Verfahren und Vorrichtung zum Kühlen einer Leistungselektronik der Antriebsaggregate einer Textilmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen einer Leistungselektronik für Antriebsaggregate einer Textilmaschine sowie eine Leistungselektronik und eine Textilmaschine zur Durchführung dieses Verfahrens nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1, 6 und 11.
Derartige Verfahren bzw. Leistungselektroniken finden beispielsweise Anwendung bei
Textilmaschinen, insbesondere Spinnmaschinen. Derartige Maschinen weisen bereits zum Kühlen der Antriebsaggregate und/oder Absaugen von Textilfusseln einen Kanal auf, welcher üblicherweise von Luft durchströmt wird.
Um ein Überhitzen stark wärmeerzeugender Leistungselektroniken zu vermeiden, werden bei derartigen Maschinen Maßnahmen getroffen, um diese Leistungselektroniken zu kühlen. So ist in der EP 0478993 Al beispielsweise ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kühlen der Antriebsaggregate einer Ringspinn- oder Zwirnmaschine vorgeschlagen, bei der die Verlustwärme einer Leistungselektronik über einen Wärmetauscher abgeführt wird. Hierzu wird am Wärmetauscher ein aus einem Sammelkanal über ein
Gebläse abgezweigter Teilstrom der Abluft vorbeigeführt und wiederum mit dem Hauptluftstrom einer Abluftführung zusammengeführt.
In der DE 19915235 Al ist weiterhin eine Belüftungseinrichtung für eine Textilmaschi- ne vorgeschlagen, welche einen Schaltschrank mit Steuerungen zum geordneten Betreiben von Antrieben der Textilmaschine kühlt. Hierzu umfasst die Belüftungseinrichtung einen Schacht mit Öffnungen für Zu- und Abluft, welcher auf der Rückseite der Steuerung liegt und einseitig durch einen Kühlkörper, welcher auf der vom Schacht abgewandten Seite Steuermodule trägt, begrenzt wird.
Diese Art der Kühlung ist jedoch baulich aufwändig und kostenintensiv.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Kühlen einer Leistungselektronik für ein Antriebsaggregat einer Textilmaschine zu entwickeln, mit dem die Kühlung wärmeentwickelnden elektronischen Bauelemente auf einfache und kostengünstige Art und Weise gewährleistet werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie durch eine Leistungselektronik nach Anspruch 6 und eine Textilmaschine nach An- sprach 11 gelöst.
Durch das direkte Anordnen wenigstens eines (wärmeabgebenden) Teils einer Leis- tungselektronik (welches daher örtlich getrennt bzw. separat zu den übrigen Teilen ausgebildet ist) in einem bereits vorhandenen Kühl- und/oder Absaugkanal einer Ma- schine, wird vorteilhafterweise eine Kühlung einer wärmeabgebenden bzw. auf überhöhte Wärme empfindlich reagierende Elektronik auf einfache und kostengünstige Art und Weise ermöglicht.
Hierbei kann ein Teil der Leistungselektronik oder ein Frequenzumsetzer insgesamt, hineinragend in einen bereits vorhandenen Kanal, angeordnet werden. Beispielsweise können an dem Teil der Leistungselektronik thermisch verbundene Kühlrippen angeordnet sein, um die Kühlwirkung zu erhöhen, wobei zumindest die Kühhippen im Wesentlichen in den Kanal hineinragen.
Um eine Verschlechterung des Wärmeübergangs durch Verschmutzen, beispielsweise durch Entstehen einer Staub- oder Schmutzschicht an einer entsprechenden Fläche, durch ein Zusetzen der Kühhippen durch Textilfussel etc. zu vermeiden, wird der Kühlstrom, vorzugsweise ein Luftstrom, in einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung vor dem Kühlen der Leistungselektronik mittels Filter gereinigt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird als Teil der Leistungselektronik eine Zwischenkreiskapazität eines Frequenzumrichters gekühlt. Die an der Zwischenkreiska- pazität eines (Leistungs-)Frequenzurnrichters entstehende Wärme kann hierbei vorteilhafterweise abgeführt werden, um die Funktion, Wirkung und Zuverlässigkeit des Fre- quenzumrichters zu verbessern.
hi weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Zwischenkreis als separates Modul ausgebildet, welches vorzugsweise staubdicht gekapselt sein kann. Hierdurch kann auf einfache Art und Weise Beschädigung, Zerstörung und Verminderung der Kühlwirkung infolge einer Verschmutzung der Umgebungsluft, vorgebeugt werden.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines im Figurenbeispiel dargestellten Ausfüh- rungsbeispiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt dabei eine schematische und vereinfachte Seitenansicht der wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Leistungselektronik von Antriebsaggregaten einer Textilmaschine, insbesondere einer Ringspinnmaschine oder Vorspinnmaschine.
Anhand der einzigen Figur wird eine erfindungsgemäße Leistungselektronik sowie das erfindungsgemäße Verfahren am Beispiel eines Frequenzumrichters dargestellt.
Ein Frequenzumrichter besteht hierbei üblicherweise aus einem Steuerkreis 1, einem Gleichrichter 3, einem Wechselrichter 5 und einem Zwischenkreis 7. Am Gleichrichter 3 liegt eingangsseitig ein Wechsel-ZDrehstromnetz 2 an, wobei die Wechselspannung gleichgerichtet wird und ausgangsseitig über Verbindung 3 a, 3b dem Zwischenkreis als Gleichspannung zur Verfügung gestellt wird.
Als Zwischenkreis sind mehrere Varianten bekannt, nämlich Umformung der Spannung des Gleichrichters in eine Gleichspannung sowie Stabilisieren der pulsierenden Gleichspannung bzw. Glätten mittels einer Zwischenkreiskapazität.
In dem in der einzigen Figur dargestellten Ausfuhrungsbeispiel wird auf die zweite
Ausfuhrungsform, also Glättung und Stabilisierung mittels einer Zwischenkreiskapazität Bezug genommen (Darstellung des Kapazitätszeichens in Zwischenkreis 7), obwohl die Erfindung grundsätzlich nicht nur auf eine Zwischenkreiskapazität, sondern auf jede wärmeabgebende und/oder (gegen überhöhte Temperatur) wärmeempfindliche elektri- sehe Komponente anwendbar ist.
Während der Stromfluss eingangsseitig vom Gleichrichter 3 über Leitungen 3a, 3b zum Zwischenkreis 7 und wechselseitig über Leitungen 5a, 5b zum Wechselrichter 6 und ausgangsseitig zum Antriebsaggregat bzw. Motor 6 erfolgt, werden die vorgenannten Einzelkomponenten eines Frequenzumrichters über Steuerleitungen Ia, Ib und Ic vom
Steuerkreis beeinflusst bzw. gesteuert.
Erfindungswesentlich ist die dargestellte Herauslösung bzw. separate Ausbildung des Zwischenkreises 7 bzw. der Zwischenkreiskapazität, wobei die übrigen Komponenten des Frequenzumrichters, nämlich Gleichrichter 3, Wechselrichter 5 und Steuerkreis 1 ebenso wie der Zwischenkreis 7 als ein Modul ausgeführt sein können. Die übrigen Komponenten des Frequenzumrichters können so vorteilhafterweise örtlich getrennt von dem stark Wärme entwickelnden Zwischenkreis 7 an ihrer bevorzugten Position, beispielsweise im Bereich des Antriebsaggregates verbleiben.
Selbstverständlich muss der so herausgelöste Zwischenkreis 7 nach wie vor über seine Leitungen 3a, 3b und 5a und 5b sowie die Stromleitung Ib mit den anderen Komponenten des Frequenzumrichters verbunden sein. Durch diese Herauslösung bzw. separate Ausbildung des Zwischenkreises 7 ist es aber nunmehr möglich, diesen Zwischen- kreis an oder in einem bereits vorhandenen in der Figur im Querschnitt dargestellten
Ablufitkanal 11 anzuordnen. Dieser Abluftkanal 11 dient beispielsweise als Absaugkanal für Textilfusseln und/oder gleichzeitig als Kühlkanal für das Antriebsaggregat selbst.
Wie in der einzigen Figur dargestellt, kann der Wechselrichter auch einen Wärmetauscher, insbesondere in Form von Kühhippen 9, aufweisen, wobei es zur Kühlung nunmehr ausreicht, dass die Kühlrippen 9 in den Abluftkanal 11 hineinragen.
Wie anhand des vorstehenden Ausführungsbeispiels erläutert, ist es durch die separate Ausbildung eines Teils der Leistungselektronik, insbesondere des stark wärmeabgebenden Teils der Leistungselektronik ohne großen baulichen Aufwand, wie beispielsweise Ausbildung eines Extrakanals etc. nunmehr möglich, diesen Teil auf einfache und kostengünstige Art und Weise ausreichend zu kühlen.
Zudem sind durch die erfindungsgemäße separate Ausbildung und der hieraus folgenden leichteren Zugänglichkeit (Zwischenkreis 7 statt in der Nähe des Antriebsaggregates nunmehr im leichter zugänglichen Absaug- und/oder Kühlkanal 11 angeordnet) stark wärmeabgebende Teile von Leistungselektroniken im Falle eines Defekts leichter austauschbar.
Befinden sich in dem Abluftkanal Verunreinigungen wie beispielsweise Staub, gebrochene Fadenenden, Fussel etc. so kann der Luftstrom, um Verunreinigungen und das Zusetzen der Kühlrippen 9 zu vermeiden, vor der Anordnung des Zwischenkreises 7 bzw. der Kühlrippen 9 gefiltert werden. Zudem kann die herausgelöste Einheit einer Leistungselektronik, also beispielsweise der dargestellte Zwischenkreis 7, als staubdichte Einheit geschlossen ausgeführt werden, so dass ein Eindringen von Staub etc. in diese Einheit mit entsprechend nachteiligen Wirkungen vermieden werden kann.
Obwohl die Erfindung- anhand vorstehenden des Ausfuhrungsbeispiels eines Frequen- zumrichters erläutert wurde, ist die Erfindung selbstverständlich auf alle wäπneabge-
benden elektrischen Komponenten anwendbar, indem entsprechende Komponenten aus einer Leistungselektronik herausgelöst werden und in oder an einem vorhandenen Abluft-, Absaug- oder Kühlkanal angeordnet werden. Selbstverständlich kann als Kühlme- dium nicht nur Luft, sondern ein beliebiges Medium insbesondere auch flüssige Kühlmedien wie beispielsweise Wasser etc. verwendet werden.