EP4731473A1 - Schubkettenantrieb und slide-out-anordnung für fahrzeuge und magnetresonanztomographiegerät mit einem solchen schubkettenantrieb - Google Patents
Schubkettenantrieb und slide-out-anordnung für fahrzeuge und magnetresonanztomographiegerät mit einem solchen schubkettenantriebInfo
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- EP4731473A1 EP4731473A1 EP24733938.5A EP24733938A EP4731473A1 EP 4731473 A1 EP4731473 A1 EP 4731473A1 EP 24733938 A EP24733938 A EP 24733938A EP 4731473 A1 EP4731473 A1 EP 4731473A1
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Abstract
Slide-Out-Anordnung für ein Fahrzeug gestatten es, einen Slide-Out-Kasten zum Zwecke der Vergrößerung eines Fahrzeuginnenraums auszufahren. Eine Slide-Out-Anordnung weist eine fahrzeugseitige Baugruppe zur Anbringung am Chassis des Fahrzeugs sowie eine slide-out-seitige Baugruppe zur Anbringung an einem Slide-Out-Kasten auf und umfasst weiterhin ein Antriebssystem, mittels dessen die fahrzeugseitige Baugruppe und die slide-out-seitige Baugruppe gegeneinander verfahrbar sind. Es wird vorgeschlagen, dass das Antriebssystem einen Schubkettenantrieb mit mindestens einem Doppelkettensatz umfasst, der über mindestens zwei unabhängig voneinander beim Ausfahren des Doppelkettensatzes zu einem Kontaktbereich zugeführten Kettenstränge verfügt, die jeweils als unidirektional knickbewegliche Kettenstränge ausgebildet sind. Die mindestens zwei Kettenstränge gelangen beim Ausfahren der Kettenstränge im Kontaktbereich derart in Kontakt miteinander, dass sie sich gegenseitig stützend oder haltend als gemeinsamer Kettenverbund ausfahrbar sind.
Description
SCHUBKETTENANTRIEB UND SLIDE-OUT-ANORDNUNG FÜR FAHRZEUGE UND MAGNETRESONANZTOMOGRAPHIEGERÄT MIT EINEM SOLCHEN SCHUBKETTENANTRIEB
ANWENDUNGSGEBIET UND STAND DER TECHNIK
Die Erfindung betrifft einen Schubkettenantrieb und die Verwendung eines solchen Schubkettenantriebs in verschiedenen Anwendungsfeldern, insbesondere im Bereich von Slide- Out-Systemen, also im Bereich von Erweiterungen für den Innenraum eines Fahrzeugs mit einem Slide-Out-Kasten, der in einer Slide-Out-Aussparung einer Fahrzeugwand positioniert ist und zwischen einer eingefahrenen Stau-Endlage und einer ausgefahrenen Nutz-Endlage mit vergrößertem Innenraum verfahrbar ist.
Schubkettenantriebe sind dafür vorgesehen, mittels Schubketten Baugruppen gegeneinander bidirektional verlagern zu können. Sie sind verglichen mit reinen Zugketten in besonderer Weise gestaltet bzw. mit besonderen Führungen versehen, um diese Aufgabe zu erfüllen, ohne dass die Schubkette aus dem gewünschten Kettenpfad ausbricht und dadurch keine Schubkräfte mehr übertragen kann.
Aus dem Stand der Technik sind bereits Schubkettenantriebe bekannt, die mit einem Doppelkettensatz ausgebildet sind und über zwei unabhängig voneinander zugeführte Kettenstränge verfügen, die beim jeweiligen Ausfahren in einem Kontaktbereich fortlaufend zusammengeführt werden und ab dem Kontaktbereich als Kettenverbund gemeinsam ausgefahren werden. Eine derartige Gestaltung ergibt sich beispielsweise aus dem Dokument US 8069954 B2.
Noch nicht ideal ist bei bekannten Systemen, dass diese je nach baulichem Umfeld bzgl. ihres Bauraums nicht einfach zu integrieren sind und bezüglich der Verbindung, die die Kettenstränge zur Bildung eines Kettenverbunds eingehen, noch verbesserungsfähig sind.
AUFGABE UND LÖSUNG
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schubkettenantrieb zur Verfügung zu stellen, der die Nachteile des Standes der Technik überwindet und insbesondere eine flexible Anwendung auch bei begrenztem Bau raum gestattet.
Vorgeschlagen wird zur Lösung dieser Aufgabe primär ein Schubkettenantrieb mit mindestens einem Doppelkettensatz, bei dem der Doppelkettensatz über mindestens zwei unabhängig voneinander beim Ausfahren des Doppelkettensatzes zu einem Kontaktbereich zugeführten Kettenstränge verfügt. Die mindestens zwei Kettenstränge gelangen beim Ausfahren der Kettenstränge im Kontaktbereich derart in Kontakt miteinander, dass sie sich gegenseitig stützend oder haltend als gemeinsamer Kettenverbund in einer Hauptausfahrrichtung ausfahrbar sind.
Unter der unabhängigen Zuführung der Kettenstränge wird verstanden, dass diese aus unterschiedlichen Richtungen dem Kontaktbereich zugeführt werden, wobei die Zuführung mittels separater Antriebe erfolgen kann, vorzugsweise jedoch mittels eines gemeinsamen Antriebs erfolgt, der insbesondere vorzugsweise auf den Kettenverbund im Kontaktbereich oder jenseits des Kontaktbereichs wirkt. Die dem Kettenverbund gegenüberliegenden Enden der Kettenstränge sind Kettenspeichern angeordnet, in denen sie linear erstreckt oder in vorzugsweise spiralartig gewundender Form abgelegt sind
Vorzugsweise sind die mindestens zwei Kettenstränge des Schubkettenantriebs jeweils als unidirektional knickbewegliche Kettenstränge ausgebildet. Unter einem unidirektional knickbeweglichen Kettenstrang wird ein Kettenstrang verstanden, der ausgehend von einer linear ausgerichteten Erstreckung aufgrund der Formgebung seiner Kettenglieder nur ein Einknicken in eine Richtung gestattet, ein Einknicken in entgegengesetzte Richtungjedoch zumindest weitgehend unterbindet. Wird die Kette miteiner Kraft in diese gesperrte Richtung beaufschlagt, so gelangen die Kettenglieder in bewegungslimitierende Anlage aneinander und verhindern ein Einknicken in dieser gesperrten Richtung. Vorzugsweise wird die unidirektionale Knickbeweglichkeit dadurch erzielt, dass eine Außenkontur an zwei gegenüberliegenden Kanten eines Kettengliedes einerseits ausgerundet gestaltet ist und andererseits ohne Ausrundung gestaltet ist, so dass nur im Bereich der ausgerundeten Außenkontur ein Einknicken des Folgekettengliedes möglich ist.
Die mindestens zwei Kettenstränge sind endseitig vorzugsweise permanent zu einem Kettenverbund gefügt und gelangen beim Ausfahren der Kettenstränge im Kontaktbereich fortlaufend derart in Kontakt miteinander, dass sie sich gegenseitig stützend oder haltend als verlängender Kettenverbund ausfahrbar sind. Die Knickbeweglichkeit der Kettenglieder ist im Kettenverbund aufgehoben. Im Falle von unidirektional knickbeweglichen Kettensträngen weicht die Knickbeweglichkeit beider Kettenstränge voneinander ab, so dass der Kettenverbund der Beweglichkeit quer zur Ausfahrrichtung beraubt ist. Insbesondere sind die mindestens zwei Kettenstränge dafür ausgebildet, im Kontaktbereich eine formschlüssige Kopplung hinsichtlich
einer orthogonal zur Hauptausfahrrichtung erstreckten Sicherungsrichtung einzugehen, wie im Weiteren erläutert wird.
Die erfindungsgemäße Besonderheit des hier vorgeschlagenen Schubkettenantriebs liegt darin, dass die mindestens zwei Kettenstränge in unterschiedlichen Kettenebenen zugeführt werden. Dies bedeutet, dass die beiden Kettenstränge nicht in einer gemeinsamen Ebene aus unterschiedlichen Richtungen in dieser Ebene zugeführt werden, sondern in unterschiedlichen Ebenen zugeführt werden. Dies kann in Hinblick auf den verfügbaren Bauraum von Vorteil sein. Insbesondere wird hierdurch ermöglicht, den Schubkettenantrieb in einem Eckbereich einer Baugruppe vorzusehen, die mittels des Schubkettenantriebs linear verlagert werden soll.
Wenngleich Bauweisen mit mehr als zwei Kettensträngen möglich sind und auch diese mehr als zwei Kettenstränge im Sinne der Erfindung als Doppelkettensatz verstanden werden, ist es bevorzugt, dass der Doppelkettensatz eines erfindungsgemäßen Schubkettenantriebs genau zwei Kettenstränge aufweist, die sich in abweichenden Kettenebenen erstrecken.
Insbesondere ist vorgesehen, dass die mindestens oder genau zwei Kettenstränge in nichtparallelen Kettenebenen zugeführt werden, die miteinander vorzugsweise einen Winkel zwischen 60° und 120° einschließen, insbesondere vorzugsweise einen Winkel von 90°.
Eine solche Anwinkelung ist in vielen Anwendungsfällen sachgemäß, insbesondere für die bereits genannte Anordnung des Schubkettenantriebs in einem Eckbereich einer linear verlagerbaren Baugruppe. Mit der Anwinkelung der Kettenebenen ergibt sich insbesondere auch, dass die Lagerung der Kettenstrangteile, die noch nicht Teil des Kettenverbundes sind, sich häufig vereinfacht darstellt, wenn diese Kettenstrangteile in verschiedenen Kettenebenen gelagert sind. Dies gilt sowohl für Gestaltungen, bei denen der noch nicht zum Kettenverbund gefügte Teil der beiden Kettenstränge in Form eines längserstreckten Stranges gelagert sind, als auch für Gestaltungen, bei denen ein Kettenstrang oder beide Kettenstränge in einem Kettenspeicher spiralartig oder anderweitig mäandernd gelagert sind.
Die Anwinkelung der Kettenebenen eröffnet insbesondere auch vorteilhafte Möglichkeiten, die Kettenstränge miteinander zu verbinden.
Insbesondere bevorzugt ist es, wenn bei den mindestens zwei Kettensträngen, die jeweils eine Mehrzahl von Kettengliedern aufweisen, mindestens ein Kopplungs-Kettenglied eines ersten der beiden Kettenstränge und mindestens ein Kopplungs-Kettenglied des zweiten der beiden
Kettenstränge mit korrespondierenden Eingriffsstrukturen einer ersten Art versehen sind, die dafür ausgebildet sind, beim Ausfahren der Kettenstränge im Kontaktbereich in einen Eingriffszustand zu gelangen. In diesem Eingriffszustand sind die beiden Kopplungs-Kettenglieder in einer ersten Sicherungsrichtung quer zur Hauptausfahrrichtung formschlüssig aneinander gesichert. Eine Relativbewegung der Kettenstränge im Kettenverbund ist damit unterbunden und die Stabilität des Kettenvebundes erhöht.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die mindestens eine Eingriffsstruktur der ersten Art am Kopplungs-Kettenglied eines der beiden Kettenstränge einen exponierten Fortsatz aufweist, der im gemeinsamen Kettenverbund in einen Aufnahmeraum der Eingriffsstrukturam anderen Kopplungs- Kettenglied eingreift.
Dieser Aufnahmeraum ist beidseitig bezogen auf die erste Sicherungsrichtung durch Wandungen begrenzt, so dass eine Relativverlagerung der Kettenglieder in der ersten Sicherungsrichtung verhindert wird oder bidirektional limitiert ist, wenn der Fortsatz im Aufnahmeraum angeordnet ist. Der Aufnahmeraum ist vorzugsweise zwischen den beiden Wandungen mindestens einseitig mit einer Aussparung versehen, so dass der Fortsatz bei einer Schwenkbewegung des entsprechenden Kopplungs-Kettengliedes in den Aufnahmeraum von der Seite einschwenken kann. Der Fortsatz ist vorzugsweise derart erstreckt, dass er im Kettenverbund in Richtung der Hauptausfahrrichtung weist.
Der durch die Eingriffsstrukturen der ersten Art hergestellte Formschluss bezieht sich auf eine erste Sicherungsrichtung quer zur Hauptausfahrrichtung. Es kann darüber hinaus auch betreffend eine zweite Sicherungsrichtung, die orthogonal zur Hauptausfahrrichtung und abweichend zu ersten Sichern ngsrichtung ausgerichtet ist, ein entsprechender Formschluss mittels der Eingriffsstrukturen herstellt werden.
Von besonderem Vorteil ist es jedoch, wenn mindestens ein Kopplungs-Kettenglied des ersten der beiden Kettenstränge und mindestens ein Kopplungs-Kettenglied des zweiten der beiden Kettenstränge mit einer Eingriffsstruktur einer zweiten Art versehen sind, die ebenfalls dafür ausgebildet sind, beim Ausfahren im Kontaktbereich in einen Eingriffszustand zu gelangen, wobei in diesem Eingriffszustand die beiden Kopplungs-Kettenglieder in der zweiten Sicherungsrichtung quer zur Hauptausfahrrichtung formschlüssig aneinander gesichert sind. Diese zweite Sicherungsrichtung weicht dabei von der ersten Sicherungsrichtung ab und schließt insbesondere mit der ersten Sicherungsrichtung einen rechten Winkel ein. Gemeinsam sichern die
Eingriffsstrukturen erster und zweiter Art demnach Kettenglieder der Kettenstränge vollständig bezogen auf eine Verlagerung quer zur Hauptausfahrrichtung.
Vorzugsweise sind die Eingriffsstrukturen der ersten und der zweiten Art derart an den Kettengliedern vorgesehen, dass ihr Eingriff beim Ausfahren des Kettenverbundes jeweils alternierend erfolgt. Es wird also im Wechsel eine Eingriffsstruktur der ersten Art zur formschlüssigen Sicherung des Kettenverbundes in der ersten Sicherungsrichtung in Eingriff gebracht und dann eine Eingriffsstruktur der zweiten Art zur formschlüssigen Sicherung des Kettenverbundes in der zweiten Sicherungsrichtung in Eingriff gebracht.
Auch hinsichtlich der Eingriffsstruktur der zweiten Art ist vorzugsweise vorgesehen, dass an dem Kopplungs-Kettenglied eines der beiden Kettenstränge ein exponierter Fortsatz vorgesehen ist, der im gemeinsamen Kettenverbund in einen Aufnahmeraum der Eingriffsstruktur am anderen Kopplungs-Kettenglied eingreift, wobei dieser Aufnahmeraum beidseitig in der zweiten Sicherungsrichtung durch Wandungen begrenzt ist, so dass eine Relativverlagerung der Kettenglieder in der zweiten Sicherungsrichtung verhindert wird oder bidirektional limitiert ist, wenn der Fortsatz im Aufnahmeraum angeordnet ist. Wie auch beim Aufnahmeraum der Eingriffsstruktur der ersten Art ist der Aufnahmeraum vorzugsweise zwischen den beiden Wandungen mindestens einseitig mit einer Aussparung versehen, so dass der Fortsatz bei einer Schwenkbewegung des anderen Kopplungs-Kettengliedes in den Aufnahmeraum von der Seite einschwenken kann.
Es sind gemäß dieser Weiterbildung demnach Eingriffsstrukturen zweier Arten vorgesehen, die baulich getrennt sind und die insbesondere jeweils exponierte Fortsätze und hierzu passende Aufnahmeräume an den Kettengliedern beider Kettenstränge bereitstellen. Diese Eingriffsstrukturen zweier Arten sind jeweils primär in Hinblick auf eine Sicherungsrichtung wirksam, wobei dies nicht heißt, dass die betreffenden Eingriffsstrukturen einen Formschluss alleine bezüglich dieser ersten bzw. zweiten Sicherungsrichtung bereitstellen.
Bevorzugt ist es, wenn mindestens ein Kopplungs-Kettenglied vorgesehen ist, welches sowohl Eingriffsstrukturen der ersten Art und der zweiten Art aufweist. Es istan einem einzelnen Kettenglied insbesondere sowohl ein Fortsatz oder ein Aufnahmeraum der ersten Eingriffsstruktur als auch ein Fortsatz oder ein Aufnahmeraum der zweiten Eingriffsstruktur vorgesehen. Insbesondere vorzugsweise sind in beiden Kettensträngen Kopplungs-Kettenglieder vorgesehen, die sowohl Eingriffsstrukturen der ersten Art und der zweiten Art aufweisen.
Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Es sind auch Gestaltungen möglich, bei denen die Kettenglieder, die die Eingriffsstrukturen der ersten Art aufweisen, andere Kettenglieder als jene Kettenglieder sind, die die Eingriffsstrukturen der zweiten Art aufweisen.
Als besonders vorteilhaft wird eine Gestaltung angesehen, bei der die beiden Kettenstränge paarweise einander zugeordnete Kettenglieder aufweisen, die im Kettenverbund quer zur Hauptausfahrrichtung auf gleicher Höhe nebeneinander angeordnet sind. Es ist also jedem Kettenglied des ersten Kettenstrangs ein im Verbund quer zur Hauptausfahrrichtung neben dem Kettenglied liegendes Kettenglied des zweiten Kettenstrangs angeordnet.
In diesem Kontext ist vorzugweise vorgesehen, dass mindestens eine der Eingriffsstrukturen der ersten Art einen Fortsatz und einen Aufnahmeraum zur Aufnahme des Fortsatzes aufweist, wobei der Fortsatz und der Aufnahmeraum nicht an paarweise einander zugeordneten Kettengliedern auf gleicher Höhe vorgesehen sind, sondern an zueinander im Kettenverbund versetzt angeordneten Kettengliedern.
Insbesondere von Vorteil ist es dabei weiterhin, dass die Kettenstränge jeweils im Wechsel Kopplungs-Kettenglieder und Zwischen-Kettenglieder aufweisen. Die Kopplungs-Kettenglieder weisen die Eingriffsstrukturen der ersten und vorzugsweise auch der zweiten Art auf. Die Zwischen- Kettenglieder werden nicht mit Kettengliedern des anderen Kettenstrangs verkoppelt und weisen daher keinerlei Eingriffsstruktur auf.
Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass im Kettenverbund jeweils ein Zwischen-Kettenglied eines Kettenstrangs auf Höhe eines Kopplungs-Kettengliedes des anderen Kettenstrangs angeordnet ist, wobei vor und/oder hinter dem Zwischen-Kettenglied ein Kopplungs-Kettenglied bzw. Kopplungs- Kettenglieder vorgesehen sind, die mit dem Kopplungs-Kettenglied des anderen Kettenstrangs auf Höhe des Zwischen-Kettengliedes formschlüssig gekoppelt ist.
Diese Bauweise mit gleichsam versetzter Koppelung der Kettenstränge bietet insbesondere einen wesentlichen Vorteil: Aufgrund der erfindungsgemäßen Zuführung der Kettenstränge in zwei Ebenen werden die Kettenglieder beider Kettenstränge im Kontaktbereich in verschiedenen Ebenen umgelenkt, um in die Ausrichtung des Kettenverbundes zu gelangen und um gleichzeitig mittels der Eingriffsstrukturen miteinander verbunden zu werden. Wenn, wie vorgeschlagen, die Eingriffsstrukturen zweier nicht im Kettenverbund nebeneinander angeordneter Kettenglieder miteinander in Eingriff gelangen, sondern in der beschriebenen Art und Weise aufeinander folgende Kettenglieder beider Kettenstränge, wird hierdurch erreicht, dass die Umlenkungsbewegung der zu
verkoppelnden Kopplungs-Kettenglieder nacheinander stattfindet. Eines der beiden Kopplungs- Kettenglieder, welche bestimmungsgemäß mittels der Eingriffsstrukturen verkoppelt werden, kann also seine Ausrichtung im Kettenverbund bereits erreicht haben, wenn das hiermit zu koppelnde Kopplungsglied des anderen Kettenstrangs hierzu in seiner Kettenebene verschwenkt und dabei verkoppelt wird. Dies reduziert die Komplexität des Kopplungsvorgangs und führt dazu, dass der Aufnahmeraum zur Aufnahme des Fortsatzes nicht größer sein muss als zur Aufnahme des Fortsatzes erforderlich. Hierdurch wird verbleibendes Spiel im Kettenverbund reduziert, was neben der Verbesserung der mechanischen Stabilität auch eine Reduzierung der Geräuschentwicklung bei Erschütterungen begünstigt.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass mindestens ein Kettenglied eines ersten der beiden Kettenstränge und mindestens ein Kettenglied des zweiten der beiden Kettenstränge an einer Außenseite jeweils eine Verzahnung aufweisen, mittels derer sie durch ein Zahnrad antreibbar sind, um den Kettenverbund auszufahren und wieder einzufahren. Die beiden Verzahnungen sind jeweils an Außenseiten der Kettenglieder vorgesehen, die im Kettenverbund in die gleiche Richtung weisen. Vorzugsweise fluchten dabei die Zähne der beiden Kettenglieder im Bereich des Kettenverbundes miteinander.
Ein solche Gestaltung vereinfacht das Antreiben des Kettenverbundes. Zwar reicht es grundsätzlich auch aus, einen der beiden Kettenstränge anzutreiben und den zweiten Kettenstrang durch seine Kopplung mit dem angetriebenen Kettenstrang mittelbar mitanzutreiben. Dies führt jedoch zu einer erhöhten Last auf die Koppelung der Kettenstränge und somit zu höherem Verschleiß.
Die beiden Verzahnungen an den beiden Kettensträngen, die in gleiche Richtung weisen, gestatten es hingegen, beide Kettenstränge jeweils separat anzutreiben, ohne dass dies den baulichen Aufwand des Antriebs wesentlich vergrößert. Es kann ein gemeinsamer Antriebsmotor vorgesehen sein, der ein Zahnrad oder mehrere Zahnräder antreibt, die mit den Verzahnungen im Eingriff stehen. Im Falle eines Zahnrades steht dies mit den Verzahnungen beider Kettenglieder im Eingriff, mindestens temporär während des Ausfahrens, vorzugsweise jedoch permanent. Bei einer alternativen Gestaltung mit mehreren Zahnrädern sind diese zueinander drehstarr an einer gemeinsamen Antriebswelle vorgesehen, die vom Motor angetrieben wird.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass mindestens einer der Kettenstränge des
Schubkettenantriebs, vorzugsweise jedoch zwei Kettenstränge, jeweils Kettenglieder mit
unterschiedlicher Formgebung aufweist, insbesondere Kettenglieder zweier unterschiedlicher Formgebungen.
Die Verwendung unterschiedlicher Kettenglieder kann aus unterschiedlichen Gründen von Vorteil sein. So ist die oben beschriebene Gestaltung der Kettenstränge mit Kopplungs-Kettengliedern, die eine koppelnde Verbindung mitdem anderen Kettenstrangschaffen, und Zwischen-Kettengliedern, die nicht an der Verkoppelung ihres Kettenstrangs mit einem zweiten Kettenstrang teilnehmen, eine mögliche Gestaltung, die den Sinn solcher unterschiedlicher Kettengliederzeigt.
Ein anderer Vorteil wird erzielt, wenn beide Kettenstränge jeweils zwei Arten von Kettengliedern aufweisen, die zumindest in einem Teilabschnitt der jeweiligen Kettenstränge in alternierender Reihenfolge vorgesehen sind, wobei die jeweils zwei Arten von Kettengliedern bei Anordnung im gemeinsamen Kettenverbund bezogen auf eine Querrichtung zur Hauptausfahrrichtung überlappend angeordnet sind.
Dies bedeutet, dass sich entlang des Kettenverbundes ein Überlappungsbereich in Haupterstreckungsrichtung erstreckt, in dem Kettenglieder beider Kettenstränge im Wechsel angeordnet sind. Dies wiederum ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Schubkette auf Schub beansprucht wird. Dadurch, dass ein Kraftübertragungspfad in dieser Situation im Wechsel durch Kettenglieder beider Kettenstränge verläuft, werden die Kettenstränge zusätzlich gegen Ausbrechen zur Seite geschützt.
Hierbei kann vorgesehen sein, dass zur Erzielung der Überlappung die jeweils zwei Arten von Kettengliedern beider Kettenstränge eine unterschiedliche Erstreckung in einer Querrichtung zur Hauptausfahrrichtung aufweisen oder bezogen auf eine Querrichtung zur Hauptausfahrrichtung alternierend versetzt angeordnet sind. Insbesondere vorzugsweise weist jeweils eine Art von Kettengliedern des ersten und des zweiten Kettenstrangs einen Überlappungsabschnitt auf, der im ausgefahrenen Kettenverbund bezogen auf die Hauptausfahrrichtung zwischen Überlappungsabschnitten zweier Kettenglieder des jeweils anderen Kettenstrangs angeordnet ist. Diese Überlappungsabschnitte beider Kettenstränge bilden gemeinsam den oben genannten Überlappungsbereich des Kettenverbundes.
Diesew Gestaltung des Kettenverbundes mit einer Überlappungszone muss nicht zwingend damit einhergehen, dass Eingriffsstrukturen der oben beschriebenen Art vorhanden sind. Die Kombination der Überlappung und der Eingriffssstukturen wird jedoch bevorzugt.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass an den Überlappungsabschnitten selbst die Eingriffsstrukturen vorgesehen sind, die beim Ausfahren im Kontaktbereich in Eingriff gelangen, wobei die Eingriffsstrukturen dabei derart ausgestaltet sind, dass die beiden Kettenglieder in einer Sicherungsrichtung quer zu einer Erstreckungsrichtung der Kettenstränge hinter dem Kontaktbereich formschlüssig aneinander gesichert werden. Die Überlappungsabschnitte eignen sich gut zur Anordnung der Eingriffsstrukturen, also insbesondere zur Gestaltung mit exponierten Fortsätzen oder Aufnahmeräumen zur Aufnahme dieser Fortsätze.
Die Kettenglieder der Schubkette sind vorzugsweise bezogen auf ihre Masse zum überwiegenden Teil aus Kunststoff gebildet. Die Verwendung von Kunststoff wird insbesondere bevorzugt, da hierdurch die Schubkette vergleichsweise leicht gebaut werden kann. Dies ist beispielsweise bei der Verwendungeines Schubkettenantriebs bei einem Fahrzeugvon Relevanz, beispielsweise bei einem Slide-Out-System eines Caravan-Anhängers oder eines Wohnmobils.
Die Verwendung von Kunststoff kann darüber hinaus auch aus Kostengründen einen Vorteil darstellen. Weiterhin existieren Anwendungsfelder, in denen zumindest manche Metalle vermieden werden, um Wechselwirkung mit anwendungsbedingt vorhandenen Magnetfeldern oder Messeinrichtungen zu vermeiden, beispielsweise im Kontext der Magnetresonanztomographie.
Bei anderen Anwendungsfeldern, bei denen die genannten Gründe für die Verwendung von Kunststoff keine oder eine geringere Rolle spielen, können die Kettenglieder jedoch auch vollständig oderzum überwiegenden Teil aus Metall bestehen.
Bei Kettengliedern, die zumindest zum Teil aus Kunststoff bestehen, ist vorzugsweise vorgesehen, dass eine Außenfläche der Kettenglieder zumindest zum überwiegenden Teil durch Kunststoffoberflächen gebildet wird.
Als Kunststoffe für die Kettenglieder kommt beispielsweise Polyamid (PA), Polyethylen hoher Dichte (HDPE), Polyethylen hoher Molekularmasse (UHMW-PE), Polyetheretherketon (PEEK), Polyphenylensulfid (PPS) und Thermoplastische Polyurethane (TPU) in Frage
Eine besonders bevorzugte Bauform sieht vor, dass mindestens ein Kettenglied eines der Kettenstränge, vorzugsweise jedoch Kettenglieder beider Kettenstränge und insbesondere vorzugsweise alle Kettenglieder beider Kettenstränge, jeweils zwei Kunststoffteile aufweisen, die mit oder ohne einen Fügestift miteinander verbunden sind. Diese beiden Kunststoffteile bilden gemeinsam den überwiegenden Teil der Außenfläche der jeweiligen Kettenglieder. Die
Kunststoffteile können unmittelbar miteinander verbunden sein, beispielsweise mittels einer Schnappverbindung oder mittels eines Schweißvorgangs. Besonders bevorzugt ist jedoch eine Gestaltung, bei der ein Fügeelementvorgesehen ist, insbesondere ein metallisches Fügeelement. Es kann sich insbesondere um einen metallischen Fügestift handeln, der in eine Ausnehmung eingesteckt wird, die beide Kunststoffteile aufweist. Es kann sich jedoch auch um eine Schraube handeln.
Bei einer Gestaltung von Kettengliedern eines oder beider Kettenstränge primär aus Kunststoff bilden die Kunststoffteile des Kettengliedes oder ein Kunststoffteil vorzugsweise auch die Verzahnung zum Antreiben des Kettenstrangs.
Die Kettenglieder der Schubkette sind aneinander vorzugsweise schwenkbar angebracht, so dass zwei benachbarte Kettenglieder um eine definierte Schwenkachse gegeneinander schwenkbeweglich sind. Zur Bildung eines entsprechenden Gelenks ist vorzugsweise vorgesehen, dass ein Kettenglied über eine Durchbrechung verfügt, die eine Lagerschale für die schwenkbeweglichen Anlenkung eines nächsten Kettengliedes bildet. Im Falle einer Gestaltung des Kettengliedes aus zwei Kunststoffteilen ist vorzugsweise vorgesehen, dass beide Kunststoffteile miteinander fluchtende Durchbrechungen zur Bildung der Lagerschale aufweisen. Dies bewirkt, dass die beiden Kunststoffteile durch ein benachbartes Kettenglied des gleichen Kettenstrangs zusammengehalten werden.
Hierzu korrespondierend ist an den Kettengliedern vorzugsweise ein Lagerstift zur schwenkbeweglichen Anordnung in der Lagerschale eines benachbarten Kettengliedes des gleichen Kettenstrangs. Im Falle einer Gestaltung der Kettenglieder aus Kunststoff kann vorgesehen sein, dass der Lagerstift durch eines der beiden Kunststoffteile oder beide Kunststoffsteile gemeinsam gebildet ist. Im Falle des Vorhandenseins eines metallischen Fügestifts zur Koppelung der beiden Kunststoffteile kann insbesondere vorgesehen sein, dass der Fügestift innerhalb des Lagerstifts angeordnet ist. Auch möglich ist eine Bauweise, bei der der metallische Fügestift selbst den Lagerstift bildet und unmittelbar an der Lagerschale eines benachbarten Kettengliedes anliegt.
Bei einer Gestaltung mit zwei Kunststoffteilen, die gemeinsam die Außenfläche des Kettengliedes zum überwiegenden Teil bilden, kann es von Vorteil sein, wenn die Verzahnung an zumindest einigen der Kettengliedern von beiden Kunststoffteilen gemeinsam gebildet wird.
Die Erfindung betrifft neben dem Schubkettenantrieb selbst auch eine Slide-Out-Anordnungfür ein Fahrzeug. Diese Slide-Out-Anordnung umfasst eine fahrzeugseitige Baugruppe zur Anbringung am
Chassis des Fahrzeugs sowie eine slide-out-seitige Baugruppe zur Anbringung an einem Slide-Out- Kasten. Die Slide-Out-Anordnung umfasst die mechanischen Komponenten für die Integration eines Slide-Out-Kastens in ein Fahrzeug, wobei der Slide-Out-Kasten selbst nicht Teil der Slide-Out- Anordnung sein muss. Der Slide-Out-Kasten kann jedoch auch als Teil der Slide-Out-Anordnung angesehen werden und gemeinsam mit den im Weiteren beschriebenen Komponenten der Slide- Out-Anordnung ein Gesamtprodukt bilden.
Die erfindungsgemäße Slide-Out-Anordnung umfasst eine fahrzeugseitige Baugruppe zur Anbringung am Chassis eines Fahrzeugs sowie eine slide-out-seitige Baugruppe zur Anbringung am Slide-Out-Kasten. Die jeweiligen Baugruppen verfügen üblicherweise über ein Beschlagselement oder mehrere Beschlagselemente, die am Fahrzeugchassis bzw. dem Slide-Out-Kasten befestigt werden, insbesondere dort verschraubt werden. Weiterhin verfügt die Slide-Out-Anordnung vorzugsweise über eine Führungseinrichtung, mittels derer die fahrzeugseitige Baugruppe und die slide-out-seitige Baugruppe gegeneinander geführt verlagerbar sind. Insbesondere kann die Führungseinrichtung eine kastenseitige Bodenfläche verwenden, an der Führungsmittel wie Rollen oder korrespondierende Schienen angebracht werden können, wobei die Bodenfläche jedoch vorzugsweise nur als Abrollfläche für chassisseitige Rollen verwendet wird. Wenngleich grundsätzlich für den Betrieb des Slide-Outs eine Führungseinrichtung zweckmäßig ist, muss diese nicht Teil der erfindungsgemäßen Slide-Out-Anordnung sein, sondern kann hiervon getrennt realisiert sein.
Zum Einfahren und Ausfahren des Slide-Out-Kastens umfasst die Slide-Out-Anordnung ein Antriebssystem, mittels dessen die fahrzeugseitige Baugruppe und die slide-out-seitige Baugruppe gegeneinander verfahrbar sind. Dieses Antriebssystem ist erfindungsgemäß mit einem Schubkettenantrieb in vorbeschriebener Art ausgebildet, weist also einen Doppelkettensatz aus mindestens zwei Kettensträngen auf, die in unterschiedlichen Kettenebenen zugeführt werden und in einem Kontaktbereich zu einem Kettenverbund zusammengeführt werden.
Dieser Kettenverbund überträgt beim Ausfahren eine Druckkraft und beim Einfahren eine Zugkraft, mittels derer der Abstand der slide-out-seitigen Baugruppe und der fahrzeugseitigen Baugruppe vergrößert und verkleinert wird und damit das Ausfahren und Einfahren des Slide-Out-Kastens bewirkt wird. Zum Zwecke der Kraftübertragung ist das freie Ende des Kettenverbundes fest an der slide-out-seitigen Baugruppe oder fest an der der fahrzeugseitigen Baugruppe angebracht. An der jeweils anderen Baugruppe sind vorzugsweise Kettenspeicher für die Kettenstränge sowie vorzugsweise ein Antriebsmotor vorgesehen.
Der Slide-Out Kasten, der an der slide-out-seitige Baugruppe angebracht ist, weist üblicherweise zumindest eine formstabile Außenseite sowie vorzugsweise darüber hinaus formstabile oder formflexible Seitenwandungen und/oderformstabile oderformflexible Ober- und Unterwandungen auf.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass das Antriebssystem derart ausgebildet und der Doppelkettensatz derart daran vorgesehen ist, dass durch Ausfahren des Doppelkettensatzes der Slide-Out-Kasten eingefahren wird und durch Einfahren des Doppelkettensatzes der Slide-Out- Kasten ausgefahren wird. Dies bedeutet, dass die slide-out-seitige und die fahrzeugseitige Baugruppe derart am Chassis bzw. am Slide-Out-Kasten vorgesehen sind, dass eine Vergrößerung ihres Abstandes ein Einfahren des Slide-Out-Kastens bewirkt. Insbesondere kann hierbei das freie Ende des Kettenverbundes in Richtung des Fahrzeuginnenraum weisend an der slide-out-seitigen Baugruppe befestigt sein, beispielsweise an einem innenseitigen Ende, insbesondere an einer umlaufenden Blende des Slide-Out-Kastens, während der Kettenspeicher innenseitig an der Fahrzeugwand angebracht ist.
Entsprechend der erfindungsgemäßen Gestaltung des oben beschriebenen Schubkettenantriebs weist der Schubkettenantrieb zwei Kettenstränge auf, die in unterschiedlichen und insbesondere in nicht-parallelen Kettenebenen zugeführt werden, wobei die Kettenebenen miteinander vorzugsweise einen Winkel zwischen 60° und 120° einschließen, insbesondere vorzugsweise einen Winkel von 90°.
Insbesondere gestattet es dies, die jeweiligen Kettenverbünde entlang von Eckkanten des Slide-Out- Kastens auszufahren und einzufahren, wobei die jeweiligen Kettenstränge im nicht ausgefahrenen Zustand zumindest teilweise in Kettenspeichern aufgenommen sind, von denen einer an einer vertikalen Seitenwandung und einer an einer horizontalen Ober- oder Unterwandung angeordnet sind.
Die Verwendung nur eines Doppelkettensatzes zum Ausfahren und Einfahren des Slide-Out-Kastens ist grundsätzlich möglich. Bevorzugt wird dagegen die Verwendung mehrerer Doppelkettensätze, die jeweils mindestens zwei Kettenstränge umfassen. Insbesondere vorzugsweise sind mindestens zwei Dop pel kettensätze vorgesehen, die symmetrisch linksseitig und rechtsseitig den Slide-Out- Kasten antreiben und im Bereich von Ecken des Slide-Out-Kastens vorgesehen sein.
Es kann auch vorgesehen sein, dass je Seite mehr als ein Doppelkettensatz vorgesehen ist, wobei insbesondere beidseitig des Doppelkettensatzes je zwei Doppelkettensätze und somit insgesamt vier Doppelkettensätze vorgesehen sind.
Eine bevorzugte Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Slide-Out-Anordnung mit mehreren Doppelkettensätzen sieht vor, dass mindestens ein Doppelkettensatz über zwei Kettenstränge verfügt, die in erfindungsgemäßer Weise aus unterschiedlichen Kettenebenen und insbesondere vorzugsweise in nicht-parallelen Kettenebenen zugeführt werden, während mindestens ein zweiter Doppelkettensatz über zwei Kettenstränge verfügt, die in parallelen Kettenebenen zugeführt werden, insbesondere in einer identischen gemeinsamen Kettenebene.
Die Erfindung betrifft zum einen die beschriebene Slide-Out-Anordnung im nicht montierten Zustand, also insbesondere die einen Beschlagsatz bildenden Einzelkomponenten, die zur Anbringung in der beschriebenen Weise ausgebildet sind. Die Erfindung betrifft jedoch weiterhin auch die beschriebene Slide-Out-Anordnung im montierten Zustand, also im in ein Fahrzeug integrierten Zustand.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung auch das Fahrzeug als Ganzes, insbesondere ein Wohnmobil oder Caravan-Anhänger, mit einer Slide-Out-Anordnung. Das Fahrzeug weist einen Fahrzeuginnenraum sowie eine Slide-Out-Anordnung mit einem Slide-Out-Kasten auf, der verlagerbar zwischen einer Stau-Endlage ist, in der eine Außenseite des Slide-Out-Kastens im Wesentlichen mit der umgebenden Seitenwandung des Fahrzeugs fluchtet, und einer Nutz-Endlage, in der der Slide-Out-Kasten zur Vergrößerung des Fahrzeuginnenraum nach außen ausgefahren ist. Dabei ist die Slide-Out-Anordnung gemäß vorbeschriebener Gestaltung ausgebildet und verfügt somit über einen Schubkettenantrieb der oben beschriebenen Art.
Die Erfindung betrifft neben dem eingangs erläuterten Schubkettenantrieb und der Slide-Out- Anordnung als bevorzugtes Anwendungsfeld hierfür auch weitere Anwendungen, in denen ein erfindungsgemäßer Schubkettenantrieb vorteilhaft verwendet werden kann.
Hierzu zählt insbesondere die Verwendung bei einem Magnetresonanztomographiegerät mit Untersuchungsraum. Ein erfindungsgemäßes Magnetresonanztomographiegerät weist in gattungsüblicher Weise einen Magneten zur Erzeugung eines homogenen statischen Magnetfeldes sowie eine Gradientenspule zur Erzeugung von Gradientenfeldern im Untersuchungsraum auf. Weiterhin verfügt das Magnetresonanztomographiegerät über eine Hochfrequenzspule zur
Erzeugung und/oder zum Empfang von Hochfrequenzsignalen. Diese Bauelemente sind bei einem erfindungsgemäßen Magnetresonanztomographiegerät nicht in besonderer Weise ausgestaltet.
Das erfindungsgemäße Magnetresonanztomographiegerät verfügt weiterhin über einen Patiententisch zur Lagerung eines Patienten während der Untersuchung und zum Verfahren des Patienten in den Untersuchungsraum auf. Dies erfolgt mittels eines Linearantriebs.
Dieser Linearantrieb weist erfindungsgemäß einen Schubkettenantrieb oben beschriebener Art auf. Ein solcher Schubkettenantrieb eignet sich für die Verlagerung des Patiententisches insbesondere deshalb, da er hohe Kräfte übertragen kann und die Kettenstränge dennoch vollständig oder nahezu vollständig aus Kunststoff hergestellt sein können.
Die Kettenspeicher eines solchen Schubkettenantriebs können in einem Tischträger unterhalb des Patiententisches angebracht sein, während das Ende des Schubkettenverbundes den Patiententisch bidirektional verlagern kann.
Der Inhalt der Prioritätsanmeldung EP23180442.8 zur vorliegenden Anmeldungwird durch explizite Bezugnahme zum Teil der vorliegenden Offenbarung gemacht. Dies gilt insbesondere für die Bauweise eines Schubkettenantriebs mit Kettensträngen, die in parallelen Kettenegbenen zugeführt werden, für die Bauweise von Kettenspeichern und für die Anbringung des Schubkettenantriebs an fahrzeugseitigen und slide-out-seitigen Baugruppen zur Verwendung des Schubkettenantriebs in Slide-Out-Anordnungen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind.
Fig. 1 bis 3 zeigen die Kernkomponenten einer Gestaltung eines erfindungsgemäßen Schubkettenantriebs mit zwei Kettensträngen in verschiedenen Darstellungen.
Fig. 4 zeigt die Kettenglieder eines Ausschnitts des durch den Schubkettenantrieb zusammengefügten Kettenverbundes.
Fig. 5A bis 5D zeigt die insgesamt vier unterschiedlichen Kettenglieder der beiden Kettenstränge in getrennter Darstellung.
Fig. 6A bis 6F verdeutlichen den Ablauf beim Zusammenfügen der Kettenstränge in einem zusammengefügten Kettenverbund.
Fig. 7A und 7B zeigen ein exemplarisches Fahrzeug mit einem Slide-Out- System im eingefahrenen und ausgefahrenen Zustand.
Fig. 8 und 9 verdeutlichen mögliche Anordnungen von Schubkettenantrieben als Teil des Slide-Out- Systems.
Fig. 10A und 10B zeigen ein exemplarisches Magnetresonanztomographiegerät.
Fig. 11 verdeutlicht eine mögliche Anordnung von Schubkettenantrieben in diesem Magnetresonanztomographiegerät.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
Die Fig. 1 bis 3 zeigen die Kernkomponenten eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schubkettenantriebs 10.
Der Schubkettenantrieb 10 verfügt über zwei Kettenstränge 20A, 20B, die jeweils aus einer Mehrzahl von Kettengliedern 30A, 30B, 32A, 32B zusammengesetzt sind. Die Kettenstränge 20A, 20B sind dafür vorgesehen, im Betrieb ausgefahren und eingefahren zu werden, wobei beim Ausfahren der Kettenstränge 20A, 20B die Kettenglieder dieser Kettenstränge in einen Kontaktbereich 12 geführt
werden, ab dem sie einen gemeinsamen Kettenverbund 60 bilden, der dann in einer Hauptausfahrrichtung Z ausgefahren wird.
Auf die Kettenglieder 30A, 30B, 32A, 32B der Kettenstränge 20A, 20B wird im Weiteren noch im Detail eingegangen. Bereits an dieser Stelle sei jedoch bereits erläutert, dass die Kettenglieder der Kettenstränge jeweils schwenkbeweglich und parallel am folgenden und am vorherigen Kettenglied des jeweiligen Kettenstrangs angelenkt sind, so dass die Ketten hierdurch eine definierte Kettenebene aufweisen, zu der die Schwenkachse der Kettenglieder orthogonal steht.
Weiterhin sei zu den Kettensträngen bereits hier erwähnt, dass diese vorliegend als unidirektional knickbare Kettenstränge ausgebildet sind. Dies bedeutet, dass ausgehend von einer längserstreckten Form eines Kettenstrangs ein Abknicken in einer Richtung in der Kettenebene unterbunden ist. Dies wird insbesondere durch eine Außenform der Kettenglieder erzielt, wie im Weiteren noch erläutert wird.
Wie sich aus den Figuren 1 bis 3 ersehen lässt, werden beim Ausfahren die noch getrennten Abschnitte 22A, 22B der Kettenstränge 20A, 20B aus unterschiedlichen Richtungen X,Yzugeführt und vor dem Kontaktbereich 12 jeweils um 90° umgelenkt, um in der Hauptausfahrrichtung Z weitergeführt zu werden, nämlich in Form des bereits genannten Kettenverbundes 60.
Die Kettenstränge 20A, 20B werden vorzugsweise niemals vollständig getrennt. Sind die Kettenstränge 20A, 20B zu einem erheblichen Teil eingefahren, so verkürzt sich hierdurch der Kettenverbund. Vorzugsweise bleiben jedoch einige Kettenglieder der Kettenstränge jeweils Teil eines kurzen endseitigen Kettenverbundes 60.
Im eingefahrenen Zustand, also bei maximal verkürztem Kettenverbund und maximal langen getrennten Abschnitten 22A, 22B der Kettenstränge 20A, 20B befinden die Kettenstränge 20A, 20B in einer Stauposition. Dies kann beispielsweise eine ungeknickte Stauposition sein, in der die Abschnitte 22A, 22B linear in X-Richtung bzw. Y-Richtung erstreckt sind. Bevorzugt ist jedoch, dass für beide Kettenstränge 20A, 20B jeweils ein Kettenspeicher vorgesehen ist, innerhalb dessen die Kettenstränge spiralartig oder anderweitig in einer mäanderförmigen Stau läge vorgehalten werden.
Beim bereits erwähnten Ausfahren und Einfahren der Kettenstränge und somit beim Ausfahren oder Einfahren des gemeinsamen Kettenverbundes 60 kann ein am Ende 62 des Kettenverbundes 60 angebrachtes Bauelement bidirektional verlagert werden. Bei dem Bauelement kann es sich
beispielsweise um einen Slide-Out-Kasten eines Wohnmobils oder um einen Patiententisch eines MRT-Gerätes handeln.
Während beim Einfahren der Kettenstränge 20A, 20B und somit beim Einfahren und gleichzeitigen Verkürzen des Kettenverbundes 60 eine Zugkraft auf die angebundene Baugruppe ausgeübt wird, die keinerlei Herausforderung für einen Kettentrieb darstellt, wird beim Ausfahren der Kettenstränge 20A, 20B und somit beim Ausfahren und gleichzeitigen Verlängern des Kettenverbundes 60 eine Schubkraft auf das Ende 62 und somit das angebundene Bauelement ausgeübt.
Um zu ermöglichen, dass eine solche Schubkraft ausgeübt werden kann, ohne dass die Kettenstränge ausweichen und somit die Übertragung einer Schubkraft erschweren oder unmöglich machen, ist die Zusammenfassung in einen Kettenverbund vorgesehen. Die beiden Kettenstränge, die gemeinsam den Kettenverbund bilden, stützen sich gegenseitig und erschweren somit ein ungewolltes Ausbrechen der Kettenstränge vom gewünschten Kettenpfad. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Kettenglieder der beiden Kettenstränge sich gegenseitig nur durch Kontakt stützen, aber nicht ineinandergreifen. Grundsätzlich kann dies durch die unidirektionale Knickbarkeit der Kettenstränge ausreichen.
Von Vorteil ist es jedoch und vorliegend vorgesehen, dass die Kettenstränge auch miteinander in Eingriff geraten und somit ein noch deutlich erhöhtes Maß an Stabilität im Bereich des Kettenverbundes 60 erzielt wird.
Der Schubkettenantrieb weist vorliegend einen Antriebsmotor 70 auf, auf dessen Abtriebswelle ein Zahnrad 72 befestigt ist, welches im Eingriff mit einem zweiten Zahnrad 74 steht. Dies ist in Fig. 3 zu ersehen, in der ein Gehäuse des Schubkettenantriebs 10 geschnitten dargestellt ist.
Das genannte zweite Zahnrad 74 wirkt auf den Kettenverbund 60. Der Kettenverbund 60 weist zu diesem Zweck eine Verzahnung 50 auf, die in nachfolgend noch genauer erläuterter Form an den Kettengliedern 30A, 30B, 32A, 32B vorgesehen ist. Bereits an dieser Stelle soll jedoch bereits erläutert werden, dass das Zahnrad 74 oder mehrere zueinander drehstarre Zahnräder 74 mit Verzahnungen mit beiden Kettensträngen 20a, 20B im Eingriff stehen, so dass keiner der Kettenstränge ausschließlich mittelbar über den anderen Kettenstrang kraftbeaufschlagt wird.
Die Figur 4 zeigt in separierter Form vier unterschiedliche Kettenglieder 30A, 30B, 32A, 32B, aus denen die Kettenstränge 20A, 20B aufgebaut sind. Die Ausrichtungen der Kettenglieder 30A, 30B,
32A, 32B in Fig. 4 entsprechen der Ausrichtung im Kettenverbund 60. Zur Erläuterung der jeweiligen Formgebung sind die Kettenglieder jedoch voneinander beabstandet dargestellt. Die Fig. 5A bis 5D zeigen die Kettenglieder 30A, 30B, 32A, 32B nochmals in getrennter Darstellung und aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Anhand dieser Fig. 4 bis 5D werden die Kettenglieder im Weiteren erläutert.
Die beiden Kettenstränge 20A, 20B sind jeweils aus zwei Arten von Kettengliedern aufgebaut. Der Kettenstrang 20A besteht zumindest zum überwiegenden Teil aus den Kettengliedern 30A, 32A, die alternierend aneinander schwenkbar angebracht den Kettenstrang 20A bilden. Der Kettenstrang 20B besteht zumindest zum überwiegenden Teil aus den Kettengliedern 30B, 32B, die alternierend aneinander schwenkbar angebracht den Kettenstrang 20B bilden.
Allen Kettengliedern 30A, 30B, 32A, 32B sind verschiedene Teilaspekte gemein. Alle Kettenglieder verfügen übereine Durchbrechung54, die eine Lagerschale zur Anbindungeines Folgekettengliedes bereitstellen. Alle Kettenglieder verfügen weiterhin über einen Lagerstift 56, der in die Durchbrechung eines benachbarten Kettengliedes eingeschoben ist und mit diesem ein Gelenk bildet, welches die Knickverformung in der Kettenebene des jeweiligen Kettenstrangs ermöglicht.
Wie anhand der Fig. 5A bis 5D gut zu ersehen ist, sind die Kettenglieder jeweils primär aus zwei Bauteilen 34, 36 aufgebaut. Als Material kommen hier beispielsweise Polyamid (PA) in Frage, aber auch alle anderen oben genannten Materialien. Die beiden Kunststoffteile 34, 36 können unmittelbar miteinander verrastet sein. Vorliegend sind sie miteinander mittels eines Fügestiftes 38 oder einer Fügeschraube 38 verbunden, die sich durch den Lagerstift 56 erstreckt.
Die Durchbrechung 54 der Kettenglieder 30A, 30B, 32A, 32B wird jeweils durch Durchbrechungen in beiden Kunststoffteilen 34, 36 gebildet, so dass bei gefügtem Kettenstrang die Kunststoffteilen 34, 36 im Bereich der Durchbrechungen durch das hier gelagerte benachbarte Kettenglied und dessen Fügestift 38 zusammengehalten wird.
Wie die Figuren weiterhin zeigen, sind alle Kettenglieder 30A, 30B, 32A, 32B jeweils mit einer Verzahnung 50 versehen. Dabei ist die Verzahnung 50 im Falle der Kettenglieder 30B, 32A, 32B jeweils nur an einem der Bauteile 34, 36 vorgesehen. Nur beim Kettenglied 30A, bei dem die Schwenkachse des Kettengliedes parallel zur Verzahnungsfläche der Verzahnung 50 erstreckt ist und bei der die Verzahnung50 vergleichsweise breit gestaltet ist, bilden beide Kunststoffbauteile34, 36 gemeinsam die Verzahnung 50.
Bezugnehmend auf die Fig 4 werden nachfolgenden die Unterschiede der Kettenglieder in Hinblick auf das Zusammenwirken der Kettenstränge 20A, 20B bei der Bildung des Kettenverbundes 60 erläutert.
Entsprechend der Darstellung der Fig. 4 bilden jeweils ein Kettenglied des Kettenstrangs 20A und ein Kettenglied des Kettenstrangs 20B ein Paar, nämlich vorliegend einerseits die Kettenglieder 30A, 30B und andererseits die Kettenglieder 32A, 32B. Diese Kettenglieder bilden insofern ein Paar, als dass sie im Kettenverbund unmittelbar zueinander benachbart sind und die Verzahnungen an den Kettengliedern im Kettenverbund miteinander fluchten.
Weiterhin ist in Fig.4 gut zu ersehen, dass die beiden Kettenstränge 20A, 20B, mit den Kettengliedern 30A, 32A einerseits und mit den Kettengliedern 30B, 32B andererseits zwei unterschiedliche Typen von Kettengliedern aufweisen.
Die Kettenglieder 30A, 32B sind als Kopplungs-Kettenglieder ausgebildet. Dies bedeutet, dass sie in besonderer Weise ausgestaltet sind, um eine Verbindungzwischen den Kettensträngen zu schaffen, wie im Weiteren noch erläutert wird. Diese Kettenglieder 30A, 32B sind bezogen auf eine Querrichtung X breiter ausgebildet als die anderen Kettenglieder 30B, 32A.
Die anderen Kettenglieder 30B,32A stellen Zwischen-Kettenglieder dar. Dies bedeutet, dass sie nicht unmittelbar an der Kopplung der Kettenstränge 20A, 20B beteiligt sind.
Wie sich aus der beschriebenen paarweisen Zuordnung der Kettenglieder zueinander und aus den beschriebenen Gestaltungen der Kettenglieder 30A, 32B als Kopplungskettenglieder ergibt, sind die Kopplungs-Kettenglieder 30A, 32B gegeneinander versetzt. Beim Ausfahren der Kettenstränge 20A, 20B, wird daher jeweils im Wechsel ein Kopplungs-Kettenglied 30A des Kettenstrangs 20A und ein Kopplungs-Kettenglied 32B des Kettenstrangs 20B Teil des gemeinsamen Kettenverbundes 60.
Wie sich aus Fig. 4, jedoch auch aus den Figuren 5A und 5D ergibt, sind die Kopplungs-Kettenglieder 30A, 32B mit zusammenwirkenden Eingriffsstrukturen versehen.
Im Falle des Kettengliedes 30A sind die Eingriffsstrukturen durch zwei frei nach vorne und nach hinten hervorragende Fortsätze 40A, 42B gebildet, die an einem zum anderen Kettenstrang ragenden Überlappungsabschnitt 52 vorgesehen sind.
Korrespondierend hierzu sind die Eingriffsstrukturen im Falle des Kettengliedes 32B durch zwei Aufnahmeräume 40B, 42A gebildet, die ebenfalls an einem Überlappungsabschnitt 52 der
Kettenglieder 32B vorgesehen sind. Diese Aufnahmeräume 40B, 42A sind zur Aufnahme der Fortsätze 40A, 42 B vorgesehen und hierfür passend bemessen. Die Aufnahmeräume sind jeweils mit zwei einander gegenüberliegenden Wandungen versehen, die die Beweglichkeit des darin eingerückten Fortsatzes 40A, 42B begrenzen. Die Aufnahmeräume 40B, 42A sind nicht nur nach vorne offen, damit die Fortsätze 40A, 42B hier hineinragen können, sondern zusätzlich an einer weiteren Seite mit einer Aussparung versehen, damit die Fortsätze 40A, 42B im Zuge der Zusammenfügung der Kettenstränge 20A, 20B im Kontaktbereich 12 hierdurch einschwenken können.
Die hier vorgesehene Art der Kopplung wird anhand der Fig. 6A bis 6F erläutert. Die Figuren zeigen einen Teilausschnitt der Kettenstränge 20A, 20B im Zuge der Ausfahrbewegung, also im Zuge einer Verlängerung des Kettenverbundes 60 und somit der Ausübung einer Schubkraft auf eine am Ende 62 des Kettenverbundes angebrachten Baugruppe.
Fig. 6A verdeutlicht zunächst, dass die beiden Kettenstränge 20A, 20B aus alternierend angeordneten Kettengliedern 30A, 30B bzw. 32A, 32B aufgebaut sind. Jenseits des Kontaktbereichs 12 bilden die Kettenstränge 20A, 20B den gemeinsamen Kettenverbund 60, wobei im Zustand der Fig. 6A die letzten in ihrer Sollposition im Kettenverbund 60 angeordneten Kettenglieder ein Kopplungs-Kettenglied 32B des Kettenstrangs 20B und ein benachbartes Zwischen-Kettenglied 32A des Kettenstrangs 20A sind.
Ausgehend von dieser Zwischenposition wird nun der weitere Ausfahrvorgang erläutert:
Wenn der Kettenverbund mittels des Antriebsmotors 70 weiter in Richtung Z ausgefahren wird, zieht der Kettenverbund weitere noch nicht im Kettenverbund 60 aufgenommene Kettenglieder der Kettenstränge 20A, 20B mit. In der Situation der Fig. 6A sind die nächsten Kettenglieder, die dem Kettenverbund zugefügt werden, ein Kopplungs-Kettenglied 30A des Kettenstrangs 20A und ein Zwischen-Kettenglied 30B des Kettenstrangs 20B.
Beim Übergang vom Zustand der Fig. 6A in den Zustand der Fig. 6B fährt der Fortsatz 42B des Kopplungs-Kettengliedes 30A in den Aufnahmeraum 42A des bereits im Kettenverbund 60 enthaltenen Kopplungs-Kettengliedes 32B des Kettenstrangs 20B ein. Die Relativbewegung des Kopplungs-Kettengliedes 30A gegenüber dem Kopplungs-Kettenglied 32B ist daher eine reine 2- dimensionale Schwenkbewegung. Der Aufnahmeraum 42A braucht daher keine lichte Weite aufzuweisen, die bedeutend größer als die Dicke des Fortsatzes 42B ist. Das zum Kettenglied 30A
benachbarte Zwischen-Kettenglied 30B wird ebenfalls nur verschwenkt, gelangt dabei jedoch als Zwischen-Kettenglied in keinerlei Querverbindung zum Kettenstrang 20A.
Es stellt sich der Zustand der Fig. 6B ein. In diesem bilden nun die eben eingeschwenkten Kettenglieder 30B, 32A die jüngsten Kettenglieder des Kettenverbundes 60. Als nächste Kettenglieder zur Einfügung in den Kettenverbund 60 folgen nun die in Fig. 6B die jeweiligen in Schwenkbewegung befindlichen Kettenglieder 32B, 32A.
Beim Übergang in den Zustand der Fig. 6C wiederholt sich nun in umgedrehter Form der bereits beschriebene Ablauf. Nun schwenken die beiden Kettenglieder 32B, 32A ein, wobei der Aufnahmeraum 42A auf den Fortsatz 40A schwenkt und diesen dadurch aufnimmt.
Die Fügung der Eingriffsstrukturen 42B, 42A einerseits und der Eingriffsstrukturen 40A, 40B andererseits führt zur Ausbildung von Querverbindungen zwischen den Kettensträngen 20A, 20B. Dabei bilden diese Eingriffsstrukturen eine Sicherung unterschiedlicher Art. Der Aufnahmeraum 42A und der darin eingerückte Fortsatz 42B bewirken eine Sicherung der Kettenstränge 20A, 20B primär in X-Richtung. Der Aufnahmeraum 40B und der darein eingerückte Fortsatz 40A bewirken eine Sicherung der Kettenstränge 20A, 20B primär in Y-Richtung. Gemeinsam bewirken die Eingriffsstrukturen erster und zweiter Art, eine stabile Sicherung der Kettenstränge gegenüber einer Trennung der Kettenstränge des Kettenverbundes in jeglicher Querrichtung.
Mit dem Zustand der Fig. 6C ist ein Zustand erreicht, der dem der Fig. 6A ähnelt. Dies bedeutet, dass wiederum als nächstes, beim Übergang in den Zustand der Fig. 6D, ein Kopplungs-Kettenglied 30A sowie ein Zwischen-Kettenglied 30B dem Kettenverbund 60 angefügt werden. Beim weiteren Übergang in den Zustand der Fig. 6E werden dann wieder ein Kopplungs-Kettenglied 32B und ein Zwischen kettenglied 32A angefügt. Beim Übergang zur letzten dieser Darstellungen, dem Zustand der Fig. 6E, werden dann wiederum ein Kopplungs-Kettenglied 30A sowie ein Zwischen-Kettenglied 30B dem Kettenverbund 60 angefügt.
Anhand des Zustands in der Fig 6F wird eine weitere Besonderheit des entstandenen Kettenverbundes 60 erläutert. Neben den durch die Eingriffsstrukturen 40A, 40B, 42A, 42B gebildeten Querverbindungen zwischen den Kettensträngen ist der Kettenverbund 60 auch deswegen von besonderer Stabilität, da sich ein Überlappungsbereich 80 ergibt, der sich in Hauptausfahrrichtung Z erstreckt. In diesen Überlappungsbereich 80 ragen die Überlappungsabschnitte 52 der Kopplungs-Kettenglieder30A, 32B . Konsequenz dessen ist, dass auf den Kettenverbund 60 wirkende Schubkräfte zumindest zum Teil über diesen Überlappungsbereich
80 abgeleitet werden und damit im Wechsel die Kopplungs-Kettenglieder30A, 32B im Kraftflussweg angeordnet sind. Die Kopplungs-Kettenglieder 30A, 32B werden hierdurch aneinander angepresst und erhöhen hierdurch die Stabilität des Kettenverbundes 60.
Anhand der Fig. 7A, 7B sowie 8 und 9 wird ein bevorzugtes Anwendungsfeld für einen Schubkettenantrieb der beschriebenen Art erläutert, nämlich die Verwendung an Kraftfahrzeugen und insbesondere die Verwendung an Slide-Out-Systemen von Kraftfahrzeugen.
Fig. 7A und 7B zeigen ein Fahrzeug 150 in Form eines Reisemobils. Dieses Fahrzeug 150 ist mit einer Slide-Out-Anordnung 100 versehen, die zur Bewegung eines Slide-Out-Kastens 120 vorgesehen ist, der zwischen einer eingefahrenen Stellung und einer ausgefahrenen Stellung verlagerbar ist. Hierdurch lässt sich ein Fahrzeuginnenraum 110 bei stehendem Fahrzeug vergrößern.
Der Slide-Out-Kasten 120 seinerseits weist eine Außenseite 121 auf, die im eingefahrenen Zustand der Fig. 7A im Wesentlichen fluchtend mit einer Seitenwandung 102 des Fahrzeugs ausgerichtet ist. In diesem Zustand der Fig. 7A ist das Bewegen des Fahrzeugs 150 möglich.
Wie der ausgefahrene Zustand der Fig. 7B zeigt, weist der Slide-Out-Kasten 120 neben der Außenseite 121 auch zwei Seitenwandungen 122, 123 und eine die Decke bildende Oberwandung 124 sowie eine den Boden bildende Unterwandung 125 auf. Fig. 7B zeigt den ausgefahrenen Zustand, der bei stationärem Betrieb des Fahrzeugs 150 genutzt wird und durch den der Fahrzeuginnenraum 110 des Fahrzeugs vergrößert wird.
Die Verlagerung des Slide-Out-Kastens 120 erfolgt bei einer erfindungsgemäßen Slide-Out- Anordnung 100 sowie bei einem erfindungsgemäßen Fahrzeug 150 mittels mindestens eines Schubkettenantriebs 10 der oben beschriebenen Art. Obwohl das Ausfahren einen erheblichen Kraftaufwand erforderlich macht, ist der auf Kunststoff-Kettengliedern basierende Schubkettenantrieb 10 ausreichend stabil, auch bei einer hohen Zahl von Einfahr- und Ausfahrzyklen.
Fig. 8 verdeutlicht eine bevorzugte Anordnung von mehreren Schubkettenantrieben 10 zur gemeinsamen Verlagerung des Slide-Out-Kastens 120. Hier ist ein jeder Schubkettenantrieb 10 mit zwei Kettensträngen 20A, 20B derart ausgebildet, dass die Kettenglieder der Kettenstränge 20A, 20B in unterschiedlichen Kettenebenen zugeführt werden. Bezogen auf den Schubkettenantrieb 10 in der linken oberen Ecke des Slide-Out-Kastens 120 (von außen gesehen) wird ein Kettenstrang 20A zugeführt, dessen Kettenebene durch die Achsen X und Z aufgespannt wird, während ein anderer
Kettenstrang 20B in der durch die Achsen Y und Z aufgespannten Kettenebene zugeführt wird. Im Kontaktbereich 12 werden die Kettenstränge 20A, 20B zusammengeführt und in Z-Richtung als gemeinsamer Kettenverbund 60 ausgefahren. Diese Ausfahrbewegung des Kettenverbundes 60 wird vorzugsweise verwendet, um hierdurch die Slide-Out-Kasten 120 einzufahren, also aus dem Zustand der Fig. 7B in den Zustand der Fig. 7Azu überführen.
In der Fig. 8 sind die Antriebsmotoren 70 nicht dargestellt. Grundsätzlich ist es möglich, einen jeden Schubkettenantrieb 10 in der in Fig. 1 bis 3 dargestellten Weise mit einem eigenen Antriebsmotor 70 a uszu gestalten. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass ein gemeinsamer Motor den Antrieb für mehrere Schubkettenantriebe bildet, insbesondere für die jeweils zwei Schubkettenantriebe an den beiden Seiten des Slide-Out-Kastens 120.
Fig. 9 zeigt eine alternative Gestaltung. Hier sind an den oberen Ecken des Slide-Out-Kastens 120 wiederum die Schubkettenantrieb 10 der beschriebenen Art vorgesehen, bei denen die Zuführung der Kettenstränge 20A, 20B in unterschiedlichen Kettenebenen erfolgt. Allerdings sind bei dieser Gestaltung die jeweils unteren Schubkettenantriebe 11 anders gestaltet, nämlich derart, dass beide Kettenstränge 21A, 21B in einer gemeinsamen Kettenebene zugeführt werden, die durch die Achsen Z und Y aufgespannt wird. Betreffend die Bauweise eines solchen Schubkettenantriebs wird auf die Prioritätsanmeldung EP23180442.8 verwiesen, deren Offenbarungsgehalt zu solchen Schubkettenantrieben und insbesondere die Fig. 6 mitsamt zugehörigen Beschreibungsteilen hiermit zum Teil der Offenbarung der vorliegenden Patentanmeldung gemacht wird.
Fig. 10A, 10B und 11 zeigt ein weiteres Anwendungsfeld für einen Schubkettenantrieb 10 der beschriebenen Art, nämlich ein Magnetresonanztomographiegerät 200. Dieses Magnetresonanztomographiegerät 200 weist in grundsätzlich bekannter Weise einen Untersuchungsraum 210 auf, der von einem Magneten 220, einer Gradientenspule 222 und einer Hochfrequenzspule 224 umgeben ist. Dies ist in Fig. 10A dargestellt.
Zu dem Magnetresonanztomographiegerät 200 gehört eine Patiententischeinheit 230, die aus einer Tischbasis 232 und einen Patiententisch 234 besteht. Die Tischbasis 232 ist ortsfest aufgestellt. Der Patiententisch 234 ist demgegenüber verlagerbar, um den auf dem Patiententisch 234 liegenden Patienten in den Untersuchungsraum einfahren und hieraus ausfahren zu lassen. Der Patiententisch 234 ist hierfür mittels Führungsschienen 236 geführt.
Fig. 10B zeigt den Patiententisch 234 in einem verfahrenen Zustand, in dem er sich zumindest teilweise im Untersuchungsraum 210 befindet.
Zum Zwecke der Verlagerung ist ein Linearantrieb vorgesehen, welcher auf einem
Schubkettenantrieb 10 der oben beschriebenen Art basiert.
Fig. 11 verdeutlicht, wie der Schubkettenantrieb 10 in die Tischbasis 232 integriert ist. Es ist zu erkennen, dass die jeweils zwei Kettenstränge 20A, 20B in unterschiedlichen Kettenebenen zugeführt werden, um in der bereits oben beschriebenen Weise im Kontaktbereich einen zur Übertragung von Schubkräften geeigneten Kettenverbund 60 zu bilden. Am distalen Ende 62 des Kettenverbundes ist der Patiententisch 234 vorgesehen, der somit in den Untersuchungsraum 210 hinein und hieraus heraus gefahren werden kann.
Auch beim Schubkettenantrieb 10 des hier vorgestellten Magnetresonanztomographiegerät 200 ist vorgesehen, dass die Kettenglieder in der beschriebenen Weise zumindest überwiegend aus Kunststoff bestehen, insbesondere wiederum aus zwei Bauteilen 34, 36. Zusätzlich kann hier vorgesehen sein, dass die Kettenglieder vollständig aus Kunststoff bestehen, indem auf den Fügestift 38 zugunsten einer Schnappverbindung der beiden Bauteile verzichtet wird. Auch kann vorgesehen sein, dass der Fügestift 38 selbst aus Kunststoff hergestellt ist.
Die Verwendung von nicht-magnetisierbaren und vorzugweise nicht-metallischen Materialien für jene Teile des Patiententisches 234, die in den Untersuchungsraum 210 einfahren, und somit auch für den Kettenverbund 60 wird als vorteilhaft angesehen. Zum einen werden ungewünschte magnetische Anziehungen vermieden. Zum anderen führen metallische Teile zu Bildstörungen und können sich in störendem Maße erwärmen. Die Verwendung von Kunststoffen für den Linearantrieb stellt daher einen wesentlichen Vorteil dar.
Claims
1. Schubkettenantrieb (10) mit mindestens einem Doppelkettensatz mit den folgenden Merkmalen: a. der Doppelkettensatz verfügt über mindestens zwei unabhängig voneinander beim Ausfahren des Doppelkettensatzes zu einem Kontaktbereich (12) zugeführten Kettenstränge (20A, 20B), und b. die mindestens zwei Kettenstränge (20A, 20B) gelangen beim Ausfahren der Kettenstränge (20A, 20B) im Kontaktbereich (12) derart in Kontakt miteinander, dass sie sich gegenseitig stützend oder haltend als gemeinsamer Kettenverbund (60) in einer Hauptausfahrrichtung (Z) ausfahrbar sind, und c. die mindestens zwei Kettenstränge (20A, 20B) werden in unterschiedlichen Kettenebenen (XY, YZ) zugeführt.
2. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 1 mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. die mindestens zwei Kettenstränge (20A, 20B) werden in nicht-parallelen Kettenebenen (XY, YZ) zugeführt, die miteinander vorzugsweise einen Winkel zwischen 60° und 120° einschließen, insbesondere vorzugsweise einen Winkel von 90°.
3. Schubkettenantrieb (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 2 mit den folgenden weiteren
Merkmalen: a. die mindestens zwei Kettenstränge (20A, 20B) weisen jeweils eine Mehrzahl von
Kettengliedern (30A, 32A, 30B, 32B) auf, und
b. mindestens ein Kopplungs-Kettenglied (30A) eines ersten der beiden Kettenstränge (20A) und mindestens ein Kopplungs-Kettenglied (32B) des zweiten der beiden Kettenstränge (20B) sind mit Eingriffsstrukturen (40B, 40A) einer ersten Art versehen, die dafür ausgebildet sind, beim Ausfahren im Kontaktbereich (12) in einen Eingriffszustand zu gelangen, wobei in diesem Eingriffszustand die beiden Kopplungs-Kettenglieder (30A, 32B) in einer ersten Sicherungsrichtung (Y) quer zur Hauptausfahrrichtung (Z) formschlüssig aneinander gesichert sind.
4. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 3 mit den folgenden weiteren Merkmalen: a. die mindestens eine Eingriffsstruktur (40B, 40A) der ersten Art weist an dem Kopplungs- Kettenglied (30A) eines der beiden Kettenstränge (20A) einen exponierten Fortsatz (40A) auf, der im gemeinsamen Kettenverbund (60) in einen Aufnahmeraum (40B) der Eingriffsstruktur am anderen Kopplungs-Kettenglied (32B) eingreift, und b. der Aufnahmeraum (40B) ist beidseitig in der ersten Sicherungsrichtung (Y) durch Wandungen begrenzt, so dass eine Relativverlagerung der Kopplungs-Kettenglieder (30A, 32B) in der ersten Sicherungsrichtung (Y) verhindert wird oder bidirektional limitiert ist, wenn der Fortsatz (40A) im Aufnahmeraum (40B) angeordnet ist.
5. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 3 oder 4 mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. mindestens ein Kopplungs-Kettenglied (30A) des ersten der beiden Kettenstränge (20A) und mindestens ein Kopplungs-Kettenglied (32B) des zweiten der beiden Kettenstränge (20B) sind mit einer Eingriffsstruktur (42A, 42B) einer zweiten Art versehen, die dafür ausgebildet sind, beim Ausfahren im Kontaktbereich (12) in einen Eingriffszustand zu gelangen, wobei in diesem Eingriffszustand die beiden Kopplungs-Kettenglieder (30A,32B) in einer zweiten Sicherungsrichtung (X) quer zur Hauptausfahrrichtung (Z) formschlüssig aneinander gesichert sind, wobei die zweite Sicherungsrichtung (X) von der ersten Sicherungsrichtung (Y) abweicht.
6. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 5 mit den folgenden weiteren Merkmalen: a. die mindestens eine Eingriffsstruktur (40A, 42B) der zweiten Art weist an dem Kopplungs- Kettenglied (30A) eines der beiden Kettenstränge (20A) einen exponierten Fortsatz (42B) auf, der im gemeinsamen Kettenverbund (60) in einen Aufnahmeraum (42A) der Eingriffsstruktur am anderen Kopplungs-Kettenglied (32B) eingreift, und b. der Aufnahmeraum (42A) ist beidseitig in der zweiten Sicherungsrichtung (X) durch Wandungen begrenzt, so dass eine Relativverlagerung der Kopplungs-Kettenglieder (30A, 32B) in der zweiten Sicherungsrichtung (X) verhindert wird oder bidirektional limitiert ist, wenn der Fortsatz (42B) im Aufnahmeraum (42A) angeordnet ist. vorzugsweise mit dem folgenden zusätzlichen Merkmal: c. die mindestens eine Eingriffsstruktur (40B, 40A) der ersten Art und die mindestens eine Eingriffsstruktur (42B, 42A) der zweiten Art sind derart gestaltet, dass an mindestens einem der Kopplungs-Kettenglieder (30A, 32B) ein Fortsatz und/oder ein Aufnahmeraum der Eingriffsstruktur (40B,40A) derersten Art und ein Fortsatz und/oder ein Aufnahmeraum der Eingriffsstruktur (42B, 42A) der zweiten Art vorgesehen sind.
7. Schubkettenantrieb (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 6 mit den folgenden weiteren Merkmalen: a. die beiden Kettenstränge (20A, 20B) weisen paarweise einander zugeordnete Kettenglieder (30A, 30B; 32A, 32B) auf, die im Kettenverbund (60) quer zur Hauptausfahrrichtung (Z) auf gleicher Höhe nebeneinander angeordnetsind, und b. mindestens eine der Eingriffsstrukturen (40A, 40B) derersten Art weist einen Fortsatz (40A) und einen Aufnahmeraum (40B) zur Aufnahme des Fortsatzes (40A) auf, wobei der Fortsatz (40A) und der Aufnahmeraum (40B) nicht an paarweise einander zugeordneten Kettengliedern auf gleicher Höhe vorgesehen sind.
8. Schubkettenantrieb (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit den folgenden weiteren Merkmalen:
a. mindestens ein Kettenglied (30A, 32A) eines ersten der beiden Kettenstränge (20A) und mindestens ein Kettenglied (30B, 32B) des zweiten der beiden Kettenstränge (20B) weisen an einer Außenseite jeweils eine Verzahnung (50) auf, mittels derer sie durch ein Zahnrad (74) antreibbarsind, und b. die beiden Verzahnungen (50) sind jeweils an Außenseiten vorgesehen, die im Kettenverbund (60) in die gleiche Richtung weisen.
9. Schubkettenantrieb (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. im Kettenverbund (60) fluchtet mindestens ein Zahn der Verzahnung (50) am ersten der beiden Kettenglieder mit mindestens einem Zahn der Verzahnung (50) am zweiten der beiden Kettenglieder.
10. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 8 oder Anspruch 9 mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. der Schubkettenantrieb (10) verfügt über einen Antriebsmotor (70), der über mindestens ein Zahnrad (72, 74) mit der Verzahnung (50) der Kettenglieder (30A, 30B, 32A, 32B) mindestens eines Kettenstrangs (20A, 20B) im Eingriff steht.
11. Schubkettenantrieb (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 10 mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. es sind mindestens zwei Zahnränder vorgesehen, die drehstarr miteinander verbunden sind und die mit der Verzahnung jeweils eines Kettenstrangs im Eingriff stehen.
12. Schubkettenantrieb (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 10 mit dem folgenden weiteren Merkmal:
a. es ist ein Zahnrad (74) vorgesehen, welches so gestaltet und/oder platziert ist, dass es mindestens zeitweise und insbesondere vorzugsweise permanent mit Verzahnungen (50) an Kettengliedern (30A, 30B, 32A, 32B) beider Kettenstränge (20A, 20B) im Eingriff steht.
13. Schubkettenantrieb (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. mindestens einer der Kettenstränge (20A, 20B) weist mindestens zwei Arten von Kettengliedern (30A, 30B, 32A, 32B) mit unterschiedlicher Formgebung auf.
14. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 13 mit den folgenden weiteren Merkmalen: a. beide Kettenstränge (20A, 20B) weisen jeweils zwei Arten von Kettengliedern (30A, 30B, 32A, 32B) auf, die zumindest in einem Teilabschnitt der jeweiligen Kettenstränge (20A, 20B) in alternierender Reihenfolge vorgesehen sind, und b. die jeweils zwei Arten von Kettengliedern (30A, 30B; 32A, 32B) sind bei Anordnung im gemeinsamen Kettenverbund (60) bezogen auf eine Querrichtung (Y) zur Hauptausfahrrichtung (Z) überlappend angeordnet, so dass bei einer in Hauptausfahrrichtung (Z) auf ein Ende des Kettenverbundes (60) wirkende Kraft mittels eines Kraftflusses weitergeleitet wird, der im Wechsel durch Kettenglieder (30A, 32A) des ersten Kettenstranges (20A) und durch Kettenglieder (30B, 32B) des zweiten Kettenstrangs (20B) verläuft.
15. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 14 mit den folgenden weiteren Merkmalen: a. zur Erzielung der Überlappung weisen die jeweils zwei Arten von Kettengliedern (30A, 30B, 32A, 32B) beider Kettenstränge (20A, 20B) eine unterschiedliche Erstreckung in einer Querrichtung (Y) zur Hauptausfahrrichtung (Z) auf odersind bezogen auf eine Querrichtung zur Hauptausfahrrichtung alternierend versetzt angeordnet, und
b. jeweils eine Art von Kettengliedern (30A, 32B) des ersten und des zweiten Kettenstrangs (20A, 20B) sind mit einem Überlappungsabschnitt (52) ausgestattet, der im ausgefahrenen Kettenverbund (60) bezogen auf die Hauptausfahrrichtung (Z) zwischen Überlappungsabschnitten (52) zweier Kettenglieder (30A, 32A) des jeweils anderen Kettenstrangs (20B, 20A) angeordnet ist.
16. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 15 mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. an den Überlappungsabschnitten (52) sind Eingriffsstrukturen (40A, 40B, 42A, 42B) vorgesehen, die dafür ausgebildet sind, im Kontaktbereich (12) in Eingriff zu gelangen, wobei diese Eingriffsstrukturen (40A, 40B, 42A, 42B) derart ausgestaltet sind, dass die jeweiligen Kettenglieder (30A, 32B) in einer Sicherungsrichtung (X, Y) quer zur Haupterstreckungsrichtung (Z) des Kettenverbundes (60) formschlüssig aneinander gesichert werden.
17. Schubkettenantrieb (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem folgenden weiteren Merkmal: a. mindestens ein Kettenglied (30A, 30B, 32A, 32B) eines der Kettenstränge weist zwei Kunststoffteile (34, 36) auf, die mit oder ohne einen Fügestift (38) miteinander verbunden sind.
18. Schubkettenantrieb (10) nach Anspruch 17 mit mindestens einem der folgenden weiteren Merkmale: a. eines der Kunststoffteile (34, 36) bildet eine Verzahnung (50) zum Antreiben des Kettenstrangs, und/oder b. das Kettenglied (30A, 30B, 32A, 32B) verfügt über eine Durchbrechung (54), die eine Lagerschale für die schwenkbewegliche Anlenkung eines nächsten Kettengliedes bildet, wobei vorzugsweise beide Kunststoffteile (34, 36) miteinander fluchtende Durchbrechungen (54) zur Bildung der Lagerschale aufweisen, und/oder
c. das Kettenglied (30A, 30B, 32A, 32B) verfügt über einen Lagerstift (56) zur schwenkbeweglichen Anordnung in einer Lagerschale eines nächsten Kettengliedes, der durch eines der Kunststoffteile (34, 36) oder beide Kunststoffsteile (34, 36) gebildet ist, wobei vorzugsweise ein Fügestift (38) des Kettengliedes (30A, 30B, 32A, 32B) innerhalb des Lagerstifts (56) angeordnet ist.
19. Schubkettenantrieb (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit mindestens einem der folgenden weiteren Merkmale: a. die mindestens zwei Kettenstränge (20A, 20B) sind jeweils als unidirektional knickbewegliche Kettenstränge (20A, 20B) ausgebildet, und/oder b. die beiden Kettenstränge (20A, 20B) sind dafür ausgebildet, im Kontaktbereich (12) eine formschlüssige Kopplung miteinander einzugehen.
20. Slide-Out-Anordnung (100) für ein Fahrzeug (150) mit den folgenden Merkmalen: a. die Slide-Out-Anordnung (100) umfasst eine fahrzeugseitige Baugruppe zur Anbringung am Chassis des Fahrzeugs (150), und b. die Slide-Out-Anordnung (100) umfasst eine slide-out-seitige Baugruppe zur Anbringung an einem Slide-Out-Kasten (120), und c. die Slide-Out-Anordnung (100) umfasst ein Antriebssystem, mittels dessen die fahrzeugseitige Baugruppe und die slide-out-seitige Baugruppe gegeneinander verfahrbar sind, gekennzeichnet durch das folgende zusätzlichen Merkmal: d. das Antriebssystem umfasst einen Schubkettenantrieb (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 19.
21. Slide-Out-Anordnung (100) nach Anspruch 20 mit den folgenden weiteren Merkmalen:
a. die Slide-Out-Anordnung (100) weist mindestens zwei Schubkettenantriebe (10) auf, und b. mindestens ein Schubkettenantrieb (10) verfügt überzwei Kettenstränge (20A, 20B), die in unterschiedlichen Kettenebenen und insbesondere vorzugsweise in nicht-parallelen Kettenebenen zugeführt werden, und c. mindestens ein Schubkettenantrieb (11) verfügt überzwei Kettenstränge (21A, 21B), die in parallelen Kettenebenen zugeführt werden, insbesondere in einer identischen Kettenebene.
22. Slide-Out-Anordnung (100) nach einem der Ansprüche 20 oder 21 mit mindestens einem der folgenden weiteren Merkmale: c. die Slide-Out-Anordnung (100) umfasst einen Slide-Out-Kasten (120), der an derslide-out- seitige Baugruppe angebracht ist, wobei der Slide-Out-Kasten (120) zumindest eine formstabile Außenseite (121) sowie vorzugsweise darüber hinaus formstabile oder formflexible Seitenwandungen (122, 123) und/oder formstabile oder formflexible Ober- und Unterwandungen (124, 125) aufweist, und/oder d. der Schubkettenantrieb (10) ist derart an die slide-out-seitige Baugruppe und die fahrzeugseitige Baugruppe gekoppelt, dass durch Ausfahren des Kettenverbundes (60) eine Außenseite (121) des Slide-Out-Kastens (120) eingefahren wird und durch Einfahren des Kettenverbundes (60) die Außenseite (121) des Slide-Out-Kastens (120) ausgefahren wird, und/oder e. der Schubkettenantrieb (10) ist derart ausgebildet, dass die Kettenstränge (20A, 20B) in einem eingefahrenen Zustand in einem Kettenspeicher angeordnet sind, der Teil der fahrzeugseitigen Baugruppe ist.
23. Fahrzeug (150), insbesondere Wohnmobil, mit einer Slide-Out-Anordnung (100) mit den folgenden Merkmalen: a. das Fahrzeug weist einen Fahrzeuginnenraum (110) auf, und
b. das Fahrzeug weist eine Slide-Out-Anordnung (100) mit einem Slide-Out-Kasten (120) auf, der verlagerbar ist zwischen einer Stau-Endlage, in der eine Außenseite (121) des Slide- Out-Kastens (120) im Wesentlichen mit der umgebenden Seitenwandung (102) fluchtet, und einer Nutz-Endlage, in der der Slide-Out-Kasten (120) zur Vergrößerung des Fahrzeuginnenraums (110) nach außen ausgefahren ist, gekennzeichnet durch das folgende zusätzliche Merkmal: c. die Slide-Out-Anordnung (100) ist nach einem der Ansprüche 21 oder 22 ausgebildet.
24. Magnetresonanztomographiegerät (200) mit den folgenden Merkmalen: a. das Magnetresonanztomographiegerät (200) weist einen Magneten (220) zur Erzeugung eines homogenen statischen Magnetfeldes in einem Untersuchungsraum (210) des Magnetresonanztomographiegeräts, b. das Magnetresonanztomographiegerät (200) weist eine Gradientenspule (222) zur Erzeugungvon Gradientenfeldern im Untersuchungsraum (210) auf, c. das Magnetresonanztomographiegerät (200) weist eine Hochfrequenzspule (224) zur Erzeugung und/oder zum Empfang von Hochfrequenzsignalen auf, d. das Magnetresonanztomographiegerät (200) weist einen Patiententisch zur Lagerung eines Patienten während der Untersuchung auf, e. das Magnetresonanztomographiegerät weist einen Linearantrieb auf, mittels dessen der Patiententisch und die Gradientenspule relativ zueinander verfahrbar sind, gekennzeichnet durch das folgende weitere Merkmal: f. der Linearantrieb weist einen Schubkettenantrieb gemäß einem der Ansprüche 1 bis 19 auf.
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