Beschreibung
Bezeichnung der Erfindung Verfahren und Vorrichtung zum Chargieren von
Eisenträger-Material
Gebiet der Technik Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Chargierung von Material, umfassend Eisenträger- Material, in einen Einschmelzvergaser einer
Schmelzreduktionsanlage . Stand der Technik
Bei Schmelzreduktionsverfahren zur Herstellung von Roheisen in einem Einschmelzvergaser, wie
beispielsweise COREX® oder FINEX®, wird Material, umfassend kohlehaltiges Material und Eisenträger- Material sowie Zuschläge, in den Einschmelzvergaser chargiert. Das kohlehaltige Material wird mit
Sauerstoff zu einem Reduktionsgas vergast, wobei die zum Erschmelzen des Eisenträger-Materials benötigte Wärme freigesetzt wird.
Kohlehaltiges Material sind beispielsweise stückige Kohle oder kohlehaltige Briketts; es wird in einem Vorratsbehälter für kohlehaltiges Material bei
Umgebungstemperatur gelagert, von dem aus es in den Einschmelzvergaser eingegeben wird.
Der Begriff Eisenträger-Material umfasst im Rahmen des vorliegenden Textes Eisen sowohl in oxidierter, beispielsweise oxidischer, Form, als auch in
reduzierter, also metallischer, Form. In dem
Eisenträger-Material kann das Eisen in beiden Formen vorliegen; dann ist beispielsweise von vorreduziertem Eisenträger-Material die Rede, welches gegenüber metallischer Form zwar noch nicht vollständig fertig reduziert ist, gegenüber einem vorherigen Zustand jedoch schon stärker reduziert ist . Es kann auch in nur einer der beiden Formen vorliegen.
Das Eisenträger-Material ist beispielsweise im Fall von FINEX® meist heißes kompaktiertes Eisen (hot compacted iron, HCl) . Das Eisenträger-Material kann auch heißes brikettiertes Eisen (hot briquetted iron, HBI) sein, oder , bevorzugt heißes, sogenanntes direkt reduziertes Eisen (direct reduced iron, DRI, auch Eisenschwamm oder sponge iron genannt) . Bei FINEX können auch HBI oder DRI chargiert werden, besonders bei einem Start oder Stop der Anlage, wenn nicht ausreichend heißes bzw. kaltes HCl verfügbar ist. Es kann sich auch um Material mit einer Metallisierung oder Reduktionsgrad handeln, die es noch nicht als HBI oder HCl oder DRI
qualifizieren. HBI ist heiß verpresstes Eisenträger- Material mit sehr hohem Anteil an metallischem Eisen - oft über 90% Metallisierung - und einer Dichte von etwa 5 g/cm3, was einen Transport beispielsweise per Schiff erlaubt. Das Material ist in Brikettform, meist > 25 mm, vereinzelt, liegt also stückig vor. HBI wird zwar in heißem Zustand, beispielsweise >650°C, verpresst, kann aber auch nach Kühlung und Transport kalt dem FINEX® Prozess zugeführt. HCl ist mit Zuschlagstoffen heiß verpresstes
Eisenträger-Material, mit im Vergleich zu HBI
niedrigerem Anteil an metallischem Eisen. Dabei hat HCl eine Temperatur von etwa 550-650°C. Seine Dichte liegt knapp unter 4 g/cm3. HCl wird im Prozess der
Roheisenerzeugung nach seiner Herstellung direkt weiterverarbeitet, wobei es mittels Brecher zerkleinert in für einen Einschmelzvergaser vorteilhafter Form genutzt wird.
DRI ist nicht verpresstes Eisenträgermaterial mit hohem Anteil an metallischem Eisen - analog HBI, da HBI verpresstes DRI ist.
Im Fall von COREX® ist das Eisenträger-Material beispielsweise heißes, sogenanntes direkt reduziertes Eisen (direct reduced iron, DRI), oder entsprechendes Eisenträger-Material mit einer Metallisierung, die es noch nicht als DRI qualifiziert.
Beim COREX®-Verfahren wird das Eisenträger-Material aus einem mit heißem Reduktionsgas begasten
Reduktionsschacht ausgetragen und mittels Schwerkraft über Fallbeine, und gegebenenfalls Verteilklappen, in den Einschmelzvergaser befördert. Bei frühen
Ausführungsformen des FINEX®-Verfahrens wurde in entsprechender Vorgehensweise Eisenträgermaterial, beispielsweise HCl - das aus den Wirbelschichten des FINEX®-Verfahrens gewonnene feinteilchenförmige
Eisenträgermaterial zu HCl verpresst - aus einem sogenannten HCI-Bin, der mit heißem Reduktionsgas begast wird, in den Einschmelzvergaser befördert. Das
Ziel der Begasung ist jeweils, das Eisenträger-Material vorzuwärmen und zu reduzieren.
Pyrolyse von Kohle oder kohlehaltigen Briketts bei erhöhten Temperaturen führt zur Entstehung und
Freisetzung von flüchtigen Kohlenwasserstoffen und Teer. Daher kann das kohlehaltige Material nicht gemeinsam mit heißem Eisenträger-Material in einem Vorratsbehälter gelagert werden, denn die durch den
Kontakt mit dem heißen Eisenträger-Material ausgelöste Entstehung und Freisetzung von flüchtigen
Kohlenwasserstoffen und Teer würde zu Verklebungen und Verstopfungen beispielsweise in dem Vorratsbehälter, in den das Material zum Einschmelzvergaser führenden Leitungen, oder Druckausgleichsleitungen führen.
Die Chargierung von kohlehaltigem Material und
Eisenträger-Material in einen Einschmelzvergaser erfolgt bisher meist voneinander getrennt.
Kohlehaltiges Material wird beispielsweise aus einem Vorratsbehälter für kohlehaltiges Material über
Förderschnecken einer zentral in der Kuppel des
Einschmelzvergasers angebrachten Verteilvorrichtung zugeführt, von welcher das kohlehaltige Material bei der Eingabe in den Einschmelzvergaser über den
Querschnitt des Einschmelzvergasers verteilt wird.
Eisenträger-Material wird beispielsweise über mehrere über den Umfang der Kuppel des Einschmelzvergasers angeordnete Fallbeine in den Einschmelzvergaser eingebracht.
Die voneinander getrennte Zugabe von kohlehaltigem Material und Eisenträger-Material in den
Einschmelzvergaser verursacht einen hohen Aufwand bei der Errichtung und der Wartung der für die getrennte Zugabe notwendigen Anlagenteile. Zudem sind bei einer getrennten Zugabe kohlehaltiges Material und
Eisenträger-Material im Materialbett im
Einschmelzvergaser nicht ausreichend kontrolliert verteilt - es kann beispielsweise zur Bildung
vertikaler Inseln von Eisenträger-Material kommen - was den Einschmelzvergasungsprozes s negativ beeinflusst.
Aus EP0299231A1 ist es bekannt, das kohlehaltige
Material und das Eisenträger-Material durch dieselbe Öffnung zentral in den Einschmelzvergaser zu
chargieren. Bei einer derartigen zentralen Chargierung nach EP0299231A1 ist es nachteilig, dass gerade der Bereich des Materialbettes mit frischem Material versorgt wird, in dem als sogenanntem „toten Mann" beim Einschmelzvergasungsprozess Vorwärmungs- und
Reduktionsprozesse weniger gut als im Randbereich des Einschmelzvergasers ablaufen. Zudem bleibt feines und schweres Material infolge von Entmischungsprozessen im zentralen Bereich des Materialbettes konzentriert, während gröberes und leichteres Material in Richtung des Randbereiches abwandert. Entsprechend wird die auf das Materialbett chargierte Mischung wieder teilweise und unkontrolliert entmischt.
Auch aus der WO2012156243 ist ein Verfahren zur
Chargierung von stückigem kohlehaltigem Material und heißem Eisenträger-Material in einen Einschmelzvergaser einer Schmelzreduktionsanlage bekannt. Dabei werden das stückige kohlehaltige Material und das heiße
Eisenträger-Material in veränderbarem Verhältnis vereinigt, bevor und/oder während sie in den
Einschmelzvergaser eintreten und mittels einer
dynamischen Verteilvorrichtung über den Querschnitt des Einschmelzvergasers verteilt werden.
Das Eisenträger-Material wird dabei aus einem
Vorratsbehälter geliefert, der nicht wie der vorab beim COREX®-Verfahren beziehungsweise frühen FINEX®-
Verfahren beschriebene Reduktionschacht beziehungsweise HCI-Bin begast wird. Das hat den Nachteil, dass beispielsweise bei Problemen bei der Anlieferung von HCl der Einschmelzvergaser nicht einfach mit einer
anderen, einen wesentlich geringeren Reduktionsgrad aufweisenden, Art von Eisenträger-Material - beispielsweise stückigem Eisenerz beziehungsweise Pellets - betrieben werden kann. Solche Probleme würden also dazu führen, dass der Betrieb des
Einschmelzvergasers vorerst eingestellt und später wieder angefahren werden müsste, was einen
beträchtlichen Aufwand bedeutet. Einsatz von geeignetem Eisenträger-Material über die Kohlelinie wäre zwar grundsätzlich möglich, würde aber teuren Zukauf von entsprechendem Material mit hohem Anteil von
metallischem Eisen notwendig machen.
Zusammenfassung der Erfindung
Technische Aufgabe
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, im Vergleich zum Stand der Technik flexibler bezüglich Verfügbarkeit verschiedener Arten von Eisenträger- Material handhabbare Verfahren und Vorrichtungen zur Chargierung von Material, welches, bevorzugt heißes, Eisenträger-Material, und kohlehaltiges Material umfasst, bereitzustellen.
Technische Lösung
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein
Verfahren zur Chargierung von Material, umfassend Eisenträger-Material und stückiges kohlehaltiges
Material, in einen Einschmelzvergaser einer
Schmelzreduktionsanläge,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Eisenträger-Material
zuerst
in einem mit Reduktionsgas begasten Schacht vorgewärmt und/oder reduziert wird,
dann mit weitgehend gleichbleibendem Volumenstrom aus dem Schacht abgezogen und in einen Pufferbehälter eingegeben wird,
und dann
aus dem Pufferbehälter mit veränderlichem Volumenstrom einer dynamischen Verteilvorrichtung zur Verteilung des Materials über den Querschnitt des Einschmelzvergasers zugeführt wird,
wobei das Eisenträger-Material und das stückige kohlehaltige Material vereinigt werden, bevor und/oder während sie in den Einschmelzvergaser eintreten, wobei das Verhältnis der vereinigten Mengen von
Eisenträger-Material und von stückigem kohlehaltigem Material veränderbar ist. Vorteilhafte Wirkungen der Erfindung
Der Schacht wird mit Reduktionsgas begast; es kann sich beispielsweise um einen Reduktionsschacht oder HCI-Bin handeln .
Reduziert bedeutet, dass der Reduktionsgrad des
Eisenträger-Materials erhöht wird im Vergleich zu dem Reduktionsgrad bei Eingabe in den Schacht. Bevorzugt ist ein Reduktionsgrad von mindestens 50%, bevorzugt mindestens 70%, wenn aus dem Schacht abgezogen wird. Der Reduktionsgrad RD ist ein Maß für den Abbau des Sauerstoffs aus dem Oxid:
RD=(l-(O/(1.5*Fetot)))*100.
Die Metallisierung MG ist definiert als:
MG=Femet/Fetot*100.
In der Formulierung „einen Pufferbehälter" ist „einen als unbestimmter Artikel gemeint, nicht als Zahlwort. Es können mehrere Pufferbehälter vorhanden sein, oder auch nur ein einziger Pufferbehälter. Bevorzugt sind mehrere Pufferbehälter vorhanden. In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Schacht bevorzugt unter weitgehend konstanten Bedingungen betrieben, was beispielsweise weitgehend
gleichbleibenden Volumenstrom bei der Eingabe von Eisenträger-Material und weitgehend gleichbleibenden Volumenstrom des Reduktionsgases umfasst. Um im Schacht eine weitgehend konstante Verweilzeit zu gewährleisten, muss dem ein weitgehend gleichbleibender Volumenstrom beim Abziehen von Eisenträger-Material aus dem Schacht gegenüberstehen. Ein veränderlicher Volumenstrom beim Abzug aus dem Schacht ist ungewünscht und bringt
Probleme bei der Kontrolle der Vorgänge im Schacht mit sich; beispielsweise kann sich Staub lokal zu stark ablagern und damit die Durchgasung verungleichmäßigen und zu Störungen im Volumenstrom führen. Unter
Volumenstrom ist pro Zeiteinheit von einem Ort A zu einem Ort B transportiertes Volumen zu verstehen.
Weitgehend gleichbleibender Volumenstrom ist dabei im anlagentechnischen Sinne zu verstehen und umfasst auch die durch Regelung und/oder Steuerung auf einen gegebenen Betriebszustand - wie beispielsweise Art der eingesetzten Rohstoffe, Druck, Temperatur, bestimmt - hin auftretenden Schwankungen von bis zu +/- 10 % von dem Wert, der bei einem gegebenen Betriebszustand gewünscht ist. Dabei ist weitgehend gleichbleibend auf
die jeweilige Betriebsphase bezogen. Es können
verschiedene Betriebsphasen gewünscht sein,
beispielsweise kann ein Operator je nach Verfügbarkeit und Qualität einer Art von Eisenträger-Material und/oder kohlehaltigem Material und/oder Reduktionsgas von den Parametern einer Betriebsphase auf die
Parameter einer anderen Betriebsphase wechseln, was gegebenenfalls eine andere Verweilzeit im Schacht notwendig macht, als in der vorherigen Betriebsphase notwendig war .
Das aus dem Schacht abgezogene Eisenträger-Material wird in einen Pufferbehälter eingegeben,
und dann
aus dem Pufferbehälter mit veränderlichem Volumenstrom einer dynamischen Verteilvorrichtung zur Verteilung des Materials, welches das aus dem Pufferberhälter
abgezogene Eisenträger-Material umfasst, über den Querschnitt des Einschmelzvergasers zugeführt.
Im Gegensatz zum Abzug aus dem Schacht ist der
Volumenstrom beim Zuführen aus dem Pufferbehälter zur Verteilvorrichtung nicht weitgehend gleichbleibend, sondern veränderlich. Je nach gewünschtem Verteilmuster im Einschmelzvergaser kann die Chargierung von mehr oder weniger Eisenträger-Material gewünscht sein, so dass der Verteilvorrichtung mehr oder weniger
Eisenträger-Material zuzuführen ist. Entsprechend ist der Volumenstrom aus dem Pufferbehälter heraus
veränderlich, wobei veränderlich hier als Gegenteil zu konstant zu verstehen ist . Da die Eingabe in den
Pufferbehälter mit weitgehend gleichbleibendem
Volumenstrom erfolgt, ändert sich der Pegelstand des Eisenträger-Materials im Pufferbehälter während des Betriebes. Die Dimensionierung des Pufferbehälters ist
so zu wählen, dass er unter regulären
Betriebsbedingungen des Schachtes und des
Einschmelzvergasers niemals vollständig geleert wird und niemals überläuft.
Ein gewisser Mindest füllstand des Pufferbehälters ist gewünscht, weil das Eisenträger-Material dann eine Barriere für einen Gasstrom aus dem Einschmelzvergaser in Richtung Schacht bildet .
Bevorzugt ist es, den Volumenstrom aus dem
Pufferbehälter nicht auf 0 sinken zu lassen - also größer 0 gehalten wird -, um mit Anfahren stehender Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen verbundene Probleme zu vermeiden .
Durch das vorgeschlagene Verfahren ist es möglich, einen weitgehend gleichbleibenden Volumenstrom aus dem Schacht mit einem veränderlichen Volumenstrom bei Verteilung im Einschmelzvergaser zu verbinden. Damit kann das Verteilmuster einfach geregelt werden, ohne den Abzug aus dem Schacht ungünstig zu beeinflussen. Zusätzlich kann man bei dem Verfahren flexibler auf die Verfügbarkeit verschiedener Arten von Eisenträger- Material reagieren, denn es besteht die Möglichkeit, im begasten Schacht zu reduzieren und/oder vorzuwärmen.
Die Betriebsweise gemäß WO2012156243 ist nicht
geeignet, Material aus einem begasten Schacht
zuzuführen, weil der Materialfluss dort stark variieren und auch gegebenenfalls stoppen kann.
Von dem Begriff Einschmelzvergaser ist ein Hochofen nicht umfasst. In einem Hochofen werden im Wesentlichen Lagen von Koks und Eisenträgern mit Zuschlägen bei
Umgebungsbedingungen von oben zugegeben. Pyrolyse und Entgasung von Kohle erfolgt nicht im Hochofen, sondern bereits bei der Herstellung des Kokses, welcher in den Hochofen chargiert wird. Die Temperaturen in der
Hochofengicht liegen bei etwa 80 bis 250°C.
Bei einem Einschmelzvergasungsprozess in einem
erfindungsgemäßen Einschmelzvergaser wird hingegen nicht Koks chargiert, sondern kohlehaltiges Material, und das chargierte kohlehaltige Material wird im
Einschmelzvergaser pyrolysiert . Die in der
Einschmelzvergaserkuppel, in deren Bereich Material in den Einschmelzvergaser chargiert wird, herrschenden Temperaturen betragen etwa 1000°C. Das Eisenträger-Material enthält elementares Eisen und/oder Eisenoxid. Das Eisenträger-Material liegt entweder in stückiger Form = im Sinne der vorliegenden Anmeldung > 6 mm vor, oder, beispielsweise auf Grund einer technischen Siebung beziehungsweise eines vorgelagerten Produktions Schrittes - wie beispielsweise Presse oder Brecher -, stückig mit einem Anteil an Unterkorn, wobei als Unterkorn eine Körnung von kleiner als 6 mm zu verstehen ist. Beispielsweise bei
Eisenträger-Material wie HCl, DRI, HBI, Stückerz, Pellets, Sinter. Oder das Eisenträger-Material liegt als sogenanntes, gegebenenfalls stückiges, Feinkorn bevorzugterweise kleiner 10 mm vor - beispielsweise als Sinterfeed beim Einsatz in FINEX® oder FINEXO-DRI vor einer heißen Kompaktierung .
Bevorzugt handelt es sich um heißes Eisenträger- Material. Unter heißem Eisenträger-Material ist
Eisenträger-Material mit einer Temperatur von über
100°C, verzugsweise über 200°C, besonders bevorzugt über 300°C zu verstehen.
Das Reduktionsgas ist bevorzugt heißer als das
Eisenträger-Material, mit einer Temperatur über 600°C, bevorzugt über 700°C, besonders bevorzugt über 750°C. Mit heißem Reduktionsgas kann nicht nur das
Eisenträger-Material reduziert werden, sondern auch vorgewärmt werden zu heißem Eisenträger-Material.
Ebenso können gegebenenfalls vorhandene Zuschlagstoffe kalziniert werden.
Unter einer dynamischen Verteilvorrichtung ist eine Verteilvorrichtung zu verstehen, die während des Verteilvorganges kontrolliert bewegt werden kann.
Dadurch kann eine Auslassöffnung der dynamischen Verteilvorrichtung in verschiedene Positionen gebracht werden. Entsprechend kann Material auf verschiedene Stellen des Materialbettes im Einschmelzvergaser gelenkt werden.
Die dynamische Verteilvorrichtung kann beispielweise eine Drehschurre oder eine kardanisch aufgehängte Schurre sein, die sich derart bewegen lässt, dass ihre Auslassöffnung beispielsweise kreisförmige oder spiralförmig oder beliebig vorgebbare Bahnen
beschreibt, wobei auch unterschiedliche Verteilspuren gewählt werden können.
Vorteilhafterweise ist das Bewegungsmuster der dynamischen Verteilvorrichtung veränderbar.
Das Material umfasst auch stuckiges kohlehaltiges Material, und es werden das Eisenträger-Material und das stückige kohlehaltige Material vereinigt, bevor und/oder während sie in den Einschmelzvergaser eintreten, und es ist das Verhältnis der vereinigten
Mengen von Eisentrager-Material und von stuckigem kohlehaltigem Material veränderbar.
Die vereinigten Mengen von Eisenträger-Material und von stückigem kohlehaltigem Material werden mittels der dynamischen Verteilvorrichtung über den Querschnitt des Einschmelzvergasers verteilt, und bevorzugt wird das Verhältnis der vereinigten Mengen von Eisenträger- Material und von stückigem kohlehaltigem Material in Abhängigkeit von der Position der dynamischen
Verteilvorrichtung eingestellt .
Dazu werden in Abhängigkeit von der Position der dynamischen Verteilvorrichtung die Zufuhr von
Eisenmaterial und/oder die Zufuhr von kohlehaltigem Material zur dynamischen Verteilvorrichtung gesteuert und/oder geregelt.
Auf die bei einem erfindungsgemäßen Verfahren auch in den Einschmelzvergaser - bevorzugt über die
Eisenträgerroute - chargierten Zuschläge wie
beispielsweise Kalkstein und/oder Dolomit und/oder Quarz wird im Rahmen dieser Anmeldung nicht näher eingegangen .
Bei einem solchen Verfahren muss der Einschmelzvergaser weniger Anlagenteile und Öffnungen zur Chargierung aufweisen als wenn stückiges kohlehaltiges Material und Eisenträger-Material getrennt voneinander in den
Einschmelzvergaser eintreten. Durch die gemeinsame Chargierung von stückigem kohlehaltigem Material und, bevorzugt heißem, Eisenträger-Material kann das bei separater Chargierung auftretende Problem
unkontrollierter und unerwünschter inhomogener
Verteilung, wie beispielsweise einer Bildung vertikaler Inseln von Eisenträger-Material im Einschmelzvergaser,
vermieden werden. Zudem fällt Aufwand weg, der durch Errichtung und Wartung der für separate Chargierung notwendigen Anlagenteile entsteht.
Bezüglich weiterer Ausführungsformen und verbundener Vorteile bei gemeinsamer Chargierung von Eisenträger- Material und stückigem kohlehaltigem Material mittels einer dynamischen Verteilvorrichtung bei Einstellung der vereinigten Mengen in Abhängigkeit von der Position der dynamischen Verteilvorrichtung wird auf die
WO2012156243 verwiesen, deren gesamte Offenbarung von der Offenbarung der vorliegenden Anmeldung mit umfasst wird .
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist eine
Vorrichtung zur Chargierung von Material, umfassend Eisenträger-Material und stückiges kohlehaltiges
Material, in einen Einschmelzvergaser einer
Schmelzreduktionsanläge,
mit zumindest einem mit Reduktionsgas begasten Schacht, AbzugsVorrichtungen zum Abzug von reduziertem und/oder vorgewärmten Eisenträger-Material aus dem Schacht mit weitgehend gleichbleibendem Volumenstrom,
Eingabevorrichtungen zur Eingabe dieses abgezogenen Eisenträger-Materials in einen Pufferbehälter,
mit einer dynamischen Verteilvorrichtung zur Verteilung des Eisenträger-Materials aus dem Pufferbehälter über den Querschnitt des EinschmelzVergasers ,
sowie mit Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen zur Zufuhr des Eisenträger-Materials aus dem Pufferbehälter zu der dynamischen Verteilvorrichtung mit veränderlichem Volumenstrom,
wobei auch ein Vorratsbehälter für das stückige kohlehaltige Material vorhanden ist, sowie eine
Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von dem stückigen
kohlehaltigen Material aus dem Vorratsbehälter zu der dynamischen Verteilvorrichtung mit veränderlichem Volumenstrom .
Eisenträger-Material kann mit dieser Vorrichtung erfindungsgemäß chargiert werden.
Der Schacht ist beispielsweise ein Festbett-Schacht, beispielsweise ein Festbett-Schacht mit im Gegenstrom zum Reduktionsgas bewegter Festbett-Materialfüllung. Es kann eine oder mehrere Abzugsvorrichtungen vorhanden sein. Bevorzugt sind mehrere Abzugsvorrichtungen vorhanden .
Die Abzugsvorrichtungen können beispielsweise
Förderschnecken oder Zellradschleusen umfassen.
Bevorzugt handelt es sich um Förderschnecken.
Eingabevorrichtungen zur Eingabe des abgezogenen
Eisenträger-Materials in einen Pufferbehälter können beispielsweise Fallrohre umfassen. Bevorzugt handelt e sich um Fallrohre, durch die das Material vom Ende der AbzugsVorrichtung, beispielsweise einer Förderschnecke unter Einwirkung von Schwerkraft in den Pufferbehälter fällt . Es können ein Pufferbehälter oder mehrere
Pufferbehälter vorhanden sein. Bevorzugt sind mehrere Pufferbehälter vorhanden.
Es kann jede Abzugsvorrichtung über die
Eingabevorrichtung in einen nur ihr zugeordneten
Pufferbehälter münden, oder es können mehrere
AbzugsVorrichtungen in einen gemeinsamen Pufferbehälter münden .
Es kann eine oder mehrere
Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen vorhanden sein.
Bevorzugt sind mehrere Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen vorhanden .
Die Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen können
beispielsweise Förderschnecken umfassen. Bevorzugt handelt es sich um Förderschnecken, da Förderschnecken den Volumenstrom leicht steuern und/oder regeln lassen.
Vorzugsweise umfasst die dynamische Verteilvorrichtung eine Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung zumindest der Eisenmaterialzufuhrvorrichtung
in Abhängigkeit von der Position der dynamischen
VerteilVorrichtung .
Steuerung beziehungsweise Regelung sind hier m dem Sinne der Veränderung des Volumenstromes gemeint. Wenn es sich bei der Eisenmaterialzufuhrvorrichtung um
Förderschnecken handelt, kann die Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung beispielsweise die Drehzahl der Förderschnecken beeinflussen, um den Volumenstrom zu verändern. Erfindungsgemäß ist auch ein Vorratsbehälter für stückiges kohlehaltiges Material vorhanden, sowie eine Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von dem kohlehaltigem Material aus dem Vorratsbehälter zu der dynamischen Verteilvorrichtung mit veränderlichem Volumenstrom.
Vorzugsweise umfasst die dynamische Verteilvorrichtung auch eine Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung der Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von kohlehaltigem Material
in Abhängigkeit von der Position der dynamischen
VerteilVorrichtung .
Die Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung zumindest der Eisenmaterialzufuhrvorrichtung
und die Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung der Zufuhrvorrichtung von kohlehaltigem Material in Abhängigkeit von der Position der dynamischen
Verteilvorrichtung können auch gemeinsam in einer Vorrichtung integriert sein. Sie können direkt
miteinander wechselwirken, oder über eine übergeordnete Steuer- und/oder Regel-Ebene.
Bei der dynamischen Verteilvorrichtung kann es sich beispielsweise um eine kardanisch aufgehängte,
bevorzugt über 2 Achsen angetriebene, Schurre oder eine Drehschurre handeln.
Beschreibung der Aus führungs formen
Anhand der folgenden schematischen beispielhaften Figuren wird die vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsformen erläutert.
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht von seitlich oben.
Figur 2 zeigt einen Ausschnitt der Vorrichtung aus Figur 1 in seitlicher Ansicht.
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zur Chargierung von Material 2a, 2b, umfassend Eisenträger- Material 2a und stückiges kohlehaltiges Material 2b, in einen Einschmelzvergaser 3 einer
Schmelzreduktionsanlage. Der untere Abschnitt eines mit Reduktionsgas 4 begasten Schachtes 5, beispielsweise eines HCI-Bins, ist dargestellt. Eisenträger-Material 2a wird nach der nicht dargestellten Eingabe in den Schacht 5 an dessen nicht dargestellten oberen Ende in dem Schacht durch das Reduktionsgas vorgewärmt und/oder reduziert. Nach Durchwandern des Schachtes von oben nach unten wird das vorgewärmte und/oder reduzierte Eisenträger-Material 2a am unteren Ende des Schachtes 5 mit weitgehend gleichbleibendem Volumenstrom aus dem Schacht 5 abgezogen. Das geschieht mit
AbzugsVorrichtungen zum Abzug von reduziertem und/oder vorgewärmtem Eisenträger-Material 2a aus dem Schacht 5 mit weitgehend gleichbleibendem Volumenstrom, im dargestellten Fall mehreren Förderschnecken 6 - dargestellt als Spiralen - in entsprechenden
Abzugskanälen. Nach dem Abzug aus dem Schacht 5 wird das Eisenträger-Material 2a in Pufferbehälter 7 eingegeben; dargestellt sind zwei Pufferbehälter 7. Die Eingabe in die Pufferbehälter 7 erfolgt über
Eingabevorrichtungen zur Eingabe dieses abgezogenen Eisenträger-Materials in einen Pufferbehälter 7, im dargestellten Fall handelt es sich um Fallrohre 8. Vom Ende der Förderschnecken 6 fällt das Eisenträger- Material 2a unter Einwirkung von Schwerkraft in den Pufferbehälter 7. Dargestellt sind mehrere Fallrohre 8, wobei jeweils mehrere Förderschnecken 6 über das ihnen jeweils zugeordnete Fallrohr 8 in einen gemeinsamen Pufferbehälter 7 münden. Aus dem Pufferbehälter7 wird das Eisenträger-Material 2a einer dynamischen
Verteilvorrichtung 9 zur Verteilung über den
Querschnitt des Einschmelzvergasers 3 zugeführt; das geschieht mit veränderlichem Volumenstrom. Diese Zufuhr erfolgt mit Eisenmaterialzufuhrvorrichtungen zur Zufuhr des Eisenträger-Materials aus dem Pufferbehälter zu der dynamischen Verteilvorrichtung 9 mit veränderlichem Volumenstrom, im vorliegenden Fall als Spiralen dargestellten Förderschnecken 10, die zur Mitte des Einschmelzvergasers hin fördern.
Die dynamische Verteilvorrichtung 9 ist schematisch als Drehschurre dargestellt. Sie verteilt das Eisenträger- Material im Innenraum des Einschmelzvergasers über den Querschnitt. Die dynamische Verteilvorrichtung umfasst eine Vorrichtung 11 zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecken 10 in Abhängigkeit von der Position der dynamischen Verteilvorrichtung 9. Sie kann die Drehzahl der Förderschnecken 10 beeinflussen, um den
Volumenstrom zu verändern; schematisch dargestellt durch eine Verbindung zwischen einer Förderschnecke 10 und Vorrichtung 11. Die Dynamik der Verteilvorrichtung ist schematisch dargestellt durch strichlierte
Abbildung einer anderen Position der Drehschurre, sowie durch Pfeile, die die Verstellbarkeit durch Drehung um eine vertikale Achse und Schwenkung um eine horizontale Achse skizzieren.
In dargestellter Ausführungsform ist auch ein
Vorratsbehälter 12 für stückiges kohlehaltiges Material 2b vorhanden, sowie eine Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von kohlehaltigem Material aus dem Vorratsbehälter 12 zu der dynamischen Verteilvorrichtung 9 mit
veränderlichem Volumenstrom, im vorliegenden Fall als Spirale dargestellte Förderschnecke 13. Die dynamische Verteilvorrichtung umfasst auch eine Vorrichtung 14 zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecke 13 in
Abhängigkeit von der Position der dynamischen
Verteilvorrichtung 9. Zur besseren Übersichtlichkeit ist nicht extra eine Verbindung zwischen Vorrichtung 14 und Förderschnecke 13 dargestellt.
Die Vorrichtung 11 zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecken 10 und die Vorrichtung 14 zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecken 13 sind gemeinsam in einer Vorrichtung 15 integriert . Sie können direkt miteinander wechselwirken, oder über eine übergeordnete Steuer- und/oder Regel-Ebene.
Das Eisenträger-Material 2a und das stückige
kohlehaltige Material 2b werden vereinigt, bevor sie in den Einschmelzvergaser eintreten, und das Verhältnis der vereinigten Mengen von Eisenträger-Material 2a und von stückigem kohlehaltigem Material 2b ist
veränderbar .
Das Verhältnis der vereinigten Mengen von Eisenträger- Material 2a und von stückigem kohlehaltigem Material 2b wird in Abhängigkeit von der Position der dynamischen Verteilvorrichtung 9 eingestellt.
Figur 2 zeigt einen Ausschnitt der Vorrichtung aus Figur 1 in seitlicher Ansicht mit etwas weniger
Details.
Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den
Schutzumfang der Erfindung zu verlassen".
Die Offenbarung der vorliegenden Anmeldung umfasst auch die gesamte Offenbarung der WO2012156243.
Liste der Anführungen
Patent literatur
EP0299231A1
WO2012156243
Bezugszeichenliste
I Vorrichtung zur
Chargierung von Material
2a Eisenträger-Material 2b Kohlehaltiges Material
3 Einschmelzvergaser
4 Reduktionsgas
5 Schacht
6 Förderschnecke
7 Pufferbehälter
8 Fallrohr
9 dynamische
VerteilVorrichtung
10 Förderschnecke
II Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecken 10
12 Vorratsbehälter
13 Förderschnecke
14 Vorrichtung zur Steuerung und/oder Regelung der Förderschnecke 13
15 Vorrichtung