Reinigungsvorrichtung für Leimdüsen und Reinigungsverfahren
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen, mit einem auf einer Seite einer Transportbahn angeordneten Leimaggregat enthaltend die Leimdüse zum Aufbringen von Leim auf ein Fördergut, das entlang der Transportbahn förderbar ist, und mit einem Reinigungsaggregat zum Reinigen der Leimdüse.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Reinigen von Leimdüsen, mittels derer sequenziell Leim unter Bildung von Leimpunkten auf Fördergut aufgebracht wird, dass das Fördergut entlang einer Transportbahn an der Leimdüse vorbeigefördert wird, dass von einem Reinigungsaggregat ein Flüssigkeitsstrahl abgegeben wird, der auf die Leimdüse trifft zum Entfernen von im Bereich einer Spitze der Leimdüse angeordneten Leimansammlungen.
Aus der DE 10 2010 035 320 A1 ist eine Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen einer Verpackungsmaschine für Packungen, insbesondere Zigarettenpackungen, bekannt, die ein Reinigungsaggregat umfasst mit drehbaren Rei-
nigungsrollen, die mittels eines Antriebs in Verdrehung versetzt werden. Damit die Leimdüse in Kontakt mit der Reinigungsrolle treten kann, muss diese aus einer Arbeitsstellung in eine Reinigungssteilung verbracht werden. Nachteilig an der bekannten Vorrichtung ist, dass für die Reinigung der Leimdüse der Fertigungsprozess unterbrochen werden muss.
Aus der DE 101 63 744 A1 ist eine Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen bekannt, die ein Reinigungsaggregat aufweist, von dem ein Flüssigkeitsstrahl in Richtung der Leimdüse abgebbar ist. Das Reinigungsaggregat weist ein glockenförmiges Gehäuse auf, das in einer Reinigungsstellung unter Ein- schluss der Leimdüse auf dieselbe aufgesetzt wird. Nach Reinigen der Leimdüse erfolgt mittels einer Saugeinrichtung ein Absaugen der Flüssigkeit. Nachteilig an der bekannten Reinigungsvorrichtung ist, dass zum Reinigen der Leimdüse der Fertigungsprozess unterbrochen werden muss.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen und ein Verfahren zum Reinigen derselben anzugeben, so dass auf einfache Weise eine effektive und sparende Reinigung von Leimdüsen gewährleistet ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen in Verbindung mit dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsaggregat der Leimdüse derart zugeordnet und mittels einer Steuereinrichtung ansteuerbar ist, dass die von dem Reinigungsaggregat abgegebene Flüssigkeit wiederkehrend in einer Leimpausenphase auf eine Spitze der Leimdüse gerichtet geführt ist.
Der besondere Vorteil der erfindungsgernäßen Vorrichtung besteht darin, dass ein Reinigungsaggregat in einen Förder-/Klebeprozess so integriert werden kann, dass eine Reinigung von Leimdüsen auch während des Förder-
/Klebeprozesses bzw. während des Transports von Fördergut entlang einer Transportbahn gewährleistet ist. Der Förderprozess muss somit nicht zur Reinigung der Leimdüsen angehalten werden, sondern kann ohne Unterbrechung in einem vorgegebenen Zeitraum durchgeführt werden. Es ist somit ein Dauerbetrieb einer Förderanlage oder einer Verpackungsmaschine gewährleistet. Eine Unterbrechung oder Verringerung der Fördergeschwindigkeit ist nicht notwendig. Insofern werden hierdurch wirksam Störungen infolge von Abkühlung von Förderrollen der Förderanlage infolge einer Unterbrechung bzw. eine ansonsten stets erforderliche Leimkontrolle nach Wiederanlaufen der Förderanlage nicht notwendig. Auch erhöht sich die Variationsbreite in der Wahl von verschiedenen Leimsorten, weil die sich an einem Rand der Leimdüsenspitze sammelnden Fäden bzw. Leimrückständen relativ schnell entfernen lassen. Insofern sind die Leimdüsen für eine höhere Anzahl von Leimsorten bzw. Leimparameter geeignet, was insbesondere die Klebekraftwirkung auf das Fördergut verbessert. Die Erfindung ermöglicht ein relativ schnelles und wirksames Entfernen von Leimansammlungen an der Leimdüse, so dass Fehlkle- bungen verhindert werden können.
Nach einer ersten Variante der Erfindung ist das Reinigungsaggregat auf derselben Seite bezüglich der Transportbahn angeordnet wie die Leimdüse. Das Reinigungsaggregat umfasst ein Aufsatzteil, das an der Leimdüse angebracht ist. Das Aufsatzteil weist eine Führungswandung auf, entlang derer die vom Reinigungsaggregat abgegebene Flüssigkeit zu der Leimdüse hin geführt wird. Dadurch, dass das Reinigungsaggregat periodisch innerhalb einer Leimpausenphase, in der kein Leim abgegeben wird, aktiviert wird, kann regelmäßig die Leimdüse gereinigt werden bzw. eine Ansammlung von Leimrückständen vermieden werden. Da das Aufsatzteil auf die Leimdüse aufgebracht wird, kann das Reinigungsaggregat platzsparend und kompakt auf der Leimdüsenseite angebracht sein. Vorzugsweise ist die Leimdüse in vertikaler Richtung oberhalb der Transportebene angeordnet.
Nach einer Weiterbildung dieser Erfindungsvariante weist das Reinigungsaggregat eine Verschlusseinheit auf, mittels derer die Zufuhr von Flüssigkeit zu der Leimdüse freigebbar oder verschließbar ist. Vorteilhaft kann hierdurch gezielt die Reinigungsflüssigkeit beispielweise in Form eines Wasserstrahlstoßes oder Reinigungsflüssigkeitsstoßes zu einer Leimdüsenspitze gebracht werden.
Nach einer Weiterbildung dieser Erfindungsvariante ist die Verschlusseinheit in einem zu der Leimdüse nahen Bereich angeordnet. Vorteilhaft wird hierdurch eine unerwünschte Totzeit beim Öffnen oder Schließen vermieden.
Nach einer zweiten Variante der Erfindung ist das Reinigungsaggregat auf einer zu der Leimdüse gegenüberliegenden Seite der Transportbahn angeordnet. Das Reinigungsaggregat ist derart angesteuert, dass der von dem Reinigungsaggregat abgegebene Flüssigkeitsstrahl über einen sich zwischen zwei aufeinanderfolgend geförderten Fördergütern sich ergebenden Zwischenraum zur Leimdüse hin abgegeben wird. Auf diese Weise können die Abstände zwischen dem in Förderrichtung geförderten mehrteiligen Fördergut für die Reinigung der Leimdüse genutzt werden. Nach einer zweiten Variante der Erfindung ist das Reinigungsaggregat auf derselben Seite wie die Leimdüse bezogen auf die Transportbahn angeordnet. Zusätzlich sind Umlenkmittel derart angeordnet, dass der von dem Reinigungsaggregat abgegebene Flüssigkeitsstrahl in Richtung der Leimdüse abgelenkt wird. Vorteilhaft ist diese Variante einsetzbar bei durchgehendem Fördergut bzw. einstückigem Fördergut, das vorzugsweise erst nach dem Aufbringen des Leimes zugeschnitten und gegebenenfalls gefaltet wird.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Leimdüse eine Auffangeinrichtung mit einem Sammelbehälter zugeordnet. Auf diese Weise
kann die mit Leimresten versehene Flüssigkeit gesammelt und entsorgt bzw. gefiltert werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Flüssigkeit in Druckbereich von 1 bar bis 4 bar, vorzugsweise 2 bar, dem Reinigungsaggregat zuführbar. Das Reinigungsaggregat kann eine Reinigungsdüse zur Abgabe des Flüssigkeitsstrahls aufweisen, so dass als Reinigungsflüssigkeit Wasser aus dem Wasserversorgungsnetz entnommen werden kann, ohne das zusätzlich ein Druckerhöher eingesetzt werden muss. Das Reinigungsaggregat kann insofern kompakt ausgebildet sein.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist in dem Reinigungsaggregat ein Steuerventil integriert zum Aktivieren und Deaktivieren der Reinigungsdüse bzw. des abgebbaren Flüssigkeitsstrahls. Das Steuerventil ist mit einer Steuereinrichtung verbunden, die mit einer Steuereinrichtung der Förderanlage bzw. einer Verpackungsanlage gekoppelt ist, gegebenenfalls auch in dieser integriert sein kann. Auf diese Weise ist eine an die Anforderung der Förderanlage angepasste Beaufschlagung der Leimdüsen mit Reinigungsflüssigkeit gegeben.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird die Reinigungsdüse des Reinigungsaggregates periodisch in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit und der Erstreckung des Fördergutes in Förderrichtung aktiviert bzw. deaktiviert. Die stoßartige Abgabe des Reinigungsflüssigkeitsstrahls kann taktweise in jedem Förderzeitintervall erfolgen, in dem sich die Reinigungsdüse und die Leimdüse direkt gegenüberstehen, also ohne dass das Fördergut dazwischen angeordnet ist. Alternativ kann der Flüssigkeitsstrahl auch mit jedem zweiten oder dritten oder n-ten Zwischenraum zwischen benachbartem Fördergut aktiviert werden. Dieses ist abhängig von der Leimsorte bzw. weiteren Parametern des Leimprozesses.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind bei der Variante der Erfindung, bei der das Reinigungsaggregat auf derselben Seite wie die Leimdüse angeordnet ist, Umlenkmittel derart ausgebildet, dass der abgegebene Flüssigkeitsstrahl in einen flächigen Flüssigkeitsfilm umgewandelt wird, der im Wesentlichen senkrecht auf einen spitzen Bereich der Leimdüse trifft. Vorteilhaft kann auf diese Weise eine wirksame Entfernung des von Leimrückständen bzw. Leimansammlungen erfolgen.
Vorteilhaft kann die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung in Förderanlagen oder Verpackungsmaschinen zum Herstellen von Packungen, insbesondere Packungen für Zigaretten, integriert werden.
Zur Lösung der Aufgabe ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Reinigen von Leimdüsen in Verbindung mit dem Oberbegriff des Patentanspruchs 17 dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsaggregat derart in der Nähe der Transportbahn positioniert und angesteuert wird, dass die Leimdüse während des Förderns des Förderguts in einer Leimpausenphase, in der die Leimdüse kein Leim abgibt, entlang der Transportbahn von dem Flüssigkeitsstrahl er- fasst und gereinigt wird.
Nach der Erfindung kann während des kontinuierlichen Förderns des Fördergutes gleichzeitig ein Reinigen einer Leimdüse erfolgen. Vorteilhaft wird hierdurch ein Dauerbetrieb der Förderanlage ermöglicht, was Kosten und Zeit spart.
Nach einer ersten Variante des Reinigungsverfahrens ist ein Reinigungsaggregat gegenüberliegend zur Leimdüse angeordnet. Eine Spitze der Leimdüse wird in einem Förderzeitintervall von dem Reinigungsstrahl erfasst, in dem ein freier Zwischenraum zwischen dem Reinigungsaggregat und der Leimdüse
besteht, also im Förderzeitintervall, in dem eine Verbindungslinie zwischen dem Reinigungsaggregat und der Leimdüse zwischen zwei benachbarten Fördergut verläuft. Der Flüssigkeitsstrahl wird somit intermittierend abgegeben, und zwar nur dann, wenn er ohne das Fördergut zu treffen, zu der Leimdüsenspitze gelangen kann. Das hierfür vorgesehene Zeitfenster ist im Wesentlichen abhängig von der Fördergeschwindigkeit und der Länge des Fördergutes in Förderrichtung bzw. dem vorgegebenen Abstand zwischen zwei benachbarten Fördergütern. Vorzugsweise ist das Reinigungsaggregat in der Nähe der Transportbahn, und zwar im Wesentlichen im gleichen Abstand zum Transportband wie die Leimdüse, angeordnet. Der Flüssigkeitsstrahl kann vorzugsweise unter Ausnutzung des in einem Wasserleitungsnetz bestehenden Drucks abgegeben werden, was den Aufwand reduziert.
Nach einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Reinigungsaggregat zusammen mit der Leimdüse auf derselben Seite der Transportbahn angeordnet. Mittels eines Umlenkmittels kann der Flüssigkeitsstrahl so umgelenkt werden, dass die Leimdüse gereinigt werden kann. Da der Flüssigkeitsstrahl nicht die Transportbahn schneiden bzw. kreuzen muss - wie bei der ersten Variante der Erfindung -, kann der Flüssigkeitsstrahl in Abhängigkeit von den Reinigungserfordernissen kontinuierlich abgegeben werden. Der Grad der Reinigung kann hierdurch weiter optimiert werden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Förderanlage mit einer Reinigungsvorrichtung nach einer ersten Ausführungsform in einem ersten Förderzeitpunkt,
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht der Förderanlage mit der Reinigungsvorrichtung nach der ersten Ausführungsform in einem zweiten Förderzeitpunkt,
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht einer Förderanlage mit der Reinigungsvorrichtung nach einer zweiten Ausführungsform in einem ersten Förderzeitpunkt,
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht einer Förderanlage mit einem Reinigungsaggregat nach einer dritten Ausführungsform der Erfindung in einer Leimpausenphase und
Fig. 5 einen Querschnitt durch eine Verschlusseinheit des Reinigungsaggregats.
Eine Vorrichtung zum Reinigen von Leimdüsen 1 kann in beliebigen Förderanlagen oder Verpackungsmaschinen integriert sein, in denen ein die Leimdüse 1 enthaltenes Leimaggregat 2 zum Aufbringen von Leim 3 auf eine Fördergut 4 vorgesehen ist.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird davon ausgegangen, dass die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung in einer Verpackungsmaschine integriert ist, mittels derer als Fördergut 4 Packungen, insbesondere Packungen für Zigaretten, hergestellt werden.
Die Reinigungsvorrichtung ist dem Leimaggregat 2 räumlich zugeordnet. Die Vorrichtung zum Reinigen der Leimdüsen 2 weist im Wesentlichen ein Reinigungsaggregat 5 enthaltend eine Reinigungsdüse 6, mittels derer eine Flüssigkeit 9 zur Reinigung der Leimdüse 1 abgestrahlt wird, eine Steuereinrichtung 7 zum Ansteuern der Reinigungsdüse 6 sowie eine Auffangeinrichtung 8 zur Aufnahme der Flüssigkeit 9 auf.
Nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung gemäß den Figuren 1 und 2 ist das Reinigungsaggregat 5 auf einer zu dem Leimaggregat 2 gegenüberliegenden Seite einer Transportbahn 10 angeordnet. Entlang der Transportbahn 10 können als Fördergut 4 Zigarettenpackungen in Form einer Klappschachtel in Förderrichtung F gefördert werden. Im Bereich der Transportbahn 10 werden die Packungen 4 in einem Abstand a zueinander mittels eines nicht dargestellten Endlosförderers, beispielsweise eines Gurtförderers, transportiert. Förderstromaufwärts kann zu der Transportbahn 0 eine nicht dargestellte Falt- oder Zuschnitteinheit angeordnet sein, in der ein Faltprozess für den Zuschnitt der Packungen 4 oder Zuschnitte v. Förderstromabwärts der in Figur 1 und 2 dargestellten Transportbahn 10 kann beispielsweise ein Faltmodul zum Falten der Packungen 4 oder ein Verteilmodul zum Verteilen derselben angeordnet sein.
Der Endlosförderer wird vorzugsweise mittels einer Fördersteuereinrichtung 12 so angesteuert, dass die Packungen 4 kontinuierlich entlang der Transportbahn 10 bewegt werden.
Die Packungen 4 sind flächig ausgebildet und werden an einer Unterseite 11 von dem Leimaggregat 2 mit dem Leim 3 beaufschlagt. Das Leimaggregat 2 ist auf einer ersten Seite 13, nämlich auf einer unteren Seite, der Transportbahn 10 angeordnet. Die Fördersteuereinrichtung 12 steuert das Leimaggregat 2 derart an, dass die Leimdüse 1 einen Leimstoß zur Bildung eines Leim-
Punktes an der Unterseite 11 der Packung 4 abgibt, wenn die entsprechend zu beaufschlagende Packung 4 in vertikaler Richtung oberhalb der Leimdüse 1 angeordnet ist. Unter der Voraussetzung, dass in Förderrichtung F benachbarte Packungen 4 in dem gleichen Abstand a zueinander angeordnet sind, erfolgt die Abgabe des Leimstoßes 3 periodisch zu dem Zeitpunkt oder zu einem ersten Förderzeitintervall, in dem eine Mittenebene M bzw. ein Bereich der Mittenebene M der jeweiligen Packungen 4 die Leimdüse 1 schneidet.
Das Leimaggregat 2 ist auf einer zweiten Seite 14, vorzugsweise einer oberen Seite, bezüglich der Transportbahn 10 angeordnet, wobei die Reinigungsdüse 6 des Reinigungsaggregats 5 in Richtung der Leimdüse 1 gerichtet angeordnet ist. Vorzugsweise befindet sich das Reinigungsaggregat 5 in vertikaler Richtung oberhalb des Leimaggregats 2, wobei sich eine Spitze der Leimdüse 1 mit einer Spitze der Reinigungsdüse 6 in der Verbindungslinie V in vertikaler Richtung erstreckt.
Das Leimaggregat 2 und das Reinigungsaggregat 5 sind ortsfest angeordnet. Eine Reinigung der Leimdüse 1 kann immer dann erfolgen, wenn die Verbindungslinie V die Packungen 4 nicht schneidet. Die Reinigung kann somit in einem Förderzeitintervall erfolgen, in dem ein zwischen benachbarten Packungen 4 vorhandener freier Zwischenraum 15 zwischen der Leimdüse 1 und der Reinigungsdüse 6 besteht. Der Zwischenraum 15 weist eine Länge in Förderrichtung F auf, die dem Abstand a zwischen den benachbarten Packungen 4 entspricht. In Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit der Packungen 4 ergibt sich somit ein Förderzeitfenster zur Abgabe der Flüssigkeit 9 bzw. eines Flüssigkeitsstrahls 9 von der Reinigungsdüse 6 in Richtung der Spitze der Leimdüse 1. Je größer der Abstand a zwischen den benachbarten Packungen 4 ist, desto länger kann der Flüssigkeitsstrahl 9 ausgebildet sein bzw. zeitlich abgegeben werden. Vorzugsweise wird die Reinigungsdüse 6 jedoch so angesteuert, dass der Flüssigkeitsstrahl 9 stoßweise bzw. schlagartig abgege-
ben wird, vorzugsweise in Zehntelsekundenbereich (0,05 s bis 0,3 s). Zu diesem kurzzeitigen Aktivieren des Flüssigkeitsstrahls 9 ist ein Steuerventil 16 in dem Reinigungsaggregat 5 integriert, das die Zufuhr der vorzugsweise aus einem Wasserverteilungsnetz bereitgestellten Wasserzufuhr steuert. Das Wasser 9 wird vorzugsweise mit dem im Wasserverteilungsnetz bestehenden Überdruck, beispielsweise 1 bar bis 4 bar, bereitgestellt. Durch die Formgestaltung der Reinigungsdüse 6 kann ein ausreichend hoher dynamischer Druck für die Bildung des Flüssigkeitsstrahls 9 erzeugt werden.
Zur optimalen Reinigung der Leimdüse 1 , das heißt, zur optimalen Entfernung von Leimansammlungen 17 im Bereich der Spitze der Leimdüse 1 , kann der Flüssigkeitsstrahl 9 periodisch in Förderrichtung F aufeinanderfolgenden Zwischenräumen 15, 15', 15" abgegeben werden. Alternativ kann der Flüssigkeitsstrahl 9 in einer Förderlage erfolgen, indem jeder zweite oder dritte in Förderrichtung F angeordnete Zwischenraum 15 sich zwischen der Leimdüse 1 und der Reinigungsdüse 6 befindet. Gegebenenfalls kann das Reinigungsaggregat 5 auch manuell zu bestimmten Zeitpunkten angesteuert werden, beispielsweise wenn festgestellt wird, dass sich an der Leimdüse 1 Leimansammlungen angesammelt haben.
Wie aus Figur 2 zu ersehen ist, trifft der Flüssigkeitsstrahl 9, der üblicherweise eine größere Quererstreckung aufweist als der Außendurchmesser der Leimdüse 1 an seiner Spitze, auf die Spitze der Leimdüse 1 , wobei die Leimansammlungen 17, die sich am Rand der Leimdüsenöffnung 1 angesammelt haben, weggedrückt und entfernt werden. Die von der Reinigungsdüse 6 abgegebene Flüssigkeit 9 wird dann zusammen mit den Leimansammlungen 17 in einem an dem Leimaggregat 2 angeordneten Auffangbehälter 18 der Auffangeinrichtung 8 aufgefangen und über eine Leitung 19 an einen fernangeordneten Sammelbehälter 20 geleitet.
Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung gemäß Figur 3 ist ein Reinigungsaggregat 5' auf derselben Seite bezüglich der Transportbahn 10 angeordnet wie das Leimaggregat 2, nämlich auf der unteren Seite 13.
Gleiche Bauteile bzw. Bauteilfunktionen der Ausführungsbeispiele sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Die Anordnung des Reinigungsaggregats 5' auf der gleichen Seite wie das Leimaggregat 2 bietet sich in solchen Fällen an, in denen entlang der Transportbahn 10 ein nicht unterbrochenes Fördergut 4' in Förderrichtung F gefördert wird. In diesem Fall könnte ein auf der oberen Seite 14 angeordnetes Reinigungsaggregat 5 während des Förderprozesses die Leimdüse 1 nicht säubern können. Beispielsweise könnte das Fördergut 4 als eine durchgehende Papierbahn ausgebildet sein, die förderstromabwärts zugeschnitten wird. Beispielsweise könnte die durchgehende Papierbahn als ein Filterpapier für eine Zigarette ausgebildet sein, die erst später zugeschnitten wird.
Das Leimaggregat 2 wird derart angesteuert, dass in regelmäßigen Abständen b an einer Unterseite 11' der Papierbahn 4' die Leimpunkte 3 gesetzt werden.
Das Reinigungsaggregat 5' weist eine Reinigungsdüse 6' auf, die bezüglich einer vertikalen Richtung geneigt zu der Leimdüse 1 hin angeordnet ist. Der Flüssigkeitsstrahl 9 wird somit unter einem spitzen Winkel zur Vertikalen schräg nach oben hin abgegeben. Zwischen der Reinigungsdüse 6' und der Papierbahn 4' ist ein Umlenkmittel 21 angeordnet, mittels dessen der Flüssigkeitsstrahl 9 in Richtung der Leimdüse 1 umgelenkt wird. Das Umlenkmittel 21 kann beispielsweise als eine bogenförmige Platte aus einem Kunststoff- oder Metallmaterial bestehen. Aufgrund des relativ flachen Eintrittswinkels des Flüssigkeitsstrahls 9 auf das Umlenkmittel 21 entsteht ein flächiger Flüssigkeitsfilm 22, der in Richtung der Leimdüse 1 abgegeben wird und die Spitze
der Leimdüse 1 so überstreicht, dass die Leimansammlungen 17 der Leimdüse 1 entfernt werden. Der Flüssigkeitsfilm 22 kann bogenförmig bzw. pilzkopf- förmig ausgebildet sein und überstreicht die Spitze der Leimdüse 1 im Wesentlichen quer zu einer Längsachse L der Leimdüse 1.
Die Reinigungsdüse 6' muss nicht diskontinuierlich, sondern kann auch kontinuierlich angesteuert werden, so dass der Flüssigkeitsstrahl 9 bzw. der Flüssigkeitsfilm 22 andauernd bzw. ohne Unterbrechung abgegeben wird bzw. die Spitze der Leimdüse 1 überstreicht. Denn aufgrund des relativ dünnen Flüssigkeitsfilms 22 kann die Leimdüse 1 einen Leimstrahl 3 abgeben, ohne dass dieser durch den Flüssigkeitsfilm 22 beeinträchtigt oder beeinflusst wird.
Durch den Dauerbetrieb des Reinigungsaggregats 5' kann relativ schnell die Leimansammlung 17 an der Spitze der Leimdüse 1 entfernt werden.
Eine wie in der Ausführungsform gemäß Figur 1 und 2 dargestellte Auffangeinrichtung 8 ist vorgesehen, um die Flüssigkeit zusammen mit der Leimansammlung 17 von der Förderanlage bzw. Verpackungsmaschine fortzuleiten.
Es versteht sich, dass die Reinigungsdüse 6, 6' auch in einem anderen Winkel zu der Transportbahn 10 bzw. der Leimdüse 1 angeordnet sein kann.
Gegebenenfalls kann die Steuereinrichtung 7 des Reinigungsaggregats 5, 5' auch in der Fördersteuereinrichtung 12 integriert angeordnet sein.
Alternativ kann statt einer Reinigungsdüse 6 auch eine andere Flüssigkeitsaustrittsöffnung des Reinigungsaggregats 5 vorgesehen sein, z. B. eine Öffnung größeren Durchmessers, wobei gegebenenfalls ein Druckerhöher in dem Reinigungsaggregat 5 integriert ist.
Nach einer dritten Ausführungsform der Erfindung ist ein Reinigungsaggregat 35 sowie die Leimdüse 1 in vertikaler Richtung oberhalb der Transportbahn 10, entlang derer das Fördergut 4 transportiert wird, angeordnet. Das Reinigungsaggregat 35 ist somit bezogen auf die Transportbahn 10 auf derselben Seite angeordnet wie die Leimdüse 1. Das Reinigungsaggregat 35 weist ein Aufsatzteil 36 auf, das an der Leimdüse 1 angebracht ist. Vorzugsweise umschließt das Aufsatzteil 36 die Leimdüse 1 umfangsseitig, wobei eine Führungswandung 37 gebildet wird, entlang derer Flüssigkeit 9 zu einer Spitze V der Leimdüse 1 bringbar bzw. förderbar ist. Es sei angenommen, dass die Flüssigkeit 9 des Reinigungsaggregates 35 durch Betätigung des Ventils 16 gesteuert wird, das von der Steuereinheit 7 betätigt wird. Bei Betrieb des Leimaggregats 2 bzw. des Reinigungsaggregats 35 kann das Ventil 16 beispielsweise stets in einer Öffnungsstellung sein, so dass die Flüssigkeit 9 mit einem vorgegebenen Druck im Bereich der Leimdüsenspitze V zur Verfügung steht. Damit die Spitze der Leimdüse 1 nur zeitweise, nämlich in der Leimpausenphase, in der das Fördergut 4 nicht mit Leim 3 beaufschlagt wird, mit der Reinigungsflüssigkeit 9 beaufschlagt wird, ist eine Verschlusseinheit 38 vorgesehen, die vorzugsweise in einem zu der Spitze V der Leimdüse 1 nahen Bereich angeordnet ist. Die Verschlusseinheit 38 ist in eine Öffnungsstellung bringbar, in der eine Zufuhr der Flüssigkeit 9 zu der Spitze V der Leimdüse 1 freigegeben ist einerseits, und in eine Schließstellung bringbar, in der die Zufuhr der Flüssigkeit 9 zu der Spitze 1' der Leimdüse 1 blockiert ist. Die Verschlusseinheit 38 kann durch dieselbe Steuereinheit 7 angesteuert werden. Vorzugsweise ist die Verschlusseinheit 38 derart angesteuert, dass die Spitze 1 ' der Leimdüse 1 bzw. die Leimdüse 1 dann mit der Flüssigkeit 9 gereinigt wird, wenn in vertikaler Verlängerung der Leimdüse 1 sich kein Fördergut 4 befindet, sondern ein Zwischenraum 15, so dass die an der Leimdüsenspitze 1' abprallende Flüssigkeit 9 nach unten in ein Aufnahmebehälter 8 sammelbar ist.
Die Reinigung der Leimdüse 1 kann stoßweise erfolgen, wobei das Zeitintervall, in der sich die Verschlusseinheit 38 in der Öffnungsstellung befindet, kleiner ist als das Zeitintervall, in dem sich der Zwischenraum 15 zwischen zwei in Förderrichtung F hintereinander angeordneten Fördergütern 4 unterhalb der Leimdüse 1 befindet.
Die Verschlusseinheit 38 kann beispielsweise durch zwei Lochblenden 40, 40' gebildet sein, die relativ zueinander in Drehrichtung D verdrehbar sind. Beispielsweise kann die erste Lochblende 40 feststehend ausgebildet sein, während die zweite Lochblende 40' drehbar in die Drehrichtung D bewegbar ist. Die zweite Lochblende 40' ist um eine Längsachse der Leimdüse 1 bzw. des Reinigungsaggregats 35 drehbar, wobei diese Achse senkrecht zur Transportrichtung F verläuft, bzw. in vertikaler Richtung verläuft.
Die beiden Lochblenden 40, 40' weisen jeweils in Umfangsrichtung verteilt angeordnete Löcher 41 gleichen Durchmessers auf. Die Verschlusseinheit 38 befindet sich in einer Öffnungsstellung, wenn die Löcher 41 der beiden Lochblenden 40, 40' fluchtend zueinander angeordnet sind. Die Verschlusseinheit 38 befindet sich in einer Schließstellung, wenn die Löcher 41 der beiden Lochblenden 40, 40' nicht fluchtend zueinander angeordnet sind bzw. sich nicht überdecken. Zu diesem Zweck sind die konzentrisch angeordneten Löcher 41 in einem solchen Umfangsabschnitt zueinander angeordnet, dass in der Schließstellung der Verschlusseinheit 38 die Löcher 41 der Lochblenden 40, 40' in vertikaler Projektion nebeneinander angeordnet sind.