EP4710172A1 - Verfahren zum einrichten, bedienen und/oder warten einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung und anordnung mit einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung - Google Patents

Verfahren zum einrichten, bedienen und/oder warten einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung und anordnung mit einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung

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EP4710172A1
EP4710172A1 EP24723864.5A EP24723864A EP4710172A1 EP 4710172 A1 EP4710172 A1 EP 4710172A1 EP 24723864 A EP24723864 A EP 24723864A EP 4710172 A1 EP4710172 A1 EP 4710172A1
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Andreas Hoffmann
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Paul Hettich GmbH and Co KG
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten, Bedienen und/oder Warten einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf: - Erstellen mindestens eines Abbilds (10) von zumindest Teilen der Holzverarbeitungsvorrichtung mithilfe eines Mobilgeräts (1); - Darstellen des mindestens einen Abbilds (10) auf einem Bildschirm (2); - Vergleichen des mindestens einen Abbilds (10) mit gespeicherten Vergleichsabbildern mindestens eines Produkttyps von Holzverarbeitungsvorrichtungen; - Identifizieren des Produkttyps der abgebildeten Holzverarbeitungsvorrich- tung anhand eines Ergebnisses des Vergleichs; - Abrufen von Informationen zu dem identifizierten Produkttyp; - Bereitstellen der Informationen zu dem identifizierten Produkttyp auf dem Bildschirm (2). Die Erfindung betrifft weiter eine Anordnung einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung und einem Mobilgerät (1), wobei das Mobilgerät (1) zur Durchführung eines derartigen Verfahrens eingerichtet ist.

Description

VERFAHREN ZUM EINRICHTEN, BEDIENEN UND/ODER WARTEN EINER MANUELLEN ODER HALBAUTOMATISCHEN HOLZVERARBEITUNGSVORRICHTUNG UND ANORDNUNG MIT EINER MANUELLEN ODER HALBAUTOMATISCHEN HOLZVERARBEITUNGSVORRICHTUNG
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten, Bedienen und/oder Warten einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Anordnung mit einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Solche manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtungen dienen dem Bearbeiten, insbesondere Bohren, Fräsen und/oder Schleifen von Holzwerkstücken. Auch ein Einpressen von Gewindehülsen oder sonstigen Teilen vom Beschlägen wird mit Holzverarbeitungsvorrichtungen vorgenommen. Neben universellen Holzverarbeitungsvorrichtungen, deren Bedienung und Benutzung ein großes Maß an handwerklichen Fähigkeiten voraussetzt, werden insbesondere in der Möbelindustrie auch Holzverarbeitungsvorrichtungen eingesetzt, die speziell für bestimmte Teilschritte eines Herstellungsverfahrens zum Beispiel einer Möbelplatte oder eines Möbelkorpus eingerichtet sind. Derartige Holzverarbeitungsvorrichtungen weisen häufig Anschläge oder Lehren oder sonstige Einstellmöglichkeiten auf, die für ein bestimmtes Werkstück und einen bestimmten Bearbeitungsschritt eingerichtet werden. Sie können und werden in der Möbelindustrie in großem Maße auch von nicht fachkundigem Personal bedient.
Die beschriebenen Holzverarbeitungsvorrichtungen sind häufig viele Jahre, teilweise Jahrzehnte in Betrieb oder in unveränderter Bauform erhältlich. Sie sind mechanisch robust aufgebaut, aber in der Regel nicht oder nur minimal digitalisiert. Moderne Maschinen unterstützen einen Anwender häufig bei der Einrichtung, der Bedienung oder Wartung derselben. Dazu können Bedienhilfen integriert sein, beispielsweise Bildschirme, sonstige Anzeigeelemente und/oder Möglichkeiten zur Sprachausgabe. Solche integrierten Bedienhilfen werden bei den genannten Holzverarbeitungsvorrichtungen in der Regel nicht oder nur in sehr geringem Umfang eingesetzt.
Das Erlernen einer Inbetriebnahme einer solchen Holzverarbeitungsvorrichtung, ihrer Bedienung und Wartung, einschließlich einer Fehlersuche und gege- benenfalls Fehlerbehebung, erfolgt daher klassisch durch Schulungen, Betriebsanweisungen, Handbücher und gegebenenfalls ergänzende Video-Tutorials.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Einrichtung, Bedienung und/oder Wartung derartiger manueller oder halbautomatischer Holzverarbeitungsvorrichtungen zu vereinfachen. Es ist eine weitere Aufgabe, eine Anordnung mit einer derartigen Holzverarbeitungsvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren bzw. eine Anordnung mit den Merkmalen des jeweiligen unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Einrichten, Bedienen und/oder Warten einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung weist die folgenden Schritte auf: Es wird mindestens ein Abbild von zumindest Teilen der Holzverarbeitungsvorrichtung mithilfe eines Mobilgeräts erstellt und auf einem Bildschirm dargestellt. Das mindestens eine Abbild wird mit gespeicherten Vergleichsabbildern mindestens eines Produkttyps von Holzverarbeitungsvorrichtungen verglichen und der Produkttyp der abgebildeten Holzverarbeitungsvorrichtung anhand eines Ergebnisses des Vergleichs identifiziert. Zu dem identifizierten Produkttyp werden Informationen abgerufen und diese Informationen werden auf dem Bildschirm wiedergegeben.
Es wird somit ein um produktspezifische Informationen angereichertes Abbild der Holzverarbeitungsvorrichtung angezeigt. Durch das Identifizieren des Produkttyps der Holzverarbeitungsvorrichtung wird sichergestellt, dass die angezeigten Informationen sich tatsächlich auf die betreffende Holzverarbeitungsvorrichtung beziehen. Die benötigten Informationen können auf diese Weise schnell und mühelos aufgefunden und eingesehen werden. Es müssen nicht umständlich Handbücher oder sonstige Anweisungen und Anleitungen herausgesucht und durchgearbeitet werden. Das mindestens eine Abbild kann dabei ein statisches Kamerabild oder ein Video sein und wird bevorzugt von einer Kamera des Mobilgeräts aufgenommenen. Es können entweder Abbilder der kompletten Vorrichtung, spezifischer Vorrichtungsteile oder von an der Vorrichtung angebrachter Identifikatoren, wie beispielsweise Typenschilder oder Plaketten mit Symbolen (Tags, QR-Code, Strichcode, etc.) genutzt werden. In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden die Informationen zu dem identifizierten Produkttyp dem Abbild der Holzverarbeitungsvorrichtung überlagert. Beispielsweise können zu den Informationen mindestens ein Symbol und/oder mindestens eine Auswahlschaltfläche dargestellt werden, wobei bevorzugt das mindestens eine Symbol und/oder die mindestens eine Auswahlschaltfläche in dem Abbild der Holzverarbeitungsvorrichtung so positioniert werden, dass sie räumlich den Komponenten der Holzverarbeitungsvorrichtung zugeordnet sind, die sie inhaltlich betreffen. Durch die räumliche Zuordnung und die Nutzung von Symbolen anstelle von textlichen Beschreibungen können intuitiv und sprachbarrierefrei die für einen bestimmten Vorgang oder eine bestimmte Problemstellung relevanten Informationen aufgefunden werden.
Bevorzugt betreffen die Informationen mindestens eine Funktionskomponente, mindestens eine Bedienkomponente, mindestens eine Einstellkomponente und/oder mindestens eine austauschbare Komponente der Holzverarbeitungsvorrichtung. Um die Informationen, insbesondere umfangreiche Informationen strukturiert darstellen zu können, kann vorgesehen sein, zu den Informationen mindestens ein Auswahlmenü anzuzeigen, über das unterschiedliche Informationen dargestellt werden können und/oder Informationen auf unterschiedliche Art und Weise dargestellt werden können. Die Informationen können beispielsweise in Form von Texten, Bildern, Audioausgaben und/oder Videos bereitgestellt werden.
Neben Informationen, die Funktionskomponenten betreffen, können Informationen auch zu allgemeineren Themen angeboten werden, beispielsweise im Hinblick auf eine Montage und/oder eine Einrichtung der Holzverarbeitungsvorrichtung und/oder eine Fehlersuche an der Holzverarbeitungsvorrichtung.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens sind die Vergleichsabbilder und/oder die Informationen lokal auf dem Mobilgerät gespeichert. Insbesondere die Vergleichsabbilder sind auf diese Weise schnell verfügbar, sodass die abgebildete Holzverarbeitungsvorrichtung ohne große Zeitverzögerung aufgefunden werden kann. Zudem kann das Verfahren autonom und unabhängig von einer Netzverfügbarkeit durchgeführt werden.
Alternativ können die Vergleichsabbilder und/oder die Informationen in einer Datenbank gespeichert sein, die über ein Netzwerk von dem Mobilgerät kontaktiert wird. Hierbei ist vorteilhaft, dass Aktualisierungen an den Datenbankeinträgen vorgenommen werden können, ohne dass dazu Daten auf dem Mobilgerät geändert werden müssen. Zudem wird weniger Speicherplatz auf dem Mobilgerät benötigt. In einer weiteren Alternative kann vorgesehen sein, dass mindestens eine Abbild über das Netzwerk an einen entfernten Computer, insbesondere einen Netzwerkserver zu senden, auf dem der Vergleich mit den Vergleichsabbildern vorgenommen wird. Auf diese Weise kann der durchaus rechenintensive Bildvergleich von dem Mobilgerät, das unter Umständen nicht über einen leistungsfähigen Prozessor verfügt, auf einen leistungsfähigeren entfernten Computer verschoben werden.
Eine erfindungsgemäße Anordnung einer Holzverarbeitungsvorrichtung und eines Mobilgeräts zeichnet sich dadurch aus, dass das Mobilgerät zur Durchführung eines derartigen Verfahrens eingerichtet ist. Es ergeben sich die im Zusammenhang mit dem Verfahren erläuterten Vorteile.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mithilfe von Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen:
Figuren 1 -3 jeweils eine Darstellung eines Mobilgeräts während der Durchführung eines anmeldungsgemäßen Verfahrens; und
Figur 4 ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines anmeldungsgemäßen Verfahrens.
Die Figuren 1 bis 3 zeigen zunächst beispielhaft ein Mobilgerät 1 , mit dessen Hilfe jeweils ein Beispiel eines anmeldungsgemäßen Verfahrens durchgeführt wird. Das Mobilgerät kann ein handelsübliches Telefon („Smartphone“) oder z.B. ein Tabletcomputer sein. Auf einem Bildschirm 2 des Mobilgeräts 1 ist jeweils eine Darstellung wiedergegeben, die von einem Programm („App“) generiert wird, mit dessen Hilfe das Verfahren durchgeführt wird.
Figur 4 gibt ein Ausführungsbeispiel eines anmeldungsgemäßen Verfahrens in einem Flussdiagramm wieder. Das Verfahren wird nachfolgend beispielhaft mit Bezug auf die Figuren 1 bis 3 erläutert.
In einem ersten Schritt S1 des Verfahrens gemäß Figur 4 wird mithilfe des Mobilgeräts 1 ein Abbild 10 einer Holzverarbeitungsvorrichtung erstellt und auf dem Mobilgerät 1 wiedergegeben. In den Figuren 1 und 2 ist jeweils das Abbild 10 zweier verschiedener Holzverarbeitungsvorrichtungen auf dem Bildschirm 2 eingeblendet. Zur Aufnahme kann bevorzugt eine am Mobilgerät 1 vorhandene Kamera verwendet werden. Alternativ zu einem Smartphone oder Tablet als Mobilgerät 1 kann das Verfahren auch mithilfe einer sogenannten VR (Virtual Reality) - Brille oder AR (Augmented Reality) - Brille durchgeführt werden. Eine solche Brille kann eine eigene Recheneinheit aufweisen oder an einen Computer bzw. Mobilgerät angeschlossen werden. Auch sind Modelle verwendbar, in die das Mobilgerät eingeschoben wird und so dessen Bildschirm und Kamera genutzt werden. Bei einer VR-Brille sieht der Benutzer nur den Bildschirm, bei einer AR- Brille ist die Umgebung natürlich sichtbar und wird nur von einer Bildschirmdarstellung überlagert.
In einem nächsten Verfahrensschritt S2 wird ein Bildvergleich zwischen dem Abbild 10 und abgespeicherten Vergleichsabbildern verschiedener Holzverarbeitungsvorrichtungen durchgeführt. Diese Vergleichsabbilder können auf dem Mobilgerät 1 lokal gespeichert sein, z.B. in einer lokalen Datenbank 9a. Auch ist es möglich, die Vergleichsabbilder während der Durchführung des Verfahrens aus einer entfernten Datenbank 9b abzurufen werden, die z.B. über ein Intranet bzw. Internet kontaktiert wird. Die Vergleichsabbilder können Kamerabilder sein oder auch die Holzverarbeitungsvorrichtungen schematisch in Form von skalierbaren Linienzeichnungen wiedergeben. Bevorzugt sind Vergleichsabbilder aus verschiedenen Perspektiven vorhanden.
Wenn eine Übereinstimmung zwischen dem Abbild 10 und einem der Vergleichsabbildern gefunden wird, ist damit der abgebildete Produkttyp der Holzverarbeitungsvorrichtung identifiziert. Nachfolgend werden Informationen über diesen Produkttyp und damit die abgebildete Holzverarbeitungsvorrichtung, die entweder wieder lokal auf dem Mobilgerät 1 gespeichert sind, z.B. in der lokalen Datenbank 9a, oder die in der bereits genannten entfernten Datenbank 9b hinterlegt sind, geladen.
Mithilfe dieser Informationen werden in einem nächsten Schritt S3 Zusatzinformationen dem Abbild 10 auf dem Bildschirm 2 überlagert, also eine „augmented reality“ auf dem Bildschirm 2 dargestellt.
Die Informationen können sich konkret auf bestimmte Komponenten der abgebildeten Holzverarbeitungsvorrichtung beziehen. Die Komponenten, zu denen Informationen vorhanden sind, werden bei den gezeigten Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2 durch Symbole 3 hervorgehoben und es wird eine zugeordnete Auswahlschaltfläche 4 neben der Komponente dargestellt. Die Symbole 3 und die Auswahlschaltflächen 4 werden bevorzugt räumlich benachbart zu den Komponenten, die sie betreffen, positioniert. Auf diese Weise können die interessierenden und relevanten Informationen schnell und sprachbarrierefrei aufgefunden werden.
Insbesondere werden Funktionskomponenten 11 , beispielsweise eine Bohreinheit (Fig. 1 ) und eine Einpresseinheit (Fig. 1 und 2) bei den dargestellten Holzverarbeitungsvorrichtungen durch ein Symbol 3 eines Bohrers bzw. ein Symbol 3 eines Einpressvorgangs angezeigt. Weiter werden Bedienkomponenten 12 dargestellt, mithilfe eines weiteren Symbols 3, das eine Knopfreihe darstellt. Schließlich werden Einstellkomponenten 13 mithilfe eines Symbols 3, das einen Maßstab wiedergibt, angezeigt. Bei dem Beispiel der Figur 1 ist zudem eine austauschbare Komponente 14 hervorgehoben, hier konkret ein Bohrgetriebe, das durch ein Symbol 3 mit Zahnrädern gekennzeichnet ist. Jeweils neben den Symbolen 3 ist die zugeordnete Auswahlschaltfläche 4 eingeblendet, die vom Benutzer des Mobilgeräts 1 angeklickt bzw. angetippt werden kann, um weitere Informationen zu der jeweiligen Komponente 11 , 12, 13, 14 zu erhalten.
Im Flussdiagramm der Figur 4 ist die Auswahl der zugeordneten Auswahlschaltfläche 4 in einem nächsten Schritt S4 dargestellt. Je nach ausgewählter Auswahlschaltfläche 4 verzweigt das Verfahren zu unterschiedlichen weiteren Schritten S5a bis hier beispielhaft S5d, in denen die jeweiligen spezifischen ausgewählten Informationen bereitgestellt werden.
In einer Umsetzung des Schritts S4 kann beispielsweise vorgesehen sein, dass sich ein Untermenü öffnet, über das weitere Optionen auswählbar sind. Beispielsweise können bei Auswahl einer der Auswahlschaltflächen 4, die einer Funktionskomponente 11 zugeordnet ist, beispielsweise dem „Bohren“ oder dem „Einpressen“, verschiedene Videos angeboten werden, in denen Handgriffe erläutert werden, um die entsprechende Funktion - das Bohren, das Einpressen - korrekt durchzuführen.
Bei Auswahl einer der Auswahlschaltflächen 4, die einer Bedienkomponente 12 zugeordnet ist, können beispielsweise die verschiedenen Bedienelemente näher erläutert werden, durch eine textliche Erläuterung, eine schematische Illustration oder auch mithilfe eines im Auswahlmenü startbaren Videos.
Bei Auswahl einer der Auswahlschaltflächen 4, die einer Einstellkomponente 13 zugeordnet ist, können beispielsweise Maße für Anschläge, für Bohrtiefen, für Bohrdurchmesser usw. angegeben werden. Schließlich können bei Auswahl einer der Auswahlschaltflächen 4, die einer austauschbaren Komponente 14 zugeordnet ist, dem Benutzer Erläuterungen zu verschiedenen Handgriffen, mit denen die Komponente im Falle eines Fehlers oder eines Verschleißes ausgetauscht werden kann, gegeben werden. Dieses kann gegebenenfalls wieder in Form von Videos erfolgen. Auch ist es denkbar, den Ablauf des Austauschvorgangs Schritt für Schritt zu begleiten. In dem Fall bieten weitere Abbilder 10 der Holzverarbeitungsvorrichtung die Möglichkeit, den Fortschritt des Austauschvorgangs zu kontrollieren und korrigieren, sodass Folgeschritte erst dann dargestellt werden, wenn der vorausgehende Schritt ordnungsgemäß abgeschlossen wurde. Zudem können die austauschbaren Komponenten 14 über ihr Abbild oder eine individuelle Kennzeichnung identifiziert und dem Nutzer aus einer Auswahl, insbesondere einem Werkzeuglager, als passend angezeigt werden. Dadurch können Fehler bereits im Vorfeld vermieden werden.
Neben den Symbolen 3 und zugeordneten Auswahlschaltflächen 4, die sich auf Funktionskomponenten 11 , 12, 13 der Holzverarbeitungsvorrichtung beziehen und die unmittelbar dem Abbild 10 der Holzverarbeitungsvorrichtung überlagert dargestellt werden, können weitere Symbole 5 mit zugeordneten Auswahlschaltflächen 4 angezeigt werden, die sich auf Informationen beziehen, die nicht spezifisch für die Funktionskomponenten 11 , 12, 13 sondern allgemeiner Natur sind. Beispielsweise sind in den Figuren 1 und 2 im rechten oberen Bereich des Bildschirms 2 solche weiteren Symbole 5 dargestellt, die sich auf eine Inbetriebnahme der Holzverarbeitungsvorrichtung beziehen sowie auf eine Fehlersuche.
Beim Ausführungsbeispiel der Figur 2 ist im Bereich unterhalb des Abbilds 10 ein weiteres Symbol 5 mit zugeordneter Auswahlschaltfläche 4 vorhanden, das sich nicht unmittelbar auf eine bestimmte Funktionskomponente 11 , 12, 13 bezieht. Dieses weitere Symbol 5 betrifft eine Anleitung bzw. Unterstützung für einen Zusammenbau bei der Erstinbetriebnahme der Holzverarbeitungsvorrichtung. Aus Platzgründen und um die Holzverarbeitungsvorrichtung beim Transport besser schützen zu können, wird die in Figur 2 dargestellte Holzverarbeitungsvorrichtung in Baugruppen vormontiert, aber nicht endgültig zusammengebaut geliefert. Das Zusammensetzen der Baugruppen kann zum Beispiel in Videos animiert angeleitet werden. Es ist auch denkbar, dass während des Zusammensetzens weitere Abbilder 10 der Holzverarbeitungsvorrichtung erfasst und ausgewertet werden, mit deren Hilfe der Fortschritt des Zusammenbaus analysiert wird und der Zusammenbau gegebenenfalls dadurch korrigiert wird, dass auf Fehler beim Zusammenbau hingewiesen wird. Zudem können Informationssymbole 6 verwendet werden, denen keine Auswahlschaltfläche zugeordnet ist, sondern die unmittelbar Informationen wiedergeben, beispielsweise über einen einzustellenden Druckbereich für eine Druckluftversorgung der Holzverarbeitungsvorrichtung.
Darüber hinaus sind bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 in einem unteren Bereich des Bildschirms 2 des Mobilgeräts 1 eine Reihe von Anwendungssymbolen 7 dargestellt, wiederum mit zugeordneten Auswahlschaltflächen 4. In dieser Reihe sind verschiedene Anwendungen oder Einsatzmöglichkeiten für die abgebildete Holzverarbeitungsvorrichtung symbolisiert.
Beispielhaft sind hier fünf Anwendungen vorgesehen und durch die Anwendungssymbole 7 symbolisiert. Konkret ist von links nach rechts das Bearbeiten einer Möbelplatte zum Einsetzen eines Scharniers als erster Anwendungsfall dargestellt, das Einsetzen eines Verbindungsbeschlags als zweiter Anwendungsfall, das Einbringen einer Lochreihe als dritter Anwendungsfall, das Anbringen eines Griffs als vierter Anwendungsfall und das Anbringen einer (Auszugs-) Führung als fünfter Anwendungsfall. Diese fünf Anwendungsfälle stellen für den Möbelbau typische Herstellungsschritte dar, die mit der angezeigten Holzverarbeitungsvorrichtung durchgeführt werden können.
Bei einem Betätigen einer der diesen Anwendungsfällen zugeordneten Auswahlschaltflächen 4 sind unmittelbar oder über ein oder mehrere weitere(s) Auswahlmenü(s) 8 verschiedene Informationen und Erläuterungen zu den Anwendungsfällen abrufbar. Figur 3 zeigt ausgehend von der Figur 1 die Auswahl der Auswahlschaltfläche 4, die dem ersten Anwendungsfall zugeordnet ist. Es öffnet sich dabei ein erstes Auswahlmenü 8 auf der linken Seite des Bildschirms 2 mit weiteren Optionen. Nach dem beispielhaften Anklicken hier der oberen Option öffnet sich dann ein zweites Auswahlmenü 8 auf der rechten Seite des Bildschirms 2, von dem aus dann hier im gezeigten Beispiel die gewünschte Information erreichbar ist.
Nach dem Abrufen der Information wird im weiteren Verlauf des Verfahrens in einem nächsten Schritt S6 dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, weitere Informationen zu der abgebildeten Holzverarbeitungsvorrichtung abzurufen und zu diesem Zweck zurück zum Schritt S4 zu verzweigen. Alternativ kann das Verfahren erneut mit dem Schritt S1 gestartet werden oder auch beendet werden. Das anmeldungsgemäße Verfahren bietet jederzeit und unabhängig von zum Beispiel einem Servicedienst Unterstützung bei der Einrichtung, Bedienung und/oder Wartung, einschließlich einer Fehlersuche und gegebenenfalls Fehlerbehebung. Sollte das Verfahren einmal nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann in einer Weiterbildung vorgesehen sein, das Mobilgerät 1 auch dahingehend zu nutzen, dass die bei Ablauf des Verfahrens aufgenommenen Abbilder 10 der Holzverarbeitungsvorrichtung an einem Servicedienst übermittelt werden bzw. der Servicedienst interaktiv in das Verfahren eingebunden ist. Auf diese Weise werden Schwierigkeiten und gegebenenfalls auch Sprachbarrie- ren, die bei einer rein telefonischen Beschreibung von Problemen auftreten, umgangen.
Bezugszeichen
1 Mobilgerät
2 Bildschirm
3 Symbol
4 Auswahlschaltfläche
5 weiteres Symbol
6 Informationssymbol
7 Anwendungssymbol
8 Auswahlmenü
9a lokale Datenbank
9b entfernte Datenbank
10 Abbild einer Holzverarbeitungsvorrichtung
11 Funktionskomponente
12 Bedienkomponente
13 Einstellkomponente
14 austauschbare Komponente
S1-S6 Verfahrensschritt

Claims

Ansprüche
1 . Verfahren zum Einrichten, Bedienen und/oder Warten einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung, aufweisend die folgenden Schritte:
- Erstellen mindestens eines Abbilds (10) von zumindest Teilen der Holzverarbeitungsvorrichtung mithilfe eines Mobilgeräts (1 );
- Darstellen des Abbilds (10) auf einem Bildschirm (2);
- Vergleichen des Abbilds (10) mit gespeicherten Vergleichsabbildern mindestens eines Produkttyps von Holzverarbeitungsvorrichtungen;
- Identifizieren des Produkttyps der abgebildeten Holzverarbeitungsvorrichtung anhand eines Ergebnisses des Vergleichs;
- Abrufen von Informationen zu dem identifizierten Produkttyp;
- Bereitstellen der Informationen zu dem identifizierten Produkttyp auf dem Bildschirm (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem die Informationen zu dem identifizierten Produkttyp dem mindestens einen Abbild (10) der Holzverarbeitungsvorrichtung überlagert dargestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem zu den Informationen mindestens ein Informationssymbol (3, 5) und/oder mindestens eine Auswahlschaltfläche (4) dargestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem das mindestens eine Informationssymbol (3, 5) und/oder die mindestens eine Auswahlschaltfläche (4) in dem mindestens einen Abbild (10) der Holzverarbeitungsvorrichtung so positioniert werden, dass sie räumlich der Komponente der Holzverarbeitungsvorrichtung zugeordnet sind, die sie inhaltlich betreffen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Informationen mindestens eine Funktionskomponente (11 ), mindestens eine Bedienkomponente (12), mindestens eine Einstellkomponente (13) und/oder mindestens eine austauschbare Komponente (14) der Holzverarbeitungsvorrichtung betreffen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem zu den Informationen mindestens ein Auswahlmenü (8) dargestellt wird, über das unterschiedliche Informationen dargestellt werden können und/oder Informationen auf unterschiedliche Art und Weise dargestellt werden können.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die Informationen in Form von Texten, Audioausgaben und/oder Videos bereitgestellt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem Informationen eine Montage und/oder eine Einrichtung der Holzverarbeitungsvorrichtung und/oder eine Fehlersuche an der Holzverarbeitungsvorrichtung betreffen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die Vergleichsabbilder und/oder die Informationen lokal auf dem Mobilgerät (1 ) gespeichert sind.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem die Vergleichsabbilder und/oder die Informationen in einer entfernten Datenbank (9b) gespeichert sind, die über ein Netzwerk von dem Mobilgerät (1 ) kontaktiert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem das Abbild (10) mindestens ein statisches Kamerabild oder ein Video ist.
12. Anordnung einer manuellen oder halbautomatischen Holzverarbeitungsvorrichtung und einem Mobilgerät (1 ), wobei das Mobilgerät (1 ) zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 eingerichtet ist.
EP24723864.5A 2023-05-08 2024-05-03 Verfahren zum einrichten, bedienen und/oder warten einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung und anordnung mit einer manuellen oder halbautomatischen holzverarbeitungsvorrichtung Pending EP4710172A1 (de)

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