Beschreibung
Verfahren zur Ansteuerung und Funktionsüberwachung eines Leistungshalbleiterschalters und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ansteuerung und Funktionsüberwachung eines Leistungshalbleiterschalters gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Zur Ansteuerung von Leistungshalbleiterschaltem ist es oft erforderlich eine Potentialtrennung zwischen den Leistungshalbleiterschaltem und den diese ansteuernden Steueranordnungen vorzusehen. Üblicherweise werden Optokoppler zur Potentialtrennung eingesetzt.
So ist beispielsweise aus der EP 996 227 A2 ein Verfahren zur Ansteuerung und
Funktionsüberwachung eines Bipolartransistors mit isolierte Gateelektrode bekannt, bei dem der Bipolartransistor über einen Optokoppler angesteuert wird und bei dem der Funktionszustand des Bipolartransistors anhand seiner Kollektor-Emitterspannung überwacht wird. Tritt eine Fehlfunktion auf, wird dies über einen weiteren Optokoppler einer Steueranordnung signalisiert.
Nachteilig ist hierbei, daß zwei Optokoppler zur Ansteuerung und Funktionsüberwachung benötigt werden. Zudem eignen sich Optokoppler aufgrund ihrer temperaturabhängigen Lebensdauer nicht für. den Einsatz in Umgebungen, in denen stark variierende Betriebstemperaturen auftreten können..
Aus der DE 44 21 837 A1 ist des weiteren bekannt, daß die Ansteuerung eines Bipolartransistors mit isolierter Gateelektrode über einen Optokoppler und einen
dazu parallel geschalteten induktiven Übertrager erfolgen kann. Eine Funktionsprüfung wird bei diesem Verfahren nicht vorgenommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 anzugeben, das mit geringem Schaltungsaufwand durchführbar ist und für den Einsatz in Umgebungen mit stark variierenden Betriebstemperaturen geeignet ist. Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens anzugeben.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 und durch die Merkmale des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Wei- terbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Schaltsignal über einen als Transformator ausgeführten Übertrager und eine diesem nachgeschaltet Treiberstufe dem anzusteuernden Leistungshalbleiterschalter zugeführt. Das Schaltsignal wird dabei auf der Primärseite des Übertragers als amplitudenmoduliertes Signal bereitgestellt. Der Funktionszustand des Leistungshalbleiterschalters wird auf der Sekundärseite des Übertragers überwacht. Falls eine Fehlfunktion erkannt wird, wird dies über den Übertrager zur Primärseite des Übertragers signalisiert.
Die Signalisierung erfolgt vorzugsweise dadurch, daß sekundärseitig ein Signalpfad zwischen dem Übertrager und dem Leistungshalbleiterschalter kurzge- " schlössen wird und die hieraus resultierende Amplitudenänderung des Schaltsignals auf der Primärseite detektiert wird. Es ist damit möglich, mit einem einzigen induktiven Übertrager eine Potentialtrennung sowohl zum Zwecke der Ansteuerung des Leistungshalbleiterschalters als auch zum Zwecke der Funktionsüberwachung des Leistungshalbleiterschalters vorzunehmen.
Vorteilhafterweise erfolgt die Prüfung, ob eine Fehlfunktion vorliegt, durch Auswertung einer an der Schaltstrecke des Leistungshalbleiterschalters anstehenden Spannung, insbesondere der Kollektor-Emitterspannung des Leistungshalbleiterschalters, falls dieser als Bipolartransistor ausgeführt ist.
Vorzugsweise erfolgt das Kurzschließen des Signalpfads über einen niederohmi- gen Widerstand.
Vorteilhafterweise wird das Schaltsignal durch UN D-Verknüpfung aus einem digitalen Steuersignal und einem periodischen Taktsignal erzeugt, wobei der Signalpegel des Steuersignals den gewünschten Schaltzustand des Leistungshalbleiterschalters vorgibt.
Das Verfahren eignet sich bestens zur Ansteuerung und Funktionsüberwachung eines als Bipolartransistor mit. isoliert angeordneter Gateelektrode ausgeführten Leistungshalbleiterschalters.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens umfaßt einen als Transformator ausgebildeten Übertrager, der primärseitig mit dem Schaltsignal beauf- schlagt ist und sekundärseitig über eine Treiberstufe mit einem Steueranschluß des Leistungshalbleiterschalter verbunden ist. Sie'umfaßt ferner eine auf der Sekundärseite des Übertragers vorgesehene sekundärseitige Auswerteeinheit zur Funktionsüberwachung des Leistungshalbleiterschalters sowie einem ebenfalls auf der Sekundärseite des Übertragers vorgesehenen Kurzschlußschalter, der durch die sekundärseitige Auswerteeinheit angesteuert ist und über den ein se- kundärseitiger Signalpfad zwischen dem Übertrager und dem Leistungshalbleiterschalter in Abhängigkeit des Funktionszustands des Leistungshalbleiterschal: ters kurzschließbar ist.
Vorzugsweise weist die Vorrichtung ferner auf der Primärseite des Übertragers eine primärseitige Auswerteeinheit auf, welche den Schaltzustands des Kurz-"" schlußschalters durch Auswertung der Signalamplitude des Schaltsignals detek- ' tiert.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren näher erläutert. Es zeigen:"
' ' Figur 1 ein Blockdiagramm einer Vorrichtung zur Ansteuerung und Funktionsüberwachung eines Leistungshalbleiterschalters,
Figur 2 Signaldiagramme für verschiedene Signale aus der Vorrichtung gemäß Figur 1.
Gemäß Figur 1 umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung einen als Transformator ausgeführten Übertrager T, der die Vorrichtung in zwei galvanisch voneinander getrennte Teile, einen Niedervoltteil 1 und einen Hochvoltteil 2 teilt.
Der Niedervoltteil 1 umfaßt die Primärseite des Übertragers T. In diesem Teil
5 weist die Vorrichtung einen Modulator M auf, der ein digitales Steuersignal Us und ein periodisches Taktsignal UCLK durch logische UND-Verknüpfung oder durch Multiplikation zu einem Schaltsignal US1 verknüpft, welches dem Übertra-
■ ger T als Eingangssignal zugeführt wird. Der Niedervoltteil 1 umfaßt ferner eine primärseitige Auswerteeinheit K1 zur Auswertung der Amplitude des Schaltsi-
10 . gnals Us-ι.
Der Hochvoltteil 2 der Vorrichtung umfaßt die Sekundärseite des' Übertragers T, an der ein durch induktive Kopplung aus dem Schaltsignal USι erzeugtes Hochvolt-Schaltsignal US2 abgegeben wird. Der Hochvoltteil 2 umfaßt ferner den anzusteuernden und zu überwachenden Leistungshalbleiterschalter IGBT, eine Trei- ■ 15 berstufe D, eine sekundärseitige Auswerteein.heit K2 und einen Kurzschlußschalter SW. '
Die Sekundärseite des Übertragers T ist über die Treiberstufe D mit einem Steuereingang des Leistungshalbleiterschalters IGBT verbunden. Letzter ist als Bipolartransistor mit isoliert angeordneter Gateelektrode ausgeführt. Die. Gateelektro- 20 de bildet somit den Steueranschluß des Leistungshalbleiterschalters IGBT. ■ ' "'-"
Die Treiberstufe D umfaßt ihrerseits einen Gleichrichter zur Ermittlung der Hüllkurve des Hochvolt-Schaltsignals US2 und einen Komparator, der nach Maßgabe der ermittelten Hüllkurve die zum Schalten des Leistungshalbleiterschalters IGBT benötigten Signalpegel erzeugt und diese als Gatespannung UG der Gateelektro- 25 de zuführt.
Die sekundärseitige Auswerteeinheit K2 wertet die Kollektor-Emitterspannung UCE des Leistungshalbleiterschalters IGBT aus, indem sie diese mit einem vorgegebenen Schwellwert vergleicht. Unterschreitet die Kollektor-Emitterspannung UCE den Schwellwert, so bedeutet dies, daß eine Fehlfunktion im Lastkreis des 30 Leistungshalbleiterschalters IGBT vorliegt. Das Vorliegen einer Fehlfunktion wird am Ausgang der sekundärseitigen Auswerteeinheit durch das sekundärseitige
Fehlersignal UERR2 angezeigt. Liegt eine Fehlfunktion vor, wird der Kurzschlußschalter SW durch das sekundärseitige Fehlersignal UERR2 geschlossen. Hierdurch wird der Signalpfad zwischen dem Übertrager T und dem Leistungshalbleiterschalter IGBT über einen im Kurzschlußschalter SW vorgesehenen niede- rahmigen Widerstand kurzgeschlossen. Dies hat zur Folge, daß die Eingangsimpedanz des Übertragers T sich ändert und die Amplitude des Schaltsignals USι aufgrund der zunehmenden Belastung abfällt. Dieser Abfall wird von der primär- seitigen Auswerteeinheit K1 erkannt und durch ein primärseitige Fehlersignal UERRI signalisiert. Durch das primärseitige Fehlersignal UERR1 wird somit ange- zeigt, daß der Kurzschlußschalter SW geschossen ist und damit eine Fehlfunktion im Lastkreis des Leistungshalbleiterschalters IGBT vorliegt. Als Reaktion darauf ist es nun möglich, den Leistungshalbleiterschalter IGBT über das Steuersignal Us in den sperrenden Zustand zu schalten.
Figur 2 zeigt den Verlauf des Steuersignals Us, des Taktsignal UCLK, des Schalt- Signals USι, des Hochvolt-Schaltsignals US2, der Gatespannung UG, des primär- seitigen Fehlersignals UERR1 und des sekundärseitigen Fehlersignals UERR2. Es handelt sich hierbei um eine vereinfachte symbolische Darstellung, in der Signallaufzeiten und das Einschwingverhalten der Signale vernachlässigt sind.
Das Steuersignal Us wird als digitales Signal von einer Steuereinheit, beispiels- weise einem in Figur 1 nicht gezeigten Mikrokontroller oder Mikroprozessor bereitgestellt. Sein Signalpegel gibt dabei den gewünschten Schaltzustand des Lei- " stungshalbleiterschalters IGBT vor. Beispielsweise entspricht ein Low-Pegel dem ' Schaltzustand "Offen" und ein High-Pegel dem Schaltzustand "Geschlossen".
Zum Zeitpunkt tO wechselt der Signalpegel des Steuersignals Us vom Low-Pegel zum High-Pegel. Hierdurch soll der Leistungshalbleiterschalter IGBT in den leitenden Zustand geschaltet werden: Entsprechend soll der Leistungshalbleiterschalter IGBT zum Zeitpunkt t2 beim Wechsel vom High-Pegel zum Low-Pegel zurück in den sperrenden Zustand geschaltet werden.
Da der Übertrager T nur Wechselsignale übertragen kann, wird das Steuersignal Us auf der Niedervoltseite 1 mit dem Taktsignal UCLK moduliert. Das daraus resultierende Schaltsignal USι und das aus dem Schaltsignal USι resultierende Hochvolt-Schaltsignals US2 weisen damit zunächst eine dem Steuersignal Us
entsprechende Hüllkurve auf. In der Treiberstufe D wird der Hüllkurvenverlauf des Hochvolt-Schaltsignals US2 analysiert und aus der Änderung des Hüllkurvenverlaufs der Low-High-Wechsel im Steuersignal Us detektiert. In Antwort auf den delektierten Pegelwechsel ändert sich der Pegel der Gatespannung UG von ei- nem unteren Wert, bei dem der Leistungshalbleiterschalter IBGT sperrend ist, auf einen oberen Wert, bei dem der Leistungshalbleiterschalter IGBT leitend ist.
Wenn nun zum Zeitpunkt t1 eine Fehlfunktion auftritt, steigt der Signalpegel des sekundärseitigen Fehlersignals UE R2 sprungartig an und der Kurzschlußschalter SW wird daraufhin geschlossen. Dies hat eine Belastungsänderung auf der Hochvoltseite 2 der Vorrichtung zur Folge. Die Belastungsänderung wirkt auf den
Eingang des Übertragers T zurück, so daß die Amplitude des Schaltsignal US1 und des Hochvolt-Schaltsignals Us2 um einen von der Belastungsänderung abhängigen Wert abfällt.
Die Treiberstufe D ist derart ausgelegt, daß der Amplitudenabfall des Hochvolt- Schaltsignals US2 keinen oder höchstens einen geringen Einfluß auf die Gatespannung UG hat. Der Leiterleistungshalbleiterschalter IGBT verbleibt daher weiterhin im leitenden Zustand.
Der Amplitudenabfall des Schaltsignals USι wird auf der Niedervoltseite 1 des Übertragers T mit der primärseitigen Auswerteeinheit K1 detektiert und durch den Signalpegel des primärseitigen Fehlersignals UERRι signalisiert. Die Signalisie- ' rung erfolgt beispielsweise an die das Steuersignal Us bereitstellende Steuerein- " heit, welche daraufhin entscheidet, ob der Leistungshalbleiterschalter IGBT in den sperrenden Zustand geschaltet werden soll, und sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt t2 durch einen High-Low-Wechsel im Steuersignal Us das Öffnen des Leistungshalbleiterschalters IGBT bewirkt.