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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur 1,4-Chlorierung oder 1,4-Bromierung konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen.
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1,4-Dichlor- bzw. 1,4-Dibrom-2-monoene sind als Synthesebausteine von Interesse, z. B. zur Herstellung von Jasmonverbindungen. Die Chlorierungen sowie Bromierungen konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen sind seit langem bekannt. Klassisch erfolgt diese Reaktion durch Umsetzung einer konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen mit elementarem Chlor oder Brom d. Dabei addiert sich das Halogenmolekül an die die konjugierten Doppelbindungen des 1,3-Diens unter Ausbildung des entsprechenden Dihalogenmonoens, insbesondere die entsprechenden 1,2-, 1,4- und 3,4-Dihalogen-Monoene und höher halogenierte Produkte. Halogene wie Chlor und Brom sind hochreaktiv und die Halogenierung kann daher zu einer Vielzahl an Nebenreaktionen führen. Insbesondere die gewünschten 1,4-Dichlor- bzw. 1,4-Dibrom-2-monoene lassen sich nur mit geringer Selektivität erhalten. Zudem sind Chlor und Brom stark korrosiv und toxisch, so dass ihre Handhabung schwierig ist und aufwendiger Sicherheitsvorkehrungen bedarf. Es besteht daher grundsätzlich der Bedarf, das elementare Halogen in diesen Reaktionen durch andere Halogenquellen zu ersetzen.
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Organohalogen-Verbindungen, d. h. organische Verbindungen, die an Kohlenstoffatome gebundene Halogenatome aufweisen, wie beispielsweise 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan (HCH) oder1,2,5,6,9,10-Hexabromdodecan (HBCD), das in der Vergangenheit als Flammschutzmittel in großem Umfang eingesetzt wurde, sind ökologisch bedenklich, da sie bei einer Freisetzung nur langsam abgebaut werden und sich zudem in lebenden Organismen anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Ihre Entsorgung ist aufwendig und verläuft meist über Verbrennung, wobei große Mengen Brandzuschläge verwendet werden müssen, um die schwerentflammbaren Substanzen zu verbrennen. Selbst dann müssen die Verbrennungsprodukte aufwendig vom Rauchgas abgetrennt werden, um eine Exposition der toxischen Verbrennungsprodukte zu verhindern. Am Beispiel des HCH führt eine zu geringe Temperatur bei der Verbrennung zur Bildung von Phosgen oder sogar zur Bildung von Dioxinen. Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, diese Stoffe auf anderem Wege effizient abzubauen, beispielsweise durch thermische Dehydrohalogenierung oder Dehydrohalogenierung mittels Lauge oder in überkritischem Wasser, durch Reduktion in Gegenwart von Übergangsmetallen oder durch Oxidation unter Bestrahlung an Wolframoxiden. Auch wurden verschiedentlich elektrochemische Verfahren beschrieben. Der Großteil der in der Literatur beschriebenen elektrochemischen Verfahren betrifft den Abbau von HCH-Derivaten zu Benzol oder mono- bzw. dichlorierten Benzolen und befasst sich mit der Grundwasseraufarbeitung. Aufgrund der geringen Löslichkeit von HCH in Wasser, können diese Reaktionen nur mit geringen Konzentrationen durchgeführt werden, was die Raum-Zeit-Ausbeute der Reaktion verringert. Eine Nutzung als Halogenquelle wird nicht beschrieben.
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DONG ET AL. Science 2021, 371, 507 beschreiben erstmals eine Transferhalogenierung von olefinisch ungesättigten Verbindung als Halogenakzeptor und HCH oder HBCD als Halogenquelle durch Elektrolyse von Reaktionsgemischen, die den Halogenakzeptor und die Halogenquelle enthalten, in einer ungeteilten Elektrolysezelle. Bei dieser Umsetzung wird allerdings das eingesetzte HCH nicht vollständig zu Benzol abgebaut, so dass auch mehrfachchlorierte Benzole anfallen. Außerdem befasst sich die Arbeit von DONG ET AL. nicht mit der Herstellung von industriell relevanten Produkten. So wird insbesondere auch nicht die Herstellung von 1,4-Dichlor- oder 1,4-Dibrom-2-buten-Verbindungen beschrieben.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur 1,4-Chlorierung oder 1,4-Bromierung konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen bereitzustellen, welches die Nachteile der klassischen Halogenierung vermeidet. Insbesondere soll das Verfahren die Nutzung organischer Halogenquellen, die Brom oder Chlor enthalten, ermöglichen und sowohl bezüglich der gewünschten Halogenierungsreaktion gute Ausbeuten und Selektivitäten als auch eine weitgehende oder vollständige Dehalogenierung der organischen Halogenquelle gewährleisten. Zudem soll das Verfahren die gewünschten 1,4-Dichlobut-2-en-Verbindungen bzw. 1,4-Dibrombut-2-en-Verbindungen in guten Ausbeuten und guter Produktselektivität liefern.
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Es wurde überraschenderweise gefunden, dass man 1,3-Dienverbindungen mit guter Selektivität in der 1,4-Position zu den entsprechenden 1,4-Dichlobut-2-en-Verbindungen bzw. 1,4-Dibrombut-2-en-Verbindungen chlorieren bzw. bromieren kann, wenn man die 1,3-Dien-Verbindungen in Gegenwart einer Halogenquelle, die Chlor oder Brom enthält, in einem Lösungsmittel und in wenigstens eines Leitsalzes in einer ungeteilten Elektrolysezelle elektrolysiert.
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Dementsprechend betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur 1,4-Chlorierung oder 1,4-Bromierung konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen, umfassend die Elektrolyse eines flüssigen Reaktionsgemischs, enthaltend eine 1,3-Dien-Verbindung, wenigstens eine Halogenquelle, die Chlor oder Brom enthält, wenigstens ein Lösungsmittel und wenigstens ein Leitsalz in einer ungeteilten Elektrolysezelle.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. Gegenüber der klassischen Halogenierung mit elementarem Chlor oder Brom oder mit konventionellen werden die 1,3-Dienverbindungen mit guter Selektivität in der 1,4-Position chloriert bzw. bromiert und man erhält die entsprechenden 1,4-Dichlobut-2-en-Verbindungen bzw. 1,4-Dibrombut-2-en-Verbindungen in guten Ausbeuten. Außerdem erlaubt das Verfahren die Nutzung von organischen Chlorverbindungen bzw. von organischen Bromverbindungen als Halogenquellen. Des Weiteren erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren die Nutzung von Strom als sicheres und kostengünstiges Oxidationsmittel und Reduktionsmittel, so dass es sich um einen inhärent sicheren Prozess handelt, bei dem zudem keine nennenswerten Reagenzienabfälle anfallen. Zudem erlaubt es die konvergente Nutzung beider Elektrodenreaktionen.
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Hier und im Folgenden bezeichnet der Begriff "olefinisch ungesättigte Doppelbindung" eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung (= C=C-Doppelbindung), die nicht Teil eines aromatischen Ringsystems ist. Bevorzugt sind leiten sich die Doppelbindungen von Ethylen ab, in dem 1 oder 2 Wasserstoffatome durch einen organischen Rest ersetzt sind.
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Hier und im Folgenden gibt das Präfix Cn-Cm die Anzahl der Kohlenstoffatome an, die die damit bezeichnete Verbindung bzw. der damit bezeichnete organische Rest aufweisen kann.
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Hier und im Folgenden steht "Alkyl" für eine lineare oder verzweigte, gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffgruppe, die vorzugsweise 1 bis 10 (C1-C10-Alkyl) und insbesondere 1 bis 6 C-Atome aufweist, z. B. für Methyl, Ethyl, 1-Propyl, 2-Propyl (= Isopropyl), 1-Butyl, 2-Butyl, 2-Methyl-1-propyl (= iso-butyl), 2-Methyl-2-propyl (= tert.-Butyl), 1-Pentyl, 2-Pentyl, 3-Pentyl, 2-Methyl-1-butyl, 3-Methyl-1-butyl, 2-Methyl-2-butyl, 3-Methyl-2-butyl, 1-Hexyl, 2-Hexyl, 3-Hexyl, 2-Methyl-1-pentyl, 2-Methyl-2-pentyl, 2-Methyl-3-pentyl, 3-Methyl-1-pentyl, 3-Methyl-2-pentyl, 3-Methyl-3-pentyl, 1,1-Dimethyl-1-butyl, 2,2-Dimethyl-1-butyl, 2,3-Dimethyl-1-butyl, 1-Heptyl, 2-Heptyl, 1-Octyl, 2-Octyl, 2,2-4-Trimethyl-1-pentyl, 1-Nonyl, 2-Nonyl, 8-Methyl-1-nonyl, 1-Decyl oder 2-Decyl. Die Gruppe Alkyl ist unsubstituiert oder kann 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 Substituenten RAl tragen, die ausgewählt sind unter C1-C4-Alkoxy, Hydroxy-C1-C4-alkoxy, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxy, Carboxyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxycarbonyl, Fluor, Chlor, Brom, CN, NRN 2, wobei RN für H, C1-C4-Alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkyl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl steht.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkenyl" eine lineare oder verzweigte aliphatische Kohlenwasserstoffgruppe, der einfach oder mehrfach ungesättigt ist und der in der Regel 2 bis 10, insbesondere 2 bis 6 oder speziell 2 bis 4 Kohlenstoffatome aufweist, z.B. Ethenyl, 1-Propenyl, 2-Propenyl, 1-Buten-1-yl, 2-Buten-1-yl, 3-Buten-1-yl, 1-Buten-2-yl, 2-Methyl-1-propen-1-yl, 2-Methyl-2-propen-1-yl, etc. Die Gruppe Alkenyl ist unsubstituiert oder kann 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 Substituenten RAl tragen, die ausgewählt sind unter C1-C4-Alkoxy, Hydroxy-C1-C4-alkoxy, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxy, Carboxyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxycarbonyl, Fluor, Chlor, Brom, CN, NRN 2, wobei RN für H, C1-C4-Alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkyl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl steht.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkylen" eine verzweigte oder unverzweigte, gesättigte, bivalente aliphatischen Kohlenwasserstoffgruppe, die in der Regel 2 bis 20, insbesondere 3 bis 10 und speziell 3 bis 6 Kohlenstoffatome aufweist, z.B. Ethan-1,2-diyl, Propan-1,3-diyl, Butan-1,4-diyl, 1-Methylethan-1,2-diyl, 1,1-Dimethylethan-1,2-diyl,1-Methylpropan-1,3-diyl, 1,1-Dimethylpropan-1,3-diyl, 2,2-Dimethylpropan-1,3-diyl, Pentan-1,5-diyl, Hexan-1,6-diyl, Heptan-1,7-diyl, Octan-1,8-diyl, Nonan-1,9-diyl, Decan-1,10-diyl, Dodecan-1,12-diyl, etc..
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkenylen" eine verzweigte oder unverzweigte, einfach gesättigte, bivalente aliphatischen Kohlenwasserstoffgruppe, die in der Regel 2 bis 20, insbesondere 3 bis 10 und speziell 3 bis 6 Kohlenstoffatome aufweist, z.B. 1,2-Ethendiyl, Propen-1,3-diyl, 2-Buten-1,4-diyl, 1-Methylethen-1,2-diyl, 1-Methyl-1-propen-1,3-diyl, 2-Methyl-1-propen-1,3-diyl, 1-Penten-1,5-diyl, 2-Penten-1,5-diyl, 1-Hexen-1,6-diyl, 2-Hexen-1,6-diyl, 3-Hexen-1,6-diyl, 1-Hepten-1,7-diyl, 2-Hepten-1,7-diyl, 3-Hepten-1,7-diyl, etc..
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkoxy" eine verzweigte oder unverzweigte, gesättigte Alkylgruppe wie vorstehend definiert, die über ein Sauerstoffatom mit dem restlichen Molekül verbunden ist. Der Begriff "C1-C10 Alkoxy" bezeichnet im Folgenden einen Alkylrest wie zuvor definiert, der 1 bis 10 Kohlenstoffatome aufweist. Der Begriff "C1-C4 Alkoxy" bezeichnet im Folgenden einen Alkylrest wie zuvor definiert, der 1 bis 4 Kohlenstoffatome aufweist, z.B. Methoxy, Ethoxy, Propyloxy, Isopropyloxy, n-Butyloxy, iso-Butyloxy, sec.-Butyloxy, tert.-Butyloxy, n-Pentyloxy, 2-Pentyloxy, 2-Methylbutyloxy, 3-Methylbutyloxy, 1,2-Dimethylpropyloxy, 1,1-Dimethylpropyloxy, 2,2-Dimethylpropyloxy, 1-Ethylpropyloxy, n-Hexyloxy, 2-Hexyloxy, 2-Methylpentyloxy, 3-Methylpentyloxy, 4-Methylpentyloxy, 1,2-Dimethylbutyloxy, 1,3-Dimethylbutyloxy, 2,3-Dimethylbutyloxy, 1,1-Dimethylbutyloxy, 2,2-Dimethylbutyloxy, 3,3-Dimethylbutyloxy, 1,1,2-Trimethylpropyloxy, 1,2,2-Trimethylpropyloxy, 1-Ethylbutyloxy, 2-Ethylbutyloxy, 1-Ethyl- 2-methylpropyloxy, n-Heptyloxy, 2-Heptyloxy, 3-Heptyloxy, 2-Ethylpentyloxy, 1-Propylbutyloxy, n-Octyloxy, 2-Ethylhexyloxy, 2-Propylheptyloxy, Nonyl, Decyloxy.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Hydroxyalkyl" eine Alkylgruppe, wie vorstehend definiert, die eine Hydroxyl-Gruppe als Substituenten trägt. Beispiele sind Hydroxymethyl, 2-Hydroxyethyl, 2-Hydroxpropyl und 3-Hydroxypropyl.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Hydroxyalkoxy" eine Alkoxygruppe, wie vorstehend definiert, die eine Hydroxyl-Gruppe als Substituenten trägt. Beispiele sind 2-Hydroxyethoxy, 2-Hydroxpropoxy und 3-Hydroxypropoxy.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkoxyalkyl" eine Alkylgruppe, wie vorstehend definiert, die eine Alkoxy-Gruppe, wie vorstehend definiert, als Substituenten trägt. Beispiele sind Methoxylmethyl, Ethoxymethyl, 2-Methoxyethyl und 2-Ethoxyethyl.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Alkoxyalkoxy" eine Alkoxygruppe, wie vorstehend definiert, die eine Alkoxy-Gruppe, wie vorstehend definiert, als Substituenten trägt. Beispiele sind 2-Methoxyethoxy und 2-Ethoxyethethoxy.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "C3-C10-Cycloalkyl" eine gesättigte, mono-, bi-, tri- oder tetracyclische Kohlenwasserstoffgruppe, die in der Regel 3 bis 20 Kohlenstoffatome, z.B. Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cylcooctyl, Cyclononyl, Cyclodecyl, Bicyclo[2.2.1]heptyl, Bicyclo[3.3.0]octyl, Bicyclo[3.2.1]octyl, Bicyclo[2.2.2]octyl, Adamantyl etc.. C3-C20-Cycloalkyl ist unsubstituiert, kann aber auch 1 oder mehrere, z. B. 1, 2, 3, oder 4 Subsituenten RCyc aufweisen, die ausgewählt sind unter C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Hydroxy-C1-C4-alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkoxy, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxy, Carboxyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxycarbonyl, Fluor, Chlor, Brom, CN, NRN 2, C1-C4-Alkyl-NRN 2, wobei RN für H, C1-C4-Alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkyl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl steht.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Aryl" eine aromatische oder teilaromatische Kohlenwasserstoffgruppe, die mono- oder polycyclisch ist und üblicherweise 6, 9, 10, 13 oder 14 C-Atome aufweist und der vorzugsweise für Phenyl, Naphthyl, Tetrahydronaphthyl, Indenyl, Indanyl, Fluorenyl, Anthracenyl, Phenanthrenyl oder Naphthacenyl, besonders bevorzugt für Phenyl oder Naphthyl steht. Aryl ist unsubstituiert, kann aber auch 1 oder mehrere, z. B. 1, 2, 3, 4 oder 5 Substituenten RAr tragen, die ausgewählt sind unter C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Hydroxy-C1-C4-alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkoxy, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxy, Carboxyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxycarbonyl, Fluor, Chlor, Brom, CN, NRN 2, C1-C4-Alkyl-NRN 2, wobei RN für H, C1-C4-Alkyl, Hyd-roxy-C1-C4-alkyl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl steht.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "Hetaryl" eine aromatische oder teilaromatische heterocyclische Gruppe, die mono- oder polycyclisch ist und üblicherweise 5 bis 14 Ringglieder aufweist, die neben Kohlenstoff wenigstens ein Heteroatom als Ringatom aufweisen, das ausgewählt ist unter N, O und S, z.B. 1 bis 4 N-Atome oder 1 unter O und S ausgewähltes Atom und ggf. 1, 2 oder 3 weitere N-Atome, aufweist und der vorzugsweise die Gruppen Pyridyl, Chinolinyl, Acridinyl, Pyridazinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl, Triazinyl, Tetrazinyl, Pyrrolyl, Pyrazolyl, Isoxazolyl, Imidazolyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Thienyl, Furyl. Hetaryl ist unsubstituiert, kann aber auch 1 oder mehrere, z. B. 1, 2, 3, 4 oder 5 Substituenten RAr tragen, die ausgewählt sind unter C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkoxy, Hydroxy-C1-C4-alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkoxy, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxy, Carboxyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkoxycarbonyl, Fluor, Chlor, Brom, CN, NRN 2, C1-C4-Alkyl-NRN 2, wobei RN für H, C1-C4-Alkyl, Hydroxy-C1-C4-alkyl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-alkyl steht.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "5- bis 8- gliedriger Carbocyclus" eine gesättigte oder ungesättigte, mono- oder polycyclische Kohlenwasserstoffgruppe, die 5 bis 8 Kohlenstoffatome als Ringglieder aufweist. Der Carbocyclus ist unsubstituiert, kann aber auch 1 oder mehrere, z. B. 1, 2, 3, 4 oder 5 Subsituenten RCyc aufweisen, wobei RCyc wie vorstehend definiert ist.
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Hier und im Folgenden bezeichnet "5- bis 8- gliedriger Heterocyclus" eine gesättigte oder ungesättigte, mono- oder polycyclische heterocyclische Gruppe mit 5 bis 8 Ringatomen, worin die Ringatome neben Kohlenstoff, wenigstens ein Heteroatom aufweisen, das vorzugsweise unter Stickstoff, Schwefel und Sauerstoff ausgewählt ist, z.B. Pyrrolidinyl, Piperidinyl, Morpholinyl, Thiomorpholinyl, Piperazinyl, Hexahydroazepinyl, etc. Der Heterocyclus ist unsubstituiert, kann aber auch 1 oder mehrere, z. B. 1, 2, 3, 4 oder 5 Subsituenten RCyc aufweisen, wobei RCyc wie vorstehend definiert ist.
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Die Erfindung betrifft insbesondere die folgenden Ausführungsformen 1 bis 23. Hierbei wird als Ausführungsform 1 das folgende Verfahren bezeichnet: Verfahren zur 1,4-Chlorierung oder 1,4-Bromierung konjugierter 1,3-Dien-Verbindungen, umfassend die Elektrolyse eines flüssigen Reaktionsgemischs, enthaltend eine 1,3-Dien-Verbindung, wenigstens eine Halogenquelle, die Chlor oder Brom enthält, wenigstens ein Lösungsmittel und wenigstens ein Leitsalz in einer ungeteilten Elektrolysezelle.
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Erfindungsgemäß wird eine Halogenquelle eingesetzt, die Chlor oder Brom enthält. Grundsätzlich können Gemische von unterschiedlichen Halogenquellen eingesetzt werden. Vorzugsweise weisen in diesen Fällen die unterschiedlichen Halogenquellen entweder das gleiche Halogen auf oder bei Halogenquellen mit unterschiedlichen Halogenen eine unterschiedliche Reaktivität auf. Vorzugsweise weisen die Halogenquellen entweder Brom oder Chlor als Halogen auf. Geeignete Halogenquellen sind neben elementarem Chlor und elementarem Brom, anorganische oder organische Salze mit Chlorid oder Bromid als Anion, sowie insbesondere organische Chlor- und Bromverbindungen, in denen Brom- bzw. Chloratom an ein Stickstoffatom oder ein C-Atom, das vorzugsweise nicht Bestanteil einer C=C-Doppelbindung ist, gebunden sind. Beispiele für geeignete Chlorquellen sind Cl2 (auch in Form von Chloridketten), Hypochlorid, Chlorwasserstoff, N-Chlorsuccinimid, vicinale Chlorkohlenwasserstoffe wie Hexachlorcyclohexan, Polyvinylchlorid, Iodbenzoldichlorid, Chloridsalze wie Natriumchlorid oder Leitsalze mit Chloridanionen. Beispiele für geeignete Bromquellen sind Br2 (auch in Form von Bromidketten), Hypobromid, Bromwasserstoff, N-Bromsuccinimid, vicinale Bromkohlenwasserstoffe wie HBCD, Iodbenzoltribromid, Bromidsalze wie Natriumbromid oder Leitsalze mit Bromidanionen.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 2 des erfindungsgemäßen Verfahrens der Ausführungsform 1 umfasst die Halogenquelle eine organische Chlorverbindung und/oder eine organische Bromverbindung. Die organischen Chlorverbindungen und Bromverbindungen tragen in der Regel wenigstens 1, insbesondere wenigstens 2, z. B. 2, 3, 4, 5 oder 6 Brom- bzw. Chloratome pro Molekül. Die Brom- bzw. Chloratome sind vorzugsweise an ein C-Atom gebunden, das nicht Bestandteil einer C=C-Doppelbindung ist. Insbesondere ist der Hauptlieferant des in der Elektrolyse benötigten Halogens die organische Chlorverbindung oder die organische Bromverbindung.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform 3 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der Ausführungsform 2 weist die organische Bromverbindung wenigstens 2 vicinal gebundene Chloratome oder wenigstens 2 vicinal gebundene Bromatome auf, d. h. die Chlor- bzw. Bromatome sind an 2 benachbarte C-Atome gebunden, die vorzugsweise nicht Bestandteil einer C=C-Doppelbindung sind. Insbesondere umfasst die Halogenquelle dieser Ausführungsform eine der beiden folgenden Verbindungen: 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan oder 1,2,5,6,9,10-Hexabromcyclododecan. Insbesondere handelt es sich bei der Halogenquelle um eine der beiden folgenden Verbindungen: 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan oder 1,2,5,6,9,10-Hexabromcyclododecan.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform 4 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 3 sind die konjugierte 1,3-Dien-Verbindungen ausgewählt ist unter Verbindungen der allgemeinen Formel (I)
R1-CH=CR3-CH=CH-R2 (I)
- worin R1 und R2 unabhängig voneinander für Wasserstoff oder einen 1 bis 20, insbesondere 1 bis 10, C-Atome aufweisenden Kohlenwasserstoffrest stehen, wobei die Kohlenwasserstoffreste unsubstituiert sind oder 1, 2, 3 oder 4, insbesondere 1 oder 2, Substituenten Ra aufweisen und worin 1, 2, 3, oder 4, insbesondere 1 oder 2, nicht benachbarte C-Atome des Kohlenwasserstoffrests durch O oder S ersetzt sein können, oder
- R1 und R2 gemeinsam mit der Gruppe CH=CR3-CH=CH einen 5-, 6-, 7- oder 8-gliedrigen Kohlenwasserstoffring bilden, der unsubstituiert ist oder 1, 2, 3 oder 4, insbesondere 1 oder 2, Substituenten Ra aufweist, wobei der Kohlenwasserstoffring Bestandteil eines Bioder Tricyclus sein kann und worin 1, 2, 3, oder 4, insbesondere 1 oder 2, nicht benachbarte C-Atome des Kohlenwasserstoffrings durch O oder S ersetzt sein können;
- R3 ausgewählt ist unter Wasserstoff und C1-C6-Alkyl, insbesondere C1-C4-Alkyl,
- Ra ausgewählt ist unter C1-C6-Alkyl, insbesondere C1-C4-Alkyl, C3-C6-Cycloalkyl, insbesondere C5-C6-Cycloalkyl, C5-C10-Aryl, O-Rb, C(O)Rc, und NRdRe, wobei
- Rb ausgewählt ist unter H, C1-C10-Alkyl, insbesondere C1-C6-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl, insbesondere C5-C6-Cycloalkyl, C5-C10-Aryl und C(O)Rc
- Rc ausgewählt ist unter H, C1-C10-Alkyl, insbesondere C1-C6-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl, C5-C10-Aryl, O-Rf und NRgRh,
- Rd ausgewählt ist unter H, C1-C10-Alkyl, insbesondere C1-C6-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl, C5-C10-Aryl und C(O)Rc
- Re ausgewählt ist unter H, C1-C10-Alkyl, insbesondere C1-C6-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl und C5-C10-Aryl, oder
- Rd und Re gemeinsam mit dem N-Atom ein 5- oder 6-gliedriger, gesättigter Heterocyclus bedeuten,
- Rf ausgewählt ist unter C1-C10-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl und C5-C10-Aryl,
- R9 ausgewählt ist unter C1-C10-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl und C5-C10-Aryl,
- Rh ausgewählt ist unter C1-C10-Alkyl, C3-C10-Cycloalkyl und C5-C10-Aryl, oder
- Rg und Rh gemeinsam mit dem N-Atom ein 5- oder 6-gliedriger, gesättigter Heterocyklus bedeuten,
- wobei in den Resten Ra, Rb, Rc, Rd, Re, Rf, Rg und Rh
- C3-C10-Cycloalkyl unsubstituiert ist oder 1, 2, 3, 4 oder 5, insbessondere 1 oder 2, C1-C4-Alkylgruppen aufweisen kann, die vorzugsweise unter Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl und iso-Butyl ausgewählt sind,
- C5-C10-Aryl unsubstituiert ist oder 1, 2, 3, 4 oder 5, insbesondere 1 oder 2, Substituenten aus der Gruppe C1-C4-Alkyl, insbesondere Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl oder iso-Butyl, C1-C4-Alkoxy, inbesondere Ethoxy, Methoxy, Iproproxy, n-Butoxy oder iso-Butoxy, Fluor, Chlor, Brom, NH2, NH-C1-C4-Alkyl und N(C1-C4-Alkyl)2 aufweisen kann, wobei C1-C4-Alkyl in NH-C1-C4-Alkyl und N(C1-C4-Alkyl)2 vorzugsweise für Methyl, Ethyl, Isopropyl, n-Butyl oder iso-Butyl steht.
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Vorzugsweise sind die Reste R1 und R2 in Formel (I) unabhängig voneinander ausgewählt unter Wasserstoff, C1-C20-Alkyl, insbesondere C1-C10-Alkyl und C1-C6-Alkoxy-C1-C6-alkyl, besonders bevorzugt unter Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, 1-Pentyl, 2-Pentyl, 2-Methyl-1-butyl, 1-Hexyl, 1-Heptyl, 1-Octyl, Methoxylmethyl, Ethoxymethyl, 2-Methoxyethyl, 2-Ethoxyethyl, 3-Methoxy-n-propyl, 3-Ethoxy-n-propyl, 4-Methoxy-n-butyl und 4-Ethoxy-n-butyl, insbesondere bevorzugt unter Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, iso-Butyl, 1-Pentyl, 2-Pentyl, 2-Methoxyethyl, 2-Ethoxyethyl, 3-Methoxy-n-propyl und 3-Ethoxy-n-propyl.
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Vorzugsweise ist der Rest R3 in Formel (I) ausgewählt unter Wasserstoff und Methyl, Ethyl, N-Propyl, Isopropyl, n-Butyl und iso-Butyl, insbesondere unter Wasserstoff und Methyl.
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Vorzugsweise ist in dem Rest Ra die Gruppe C1-C6-Alkyl ausgewählt unter Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl und iso-Butyl, insbesondere unter Methyl, Ethyl und Isopropyl, ausgewählt.
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Vorzugsweise ist in den Resten Rb, Re, Rd, Re, Rf, Rg und Rh die Gruppe C1-C10-Alkyl ausgewählt unter Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl und iso-Butyl, tert.-Butyl, 1-Pentyl, 2-Pentyl, 2-Methyl-1-butyl, 1-Hexyl, 1-Heptyl und 1-Octyl, insbesondere unter Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl , n-Butyl, iso-Butyl und tert.-Butyl ausgewählt.
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Vorzugsweise ist in den Resten Ra, Rb, Rc, Rd, Re, Rf, Rg und Rh die Gruppe C3-C10-Cycloalkyl ausgewählt unter Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cylcooctyl, Bicyclo[2.2.1]heptyl, Bicyclo[2.2.2]octyl und Adamantyl, insbesondere unter Cyclopropyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, und Bicyclo[2.2.1]heptyl.
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Vorzugsweise ist in den Resten Ra, Rb, Re, Rd, Re, Rf, Rg und Rh die Gruppe C5-C10-Aryl insbesondere Phenyl oder Naphthyl.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 5 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der Ausführungsform 4 stehen die Reste R1 und R2 in Formel (I) unabhängig voneinander für Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl, insbesondere für Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl oder n-Butyl, wobei es sich bei dem Rest R3 um Wasserstoff oder Methyl handelt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 6 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der Ausführungsform 4 bilden die Reste R1 und R2 in Formel (I) gemeinsam mit der Gruppe CH=CR3-CH=CH einen Kohlenwasserstoffring ausgewählt unter 1,3-Cyclopentadien, 1,3-Cyclohexadien, 1,3-Cycloheptadien und 1,3-Cyclooctadien, wobei die genannten Kohlenwasserstoffringe in Position 2 einen Rest R3 tragen, der für Wasserstoff oder Methyl steht.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform 7 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der Ausführungsform 4 ist die Verbindung der allgemeinen Formel (I) ausgewählt ist unter Butadien, Isopren, 1,3-Pentadien, 1,3-Hexadien und 1,3-Cyclohexadien.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform 8 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 7 wird ein Reaktionsgemisch eingesetzt, worin die die Konzentration der 1,3-Dien-Verbindung im flüssigen Reaktionsgemisch im Bereich von 5 bis 100 g/L und insbesondere im Bereich von 5 bis 50 g/L liegt, jeweils bezogen auf das Gesamtvolumen des Reaktionsgemischs vor Beginn der Elektrolyse.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform 9 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 8 wird ein Reaktionsgemisch eingesetzt, worin die die Konzentration der der Halogenquelle im flüssigen Reaktionsgemisch im Bereich von 5 bis 300 g/L und insbesondere im Bereich von 5 bis 150 g/L liegt, jeweils bezogen auf das Gesamtvolumen des Reaktionsgemischs vor Beginn der Elektrolyse.
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Erfindungsgemäß enthält die in der Elektrolyse eingesetzte wenigstens ein Leitsalz. Als Leitsalze sind grundsätzlich alle anorganischen und organischen Salze geeignet, die im Reaktionsgemisch hinreichend löslich sind und unter den Elektrolysebedingungen inert sind. Geeignete Leitsalze sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Elektrolyse hinreichend bekannt. Bevorzugt sind Leitsalze, die ein organisches Kation aufweisen.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 10 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 9 ist das Leitsalz ausgewählt unter quartären Ammoniumsalzen, Pyridiniumsalzen, Imidazoliumsalzen, quartären Phosphoniumsalzen und deren Gemischen ausgewählt. Besonders bevorzugte Leitsalze sind Tetra(C1-C6-alkyl)ammoniumsalze, Tri(C2-C6-alkyl)methylammoniumsalze und Tri(C2-C6-alkyl)benzylammoniumsalze. Beispiele hierfür sind Tetramethylammoniumsalze, Tetraethylammoniumsalze, Tetra-n-butylammoniumsalze, Triethylmethylammoniumsalze, Trimethylbenzylammoniumsalze und Triethylbenzylammoniumsalze. Besonders geeignet sind auch Pyridiniumsalze und Imidazoliumsalze, insbesondere solche, die 1 oder 2 C1-C8-Alkylgruppen als Substituenten tragen.
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Geeignete Gegenionen der vorgenannten Salze, sind grundsätzlich alle Anionen, die unter den Bedingungen einer Elektrolyse inert sind. Diese sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Elektrolyse hinreichend bekannt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 11 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 9 und insbesondere gemäß der Ausführungsform 10 sind die die Anionen des Leitsalzes ausgewählt sind unter Chlorid, Bromid, Tetrafluoroborat, Trifluormethansulfonat, Tosylat, Sulfat, C1-C4-Alkylsulfat, Perchlorat, Acetat, Hexafluorophosphat, Bis(trifluormethylsulfonyl)imid, Nitrat, Carbonat und Bromat und insbesondere unter Chlorid und Bromid.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 12 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 9 und insbesondere gemäß der Ausführungsformen 10 und 11 wird das Leitsalz in einer Menge eingesetzt, dass seine Konzentration in der Reaktionsmischung im Bereich von 0,01 bis 0,2 Mol/L und insbesondere im Bereich von 0,02 bis 0,1 Mol/L liegt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 13 des erfindungsgemäßen Verfahrens der Ausführungsformen 1 bis 12 ist das Lösungsmittel ausgewählt unter Wasser, C1-C4-Alkanolen, C1-C4-Fluoroalkanolen, C1-C4-Alkylnitrilen, Di-C1-C4-Alkylcarbonaten, C2-C4-Alkylencarbonaten, Dimethylsulfoxid, Dimethylformamid, Dimethylacetamid, N-C1-C4-Alkylpyrrolidon, C1-C4-Alkylestern von C2-C4-Alkansäuren, C1-C4-Alkylestern von C2-C4-Hydroxyalkansäuren, C1-C4-Chloralkanen, Dihydrolevoglucosenon und deren Gemischen.
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Bevorzugte Lösungsmittel der Ausführungsform 13 sind ausgewählt unter
- C1-C4-Alkanolen, wie Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol, Isobutanol, tert.-Butanol, Ethylenglykol, 1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol, 1,2-Butandiol, 1,4-Butandiol und Diethylenglykol;
- C1-C4-Fluoroalkanolen, wie 1,1,2,2-Tetrafluorethanol, Pentafluorethanol, Hexafluorisopropanol und Perfluor-n-propanol;
- C1-C4-Alkylnitrilen, wie Acetonitril, Propionitril und Butyronitril,
- Di-C1-C4-Alkylcarbonaten, wie Diethylcarbonat,
- C2-C4-Alkylencarbonaten, wie Ethylencarbont, das auch als 2-Oxo-1,3-dioxolan bezeichnet wird, und Propylencarbonat, das auch als 4-Methyl-2-oxo-1,3-dioxolan bezeichnet wird,
- C1-C4-Alkylestern von C2-C4-Alkansäuren, wie, Essigsäuremethylester, Essigsäureethylester, Essigsäurepropylester, Propionsäuremethylester und Propionsäureethylester,
- C1-C4-Chloralkanen, wie Dichlormethan, Dichlorethan, Trichlormethan, Isomere des Dichlorethans, des Dichlorbutans oder des Dichlorpentan etc., wobei die vorgenannten Isomere keine Isomere umfassen, in denen die beiden Chloratome an vicianle Kohlenstoffatome gebunden sind,
und deren Gemischen.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 14 des erfindungsgemäßen Verfahrens der Ausführungsformen 1 bis 13 umfasst das Lösungsmittel wenigstens ein organisches Lösungsmittel, dass aus der Gruppe der C1-C4-Chloralkane, C1-C4-Alkylnitrile, Di-C1-C4-Alkylcarbonate und C2-C4-Alkylencarbonate ausgewählt ist.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 15 des erfindungsgemäßen Verfahrens der Ausführungsform 14 macht das organische Lösungmittel wenigstens 50 Gew.-%, insbesondere wenigstens 70 Gew.-% oder wenigstens 95 Gew.-% oder 100 Gew.-% der Gesamtmenge an Lösungsmitteln im flüssigen Reaktionsgemisch aus.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 16 des Verfahrens gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 15 enthält das flüssige Reaktionsgemisch einen Mediator. Unter Mediatoren werden Verbindungen verstanden, die eine indirekte elektrochemische Oxidation ermöglichen. Hierbei handelt es sich um Verbindungen, die in unterschiedlichen Oxidationszuständen vorliegen können. Der Mediator wird elektrochemisch in die höhere Oxidationsstufe überführt, wirkt dann als Oxidationsmittel und regeneriert sich danach wieder durch elektrochemische Oxidation. Es handelt sich daher um eine indirekte elektrochemische Oxidation der organischen Verbindung, da der Mediator das Oxidationsmittel ist. Die Oxidation der organischen Verbindung mit dem Mediator in der oxidierten Form kann dabei in der Elektrolysezelle ausgeführt werden, in der der Mediator in die oxidierte Form überführt wurde, oder in einem oder mehreren separaten Reaktoren ("ex-cell-Verfahren").
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 17 des Verfahrens gemäß der Ausführungsform 16 enthält das Reaktionsgemisch als Mediator wenigstens ein Übergangsmetallsalz, das aus den Übergangsmetallen der Gruppen 5 - 10 des Periodensystems der Elemente ausgewählt ist, nach IUPAC.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 18 des Verfahrens gemäß der Ausführungsform 17 werden als Mediatoren im erfindungsgemäßen Verfahren Salze des Mangans, des Kupfers, des Cobalts, des Nickels, des Chroms, des Vanadiums, des Eisens, des Rutheniums, des Rhodiums des Iridiums oder des Palladiums eingesetzt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 19 des Verfahrens gemäß der Ausführungsform 18 werden als Mediatoren im erfindungsgemäßen Verfahren Übergangsmetallsalz eingesetzt, die ausgewählt sind unter Mn(II)-Salzen, Cu(I)-Salzen, Cu(II)-Salzen, Co(II)-Salzen, Ni(II)-Salzen, Cr(II)-Salzen, Cr(III)-Salzen, V(III)-Salzen, Fe(II)-Salzen, Fe(III)-Salzen, Ru(III)-Salzen, Rh(III)-Salzen, Ir(III)-Salzen, Pd(II)-Salzen und deren Kombinationen.
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Die Anionen der Übergangsmetallsalze sind von untergeordneter Bedeutung. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 20 des Verfahrens gemäß den Ausführungsformen 17 bis 19 sind die Anionen der Übergangsmetallsalze ausgewählt unter Chlorid, Bromid, Tetrafluoroborat, Trifluormethansulfonat, Tosylat, Sulfat, C1-C4-Alkylsulfat, wie z. B. Methylsulfat oder Ethylsulfat, Perchlorat, Acetat, Hexafluorophosphat, Bis(trifluormethylsulfonyl)imid, Nitrat, Carbonat und Bromat. Bevorzugte Übergangsmetallsalze sind die Bromide und Chloride der vorgenannten Übergangsmetalle.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 21 des Verfahrens gemäß den Ausführungsformen 17 bis 20 wird der Mediator in einer Menge eingesetzt, dass seine Konzentration bis zu 20 mol-%, bezogen auf die Menge der eingesetzten Halogenquelle, beträgt und insbesondere im Bereich von 0.1 bis 20 mol-%, bezogen auf die Menge der eingesetzten Halogenquelle, liegt.
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Erfindungsgemäß wird die Elektrolyse in einer ungeteilten Elektrolysezelle durchgeführt. Unter einer ungeteilten Elektrolysezelle versteht man im Unterschied zu einer geteilten Elektrolysezelle eine Elektrolysezelle, in der die Anodenraum vom Kathodenraum nicht abgetrennt ist, so dass der Elektrolyt in der gesamten Elektrolysezelle im Wesentlichen die gleiche Zusammensetzung aufweist, abgesehen von transportbedingten Konzentrationsunterschieden im Bereich der Elektroden.
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Die Elektrolysezelle weist naturgemäß wenigstens eine Anode und wenigstens eine Kathode auf.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 22 des Verfahrens gemäß den Ausführungsformen 1 bis 21 ist das Anodenmaterial der Elektrolysezelle ausgewählt unter Graphit, einschließlich isostatischer Graphit, Graphitfolien, Graphitfasern und mit Metall dotierter Graphit, Glaskohlenstoff (GC), Platin, Bor-dotiertem Diamant (BDD) und Mischmetalloxiden umfassend wenigstens ein Metalloxid aus der Gruppe Rutheniumoxid, Iridiumoxid und Tantaloxid, vorzugsweise in Kombination mit einem Titanträger. Ein Besonders bevorzugtes Elektrodenmaterial für die Anode ist Graphit, insbesondere isostatischer Graphit.
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Als Elektrodenmaterial für die Kathode kommen grundsätzlich beliebige Elektrodenmaterialinen in Betracht. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 23 des Verfahrens gemäß den Ausführungsformen 1 bis 22 ist das Kathodenmaterial der Elektrolysezelle ausgewählt unter Graphit, einschließlich isostatischer Graphit, Graphitfolien, Graphitfasern und mit Metall dotierter Graphit, Glaskohlenstoff, Platin, Bor-dotiertem Diamant, Platin, Molybdän, Vanadium, Wolfram, Niob, Blei, das sowohl Elementar oder in Form von Bleibronzen wie CuSn7Pb15 eingesetzt werden kann, Tantal, Nickel, Silber, Titan und Zirkonium.
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Besonders bevorzugte Kombinationen von Elektrodenmaterialien sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt
| Anode | Kathode |
| Graphit, isostatisch | Graphit, isostatisch |
| Graphit, isostatisch | Bor-dotierter Diamant |
| Bor-dotierter Diamant | Bor-dotierter Diamant |
| Glaskohlenstoff | Glaskohlenstoff |
| Glaskohlenstoff | Graphit |
| RuOx / Ti1) | Graphit |
| Graphit, isostatisch | Graphit-Fasern |
| Graphitfolie | Graphit |
| Graphit, isostatisch | Graphitfolie |
| Graphitfolie | Graphitfolie |
| Graphit, isostatisch | Silber |
| Graphit, isostatisch | CuSn7Pb15 |
| Graphit, isostatisch | Molybdän |
| Graphit, isostatisch | Niob |
| Graphit, isostatisch | Nickel |
| Graphit, isostatisch | Blei |
| Graphit, isostatisch | Tantal |
| Graphit, isostatisch | Titan |
| Graphit, isostatisch | Vanadium |
| Graphit, isostatisch | Wolfram |
| Graphit, isostatisch | Zirkonium |
| 1) Rutheniumoxid auf Titanträger |
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Grundsätzlich kann als Anode jede dem Fachmann bekannte Elektrodenform eingesetzt werden. Diese kann vollständig aus dem jeweiligen Elektrodenmaterial bestehen oder eine Trägerelektrode sein, die einen elektrisch leitfähigen Träger aufweist, der mit dem Elektrodenmaterial beschichtet ist. Bevorzugt sind Elektroden, die aus dem jeweiligen Elektrodenmaterial bestehen. Bei den als Anode verwendeten Elektroden kann es sich beispielsweise um Elektroden in Form von Streckmetallen, Netzen oder Blechen handeln.
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Für die Elektrolyse können jegliche dem Fachmann bekannte ungeteilte Elektrolysezellen eingesetzt werden, wie ungeteilte Topfzellen, ungeteilte Durchflusszellen, Kapillarspaltzellen, Plattenstapelzellen bzw. gestaffelte Topfzellen und bipolare Topfzellen, d. h. Zellen mit bipolarer Elektrodenanordnung. Besonders bevorzugt sind die ungeteilte Flusszelle, z.B. eine Flusszelle mit Zwangsfluss des Elektrolyten, d. h. der Elektrolyt wird kontinuierlich an den Elektroden vorbeigeführt, wobei der Fluss des Elektrolyten als Umlauf oder Durchlauf ausgestaltet werden kann. Ebenso bevorzugt sind gestaffelte Topfzellen, vorzugsweise mit Durchmischung. Gestaffelte Topfzellen können auch als Flusszellen ausgestaltet sein.
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Die Anordnung von Anode und Kathode in der Elektrolysezelle ist nicht beschränkt und umfasst beispielsweise Anordnungen von planaren Gittern und/oder Platten, die auch in Form mehrerer, alternierend gepolter Stapel angeordnet sein können und zylindrische Anordnungen von zylindrisch geformten Netzen, Gittern oder Rohren, die auch in Form mehrerer, alternierend gepolter Zylinder angeordnet sein können. Es können auch bipolar geschaltete Elektrodenanordnungen verwendet werden.
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Zur Erzielung optimaler Raum-Zeit-Ausbeuten sind dem Fachmann verschiedene Elektrodengeometrien bekannt. Geeignet sind beispielswese parallele Anordnungen von Elektrodenblechen, bipolare Anordnung mehrerer Elektroden, eine Anordnung, in der eine stabförmige Anode von einer zylindrischen Kathode umfasst wird, oder eine Anordnung, in der sowohl die Kathode als auch die Anode aus einem Drahtnetz bestehen und diese Drahtnetze aufeinandergelegt und zylindrisch aufgerollt wurden. Der Elektrodenabstand liegt typischerweise im Bereich von 1 bis 10 mm, und bei Flusszellen im Bereich von 0,25 bis 10 mm.
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Das Verfahren kann mit gutem Erfolg sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich durchgeführt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren kann ebenfalls im industriellen Maßstab durchgeführt werden. Entsprechende Elektrolysezellen sind dem Fachmann bekannt. Alle Ausführungen dieser Erfindung beziehen sich sowohl auf den Labor- wie auf den industriellen Maßstab.
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In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Inhalt der Elektrolysezelle durchmischt. Für diese Durchmischung des Zelleninhalts können jegliche dem Fachmann bekannte mechanische Rührer eingesetzt werden.
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Durch Anlegen der Elektrolysespannung an den Anoden und den Kathoden wird durch den Elektrolyten elektrischer Strom geführt. Um Nebenreaktionen wie Überoxidation zu vermeiden, wird man in der Regel eine Stromdichte von 500 mA/cm2, insbesondere 100 mA/cm2, nicht überschreiten. Die Stromdichten, bei denen man das Verfahren durchführt, betragen im Allgemeinen 1 bis 500 mA/cm2, bevorzugt 1 bis 100 mA/cm2. Besonders bevorzugt wird das erfindungsgemäße Verfahren bei Stromdichten zwischen 1 und 50 mA/cm2 durchgeführt.
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Die Gesamtdauer der Elektrolyse hängt naturgemäß von der Elektrolysezelle, den verwendeten Elektroden und der Stromdichte ab. Eine optimale Dauer kann der Fachmann durch Routineversuche, z.B. durch Probennahme während der Elektrolyse ermitteln.
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Typischerweise liegt die zur Erzielung eines quantitativen Umsatzes benötigte Strommenge im Bereich von 2 bis 12 Coulomb/Mol bezogen die Menge der übertragenen Elektronen auf 1 Mol des Ausgangsmaterials.
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Um einen Belag auf den Elektroden zu vermeiden, kann die Polung in kurzen Zeitabständen gewechselt werden. Die Umpolung kann in einem Intervall von 30 Sekunden bis 10 Minuten erfolgen, bevorzugt ist ein Intervall von 30 Sekunden bis 2 Minuten. Hierfür ist es zweckmäßig, dass Anode und Kathode aus dem gleichen Material bestehen.
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Die Elektrolyse wird gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren in der Regel bei einer Temperatur in einem Bereich von 0 bis 100 °C, bevorzugt 10 bis 90 °C, insbesondere 15 bis 90 °C durchgeführt.
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In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Elektrolyse in der Regel bei einem Druck unterhalb 2000 kPa, bevorzugt unterhalb 1000 kPa, insbesondere unterhalb 150 kPa, z.B. im Bereich von 50 bis 1000 kPa, insbesondere 80 bis 150 kPa, durchgeführt. Besonders bevorzugt ist es das erfindungsgemäße Verfahren bei einem Druck im Bereich des Atmosphärendrucks (101 ± 20 kPa) durchzuführen.
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Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Halogenierungsprodukt kann aus Elektrolyten durch dem Fachmann bekannte Methoden gewonnen werden. Beispielsweise kann das bei der Elektrolyse gebildete Halogenierungsprodukt durch Destillation oder durch Extraktion dem Elektrolyten entzogen bzw. abgereichert werden.
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Als destillative Methoden eignen sich dem Fachmann bekannte Destillationsprozesse, wie Vakuumdestillation, Destillation unter Schutzgasatmosphäre, Rotationsverdampfer, Kugelrohrdestillation und Verwendung diverser Kolonnen wie Vigreux-, Füllkörper- und Drehbandkolonnen.
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Der Elektrolyt kann zur Extraktion z.B. mit einem organischen Lösungsmittel versetzt werden, das mit dem eingesetzten Lösungsmittel nicht oder nur begrenzt mischbar ist, um so dass erhaltene Halogenierungsprodukt abzutrennen (flüssigflüssig Extraktion). Als organische Lösungsmittel eignen sich z.B. Kohlenwasserstoffe mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen wie Pentan, Hexan, Cyclohexan, Heptan oder Oktan.
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Das erhaltene Halogenierungsprodukt kann ebenso durch Festphasenextraktion aus dem Elektrolyten entfernt werden. Hierfür werden
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Festphasenextraktionsmittel zu Elektrolyten gegeben. Das an das Extraktionsmittel adsorbierte Halogenierungsprodukt kann anschließend mit dem Fachmann bekannten organischen Lösungsmitteln von der festen Phase eluiert werden. Auf diese Weise erhält man ein aufkonzentriertes Rohprodukt erhalten, welches dann durch Destillation einfacher gereinigt und isoliert werden kann.
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Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung.
I.1 Materialien und Geräte
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Chemikalien von analytischer Qualität, wurden von gängigen Anbietern wie Carl Roth TCI, Sigma Aldrich und Acros bezogen und verwendet.
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Sofern nichts anderes angegeben ist, handelt es sich bei dem eingesetzten Hexachlorcyclohexan um ein Stereoisomerengemisch des 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexans.
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Sofern nichts anderes angegeben ist, handelt es sich bei dem eingesetzten Hexabromcyclododecan um ein Stereoisomerengemisch des 1,2,5,6,9,10-Hexabromcyclododecans.
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Als Elektrodenmaterial wurde isostatisches Graphit, Glaskohlenstoff (SIGRADUR® G, von HTW Hochtemperatur Werkstoffe GmbH, Thierhaupten, Deutschland), Sigraflex-Folie, Bor dotierter Diamant (BDD), Blei, Cupfer-Zinn-Blei (CuSn7Pb15), Molybdän, Nickel, Niob, Silber, Tantal, Titan, Vanadium, Wolfram, Zirkonium, und Rutheniumoxid DSA verwendet.
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Die verwendeten Elektrolysezellen stammen von IKA. Hierbei wurden 5 mL Glasvials für die Batch-Versuche und Teflonzellen für die Flow-Versuche verwendet.
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Bei dem verwendeten Galvanostat handelt es sich um einen HMP4040 von Rohde&Schwarz (Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG, München, Deutschland).
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Gaschromatographie erfolgte an eine GC-2010 von Shimadzu (Shimadzu, Japan) unter Verwendung einer HP-5MS Säule (Agilent, USA; Länge: 30 m, Innerer Durchmesser: 0.25 mm, Filmdicke: 0.25 µm, Trägergas: Helium (Druck: 26.7 kPa, Gesamtdurchfluss: 22.8 mL min-1, Säulenströmung: 0.68 mL min-1, lineare Geschwindigkeit: 30.0 cm sec-1, Entleerungsströmung: 5.0 mL min-1, Teilungsverhältnis: 25.0)).
- Injektortemperatur: 250 °C;
- Programm: Methode "Medium": 50 °C Starttemperatur für 1 min, Heizrate: 17.5 °C·min-1 bis 300 °C, 300 °C Endtemperatur für 4.72 min.
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Die mit dem Gaschromatographen gekoppelte Massenspektrometrie wurde mit einer GCMS-QP2010 SE Single Quadrupole von Shimadzu (Shimadzu, Japan) durchgeführt (Massebereich: m/z 1,5 to 1000, messbare FWHM: 0,5 bis 2,0 u; EI-Scan S/N: 1 pg Octafluornaphthalin m/z 272 S/N ≥ 600 (Heliumgas); Hochgeschwindigkeits-Scanrate: 10000 u/sec).
I.2 Allgemeine Arbeitsvorschrift (AAV1) zu Batch-Reaktionen in 5 mL-Glasvials
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Für die Batchreaktionen wurden 5 mL-Glasvials des IKA® Screening Systems (IKA-Werke GmbH & Co. KG, Staufen, Deutschland) verwendet, die während der Reaktionen in einem ebenfalls kommerziell erhältlichen Edelstahlblock erhitzt wurden. Die Dimensionen der Elektroden betrugen 7 cm x 1 cm x 0.3 cm und von denen der isostatischen Graphitelektroden 5 cm x 1 cm x 0.3 cm. Die Glasvials wurden mit einem Teflondeckel verschlossen, in den passgenaue Durchlässe für die Elektroden eingearbeitet waren.
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Für die Umsetzungen wurden in einem 5 mL-Glasvial 145,4 mg Hexachlorcyclohexan (HCH) (0.5 mmol) mit 0.5 mmol Leitsalz in 5 mL des verwendeten Lösungsmittels gelöst. Daraufhin wurden 1.5 mmol (3.0 Äq.) des Akzeptorsubstrats, wie beispielsweise 297,5 mg Methyl-10-undecenoat (MUD), zugegeben. Die Zelle wurde mit dem Deckel, der einen Elektrodenabstand von 1 cm vorgab, verschlossen. Die Elektrode ragten so 3,5 cm in die Reaktionslösung ein. Die Experimente wurden galvanostatisch bei einer Stromdichte von 4 mA·cm-2 und 50 °C durchgeführt. Dabei wurden jeweils 9 F(434.2 Q) bezogen auf das HCH angewendet und nach der Reaktion jeweils 70 µL Mesitylen als GC-Standard zugegeben.
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Hochskalierungsreaktionen wurden in Zellen mit einem Volumen von 50 mL bzw. 500 mL sowie in Stapelzellen mit einem Volumen von 0,8 L bzw. 1,5 L durchgeführt.
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Die Dimensionen der Elektroden betrugen in Zellen mit einem Volumen von 50 mL 10 cm x 2.3 cm x 0.3 cm und in Zellen mit einem Volumen von 500 mL 22.5 cm x 5.7 cm x 0.3 cm. Der Elektrodenabstand betrug jeweils 5 mm. Bei den Elektroden handelte es sich vorzugsweise um Graphitelektroden.
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Die Stapelzellen wiesen vorzugsweise isostatischen Graphitelektroden auf, die abwechselnd als Kathode und als Anode geschaltet waren. Der Elektrodenabstand betrug 5 mm. Die Dimensionen der Elektroden betrugen in Zellen mit einem Volumen von 0.8 L 16 cm x 6.4 cm x 0.3 cm (Anzahl 10x) und in Zellen mit einem Volumen von 1.5 L 21 cm x 8 cm x 0.3 cm (Anzahl 12x).
I.3 Allgemeine Arbeitsvorschrift (AAV2) zu Flow-Reaktionen in verschiedenen Zelltypen
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Für die Flow-Reaktionen wurden temperaturregulierte Flow-Zellen des IKA® Screening Systems (IKA-Werke GmbH & Co. KG, Staufen, Deutschland) verwendet. Für die Steuerung des Volumenstroms wurde eine Peristaltik-Pumpe IPC-N ISM936 von Ismatec genutzt. Die Dimensionen der Elektroden betrugen 12 cm x 4 cm x 0.3 cm für die temperaturgesteuerte Zelle mit einem 1 mm Spacer.
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Für die Umsetzungen wurden analoge Konzentrationen wie in AAV1 gewählt, lediglich das Volumen der Ansätze wurde erhöht. Die Experimente wurden galvanostatisch bei einer Stromdichte von 4 bis 20 mA·cm-2 und 50 - 75°C durchgeführt. Dabei wurden jeweils 9 -15 F bezogen auf das HCH angewendet und nach der Reaktion jeweils 70 µL Mesitylen als GC-Standard zugegeben. Des Weiteren wurden Volumenströme von 0.5 bis 10 mL·min-1 gewählt.
II. Halogenierung von 1,3-Dienen im Batchverfahren (Topfzelle)
Beispiel 1: Herstellung von (E/Z)-1,4-Dichlor-hex-2-en (1a), (E/Z)-1,2-Dichlorhex-3-en (1b) und (E/Z)-4,5-Dichlor-hex-2-en (1c)
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Gemäß der wie folgt abgewandelten AAV1 wurde Hexachlorcyclohexan (145.4 mg, 0.5 mmol, 1.0 Äq.) mit 1,3-Hexadien (123.2 mg, 175 µL, 1.5 mmol, 3.0 Äq.) in 5 mL Dichlormethan gelöst. Zusätzlich wurden Tetraethylammoniumchlorid (82.8 mg, 0.5 mmol) und Mangan(II)chlorid (3.1 mg, 0.025 mmol) der Lösung zugegeben und bei 25 °C unter Raumatmosphäre und Applikation von 9.0 F galvanostatisch mit einer Stromdichte von 5.0 mA cm-2 elektrolysiert. Als Anode und Kathode wurden isostatischen Graphitelektroden verwendet. Das erhaltene Gemisch der Isomere (1a), (1b) und (1c) wurde über GC-MS nachgewiesen.
m/z: 152 (100.0%), 154 (64.1%), 156 (10.3%), 153 (6.6%), 155 (4.2%)
Beispiel 2a: Herstellung von (E/Z)-1,4-Dibrom-hex-2-en (2a), (E/Z)- 1,2-Dibromhex-3-en (2b) und (E/Z)-4,5-Dibrom-hex-2-en (2c)
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Gemäß der wie folgt abgewandelten AAV1 wurde Hexabromcyclododecan (320.9 mg, 0.5 mmol, 1.0 Äq.) mit 1,3-Hexadien (123.2 mg, 175 µL, 1.5 mmol, 3.0 Äq.) in 5 mL Acetonitril gelöst. Zusätzlich wurden Tetraethylammoniumbromid (105.1 mg, 0.25 mmol) und Mangan(II)bromid-Tetrahydrat (7.2 mg, 0.025 mmol) der Lösung zugegeben und bei 25 °C unter Raumatmosphäre und Applikation von 9.0 F galvanostatisch mit einer Stromdichte von 5.0 mA cm-2 elektrolysiert. Als Anode und Kathode wurden isostatischen Graphitelektroden verwendet. Das erhaltene Gemisch der Isomere (2a), (2b) und (2c) wurde über GC-MS nachgewiesen.
m/z: 242 (100.0%), 240 (51.4%), 244 (48.8%), 243 (6.6%), 241 (3.4%), 245 (3.2%)
Beispiel 2b: Herstellung von (E/Z)-1,4-Dibrom-hex-2-en (2a), (E/Z)- 1,2-Dibromhex-3-en (2b) und (E/Z)-4,5-Dibrom-hex-2-en (2c)
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Die Umsetzung erfolgte in der für das Beispiel 2a beschriebenen Weise, wobei anstelle von Acetonitril Propylencarbonat eingesetzt wurde.
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Das erhaltene Gemisch der Isomere (2a), (2b) und (2c) wurde über GC-MS nachgewiesen.
Beispiel 2c: Herstellung von (E/Z)-1,4-Dibrom-hex-2-en (2a), (E/Z)- 1,2-Dibromhex-3-en (2b) und (E/Z)-4,5-Dibrom-hex-2-en (2c)
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Die Umsetzung erfolgte in der für das Beispiel 2a beschriebenen Weise, wobei anstelle von Acetonitril Dichlormethan eingesetzt wurde.
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Das erhaltene Gemisch der Isomere (2a), (2b) und (2c) wurde über GC-MS nachgewiesen.