt werden. Hiebei kann gleichzeitig die allenfalls vorgesehene Hülle zerstört werden. Infolge der zentralen Anordnung der wirksamen
Stoffe und allenfalls der hiebei noch unversehrten Schutzmittelhülle werden diese bei dieser Handlung nicht ausgelaugt und das Pessar behält somit seine vorgesehene Wirksamkeit.
Infolge seiner Eigenschaft als schwammartiges Gebilde, welches, gespeist aus seinem Inneren, die wirksamen Substanzen bei Druck in noch verstärktem Masse abgibt, ist die Wirkung eine weitaus bessere als bei den bekannten Ausführungen.
Zweckmässig sind die Pessare mit einer beweglichen, aus einem Stück bestehenden Doppelsehlaufe aus
Gummi-oder anderem Band versehen, die ein leichtes Entfernen ermöglicht. Durch Anwendung dieser Doppelschlaufe wird die Verwendung eines langen Bandes vermieden. Das Pessar wird mit dem spitzen Winkel zuerst eingeführt, wird aber infolge seiner Gestalt und Material in den Fällen einer nicht ganz sachgemässen Einbringung von selbst in eine günstige Lage gebracht. Die Herstellungskosten der erfin- dungsgemässen Pessare sind geringe.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Pessar aus porösem, elastischem Material wie Schwammgummi und einem Hohlraum zur Aufnahme von Desinfektions-oder Heilmitteln, dadurch gekennzeichnet, dass das Pessar einen gleichmässig porösen Körper mit zentralem Hohlraum zur Aufnahme der wirksamen Substanzen darstellt, wobei die Form des Pessars vorzugsweise keilförmig bzw. kegelförmig gehalten ist.