EP4737026A1 - Seitliche strangführung für eine stranggiessanlage - Google Patents
Seitliche strangführung für eine stranggiessanlageInfo
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- EP4737026A1 EP4737026A1 EP24210933.8A EP24210933A EP4737026A1 EP 4737026 A1 EP4737026 A1 EP 4737026A1 EP 24210933 A EP24210933 A EP 24210933A EP 4737026 A1 EP4737026 A1 EP 4737026A1
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- B22D11/208—Controlling or regulating processes or operations for removing cast stock for aligning the guide rolls
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Continuous Casting (AREA)
Abstract
Die vorliegende Erfindung befindet sich auf dem Gebiet der Stranggießtechnik und beschreibt eine seitliche Strangführung für eine Stranggießanlage.
Es wird eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen mit großer Gießdicke, eine Stranggießanlage, sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Stranggießanlage beschrieben.
Nach der Kokille sind an den Schmalseiten jeweils zumindest ein erster Rollenträger mit Rollen sowie ein zweiter Rollenträger mit Rollen angeordnet, wobei Rotationsachsen von Rollen der jeweiligen Rollenträgers einen festen örtlichen Bezug zum Rollenträger aufweisen.
Die Rollenträger können jeweils eine translatorische Bewegung und/oder eine rotatorische Bewegung ausführen, die durch zumindest einen Aktuator ausgeführt wird.
Weiters wird ein Verfahren zum Betrieb einer Stranggießanlage beschrieben. Die Anstellkraft der Aktuatoren wird derart gesteuert/geregelt, dass eine durch die jeweiligen Rollen auf die Schmalseite aufgebrachte Stützkraft größer ist als eine Druckkraft die sich aus einem ferrostatischen Druck im Strang ergibt.
Weiters wird eine Position der Aktuatoren und/oder der Neigungswinkel der Rollenträger gesteuert/geregelt.
Description
- Die vorliegende Erfindung befindet sich auf dem Gebiet der Stranggießtechnik und beschreibt eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen insbesondere mit einer Gießdicke von mindestens 300 mm, bevorzugt zumindest 400 mm. Ein zu vergießender Strang weist gegenüberliegende Breitseiten sowie gegenüberliegende Schmalseiten auf, wobei eine Kokille Schmalseiteneinsätze mit Schmalseitenwänden sowie Breitseitenwände umfasst.
- Der Strang wird, in einer Gießrichtung gesehen, nach der Kokille, auf den gegenüberliegenden Breitseiten geführt und gestützt.
- Beim Stranggießen von Brammen tritt besonders bei großen Gießdicken häufig Schmalseitenbulging auf. Dabei handelt es sich um ein Ausbauchen der noch dünnen und wenig tragfähigen Strangschale im Bereich der Schmalseiten des Gießstrangs. Dies kann zu Qualitätsproblemen beim Gießprodukt führen.
- Insbesondere kann es im Randbereich der Breitseiten der Brammen zu Rinnenbildungen und damit einhergehenden Oberflächendefekten kommen. Weiters können in der Nähe der Kanten longitudinale Innenrisse auftreten.
- Größere Gießdicken, höhere Gießgeschwindigkeiten, geringe Strangkühlung, sowie weiche Stahlsorten begünstigen diese unerwünschten Effekte.
- Im Wesentlichen wurzeln die beschriebenen Probleme und unerwünschten Effekte in einer unzureichenden Stützung beziehungsweise Führung der Schmalseiten des Strangs. Entsprechend dem gängigen Stand der Technik erfolgt die Stützung hier meist durch vier oder fünf an der Kokille befestigte Fußrollen. Eine typische Stützlänge, also jene Länge eines Bereiches unterhalb der Kokille, wo die Schmalseite des zu vergießenden Strangs durch Rollen gestützt wird, beträgt bei herkömmlichen Brammenanlagen typischerweise weniger als 1 m. Besonders beim Vergießen von ultra-dicken Brammen hat sich gezeigt, dass diese geringe Stützlänge zu Qualitätsproblemen führt.
-
beschreibt einen Kokillen-Schmalseiten-Fußrollenmechanismus und ein Steuerungsverfahren. Der Schmalseiten-Fußrollenmechanismus der Kokille umfasst einen Verschiebemechanismus zum Abstützen und Bewegen der Fußrollenstütze.CN2024115338378B - Die Rollen des beschriebenen Kokillen-Schmalseiten-Fußrollenmechanismus weisen auf jeder Schmalseite bezüglich ihrer Rotationsachsen einen festen örtlich Bezug zueinander auf. Je länger ein solcher Kokillen-Schmalseiten-Fußrollenmechanismus ist, desto schlechter kann er einer gekrümmten Strangkontur folgen. Das ist zum Beispiel bei Gießbreitenveränderungen der Fall.
-
beschreibt eine Vorrichtung zum Stranggießen, wobei die an den beiden schmalen Seiten des brammenförmigen Stranges vorhandenen Rollen bzw. Rollenpaare von unmittelbar unterhalb der Kokille bis zu einer Entfernung vom Gießspiegel, welche dem 1,5- bis 3-fachen Wert der Kokillenlänge entspricht, angeordnet und hydraulisch oder mit Federn quer zum Strang verschieblich sind.AT304786B - Die seitlichen Strangführungsrollen dieser Schrift sind einzeln angetrieben und nicht zu Gruppen mit einem gemeinsamen Antrieb zusammengefasst. In diesem Fall ergibt sich ein erheblicher konstruktiver Aufwand.
- Bei Stranggießanlagen für Langprodukte (z.B. Vorblöcken) hat man hingegen festgestellt, dass auch bei großen rechteckigen und quadratischen Gießquerschnitten bei Verwendung von entsprechend großen Stützlängen die beschriebenen Qualitätsprobleme nicht auftreten.
- Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen, eine Stranggießanlage, sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Stranggießanlage zur Verfügung zu stellen.
- Erfindungsgemäß ist nach der Kokille an den Schmalseiten jeweils zumindest ein erster Rollenträger mit zumindest drei Rollen, bevorzugt zumindest vier Rollen, besonders bevorzugt zumindest fünf Rollen, angeordnet,
Weiters ist ein zweiter Rollenträger mit zumindest drei Rollen, bevorzugt zumindest vier Rollen, besonders bevorzugt zumindest fünf Rollen angeordnet. - Dabei weisen Rotationsachsen von Rollen des jeweiligen Rollenträgers einen festen örtlichen Bezug zum Rollenträger auf, wobei die Rollenträger relativ zur Kokille derart angeordnet sind, dass die Rollenträger jeweils
eine translatorische Bewegung und/oder eine rotatorische Bewegung ausführen können. Diese Bewegung wird durch zumindest einen Aktuator ausgeführt. - Die Rollen der seitlichen Strangführung müssen sich, entlang Gießrichtung gesehen, einem örtlichen Verlauf einer Strangkontur anpassen. Eine solche Anpassung ist beispielsweise bei Gießbreitenänderung erforderlich. Dafür ist zusätzlich zu einer Drehung der Rollen um ihre eigene Rotationsachse eine Bewegbarkeit in Richtung der seitlichen Strangkontur nötig. Diese Bewegung vollführen jeweils mehrere auf einem Rollenträger angebrachte Rollen gemeinsam.
- Bei Gießbreitenänderung ist die besagte Strangkontur, entlang Gießrichtung gesehen, nicht geradlinig, sondern gekrümmt. Daher kommt es, wenn mehr als zwei Rollen auf einem Rollenträger derart angeordnet sind, dass ihre Rotationachsen einen festen örtlichen Bezug zueinander aufweisen, zu einem mehr oder weniger starkem Abheben von zumindest einer Rolle von, und/oder zu einem mehr oder weniger starkem Andrücken von zumindest einer Rolle an die seitliche Strangkontur. Dieser Effekt ist umso stärker ausgeprägt, je mehr Rollen sich auf einem Rollenträger befinden, beziehungsweise je stärker die Krümmung der Strangkontur ist.
- Daher ist es insbesondere bei größeren seitlichen Stützlängen vorteilhaft, mehrere Rollenträger zu verwenden. Dadurch gewinnt die seitliche Strangführung zusätzliche Freiheitsgrade und es ist im Hinblick auf Abheben einzelner Rollen und/oder Andrücken einzelner Rollen eine gleichmäßigere Führung der seitlichen Strangkontur möglich.
- Zwei Rollenträger je Schmalseite führen bei den angegeben Gießdicken zu erheblichen Qualitätsverbesserungen insbesondere an den Schmalseiten der zu vergießenden Brammen, wobei der damit einhergehende konstruktive Aufwand wirtschaftlichen Überlegungen nicht entgegensteht.
- In einer bevorzugten Ausführungsform weist zumindest ein Rollenträger eine Stützverstellung derart auf, dass zumindest eine Rolle relativ zu einer weiteren Rolle dieses Rollenträgers in Richtung der Rotationsachsen verschiebbar ist, bevorzugt ist jede zweite Rolle gegenüber einer unmittelbar benachbarten Rolle verschiebbar, und diese Verschiebung ist einstellbar.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die translatorische Bewegung eine erste translatorische Bewegung, die durch einen jeweiligen Vektor in Breitseitenrichtung definiert ist, und die rotatorische Bewegung eine erste rotatorische Bewegung, die durch einen jeweiligen Vektor im Wesentlichen normal auf die jeweilige Breitseite definiert ist.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die translatorische Bewegung eine zweite translatorische Bewegung, die durch einen Vektor im Wesentlichen normal auf die jeweilige Breitseite definiert ist, und die rotatorische Bewegung eine zweite rotatorische Bewegung , die durch einen Vektor entlang der jeweiligen Gießrichtung (8) definiert ist.
- Die zweite translatorische Bewegung beschreibt eine Verschiebung der Rollenträger in Dickenrichtung des Strangs. Diese Verschiebung kann beispielsweise bei einer Änderung der Gießdicke eingestellt werden. Somit kann die Stützung der Strangschale an den Schmalseiten bei unterschiedlichen Gießdicken jeweils mittig erfolgen.
- Die zweite rotatorische Bewegung der Rollenträger kann ein Verdrehen der Schmalseiten des Strangs um eine Achse in Richtung der jeweiligen Gießrichtung ausgleichen. Diese Bewegung kann durch eine entsprechend gelenkige Aufhängung der Rollenträger selbstausrichtend sein, dass eine gleichmäßige Stützung der Schmalseite gewährleistet wird.
- In einer weiterem bevorzugten Ausführungsform umfasst zumindest eine der Rollen, bevorzugt alle Rollen zumindest drei, in Rotationsachsenrichtung der jeweiligen Rolle gesehen, nebeneinander angeordnete Rollenballen.
- In einer weiterem bevorzugten Ausführungsform umfasst zumindest ein Teil der Rollenträger Spritzdüsen.
- In einer weiterem bevorzugten Ausführungsform sind jeweils die ersten Rollenträger mit einem Schmalseiteneinsatz der Kokille gelenkig verbunden
- In einer weiterem bevorzugten Ausführungsform sind an beiden Schmalseiten jeweils die zweiten Rollenträger mit den ersten Rollenträgern gelenkig verbunden.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die zweiten Rollenträger in Gießrichtung gesehen, unterhalb der Kokille jeweils an ein Stranggießsegment, gekoppelt.
- In einer weiterem bevorzugten Ausführungsform erfolgt die erste translatorische und/oder die erste rotatorische Bewegung der ersten Rollenträger durch einen Aktuator, und der Aktuator ist jeweils zwischen dem ersten Rollenträger und einem Schmalseitenansatz oder zwischen dem ersten Rollenträger und einem Stranggießsegment angeordnet.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die erste translatorische und/oder die erste rotatorische Bewegung der zweiten Rollenträger jeweils durch zwei Aktuatoren.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Aktuatoren um Hydraulikzylinder und/oder elektromechanische Aktuatoren. Bevorzugt weist zumindest ein Aktuator ein Wegmesssystem auf und/oder weist zumindest ein Rollenträger ein Inklinometer auf.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beträgt eine Stützlänge von einer Unterkante der Kokille bis zu einer letzten Rolle des zweiten Rollenträgers, in Gießrichtung gesehen, zumindest 1 m, bevorzug zumindest 1,8 m, besonders bevorzugt zumindest 2,5 m.
- Weiters umfasst die vorliegende Erfindung eine Stranggießanlage, umfassend die beschriebene Vorrichtung in den beschriebenen Ausführungsformen.
- Weiters umfasst die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer Stranggießanlage welches in einem ersten oder zweiten Normalbetrieb, beziehungsweise einem Sonderbetrieb betrieben wird.
- Der erste Normalbetrieb umfasst eine Regelung/Steuerung der Anstellkraft der Aktuatoren auf einen von einer übergeordneten Anlagensteuerung vorgegebenen Wert derart, dass eine durch die jeweiligen Rollen auf die Schmalseite aufgebrachte Stützkraft größer ist als eine Druckkraft die sich aus einem ferrostatischen Druck im Strang mal einer entsprechenden Bezugsfläche ergibt.
- Der zweite Normalbetrieb umfasst eine Regelung/Steuerung einer Position der Aktuatoren und/oder der Neigungswinkel der Rollenträger auf einen von einer übergeordneten Anlagensteuerung vorgegebenen Wert derart,
dass die Rollen der Rollenträger einem Breitenverlauf des Strangs derart folgen, dass zumindest eine Rolle je Rollenträger in Kontakt mit der jeweiligen Schmalseite des Strangs ist. - Der Sonderbetrieb umfasst ein vollständiges Zurückziehen der Rollenträger in eine Parkposition. Dies erfolgt insbesondere bei den Betriebsarten Gießstart, Gießende, Verteilerwechsel und Breitenverstellung. Weiters kann der Sonderbetrieb bei Auftreten eines Alarms, der ein erhöhtes Risiko eines Durchbruchs signalisiert, erfolgen.
- Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird. Dabei zeigen:
-
Fig. 1 zwei Schnittdarstellungen einer Kokille mit einer Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen unterhalb der Kokille sowie eine Draufsicht auf die Kokille beziehungsweise einen Gießspiegel des zu vergießenden Strangs, -
Fig. 2 bis Fig. 4 drei Ausführungsformen einer Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen auf ihren Schmalseiten, umfassend einen erster Rollenträger mit vier Rollen sowie einen zweiten Rollenträger mit vier Rollen, -
Fig. 5 zwei Draufsichten, eine Seitenansicht sowie eine Vorderansicht eines Rollenträgers mit Stützverstellung, -
Fig. 6 eine Seitenansicht einer Stranggießkokille mit einer Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen unterhalb der Kokille, sowie eine Schnittdarstellung des zu vergießenden Strangs mit einer Vorderansicht von zwei Rollenträgern, -
Fig. 7 zwei Schnittdarstellungen des zu vergießenden Strangs für verschiedene Gießdicken und Vorderansichten von Rollenträgern mit Stützverstellung, -
Fig. 8 zwei Schnittdarstellungen des zu vergießenden Strangs für verschiedene Gießdicken und Vorderansichten von Rollenträgern, die den Strang auf der Schmalseite jeweils mittig stützen, -
Fig. 9 eine Vorderansicht eines Rollenträgers mit einer Rolle, bestehend aus einem Rollenballen und -
Fig. 10 eine Vorderansicht eines Rollenträgers mit einer Rolle, bestehend aus drei Rollenballen. -
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung in Form zweier Schnittdarstellungen einer Kokille 2 mit einer Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen 1 unterhalb der Kokille 2 sowie eine Draufsicht auf die Kokille 2 beziehungsweise einen Gießspiegel des zu vergießenden Strangs 1. Weiters sind Breitseiten 3 und Schmalseiten 4 des Strangs 1 dargestellt. Schmalseitenwände 6, Schmalseiteneinsätze 5 und Breitseitenwände 7 sind Bestandteile der Kokille 2. Eine Gießrichtung 8 sowie eine dazu normal ausgerichtete Breitenrichtung 9 dienen einer Orientierung am Strang 1. Eine Stützung der Schmalseiten 4 in einem Stützbereich 20 umfasst erste Rollenträger 10 sowie zweite Rollenträger 12, welche jeweils vier Rollen 11 umfassen. Die Rollenträger können jeweils eine erste rotatorische Bewegung 23 und/oder eine erste translatorische Bewegung 24 ausführen. -
Fig. 2 zeigt als Ausführungsform der Erfindung als Ausschnitt vonFig. 1 eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen 1 auf einer Schmalseite 4, umfassend einen erster Rollenträger 10 mit vier Rollen 11 sowie einen zweiten Rollenträger 12 mit vier Rollen 11, wobei der erste Rollenträger 10 mit einem Schmalseiteneinsatz 5 der Kokille über die gelenkige Verbindung 17 verbunden ist. Weiters ist der erste Rollenträger 10 mit einem ersten Aktuator 15 verbunden, sowie der zweite Rollenträger 12 mit 2 zweiten Aktuatoren 15a verbunden. Der erste Aktuator 15, der mit dem ersten Rollenträger 10 verbunden ist, ist auch mit dem Schmalseiteneinsatz 5 der Kokille 2 verbunden. Da der zweite Rollenträger 12 nicht mit dem ersten Rollenträger 10 gelenkig verbunden ist, ist dessen vertikale Position an ein Stranggießsegment unterhalb der Kokille gekoppelt. -
Fig. 3 zeigt als Ausführungsform der Erfindung als Ausschnitt vonFig. 1 eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen 1 auf einer Schmalseite 4, umfassend einen erster Rollenträger 10 mit vier Rollen 11 sowie einen zweiten Rollenträger 12 mit vier Rollen 11, wobei der erste Rollenträger 10 mit einem Schmalseiteneinsatz 5 der Kokille über die gelenkige Verbindung 17verbunden ist. Weiters ist der erste Rollenträger 10 mit einem ersten Aktuator 15 verbunden, sowie der zweite Rollenträger 12 mit 2 zweiten Aktuatoren 15a verbunden. Der erste Aktuator 15, der mit dem ersten Rollenträger 10 verbunden ist, ist auch mit einem Stranggießsegment unterhalb der Kokille verbunden. Da der zweite Rollenträger 12 nicht mit dem ersten Rollenträger 10 gelenkig verbunden ist, ist dessen vertikale Position an ein Stranggießsegment unterhalb der Kokille gekoppelt. Weiters ist ein Wegmesssystem 25 eines Aktuators 15 dargestellt. -
Fig. 4 zeigt als Ausführungsform der Erfindung als Ausschnitt vonFig. 1 eine Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen 1 auf einer Schmalseite 4, umfassend einen erster Rollenträger 10 mit vier Rollen 11 sowie einen zweiten Rollenträger 12 mit vier Rollen 11, wobei der erste Rollenträger 10 mit einem Schmalseiteneinsatz 5 der Kokille über die gelenkige Verbindung 17 verbunden ist. Weiters ist der zweite Rollenträger 12 mit 2 zweiten Aktuatoren 15a verbunden. Der zweite Rollenträger 12 ist mit dem ersten Rollenträger 10 gelenkig verbunden. Somit ist dessen vertikale Position an den ersten Rollenträger 10 und somit an die Kokille gekoppelt. -
Fig. 5 zeigt als Ausführungsform der Erfindung zwei Draufsichten, eine Seitenansicht sowie eine Vorderansicht eines Rollenträgers mit einer Stützverstellung 16. Dabei zeigen die beiden Draufsichten verschiedene Einstellungen der Stützverstellung 16. Dabei werden zwei Rollen 11 entlang ihrer Rotationsachsen 26, relativ zu zwei weiteren Rollen 11 verschoben. Auf diese Art und Weise kann der Rollenträger 10, 12 an unterschiedliche Gießdicken des Strangs angepasst werden. In der Vorderansicht des Rollenträgers 10, 12 ist auch die zweite rotatorische Bewegung 13 dargestellt. -
Fig. 6 zeigt als Ausführungsform der Erfindung eine Seitenansicht einer Kokille 2 mit einer Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen 1 unterhalb der Kokille 2. Man erkennt den unterhalb der Kokille 2 bogenförmig verlaufenden Strang 1, sowie einen ersten Rollenträger 10 und einen zweiten Rollenträger 12 zur Führung beziehungsweise Stützung einer Schmalseite 4 des Strangs 1. Aufgrund einer Krümmung des Strangs 1, kommt es zu einer Verformung eines ursprünglich rechteckförmigen Gießquerschnittes hin zu einem Trapez. Dadurch verdrehen sich die Schmalseiten 4 des Strangs 1 um eine Achse in Richtung der jeweiligen Gießrichtung. Die Rollenträger 10 und 12 können diese Verdrehung als zweite rotatorische Bewegung 13 mitmachen und bewirken somit eine gleichmäßige Stützung der Schmalseite 4. -
Fig. 7 zeigt als Ausführungsform der Erfindung zwei Schnittdarstellungen des zu vergießenden Strangs 1 für verschiedene Gießdicken. Aus Gründen der Einfachheit ist ein Ausschnitt eines rechteckförmigen Gießquerschnitts dargestellt. Weiters sind zwei Vorderansichten von Rollenträgern 10, 12 mit Stützverstellung 16 dargestellt. Durch diese Stützverstellung 16 kann der Rollenträger10, 12 an unterschiedliche Gießdicken des Strangs 1 angepasst werden. -
Fig. 8 zeigt als Ausführungsform der Erfindung zwei Schnittdarstellungen des zu vergießenden Strangs 1 für verschiedene Gießdicken. Aus Gründen der Einfachheit ist ein Ausschnitt eines rechteckförmigen Gießquerschnitts dargestellt. Weiters sind zwei Vorderansichten von Rollenträgern dargestellt, die den Strang 1 auf der Schmalseite 4 jeweils mittig stützen. Diese mittige Stützung ist durch die zweite translatorische Bewegung 14 des Rollenträgers 10, 12 möglich. -
Fig. 9 zeigt eine Vorderansicht eines Rollenträgers 10, 12 mit einer Rolle 11, bestehend aus einem Rollenballen 27. -
Fig. 10 zeigt eine Vorderansicht eines Rollenträgers 10, 12 mit einer Rolle 11, bestehend aus drei Rollenballen 27. - Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
-
- 1
- Strang
- 2
- Kokille
- 3
- Breitseiten
- 4
- Schmalseiten
- 5
- Schmalseiteneinsatz
- 6
- Schmalseitenwand
- 7
- Breitseitenwand
- 8
- Gießrichtung
- 9
- Breitenrichtung
- 10
- Erste Rollenträger
- 11
- Rolle
- 12
- Zweite Rollenträger
- 13
- Zweite rotatorische Bewegung
- 14
- Zweite translatorische Bewegung
- 15
- Erster Aktuator
- 15a
- Zweite Aktuatoren
- 16
- Stützverstellung
- 17
- Gelenkige Verbindung
- 20
- Stützbereich
- 23
- Erste rotatorische Bewegung
- 24
- Erste translatorische Bewegung
- 25
- Wegmesssystem
- 26
- Rotationachse
- 27
- Rollenballen
Claims (15)
- Vorrichtung zur Stützung von brammenförmigen Strängen (1) insbesondere mit einer Gießdicke von mindestens 300 mm, bevorzugt zumindest 400 mm,wobei ein zu vergießender Strang (1) gegenüberliegende Breitseiten (3) sowie gegenüberliegende Schmalseiten (4) aufweist,wobei eine Kokille (2) Schmalseiteneinsätze (5) mit Schmalseitenwänden (6) sowie Breitseitenwände (7) umfasst,und der Strang (1), in einer Gießrichtung (8) gesehen, nach der Kokille (2),auf den gegenüberliegenden Breitseiten (3) geführt und gestützt wird,dadurch gekennzeichnet,dass nach der Kokille (2) an den Schmalseiten (4) jeweils zumindest ein erster Rollenträger (10) mit zumindest drei Rollen (11), bevorzugt zumindest vier Rollen (11), besonders bevorzugt zumindest fünf Rollen (11), angeordnet ist,sowie ein zweiter Rollenträger (12) mit zumindest drei Rollen (11), bevorzugt zumindest vier Rollen (11), besonders bevorzugt zumindest fünf Rollen (11), angeordnet ist,wobei Rotationsachsen (26) von Rollen (11) des jeweiligen Rollenträgers (10,12) einen festen örtlichen Bezug zum Rollenträger (10,12) aufweisen,wobei die Rollenträger (10,12) relativ zur Kokille (2) derart angeordnet sind,dass die Rollenträger (10,12) jeweilseine translatorische Bewegung (14, 24) und/oder eine rotatorische Bewegung (13, 23) ausführen können,die durch zumindest einen Aktuator (15, 15a) ausgeführt wird.
- Vorrichtung nach einem dem vorhergehenden Anspruch, wobei zumindest ein Rollenträger (10, 12) eine Stützverstellung (16) derart aufweist, dass zumindest eine Rolle (11) relativ zu einerweiteren Rolle (11) dieses Rollenträgers (10, 12) in Richtung der Rotationsachsen (26) verschiebbar ist, bevorzugt ist jede zweite Rolle (11) gegenüber einer unmittelbar benachbarten Rolle (11) verschiebbar, und diese Verschiebung einstellbar.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die translatorische Bewegung (14, 24) eine erste translatorische Bewegung (24) umfasst, die durch einen jeweiligen Vektor in eine Breitenrichtung (9) definiert ist, und die rotatorische Bewegung (13, 23) eine erste rotatorische Bewegung (23) umfasst, die durch einen jeweiligen Vektor im Wesentlichen normal auf die jeweilige Breitseite (3) definiert ist. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die translatorische Bewegung (14, 24) eine zweite translatorische Bewegung (14) umfasst, die durch einen Vektor im Wesentlichen normal auf die jeweilige Breitseite (3) definiert ist, und die rotatorische Bewegung (13, 23) eine zweite rotatorische Bewegung (13) umfasst, die durch einen Vektor entlang der jeweiligen Gießrichtung (8) definiert ist. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest eine der Rollen (11), bevorzugt alle Rollen (11) zumindest drei, in Rotationsachsenrichtung der jeweiligen Rolle (11) gesehen, nebeneinander angeordnete Rollenballen (27) umfasst.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Teil der Rollenträger (10, 12) Spritzdüsen umfasst.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei jeweils die ersten Rollenträger (10) mit einem Schmalseiteneinsatz (5) der Kokille (2) gelenkig verbunden sind. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei an beiden Schmalseiten (4) jeweils die zweiten Rollenträger (12) mit den ersten Rollenträgern (10) gelenkig verbunden sind. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 7, wobei die zweiten Rollenträger (12) in Gießrichtung gesehen, unterhalb der Kokille jeweils an ein Stranggießsegment, gekoppelt sind.
- Vorrichtung nach Anspruche 9, wobei die erste translatorische Bewegung (24) und/oder die erste rotatorische Bewegung (23) der ersten Rollenträger (12) durch einen ersten Aktuator (15) erfolgt,
und der erste Aktuator (15) jeweils zwischen dem ersten Rollenträger (10) und einem Schmalseitenansatz (5) oder zwischen dem ersten Rollenträger (10) und einem Stranggießsegment angeordnet ist. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste translatorische (24) und/oder die erste rotatorische Bewegung (23) der zweiten Rollenträger (12) jeweils durch zwei zweite Aktuatoren (15a) erfolgt.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 - 11, wobei es sich bei den Aktuatoren (15, 15a) um Hydraulikzylinder und/oder elektromechanische Aktuatoren handelt, bevorzugt weist zumindest ein Aktuator (15, 15a) ein Wegmesssystem (25) auf und/oder weist zumindest ein Rollenträger (10, 12) ein Inklinometer auf.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Stützlänge (20) von einer Unterkante der Kokille (2) bis zu einer letzten Rolle (11) des zweiten Rollenträgers (12),in Gießrichtung (8) gesehen,zumindest 1 m, bevorzug zumindest 1,8 m, besonders bevorzugt zumindest 2,5 m beträgt.
- Stranggießanlage umfassend eine Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
- Verfahren zum Betrieb einer Stranggießanlage nach Anspruch 14 welches in einem ersten oder zweiten Normalbetrieb, beziehungsweise einem Sonderbetrieb betrieben wird, wobeider erste Normalbetrieb,eine Regelung/Steuerung der Anstellkraft der Aktuatoren (15, 15a) auf einen von einer übergeordneten Anlagensteuerung vorgegebenen Wert derart umfasst, dass eine durch die jeweiligen Rollen (11) auf die Schmalseite (4) aufgebrachte Stützkraft größer ist als eine Druckkraft die sich aus einem ferrostatischen Druck im Strang (1) mal einer entsprechenden Bezugsfläche ergibt undder zweite Normalbetrieb eineRegelung/Steuerung einer Position der Aktuatoren (15, 15a) und/oder der Neigungswinkel der Rollenträger (10, 12) auf einen von einer übergeordneten Anlagensteuerung vorgegebenen Wert derart umfasst,dass die Rollen (11) der Rollenträger (10, 12) einem Breitenverlauf des Strangs (1) derart folgen, dass zumindest eine Rolle (11) je Rollenträger (10, 12) in Kontakt mit der jeweiligen Schmalseite (4) des Strangs (1) ist,und der Sonderbetrieb ein vollständiges Zurückziehen der Rollenträger (10, 12) in eine Parkposition umfasst.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| EP24210933.8A EP4737026A1 (de) | 2024-11-05 | 2024-11-05 | Seitliche strangführung für eine stranggiessanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| EP24210933.8A EP4737026A1 (de) | 2024-11-05 | 2024-11-05 | Seitliche strangführung für eine stranggiessanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| EP4737026A1 true EP4737026A1 (de) | 2026-05-06 |
Family
ID=93430506
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| EP24210933.8A Pending EP4737026A1 (de) | 2024-11-05 | 2024-11-05 | Seitliche strangführung für eine stranggiessanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP4737026A1 (de) |
-
2024
- 2024-11-05 EP EP24210933.8A patent/EP4737026A1/de active Pending
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