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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 10473.
WLADYSLAW PRUSKOWSKI IN SCHODNICA (GALIZIEN).
Verfahren zur Herstellung von leicht schweissbarem und härtbarem Kobaltstahl.
Wie bekannt, hört dio Eigenschaft, der eigentlichen verlässlichen Schweissbarkeit des Stahls bei circa 0#75% Kohlenstoffgehalt auf ; kohlenstoffreichero Stahlsorten lassen sich zwar unter Anwendung besonderer Schweissmittel bei grosser Vorsicht notdürftig schweissen, eine derartige Schweissung ist jedoch durchaus nicht verlässlich. Es ist ferner bekannt, dass Stahl mit höherem Kohlenstoffgehalt auf höhere Temperaturen nicht erhitzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, denselben zu tiberhitzen oder gar zu verbrennen und aus eben diesem Grunde ist kohlenstoffreicher Stahl schwer schmiedbar. Zur Erreichung grosser Harte ist aber ein hoher Kohlenstoffgehalt unbedingt notwendig; es lässt sich daher Schmiedbarkeit und Schweissbarkeit mit grosser Härtungsfähigkeit nicht vereinigen.
Vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf die Herstellung eines Stahles, welcher
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schiedensten Zwecken vorzüglich einet. Das Verfahren zur Herstellung dieses Stahles besteht im folgenden :
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oben beschriebene Verfahren eingehalten wurden, folgende hervorragende Eigenschaften in sich : a) Er lässt sich ausgezeichnet, wie das beste weiche Flusseison schmieden ;
es ist
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ebenso'four das Schweissen dieses Stahles mit sich selbst, wie auch für das Zusammen- schweissen mit jedem anderen schweissbaren Eisen. c) Nach jeder Bearbeitung in hoher Temperatur ist dieser Stahl, wenn er langsam abgekühlt wurde, so weich, dass er mit der Feile sehr leicht bearbeitet werden kann, d) Ohne Rücksicht auf eine vorhergehende Bearbeitung in hoher Temperatur lässt sich dieser Stahl sehr gut härten ; wenn man ihn zur hellen Itotglut erhitzt und im Wasser abschreckt, nimmt er eine solche Härte an, dass das entsprechend z'ugeschliffene Stück gewöhnliches Fensterglas nicht nur ritzt, sondern mit Leichtigkeit durchschneidet.
(Hiebet ist zu bemerken, dass das gehärtete Stück nach dem Härten @on einer circa 0#1 mm starken weichen Haut überzogen ist ; unmittelbar darunter liegt das gehärtete Material.) Trotz der grossen Härte ist dieser Stahl in sehr geringem Masse spröde und bietet grossen Widerstand gegen Stösse. Dieser Stahl lässt sich ebenso wie andere Stahlsorten nach dem Härten anlassen, mit dem Unterschiede, dass die entsprechenden Anlauffarben in um eine Stufe der Härteskala höherer Temperatur auftreten und daher auch eine eventuelle Enthärtung dos Stahles bei der Arbeitsleistung erst bei einer höheren Temperatur als bei anderen Stahlsorten eintreten kann.
Die oben erwähnten Eigenschaften zeigen sich am auffallendsten, bei den hier angegebenen Mischungsverhältnissen, die durch zahlreiche Versuche festgestellt wurden und bei welcher die Zusammensetzung des Stahls der formel: Fe168 n C12 n Co4 n R3 entspricht, in welcher R ein Atom eines zur Chromgruppe gehörigen Metalls oder ein Atom Titan be-
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Versuche haben ausserdem ergeben, dass das richtige Zusammenmengen der oben angeführten Materialien für die Erreichung der erwähnten Eigenschaften wesentlich ist und daher als eine unerlässliche Bedingung dfs Gelingens betrachtet werden muss. Durch das Fehlen oder sogar durch die Verminderung des beigemengten Quantums des einen oder des anderen Bestandteiles, gehen zugleich mehrere Eigenschaften verloren. So geht
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temperatur unter Hammerschlägen zerfällt. Ebenso verhält es sich, wenn eines der Metalle der Chromgruppe oder das Titan fehlt.
Die hochgradige Schweissbarkeit neben der grösseren Härtungsfähigkeit verdankt also dieses Stahlmaterial dem Kobaltzusatze bei gleichzeitiger, unbedingt notwendiger Gegenwart entsprechend grosser Mengen von Kohlenstoff und einem Metall der Chromgrnppe oder Titan.