VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM ÜBERPRÜFEN EINER STELLEINHEIT FÜR EIN VARIABLES VERDICHTUNGSVERHÄLTNIS
Die Erfindung betrifft eine Verbrennungskraftmaschine für einen Kraftwagen der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art sowie ein Verfahren zum
Überprüfen einer Stelleinrichtung zum variablen Einstellen eines
Verdichtungsverhältnisses einer Verbrennungskraftmaschine der im Oberbegriff des Patentanspruchs 5 angegebenen Art.
Die EP 1 307 642 B1 offenbart eine Hubkolben-Brennkraftmaschine, mit einem in einem Zylinder verschieblich angeordneten Kolben. Der Kolben ist mit einem Pleuel gelenkig gekoppelt, dessen Bewegung auf eine Kurbel einer Kurbelwelle übertragbar ist. Zwischen dem Pleuel und der Kurbel ist ein Übertragungsglied vorgesehen, dessen Bewegung über einen Steuerhebel manipulierbar ist, mit dem Ziel, eine steuerbare Bewegung des
Kolbens zu gewährleisten. Insbesondere soll dadurch eine Variierung des
Verdichtungsverhältnisses und des Kolbenhubs ermöglicht werden. Das
Übertragungsglied ist dabei als Querhebel ausgebildet, der über ein Gelenk mit der Kurbel gekoppelt ist, wobei dieses Gelenk im zwischenliegenden Bereich zwischen einem Lagerpunkt des Querhebels zum Steuerhebel und einem Lagerpunkt des Querhebels zum Pleuel liegt. Das Gelenk ist zwischen Querhebel und Kurbel mit Abstand zur
Verbindungslinie zwischen den beiden Lagerpunkten des Querhebels zum Steuerhebel bzw. zum Pleuel angeordnet.
Dabei ist vorgesehen, dass die Seitenlänge zwischen dem Steuerhebel-Lagerpunkt und dem Pleuel-Lagerpunkt und die Seitenlänge zwischen dem Steuerhebel-Lagerpunkt und dem Kurbel-Gelenkpunkt bezogen auf den Kurbelradius auf bestimmte Weise hinsichtlich ihrer Maße ausgebildet sind.
Der DE 102 51 493 A1 ist ein Verfahren für einen Diagnosebetrieb einer Brennkraftmaschine als bekannt zu entnehmen. Die Brennkraftmaschine weist dabei mehrere Kompressionsverhältnis-Betriebszustände auf. Bei dem Verfahren wird eine Änderung der Zündanpassung bestimmt, die zur Vermeidung eines Klopfens erforderlich ist, wenn der Motor in bestimmten Kompressionsverhältnis-Betriebszuständen betrieben wird. Ferner wird der Betrieb bzw. der Zustand der Brennkraftmaschine wenigstens teilweise basierend auf der Änderung der Zündanpassung bewertet.
Der DE 199 55 250 A1 ist ein Verfahren zum Funktionsüberwachung einer Vorrichtung zur variablen Einstellung der Zylinderverdichtung bei einer Hubkolben- Brennkraftmaschine als bekannt zu entnehmen. Dabei ist vorgesehen, dass jeweils vor und nach einer Ansteuerung der Vorrichtung zur Veränderung der Zylinderverdichtung ein Motorbetriebsparameter, der auf eine Veränderung der Zylinderverdichtung reagiert, ermittelt wird und dass beide Werte des Motorbetriebsparameters miteinander verglichen werden, um festzustellen, ob eine Veränderung des Motorbetriebsparameters eingetreten ist. Eine Veränderung des Motorbetriebsparameters stellt ein Indiz für eine korrekte Funktion der Vorrichtung zur variablen Einstellung der Zylinderverdichtung dar. Dieses Verfahren weist weiteres Potential auf, die Funktion der Stellvorrichtung besser zu überprüfen.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verbrennungskraftmaschine für einen Kraftwagen sowie ein Verfahren zum Überprüfen einer Stelleinrichtung einer solchen Verbrennungskraftmaschine bereitzustellen, durch welche eine verbesserte Überprüfung der Stelleinrichtung zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses ermöglicht ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Verbrennungskraftmaschine für einen Kraftwagen mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zum Überprüfen einer Stelleinrichtung einer solchen Verbrennungskraftmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 5 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nichttrivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen Ansprüchen angegeben.
Der erste Aspekt der Erfindung betrifft eine Verbrennungskraftmaschine für einen Kraftwagen, mit wenigstens einer Stelleinrichtung. Mittels der Stelleinrichtung ist wenigstens ein Verdichtungsverhältnis der Verbrennungskraftmaschine variabel einstellbar.
Erfindungsgemäß ist wenigstens eine Erfassungseinrichtung vorgesehen, mittels welcher zumindest ein einen durch die Stelleinrichtung aufzuwendenden Betätigungsaufwand oder eine zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Ist- Energiemenge zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses charakterisierendes Signal erfassbar ist. Dadurch ist es möglich, den Betätigungsaufwand zum Einstellen bzw. zum Verstellen des Verdichtungsverhältnisses oder die aufzuwendende Ist-Energiemenge als Ist-Betätigungsaufwand zu erfassen. Durch diese Erfassung ist es möglich, einen tatsächlichen Zustand, insbesondere hinsichtlich eines Verschleißes, der Stelleinrichtung mit einer hohen Qualität und einer hohen Aussagekraft zu ermitteln. So kann besser und äußerst präzise auf den aktuellen und tatsächlichen Zustand der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden. Dadurch ist eine besonders präzise An-Bord-Diagnostik (OBD - On Board Diagnostic) des Kraftwagens möglich. In der Folge kann dann auf eine etwaige, unerwünschte Fehlfunktion bzw. darauf rückgeschlossen werden, dass die
Stelleinrichtung zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses nicht bzw. nicht mehr vollständig ihre gewünschte und optimale Funktionalität aufweist, sodass das
Verdichtungsverhältnis nicht bzw. nicht mehr mit einer solch hohen Präzision eingestellt werden kann, wie es ohne den Verschleiß der Stelleinrichtung möglich wäre.
Ist ein unerwünschter Zustand der Stelleinrichtung, beispielsweise ein unerwünschter Verschleiß dieser, ermittelt, so können entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Bei einer dieser Maßnahmen kann es sich beispielsweise um einen Hinweis handeln, welcher einem Nutzer, insbesondere einem Fahrer, des Kraftwagens in Form eines optisch und/oder akustisch wahrnehmbaren Signals oder dergleichen mitgeteilt wird. Dadurch kann dem Nutzer des Kraftwagens der unerwünschte Zustand der
Stelleinrichtung mitgeteilt werden und dieser kann beispielsweise zum Aufsuchen einer Werkstatt und/oder zur Wartung, Reparatur und/oder Austausch der Stelleinrichtung angeregt werden.
Handelt es sich bei dem ermittelten Zustand der Stelleinrichtung um einen gewünschten Zustand derselben, in welchem die Stelleinrichtung ihre gewünschte Funktion zum
Einstellen des Verdichtungsverhältnisses erfüllen kann, so kann auch dies entsprechend dem Nutzer mitgeteilt werden.
Alternativ oder ergänzend ist es möglich, den entsprechenden Zustand der
Stelleinrichtung in einer Speichereinrichtung der Verbrennungskraftmaschine,
insbesondere der Erfassungseinrichtung, abzuspeichern. So kann beispielsweise eine
zeitliche Entwicklung des Zustands der Stelleinrichtung dokumentiert und nachvollzogen werden.
Bei der Verbrennungskraftmaschine mit der Stelleinrichtung, welche beispielsweise als so genanntes Multilink-T riebwerk ausgebildet ist, ergeben sich während des Betriebs der Verbrennungskraftmaschine insbesondere abhängig von Lastpunkten dieser ggf. sehr hohe Stellkräfte und/oder Stellmomente, die von der Stelleinrichtung, insbesondere von einer beispielsweise ein Getriebe und/oder ein Stellglied umfassenden Mechanik, aufzubringen sind, um das Verdichtungsverhältnis einzustellen bzw. zu verstellen. Diese hohen Stellkräfte und/oder Stellmomente, welche z. B. den Betätigungsaufwand zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses charakterisieren, können hohe Belastungen für die Stelleinrichtung darstellen. Dadurch kann es möglich sein, dass die Stelleinrichtung insbesondere über eine sehr hohe Lebensdauer der Verbrennungskraftmaschine hinweg verschleißt und der Betätigungsaufwand zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses über die Lebensdauer hinweg höher wird. Mit anderen Worten wird das Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses schwergängiger.
Dies kann aus einer höheren Reibung beispielsweise in Lagern, Zahnrädern und/oder anderweitigen Kraft- und/oder Momentenübertragungselementen der Stelleinrichtung resultieren, als es in einem nicht oder weniger verschlissenen Zustand der
Stelleinrichtung der Fall ist. In der Folge ist es möglich, dass die Stelleinrichtung eine geforderte Stelldynamik, d. h. eine Geschwindigkeit, mit welcher das
Verdichtungsverhältnis eingestellt bzw. verstellt werden kann, nicht mehr erfüllen kann. Ggf. kann ein besonders starker Verschleiß der Stelleinrichtung zu einem Ausfall desselbigen führen. Ein solcher Ausfall kann ggf. Schadstoffemissionen der
Verbrennungskraftmaschine negativ beeinflussen, falls keine entsprechenden
Gegenmaßnahmen getroffen sind. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die
Verbrennungskraftmaschine unerwünscht hohe Schadstoffemissionen aufweisen kann.
Bei der erfindungsgemäßen Verbrennungskraftmaschine kann nun vermieden werden, dass die Stelleinrichtung betrieben wird, wenn sie die geforderte und erwünschte
Stelldynamik nicht mehr erfüllen kann und somit einen unerwünschten Zustand aufweist. Dies ist der Fall, da durch die Erfassungseinrichtung und die Erfassung des Zustands der Stelleinrichtung der unerwünschte Zustand und damit der erhöhte Verschleiß, wodurch die Stelldynamik der Stelleinrichtung negativ beeinträchtig sein kann, erfassbar ist.
Insbesondere ist beispielsweise ein Grenz-Zustand erfassbar, in welchem die
Stelleinrichtung noch die erwünschte und geforderte Stelldynamik erfüllt, von dem
ausgehend jedoch darauf rückgeschlossen werden kann, dass in einer gewissen
Zeitspanne, ausgehend von dem Grenz-Zustand, die Stelleinrichtung einen zukünftigen Zustand aufweisen wird, in welchem sie die Stelldynamik nicht mehr erfüllen kann.
Dadurch ist es möglich, die Stelleinrichtung bereits zeitlich vor dem Erreichen des unerwünschten Zustands, in welchem die Stelleinrichtung die erwünschte und geforderte Stelldynamik nicht mehr aufweisen kann, und insbesondere zeitlich vor einem drohenden bzw. wahrscheinlichen Ausfall, gewartet und/oder repariert und/oder ggf. ausgetauscht werden kann.
Damit einher geht die Vermeidung der unerwünschten Erhöhung der
Schadstoffemissionen sowie des Kraftstoffverbrauchs der Verbrennungskraftmaschine. Damit kann gewährleistet werden, dass die Verbrennungskraftmaschine auch über ihre hohe Lebensdauer hinweg besonders effizient durch Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses an unterschiedliche Betriebspunkte angepasst und dadurch mit einem nur geringen Kraftstoffverbrauch sowie geringen C02-Emissionen betrieben werden kann.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist mittels der
Erfassungseinrichtung, welche beispielsweise einer Steuerungs- und/oder
Regelungseinrichtung der Verbrennungskraftmaschine zugeordnet ist, das erfasste Signal mit einem vorgebbaren Soll-Wert, Soll-Signal oder dergleichen vergleichbar. Der Soll-Wert und/oder das Soll-Signal, wobei im Folgenden stellvertretend lediglich der Begriff Soll-Signal verwendet wird, können dabei beispielsweise in einer
Speichereinrichtung der Erfassungseinrichtung, insbesondere in einem Kennfeld, hinterlegt sein. Dadurch ist es möglich, dass als Ist-Signal erfasste Signal mit dem Soll- Signal zu vergleichen. Ergibt der Vergleich, dass das Ist-Signal von dem Soll-Signal abweicht, und überschreitet beispielsweise die Abweichung einen vorgebbaren
Schwellenwert bzw. ein vorgebbares Schwellensignal, so kann auf einen unerwünschten Zustand, beispielsweise den Grenz-Zustand, der Stelleinrichtung rückgeschlossen und dieser ermittelt werden. Dieser Vergleich ermöglicht eine besonders präzise und aussagekräftige Ermittlung des aktuellen und tatsächlichen Zustands der Stelleinrichtung. So kann die Stelleinrichtung insbesondere nur dann gewartet und/oder repariert und/oder ausgetauscht werden, wenn dies auch tatsächlich nötig ist. Unnötige Wartungs- und/oder Reparaturarbeiten können dadurch vermieden werden.
Das mit dem erfassten Ist-Signal zu vergleichende Soll-Signal bezieht sich dabei auf den gleichen vorgebbaren definierten Zustand der Verbrennungskraftmaschine, wenn die Stelleinrichtung noch keinen oder einen sehr geringen Verschleiß aufweist. Dieses Soll- Signal wird beispielsweise derart ermittelt, dass das Verdichtungsverhältnis in dem definierten Zustand verstellt der Ist-Betätigungsaufwand dafür ermittelt wird, wenn sich die Verbrennungskraftmaschine noch in ihrem Neu-Zustand befindet. Mit anderen Worten wird das Soll-Signal zeitlich zumindest im Wesentlichen unmittelbar nach der Fertigung der Verbrennungskraftmaschine und/oder des Kraftwagens erfasst bzw. ermittelt. Ebenso möglich ist es, das Soll-Signal auf andersartige Weise zu erfassen bzw. zu ermitteln. Dabei kann vorgesehen werden, dass das Soll-Signal beispielsweise im Rahmen der Entwicklung der Verbrennungskraftmaschine ermittelt und/oder berechnet wird. Dadurch kann besonders präzise auf einen unerwünschten Zustand beispielsweise infolge eines erhöhten Verschleißes der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist mittels der
Erfassungseinrichtung wenigstens ein Drehmoment und/oder wenigstens ein zeitlicher Drehmomentenverlauf und/oder wenigstens eine Kraft und/oder wenigstens ein zeitlicher Kraftverlauf als das den Betätigungsaufwand zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses charakterisierende Signal erfassbar. Die Stelleinrichtung weist beispielsweise eine drehbare Welle auf. Zum Einstellen bzw. Verstellen des
Verdichtungsverhältnisses wird beispielsweise ein Drehmoment von einem Stellglied, insbesondere einem Elektromotor, der Stelleinrichtung in die Verstellwelle eingeleitet. Mittels der Erfassungseinrichtung, welche beispielsweise einen Drehmomentsensor und/oder eine Dehnmessstreifeneinrichtung umfasst, kann das eingeleitete Drehmoment, welches zum Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses nötig und von dem Stellglied aufzubringen ist, zumindest betragsmäßig als Ist-Drehmoment erfasst werden. Anschließend kann das Ist-Drehmoment mit einem Soll-Drehmoment als das Soll-Signal verglichen werden. Ist das Ist-Drehmoment zumindest betragsmäßig größer als das Soll- Drehmoment, so kann dadurch beispielsweise auf einen erhöhten Verschleiß und damit auf einen entsprechenden Zustand, insbesondere den Grenz-Zustand, der
Stelleinrichtung rückgeschlossen und dieser ermittelt werden.
Ergänzend oder alternativ ist es möglich, die Erfassung auch bei einem anderweitigen Übertragungselement zum Übertragen von Kräften und/oder Drehmomenten zum
Einstellen des Verdichtungsverhältnisses durchzuführen. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass zum Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses dieses
Übertragungselement der Stelleinrichtung zumindest im Wesentlichen translatorisch
bewegbar ist. Dann ist mittels der Erfassungseinrichtung beispielsweise als das Ist-Signal eine Kraft- und/oder ein zeitlicher Kraftverlauf erfassbar, welcher zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses und damit zum Bewegen des Stellelements aufzubringen ist.
Dadurch ist eine sehr präzise und aussagekräftige Messung, Auswertung und Diagnose der Stelleinrichtung möglich, sodass eine Aussage über den aktuellen Zustand der Stelleinrichtung getroffen werden kann. Dabei kann beispielsweise auf einen Verschleiß und/oder eine Reibung und/oder das Vorliegen von Spiel, insbesondere zwischen den Übertragungselementen, der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden. In der Folge können dann frühzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden, um einen Fehler bzw. eine Fehlermeldung der An-Bord-Diagnostik sowie eine unerwünschte Fehlfunktion der Stelleinrichtung zu vermeiden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die
Stelleinrichtung wenigstens einen Elektromotor zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses. Der Elektromotor umfasst beispielsweise ein rotatorisch und/oder translatorisch bewegbares Bewegungsteil, mittels welchem das Einstellen des Verdichtungsverhältnisses bewirkbar ist. Dabei ist vorgesehen, dass als das die zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Ist-Energiemenge
charakterisierende Signal eine elektrische Stromaufnahme des Elektromotors mittels der Erfassungseinrichtung erfassbar ist. Ebenso ist es möglich, dass ein zeitlicher Verlauf der Stromaufnahme als das Signal erfassbar ist. Anhand der Stromaufnahme kann besonders zuverlässig und zumindest im Wesentlichen direkt auf den aktuellen und tatsächlich vorliegenden bzw. gegebenen Zustand der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden. Ferner ist der Zustand dadurch auf besonders einfache und kostengünstige Weise zumindest im Wesentlichen ohne zusätzliche Sensoren zu ermitteln.
Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass die zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Soll-Energiemenge in Abhängigkeit von einer anhand des Modells berechneten, elektrischen Stromaufnahme des Elektromotors mittels der Recheneinrichtung berechenbar ist. Auch dies ermöglicht die besonders präzise und aussagekräftige Ermittlung des aktuellen und tatsächlich vorliegenden Zustande der Stelleinrichtung, sodass unerwünscht hohe Schadstoffemissionen sowie ein unerwünscht hoher Kraftstoffverbrauch der Verbrennungskraftmaschine vermeidbar sind. Dabei kann auch ein zeitlicher Verlauf der Stromaufnahme anhand des Modells berechnet werden.
Zur Ermittlung des Zustande der Verbrennungskraftmaschine wird beispielsweise die erfasste Stromaufnahme mit der berechneten Stromaufnahme verglichen. Ergibt, wie bereits geschildert, dieser Vergleich, dass die Ist-Energiemenge von der Soll- Energiemenge abweicht, und überschreitet oder unterschreitet die Abweichung einen . vorgebbaren Schwellenwert, so kann auf einen unerwünschten Zustand der
Stelleinrichtung bzw. auf den Grenz-Zustand dieser rückgeschlossen werden. In der Folge können geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um den Ausfall und/oder eine unerwünschte negative Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Stelleinrichtung zu vermeiden und diesen gegebenenfalls durch Wartungs- und/oder Reparaturarbeiten vorzubeugen.
Der zweite Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überprüfen einer
Stelleinrichtung zum variablen Einstellen wenigstens eines Verdichtungsverhältnisses einer Verbrennungskraftmaschine für einen Kraftwagen, insbesondere einen
Personenkraftwagen. Bei dem Verfahren wird ein Zustand der Stelleinrichtung ermittelt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass ein eine zum
Einstellen des Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Ist-Energiemenge
charakterisierendes Signal mittels wenigstens einer Erfassungseinrichtung erfasst wird. Ferner wird die Ist-Energiemenge anhand des erfassten Signals mittels wenigstens einer Recheneinrichtung ermittelt. Darüber hinaus wird eine zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Soll-Energiemenge anhand eines wenigstens eine physikalische Eigenschaft der Verbrennungskraftmaschine nachbildenden Modells berechnet. Vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten Aspekts der Erfindung sind als vorteilhafte Ausgestaltungen des zweiten Aspekts der Erfindung anzusehen und umgekehrt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht ein verbessertes Überprüfen der
Stelleinrichtung und die besonders präzise und aussagekräftige Ermittlung des aktuellen und tatsächlich vorliegenden Zustands der Stelleinrichtung. Mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Stelleinrichtung insbesondere hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses schnell und
kostengünstig überprüft werden.
Wird ein unerwünschter Zustand oder ein solcher Zustand der Stelleinrichtung ermittelt, von welchem ausgehend ein zukünftiger unerwünschter Zustand der Stelleinrichtung in
naher Zukunft vorliegen wird, so können schon frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um zu verhindern, dass die Stelleinrichtung in den unerwünschten Zustand gelangt und/oder dass die Stelleinrichtung bzw. wenigstens ein Übertragungselement dieser versagt und ausfällt.
Dabei wird die Ist-Energiemenge mit der Soll-Energiemenge verglichen, wobei anhand dieses Vergleichs der Zustand der Stelleinrichtung ermittelt wird. Dadurch ist eine besonders präzise Ermittlung des aktuellen und tatsächlich vorliegenden Zustands der Verbrennungskraftmaschine ermöglicht. Ferner kann dadurch der Zustand auf besonders einfache und kostengünstige Weise mit einer nur geringen Teileanzahl ermittelt werden. Dies hält das Gewicht sowie die Kosten der Verbrennungskraftmaschine besonders gering.
Ergibt der Vergleich, dass die Ist-Energiemenge zumindest betragsmäßig geringer ist als die Soll-Energiemenge, so wird dadurch beispielsweise ein Versagen bzw. ein Ausfall wenigstens eines der Stelleinrichtung zugeordneten Kraft- und/oder
Drehmomentenübertragungselements zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses ermittelt. Mit anderen Worten, ist die Ist-Energiemenge geringer als die Soll- Energiemenge, so ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass dies an dem Ausfall bzw. dem Versagen wenigstens eines entsprechenden Übertragungselements der Stelleinrichtung liegt.
Dieses Ergebnis des Vergleichs sagt beispielsweise aus, dass eine Stellkraft und/oder ein Stellmoment zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses, welches beispielsweise von dem Elektromotor der Stelleinrichtung aufgewendet wird, nicht oder nicht vollständig zu einem in einem Brennraum, insbesondere einem Zylinder, der
Verbrennungskraftmaschine angeordneten Kolben übertragen wird, um durch Bewegen dieses Kolbens in dem Brennraum relativ zu dem Brennraum das Verdichtungsverhältnis einzustellen. Infolge dieser Ermittlung des Ausfalls bzw. des Versagens können entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um einen aus dem Versagen resultierenden Betrieb der Verbrennungskraftmaschine mit einem unerwünscht hohen Kraftstoffverbrauch und/oder mit unerwünscht hohen Schadstoffemissionen zu vermeiden.
Ergibt der Vergleich der Ist-Energiemenge mit der Soll-Energiemenge, dass die Ist- Energiemenge zumindest betragsmäßig größer ist als die Soll-Energiemenge, so kann daraus auf eine erhöhte Reibung und/oder auf eine anderweitige negative
Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden. Beispielsweise ist wenigstens ein Übertragungselement der Stelleinrichtung verklemmt oder anderweitig in dessen Funktion negativ beeinträchtigt. Auch in diesem Fall sind entsprechende Gegenmaßnahmen besonders frühzeitig einzuleiten, um den
unerwünschten Zustand, insbesondere Betriebszustand, der Verbrennungskraftmaschine zu vermeiden.
Zur besonders präzisen und aussagekräftigen Ermittlung des aktuellen Zustands der Stelleinrichtung kann bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein, dass das erfasste Signal mit einem eine Soll-Bewegung des Stellelements bei Versorgen der Stelleinrichtung mit der vorgebbaren Energiemenge charakterisierenden Soll-Signal verglichen wird. Das Soll-Signal ist beispielsweise in einer Speichereinrichtung der Stelleinrichtung abgespeichert und charakterisiert die Bewegung des Stellelements bei einer zumindest im Wesentlichen nicht oder nur sehr gering verschlissenen
Stelleinrichtung. Das Soll-Signal wird beispielsweise zumindest unmittelbar nach der Herstellung der Stelleinrichtung bzw. der Verbrennungskraftmaschine ermittelt, indem es beispielsweise mittels einer entsprechenden Erfassungseinrichtung erfasst wird.
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass das Soll-Signal im Rahmen der Entwicklung der Verbrennungskraftmaschine bzw. der Stelleinrichtung berechnet wird. Bei diesem Verfahren wird somit die Bewegung des Stellelements infolge der Versorgung der Stelleinrichtung mit der vorgebbaren Energiemenge mit der Soll-Bewegung
verglichen. Die Soll-Bewegung stellt sich dabei ein, wenn die Stelleinrichtung nicht oder nur sehr gering verschlissen ist.
Ergibt der Vergleich des Signals als ein Ist-Signal mit dem Soll-Signal, dass das Ist-Signal von dem Soll-Signal abweicht, so kann darauf rückgeschlossen werden, dass eine Fehlfunktion und/oder eine die zumindest im Wesentlichen optimale und erwünschte Funktionalität der Stelleinrichtung negativ beeinflussende Gegebenheit vorliegt. Bei dieser Gegebenheit kann es sich beispielsweise um die bereits geschilderte unerwünscht hohe Reibung infolge des Verschleißens der Stelleinrichtung handeln. Daraus ist ersichtlich, dass der Zustand sowie eine zeitliche Entwicklung des Zustands der Stelleinrichtung mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens sehr präzise und aussagekräftig ermittelbar ist.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird ein eine
Drehbewegung, insbesondere ein Drehwinkel und/oder eine Drehzahl, des Stellelements um eine korrespondierende Drehachse infolge des Versorgens der Stelleinrichtung mit
der vorgebbaren Energiemenge charakterisierendes Signal als das Signal (Ist-Signal) erfasst. Dabei kann besonders präzise und aussagekräftig auf den Zustand der
Stelleinrichtung rückgeschlossen werden. Weist das Stellelement infolge dessen Drehung eine Drehzahl und/oder einen Drehwinkel auf, welche geringer sind als eine Drehzahl und/oder ein Drehwinkel bei der Soll-Bewegung, so stellt dies ein Indiz für das Vorliegen gegenüber der Soll-Bewegung erhöhten Reibung und damit eines erhöhten Verschleißes der Stelleinrichtung dar. Dann können besonders frühzeitig entsprechende
Gegenmaßnahmen eingeleitet und getroffen werden, um ein weiteres Verschleißen der Stelleinrichtung zu vermeiden oder in geringen Grenzen zu halten. Dadurch kann vermieden werden, dass die Stelleinrichtung den unerwünschten Zustand erreicht.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird als das Signal ein zeitlicher Verlauf einer den Betätigungsaufwand zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses charakterisierenden Größe bzw. Wert des Stellelements erfasst. Diese Größe bzw. dieser Wert ermöglicht es, den Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und
aussagekräftig zu ermitteln. Dadurch können auch etwaige Messfehler der
Erfassungseinrichtung beim Erfassen des Signals identifiziert und ggf. kompensiert werden. Mit anderen Worten ist bei dieser Ausführungsform eine sehr hohe Güte des Signals realisierbar.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des zweiten Aspekts der Erfindung wird als das Signal ein zeitlicher Verlauf einer elektrischen Stromaufnahme des der Stelleinrichtung zugeordneten Elektromotors zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses erfasst. Hierbei dient die Stromaufnahme als Maß für den Betätigungsaufwand. Auf diese Art und Weise kann das Signal besonders einfach und kostengünstig und insbesondere ohne zusätzliche, kosten- und bauraumintensive
Sensoren erfasst werden und so auf den Zustand der Stelleinrichtung rückgeschlossen . werden.
Daher ist bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass der zeitliche Verlauf der den Betätigungsaufwand zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses charakterisierenden Größe bzw. des Werts in einen ersten, den Haftreibungszustand der Stelleinrichtung charakterisierenden Bereich und in wenigstens einen zweiten, den Gleitreibungszustand der Stelleinrichtung
charakterisierenden Bereich unterteilt wird.
Die Stelleinrichtung umfasst beispielsweise wenigstens ein Übertragungselement, mittels welchem Kräfte und/oder Drehmomente zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses übertragbar sind. Zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses ist das
Übertragungselement beispielsweise über wenigstens ein Lager rotatorisch und/oder translatorisch bewegbar an einem Bauteil, insbesondere einem Gehäuse, der
Verbrennungskraftmaschine bzw. Stelleinrichtung gelagert. Das Lager kann dabei zwei Lagerteile umfassen, welche zum Ermöglichen einer Relativbewegung des
Übertragungselements zu dem Bauteil bzw. dem Gehäuse relativ zueinander bewegbar sind.
Zwei sich zunächst relativ zueinander in Ruhe befindende Elemente wie die zwei
Lagerteile, welche zeitlich an diese Ruhe anschließend relativ zueinander bewegt werden, sind dadurch gekennzeichnet, insbesondere wenn sie mit einem Schmiermittel wie Schmieröl zu schmieren sind, dass zum Überführen der Teile (der Lagerteile) von der Ruhe in die relative Bewegung zunächst ein Haftreibungszustand zu überwinden ist. Nach Überwinden des Haftreibungszustands, in welchem Haftreibung zwischen den Lagerteilen vorliegt, liegt beim Bewegen der Lagerteile relativ zueinander ein Gleitreibungszustand vor, in welchem Gleitreibung gegeben ist. Zum Überwinden des Haftreibungszustands und Überführen dieses in den Gleitreibungszustand ist es von Nöten, so genannte Losbrechkräfte und/oder Losbrechmomente aufzubringen. Da die Haftreibung größer ist als die Gleitreibung, sind die Losbrechkräfte und/oder die Losbrechmomente zumindest betragsmäßig größer als aufzubringende Kräfte und/oder Drehmomente, um die
Lagerteile in der relativen Bewegung zueinander zu halten (wenn sie einmal in diese Relativbewegung zueinander überführt sind).
Dies ist insbesondere bei mit dem Schmiermittel, insbesondere Schmieröl, geschmierten Lagern, insbesondere Gleitlagern, mit entsprechenden Lagerteilen als die Lagerteile der Fall. Ebenso ist dies beispielsweise bei im Eingriff miteinander stehenden Verzahnungen zweier Zahnräder, insbesondere der Stelleinrichtung, der Fall.
In Abhängigkeit von den aufzuwendenden Stellkräften und/oder Stellmomenten im Haftreibungszustand sowie in Abhängigkeit von den sich zeitlich danach einstellenden Stellkräften und/oder Stellmomenten im Gleitreibungszustand, in welchem sich
insbesondere zumindest im Wesentlichen konstante Stellkräfte und/oder Stellmomente einstellen, die beispielsweise überwiegend aus Reibkräften und/oder Reibmomenten bestehen und welche abhängig vom Zustand der Stelleinrichtung sind, kann eine besonders präzise und belastbare Aussage über den Zustand der Stelleinrichtung
getroffen werden. Mit anderen Worten kann dadurch der aktuelle und tatsächlich vorliegende Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des Verfahrens wird die Ist-Energiemenge mit der Soll-Energiemenge verglichen, wobei anhand dieses Vergleichs der Zustand der
Stelleinrichtung ermittelt wird. Dadurch ist eine besonders präzise Ermittlung des aktuellen und tatsächlich vorliegenden Zustands der Verbrennungskraftmaschine ermöglicht. Ferner kann dadurch der Zustand auf besonders einfache und kostengünstige Weise mit einer nur geringen Teileanzahl ermittelt werden. Dies hält das Gewicht sowie die Kosten der Verbrennungskraftmaschine besonders gering.
Ergibt der Vergleich, dass die Ist-Energiemenge zumindest betragsmäßig geringer ist als die Soll-Energiemenge, so wird dadurch beispielsweise ein Versagen bzw. ein Ausfall wenigstens eines der Stelleinrichtung zugeordneten Kraft- und/oder
Drehmomentenübertragungselements zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses ermittelt. Mit anderen Worten, ist die Ist-Energiemenge geringer als die Soll- Energiemenge, so ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass dies an dem Ausfall bzw. dem Versagen wenigstens eines entsprechenden Übertragungselements der Stelleinrichtung liegt.
Dieses Ergebnis des Vergleichs sagt beispielsweise aus, dass eine Stellkraft und/oder ein Stellmoment zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses, welches beispielsweise von dem Elektromotor der Stelleinrichtung aufgewendet wird, nicht oder nicht vollständig zu einem in einem Brennraum, insbesondere einem Zylinder, der
Verbrennungskraftmaschine angeordneten Kolben übertragen wird, um durch Bewegen dieses Kolbens in dem Brennraum relativ zu dem Brennraum das Verdichtungsverhältnis einzustellen. Infolge dieser Ermittlung des Ausfalls bzw. des Versagens können entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um einen aus dem Versagen resultierenden Betrieb der Verbrennungskraftmaschine mit einem unerwünscht hohen Kraftstoffverbrauch und/oder mit unerwünscht hohen Schadstoffemissionen zu vermeiden.
Ergibt der Vergleich der Ist-Energiemenge mit der Soll-Energiemenge, dass die Ist- Energiemenge zumindest betragsmäßig größer ist als die Soll-Energiemenge, so kann daraus auf eine erhöhte Reibung und/oder auf eine anderweitige negative
Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Stelleinrichtung rückgeschlossen werden.
Beispielsweise ist wenigstens ein Übertragungselement der Stelleinrichtung verklemmt oder anderweitig in dessen Funktion negativ beeinträchtigt. Auch in diesem Fall sind entsprechende Gegenmaßnahmen besonders frühzeitig einzuleiten, um den
unerwünschten Zustand, insbesondere Betriebszustand, der Verbrennungskraftmaschine zu vermeiden.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren zeitlich nach einem Auslösen einer Deaktivierung der aktivierten Verbrennungskraftmaschine durchgeführt. Dabei handelt es sich beispielsweise um einen sogenannten
Nachlaufmodus eines Steuergeräts zum Steuern und/oder Regeln der
Verbrennungskraftmaschine. In diesem Nachlaufmodus weist die
Verbrennungskraftmaschine einen definierten Zustand auf, in dem keine
Verbrennungsvorgänge in Brennräumen der Verbrennungskraftmaschine ablaufen und somit auch keine Kräfte und/oder Momente infolge von Verbrennungsvorgängen auf die Stelleinrichtung wirken. Dadurch wird das zu erfassende Signal nicht von anderweitigen Effekten beeinflusst. Das zu erfassende Signal charakterisiert dann zumindest im Wesentlichen direkt den Zustand der Stelleinrichtung ohne anderweitige Einflüsse. Es versteht sich, dass das erfindungsgemäße Verfahren jedoch auch in anderweitigen definierten Zuständen der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt werden kann, um den Zustand der Stelleinrichtung präzise und aussagekräftig zu ermitteln.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere dann durchgeführt werden, wenn sich die Verbrennungskraftmaschine in einem ungefeuerten Schubbetriebszustand befindet. Dies bedeutet, dass in dem wenigstens einen Brennraum der
Verbrennungskraftmaschine keine Verbrennungsvorgänge ablaufen. In dem
Schubbetriebszustand wird die Verbrennungskraftmaschine jedoch von wenigstes einem sich drehenden Rad des Kraftwagens angetrieben. Auch dadurch können Einflüsse, insbesondere Kräfte und/oder Momente, die aus den Verbrennungsvorgängen in dem Brennraum resultieren können, vermieden werden.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren durchgeführt, wenn sich die Verbrennungskraftmaschine in einem unangetriebenen Betriebszustand befindet. Dies bedeutet, dass in dem Brennraum keine
Verbrennungsvorgänge ablaufen. Darüber hinaus wird die Verbrennungskraftmaschine auch nicht beispielsweise von einem sich bewegenden Rad des Kraftwagens
angetrieben. Dies bedeutet, dass sich der Kolben in dem Brennraum, insbesondere in dem Zylinder, nicht relativ zu diesem bewegt. In diesem unangetriebenen
Betriebszustand handelt es sich beispielsweise um einen deaktivierten Betriebszustand der Verbrennungskraftmaschine. Dabei können jedoch der Verbrennungskraftmaschine zugeordnete Komponenten, beispielsweise wenigstens eine Regelungseinrichtung zum Steuern und/oder Regeln der Verbrennungskraftmaschine und/oder der Stelleinrichtung, zumindest im Wesentlichen aktiviert sein, um das erfindungsgemäße Verfahren durchführen zu können.
Das Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem unangetriebenen
Betriebszustand der Verbrennungskraftmaschine birgt den Vorteil, dass dadurch weder aus Verbrennungsvorgängen resultierende Einflüsse, insbesondere Kräfte und/oder Momente, noch aus einer Bewegung des Kolbens in dem Brennraum relativ zu diesem das Ermitteln des Zustands bzw. das Erfassen des den Zustand charakterisierenden Signals negativ beeinflussen können. Dadurch ist der tatsächliche und aktuell vorliegende Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelbar.
Fehlmessungen sowie falsche Rückschlüsse auf den Zustand des Stelleinrichtung können dadurch vermieden werden. So können die geschilderten Gegenmaßnahmen zum Vermeiden oder Aufheben des unerwünschten Zustands der Stelleinrichtung besonders bedarfsgerecht und tatsächlich nur dann durchgeführt werden, wenn dies auch tatsächlich von Nöten ist, d.h. wenn die Stelleinrichtung auch tatsächlich den
entsprechenden, die Gegenmaßnahmen auslösenden Zustand aufweist.
Wird das Verfahren durchgeführt, wenn sich der Kraftwagen im Stillstand befindet, so birgt dies den Vorteil, dass dadurch auch aus einer Bewegung des Kraftwagens resultierende insbesondere negative Einflüsse auf das Ermitteln des Zustands der Stelleinrichtung vermieden werden können. Bei diesem aus einer Bewegung des
Kraftwagens resultierenden Einflüssen kann es sich beispielsweise um
Relativbewegungen, Schwingungen oder dergleichen von Bauteilkomponenten und/oder dergleichen des Kraftwagens und insbesondere der Verbrennungskraftmaschine und der Stelleinrichtung handeln. Dadurch ist eine besonders präzise Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung mit all den damit einhergehenden Vorteilen ermöglicht.
Das Durchführen des Verfahrens bei wenigstens einem vorgebbaren Auslöseereignis ist insofern vorteilhaft, als dadurch das Verfahren bei besonders definierten Bedingungen durchgeführt wird.
Vorteilhafterweise wird das Verfahren über die Lebensdauer der Stelleinrichtung hinweg mehrmals durchgeführt. Wird das Verfahren dann bei dem zumindest im Wesentlichen immer gleichen Auslöseereignis durchgeführt, so kann dadurch sichergestellt werden, dass beim Durchführen des Verfahrens zumindest nahezu immer zumindest nahezu gleiche und definierte Bedingungen und damit auch Einflüsse auf das Ermitteln des Zustande vorliegen. Zumindest kann eine Mehrzahl von Ergebnissen, d.h. Zuständen, welche durch das erfindungsgemäße Verfahren erlangt werden, aussagekräftig und belastbar miteinander verglichen werden. Dadurch kann beispielsweise ein zeitlicher Verlauf des Zustande der Stelleinrichtung über eine bestimmte Zeitspanne hinweg ermittelt, abgespeichert, dokumentiert und ausgewertet werden.
Bei einem weiteren Schritt des Verfahrens ist vorgesehen, dass das Verfahren durchgeführt wird, wenn sich die Verbrennungskraftmaschine in einem gefeuerten Betriebszustand befindet. Dies bedeutet, dass Verbrennungsvorgänge in wenigstens einem Brennraum, insbesondere einem Zylinder, der Verbrennungskraftmaschine ablaufen.
Durch Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem gefeuerten
Betriebszustand der Verbrennungskraftmaschine wird das Verfahren bei definierten und damit bekannten Bedingungen durchgeführt. Dies bedeutet, dass auf die Stelleinrichtung und damit auf die Ermittlung ihres Zustands definierte und bekannte Einflüsse, insbesondere aus den Verbrennungsvorgängen resultierende Kräfte und/oder Momente, wirken. Da diese Einflüsse bekannt und bei mehrmaligem Durchführen des Verfahrens stets zumindest im Wesentlichen gleich sind, wird die Qualität und die Aussagekraft des erfassten Signals zum ermitteln des Zustands nicht negativ beeinflusst. Vielmehr kann anhand des erfassten Signals besonders präzise und mit einer hohen Qualität auf den Zustand der Stelleinrichtung geschlossen werden.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren durchgeführt, wenn die Verbrennungskraftmaschine in einem vorgebbaren
Drehzahlbereich, insbesondere bei einer vorgebbaren Drehzahl, betrieben wird. Dadurch wird das Verfahren in einem definierten und bekannten Betriebszustand der
Verbrennungskraftmaschine durchgeführt, in welchem die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung beeinflussende Effekte bekannt sind. Dementsprechend wird die Ermittlung des Zustands zumindest im Wesentlichen nicht negativ beeinflusst, so dass dadurch besonders präzise und aussagekräftig auf den Zustand der Stelleinrichtung
geschlossen werden kann. Der vorgebbare Drehzahlbereich ist beispielsweise die Leerlaufdrehzahl bei betriebswarmer Brennkraftmaschine.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren durchgeführt, wenn die Verbrennungskraftmaschine in einem vorgebbaren Lastbereich, insbesondere in einem vorgebbaren Lastpunkt, betrieben wird. Dadurch wird die
Verbrennungskraftmaschine in einem besonders definierten und bekannten
Betriebszustand betrieben, in welchem die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung beeinflussende Effekte zumindest im Wesentlichen bekannt sind. So kann der Zustand Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden. Da die Effekte bei dem definierten Betriebszustand der Verbrennungskraftmaschine bekannt sind, führen diese nicht zu Messfehlem oder zu falschen Schlüssen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnungen. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und
Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Die Zeichnung zeigt in:
Fig. 1 einen zeitlichen Verlauf einer Stromaufnahme eines Elektromotors einer
Stelleinrichtung zum variablen Einstellen eines Verdichtungsverhältnisses einer Verbrennungskraftmaschine;
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung eines Modells, durch welches physikalische
Eigenschaften der Verbrennungskraftmaschine gemäß Fig. 1 nachgebildet sind;
Fig. 3 einen zeitlichen Verlauf einer Stromaufnahme des Elektromotors gemäß
Fig. 1 ;
Fig. 4 ein Schaubild zur Darstellung von erfassten und berechneten
Energiemengen, die durch den Elektromotor beim Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses gemäß den Fig. 1 bis 3 aufgewendet werden;
Fig. 5 einen zeitlichen Soll-Verlauf sowie einen zeitlichen Ist-Verlauf eines
Drehwinkels eines Elektromotors einer Stelleinrichtung zum variablen Einstellen eines Verdichtungsverhältnisses einer
Verbrennungskraftmaschine;
Fig. 6 einen zeitlichen Verlauf eines elektrischen Stroms zum Überprüfen der
Stelleinrichtung der Verbrennungskraftmaschine gemäß Fig. 1 ;
Fig. 7 zwei zeitliche Verläufe einer Drehbewegung einer Verstellwelle der
Stelleinrichtung zum variablen Einstellen des Verdichtungsverhältnisses der Verbrennungskraftmaschine , anhand welchen ein Zustand der Stelleinrichtung ermittelbar ist;
Fig. 8 einen Soll-Verlauf sowie einen Ist-Verlauf eines Drehwinkels eines
Elektromotors der Stelleinrichtung zum variablen Einstellen eines
Verdichtungsverhältnisses der Verbrennungskraftmaschine und
Fig. 9 einen zeitlichen Verlauf eines Stellmoments, welches es von der
Stelleinrichtung zum variablen Einstellen des Verdichtungsverhältnisses der Verbrennungskraftmaschine aufzuwenden gilt, um das Verdichtungsverhältnis einzustellen.
Das Streben, Kraftstoffverbräuche von Verbrennungskraftmaschinen zu reduzieren, führt dazu, Verbrennungskraftmaschinen mit wenigstens einem variabel verstellbaren
Verdichtungsverhältnis sowie mit einer Stelleinrichtung zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses zu versehen. Eine solche Verbrennungskraftmaschine ist beispielsweise als Hubkolbenmaschine ausgebildet und weist wenigstens einen Zylinder auf, in welchem ein korrespondierender Kolben translatorisch bewegbar aufgenommen ist. Zum variablen Einstellen des dem Zylinder zugeordneten Verdichtungsverhältnisses ist die Stelleinrichtung vorgesehen, mittels welcher der Kolben in dem Zylinder relativ zu dem Zylinder bewegbar ist. Dazu umfasst die Stelleinrichtung beispielsweise einen
Elektromotor mit einem um eine Drehachse drehbaren Rotor. Ferner umfasst die Stelleinrichtung eine Verstellwelle, welche beispielsweise als Exzenterwelle ausgebildet und um eine Drehachse drehbar ist. Die Exzenterwelle ist mit dem Rotor des
Elektromotors drehfest gekoppelt oder zum Einstellen bzw. Verstellen des
Verdichtungsverhältnisses drehfest koppelbar.
Ebenso kann vorgesehen sein, dass eine zumindest im Wesentlichen gerade
Verstellwelle und eine zusätzliche Verstellwelle vorgesehen sind, welche zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses miteinander drehfest gekoppelt sind. So kann von dem Elektromotor auf bzw. in die Welle bzw. Wellen ein Drehmoment zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses eingeleitet werden. Dieses Drehmoment wird auch als Stellmoment bezeichnet. Über die Exzenterwelle und/oder die Verstellwelle und gegebenenfalls weitere vorhandene Übertragungselemente der Stelleinrichtung wird das Stellmoment auf den Kolben übertragen, wodurch dieser in dem Brennraum relativ zu diesem bewegt wird. Bei diesen Übertragungselementen handelt es sich beispielsweise um ein Getriebe mit wenigstens zwei Zahnrädern, welche jeweils eine Verzahnung aufweisen. Die Verzahnungen stehen dabei miteinander in Eingriff.
Zur Darstellung eines zum Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses notwendigen Stellmoments weist der Elektromotor einen entsprechenden Strombedarf und somit eine entsprechende elektrische Stromaufnahme auf. Eine solche
Stromaufnahme ist in der Fig. 1 gezeigt.
Die Fig. 1 zeigt ein Diagramm 10, auf dessen Abszisse 12 die Zeit gemäß einem Richtungspfeil 14 fortlaufend aufgetragen ist. Auf der Ordinate 16 des Diagramms 10 ist die elektrische Stromaufnahme bzw. der elektrische Strom des Elektromotors gemäß einem Richtungspfeil 17 ansteigend aufgetragen.
In das Diagramm 0 ist ein zeitlicher Verlauf 18 der elektrischen Stromaufnahme des Elektromotors eingetragen. Der Verlauf 18 weist einen ersten Bereich 20 sowie einen zweiten Bereich 22 auf. In dem ersten Bereich 20 befindet sich die Stelleinrichtung in einem Haftreibungszustand. In dem zweiten Bereich 22 befindet sich die Stelleinrichtung in einem Gleitreibungszustand.
Die Exzenterwelle und/oder die Verstellwelle sowie die gegebenenfalls vorhandenen weiteren Übertragungselemente der Stelleinrichtung sind jeweils über wenigstens ein Lager rotatorisch und/oder translatorisch bewegbar an einem Bauteil, insbesondere an
einem Gehäuseteil, der Verbrennungskraftmaschine bzw. der Stelleinrichtung relativ zu diesem Bauteil bewegbar gelagert. Das jeweilige Lager umfasst dabei wenigstens zwei relativ zueinander bewegbare Lagerteile. Befinden sich die Lagerteile zunächst relativ zueinander in Ruhe, und werden die Lagerteile in eine Relativbewegung zueinander überführt, so muss das Lager von dem Haftreibungszustand, in welchem Haftreibung zwischen den Lagerteilen infolge der relativen Ruhe herrscht, in einen
Gleitreibungszustand, in welchem Gleitreibung infolge der relativen Bewegung der Lagerteile zueinander herrscht, überführt werden.
Zu diesem Überführen sind Stellkräfte und/oder Stellmomente aufzubringen. Da die Haftreibung zumindest betragsmäßig größer ist als die Gleitreibung, sind die im
Haftreibungszustand aufzuwendenden Stellkräfte und/oder Stellmomente zum
Überführen des Lagers und damit der Stelleinrichtung von dem Haftreibungszustand in den Gleitreibungszustand größer als in dem Gleitreibungszustand, in welchem sich die Lagerteile relativ zueinander zumindest im Wesentlichen konstant bewegen. In dem Gleitreibungszustand sind dabei lediglich im Wesentlichen konstante Stellkräfte und/oder Drehmomente aufzuwenden, um insbesondere Reibkräfte und/oder Reibmomente zu überwinden und die Lagerteile in der relativen Bewegung zueinander zu halten.
Das zum Haftreibungszustand und zum Gleitreibungszustand Geschilderte trifft insbesondere auf Gleitlager zu, welche mit einem Schmiermittel, insbesondere Schmieröl, zu versorgen sind. Auch kann dies auf miteinander im Eingriff stehende Verzahnungen zweier Zahnräder zutreffen. Das Stellmoment zum Überwinden der Haftreibung bzw. des Haftreibungszustands wird auch als Losbrechmoment bezeichnet.
Für die Funktionalität zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses der Stelleinrichtung besonders wichtig ist es, dass sich die Exzenterwelle (Verstellwelle) der Stelleinrichtung gemäß einer vorgebbaren Soll-Position um die Drehachse verdreht. Die Stelleinrichtung kann dabei eine Mehrzahl von Verstellwellen aufweisen. Insbesondere die in einem Drehmomenten- und/oder Kraftfluss vom Elektromotor zu dem Kolben letzte der
Verstellwellen spielt eine besonders wichtige Rolle für die Funktionalität der
Stelleinrichtung.
Da das Stellmoment an dieser Verstellwelle (Exzenterwelle) wirkt und zumindest im Wesentlichen maßgeblich für von dem Elektromotor aufzuwendende Stellmomente verantwortlich ist, kann für eine Diagnose der Stelleinrichtung das von dem Elektromotor zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses aufzuwendende Stellmoment verwendet
werden. Mit anderen Worten, wird die Stelleinrichtung hinsichtlich ihres tatsächlichen und aktuell vorliegenden Zustands, in Abhängigkeit von dem, von dem Elektromotor aufzubringenden Stellmoment zum Einstellen bzw. Verstellen des
Verdichtungsverhältnisses, ermittelt.
Zum Verstellen des Verdichtungsverhältnisses von einem ersten Wert, welcher als Epsiloneinheit bezeichnet wird, zu einem zweiten, davon unterschiedlichen Wert
(Epsiloneinheit), ist von der Stelleinrichtung eine dazu notwendige Energiemenge aufzubringen, um das nötige Stellmoment darzustellen. Diese Energiemenge ist abhängig von den Epsiloneinheiten, um welche das Verdichtungsverhältnis verstellt wird, sowie von einer Last und/oder einer Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine. Die Last und/oder die Drehzahl und die zu verstellenden Epsiloneinheiten beeinflussen zumindest betragsmäßig das aufzuwendende Stellmoment, zu dessen Aufwenden bzw. Aufbringen eine entsprechende Energiemenge nötig ist. Diese zum Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses notwendige Energiemenge kann zum einen über die
Stromaufnahme des Elektromotors gemessen werden, was anhand des Verlaufs 18 der Fig. 1 dargestellt ist.
Ferner besteht die Möglichkeit, anhand eines Echtzeit-Simulationsmodells, durch welches wenigstens eine physikalische Eigenschaft der Verbrennungskraftmaschine mit der Stelleinrichtung nachgebildet ist, eine Energiemenge zu berechnen, die zum Einstellen bzw. Verstellen des Verdichtungsverhältnisses aufzuwenden ist. Als Eingangsgrößen des Simulationsmodells dienen dabei die zu verstellenden Epsiloneinheiten sowie die Last und/oder die Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine.
Die Fig. 2 zeigt ein solches Simulationsmodell 24, mittels welchem die aufzuwendende Energiemenge als Soll-Energiemenge zu berechnen ist. Im Rahmen des
Simulationsmodells 24 ist die Exzenterwelle durch einen Simulationsblock 26 modelliert. Ein Richtungspfeil 28 stellt eine Eingangsgröße des Simulationsmodells dar. Bei der durch den Richtungspfeil 28 angedeuteten Eingangsgröße handelt es sich um die Last MMotor der Verbrennungskraftmaschine. Ferner ist eine weitere Eingangsgröße des Simulationsmodells 24 durch einen Richtungspfeil 30 angedeutet, wobei es sich um das aktuell eingestellte Verdichtungsverhältnis Epsist handelt. Weitere Eingangsgrößen des Simulationsmodells 24 können ein Drehmomentverlauf MExzenter an der Exzenterwelle sein, welche durch einen Richtungspfeil 32 dargestellt wird. Eine weitere Eingangsgröße kann eine Ist-Winkelstellung aist der Exzenterwelle sein, die die aktuelle Winkellage der Exzenterwelle darstellt. Diese Eingangsgröße ist durch einen Richtungspfeil 34
dargestellt. Durch einen Simulationsblock 36 des Simulationsmodells 24 sind weitere Übertragungselemente wie beispielsweise zumindest ein Getriebe der Stelleinrichtung modelliert.
Durch den Simulationsblock 36 sind dabei ein Übersetzungsverhältnis und/oder eine Getriebeart und/oder Trägheiten und/oder Elastizitäten der Übertragungselemente modelliert. Der Simulationsblock 36 erhält die durch den Richtungspfeil 32 dargestellte Eingangsgröße. Eine durch einen Richtungspfeil 38 angedeutete Ausgangsgröße des Simulationsblocks 36 ist eine Drehzahl nExzenter der Exzenterwelle, welche dem
Simulationsblock 36 zugeführt wird. Eine weitere Ausgangsgröße des Simulationsblocks 36 ist ein Moment MSteiiweiie an der Verstellwelle. Diese Ausgangsgröße ist durch einen Richtungspfeil 40 dargestellt. Die Modellierung der Verstellwelle ist in der Fig. 2 schematisch dargestellt und mit 42 bezeichnet. Dabei wird ein Drehmomentenverlauf an der Verstellwelle und/oder ein Verstellwinkel an dieser modelliert.
Die durch den Richtungspfeil 40 dargestellte Ausgangsgröße des Simulationsblocks 36 wird einem Simulationsblock 44 des Simulationsmodells 24 zugeführt. Durch den
Simulationsblock 44 ist der Elektromotor modelliert. Diese Modellierung des
Elektromotors ist in der Fig. 2 schematisch dargestellt und mit 46 bezeichnet. Dabei wird eine Drehmomentenkennlinie und/oder eine Dynamikanforderung des Elektromotors modelliert. Ein Richtungspfeil 48 stellt eine Ausgangsgröße des Simulationsblocks 44 dar. Diese Ausgangsgröße ist eine Drehzahl ne-Motor des Elektromotors und diese wird dem Simulationsblock 36 zugeführt.
Durch einen weiteren Simulationsblock 50 ist eine Endstufe einer Leistungselektronik der Stelleinrichtung modelliert. Eine durch einen Richtungspfeil 52 angedeutete
Ausgangsgröße des Simulationsblocks 50 ist eine elektrische Leistung Peiektrisch. durch welche die Stromaufnahme des Elektromotors charakterisiert ist.
Das Simulationsmodell 24 weist ferner einen weiteren Simulationsblock 54 auf, durch welchen ein Regler zum Regeln der Stelleinrichtung und damit des Einstellens des Verdichtungsverhältnisses modelliert ist. Diese Modellierung ist in der Fig. 2 schematisch dargestellt und mit 56 bezeichnet. Dabei sind eine Positionsregelung des Verstellwinkels der Exzenterwelle und/oder eine Sensorauflösung modelliert. Eine Eingangsgröße des Simulationsblocks 54 ist durch einen Richtungspfeil 58 dargestellt. Diese Eingangsgröße ist ein Soll-Verdichtungsverhältnis, welches einzustellen ist und nach Einstellen des Verdichtungsverhältnisses vorliegen soll. Eine Ausgangsgröße des Simulationsblocks 54 ist durch einen Richtungspfeil 60 dargestellt. Bei dieser Ausgangsgröße handelt es sich
um einen Soll-Drehwinkel ason, um welchen die Verstellwelle zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses verdreht werden soll.
Die Richtungspfeile 30, 34, 58 und 60 deuten dabei einen Informationsfluss an, während die übrigen Richtungspfeile 28, 32, 38, 40, 48 und 52 einen Energiefluss andeuten.
Anhand des Simulationsmodells 24 ist somit die Energiemenge als Soll-Energiemenge zu berechnen, die es von der Stelleinrichtung aufzubringen gilt, um das
Verdichtungsverhältnis von einem gegebenen zu einem davon unterschiedlichen Wert einzustellen.
Die Fig. 3 zeigt das Diagramm 10, in welchem ein weiterer zeitlicher Verlauf 62 der Stromaufnahme des Elektromotors eingetragen ist. Der Verlauf 62 wird dabei wie der Verlauf 18 gemessen und charakterisiert die Energiemenge als Ist-Energiemenge, welche von der Stelleinrichtung tatsächlich aufgewendet wird bzw. wurde, um das
Verdichtungsverhältnis von dem ersten auf den zweiten, davon unterschiedlichen Wert einzustellen.
Wie in Zusammenschau mit der Fig. 1 deutlich wird, ist der Verlauf 62 betragsmäßig geringer als der Verlauf 18. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass bei einem
Messvorgang zum Messen des Verlaufs 62 die Stelleinrichtung eine geringer Ist- Energiemenge aufgebracht bzw. verbraucht hat zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses als bei einem anderweitigen Messvorgang, bei welchem der Verlauf 18 erfasst wird bzw. wurde.
Die Fig. 4 zeigt einen Energiebalken 64, welcher die Ist-Energiemenge charakterisiert, welche anhand des gemessenen Verlaufs 18 ermittelt wird. Die Fig. 4 zeigt ferner einen Energiebalken 66, welcher die Ist-Energiemenge charakterisiert, die anhand des gemessenen Verlaufs 62 ermittelt wird. Die Fig. 4 zeigt ferner einen weiteren
Energiebalken 68, welcher die anhand des Simulationsmodells 24 berechnete Soll- Energiemenge charakterisiert. Die Soll-Energiemenge stellt dabei die Energiemenge dar, die es bei voll funktionsfähiger und zumindest nahezu unverschlissener Stelleinrichtung aufzuwenden gilt, um das Verdichtungsverhältnis einzustellen.
Ein Vergleich des Energiebalkens 64 mit dem Energiebalken 68 und damit der anhand des Verlaufs 18 ermittelten Ist-Energiemenge mit der anhand des Simulationsmodells 24 ermittelten Soll-Energiemenge erlaubt den Rückschluss, dass die Stelleinrichtung bei dem Messvorgang zum Ermitteln des Verlaufs 18 zumindest im Wesentlichen voll
funktionsfähig ist bzw. war, keinen oder nur einen sehr geringen Verschleiß aufweist und dass die Stelleinrichtung ihre Funktion erfüllen kann, das Verdichtungsverhältnis einzustellen. Dies ist der Fall, da die durch den Energiebalken 64 charakterisierte Ist- Energiemenge zumindest im Wesentlichen mit der durch den Energiebalken 68 charakterisierten Soll-Energiemenge übereinstimmt.
Im Gegensatz dazu ergibt ein Vergleich des Energiebalkens 66 mit dem Energiebalken 68 und damit ein Vergleich der anhand des Verlaufs 62 ermittelten Ist-Energiemenge mit der anhand des Simulationsmodells 24 ermittelten Soll-Energiemenge, dass bei der Durchführung des Messvorgangs zum Erfassen des Verlaufs 62 die Stelleinrichtung einen unterschiedlichen Zustand aufweist als durch das Simulationsmodell 24 modelliert ist. Da die durch den Energiebalken 66 charakterisierte Ist-Energiemenge wesentlich geringer ist als die durch den Energiebalken 68 charakterisierte Soll-Energiemenge, kann anhand dieses Vergleichs darauf zurückgeschlossen werden, dass die Exzenterwelle und/oder die Verstellwelle und/oder zumindest eines der Übertragungselemente wie das Getriebe ausgefallen ist bzw. seine Funktion zum Einstellen des
Verdichtungsverhältnisses nicht auf gewünschte Art und Weise erfüllen kann.
So kann anhand des Vergleichs der Ist-Energiemenge mit der Soll-Energiemenge der Zustand und die Funktionsfähigkeit der Stelleinrichtung und insbesondere derer
Übertragungselemente besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden. Bei einem Ausfall eines der Übertragungselemente wird insbesondere die letzte Verstellwelle der Versteileinrichtung nicht gedreht. Wie der Zusammenschau der Fig. 1 mit der Fig. 3 zu entnehmen ist, fehlen somit die Stellmomente an der Verstellwelle. Dadurch verringert sich eine zu drehende Last des Elektromotors, sodass dieser eine geringere
Stromaufnahme aufweist im Vergleich zum Simulationsmodell 24 und zum Verlauf 18, bei welchem die Übertragungselemente intakt sind.
Es ist außerdem wünschenswert, den Zustand der Stelleinrichtung insbesondere hinsichtlich ihres Verschleißes präzise und aussagekräftig zu ermitteln. Anhand der Fig. 5 bis 7 ist ein Verfahren veranschaulicht, mittels welchem der Zustand der Stelleinrichtung besonders aussagekräftig und präzise zu ermitteln ist.
Zunächst wird der Elektromotor positionsgeregelt betrieben, d.h., dass der Elektromotor derart betrieben wird, dass sein Rotor und damit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle eine vorgegebene Bewegung durchführt. Bei der vorgegebenen Bewegung handelt es sich um einen Drehwinkel der Verstellwelle. Mit anderen Worten
wird der Elektromotor solange und derart betrieben, so dass und bis sein Rotor und damit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle den vorgebbaren
Drehwinkel, ausgehend von einer Drehstellung, zurückgelegt haben.
Zur Veranschaulichung dieses positionsgeregelten Betriebs zeigt die Fig. 5 ein Diagramm 70, auf dessen Abszisse 72 die Zeit gemäß einem Richtungspfeil 74 fortlaufend aufgetragen ist. Auf der Ordinate des Diagramms 70 ist der Drehwinkel des Rotors des Elektromotors und damit der Verstellwelle gemäß einem Richtungspfeil 78 ansteigend aufgetragen.
In dem Diagramm 70 ist ein Soll-Verlauf 80 des Drehwinkels eingetragen. Der Soll- Verlauf 80 charakterisiert die Drehbewegung des Motors und damit der Verstellwelle beim Betreiben des Elektromotors, wenn die Stelleinrichtung idealisiert reibungsfrei ist bzw. wäre.
Tatsächlich treten jedoch Reibungserscheinungen beim Betrieb der Stelleinrichtung zum Einstellen des Verdichtungsverhältnisses auf. So wird der Elektromotor positionsgeregelt betrieben und beispielsweise wenigstens eine vollständige Umdrehung des Rotors und damit der Verstellwelle durchgeführt ist, um ein sogenanntes Losbrechmoment der Stelleinrichtung zu überwinden. Das Losbrechmoment charakterisiert das von dem Elektromotor aufzuwendende Drehmoment, um die Stelleinrichtung von einem
Haftreibungszustand, in welchem Haftreibung vorliegt, in einen Gleitreibungszustand, in welchem Gleitreibung vorliegt, zu überführen.
Ausgehend von zwei relativ zueinander bewegbaren Teilen, beispielsweise zwei
Lagerteilen des Lagers der Verstellwelle, welche sich zunächst relativ zueinander in Ruhe befinden, ist zunächst der Haftreibungszustand und damit die Haftreibung zu
überwinden, um die Teile bzw. die Lagerteile in eine Relativbewegung zueinander zu versetzen. Da die Haftreibung zumindest betragsmäßig größer ist als die Gleitreibung, ist zum Überwinden des Haftreibungszustands eine höhere Stellkraft bzw. ein höheres Stellmoment (Losbrechmoment) aufzuwenden, als es in dem Gleitreibungszustand aufzuwenden ist, um die Teile in der relativen Bewegung zueinander zu halten. Im Gleitreibungszustand wird das zum relativen Bewegen der Teile aufzuwendende
Stellmoment zumindest im Wesentlichen lediglich durch Reibungskräfte zwischen den Teilen bestimmt. Ist der Haftreibungszustand überwunden, so ist im Gleitreibungszustand lediglich eine zumindest im Wesentlichen konstante Stellkraft bzw. ein zumindest im Wesentlichen konstantes Stellmoment von Nöten, um die Teile in der relativen Bewegung
zueinander zu halten. Dies trifft insbesondere auf Gleitlager zu, welche mit einem
Schmiermittel, insbesondere Schmieröl, zu schmieren sind.
Aufgrund der Notwendigkeit, zunächst das Losbrechmoment zu überwinden, um die Verstellwelle aus einem ruhenden Zustand heraus in einen drehenden Zustand zu bewegen, weicht ein in der Fig. 5 gezeigter Ist-Verlauf des Drehwinkels von dem idealen Soll-Verlauf 80 ab. In dem Diagramm 70 ist eine Zeitspanne Z gezeigt, welche es dauert, um das Losbrechmoment zu überwinden. In der Folge werden dann der Rotor und damit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle positionsgeregelt bewegt, bis sie einen gewünschten Soll-Drehwinkel D aufweisen. Dieser Soll-Drehwinkel D weist dabei beispielsweise zumindest im Wesentlichen 360° auf, so dass wenigstens eine vollständige Umdrehung des Rotors durchgeführt wird.
Zum Betreiben des Elektromotors und damit zum Drehen des Rotors und der über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle wird der Elektromotor mit elektrischem Strom versorgt. Der Strom, mit welchem der Elektromotor versorgt wird, ist dabei proportional zum Stellmoment, das von dem Elektromotor aufgewendet und auf die Verstellwelle übertragen wird. Der aufzuwendende elektrische Strom zum Überwinden des Losbrechmoments kann ebenfalls zur Aussage über den Zustand der Stelleinrichtung genutzt werden. Je höher der aufzuwendende Strom zum Überwinden des
Losbrechmoments ist, desto höher sind in der Stelleinrichtung vorliegende Reibungen. Dies deutet auf einen relativ hohen Verschleiß der Stelleinrichtung hin.
Dieser Strom, der notwendig ist, um das Losbrechmoment zu überwinden, kann mit einem abgespeicherten und beispielsweise in einem Kennfeld hinterlegten Strom verglichen werden. Der abgespeicherte Strom charakterisiert dabei die Stelleinrichtung in einem Zustand, in welchen sie zumindest im Wesentlichen keine oder nur eine geringe Reibung bzw. Verschleiß aufweist. Ist der abgespeicherte Strom geringer als der zum Überwinden des Losbrechmoments notwendige Strom, so deutet dies auf den erhöhten Verschleiß der Versteileinrichtung hin. Nach dem Durchführen der vorgebbar und definierten Bewegung des Rotors in Form des vorgebbaren Soll-Drehwinkels D von zumindest im Wesentlichen 360° wird der Elektromotor mit einem vorgebbaren, definierten und in der Fig. 6 gezeigten Stromverlauf 84 angesteuert und betrieben. Bei diesem Verfahren wird somit eine vorgebbare Bewegung der Verstellwelle (und somit auch des Rotors) durchgeführt.
Die Fig. 6 zeigt ein Diagramm 86, auf dessen Abszisse 88 die Zeit gemäß einem
Richtungspfeil 90 fortlaufend aufgetragen ist. Auf der Ordinate 92 des Diagramms 86 ist gemäß einem Richtungspfeil 94 aufsteigend der elektrische Strom aufgetragen, mit welchem der Elektromotor zum Verstellen bzw. Einstellen des Verdichtungsverhältnisses betrieben wird.
Das Verfahren zum Ermitteln des Zustande der Stelleinrichtung wird beispielsweise in einem definierten Zustand der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt. Bei diesem definierten Zustand handelt es sich beispielsweise um einen Nachlaufmodus eines Steuergeräts zum Steuern und/oder Regeln der Verbrennungskraftmaschine. In diesem Nachlaufmodus wird das Steuergerät zeitlich nach einem Auslösen einer Deaktivierung der Verbrennungskraftmaschine betrieben, wobei die Verbrennungskraftmaschine deaktiviert ist. Das Steuergerät ist dabei jedoch noch nicht deaktiviert. In diesem deaktivierten Zustand der Verbrennungskraftmaschine laufen keine
Verbrennungsvorgänge in Brennräumen, insbesondere Zylindern, der
Verbrennungskraftmaschine ab. Dadurch wirken keine zusätzlichen Momente und/oder Kräfte infolge der Verbrennungsvorgänge und/oder infolge einer Rotation einer
Kurbelwelle auf die Verstellwelle. Auf die Verstellwelle wirken zumindest im Wesentlichen lediglich Trägheitsmomente und/oder Trägheitskräfte der Stelleinrichtung sowie gegebenenfalls erhöhte Reibmomente infolge des Verschleißes der Stelleinrichtung. Nach dem Überwinden des infolge der Haftreibungskraft herrschenden
Losbrechmoments stellt sich ein Stellmoment ein, welches zumindest im Wesentlichen proportional zu dem Strom und damit dem Stromverlauf 84 ist.
In Abhängigkeit von Reibkräften, insbesondere in dem wenigstens einen Lager, von Verzahnungskräften von Zahnrädern der Stelleinrichtung und/oder von anderweitigen Kräften, führen der Rotor und damit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle eine Anzahl an Umdrehungen durch bzw. der Rotor und die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle bewegen sich einen bestimmten Drehwinkel auch in Abhängigkeit von der Höhe, d.h. dem Betrag, und der zeitlichen Dauer des Stroms (Stromverlauf 84).
Weist die Stelleinrichtung einen Zustand mit einem relativ geringen Verschleiß und damit einer relativ geringen Reibung auf, so führen der Rotor und die über eine
Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle eine relativ hohe Anzahl an
Umdrehungen aus bzw. der Rotor und die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle bewegen sich einen relativ hohen Drehwinkel. Weist die Stelleinrichtung
demgegenüber einen Zustand mit einem höheren Verschleiß und damit einer höheren Reibung auf, so führen der Rotor und die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle demgegenüber eine geringere Anzahl an Umdrehungen aus bzw. der Rotor und die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle bewegen sich einen geringeren Drehwinkel.
Die erfasste Anzahl an Umdrehungen und/oder der erfasste Drehwinkel stellen somit eine jeweilige Messgröße dar, anhand derer auf den Zustand der Stelleinrichtung und somit auf das Vorliegen eines gewissen, relativ hohen Verschleißes und einer gewissen, relativ hohen Reibung rückgeschlossen werden kann. Dadurch ist eine Messung, Auswertung und Diagnose einer Kinematikgröße der Stelleinrichtung auf einfache und kostengünstige Weise durchführbar. Es sind keine zusätzlichen Sensoren und/oder Stellglieder von Nöten. Dies hält das Gewicht, den Bauraumbedarf und die Kosten der
Verbrennungskraftmaschine gering.
Der sich einstellende Drehwinkel des Rotors bzw. der Stellwelle kann dabei mittels einer entsprechenden Erfassungseinrichtung erfasst und mit einem in einer
Speichereinrichtung abgespeicherten Soll-Drehwinkel verglichen werden.
Die Fig. 7 zeigt ein Diagramm 96 auf dessen Abszisse 98 die Zeit gemäß einem
Richtungspfeil 100 fortlaufend aufgetragen ist. Auf der Ordinate 102 des Diagramms 96 ist der Drehwinkel gemäß einem Richtungspfeil 104 aufsteigend aufgetragen. In dem Diagramm 96 ist ein Ist-Verlauf 106 eines erfassten Drehwinkels des Rotors und damit der Verstellwelle eingetragen. Der Ist- Verlauf 106 charakterisiert dabei einen Zustand der Stelleinrichtung, in welchem die Stelleinrichtung einen relativ geringen Verschleiß aufweist. In dem Diagramm 96 ist auch ein Toleranzband 108 eingetragen, welches von einem oberen Schwellenverlauf 110 und einem unteren Schwellenverlauf 112 begrenzt wird. Befindet sich ein erfasster Verlauf des Drehwinkels innerhalb des Toleranzbandes 108 oder zumindest auf den Schwellenverläufen 110 oder 112, so weist die
Stelleinrichtung einen noch vorteilhaften Zustand auf, in welchem die Stelleinrichtung hohe Stelldynamiken erfüllen und das Verdichtungsverhältnis präzise einstellen kann.
In dem Diagramm 96 ist ein weiterer Ist-Verlauf 114 des erfassten Drehwinkels eingetragen. Wie der Fig. 7 zu entnehmen ist, befindet sich der Ist-Verlauf 114 außerhalb des Toleranzbandes 108. Der Ist- Verlauf 114 deutet auf einen erhöhten und
gegebenenfalls unerwünscht hohen Verschleiß der Stelleinrichtung mit erhöhten
Reibungen hin. Wird der Ist-Verlauf 114 erfasst, so können frühzeitig entsprechende
Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um die Stelleinrichtung zu warten und wieder in einen vorteilhaften und erwünschten, beispielsweise durch den Ist-Verlauf 46
charakterisierten, Zustand zu versetzen.
Anhand der Fig. 8 und 9 ist ein weiteres Verfahren veranschaulicht, mittels welchem zusätzlich oder alternativ der Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden kann. Der Elektromotor wird positionsgeregelt bei einer definierten und vorgebbaren Drehzahl angesteuert. Dies bedeutet, dass der Elektromotor derart betrieben wird, dass er eine vorgebbare Bewegung in Form der Drehzahl durchführt. Ebenso kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor derart betrieben wird, so dass der Rotor und damit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte
Verstellwelle einen vorgebbaren, definierten Drehwinkel D durchführen. Mit anderen Worten wird der Elektromotor über eine solch große Zeitspanne unter Versorgung des Elektromotors mit einem betragsmäßig solch hohen Strom versorgt, bis der Rotor und somit die über eine Übertragungsvorrichtung gekoppelte Verstellwelle den vorgebbaren Drehwinkel D zurückgelegt haben.
Die Fig. 8 zeigt das Diagramm 70 mit dem idealen Soll-Verlauf 80. In dem Diagramm 70 ist nun ferner ein Ist-Verlauf 116 eingetragen. Wie der Fig. 8 zu entnehmen ist, wird der Elektromotor derart betrieben, bis der Ist-Verlauf 116 den vorgebbaren Soll-Drehwinkel D des Soll-Verlaufs 80 erreicht hat. Ein zur Durchführung dieser vorgebbaren definierten Bewegung (Drehzahl und/oder Soll-Drehwinkel D) notwendige und aufzuwendende Strom wird mit einer entsprechenden Erfassungseinrichtung gemessen. Dabei ergibt sich die Möglichkeit den Betrag des Stroms zur Überwindung des Losbrechmoments und zeitlich anschließend den Betrag des Stroms zur Verstellung bzw. Einstellung des
Verdichtungsverhältnisses bei der definierten Drehzahl zu erfassen. Da, wie geschildert, der Strom proportional zum Stellmoment ist, kann dadurch auch das Stellmoment erfasst bzw. ermittelt werden. Dies ist anhand der Fig. 9 veranschaulicht.
Die Fig. 9 zeigt ein Diagramm 118, auf dessen Abszisse 120 die Zeit gemäß einem Richtungspfeil 122 fortlaufend aufgetragen ist. Auf der Ordinate des Diagramms 118 ist das Stellmoment gemäß einem Richtungspfeil 126 ansteigend aufgetragen. In das Diagramm 118 ist ein Verlauf 128 des Stellmoments eingetragen. Der Verlauf weist einen ersten Bereich 130 auf, weicher den Haftreibungszustand charakterisiert. Somit charakterisiert der Verlauf 28 in dem Bereich 30 das Losbrechmoment, welches es aufzubringen gilt, um die Stelleinrichtung von dem Haftreibungszustand in den
Gleitreibungszustand zu überführen.
Der Verlauf 128 weist einen zweiten Bereich 132 auf, welcher den Gleitreibungszustand der Stelleinrichtung charakterisiert. In dem Gleitreibungszustand weist das Stellmoment einen zumindest im Wesentlichen konstanten Verlauf auf. In dem Bereich 132 des Verlaufs 128 kann anhand des Verlaufs 128 besonders präzise das Stellmoment auf einem Strom bzw. dessen zeitlichen Stromverlauf ermittelt werden. So kann der Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden.
Eine weitere Möglichkeit zum Ermitteln des Zustands der Stelleinrichtung ist, den Elektromotor positionsgeregelt bei einer maximal zulässigen Bestromung zu betreiben. Dies bedeutet, dass dem Elektromotor der maximal zulässige Strom zugeführt wird. Dabei stellt sich eine maximale Drehzahl des Stators und damit der Verstellwelle ein. Die maximal einstellende Drehzahl ermöglicht eine Aussage über den Zustand des
Stellsystems zu treffen. Je geringer die Reibung und der Verschleiß der Stelleinrichtung ist, desto höher ist die sich einstellende Maximaldrehzahl und umgekehrt. Diese sich maximal einstellende Drehzahl wird als Grenzdrehzahl bezeichnet. Der Grenzdrehzahl lässt sich über eine Drehzahl - Drehmoment - Kennlinie des Elektromotors ein bei diesem Zustand der Stelleinrichtung benötigtes Stellmoment zuordnen, so dass besonders präzise und aussagekräftige Rückschlüsse der Stelleinrichtung gemacht werden können.
Die anhand der Fig. 5 bis 9 illustrierten Verfahren werden bevorzugt dann durchgeführt, wenn sich die Verbrennungskraftmaschine in einem ungefeuerten und unangetriebenen Betriebszustand befindet. Dadurch wird die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung nicht von aus Verbrennungen resultierenden Einflüssen wie beispielsweise Kräfte und/oder Momente beeinflusst. Darüber hinaus wird die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung nicht von dem sich in dem Brennraum relativ zu diesem bewegenden Kolben beeinflusst. Dadurch kann der aktuelle und tatsächlich vorliegende Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise und aussagekräftig ermittelt werden. Insbesondere wirkt kein zusätzliches Moment infolge von Verbrennungsvorgängen sowie infolge einer Rotation der Kurbelwelle auf die Verstellwelle.
Die anhand der Fig. 5 bis 9 dargestellten und veranschaulichten Verfahren können aber auch bevorzugt durchgeführt werden, wenn die Verbrennungskraftmaschine in einem gefeuerten Betriebszustand betrieben wird. Dadurch werden die Verfahren in einem definierten Betriebspunkt der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt. In diesem
definierten Betriebszustand wirkt ein zusätzliches definiertes und bekanntes Moment und/oder eine zusätzliche definierte und bekannte Kraft infolge von
Verbrennungsvorgängen in dem Zylinder und infolge einer Rotation der Kurbelwelle. Dieses definierte Moment und/oder diese definierte Kraft wirken dabei auf Verstellwelle.
Dabei ist ein definierter Lastpunkt der Verbrennungskraftmaschine mit dem dazu korrespondierenden Stellmoment in einer Speichereinrichtung des Steuergeräts der Verbrennungskraftmaschine abgespeichert. Dadurch kann vorgesehen sein, dass die Verfahren im Leerlauf der Verbrennungskraftmaschine und/oder bei anderweitigen definierten Lastpunkten der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt werden.
Insbesondere können die Verfahren auch in Abhängigkeit von wenigstens einer vorgebbaren Temperatur eines Schmiermittels, insbesondere von Schmieröl, zum
Schmieren der Stelleinrichtung und/oder der Verbrennungskraftmaschine durchgeführt werden. Ergänzend oder alternativ ist es möglich, die Verfahren in Abhängigkeit von wenigstens einer Temperatur eines Kühlmediums, insbesondere einer Kühlflüssigkeit, zum Kühlen der Stelleinrichtung und/oder der Verbrennungskraftmaschine
durchzuführen. Dies bedeutet, dass die Verfahren dann durchgeführt werden, wenn die zumindest eine Temperatur (des Schmiermittels und/oder des Kühlmediums) wenigstens einen vorgebbaren Schwellenwert nicht überschreitet oder unterschreitet. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die Verfahren dann durchgeführt werden, wenn die zumindest eine Temperatur innerhalb eines vorgebbaren Temperaturbereichs liegt.
Daraus ist es ersichtlich, dass die Verfahren bei definierten und bekannten
Betriebszuständen der Verbrennungskraftmaschine und insbesondere der
Stelleinrichtung durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass die Verfahren bei Vorliegen definierter und bekannter Bedingungen durchgeführt werden. So sind die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung gegebenenfalls beeinflussende Effekte bekannt. Diese Effekte können dann die Ermittlung des Zustands der Stelleinrichtung nicht negativ beeinflussen, so dass der Zustand der Stelleinrichtung besonders präzise, aussagekräftig und zumindest im Wesentlichen ohne Messfehler ermittelt werden kann.