Optische Anordnung mit einem wärmeleitenden Bauelement
Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine optische Anordnung, insbesondere eine
Projektionsbelichtungsanlage für die Mikrolithographie.
Moderne Lithographiesysteme reagieren sehr empfindlich auf einen Wärmeeintrag in deren optischen Elemente, z.B. Linsen oder Spiegel, da sich durch den von Null verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten der verwendeten Linsenmaterialien bzw. Spiegelmaterialien deren optische Oberflächen deformieren. Des Weiteren ist die Brechzahl von optischen Elementen, die in Transmission genutzt werden, z.B. Linsen oder Planplatten, temperaturabhängig.
In einem Lithographiesystem, beispielsweise in einem Wafer-Scanner zur
Mikrostrukturierung von Halbleiterbauelementen, sind verschiedene lokale
Wärmequellen und Wärmesenken vorhanden. Zu den Wärmequellen gehört zum einen absorbierte Strahlung, insbesondere bei der Nutzwellenlänge des
Lithographiesystems, die durch Streuung oder Beugung auf Teile des optischen Systems oder auf in dem Lithographiesystem angeordnete Bauteile ohne optische Wirkung auftrifft. Zusätzlich befinden sich in einem solchen System Aktuatoren und Sensoren, die bauartbedingt, kontinuierlich oder zeitabhängig Wärme an die
Umgebung abgeben. Insbesondere, wenn die Aktuatoren zu einer Bewegung oder Deformation der optischen Elemente dienen, müssen diese in der Regel sehr nahe bei den optischen Elementen positioniert werden.
Bei Immersionssystemen, d.h. bei Lithographiesystemen, bei denen zwischen dem letzten optischen Element eines Projektionsobjektivs und dem zu belichtenden Substrat (Wafer) eine Immersionsflüssigkeit eingebracht ist, kommt es darüber hinaus zu lokalen Kühleffekten, wenn optische Elemente oder andere Bauteile, die benachbart zur Immersionsflüssigkeit angeordnet sind, mit der Immersionsflüssigkeit teilweise
benetzt werden und die Immersionsflussigkeit auf der benetzten Oberfläche des optischen Elements oder Bauteils verdunstet und diesem Wärme entzieht.
Um die Benetzung einer außerhalb eines optisch freien Durchmessers angebrachten unpolierten Oberfläche einer Komponente mit einer Immersionsflüssigkeit zu verhindern, ist es aus der US 8,279,402 B2 bekannt, eine hydrophobe Beschichtung auf die unpolierte Oberfläche aufzubringen. Die hydrophobe Beschichtung kann eine UV-beständige Schicht aufweisen, die konfiguriert ist, UV-Strahlung mit einer
Wellenlänge von weniger als 260 nm zu absorbieren oder zu reflektieren.
In der WO 2013/087300 A1 ist eine optische Anordnung beschrieben, welche mindestens ein Bauelement umfasst, das im Betrieb der optischen Anordnung zumindest teilweise mit Wasser als Immersionsflüssigkeit benetzt ist. Das Bauelement weist mindestens eine Schicht auf, das ein Material enthält, dessen Kontaktwinkel mit der Immersionsflüssigkeit wahlweise hydrophil oder hydrophob einstellbar ist. Bei dem Material kann es sich um Graphen und/oder um Co3O4-Nanostäbchen-Arrays handeln.
In der DE 10 201 1 088 623 A1 ist ein optisches Element mit einem optisch genutzten Volumenbereich zur Transmission von UV-Strahlung beschrieben, welches einen Abschnitt mit einer gegenüber dem optisch genutzten Volumenbereich des
Grundkörpers reduzierten Wärmeleitfähigkeit aufweist, um den optisch genutzten Volumenbereich vor thermischen Einflüssen bei der Benetzung des optischen
Elements mit einer Flüssigkeit zu schützen.
In der US 2010/0279232 A1 ist eine Projektionsbelichtungsanlage für die
Mikrolithographie beschrieben, welche eine Oberfläche aufweist, die im Betrieb mit einer Immersionsflüssigkeit in Kontakt steht. Die Oberfläche weist eine
Oberflächenrauhigkeit Ra weniger oder gleich 0,2 μιτι auf. Die Immersionsflüssigkeit kann an der Oberfläche einen Kontaktwinkel von 60° oder mehr aufweisen. Die
Oberfläche kann an einem letzten optischen Element eines Projektionssystems, einem Halter für ein Substrat oder einem Tisch für ein Substrat gebildet sein. Die Oberfläche kann eine Beschichtung aufweisen, die aus SiOxCy gebildet ist.
Die US 2007/0146679 A1 beschreibt eine Lithographieanlage, welche einen Substratträger aufweist, der ausgebildet ist, ein Substrat mittels einer elektrostatischen Kraft in Position zu halten und der eine fest eingebaute Energiequelle aufweist. Zum Erzeugen der elektrostatischen Kraft wird an dem Substratträger zwischen einer metallischen Schicht und einer Schicht aus diamantartigem Kohlenstoff eine
Potentialdifferenz erzeugt.
Aus der US 2008/0138631 A1 ist es bekannt, eine Komponente, beispielsweise eine optische Komponente, für die Immersionslithographie zumindest in einem Bereich, der mit der Immersionsflüssigkeit in Kontakt kommt, mit einer Schutzbeschichtung mit einer Schicht zu versehen, die eine Härte größer als die Härte von Quarz aufweist. Die Schicht kann Siliziumcarbid, Diamant, diamantartigen Kohlenstoff, Bornitrid,
Wolframcarbid, Aluminiumoxid, Saphir, Titannitrid, Titancarbonitrid,
Titanaluminiumnitrid oder Titancarbid enthalten. Die Schicht kann durch CVD, PECVD, APCVD, LPCVD, LECVD, PVD, Dünnschicht-Evaporation, Sputtern oder durch thermisches Tempern in der Gegenwart eines Gases gebildet werden.
Aus der EP 2 278 402 A2 ist ein optisches Element für die Immersionslithographie bekannt geworden, welches eine Licht abschirmende Schicht aufweist, die an einer Seitenfläche des transmissiven optischen Elements auf der dem Substrat zugewandten Seite eines Projektionssystems gebildet ist. Das transmissive optische Element mit der Licht abschirmenden Schicht steht während der Belichtung in Kontakt mit der
Immersionsflüssigkeit. Die Licht abschirmende Schicht kann beispielsweise aus einem Metall oder einem Metalloxid gebildet sein.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine optische Anordnung bereitzustellen, welche eine durch eine Wärmequelle oder Wärmesenke hervorgerufene, insbesondere lokale Temperaturänderung an einem optischen Element oder an einer Einrichtung zur
Positionierung eines lichtempfindlichen Substrats verhindert oder zumindest stark reduziert.
Gegenstand der Erfindung
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine optische Anordnung, insbesondere eine
Projektionsbelichtungsanlage für die Mikrolithographie, umfassend: ein für Strahlung bei einer Nutzwellenlänge transmissives oder reflektives optisches Element, welches einen optisch genutzten Bereich aufweist, sowie ein wärmeleitendes Bauelement, welches außerhalb des optisch genutzten Bereichs des optischen Elements
angeordnet ist, wobei das wärmeleitende Bauelement ein Material mit einer
Wärmeleitfähigkeit von mehr als 500 W m"1 K"1 aufweist und/oder wobei für das Produkt aus der Dicke D des wärmeleitenden Bauelements in Millimetern und der
Wärmeleitfähigkeit λ des Materials des wärmeleitenden Bauelements gilt: D λ > 1 W mm m"1 K"1, bevorzugt D λ > 10 W mm m"1 K"1, insbesondere D λ > 50 W mm m"1 K"1.
Es wird vorgeschlagen, eine Temperaturänderung im Material des optischen Elements dadurch zu vermeiden, dass ein (typischer Weise freitragendes) Bauelement mit einer sehr hohen Wärmeleitfähigkeit bzw. mit einem ausreichend großen Produkt aus
Wärmeleitfähigkeit und Dicke zwischen das optische Element und eine Wärmequelle oder Wärmesenke eingebracht wird. Das wärmeleitende Bauelement wird zu diesem Zweck außerhalb des optisch genutzten Bereichs des optischen Elements angeordnet. Bei dem optisch genutzten Bereich handelt es sich um denjenigen Bereich, durch den die Strahlung bei der Nutzwellenlänge gerichtet hindurchtritt, d.h. um denjenigen Bereich, welcher z.B. bei einer Linse zur Abbildung beiträgt. Der optisch genutzte Bereich kann hierbei insbesondere durch den Bereich der Oberfläche des optischen Elements festgelegt sein, an dem die Oberfläche poliert ist, wohingegen der Bereich außerhalb dieses Durchmessers eine unpolierte, matte und damit raue Oberfläche besitzt. Der optisch genutzte Bereich kann auch ein Volumenbereich eines
transmissiven optischen Elements sein, der von der Strahlung bei der Nutzwellenlänge durchstrahlt wird. Bei einem reflektierenden optischen Element wird der optisch
genutzte Bereich typischer Weise durch eine auf das optische Element aufgebrachte reflektierende Beschichtung begrenzt.
Das wärmeableitende Bauelement sollte eine möglichst hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, um möglichst wenig Bauraum zu verbrauchen bzw. die Wärmeleitfähigkeit sollte zumindest so groß sein, dass das Produkt aus der Wärmeleitfähigkeit und der Dicke des wärmeleitenden Bauelements den oben angegebenen Wert überschreitet. Durch die Anordnung des wärmeleitenden Bauelements außerhalb des optisch genutzten Bereichs des optischen Elements bzw. außerhalb des Strahlengangs der Nutzstrahlung, die durch das optische Element hindurchtritt oder an diesem reflektiert wird, können wärmeleitende Materialien eingesetzt werden, welche für die Strahlung bei der Nutzwellenlänge intransparent sind. Die Verwendung eines freitragenden wärmeleitenden Bauelements weist gegenüber einer Beschichtung den Vorteil auf, dass dieses ggf. ausgetauscht werden kann.
Die Wärmeleitfähigkeit des wärmeleitenden Bauelements bezieht sich auf die
Betriebstemperatur der optischen Anordnung, die in der Regel mit der Raumtemperatur (22°C) übereinstimmt. Bei von der Raumtemperatur stark abweichenden
Betriebstemperaturen kann die Wärmeleitfähigkeit eines Materials ggf. deutlich von der Wärmeleitfähigkeit bei Raumtemperatur abweichen. Für optische Anordnungen, die z.B. unter flüssigem Stickstoff betrieben werden, können daher mehr Materialien die Bedingung einer Wärmeleitfähigkeit von mehr als 500 W m"1 K"1 bzw. die Bedingung D λ > 1 W mm m"1 K"1 bzw. D λ > 10 W mm m"1 K"1 und D λ > 50 W mm m"1 K"1 erfüllen als dies bei Raumtemperatur der Fall ist. Die meisten der für optische Zwecke genutzten Materialien haben bei Raumtemperatur eine vergleichsweise geringe
Wärmeleitfähigkeit (Quarzglas (SiO2) z.B. 1 ,3 W m"1 K"1).
Das Material des wärmeleitenden Bauelements weist im vorliegenden Fall eine gegenüber dem Material des optischen Elements höhere Wärmeleitfähigkeit auf, so dass die Wärmeleitung des Materials des wärmeleitenden Materials in lateraler
Richtung größer ist als die Wärmeleitung senkrecht zur Oberfläche des optischen Elements. Daher wird die Kondensationskälte, die bei der Verdunstung eines
Flüssigkeitströpfchens erzeugt wird, über die Oberfläche des optischen Elements verteilt. Die Abbildungseigenschaften des optischen Elements werden daher nicht mehr punktuell im Bereich des verdunstenden Tröpfchens stark verschlechtert, sondern die Verschlechterung der Abbildungseigenschaften wird über einen größeren Bereich verteilt. Ein derart räumlich verteilter Abbildungsfehler stört die Abbildung in erheblich geringerem Maße und lässt sich z.B. durch bereits vorhandene Manipulatoren deutlich leichter korrigieren als ein starker, lokal begrenzter Abbildungsfehler.
Bei einer Ausführungsform weist das Material eine Wärmeleitfähigkeit von mehr als 1000 W m"1 K"1, bevorzugt von mehr als 1700 W m"1 K"1, besonders bevorzugt von mehr als 2000 W m"1 K"1 auf. Die Anzahl an Materialien, die bei Raumtemperatur eine derart hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, ist gering, eine möglichst große Wärmeleitfähigkeit ist aber vorteilhaft, um eine effektive Wärmeleitung zu gewährleisten. Metallische Materialien weisen typischer Weise eine Wärmeleitfähigkeit auf, die bei weniger als 500 W m"1 K"1 liegt.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform enthält das Material polykristallinen und/oder monokristallinen Diamant bzw. besteht aus polykristallinem und/oder monokristallinem Diamant. Künstlich hergestellter Diamant hat sich als Material für das wärmeableitende Bauelement als besonders günstig herausgestellt, da dieser mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit von 1000 - 2000 W m"1 K"1 oder darüber hergestellt werden kann. Zudem weist Diamant ein sehr hohes Elastizitäts-Modul von ca. 1050 GPa auf, weshalb Strukturen aus Diamant bereits bei einer sehr geringen Dicke bzw.
Wandstärke freitragend sind, so dass ein freitragendes Bauelement aus Diamant mit einem geringen Materialaufwand herstellbar ist. So genannter diamantartiger
Kohlenstoff („diamond like carbon") ist als Material für das wärmeleitende Bauelement hingegen ungeeignet, da dessen Wärmeleitfähigkeit für die vorliegenden
Anwendungen deutlich zu niedrig ist, und z.B. bei weniger als ca. 4 W m"1 K"1 liegt, vgl. „Thermal Conductivity of Diamond-Like Carbon Films" von M. Shamsa et al., Applied Physics Letters 89, 161921 (2006). Diamant wächst typischer Weise entweder polykristalllin oder einkristallin auf einem Trägerkörper auf, es ist ggf. aber auch möglich, einen in einem Teilbereiche einkristallinen und in einem anderen Teilbereich
polykristallinen Diamantkörper zu erzeugen, wie dies beispielsweise in der US
2006/0213428 A1 beschrieben ist, bei der ein Kristallkeim aus einkristallinem Diamant zur Erzeugung eines Diamant-Substrats mit einer polykristallinen Diamant-Schicht verbunden wird.
Bei einer weiteren Ausführungsform enthält das Material Kohlenstoff-Nanorohren. Auch Kohlenstoff-Nanorohren sind als Material für das wärmeleitende Bauelement geeignet, da diese die erforderliche hohe Wärmeleitfähigkeit von mehr als 500 W m"1 K"1 , ggf. von 1000 W m"1 K"1 oder darüber erreichen. Sowohl Diamant als auch Kohlenstoff- Nanorohren erreichen die geforderte Wärmeleitfähigkeit bei Raumtemperatur. Andere Materialien, z.B. Saphir, können die geforderte Wärmeleitfähigkeit unter
entsprechenden Temperaturbedingungen ebenfalls erreichen, z.B. wenn die optische Anordnung mit flüssigem Stickstoff (bei ca. -196°C) gekühlt wird und das
wärmeleitende Bauelement eine entsprechende Temperatur aufweist.
Bevorzugt ist das Material durch ein CVD-Verfahren hergestellt. Ein CVD-Verfahren ist zum Erzeugen von Strukturen aus Diamant besonders vorteilhaft, wie dies
beispielsweise in dem Artikel„Thin Film Diamond by Chemical Vapour Deposition Methods" von M.N.R. Ashfold et al., Chemical Society Reviews, 1994, Seiten 21 bis 30 beschrieben ist. Um ein freitragendes Bauelement aus Diamant, der mittels eines CVD- Verfahrens abgeschieden wurde, zu erzeugen, kann der Trägerkörper bzw. das
Substrat, auf welches die Beschichtung aus Diamant aufgebracht wird, z.B. mit Hilfe einer heißen Wasserstoffperoxid-Lösung oder mit Hilfe von Flusssäure aufgelöst werden, so dass nur das Diamant-Bauelement zurückbleibt. Die Geometrie des
Diamant-Bauelements lässt sich durch die Geometrie des Trägerkörpers in weiten Grenzen variieren, so dass dünnwandige, freitragende Bauelemente mit komplexer dreidimensionaler Geometrie hergestellt werden können.
Durch CVD-Verfahren abgeschiedener Diamant erreicht Wärmeleitfähigkeiten von 1800 W m"1 K"1 oder darüber. Diese und weitere Eigenschaften von CVD-Diamant sind dem Prospekt„The CVD Diamond Booklet" zu entnehmen, der unter„www.diamond- materials.com/download" abrufbar ist, vgl. auch den Prospekt„Diamond - The Hardest
Material for Harshest Requirements", welches unter„www.diaccon.de" abrufbar ist, oder die Webseite der Fa. Element Six„www.e6.com" zu den Anwendungen von polykristallinem CVD-Diamant und einkristallinem synthetischem Diamant. Im Sinne dieser Anmeldung werden unter einem CVD-Verfahren alle Varianten der chemischen Abscheidung aus der Gasphase verstanden, z.B. plasmaunterstütztes CVD, etc.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist das wärmeleitende Bauelement eine Dicke von weniger als 500 μιτι auf. Ein freitragendes Bauelement mit einer derart geringen Dicke lässt sich durch die Verwendung von Diamant als wärmeleitendes Material erreichen, da dieses Material ein ausreichend großes Elastizitätsmodul aufweist. Eine Dicke von mehr als 25 μιτι, bevorzugt von mehr als 100 μιτι des wärmeleitenden
Bauelements hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt.
Bei einer weiteren Ausführungsform enthält das Material des wärmeleitenden
Bauelements ein Metall. Metallische Materialien weisen typischer Weise eine hohe Wärmeleitfähigkeit von mehr als 100 W m"1 K"1 auf und sind daher als wärmeleitende Bauelemente geeignet, sofern diese eine ausreichende Dicke aufweisen, um die Funktion der Wärmeleitung effizient zu erfüllen. Bei dem Metall kann es sich
beispielsweise um Cu, AI, Ag, etc. handeln. Das wärmeleitende Bauelement wird mit einer Dicke hergestellt, welche die oben angegebene Bedingung, d.h. D λ > 1 W mm m"1 K"1, bevorzugt von D λ > 10 W mm m"1 K"1 , insbesondere von D λ > 50 W mm m"1 K' 1 erfüllt. Diese Bedingung kann beispielsweise bei Silber, welches eine
Wärmeleitfähigkeit von λ = 429 W m"1 K"1 aufweist, erfüllt werden, wenn das
wärmeleitende Bauelement eine Dicke D von mehr als 2,3 μιτι, von mehr als 23 μιτι bzw. von mehr als 1 15 μιτι aufweist. Das wärmeleitende Bauelement ist typischer Weise selbsttragend, was - abhängig vom verwendeten Material - bei einer Dicke D von typischer Weise mehr als ca. 50 μητι, ggf. von mehr als ca. 100 μιτι der Fall ist, und kann über den Rand des optischen Elements auf dieses aufgesetzt oder aufgestülpt werden.
Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement durch Galvanoformen hergestellt. Beim Galvanoformen wird das metallische Material
des wärmeleitenden Bauelements auf elektrochemische Weise auf einem Modell bzw. einer Urform abgeschieden, wobei Schichtdicken von mehr als 1 mm erreicht werden können. Nach dem Beschichten kann das wärmeleitende, selbsttragende Bauelement von der Urform abgelöst werden. Eine einmal mit hoher Präzision hergestellte Urform kann wiederverwendet werden, so dass auch das Galvanoformen mit hoher Präzision erfolgen kann.
Das wärmeleitende, metallische Bauelement kann auch durch einen anderen elektrochemischen Prozess oder durch eine mechanische Bearbeitung zuverlässig hergestellt werden. Die Herstellung eines selbsttragenden wärmeleitenden
Bauelements hat gegenüber dem Aufbringen einer Beschichtung mit entsprechender Dicke auf das optische Element den Vorteil, dass die beim Beschichten ggf. in der aufgebrachten Beschichtung entstehenden Schichtspannungen nicht zu Spannungen und damit zu Brechzahländerungen im Material des optischen Elements führen können.
Bei einer weiteren Ausführungsform bildet das Material des wärmeleitenden
Bauelements ein bevorzugt vorgeformtes Gewebe. Das Gewebe kann außerhalb des optisch genutzten Bereichs auf den Rand des optischen Elements aufgezogen bzw. in der Art eines Strumpfs aufgestülpt und dort fixiert werden. Die Herstellung eines Gewebes ist aus anderen Anwendungsgebieten, beispielsweise der Ummantelung von Kabeln, bekannt und kann daher kostengünstig vorgenommen werden.
Bei einer Weiterbildung enthält das Gewebe ein metallisches Material bzw. ein Metall und/oder eine Kohlenstoff-Verbindung. Gewebe aus einem metallischen Material, beispielsweise in Form von Chromnickelstahl, sind von der Ummantelung von Kabeln bekannt und können in entsprechender Weise für die Herstellung des wärmeleitenden Bauelements verwendet werden. Auch aus bestimmten wärmeleitenden Kohlenstoff- Verbindungen, beispielsweise den weiter oben beschriebenen Kohlenstoff-Nanorohren oder aus weiteren Metallen, z.B. aus Ag, AI, Cu, kann ein wärmeleitendes Gewebe hergestellt werden. Es ist günstig, wenn das wärmeleitende Bauelement eine geringfügig kleinere Abmessung aufweist als der Bereich des optischen Elements, auf
den dieses aufgestülpt wird. Auf diese Weise übt das Gewebe eine mechanische Spannung auf das optische Element aus, so dass dieses auch bei der Lockerung einer Haftstelle nicht nach oben rutschen kann.
In einer Ausführungsform ist das (separat gefertigte) wärmeleitende Bauelement mit dem optischen Element direkt oder indirekt, d.h. über ein weiteres Bauelement bzw. Material, verbunden. Die Form bzw. die Geometrie des wärmeleitenden Bauelements ist in diesem Fall an die Form bzw. die Geometrie des optischen Elements im Bereich der Verbindung angepasst. Die Verbindung kann stoffschlüssig, z.B. durch Kleben, durch Niedertemperatur-Bonden („fusion bonding") oder auf andere Weise, z.B. durch Ansprengen, oder durch Löten hergestellt werden. Unter Niedertemperatur-Bonden wird ein Bonding-Prozess verstanden, der bei Temperaturen von typischer Weise weniger als ca. 400°C durchgeführt wird.
Der Erfinder hat erkannt, dass das Anbringen eines frei tragenden wärmeleitenden Bauelements an dem optischen Element günstig ist, da für das Aufwachsen einer Schicht aus dem wärmeleitenden Material, z.B. Diamant, auf eine Oberfläche des optischen Elements letzteres auf eine hohe Temperatur von mehr als 400°C, ggf. auf 600°C, auf 800°C oder mehr aufgeheizt werden muss, was zu Spannungen in dem Material des optischen Elements auch innerhalb des optisch genutzten Bereichs bzw. Volumen führt und typischer Weise Abbildungsfehler zur Folge hat.
Bei einer Ausführungsform ist das wärmeableitende Bauelement flächig oder punktuell mit dem optischen Element verbunden. Eine flächige Verbindung kann durch
(Niedertemperatur-)Bonden, durch Kleben, durch Löten oder durch Ansprengen hergestellt werden. Insbesondere bei der Verwendung eines Klebstoffs zum Verbinden des wärmeleitenden Bauelements und des optischen Elements kann eine punktuelle Klebeverbindung hergestellt werden, d.h. es ist nicht erforderlich, dass der Klebstoff flächig auf die zu verbindenden Elemente aufgebracht wird. Beim Ansprengen handelt es sich um eine Verbindung zweier Materialien, bei der die zusammengestellten Flächen nur durch molekulare Anziehungskräfte gehalten werden, so dass die
Verbindung (beispielsweise unter dem Einfluss von Feuchtigkeit oder Keilwirkung)
teilweise oder vollständig gelöst werden kann. Beim Bonden (engl,„fusion bonding") werden durch Wärmeeinwirkung zwei oder mehr Oberflächen miteinander verbunden, allerdings sollte die Temperatur beim Bonden nicht zu groß gewählt werden und bei ca. 400°C oder darunter liegen. Eine Verbindung des optischen Elements mit dem wärmeleitenden Bauelement kann auch auf andere Weise, hergestellt werden, z.B. durch anodisches Bonden oder - bei der Verwendung eines wärmeleitenden
Bauelements aus einem metallischen Material - durch Löten.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist die Verbindung einen
Wärmeübergangskoeffizienten von weniger als 1000 W m"2 K"1, bevorzugt von weniger als 100 W m"2 K"1 auf. Eine solche Verbindung kann insbesondere mit Hilfe eines Klebstoffs hergestellt werden, der eine geringe thermische Leitfähigkeit aufweist. Eine Verbindung mit einem derart geringen Wärmeübergangskoeffizienten ist günstig, wenn das optische Element mit Hilfe des wärmeleitenden Bauelements vor Wärme oder Kälte einer in der Umgebung befindlichen Wärmequelle oder Wärmesenke geschützt werden soll. Soll hingegen eine Wärmeabfuhr aus dem optischen Element begünstigt werden, ist eine hohe Wärmeleitfähigkeit bzw. ein hoher Wärmeübergangskoeffizient des verwendeten Klebstoffs vorteilhaft, wie sie beispielsweise bei einem
Silberleitkleber oder bei einer Lötverbindung gegeben ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das wärmeableitende Bauelement über ein Material mit dem optischen Element verbunden, welches eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 1 W m"1 K"1, bevorzugt von weniger als 0,1 W m"1 K"1 aufweist. Bei dieser Ausführungsform wird ein Material mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit zwischen dem wärmeleitenden Material und dem optischen Element eingebracht, um eine gute thermische Isolierung zwischen dem optischen Element und dem wärmeleitenden Element herzustellen. Dies ist vorteilhaft, wenn das wärmeleitende Bauelement zum Schutz des optischen Elements vor Hitze oder Kälte dienen soll. Bei dem Material kann es sich beispielsweise um einen Schaumstoff oder ein anderes wenig leitfähiges Material handeln. Es versteht sich, dass das Material eine geringere
Wärmeleitfähigkeit aufweisen sollte als das Material des optischen Elements selbst.
Bei typischen optischen Materialien wie z.B. Quarzglas liegt die Wärmeleitfähigkeit typischer Weise bei nicht mehr als 2 W m"1 K"1.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement mit dem optischen Element über eine kraftschlüssige Verbindung, insbesondere über eine Klemmverbindung oder über eine Schraubverbindung, und nicht über eine
stoffschlüssige Verbindung verbunden. Das wärmeleitende Bauelement kann über eine Klemmverbindung direkt mit dem optischen Element, mit der Halterung des optischen Elements oder ggf. mit einem Bauteil, z.B. der Halterung eines Projektionsobjektivs verbunden werden, in dem das optische Element angeordnet ist. Die
Schraubverbindung des wärmeleitenden Bauelements wird typischer Weise nicht direkt mit dem optischen Element hergestellt, sondern mit der Halterung/Fassung des optischen Elements oder mit einem anderen Bauteil, beispielsweise einer Halterung des Projektionsobjektivs.
Bei einer alternativen Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement von dem optischen Element beabstandet angeordnet. Eine Beabstandung ist günstig, wenn das wärmeleitende Bauelement zum Schutz des optischen Elements vor Wärme oder Kälte eingesetzt wird soll, da in diesem Fall kein guter Wärmeübergang zwischen dem optischen Element und dem wärmeleitenden Bauelement gewünscht ist.
Bei einer Weiterbildung beträgt der Abstand zwischen dem wärmeleitenden
Bauelement und dem optischen Element zwischen 100 μιτι und 1000 μιτι. In den zwischen dem optischen Element und dem wärmeleitenden Bauelement gebildeten Spalt kann ein Gas oder ggf. eine (strömende) Flüssigkeit eingebracht werden, um einen möglichst gute thermische Isolation zwischen dem optischen Element und dem wärmeleitenden Bauelement sicherzustellen. Um das wärmeleitende Bauelement in unmittelbarer Nähe zu dem optischen Element anzuordnen, kann dieses insbesondere an einer Fassung bzw. Halterung für das optische Element angebracht werden.
Grundsätzlich kann das optische Element der optischen Anordnung beliebig
ausgebildet sein. Bevorzugt ist das optische Element ausgewählt aus der Gruppe
umfassend: Linse, Spiegel, planparallele Platte und mikrostrukturiertes Element, z.B. in Form eines Mikrospiegelarrays oder Facettenspiegels. Neben optischen Elementen, die in Transmission betrieben werden, beispielsweise Linsen oder planparallelen Platten, können auch reflektierende optische Elemente z.B. in Form von Spiegeln mit einem wärmeleitenden Bauelement versehen werden. In letzterem Fall kann ein solches Bauelement außerhalb eines optisch genutzten Bereichs angeordnet werden, in dem der Spiegel mit einer reflektierenden Beschichtung versehen ist. Das optische Element kann insbesondere ausgebildet sein, Strahlung im EUV-Wellenlängenbereich zwischen ca. 5 nm und ca. 35 nm zu reflektieren und ist zu diesem Zweck typischer Weise mit einer reflektierenden Beschichtung versehen. Das optische Element kann aber auch ausgebildet sein, Strahlung im UV-Wellenlängenbereich zu transmittieren oder zu reflektieren.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element aus einem Material gebildet, welches ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend: Quarzglas, kristalliner Quarz, einem Kristall aus der Gruppe der Fluoride, polierbare Metalle wie Kupfer oder Aluminium, titandotiertem Quarzglas, einer Glaskeramik oder einer Keramik. Die ersten drei Materialien werden typischer Weise zur Herstellung von optischen Elementen verwendet, die zur Transmission von Strahlung z.B. im UV-Wellenlängenbereich ausgebildet sind. Mit Titan dotiertes Quarzglas sowie Glaskeramiken bzw. Keramiken können derart ausgebildet sein, dass diese einen sehr geringen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten aufweisen. Ein solches auf dem Markt erhältliches
Silikatglas wird von der Fa. Corning Inc. unter dem Handelsnamen ULE® (Ultra Low Expansion Glass) vertrieben. Glaskeramiken mit einem sehr geringen thermischen Ausdehnungskoeffizienten werden z.B. unter den Handelsnamen Zerodur® von der Fa. Schott AG bzw. unter dem Handelsnamen Clearceram® von der Fa. Ohara Inc.
angeboten. Die oben genannten Materialien können als Substrate für Spiegel eingesetzt werden, die zur Reflexion von EUV-Strahlung, z.B. in einer
Projektionsbelichtungsanlage für die EUV-Lithographie, dienen. Metallspiegel, insbesondere aus Aluminium- und Kupferlegierungen, werden in EUV- Beleuchtungssystemen insbesondere bei den ersten Spiegeln nach der Lichtquelle
eingesetzt, da diese eine hohe Wärmeleistung, bedingt durch Absorption der
Spiegelschichten, abführen müssen.
Bei einer Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement an mindestens einer Seite direkt oder indirekt, d.h. über ein weiteres Bauteil, mit einer Wärmequelle verbunden. Bei der Wärmequelle kann es sich beispielsweise um ein
stromdurchflossenes Bauteil, insbesondere um einen Aktuator oder einen Sensor, handeln. Das wärmeleitende Bauelement dient in diesem Fall der Abfuhr von Wärme, die an dem Aktuator bzw. an dem Sensor erzeugt wird und kann an einer gegenüber liegenden Seite mit einer Wärmesenke verbunden sein, um die von dem
stromdurchflossenen Bauteil erzeugte Wärme abzuführen.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement an mindestens einer Seite direkt oder indirekt, d.h. über ein weiteres Bauteil, mit einer Wärmesenke verbunden. Bei der Wärmesenke kann es sich beispielsweise um einen von einem Gas bzw. Gasgemisch oder einer Flüssigkeit durchströmten Kühler handeln. Bei dieser Ausführungsform dient das wärmeleitende Bauelement typischer Weise dazu, einen Wärmeeintrag in das optische Element zu verhindern und bzw. die aufgenommene Wärme dem Kühler zuzuführen, über den diese aus der Umgebung des optischen Elements abtransportiert werden kann. Der Kühler kann insbesondere in eine Fassung bzw. in eine Halterung für das optische Element integriert sein oder mit dieser in thermisch leitender Verbindung stehen.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement beim Betrieb der optischen Anordnung zumindest in einem Teilbereich Strahlung ausgesetzt und zur Absorption der Strahlung ausgebildet, d.h. das wärmeleitende Bauelement ist für die auftreffende Strahlung intransparent. Das wärmeleitende Bauelement kann
beispielsweise Streulicht aus dem Strahlengang der Strahlung mit der Nutzwellenlänge ausgesetzt sein. Alternativ oder zusätzlich kann das wärmeleitende Bauelement Wärmestrahlung ausgesetzt sein, die von einer Wärmequelle, z.B. von einem
stromdurchflossenen Bauteil, abgegeben wird. Im letzteren Fall handelt es sich typischer Weise um Strahlung im IR-Wellenlängenbereich, im ersteren Fall um
Strahlung im UV-Wellenlängenbereich oder im EUV-Wellenlängenbereich. Das wärmeleitende Bauelement ist in beiden Fällen zur Absorption der Strahlung
ausgebildet, d.h. dieses ist intransparent für die auftreffende Strahlung. Sofern das wärmeableitende Material selbst transparent für die auftreffende Strahlung ist, kann dieses ggf. durch das Aufbringen einer (dünnen) intransparenten Schicht bzw.
Beschichtung für die auftreffende Strahlung intransparent gemacht werden. Letzteres ist beispielsweise erforderlich, wenn es sich bei dem Material des wärmeleitenden Bauelements um Diamant handelt und bei der auftreffenden Strahlung um
Wärmestrahlung.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das wärmeleitende Bauelement beim Betrieb der optischen Anordnung zumindest in einem Teilbereich einer verdunstenden
Flüssigkeit ausgesetzt. Die Flüssigkeit entzieht dem wärmeleitenden Bauelement beim Verdunsten Wärme. Bei der Flüssigkeit kann es sich insbesondere um eine zwischen dem optischen Element und einem zu belichtenden Substrat eingebrachte
Immersionsflüssigkeit handeln. Die Immersionsflüssigkeit dient zur Erhöhung der numerischen Apertur eines Projektionsobjektivs der optischen Anordnung, die in diesem Fall als Projektionsbelichtungsanlage für die Immersionslithographie
ausgebildet ist.
Bei einer derartigen Projektionsbelichtungsanlage taucht ein letztes optisches Element des Projektionsobjektivs typischer Weise mit einer optischen Oberfläche in die
Immersionsflüssigkeit ein, weist aber auch einen Oberflächenbereich auf, der mit einem Gas (Stickstoff, gereinigte Luft, Helium, ...) in Verbindung steht und nicht in die Immersionsflüssigkeit eintaucht. Durch eine schnelle Bewegung des zu belichtenden Substrats bzw. des Wafers kommt es zu Schwankungen des Spiegels der
Immersionsflüssigkeit an der Unterseite des letzten optischen Elements. Dies kann zur Folge haben, dass auf der nicht in die Immersionsflüssigkeit eintauchenden Oberfläche Tröpfchen der Immersionsflüssigkeit zurückbleiben. Wenn diese Tröpfchen verdunsten, kommt es lokal zu einer Abkühlung des Materials des optischen Elements, z.B.
Quarzglas, was zu einer lokalen Änderung des Brechungsindexes sowie dazu führt, dass sich das optische Element lokal infolge der Wärmeausdehnung deformiert. Beide
Effekte können insbesondere bei einer Linse als letztem optischen Element zu
Bildfehlern führen, sind daher unerwünscht und können mit Hilfe des wärmeleitenden Bauelements verhindert werden. Insbesondere bei der Verwendung von (Reinst- )Wasser als Immersionsflüssigkeit ist ein wärmeleitendes Bauelement aus Diamant besonders vorteilhaft, da sich der Diamant nicht in Wasser löst und auch keine Spuren von Metall-Ionen in die Immersionsflüssigkeit abgibt, so dass Diamant in einer
Umgebung mit Wasser als Immersionsflüssigkeit besser eingesetzt werden kann als Metalle mit hoher thermischer Leitfähigkeit wie Silber, Kupfer etc.
Die Benetzungseigenschaften eines Bauelements aus Diamant können durch eine Oberflächenbehandlung bzw. eine Mikrostrukturierung von hydrophil bis
superhydrophob eingestellt werden, wie beispielsweise in dem Artikel„From
Hydrophilic to Superhydrophobic: Fabrication of Micrometer-Sized Nail-Head-Shaped Pillars in Diamond" von M. Karlsson et al., Langmuir 2010, 26(2), 889-893, beschrieben ist. Durch eine Terminierung der der Immersionsflüssigkeit zugewandten Oberfläche des wärmeleitenden Bauelements mit Fluor kann der Kontaktwinkel mit Wasser gegenüber (unstrukturiertem) Diamant erhöht werden. Eine solche Fluor-terminierte Oberfläche lässt sich durch eine Behandlung mit einem Plasma erzeugen, welches Fluorkohlenstoffe und/oder SF6 enthält. Durch die Kombination der Fluor-Terminierung mit einer periodischen Mikrostrukturierung der Diamantoberfläche lässt sich eine Superhydrophobie der Oberfläche erzeugen. Aus dem obigen Artikel ist es ebenfalls bekannt, dass eine mikrokristalline Diamantoberfläche einer nanokristallinen
Diamantoberfläche vorzuziehen ist, wenn eine möglichst geringe Hysterese des Kontaktwinkels erwünscht ist, was bei Systemen für die Immersionslithographie typsicher Weise der Fall ist. Wird der Diamant wie oben beschrieben in einem CVD- Verfahren erzeugt, kann dessen Kristallinität durch die Beschichtungsparameter eingestellt werden. Diese sollten so gewählt werden, dass eine möglichst
mikrokristalline Abscheidung erfolgt.
Die Erzeugung von Diamant mit stark hydrophoben Eigenschaften ist auch in dem Artikel„Preparation of Superhydrophilic and Oleophobic Diamond Nanograss Array" von Y. Coffininer et al., J. Mater. Chem., 2010, 20, 10671 -10675 beschreiben. In dem
Artikel wird ein Plasmaätzen von mit Bor dotiertem Diamant durchgeführt, der anschließend chemisch mit fluorierten Silanen behandelt wird. Hydrophile
Eigenschaften einer Diamantoberfläche lassen sich durch eine Oberflächenbehandlung in einem Sauerstoff-Plasma erzielen oder durch Bestrahlung mit UV-Strahlung in Wasser bzw. durch feuchte Oxidation in einer O2, H2O-Mischung, vgl. den Artikel„Role of Water and Oxygen in Wet and Dry Oxidation of Diamond" von K. Larsson et al., Journal of Applied Physics, 90, 1026, 2001 .
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine optische Anordnung, insbesondere eine Projektionsbelichtungsanlage für die Mikrolithographie, umfassend eine Einrichtung zur Positionierung eines lichtempfindlichen Substrats sowie ein wärmeleitendes
Bauelement, welches ein Material mit einer Wärmeleitfähigkeit von mehr als 500 W m"1 K"1 aufweist, wobei für das Produkt aus der Dicke D des wärmeleitenden Bauelements in Millimetern und der Wärmeleitfähigkeit λ des Materials des wärmeleitenden
Bauelements gilt: D λ > 1 W mm m"1 K"1, bevorzugt D λ > 10 W mm m"1 K"1,
insbesondere D λ > 50 W mm m"1 K"1, wobei das wärmeleitende Bauelement an der Einrichtung, insbesondere an einer Oberseite der Einrichtung, angebracht ist. Bei der Einrichtung kann es sich insbesondere um einen Wafertisch handeln, an dessen Oberseite ein Wafer bzw. ein lichtempfindliches Substrat angeordnet ist. Wenn die Einrichtung in einer Projektionsbelichtungsanlage für die Immersionslithographie eingesetzt wird, kann insbesondere die Oberseite der Einrichtung ungewollter Weise mit der Immersionsflüssigkeit in Kontakt kommen. Die durch die Verdunstung der Immersionsflüssigkeit erzeugte lokale Temperaturänderung kann zu einer Deformation der Oberfläche führen, an welcher das lichtempfindliche Substrat gehalten ist, so dass dessen Position relativ zu einem Projektionsobjektiv sich unerwünschter Weise verändert. Bei der hier beschriebenen optischen Anordnung kann die entstehende Verdunstungskälte von dem wärmeleitenden Bauelement aufgenommen werden, so dass es nicht zu einer lokalen Temperaturänderung im Material der Einrichtung zum Positionieren des Substrats kommt. Handelt es sich bei der Einrichtung um einen Wafertisch, kann dieser ganz oder teilweise aus einem Material wie z.B. Cordierit oder Zerodur® gebildet sein, das eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit als 500 W m"1 K"1 aufweist.
Das wärmeableitende Bauelement kann sich ganz oder teilweise über die Oberseite der Einrichtung zur Positionierung des Wafers erstrecken und insbesondere an die typischer Weise plane Geometrie der Oberseite angepasst sein. Das frei tragende wärmeleitende Bauelement kann auf die weiter oben beschriebene Weise hergestellt werden und die weiter oben beschriebenen Eigenschaften aufweisen. Insbesondere kann das wärmeleitende Bauelement aus einkristallinem und/oder polykristallinem Diamant oder Kohlenstoff-Nanoröhren gebildet sein. Auch die Verbindung des wärmeleitenden Bauelements mit der Einrichtung kann auf die weiter oben im
Zusammenhang mit dem optischen Element beschriebene Weise erfolgen, d.h. das wärmeleitende Bauelement kann beispielsweise über eine Klebeverbindung, durch Bonden, durch Ansprengen oder auf eine andere Weise mit der Einrichtung verbunden werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung verwirklicht sein.
Zeichnung
Ausführungsbeispiele sind in der schematischen Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Projektionsbelichtungsanlage für die
Immersionslithographie mit einem teilweise in eine Immersionsflüssigkeit eintauchenden Linsenelement,
Fig. 2a-d schematische Darstellungen mehrerer Prozessschritte bei der Herstellung eines wärmeleitenden Bauelements aus Diamant,
Fig. 3a-c schematische Darstellungen von Prozessschritten zur Herstellung einer Verbindung zwischen dem wärmeleitenden Bauelement und dem
Linsenelement von Fig. 1 ,
Fig. 4a-c schematische Darstellungen mehrerer Prozessschritte bei der Herstellung eines wärmeleitenden Bauelements aus Metall,
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines wärmeleitenden Bauelements in
Form eines Gewebes, welches auf ein Linsenelement aufgestülpt ist,
Fig. 6 ein schematische Darstellung eines wärmeleitenden Bauelements zum
Schutz eines weiteren optischen Elements eines Projektionsobjektivs vor der Abwärme eines Manipulators,
Fig. 7 eine Darstellung analog Fig. 5, bei welcher das wärmeleitende
Bauelement zum Schutz des weiteren optischen Elements vor Streulicht dient, sowie
Fig. 8 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts der optischen
Anordnung von Fig. 1 mit einem Wafertisch, auf den ein wärmeleitendes Bauelement aufgebracht ist.
In der folgenden Beschreibung der Zeichnungen werden für gleiche bzw.
funktionsgleiche Bauteile identische Bezugszeichen verwendet.
In Fig. 1 ist schematisch eine optische Anordnung 10 in Form einer
Projektionsbelichtungsanlage für die Mikrolithographie, genauer gesagt in Form eines Wafer-Scanners, zur Herstellung von hochintegrierten Halbleiterbauelementen gezeigt. Die optische Anordnung 10 umfasst als Lichtquelle einen Excimer-Laser 1 1 zur
Erzeugung von Strahlung 9 mit einer Nutzwellenlänge λΒ von 193 nm, wobei auch andere Nutzwellenlängen, beispielsweise 248 nm, möglich sind. Ein nachgeschaltetes
Beleuchtungssystem 12 erzeugt in seiner Austrittsebene ein großes, scharf begrenztes, sehr homogen beleuchtetes und an die Telezentrie-Erfordernisse eines nachgeschalteten Projektionsobjektivs 13 angepasstes Bildfeld.
Hinter dem Beleuchtungssystem 12 ist eine Einrichtung 14 zum Halten und
Manipulieren einer (nicht gezeigten) Photomaske so angeordnet, dass diese in der Objektebene 15 des Projektionsobjektivs 13 liegt und in dieser Ebene zum Scanbetrieb in einer durch einen Pfeil 16 angedeutete Abfahrrichtung bewegbar ist.
Hinter der auch als Maskenebene bezeichneten Ebene 15 folgt das Projektionsobjektiv 13, das ein Bild der Photomaske mit reduziertem Maßstab, beispielsweise im Maßstab 4:1 oder 5:1 oder 10:1 , auf einen mit einer Photoresistschicht belegten Wafer 17 abbildet. Der als lichtempfindliches Substrat dienende Wafer 17 ist so angeordnet, dass die ebene Substratoberfläche 18 mit der Photoresistschicht im Wesentlichen mit der Bildebene 19 des Projektionsobjektivs 13 zusammenfällt. Der Wafer 17 wird durch eine Einrichtung 20 gehalten, die einen Scannerantrieb umfasst, um den Wafer 17 synchron zur Photomaske und parallel zu dieser zu bewegen. Die Einrichtung 20 umfasst auch Manipulatoren, um den Wafer sowohl in z-Richtung parallel zu einer optischen Achse 21 des Projektionsobjektivs 13, als auch in x- und y-Richtung senkrecht zu dieser Achse zu verfahren.
Das Projektionsobjektiv 13 hat als der Bildebene 19 benachbartes Abschluss-element ein optisches Element 1 in Form einer Plankonvexlinse mit einem konischen Linsenteil 3, dessen Stirnseite 4 die letzte optische Fläche des Projektionsobjektivs 13 bildet und die in einem Arbeitsabstand oberhalb der Substratoberfläche 18 angeordnet ist.
Zwischen der Stirnseite 4 und der Substratoberfläche 18 ist eine Immersionsflüssigkeit 22, im vorliegenden Fall Wasser, genauer gesagt Reinstwasser, angeordnet, welche die ausgangsseitige numerische Apertur des Projektionsobjektivs 13 erhöht. Mittels der Immersionsflüssigkeit 22 kann die Abbildung von Strukturen auf der Photomaske mit einer höheren Auflösung und Tiefenschärfe erfolgen als dies möglich ist, wenn der Zwischenraum zwischen dem optischen Element 1 und dem Wafer 17 mit einem
Medium mit einer geringeren Brechzahl, z.B. Luft, ausgefüllt ist. Der Spalt, der den Zwischenraum ausbildet, ist in der Regel zwischen 2 mm und 4 mm groß.
Das Linsenelement 1 besteht im gezeigten Beispiel aus synthetischem, amorphem Quarzglas (SiO2) und weist einen konischen Linsenteil 3 auf, an dessen Unterseite die Stirnseite 4 des Linsenelements 1 gebildet ist. Die von der Lichtquelle 1 1 erzeugte Strahlung 9 tritt gerichtet durch die Stirnseite 4 des Linsenelements 1 hindurch, die einen optisch genutzten Oberflächenbereich des Linsenelements 1 bildet bzw. diesen begrenzt. Eine sich an die Stirnseite 4 anschließende, umlaufende Mantelfläche 5 des konischen Linsenteils 3 ist teilweise von der Immersionsflüssigkeit 22 benetzt. An den konischen, radial innen liegenden Linsenteil 3 schließt sich eine radial außen liegende plane Linsenfläche 2 an. Sowohl durch die Mantelfläche 5 des konischen Linsenteils 3 als auch durch die plane Linsenfläche 2 tritt die Strahlung 9 der Lichtquelle 1 1 nicht gerichtet hindurch, d.h. diese befinden sich außerhalb des Strahlengangs der Nutz- Strahlung 9.
Es versteht sich, dass optische Elemente für die Immersionslithographie nicht zwingend die oben beschriebene plankonvexe Geometrie aufweisen müssen, ein konisch ausgeformter Volumenbereich 3 ist jedoch für derartige optische Elemente typisch. Das optische Element 1 kann auch aus einem anderen Material bestehen, welches oberhalb einer Wellenlänge von 250 nm bzw. 193 nm transparent ist, beispielsweise aus kristallinem Quarzglas (SiO2), Bariumfluorid (BaF2) oder
Germaniumdioxid (GeO2).
An den nicht bzw. nur teilweise in die Immersionsflüssigkeit 22 eintauchenden
Oberflächenbereichen 2, 5 des Linsenelements 1 können Tröpfchen der
Immersionsflüssigkeit 22 zurückbleiben. Wenn diese Tröpfchen verdunsten, kommt es lokal zu einer Abkühlung des Quarzglas-Materials des Linsenelements 1 , was zu einer lokalen Änderung des Brechungsindexes sowie dazu führt, dass sich das
Linsenelement 1 lokal infolge der Wärmeausdehnung deformiert. Beide Effekte können zu Bildfehlern führen und sind daher unerwünscht.
Um eine lokale Abkühlung des Linsenelements 1 durch die verdunstende Immersionsflüssigkeit 22 zu verhindern bzw. die hierbei auftretenden lokalen
Temperaturgradienten zu minimieren, wird auf das Linsenelement 1 ein
wärmeleitendes Bauelement 6 (vgl. Fig. 2d) aufgebracht, dessen Herstellungsprozess nachfolgend anhand von Fig. 2a-d beschrieben wird.
Fig. 2a zeigt stark schematisch eine CVD-Beschichtungsanlage 30 zum Aufbringen einer Beschichtung auf einen Trägerkörper 31 , der die relevanten Konturen des Linsenelements 1 , im vorliegenden Beispiel die Kontur des konischen Linsenteils 3 mit der planen Stirnseite 4 sowie der radial außen liegenden planen Linsenfläche 2, genau nachbildet. Der Trägerkörper 31 befindet sich in einer Beschichtungskammer 32 der CVD-Beschichtungsanlage 30, der über eine Eintrittsöffnung 33 Precursor-Gase, im gezeigten Beispiel Methan (CH4) und Wasserstoff (H2), zugeführt werden. Die
Precursor-Gase werden über einen Glühdraht 34 geführt und dissoziieren, wobei die Aktivierung bzw. Dissoziation zusätzlich durch ein Wechselfeld RF verstärkt wird, welches in der Beschichtungskammer 32 ein Plasma erzeugt. Auf dem Trägerkörper 31 scheidet sich bei geeignet gewählten Betriebsparametern der Beschichtungsanlage 30 Kohlenstoff in Form einer Diamantschicht 37 ab.
Zur Erzeugung einer polykristallinen oder einkristallinen Diamantschicht 37 auf dem Trägerkörper 31 ist es erforderlich, dass dieser mit Hilfe eines Heizelements 35 auf eine Temperatur von in der Regel mehr als ca. 600°C bis 800°C aufgeheizt wird.
Materialien, aus denen der Trägerkörper 31 gefertigt ist, sollten einen (mittleren) thermischen Ausdehnungskoeffizienten aufweisen, der bei Raumtemperatur (22°C) und bei der Temperatur, bei der die Beschichtung aufgebracht wird (hier: ca. 800°C) ähnlich ist. Ist dies der Fall, hat die abgeschiedene Diamantschicht 37 wenig
Spannungen und es kommt zu geringeren Geometrieänderungen, wenn der
Trägerkörper 31 entfernt wird (s.u.).
Im vorliegenden Fall, d.h. bei Beschichtungstemperaturen von ca. 800°C oder darüber eignen sich insbesondere Si oder SiO2 als Materialien für den Trägerkörper 31 . Si bietet gegenüber SiO2 den Vorteil einer hohen Wärmeleitfähigkeit, was zu einer
gleichmäßigen Temperaturverteilung während der Beschichtung und damit zu gleichmäßigen Schichteigenschaften führt. Viele Metalle sind prinzipiell auch gut beschichtbar und damit grundsätzlich als Trägerkörper geeignet, haben aber in der Regel deutlich größere Unterschiede im Wärmeausdehnungskoeffizienten zu Diamant. Um die Geometrie der abgeschiedenen Diamantschicht 37 noch zu perfektionieren, kann eine Formänderung durch Spannungen bei der Herstellung der Diamantschicht 37 auch berechnet und oder gemessen werden und in der Geometrie bzw. der
Oberflächenform des Trägerkörpers 31 vorgehalten werden.
Die Abscheidung der Diamantschicht 37 wird so lange durchgeführt, bis diese eine gewünschte Dicke D aufweist, die typischer Weise bei mehr als 25 μιτι, günstiger Weise bei mehr als 100 μιτι und in der Regel bei nicht mehr als 500 μιτι liegt. Nach dem Abschluss des Beschichtens wird der Trägerkörper 31 aus der
Beschichtungskammer 32 der Beschichtungsanlage 30 entnommen, wie in Fig. 2b dargestellt ist. Auf dem Trägerkörper 31 befindet sich die Diamantschicht 37, deren Dicke ausreichend groß ist, um ein freitragendes Bauelement zu bilden.
Wie in Fig. 2c zu erkennen ist, wird die Diamantschicht 37 entlang einer
vorgegebenen, im gezeigten Beispiel kreisförmigen Schnittkontur 38 mittels eines Lasers oder durch mechanische Bearbeitung eingeritzt. In einem darauffolgenden, optionalen Schritt kann die Diamantschicht 37 noch poliert und/oder mikrostrukturiert werden.
In einem nachfolgenden Schritt wird die Diamantschicht 37 von dem Trägerkörper 31 gelöst, beispielsweise indem das Material des Trägerkörpers 31 , z.B. Si oder SiO2, in Flusssäure (HF) aufgelöst wird, wodurch ein frei tragendes Bauelement 6 aus Diamant bzw. ein Diamantkörper mit hoher Wärmeleitfähigkeit gebildet wird, der in Fig. 2d dargestellt ist. Die Wärmeleitfähigkeit des in Fig. 2d gezeigten Diamant-Bauelements 6 liegt bei mindestens 500 W m"1 K"1, wobei bei geeigneter Wahl der
Beschichtungsparameter in dem oben beschriebenen CVD-Verfahren eine
Wärmeleitfähigkeit von mehr als 1000 W m"1 K"1, bevorzugt von mehr als 1700 W m"1 K" idealer Weise von mehr als 2000 W m"1 K"1 erreicht werden kann. Bevor das
freitragende Bauelement 6 aus Diamant auf das Linsenelement 1 aufgebracht wird, kann dieses noch oberflächenmodifiziert werden.
Das Herstellen einer Verbindung zwischen dem in Fig. 2d gezeigten wärmeleitenden Bauelement 6 und dem Linsenelement 1 von Fig. 1 wird nachfolgend anhand von Fig. 3a-c am Beispiel einer Klebeverbindung beschrieben. Fig. 3a zeigt das Linsenelement 1 , auf welches im Bereich der Mantelfläche 5 des konischen Linsenteils 3 sowie der radial außen liegenden planen Linsenfläche 2 eine UV-beständige und die UV- Strahlung 9 der Lichtquelle 1 1 absorbierende Schutzschicht 40 aufgebracht ist. Die Schutzschicht 40 dient dazu, eine in Fig. 3b gezeigte, auf das wärmeleitende
Bauelement 6 aufgebrachte Klebstoffschicht 41 vor Degradation durch Streustrahlung aus dem Inneren des Linsenelements 1 zu schützen. Es versteht sich, dass zusätzlich eine solche Schutzschicht 40 auch auf die Innenseite, d.h. die dem Linsenelement 1 zugewandte Seite, des wärmeleitenden Bauelements 6 aufgebracht werden kann, um die Klebstoff-Schicht 41 vor Streustrahlung aus der Umgebung abzuschirmen.
Fig. 3c zeigt den Verbund aus dem Linsenelement 1 und dem wärmeleitenden
Bauelement 6 nach dem Trocknen der Klebstoffschicht 41 . Wie weiter oben
beschrieben wurde, dient das wärmeleitende Bauelement 6 dazu, lokale
Temperaturänderungen bzw. Temperaturgradienten in dem Linsenelement 1 zu vermeiden, die ansonsten durch das Verdunsten von Tröpfchen der
Immersionsflüssigkeit 22 auftreten könnten. Die lokal erzeugte Verdunstungskälte bzw. die Tröpfchen bilden sich an dem wärmeleitenden Bauelement 6 und werden aufgrund von dessen hoher Wärmeleitfähigkeit über eine große Oberfläche verteilt, so dass keine hohen lokalen Temperaturgradienten in dem Linsenelement 1 mehr auftreten.
Um den Wärmeübertrag von dem wärmeleitenden Bauelement 6 zu dem
Linsenelement 1 möglichst gering zu halten, ist es günstig, wenn die Klebstoffschicht 41 und damit die Verbindung zwischen dem Bauelement 6 und dem Linsenelement 1 einen Wärmeübergangskoeffizienten von weniger als 1000 W m"2 K"1, bevorzugt von weniger als 100 W m"2 K"1 aufweist. Auch ist es günstig, wenn das wärmeleitende Bauelement 6 über einen Klebstoff 41 mit dem Linsenelement 1 verbunden ist, welcher
eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 1 W m"1 K"1, bevorzugt von weniger als 0,1 W m"1 K"1 aufweist. Gleiches gilt auch für das Material der UV-beständigen Schutzschicht 40. Die Verbindung kann wie in Fig. 3a-c gezeigt ist über eine flächig aufgetragene Klebstoffschicht 41 erfolgen, es ist aber auch möglich, den Klebstoff nur punktuell, d.h. an mehreren Klebepunkten, entlang der Oberfläche des wärmeleitenden Bauelements 6 bzw. der zu verbindenden Oberflächen 2, 5 bzw. 6 aufzubringen, um dadurch das wärmeleitende Bauelement 6 an dem Linsenelement 1 zu fixieren.
Alternativ zum Herstellen einer Verbindung durch Kleben kann das wärmeleitende Bauelement 6 auch auf andere Weise mit dem Linsenelement 1 verbunden werden, beispielsweise durch das so genannte Niedertemperatur-Bonden, bei dem das
Bauelement 6 und das Linsenelement 1 auf nicht mehr als typischer Weise ca. 400°C aufgeheizt werden, um die Verbindung zu erzeugen. Auch ein optisches Verbinden bzw. Ansprengen des wärmeleitenden Bauelements 6 an das Linsenelement 1 ist möglich. Bei der Verwendung eines wärmeleitenden Bauelements 6 aus einem Metall bzw. aus einem metallischen Material kann die Vebindung auch durch Löten erfolgen.
Fign. 4a-c zeigen mehrere Prozessschritte zur Herstellung eines wärmeleitenden Bauelements 6 aus Metall, im gezeigten Beispiel aus Kupfer. Fig. 4a zeigt analog zu Fig. 2a stark schematisch eine Beschichtungsanlage 30 zum Aufbringen einer
Beschichtung auf einen Trägerkörper 31 , der die relevanten Konturen des
Linsenelements 1 , im vorliegenden Beispiel die Kontur des konischen Linsenteils 3 mit der planen Stirnseite 4 sowie der radial außen liegenden planen Linsenfläche 2 (vgl. Fig. 3a), genau nachbildet. In einem ersten Schritt wird der Trägerkörper 31 mit einer geeigneten (nicht gezeigten) Passivschicht versehen, die eine bleibende Verbindung zwischen dem zur Beschichtung verwendeten Material, im vorliegenden Fall Kupfer, und dem Trägerkörper 31 verhindert und ein späteres Trennen ermöglicht. Der
Trägerkörper 31 ist in einem Elektrolysebehälter 50 mit einem flüssigen Elektrolyten 51 angeordnet, in den eine Kupfer-Anode 52 eintaucht. Der Trägerkörper 31 ist über den flüssigen Elektrolyten und über eine Gleichstromquelle 53 mit der Anode 52 elektrisch leitend verbunden und bildet die Kathode der in Fig. 4a gezeigten elektrochemischen Beschichtungsanlage 30. Bei der Elektrolyse bzw. beim elektrolytischen Beschichten
wird das Kupfer-Material der Anode 52 auf dem als Kathode dienenden Trägerkörper 31 abgeschieden. Alternativ kann für die Abscheidung eine Anode 52 verwendet werden, die aus einem unlöslichen Material besteht und das metallische
Beschichtungsmaterial, z.B. in Form von Kupfer, ist in dem Elektrolyten enthalten bzw. wird diesem zugegeben. Auf dem Trägerkörper 31 scheidet sich bei geeignet gewählten Betriebsparametern der Beschichtungsanlage 30 eine Kupferschicht 37 ab, die den Trägerkörper 31 im Wesentlichen vollflächig umgibt.
Die Abscheidung der Kupferschicht 37 wird so lange durchgeführt, bis diese eine gewünschte Dicke D aufweist (vgl. Fig. 4b). Die gewünschte Dicke D hängt von der Wärmeleitfähigkeit λ des für die elektrolytischen Beschichtung verwendeten
Beschichtungs-Materials ab. Typischer Weise wird die Abscheidung der Kupferschicht 37 so lange durchgeführt, bis für das Produkt aus der Dicke D (in mm) der das wärmeleitende Bauelement 6 bildenden Kupferschicht 37 und der Wärmeleitfähigkeit λ des Kupfer-Materials gilt: D λ > 1 W mm m"1 K"1, bevorzugt D λ > 10 W mm m"1 K"1, insbesondere D λ > 50 W mm m"1 K"1. Um eine gute Wirksamkeit des wärmeleitenden Bauelements 6 zu gewährleisten, liegt die Dicke D des wärmeleitenden Bauelements 6 (vgl. Fig. 4c) bei mindestens 2,5 μιτι, 25 μιτι bzw. 100 μιτι, da Kupfer eine
Wärmeleitfähigkeit von λ = 400 W m"1 K"1 aufweist.
Nach dem Abschluss des Beschichtens wird der in Fig. 4b dargestellte, beschichtete Trägerkörper 31 , auch Urform genannt, aus der Elektrolysekammer 50 der
Beschichtungsanlage 30 entnommen. Auf dem Trägerkörper 31 befindet sich die Kupferschicht 37, deren Dicke D ausreichend groß ist, um ein freitragendes
wärmeleitendes Bauelement 6 zu bilden, welches in Fig. 4c dargestellt ist.
Wie in Fig. 4b zu erkennen ist, wird zur Erzeugung des wärmeleitenden Bauelements 6 die Kupferschicht 37 entlang von zwei vorgegebenen, im gezeigten Beispiel kreisförmigen Schnittkonturen 38a, 38b mittels eines Lasers oder durch mechanische Bearbeitung eingeritzt. Alternativ kann der Trägerkörper 31 vor der Metallabscheidung maskiert werden, so dass dieser nur in einem gewünschten Teilbereich mit einer Kupferschicht 37 versehen wird. Die vor der Beschichtung applizierte Passivschicht
ermöglicht ein beschädigungsfreies Ablösen der Kupferschicht 37 vom Trägerkörper 31 . Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten des
Trägerkörpers 31 und des Bauelements 6 kann über eine schnelle Zufuhr von
Wärme/Kälte der Ablösevorgang unterstützt werden. Gegebenenfalls kann der
Trägerkörper 31 für weitere elektrolytische Beschichtungsprozesse verwendet werden.
Das von dem Trägerkörper 31 gelöste wärmeleitende Bauelement 6 weist an seinem radial außen liegenden Rand einen umlaufenden Kragen 54 auf, der die Befestigung des wärmeleitenden Bauelements 6 an dem optischen Element 1 von Fig. 1 mittels einer Klemmverbindung vereinfacht. Das wärmeleitende Bauelement 6 kann an dem umlaufenden Kragen 54 von einem umlaufenden Fassungsring 55 in radialer Richtung gegen das (in Fig. 4c nicht gezeigte) Linsenelement 1 angedrückt werden, wie in Fig. 4c durch Pfeile angedeutet ist. Das wärmeleitende Bauelement 6 kann hierbei im Bereich des umlaufenden Kragens 54 ggf. geringfügig verformt (verbogen) werden, so dass dieses sich an die konvexe Geometrie des Linsenelements 1 anpasst. Eine kreisringförmige Geometrie des Kragens 54 ist vorteilhaft, da das wärmeleitende Bauelement 6 in diesem Fall hinterschneidungsfrei ist und somit auf einfache Weise von dem Trägerkörper 31 abgelöst werden kann.
Der Fassungsring 54 bildet eine Klemmverbindung, welche das wärmeleitende
Bauelement 6 relativ zu dem Linsenelement 1 in seiner Lage fixiert. Das wärmeleitende Bauelement 6 liegt hierbei an dem Linsenelement 1 an, d.h. dieses ist nicht vom Linsenelement 1 beabstandet. An Stelle der Klemmverbindung 54 kann das
wärmeleitende Bauelement 6 auch mittels einer Schraubverbindung relativ zu dem Linsenelement 1 in seiner Lage fixiert werden. In diesem Fall sind in dem
wärmeleitenden Bauelement 6 typischer Weise Durchgangslöcher für Schrauben gebildet, die an einer (in Fig. 4c nicht gezeigten) Fassung des Linsenelements 1 oder an einem Bauteil, z.B. einer Halterung, des Projektionsobjektivs 13 fixiert werden können. Alternativ kann das wärmeleitende Bauelement 6 auch durch eine
stoffschlüssige Verbindung, z.B. durch Kleben oder durch Löten, mit dem
Linsenelement 1 verbunden werden. Es versteht sich, dass an Stelle von Kupfer ein
anderes, insbesondere metallisches Material zur Herstellung des wärmeleitenden Bauelements 6 verwendet werden kann.
Fig. 5 zeigt das Linsenelement 1 von Fig. 1 mit einem wärmeleitenden Bauelement 6, dessen Material ein vorgeformtes metallisches Gewebe 56 bildet. Das Vorformen bzw. das Herstellen des Gewebes 56 kann beispielsweise auf eine Art und Weise
vorgenommen werden, wie sie bei der Ummantelung von Kabeln verwendet wird. Das vorgeformte Gewebe 56 weist eine Biegung bzw. einen Knick im Bereich des
Übergangs zwischen der planen Linsenfläche 2 und der Mantelfläche 5 des konischen Linsenteils 3 auf. Das vorgeformte wärmeleitende Bauelement 6 weist somit eine Geometrie auf, die an die Geometrie des Linsenelements 1 angepasst ist. Hierbei kann insbesondere der Bereich des Gewebes 56, der den konischen Linsenteil 3 bzw. die Mantelfläche 5 überdeckt, gegebenenfalls mit geringfügig kleineren Abmessungen hergestellt werden als die Abmessungen der Mantelfläche 5 des konischen Linsenteils 3 selbst. Auf diese Weise kann bei der Anbringung des wärmeleitenden Bauelements 6 dieser Bereich des Gewebes 56 eine mechanische Spannung auf den konischen Linsenteil 3 ausüben. Die mechanische Spannung kann ggf. ein Verrutschen des wärmeleitenden Bauelements 6 an dem Linsenelement 1 verhindern.
Das wärmeleitende Bauelement 6 weist bei dem in Fig. 5 gezeigten Beispiel einen umlaufenden Kragen 54 auf, der auf den Rand des Linsenelements 1 aufgestülpt werden kann, um das Gewebe 56 an dem Linsenelement 1 zu fixieren. In der Regel ist die radiale Kraft, die das Gewebe 56 auf den Rand des Linsenelements 1 ausübt, nicht groß genug, um dieses sicher an dem Linsenelement 1 zu fixieren. Das Gewebe 56 kann daher zusätzlich, beispielsweise mittels einer Klemmverbindung 55 in Form eines umlaufenden Fassungsrings, an dem Linsenelement 1 fixiert werden.
Bei der Verwendung eines wärmeleitenden Bauelements 6 in Form eines Gewebes 56 kann ggf. das Eindringen der Immersionsflüssigkeit 22 in einen Zwischenraum zwischen dem wärmeleitenden Bauelement 6 und dem Linsenelement 1 nicht vollständig verhindert werden. Aufgrund des wärmeleitenden Bauelements 6 können Temperaturinhomogenitäten, die durch Verdunstungskälte hervorgerufen werden, ggf.
über die gesamte plane Linsenfläche 2 sowie die Mantelfläche 5 des konischen
Linsenteils 3 verteilt werden. Auch bei der Verwendung eines nicht vollständig flüssigkeitsdichten Gewebes 56 als wärmeleitendes Bauelement 6 können somit Abbildungsfehler des Linsenelements 1 verringert werden. Die Dicke D des
wärmeleitenden Bauelements 6 ist so gewählt, dass das Produkt aus der Dicke D und der Wärmeleitfähigkeit λ des wärmeleitenden Gewebes 56 bei mehr als 1 W mm m"1 K"1 , bevorzugt bei mehr als 10 W mm m"1 K"1 , insbesondere bei mehr als 50 W mm m"1 K"1 liegt. Alternativ oder zusätzlich zu metallischen Materialien, z.B. AI, Ag, Cu, Cr, ...
können auch Kohlenstoff-Verbindungen zur Herstellung des Gewebes 56 verwendet werden.
Fig. 6 zeigt eine weitere Möglichkeit zur Verwendung des wärmeleitenden
Bauelements 6, und zwar als Abschirmung für ein weiteres Linsenelement 7 des Projektionsobjektivs 13 (vgl. auch Fig. 1 ). Das wärmeleitende Bauelement 6 ist im gezeigten Beispiel zwischen einer Wärmequelle in Form eines Aktuators 42 und dem weiteren Linsenelement 7 angeordnet. Das wärmeleitende Bauelement 6 ist im gezeigten Beispiel aus Diamant hergestellt und außerhalb des optisch genutzten Volumenbereichs 4 des weiteren Linsenelements 7 angeordnet, innerhalb dessen die Strahlung 9 der Lichtquelle 1 1 gerichtet durch das weitere Linsenelement 7
hindurchtritt (in Fig. 6 gestrichelt angedeutet). Das wärmeleitende Bauelement 6 ist an die Geometrie bzw. an die Krümmung des weiteren Linsenelements 7 angepasst und in einem Abstand A zum weiteren Linsenelement 7 angeordnet, der bei ca. 500 μιτι liegt. Typische Werte für den Abstand A zwischen dem weiteren Linsenelement 7 und dem wärmeleitenden Bauelement 6 liegen zwischen ca. 100 μιτι und ca. 1000 μιτι.
Der Aktuator 42 dient zum Aktuieren bzw. zum Bewegen eines Fassungselements 8 für das weitere Linsenelement 7. Der Aktuator 42 wird zu diesem Zweck zeitweise von Strom durchflössen, der von einer Spannungsquelle 43 geliefert wird. Der Aktuator 42 wird durch den Stromfluss erwärmt und verändert hierbei seine Form, um auf das Fassungselement 8 einzuwirken und das weitere Linsenelement 7 zu verschieben. Durch die Erwärmung gibt der Aktuator 42 Wärmestrahlung 44 (IR-Strahlung) an die
Umgebung ab, wobei im gezeigten Beispiel der auf das Linsenelement 1 auftreffende Anteil der Wärmestrahlung 44 von dem wärmeleitenden Bauelement 6 absorbiert wird.
Im gezeigten Beispiel handelt es sich bei dem Material des wärmeleitenden
Bauelements 6 um Diamant, der ein für die Wärmestrahlung 44 transparentes Material darstellt. Um das wärmeleitende Bauelement 6 für die Wärmestrahlung intransparent zu machen, ist auf das wärmeleitende Bauelement 6 bei dem in Fig. 6 gezeigten Beispiel an der dem Aktuator 42 zugewandten Seite eine die Wärmestrahlung 44 absorbierende Beschichtung 6a aufgebracht.
Die von dem wärmeleitenden Bauelement 6 aufgenommene bzw. absorbierte
Wärmestrahlung 44 wird von diesem zu dem Fassungselement 8 übertragen, an dem das wärmeleitende Bauelement 6 befestigt ist. Das Fassungselement 8 selbst bzw. im gezeigten Fall ein mit diesem verbundener, von eine Kühlmedium, z.B. Wasser, durchströmter Kühler 46 dient der Ableitung der auf das Fassungselement 8
übertragenen Wärme. Es versteht sich, dass in Fig. 6 das Fassungselement 8, das wärmeleitende Bauelement 6 und der Aktuator 42 lediglich beispielhaft nur an einer Seite des weiteren Linsenelements 7 dargestellt sind, dass aber ggf. eines oder mehrere wärmeleitende Bauelemente 6 entlang des Umfangs des weiteren
Linsenelements 7 verteilt angeordnet sein können, sofern mehrere Aktuatoren zur Bewegung des Linsenelements 7 vorgesehen sind. Auch kann ggf. anders als in Fig. 6 gezeigt das wärmeleitende Bauelement 6 sich ringförmig um den Strahlengang der Nutzstrahlung 9 herum erstrecken.
Fig. 7 zeigt eine Darstellung analog Fig. 6, bei welcher das wärmeleitende Bauelement 6 ebenfalls als Abschirmung für das weitere Linsenelement 7 dient. Allerdings dient das wärmeleitende Bauelement 6 in diesem Fall zur Abschirmung von Streustrahlung 45, die aus dem Strahlengang der Strahlung 9 der Lichtquelle 1 1 stammt. Die
Wellenlänge der Streustrahlung 45 entspricht in der Regel der Nutzwellenlänge λΒ bzw. weicht nur geringfügig von der Nutzwellenlänge λΒ ab. Das Diamant-Material des wärmeleitenden Bauelements 6 ist für UV-Wellenlängen (< 220 nm) intransparent und absorbiert daher die Streustrahlung 45 ohne eine zusätzliche Beschichtung. Die bei
der Absorption der Streustrahlung 45 erzeugte Wärme wird von dem wärmeleitenden Bauelement 6 wie in Zusammenhang mit Fig. 6 beschrieben über das
Fassungselement 8 zum Kühler 46 transportiert und von diesem bzw. einem in diesem strömenden Kühlmedium abgeführt.
Eine weitere Anwendung für ein wärmeleitendes Bauelement 6, welches auf die im Zusammenhang mit Fig. 2a-d beschriebene Weise hergestellt wurde, ist in Fig. 8 dargestellt, die ausschnittsweise das Projektionsobjektiv 13 sowie den auf einem Wafertisch 60 zur Positionierung gelagerten, als lichtempfindliches Substrat dienenden Wafer 17 zeigt. Die in Fig. 6 gezeigte Anordnung unterscheidet sich von der in Fig. 1 gezeigten Anordnung im Wesentlichen dadurch, dass die Ausdehnung der
Immersionsflüssigkeit 22 auf einen Bereich 72 zwischen dem Wafer 17 und dem letzten optischen Element 1 des Projektionsobjektivs 13 beschränkt ist. Der Wafer 17 ist hierbei so angeordnet, dass seine ebene Substratoberfläche 18 im Wesentlichen mit der Bildebene 19 des Projektionsobjektivs 13 zusammenfällt. Der Wafertisch 60 und mit ihm der Wafer 17 ist mittels einer in Fig. 6 nicht dargestellten Verschiebe- Einrichtung in X-Richtung verfahrbar, so dass bei der Belichtung unterschiedliche Bereiche auf dem Wafer 17 angefahren werden können.
Durch eine Zuführeinrichtung 70 und eine Absaugeinrichtung 71 wird die
Immersionsflüssigkeit 22 einerseits dem Bereich 72 zwischen dem letzten optischen Element 1 und dem Wafer 17 zugeführt und andererseits aus diesem abgesaugt, so dass die Immersionsflüssigkeit 22 auch während der Bewegung des Wafertisches 60 auf den Bereich 72 zwischen der Zuführeinrichtung 70 und der Absaugeinrichtung 71 begrenzt bleibt. Die Absaugeinrichtung 71 arbeitet in der Regel mit einem Unterdruck gegenüber der Umgebung, sodass die Immersionsflüssigkeit 22 leicht über einen Einlass 73 aufgenommen werden kann. Dadurch kann ein kontinuierlicher (und dynamischer) Austausch der Immersionsflüssigkeit 22 erfolgen, die auf den gerade zur Belichtung verwendeten Teilbereich der Substratoberfläche 18 begrenzt bleibt.
Die lokale Benetzung im Bereich 72 bietet den Vorteil, dass nur kleine Mengen an Immersionsflüssigkeit 22 bei der Verschiebung des Wafertisches 60 beschleunigt
werden müssen. Damit kommt es nicht zu unerwünschten Turbulenzen in der
Immersionsflüssigkeit 22 und auch eine Wellenbildung aufgrund der Trägheit der Immersionsflüssigkeit 22 kann vermieden werden.
An dem Wafertisch 60, genauer gesagt an seiner Oberseite 64, ist im vorliegenden Beispiel ein plattenförmiges wärmeleitendes Bauelement 6 aus Diamant angebracht. Die Befestigung des wärmeleitenden Bauelements 6 an dem Wafertisch 60, der z.B. ganz oder teilweise aus Cordierit oder aus Zerodur® gebildet sein kann, kann beispielsweise auf die weiter oben im Zusammenhang mit Fig. 3a-c beschriebene Weise erfolgen. Mit Hilfe des wärmeleitenden Bauelements 6 kann verhindert werden, dass bei einer ruckartigen Bewegung des Wafertischs 60 und/oder beim Austausch des Wafers 17 gegen einen anderen Wafer (z.B. in X-Richtung) Teile der
Immersionsflüssigkeit bzw. Tröpfchen, die nicht von der Absaugeinrichtung 71 aufgenommen werden und auf einen nicht vom Wafer 17 bedeckten Bereich der Oberseite 64 des Wafertisches 60 gelangen und diesen in unerwünschter Weise benetzen zu einer lokalen Absenkung der Temperatur des Materials des Wafertisches 60 führen. Um eine möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung in dem
wärmeleitenden Bauelement 6 herzustellen, kann dieses ggf. mit einer (nicht
gezeigten) Wärmequelle bzw. einem Temperaturnormal in Verbindung stehen, um das wärmeleitende Bauelement 6 auf einer konstanten, mit der Temperatur der
Wärmequelle übereinstimmenden Temperatur zu halten.
Alternativ zur Verwendung von CVD-Diamant als Material für das wärmeleitende Bauelement 6 können auch andere Materialien verwendet werden, sofern diese die erforderliche hohe Wärmeleitfähigkeit von mehr als 500 W m"1 K"1 bei Raumtemperatur aufweisen, beispielsweise Kohlenstoff-Nanoröhren. Auch können andere
wärmeleitende Bauelemente 6 eingesetzt werden, bei denen das Produkt aus der Dicke D des wärmeleitenden Bauelements 6 und der Wärmeleitfähigkeit λ des wärmeleitenden Materials einen Wert größer als 1 W mm m"1 K"1, bevorzugt größer als 10 W mm m"1 K"1, insbesondere größer als 50 W mm m"1 K"1 aufweist. Wird eine optische Anordnung bei einer anderen Betriebstemperatur als bei Raumtemperatur betrieben, beispielsweise bei sehr niedrigen Temperaturen von weniger als ca. -195°C,
erweitert sich die Auswahl an Materialien, welche die gewünschte hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Bei diesen Temperaturen kann z.B. auch Saphir als Material für das wärmeleitende Bauelement eingesetzt werden.
Weitere Anwendungsbereiche, bei denen ein in seiner Geometrie entsprechend angepasstes wärmeleitendes Bauelement sinnvoll eingesetzt werden kann, sind z.B. Spiegel für die EUV-Lithographie, deren Substrat-Materialien wie z.B. ULE® oder Zerodur® ebenfalls mittels des wärmeleitenden Bauelements 6 vor unerwünschten lokalen Temperaturänderungen bzw. vor zu hohen lokalen Temperaturgradienten geschützt werden können.