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Schmelzofen, insbesondere Glaswannenofen.
Ausfütterungen von Schmelzöfen, wie Glasöfen u. dgl., mit Steinen, die aus geschmolzenen keramischen Massen durch Giessen hergestellt werden, zeigen bei Benutzung den Übelstand, dass ungleichmässige Angriffe auf die einzelnen Steine des Futters erfolgen, die zu einer vorzeitigen Auswechslung des
Ofenfutters zwingen.
Die Steine für diese Ausfütterung werden in bekannter Weise im allgemeinen so hergestellt, dass man die geschmolzene keramische Masse, z. B. geschmolzene Tonerde, in teilweise offene Formen einfliessen und erstarren lässt. Da der Guss von oben erfolgt, hat die Steinfläche, welche sich am offenen
Teil der Form bildet, eine weniger gleichmässige Beschaffenheit als die übrigen Flächen des Steines ; diese #Gussfläche" kann durch mechanische Mittel, wie Abschleifen, geebnet werden.
Da der Angriff der Schmelze sich am stärksten in den Stossfugen des Ofenfutters bemerkbar macht, sucht man im allgemeinen das Eindringen der Schmelze in diese Fugen durch möglichst ebene Ausgestaltung der Verfugungsflächen zu erschweren. Weil nun bei den gegossenen Steinen sich die Gussfläehen nach dem Abschleifen durch eine besonders ebene Oberfläche vor den übrigen Steinfläehen auszeichnen, wurden diese Gussflächen vorzugsweise als Verfugungsflächen des Steinverbandes der Ofenauskleidung benutzt. Es zeigt sich aber, dass diese Massnahme den erstrebten Erfolg nicht erzielt ; vielmehr treten nach einiger Zeit Zerstörungen auf, welche den Verband der einzelnen Steine untereinander auflösen (siehe Fig. 1 der Zeichnung).
Die Ursache dieser Erscheinung ist eine ungleichmässige Widerstandsfähigkeit der gegossenen keramischen Steine nach ihren verschiedenen Richtungen. Da die Erstarrung der Gussmasse in teilweise offenen Formen erfolgt, herrschen ungleichmässige Kühlungsverhältnisse, die ein ungleichmässiges Gefüge der Steinmasse zur Folge haben. Insbesondere äussert sich diese Ungleichmässigkeit des Gefüges in jenem Teil des Steines, der gegen die Gussfläche zu gelegen ist, da gerade in diesem, dem offenen Teil der Giessform zu gelegenen Teil der Schmelzmasse die abweichendsten Kühlbedingungen geherrscht haben.
Werden solche Steine in Schmelzöfen, insbesondere in Glasöfen verwendet, so zeigt sich in der Glasschmelze eine stärkere Beanspruchung in der Richtung der #Gussfläche" als nach den anderen Richtungen des Steines.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass man die bisher beobachteten Störungen vollständig beheben und die Lebensdauer des Ofenfutters erheblich steigern kann, wenn man die übliche Anordnung der Gussfläche in den Stossfugen der einzelnen Steine grundsäztlich vermeidet und die Steine derart in
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zugekehrt sind.
Legt man die Steine mit der Gussfläche frei zum Ofeninneren, so tritt zwar zunächst eine stärkere
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zu verarbeitende Glas, sondern sinken infolge ihres hohen spezifischen Gewichtes zu Boden und finden sich im Herdglas wieder. Diese Auskleidungsart wird zweckmässig überall dort gewählt, wo eine anfängliche
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untzung der ganzen Ofenauskleidung, durch die eine weitgehende Ausnutzung des eingebauten Stein- TMterials möglich wird.
Die angegebene Art der Auskleidung bezieht sich auf die inneren, dem Angriffe der Schmelze unmittelbar ausgesetzten Steine. Besteht die gesamte Ofenauskleidung aus mehreren Steinlagen ver-
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Die Zeichnung erläutert die der Erfindung gemässe Anordnung der Steine und den durch diese Anordnung gegenüber der üblichen Bauweise erzielten Fortschritt. Fig. 1 stellt eine Glaswanne dar, die mit Gussblöcken A beispielsweise aus geschmolzenem Bauxit ausgekleidet ist, deren Gussfläche B in den Stossfugen liegt. Diese Abbildung zeigt die Zerstörungen, die den Steinverband bei dieser Anordnung bereits nach verhältnismässig kurzer Zeit auflösen und zu einer vorzeitigen Auswechslung des Ofenfutters zwingen.
Fig. 2 zeigt die Steine erfindungsgemäss mit den Gussflächen zum Ofeninneren gekehrt sowie die dieser Anordnung entsprechende Abnutzung.
Fig. 3 zeigt schliesslich die Ausführungsform der Erfindung, bei welcher die Steine mit ihren Guss- flächen nach aussen verlegt sind. In beiden Fällen findet eine gleichmässige Abnutzung des Ofenfutters ohne Schädigung des Steinverbandes statt und die Lebensdauer des Ofenfutters steigt erheblich gegen- über der in Fig. 1 wiedergegebenen Anordnung und gegenüber einer Anordnung, bei der die Steine wahllos
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Teil aufgehoben wurde.