EP4688293A1 - Vorrichtung zur luftsichtung von klassierbarem material und verfahren zum betreiben einer solchen vorrichtung - Google Patents
Vorrichtung zur luftsichtung von klassierbarem material und verfahren zum betreiben einer solchen vorrichtungInfo
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- EP4688293A1 EP4688293A1 EP24720003.3A EP24720003A EP4688293A1 EP 4688293 A1 EP4688293 A1 EP 4688293A1 EP 24720003 A EP24720003 A EP 24720003A EP 4688293 A1 EP4688293 A1 EP 4688293A1
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Abstract
Vorrichtung (1) und Verfahren zur Luftsichtung mit einem Gehäuse (10) für eine bevorzugt entgegen der Schwerkraft wirkenden Luftströmung (2), mit einer an dem Gehäuse (10) angeordneten Luftzufuhr (12), einem Materialeintrag (17) für das zu klassierende Material (7) und zumindest einen ersten Austrag (13) für eine erste Fraktion (3) und einen zweiten Austrag (14) für eine zweite Fraktion (4) und einer zwischen der Luftzufuhr (12) und dem Materialeintrag (17) über die Länge (L) und Breite (W) des Gehäuses (10) angeordneten Blende (6) als Strömungswiderstand mit einer Vielzahl an Öffnungen (9) zur vorgegebenen Verteilung und/oder Ausrichtung der Luftströmung (2), wobei die Ebene der Blende (6) bevorzugt senkrecht oder winkelig zur Luftströmung (2) angeordnet ist, und Stellmittel (24) zur Veränderung der Ausrichtung der Öffnungen (9) und/oder zur Veränderung des Öffnungsquerschnitts (19) einzelner, aller oder gruppierter Öffnungen (9) angeordnet (1638) sind.
Description
VORRICHTUNG ZUR LUFTSICHTUNG VON KLASSIERBAREM MATERIAL
UND VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINER SOLCHEN VORRICHTUNG
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Luftsichtung von klassierbarem Material nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 .
Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung zur Luftsichtung von klassierbarem Material nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 15.
Derartige Vorrichtungen werden industriell verwendet, um Feststoffe nach definierten Kriterien, wie Dichte, Trägheit, Größe, in verschiedene Fraktionen zu klassieren. In der Regel werden neben gleichartigen Materialien auch
Gemische klassiert, beispielsweise im Recycling, um sortenreine Fraktionen zu erhalten. Die Durchführung von Verfahren zur Klassierung und entsprechende Vorrichtungen sind im 24/7-Betrieb bzw. in der großindustriellen Anwendung anspruchsvolle und wartungsintensive Anlagen.
In der Herstellung von Werkstoffplatten basierend auf lignozellulose enthaltenden Materialien finden sich meist Fremdstoffe wie Silikate, Sand, Staub, aber gerade auch im Altholzrecycling Metalle, Kunststoffe und andere Fremdstoffe, die es abzuscheiden gilt, bevor das gereinigte Material in großindustriellen Anlagen zur Herstellung von Werkstoffplatten, Kunststoffplatten oder Mischplatten Verwendung finden kann. Hierbei gelangt üblicherweise ein Steigrohrsichter zur Anwendung, in welchem in einem im wesentlichen vertikalen Schacht ein Luftstrom entgegen der Schwerkraft durchgeleitet wird. Schwereres Material wird nicht durch den Luftstrom getragen
und fällt nach unten weg, wohingegen leichteres Material im oberen Bereich des Schachtes ausgetragen wird. Die Zufuhr des zu sichtenden Materials erfolgt in der Regel seitlich zum Luftstrom. Neben dem physikalischen Grundprinzip wird im technologischen Bereich der Windsichtung für lignozellulose haltige Materialien üblicherweise ein Zickzack-Windsichter verwendet, bei dem sich eine verbesserte Trennschärfe ergibt. In diesem Windsichter finden sich die Luftströmung im Zickzack leitende Kanäle, die für eine wiederholte Umlenkung der Luftströmung und der zu sichtenden Materialien sorgen können.
Aus der EP 1 874 489 B1 ist ein mehrstufiges Klassier- bzw. Reinigungsverfahren zur Abscheidung von Fremdkörpern, Mineralien, Plastik, Glas und dergleichen gezeigt, bei dem in einer zweiten Stufe eine wie oben beschriebene windsichtende Klassiervorrichtung zur Anwendung gelangt, von der die Erfindung ausgeht. Zwischen Materialzufuhr und der Luftzuführung für die Luftströmung ist ein Lochblech angeordnet, durch den die (Fehl-)Fraktion an schwererem Material (Glas, Mineralien, Metall) in der Regel hindurchfallen kann. Dieses Lochblech dient in der Regel als Strömungsbremse respektive zur Vergleichmäßigung der ankommenden Luft im Sinne einer strömungstechnischen Blende im Gehäuse der Sichtvorrichtung. Das Lochblech kann schräg angeordnet sein. Für die Öffnungen zu große Materialien können damit seitlich herunterrutschen und gelangen in einen weiteren Austrag für eine separate Fraktion.
Eine derartige Vorrichtung hat sich grundsätzlich zur Klassierung von Materialien bewährt, zeigt aber Schwächen in der industriellen 24/7 -Anwendung und der Wartungsfreundlichkeit. Insbesondere bei anspruchsvollen Eingangsmaterialien, wie Altholz, ist ein längerdauernder Betrieb oder Dauerbetrieb problematisch oder nicht möglich. Daneben leidet bei einer ausreichend schrägen und damit selbstreinigenden Anordnung der Blende die Trennschärfe des Windsichters deutlich, weil die Blende aufgrund der Schräge
strömungsmechanisch nicht senkrecht zur Hauptströmungsrichtung angeordnet ist. Jede Öffnung wirkt fluidtechnisch als Düse, welche somit schräg gegen eine Wandung des Gehäuses gerichtet sind.
Daneben hat es sich gezeigt, dass größere Fremdkörper neigen sich in den Öffnungen zu verhaken oder einzuhängen und somit nicht entlang der Schräge aus dem Windsichter gleiten, sondern für weitere Aufbauten an Fremdmaterial an der Blende bzw. dem Lochblech sorgen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin eine Vorrichtung zur Luftsichtung, respektive einen Windsichter, und ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Vorrichtung zu schaffen, die gegenüber dem Stand der Technik die obigen Nachteile hinsichtlich der Wartung vermeidet. Dabei soll es auch möglich sein trotz eines baulich einfacheren Windsichter neben einer verbesserten Wartungsfreundlichkeit auch eine Verbesserung der Trennschärfe hervorzubringen. Daneben soll es in einer Erweiterung der Aufgabe sein die Vorrichtung in Abhängigkeit des zu klassierenden Materials, dessen Eigenschaften oder dessen Menge pro Zeiteinheit einstellen zu können.
Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zur Luftsichtung von klassierbarem Material mit einem Gehäuse für eine bevorzugt entgegen der Schwerkraft wirkenden Luftströmung, mit einer an dem Gehäuse angeordneten Luftzufuhr, einem Materialeintrag für das zu klassierende Material und zumindest einen ersten Austrag für eine erste Fraktion und einen zweiten Austrag für eine zweite Fraktion und einer zwischen der Luftzufuhr und dem Materialeintrag über die Länge und Breite des Gehäuses angeordneten Blende als Strömungswiderstand mit einer Vielzahl an Öffnungen zur vorgegebenen Verteilung und/oder Ausrichtung der Luftströmung angeordnet ist, wobei die Ebene der Blende bevorzugt senkrecht oder winkelig zur Luftströmung vorgesehen ist.
Die Lösung der Aufgabe für die Vorrichtung besteht darin, dass zur Einstellung der Luftströmung und/oder zur Reinigung der Blende Stellmittel zur Veränderung der Ausrichtung der Öffnungen und/oder Stellmittel zur Veränderung des Öffnungsquerschnitts einzelner, aller oder gruppierter Öffnungen angeordnet sind.
Die Lösung der Aufgabe für ein Verfahren besteht darin, dass zur Einstellung der Luftströmung und/oder zur Reinigung der Blende, bevorzugt ström ungsabwärts, die Ausrichtung der Öffnungen der Blende und/oder der Öffnungsquerschnitt einzelner, aller oder gruppierter Öffnungen verändert wird.
Bevorzugt sind zur Bildung der Blende mehrere Segmente angeordnet. Diese sollten zueinander unterschiedlich beweglich oder bewegbar angeordnet sein.
Die Stellmittel zur Bewegung der Segmente könnten mechanisch, pneumatisch, hydraulisch und/oder elektrisch angetrieben sein.
Besonders bevorzugt ist Segment im Wesentlichen vollständig über die Länge oder Breite des Gehäuses angeordnet und bildet mit den andere Segmenten zusammen die strömungstechnische Blende. Daneben kann die Blende nicht nur als Strömungsbremse bzw. Vergleichmäßigung oder Ausrichtung der Luftströmung dienen, sondern auch eine Funktion als Sieb zur Fraktionierung darstellen.
In dieser Konstellation wäre die erste Fraktion A eine Gutfraktion, die zweite Fraktion B wären Übergrößen und die dritte Fraktion wäre beispielsweise Schwergut wie Metalle, Steine, Sand oder dergleichen.
Prinzipiell sollte ein derartiger Windsichter zumindest zwei Fraktionen abbilden, einmal eine Gutfraktion für die weitere Verwendung und eine abgeschiedene Fraktion, die entweder weiter aufbereitet, nochmal fraktioniert oder entsorgt
wird. Grundsätzlich wird bei einem derartigen Windsichter die Gutfraktion A nach oben durch die Windsichtung abtransportiert und dem Verwendungszweck zugeführt, wohingegen schwerere oder nicht der Gutfraktion zugehörige Partikel nicht von der Luftströmung ausreichend getragen werden und entgegen der Luftströmung nach unten fallen. Je nach Ausführung der Blende und des Windsichters kann das nicht aufsteigende Material durch die Blende nochmals fraktioniert werden. Beispielsweise kann Schwergut als eine Fraktion durch die Öffnungen der Blende hindurchfallen oder -rieseln und größeres aber nicht aufsteigendes Material als weitere Fraktion auf der Blende verbleiben und beispielsweise durch eine schräge Blende mittels Vibration seitlich am Gehäuse ausgetragen werden.
Je nach verwendetem Materialeintrag kann es dazu kommen, dass Material sich in den Öffnungen verhakt und nicht durchfällt oder seitlich abtransportiert werden kann. Dieses Material sammelt sich je nach Verunreinigungsgrad mehr oder weniger stark während des Betriebes an und wird in der Regel im Zuge der Wartungsarbeiten von der Blende entfernt. Diese irregulär auftretenden zusätzlichen Strömungswiderstände erhöhen den Aufwand zur Herstellung einer ordentlichen Luftströmung, reduzieren partiell oder in Mengen großflächig die Reinigungsleistung des Windsichters und führen zu einem schlechteren Abscheidegrad und damit Wirkungsgrad.
Durch die erfindungsgemäße Lösung werden die Öffnungen der Blende in ihrer Ausrichtung zur Luftströmung verändert oder verschoben und es stellt sich ein Reinigungseffekt ein, bei der die Blende gereinigt wird, indem beispielsweise das Fremdmaterial seitlich herabrutscht oder die Segmente aus der Luftströmung heraustreten oder ihre Winkeligkeit zur Luftströmung verändern. Im letzten Falle verändern die Öffnungen der Blende ihre Lage respektive Ausrichtung, ggfs. solange bis Fremdkörper aus den Öffnungen herausfallen. Die reguläre Luftströmung im Gehäuse respektive im Sichtungsbereich wird hierbei als Referenz bzw. Anhaltspunkt für die Ausrichtung der Öffnungen
angenommen. Der Reinigungseffekt kann aber auch ohne Luftströmung oder unter Verwendung einer stärkeren Luftströmung erreicht bzw. durchgeführt werden.
Bevorzugt sind die die einzelnen Segmente an einer Achse schwenkbar. Die Segmente können seitlich an einer Achse schwenkend oder bevorzugt an einer mittigen Achse drehend angeordnet sein. Durch das Verschwenken der Segmente können aufliegende Fremdkörper auf den Segmenten oder in den Öffnungen verhaktes Material nach unten fallen und werden schließlich ausgetragen, vgl. Figuren 2 bis 4.
Je nach Anwendungsfall und Notwendigkeit können die Achsen stationär oder bewegbar im, am oder zum Gehäuse angeordnet sein. Beispielsweise können die Achsen entlang einer Führung und/oder durch eine Fördereinrichtung reversierend oder endlos um laufend angeordnet sein. In einer bevorzugten Ausführungsform können dabei die Segmente die Luftströmung verlassen oder im Gehäuse in einen abgetrennten Bereich zur Luftströmung eintreten, dort die Lageveränderung der Segmente durchführen und entsprechend gereinigt werden, vgl. Figur 6.
Alternativ oder kumulativ können im Untertrum respektive im Rücklauf der endlos umlaufenden Fördereinrichtung die Segmente parallel oder orthogonal zur Luftströmung ausgerichtet sein. Bei einer parallelen Ausrichtung würde die Luftströmung nicht weiter behindert und klassiertes Material kann problemlos (nur) durch das Obertrum hindurchtreten und unterhalb aus dem Windsichter ausgetragen werden, vgl. Figur 6.
In einer bevorzugten Ausführungsform können die Segmente zur Bildung der Blende zueinander stoßend angeordnet sein. Hier wäre bevorzugt eine durchgehende Rotation denkbar, bei denen sich die Blende öffnet und nach einer 180° Drehung der Segmente wieder entsprechend schließt, vgl. Figur 2
oder 3. Die Segmente können sich zumindest teilweise auch überlappen oder auf den Achsen benachbarter Segmente aufliegen. In diesem Falle wäre eine reversierende Bewegung zu bevorzugen.
Alternativ oder kumulativ können die Segmente im Querschnitt respektive senkrecht zur ihrer Achse eben, kreuz- oder sternförmig ausgeführt sein. Bei einer derartigen Anwendung wäre es nicht notwendig eine volle 180° Drehung durchzuführen, um die Blende wieder zu schließen. Es können entsprechend geringere Drehwinkel notwendig werden, vgl. Figur 4.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform können bei mehreren Segmenten an einer Achse erste und zweite Segmente mit zueinander unterschiedlichen Öffnungen angeordnet sein. Hierbei ist es in vorteilhafter Art und Weise möglich die Blende hinsichtlich ihrer Durchlässigkeit für die Luftströmung aber auch für das zu klassierende Material einstellbar zu gestalten und in Abhängigkeit der Betriebsart zu justieren, ohne das manuell die Blende ausgetauscht werden müsste. Gleichzeitig ist der Reinigungseffekt weiterhin durchführbar, indem die Segmente der Blende geschwenkt/gedreht werden.
Ein einer alternativen oder sogar kumulativen Ausführungsform können die Blende oder die Segmente der Blende in Richtung der Luftströmung zumindest zweischichtig ausgeführt sind, wobei jede Schicht gleiche und/oder unterschiedliche Öffnungen aufweist und die Schichten zur Einstellung des effektiven Öffnungsquerschnitts zueinander ein- oder verstellbar angeordnet sind, vgl. Figur 5. Den Möglichkeiten sind hier wenig Grenzen gesetzt, beispielsweise kann die gesamte Blende aus zwei Schichten bestehend, deren Öffnungen zueinander verschoben werden können um die Luftströmung entsprechend zu beeinflussen oder die Siebwirkung, des Windsichters als auch der Blende, einzustellen. Daneben kann durch ein Vergrößern der Öffnung die
Blende gereinigt werden, indem Übergrößen oder verhakte Fremdkörper hindurchfallen können.
Daneben kann es von Vorteil sein, wenn die Schichten zur Einstellung des Öffnungsquerschnittes in Bezug auf die Strömungsbremse entlang der Breite und für einen Reinigungseffekt entlang der Länge des Gehäuses verschoben werden. Für den Reinigungseffekt könnte beispielsweise der Öffnungsquerschnitt überproportional größer werden.
Daneben ist es auch möglich mehrere Segmente mit unterschiedlichen Einstellungseffekten bzw. Öffnungsm uster anzuordnen, um hier die Einstellungsmöglichkeiten der Blende weiter variieren zu können.
Gerade bei mehreren Segmenten können auch nur einige Segmente hinsichtlich des Öffnungsquerschnittes verstellt werden, bzw. werden die Stellmittel gruppiert angewendet bzw. die Öffnungen gruppiert verschoben oder geschwenkt.
Der gleiche Effekt kann in vorteilhafter Weise auch auf die Schichten einzelner Segmente verwendet werden, wobei in vorteilhafter Weise und im Sinne der Erfindung durch die segmentierte Anordnung die Möglichkeit besteht in der Länge und/oder der Breite des Windsichters respektive des Strömungsquerschnittes der Luftströmung unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten einzustellen oder bauart- oder materialbedingte Strömungsunterschiede auszugleichen.
Neben einer Vergleichmäßigung der Luftströmung durch und nach der Blende ist es in einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel sinnvoll die Zuleitung der Sichtungsluft in das Gehäuse seitlich durch das Gehäuse zu gestalten oder zumindest winkelig von unten in das Gehäuse einzuleiten, damit das durch die Blende hindurchtretende und gesichtete Material respektive die Fraktion frei
nach unten fallen kann und dort durch eine Austragsvorrichtung, beispielsweise einen Schneckentrieb oder eine Zellenradschleuse, aus dem Gehäuse ausgetragen werden.
In diesem Sinne kann es von Vorteil sein im Bereich der Umlenkung der Luftströmung respektive auf Höhe der Luftzufuhr und in Strömungsrichtung vor dem Materialeintrag, bevorzugt in Strömungsrichtung vor der Blende, Luftleitbleche anzuordnen. Dies unterstützen die Umlenkung und vergleichmäßigen die in der Regel um einen gedachte Achse umgelenkte Luftströmung.
Im besonderen Ausführungsbeispiel nach der Erfindung wird die Luftzufuhr winkelig zur Luftströmung im Gehäuse angeordnet. Die Luftleitbleche dienen zur optimierten Umlenkung der Luftströmung in die Vertikale. Diese sind bevorzugt beabstandet und/oder kaskadierend über die Höhe der Luftzufuhr angeordnet.
Besonders bevorzugt sind die Leitbleche als eine geometrisch- und strömungsoptimierte Leitschaufelreihe zur verlustarmen Strömungsumlenkung und/oder zur Verhinderung von Strömungsabrissen ausgeführt und entsprechend angeordnet. Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass die Leitschaufeln die axiale Erstreckung der Drehachse vollständig abdecken und bevorzugt nur einen Teil der orthogonal dazu ausgerichteten Luftströmung aufnehmen bzw. die verbleibenden Bereiche der Luftströmung weiteren dahinter respektive kaskadierend angeordneten Leitschaufeln überlassen.
Bevorzugt wäre vorgesehen die Luftleitbleche in Strömungsrichtung ausgangsseitig zur Blende über die Länge oder Breite des Gehäuse mit den gleichen Abstände zur Blende anzuordnen. In diesem Abstandsbereich ohne Leitbleche kann die Blende ggfs. ihre vergleichmäßigende Wirkung über die Länge und Breite des Gehäuses entfalten.
In einer alternativen Ausführungsform können die Luftleitbleche radial beabstandet an einer Umlenkachse und/oder über den Querschnitt der Luftströmung kaskadenförmig angeordnet sein. Durch die beabstandete und/oder stufenweise Anordnung entlang eines Radius kann die Umlenkungswirkung weiter optimiert werden.
Alternativ oder kumulativ zu den Luftleitblechen können am radial äußeren Bereich, bevorzugt am Ende des Umlenkungsbereiches respektive im vertikalen Bereich des Gehäuses nach der Umlenkung weitere Führungsbleche angeordnet sein.
Bevorzugt sind die Führungsbleche an einem ausgangsseitig unterschiedlichen Abstand der Luftleitbleche zur Blende in Strömungsrichtung in der Nähe oder vor der Blende zur Leitung der Luftströmung angeordnet. Die Führungsbleche sind bevorzugt beabstandet zu den umlenkenden Luftleitblechen und höchst bevorzugt in Bereichen mit größerem Abstand zwischen den Luftleitblechen und der Blende angeordnet, vgl. Figur 7.
Weiterführend wäre noch folgende Vorteilhafte Ausgestaltungen oder Erläuterungen von Vorteil zum Verständnis der Erfindung zu nennen:
In Strömungsrichtung der Luftströmung kann nach dem Materialeintrag eine Zickzack-Führung für die Luftströmung angeordnet sein. Diese dient der Verbesserung der Trennschärfe der Luftsichtung. Physikalisch werden größere oder zu schwere Teilchen durch Kontakt mit den Blechen der Zickzack-Führung abgebremst und nicht als Gutfraktion oben ausgetragen.
Bevorzugt ist die Achse zum Drehen oder Schwenken der Segmente über die ganze Länge oder Breite des Gehäuses angeordnet. Diese sollte zumindest aber im Bereich der Luftströmung angeordnet sein. Die Achse muss dabei nicht
mechanisch durchgehend angeordnet sein, sondern kann auch in einer ein- oder zweiseitigen Aufhängung verwirklicht sein.
Verfahrenstechnisch kann es sinnvoll sein, wenn die Blende während des Betriebs in vorgegebenen Abständen oder im Zuge einer Betriebspause in einen Reinigungsmodus wechselt und die Segmente gedreht, gekippt oder verschoben werden. Dabei werden die Öffnungen vergrößert oder deren Ausrichtung gegenüber einer üblichen Strömungsrichtung direkt oder in Folge dessen verändert, insbesondere um Fremdkörper, die in den Öffnungen hängen geblieben werden, abzusondern.
Das Drehen oder Kippen findet bevorzugt stationär entlang einer Achse statt. Der Schwenk oder Drehwinkel für die Segmente ergibt sich durch deren Ausführungsform und Anordnung. Beispielsweise kann es bei einem sternförmigen Segmentaufbau mit vier Segmenten ausreichend sein um 90° zu schwenken, aber es wären andere Dreh- bzw. Schwenkwinkel denkbar, beispielsweise bei 3 radial angeordneten Segmenten 120° oder eine Vielzahl des notwendigen Schwenkwinkels um wieder eine gebrauchsfähige Blende einzustellen. Beispielsweise kann auch um 360° gedreht werden. Nach der reinigenden Drehung befindet sich das Segment wieder in der ursprünglichen Position. Daneben wären auch reversierende Schwenkbewegungen denkbar, wie 180° in eine Richtung und 180° wieder zurück.
Daneben kann es sinnvoll sein Sicherungselemente oder entsprechende Sensorik vorzusehen die bei Blockierung der Segmente respektive der Stellmittel eine Rückmeldung an das Personal zur Einleitung einer Wartung der Vorrichtung ausgibt.
In Vorteilhafter Weise ist es nun möglich die Blende zu reinigen, ohne übermäßig winkelige Schrägen oder Vibrationselemente vorsehen zu müssen,
die im Ergebnis die Reinigungsleistung vermindern, die Umweltbelastung durch Lärm oder den Verschleiß erhöhen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Sichters wird das aufgegebene Material durch den Luftsichter in eine erste Fraktion A, eine zweite Fraktion B und eine dritte Fraktion C aufgeteilt, wobei oberhalb der Blende die erste Fraktion A durch die Luftströmung nach oben und die dritte Fraktion C seitlich ausgetragen wird, wohingegen die zweite Fraktion B als Siebdurchgang durch die Blende entgegen der Luftströmung hindurch tritt. Hierbei ist besonders vorgesehen, dass durch die bevorzugt kurzzeitige Veränderung der Lage respektive der Ausrichtung der Öffnungen oder durch Vergrößerung des Öffnungsquerschnitts der Öffnungen die Blende gereinigt werden kann, indem bevorzugt kurzzeitig diese Veränderung durchgeführt wird. Besonders bevorzugt ist hierzu ein automatisiertes Steuerungssystem vorgesehen, welches in vorgegebenen Abständen oder aufgrund einer Regelstrecke, basierend auf Messvorrichtungen für oder im Austrag der Fraktionen bzw. durch den Staudruck der Luftströmung vor und/oder nach der Blende die notwendige Veränderung bewirkt oder aktiviert.
Die vorliegende Erfindung ist besonders für den Einsatz der Vorrichtung respektive des Sichters vorgesehen, in welchem die Blende oder ein entsprechendes Sieb zur Abscheidung einer eigenen Fraktion verwendet wird. Blende oder Siebe, welche ausreichend schräg gegenüber der Schwerkraft und/oder der Luftströmung angeordnet sind, weisen eine Art Selbstreinigungseffekt auf bzw. werden hier keinen wesentlichen Siebdurchgang, mithin keine zweite Fraktion B aufweisen.
Die Reinigungswirkung kann bevorzugt während einem Stillstand des Sichters im Sinne einer fehlenden Beschickung und/oder Luftströmung durchgeführt werden. Hierbei können besonders vorteilhaft Schwebestoffe, die gerade nicht als erste Fraktion A ausgetragen werden aber im Sichter während der
Luftströmung verbleiben als weitere zweite Fraktion B‘ separiert, mangels einer weiteren Beschickung von Material, durch die Blende hindurch ausgetragen werden, wenn die Luftströmung deaktiviert und dieses Material auf der Blende zu liegen kommt. Daneben kann bei einem Beschickungsstopp in vorteilhafter Weise das übergroße Material, welches sich auf der Blende angesammelt und/oder verhakt hat, ebenfalls als eigene Fraktion B* ausgetragen werden, wenn die zweite Fraktion B während des regulären Betriebes den Sichter verlassen hat.
Bevorzugt sieht die Erfindung unter anderem vor, dass die Öffnungen und/oder deren Öffnungsquerschnitt in einer ersten Betriebsstellung zur Sichtung der Fraktionen angeordnet ist bzw. verwendet wird und dass in einer zweiten Betriebsstellung, bevorzugt kurzzeitig, die Möglichkeit für den Siebdurchfall respektive Siebdurchgang durch die Veränderung an der Blende erweitert bzw. vergrößert wird.
Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass sich die Segmente soweit drehen, dass die Öffnungen nicht mehr oder genau entgegengesetzt in der Luftströmung angeordnet sind bzw. liegen.
In einer weiteren kumulativen oder alternativen Anwendung, bevorzugt für eine Vorrichtung zur Sichtung von mindestens drei Fraktionen, wird eine Blende vorgesehen, die aus mehreren Segmenten besteht, wobei benachbarte Segmente zueinander an ihren Stößen bevorzugt geschlossen sind und die Luftströmung nur durch die Segmente bzw. die Öffnungen in den Segmenten hindurchtreten kann. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Öffnungen an den Stößen bzw. zwischen den Segmenten den Öffnungen in etwa den Segmenten entsprechen, wobei die Wirkung durch die Lageveränderung der Segmente für die Öffnungen an den Stößen die gleiche wäre. Unter Stoß zwischen den Segmenten wird die benachbarte oder
geschlossene Anordnung zwischen zwei Segmenten, bevorzugt in der Betriebsstellung, verstanden.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist festzuhalten, dass die Segmente als Lochbleche oder mit einer Vielzahl für die Luftströmung geeigneten Öffnungen versehen sind, wobei eine einzelne Öffnungen bevorzugt nicht über die ganze Breite W angeordnet ist sondern über die Breite W und auch entlang der Länge L eine Vielzahl an Öffnungen an dem Segment angeordnet sind.
Alternativ oder kumulativ kann die Blende längs und/oder quer segmentiert sein. Die Segmente wären dann in ihrer Länge längs und/oder quer angeordnet, also entlang der Länge L oder der Breite W der vorgesehenen Blende.
Je nach Ausführungsform der Vorrichtung liegt also eine Betriebsposition der Blende vor, bei der bevorzugt über einen längeren Zeitraum für ein vorgegebenes Material die Öffnungen bzw. Segmente stationär in einer Betriebsstellung verweilen und die Funktion der Blende für die Luftströmung und/oder für die zweite Fraktion B erfüllt wird. In einer zweiten Reinigungsposition wird die Reinigungswirkung erfüllt und die Blende bzw. die Segmente gereinigt. Die Reinigungsposition kann dabei statisch sein, beispielsweise kurzzeitig in einer andere Position verweilen, aber auch dynamisch vorliegen, indem beispielsweise eine oder mehrere Bewegungen oder eine oder mehrere Drehungen zur Reinigung durchgeführt wird.
Der vorliegende Sichter respektive die Vorrichtung wird überwiegend für Biomasse bzw. verholzte Materialien einsetzbar sein. Dies kann inbesondere für verholzte Materialien die Sichtung vor der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten (MDF, HDF) oder OSB (orientierte Schnitzelplatten) sein. In diesem Beispiel bestünde dann das Material im Materialeintrag aus zerkleinertem Frischholz, ggfs. mit Rinde, Mineralien oder Fremdkörpern
(Nägel, Krampen... ) oder aus Altholz mit Verunreinigungen wie Lackschichten, Folien, Kunststoffen, Metallen, ....). Aber auch Einjahrespflanzen oder andere Biomasse kann, mit mehr oder weniger vorhandenem bis hin zu keinem Verholzungsgrad, können durch diese Vorrichtung respektive Sichter gesichtet werden.
Bevorzugt wird die zweite Fraktion zur Abscheidung von Mineralien, Silikaten oder dergleichen vorgesehen sein. Die Blende, bevorzugt als segmentiertes Lochblech ausgeführt, soll dabei so große Öffnungen aufweisen, dass der Materialverlust bzw. der Siebdurchgang möglichst viel Mineralik enthält, aber der Verlust an verwertbaren Material, beispielsweise Holz, möglichst gering ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Größe der Öffnungen bzw. die Siebmaschenweite entlang der Länge der Blende differenziert eingestellt sein. Beispielsweise ist es von Vorteil, wenn die Löcher bzw. die Öffnungen der Blende entlang des Materialflusses (vom Materialeintrag zum Austrag der dritten Fraktion C) kontinuierlich oder stufenweise größer werden. Dies hat den Vorteil, dass durch die kleinen Öffnungen zunächst lediglich feine Fremdkörper oder Mineralik abgeschieden wird und vom Materialeintrag der leichteste und/oder kleinste Teil der erste Fraktion A durch die Luftströmung abtransportiert wird, während im weiteren Verlauf über die Länge L größere Öffnungen angeordnet sind, über die größere Mineralikpartikel abgeschieden werden können, ohne das übermäßig viel Material der ersten Fraktion A als Siebdurchgang in die dritte Fraktion C gelangt.
Alternativ oder kumulativ können auch unterschiedliche Lochmuster gewählt werden, beispielsweise Langlöcher.
Als Vorteil ergibt sich ein geringerer Aufwand oder ein Entfall bei der Nachreinigung der dritten Fraktion C (Siebüberlauf der Blende). Zusätzlich verringert sich der Materialverlust der ersten Fraktion A oder der dritten Fraktion
C, welche zu einem Teil als Fehlkorn in der Fraktion ausgetragen werden würden.
Hinsichtlich der Öffnungen und deren Lage und Ausrichtung sei bevorzugt festgelegt, dass die Öffnungen bzw. die Blende in einer vorgegebenen Arbeitsposition eingestellt bzw. angeordnet sind, um die vorgegebene Wirkung als Blende für die Luftströmung aber auch als Sieb für das nicht durch die Luftströmung transportierte Material zu ermöglichen. Die Öffnungen bzw. der öffnungsquerschnitt sind demnach bevorzugt in einer Ebene angeordnet. Bevorzugt für eine Reinigung werden diese Öffnungen hinsichtlich ihrer Ausrichtung angepasst und/oder bewegt, bevorzugt mit den die Öffnungen beinhaltenden Segmenten. Für eine Reinigung nehmen diese Öffnungen bzw. Segmente demnach bevorzugt eine zweite Reinigungsposition ein oder werden entlang einer Bewegungskinematik respektive einer Reinigungsbewegung geführt.
Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit der schematischen Zeichnung hervor.
Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Seitenansicht eines Vorrichtung zur Luftsichtung nach der Erfindung mit einer darunter liegenden Querschnittsansicht des Gehäuses senkrecht zur Zeichenebene, Figur 2 den Aufbau einer segmentierten Blende mit drei verschiedenen untereinander abgebildeten Stellungen der Segmente bezüglich der Achsen,
Figur 3 den Aufbau einer alternativen Segmentierung mit beidseits der Drehachse angeordneten Segmenten mit verschiedenen Positionen und einer beispielhaften Abwerfen eines Fremdkörpers an einem Segments durch dessen Rotation,
Figur 4 eine weitere bevorzugte Ausführungsform eines sternförmigen bzw. kreuzförmigen Segments und ggfs. einer bevorzugten Ausführungsform mit unterschiedlichen Öffnungen,
Figur 5 ein Segment in geschichteter Bauweise mit einem einstellbaren Öffnungsquerschnitt,
Figur 6 eine schematische Darstellung einer Blende gebildet aus einer Vielzahl an beweglichen Segmenten entlang einer endlos umlaufenden Fördereinrichtung sowie
Figur 7 eine schematische Darstellung einer Umlenkung der Luftzufuhr für die Luftströmung im Gehäuse mit Luftleitblechen und Führungsblechen.
Die Zeichnung zeigt in Figur 1 eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung 1 zur Luftsichtung von einem Material 18, welches über einen Materialeintrag 17 der Vorrichtung 1 zugeführt wird. Die Vorrichtung 1 weist dabei vorzugsweise ein rechteckiges Gehäuse mit einer Breite W und einer Länge L auf, in dem eine vertikale Luftströmung 2 das in das Gehäuse 10 eintretende Material 18 in verschiedene Fraktionen fraktioniert. Dabei ist vorgesehen, dass das Gutmaterial als erste Fraktion 3 mit der Luftströmung 2 nach oben zum Austrag 13 der Fraktion A transportiert und von dort der weiteren Verwendung in einem Herstellungsprozess zugeführt wird.
Dies kann beispielsweise bei verholzten Materialien die Herstellung von Spanplatten, Faserplatten (MDF, HDF) oder OSB (orientierte Schnitzelplatten) sein. In diesem Beispiel bestünde dann das Material 18 im Materialeintrag 17 aus zerkleinertem Frischholz, ggfs. mit Rinde, Mineralien oder Fremdkörpern (Nägel, Krampen... ) oder aus Altholz mit Verunreinigungen wie Lackschichten, Folien, Kunststoffen, Metallen, ....).
Mineralien oder schwere Fremdkörper wie Nägel, Schrauben werden durch die
Luftströmung nicht nach oben transportiert und fallen unterhalb des
Materialeintrags 17 auf eine Blende 6, die Öffnungen 9 für den Durchtritt der
Luftströmung 2 und die zweite Fraktion 4 aufweist. Durch die seitlich am Gehäuse 10 angeordnete Luftzufuhr 12 kann im unteren Bereich eine abdichtend ausgeführte Förderschnecke angeordnet sein und die zweite Fraktion 4 über den Austrag 14 ausgeben. Die Fraktion B überwiegend aus Schwergut wird in der Regel entsorgt oder recycelt.
In einer bevorzugten und optionalen Ausführungsform kann eine dritte Fraktion 5 generiert werden, die in der Regel aus wiederverwendbaren Übergrößen besteht, beispielsweise aus zu dicken oder zu schweren Holzstücken. Diese dritte Fraktion 5 bewegt sich entlang der Blende 6 vom Materialeintrag 17 weg in Richtung Austrag 15. Dies kann zum einen durch die Luftströmung 2 eingerichtet werden, durch eine schräge Anordnung der Blende 6 wie in Figur 1 oder durch andere fördernde Mittel. Zur Umlenkung der orthogonal zur sichtenden Luftströmung 2 über die Luftzufuhr 12 ankommenden Luft sind Luftleitbleche 11 angeordnet, die über die Breite W schaufelförmig ausgebildet sind. Die Luftleitbleche sind dabei kaskadierend angeordnet und beabstandet zueinander angeordnet und bilden in ihrer Gesamtanzahl stufenförmig die Höhe der ankommenden Luft ab. Bevorzugt sind die stromabwärts gerichteten Enden der Luftleitbleche 11 zu Blende 6 beabstandet um die Wirkung der Strömungsbremse durch die Öffnungen 9 der Blende 6 nicht zu schmälern.
Zur Verbesserung der klassierenden Wirkung der Vorrichtung 1 kann im oberen Bereich des Gehäuses eine Zickzack-Führung 16 für die Luftströmung 2, gebildet durch entsprechende Bleche, angeordnet sein.
In Figur 2 ist schematisch der Aufbau einer segmentierten Blende 6 dargestellt. Dabei sind die Segmente 8 scharnierartig an Achsen 7 angebracht, welche eine Schwenkachse für die Segmente bildet. Stellmittel 24, mechanisch, elektrisch, pneumatisch sind geeignet die Achsen 7 mit den Segmenten daran um 180° entgegen dem Uhrzeigersinn zu schwenken. In der zweiten Zeile ist der
anfängliche Schwenkvorgang dargestellt, in der dritten Zeile ist der Schwenkvorgang abgeschlossen.
In Figur 3 ist ein alternativer Aufbau der Segmentierung der Blende 6 mit beidseits der (Dreh-)Achse 7 angeordneten Segmenten 8 bzw. mit einem Segment 8 und einer mittig angeordneten Achse 7 dargestellt. In dem linken Segment 8 ist ein Fremdkörper 20, beispielsweise eine Schraube oder ein Nagel angeordnet, welcher nicht durch die Öffnung 9 hindurchzufallen vermag. Die Reinigungsfunktion wird in der zweiten Zeile durch ein zeitlich versetzte Stellungen des Segments 8 von links nach rechts dargestellt. Nach Aktivierung des Stellmittels 24 beginnt das Segment entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen, in der Mitte steht das Segment 8 senkrecht und kurz vor der Vollendung einer 180° Drehung fällt der Fremdkörper 20 nach unten ab.
In Figur 4 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform eines sternförmigen bzw. kreuzförmigen Segments dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel weist das kreuzförmige Segment 8 kleinere Öffnungen 9 als das im 90°-Winkel versetzt angeordnete Segment 8‘. Neben der möglichen Einstellung einer unterschiedlichen Wirkung der Blende 6 in Bezug auf eine Strömungsbremse aber auch als Sieb ist weiterhin der Reinigungseffekt gegeben, in dem das kreuzförmige Segment gedreht werden kann.
Figur 5 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform einer Blende 6 , mit einem Segment 8 in geschichteter Bauweise und somit mit einem einstellbaren Öffnungsquerschnitt 19. Beide Schichten 21 , 22 weisen Öffnungen 9 auf, welche ggfs. unterschiedlich groß ausgeführt sein können. Durch Verschieben der Schichten 21 , 22 zueinander durch entsprechende Stellmittel kann der Öffnungsquerschnitt 19 vergrößert oder verkleinert werden. Neben der Einstellung der Funktion der Blende 6 ist es auch damit möglich eine Reinigung durchzuführen, wenn größere Schwergut-Partikel nicht durch die Blende 6
hindurchfallen können. In dem Fall werden die Schichten 21 , 22 so zueinander verschoben, dass eine größtmöglicher Öffnungsquerschnitt 19 einstellbar ist. Die Verschiebung der Schichten 21 , 22 zueinander kann durch die Verschiebung einer Schicht durchgeführt werden, es wäre aber auch denkbar eine Schicht entlang der Breite W des Gehäuses zur Einstellung des Öffnungsquerschnittes zu verschieben und zur Durchführung einer Reinigungsfunktion eine Schicht entlang der Länge W oder vice versa zu verschieben, wobei bei zuletzt genannter Verschiebung der Öffnungsquerschnitt überproportional vergrößert werden könnte, um die Reinigungswirkung zu erhöhen.
Nach Figur 6 ist durch eine schematische Darstellung die Bildung einer Blende 6 aus einer Vielzahl an beweglichen Segmenten 8 entlang einer endlos umlaufenden Fördereinrichtung 23 gezeigt. Dabei werden Sie Segmente durch ein Stellmittel 24 im Uhrzeigersinn entlang der Länge L des Gehäuses 10 bewegt und hängen im Untertrum 25 an den Achsen 7 parallel zur Luftströmung 2. Durch die Förderung werden die Segmente 8 in Richtung Obertrum umgelenkt und legen sich flächige aneinander, gestuft oder auf entsprechende Halterungen ab und bildet im Obertrum eine Blende 6. Beispielsweise können die Achsen 7 als Widerlager dienen. Bevorzugt wird die endlos umlaufende Fördereinrichtung 23 durch zwei außen laufende Ketten gebildet, an denen die Segmente 8 gelenkig über die Achsen 7 angebunden sind. Fremdkörper 20 auf der Blende 20 fallen beim Übergang auf das Untertrum 25 durch einen durch die Schwerkraft hervorgerufenen Klappeffekt in einen Austrag. Im Gegensatz zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 1 fallen die Fremdkörper 20 nicht nach unten durch, sondern verbleiben in einer anderen Fraktion. Der Abtransport der anderen Fraktion ist mit dieser Ausführungsform deutlich verbessert. Durch das „hängen“ der Segmente im Untertrum ist quasi nur eine Blende 6 in Funktion. Durch entsprechende Führungen könnten aber auch im Untertrum die Segmente 8 orthogonal zur Luftströmung 2 ausgerichtet werden, so dass die
Strömungsbremse zweimal zur Vergleichmäßigung der Luftströmung 2 durch die Sichterluft durchlaufen wird.
In Figur 7 ist in einer schematischen Darstellung einer weitere vorteilhafte Ausführungsform einer Umlenkung der Sicherluft nach der Luftzufuhr 12 für die Luftströmung 2 im Gehäuse 10 mit Luftleitblechen 11 und Führungsblechen 26 dargestellt. Schematisch wurde eine gedachte Umlenkachse 27 mit einem Radius eingezeichnet, welche den Umlenkungsbereich bzw. den Umlenkungsradius darstellen soll. Die Luftleitbleche 11 sind dabei wie nach Figur 1 in der Höhe der Luftströmung beabstandet, versetzt und im Prinzip kaskadierend angeordnet um die Höhe der waagrechten Luftströmung abzudecken und umzuleiten. Die Luftleitbleche 11 erstrecken sich bevorzugt über die ganze Breite W des Gehäuses. Bei einer im wesentlichen waagrechten Anordnung einer Blende 6 ist der Abstand zwischen Blende 6 und den Luftleitblechen 11 ggfs. zu groß. Um unkontrollierbare Luftströmungen zu vermeiden kann es im Bereich des größeren Abstandes 1638 notwendig sein Führungsbleche 26 zwischen den Luftleitblechen 11 und der Blende 6 anzuordnen.
Bezugszeichenliste 1638:
1 Vorrichtung
2 Luftströmung (sichtend)
3 Fraktion (A)
4 Fraktion (B)
5 Fraktion (C)
6 Blende
7 Achse
8 Segment
9 Öffnung
10 Gehäuse
11 Luftleitbleche
12 Luftzufuhr
13 Austrag (Fraktion A)
14 Austrag (Fraktion B)
15 Austrag (Fraktion C)
16 Zickzack-Führung
17 Materialeintrag
18 Material
19 Öffnungsquerschnitt
20 Fremdkörper
21 Schicht (erste)
22 Schicht (zweite)
23 Fördereinrichtung
24 Stellmittel
25 Untertrum
26 Führungsbleche
27 Umlenkachse
L Länge von 10
W Breite von 10
Claims
1. Vorrichtung zur Luftsichtung von klassierbarem Material mit einem Gehäuse (10) für eine bevorzugt entgegen der Schwerkraft wirkenden Luftströmung (2), mit einer an dem Gehäuse (10) angeordneten Luftzufuhr (12), einem Materialeintrag (17) für das zu klassierende Material (18) und zumindest einen ersten Austrag (13) für eine erste Fraktion (3) und einen zweiten Austrag (14) für eine zweite Fraktion (4) und einer zwischen der Luftzufuhr (12) und dem Materialeintrag (17) über die Länge (L) und Breite (W) des Gehäuses (10) angeordneten Blende (6) als Strömungswiderstand mit einer Vielzahl an Öffnungen (9) zur vorgegebenen Verteilung und/oder Ausrichtung der Luftströmung (2), wobei die Ebene der Blende (6) bevorzugt senkrecht oder winkelig zur Luftströmung (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass Stellmittel (24) zur Veränderung der Ausrichtung der Öffnungen (9) und/oder
Stellmittel (24) zur Veränderung des Öffnungsquerschnitts (19) einzelner, aller oder gruppierter Öffnungen (9) angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der Blende (6) mehrere Segmente (8) angeordnet sind, wobei sich bevorzugt ein Segment (8) im Wesentlichen vollständig über die Länge (L) oder Breite (W) des Gehäuses (10) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Segmente (8) an einer Achse (7) schwenkbar, bevorzugt an einer mittigen Achse (7) drehbar, angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (7) stationär oder bewegbar, bevorzugt entlang einer Führung und/oder einer Fördereinrichtung (23) reversierend oder endlos umlaufend, angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Untertrum (25) respektive im Rücklauf der endlos umlaufenden Fördereinrichtung (23) die Segmente (8) parallel oder orthogonal zur Luftströmung (2) ausgerichtet sind.
6. Vorrichtung zumindest nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (8) zur Bildung der Blende (6) stoßend angeordnet, sich zumindest teilweise überlappen oder auf den Achsen (7) benachbarter Segmente (8) aufliegen.
7. Vorrichtung zumindest nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (8) im Querschnitt respektive senkrecht zur ihrer Achse (7) eben, kreuz- oder sternförmig ausgeführt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Segmenten (8) an einer Achse (7) erste und zweite Segmente (8) mit zueinander unterschiedlichen Öffnungen (9) angeordnet sind.
9. Vorrichtung zumindest nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (6) oder die Segmente (8) der Blende (6) in Richtung der Luftströmung (2) zumindest zweischichtig
ausgeführt sind, wobei jede Schicht (21 , 22) gleiche und/oder unterschiedliche Öffnungen (9) aufweist und die Schichten (21 , 22) zur Einstellung des effektiven Öffnungsquerschnitts (19) zueinander ein- oder verstellbar angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf Höhe der Luftzufuhr (12) und in Strömungsrichtung vor dem Materialeintrag (17), bevorzugt in Strömungsrichtung vor der Blende (6), Luftleitbleche (11 ) angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftzufuhr (12) winkelig zur Luftströmung (2) im Gehäuse (10) angeordnet ist und die Luftleitbleche (11 ) zur Umlenkung der Luftströmung (2) in die Vertikale, bevorzugt beabstandet und/oder kaskadierend über die Höhe der Luftzufuhr (12), angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Leitbleche (11 ) als eine geometrisch- und strömungsoptimierte Leitschaufelreihe, bevorzugt mit einer schaufelförmigen Kontur, zur verlustarmen Strömungsumlenkung und/oder zur Verhinderung von Strömungsabrissen angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleitbleche (11) in Strömungsrichtung ausgangsseitig zur Blende (6) über die Länge (L) oder Breite (W) des Gehäuse mit den gleichen Abständen zur Blende (6) angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleitbleche (11 ) radial an einer Umlenkachse (27) und/oder über den Querschnitt der Luftströmung
kaskadenförmig angeordnet sind, wobei bevorzugt bei einem ausgangsseitig unterschiedlichen Abstand der Luftleitbleche (11) zur Blende (6) weitere Führungsbleche (26) in Strömungsrichtung in der Nähe oder vor der Blende (6) zur Leitung der Luftströmung angeordnet sind, wobei diese Führungsbleche (26) beabstandet zu den umlenkenden Luftleitblechen (11 ) und höchst bevorzugt in Bereichen mit größerem Abstand zwischen den Luftleitblechen (11 ) und der Blende (6) angeordnet sind.
15. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung (1 ) zur Luftsichtung von klassierbarem Material mit einem Gehäuse (10) für eine bevorzugt entgegen der Schwerkraft wirkenden Luftströmung (2), mit einer an dem Gehäuse (10) angeordneten Luftzufuhr (12), einem Materialeintrag (17) für das zu klassierende Material (18), zumindest einen ersten Austrag (13) für eine erste Fraktion (3) und einen zweiten Austrag (14) für eine zweite Fraktion (4) und eine zwischen der Luftzufuhr (12) und dem Materialeintrag (17) angeordnete über die Länge (L) und Breite (W) des Gehäuses (10) angeordneten Blende (6) mit einer Vielzahl an Öffnungen (9) zur vorgegebenen Verteilung und/oder Ausrichtung der Luftströmung (2), dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung der Luftströmung (2) und/oder zur Reinigung der Blende (6), bevorzugt ström ungsabwärts, die Ausrichtung der Öffnungen (9) der Blende (6) und/oder der Öffnungsquerschnitt (19) einzelner, aller oder gruppierter Öffnungen (9) verändert wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| EP4688293A1 true EP4688293A1 (de) | 2026-02-11 |
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