-
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Montageeinrichtung zur lösbaren Montage eines Garniturteils auf einem WC-Körper.
-
WCs (Wasserklosetts) weisen einen WC-Körper, oft aus Keramik, mit einer WC-Schüssel auf. Ferner sind meistens ein WC-Sitzring und ein WC-Deckel vorgesehen. Bei dem WC-Sitzring handelt es sich um einen WC-Sitz, welcher teilweise ringförmig (d.h. auch durch einen Schlitz unterbrochen) sein kann und welcher dem Benutzer zum Sitzen darauf dient. Dieser kann regelmäßig um eine im hinteren Bereich des WCs querliegende Achse hochgeklappt werden. Gleiches gilt für einen ebenfalls meistens vorgesehenen WC-Deckel zum Verschließen der WC-Schüssel, der dabei in der Regel auch den Sitz mit abdeckt. Jedoch kann es in speziellen Anwendungsfällen zweckdienlich sein, lediglich einen WC-Sitzring vorzusehen, um beispielsweise die Benutzbarkeit der Toilette für bestimmte Nutzergruppen zu verbessern. Dies ist häufig in Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Betreuungseinrichtungen für Menschen mit Einschränkungen oder auch öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen der Fall.
-
Im Folgenden wird bezüglich der Teile WC-Sitzring und WC-Deckel allgemein von einem "Garniturteil" gesprochen, welches Gegenstand der Montage auf dem WC-Körper sein kann. Zudem kann auch ein WC-Sitzring zusammen mit einem WC-Deckel, also eine komplette WC-Garnitur, Gegenstand dieser Montage sein.
-
Es versteht sich von selbst, dass WCs in den beschriebenen Anwendungsfällen einer intensiven Nutzung mit entsprechender Verschmutzungsgefahr und gar Vandalismus ausgesetzt sein können. Dementsprechend ist es grundsätzlich bekannt, dass WCs für die beschriebenen Anwendungsfälle leicht zu reinigen und dennoch stabil sein müssen. Hierbei ist es insbesondere auch von Bedeutung, dass die zur Befestigung des Garniturteils auf dem WC-Körper verwendeten Elemente dauerhaft und sicher miteinander verbunden sind.
-
Die
DE 11 2016 003 371 B4 schlägt eine Gelenkanordnung mit Sicherungselement vor, wobei durch das Sicherungselement ein Herausfallen eines in einem Kloben des Garniturteils angeordneten Drehdämpfers verhindert werden soll.
-
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine hinsichtlich der praktischen Gebrauchseigenschaften verbesserte Montageeinrichtung bereitzustellen, welche insbesondere die Reinigung des Garniturteils erleichtert.
-
Erfindungsgemäß löst diese Aufgabe eine Montageeinrichtung zur um eine Drehachse drehbaren Montage eines Garniturteils auf einem WC-Körper mit zueinander komplementären Formschlusselementen. Wie nachstehend im Einzelnen erläutert, sind die Formschlusselemente in besonderer Weise ausgestaltet und zueinander angeordnet, sodass ein Herausfallen der ersten Befestigungseinrichtung aus dem Kloben verhindert wird. Zudem erleichtert die Ausgestaltung des Garniturteils mit darin als Sackloch ausgebildeter Aufnahmeaussparung für die Aufnahme der Montageeinrichtung die Reinigung des Garniturteils.
-
Bevorzugte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen und der gesamten Offenbarung, wobei bei der Darstellung der Merkmale nicht immer im Einzelnen zwischen Vorrichtungs- und Verfahrens- bzw. Verwendungsaspekten unterschieden wird; implizit ist die Offenbarung hinsichtlich sämtlicher Anspruchskategorien zu lesen. Werden bspw. die Vorteile der Montageeinrichtung für einen Zweck oder eine bestimmte Anwendung beschrieben, ist dies zugleich als Offenbarung einer entsprechenden Verwendung zu sehen.
-
Die in Anspruch 1 genannte Montageeinrichtung weist die erste Befestigungseinrichtung mit dem Zapfenabschnitt auf. Der Zapfenabschnitt ist komplementär zu der Aufnahmeaussparung des Klobens des Garniturteils ausgestaltet und derart drehbar in einer zweiten Befestigungseinrichtung aufgenommen, dass das Garniturteil gegenüber der zweiten Aufnahmevorrichtung um die Drehachse drehbar ist. Es kann also das Garniturteil um die Drehachse verschwenkt und hierdurch zwischen einer auf dem WC-Körper aufliegenden (d. h. horizontalen) Position und einer geöffneten bzw. weggeklappten (d. h. annähernd vertikalen) Position bewegt werden.
-
Der Zapfenabschnitt weist eine radial nach außen (d. h. radial von der Drehachse weg) gerichtete Außenumfangsfläche auf, an welcher das erste Formschlusselement angeordnet ist. Die Außenumfangsfläche ist zumindest abschnittsweise zylinderförmig, weist also in einem zur Drehachse orthogonalen Schnitt durch den Zapfenabschnitt zumindest segmentweise Kreisbögen auf. Vereinfacht gesagt besteht der Zapfenabschnitt aus einer oder mehreren, bevorzugt konzentrischen, Zylindermantelflächen, welche jedoch stellenweise durch Abschnitte abweichender Geometrie, insbesondere Abflachungen, unterbrochen sein können. An zumindest einer dieser Außenumfangsflächen ist das erste Formschlusselement angeordnet, welches formschlüssig mit einem zweiten an einer radial nach innen gerichteten Innenumfangsfläche der Aufnahmeaussparung ausgebildeten zweiten Formschlusselement verbunden werden kann und hierdurch die erste Befestigungseinrichtung gegen Herausfallen aus dem Kloben sichern kann. Das zweite Formschlusselement ist einstückig, also integral, mit der radial nach innen gerichteten Innenumfangsfläche ausgebildet, wird also bevorzugt in einem einzigen oder wenigen aufeinanderfolgenden Fertigungsschritten mit dem Kloben hergestellt.
-
Zudem ist die Aufnahmeaussparung als Sackloch in dem Kloben ausgebildet, durchdringt diesen also in axialer Richtung (d. h. entlang der Drehachse gesehen) nicht vollständig. Vielmehr ist die Aufnahmeaussparung dergestalt, dass diese im Wesentlichen nur die Öffnung für die Aufnahme der ersten Befestigungseinrichtung bzw. deren Zapfenabschnitt aufweist, welche jedoch nach Montage der ersten Befestigungseinrichtung im Wesentlichen von deren Zapfenabschnitt (entlang der Drehachse gesehen) verdeckt bzw. ausgefüllt ist. Selbstverständlich kann die Aufnahmeaussparung, ohne vom Gegenstand der Erfindung abzuweichen, zusätzlich über eine oder mehrere sich von der Drehachse nach außen erstreckenden (Entlüftungs-)Bohrungen mit einer Außenseite des Garniturteils verbunden sein, solange ein Durchmesser dieser Bohrungen kleiner als ein Zehntel eines Innendurchmessers der Aufnahmeaussparung ist.
-
Durch die einstückige Ausgestaltung des zweiten Formschlusselements mit der Innenumfangsfläche des Klobens kann auf weitere, separate Rastmittel verzichtet werden, bevorzugt gibt es keine solchen. Insbesondere wird es hierdurch möglich, die erste Befestigungseinrichtung unmittelbar, d. h. ohne zusätzliche zwischengeordnete Elemente, in der Aufnahmeaussparung anzuordnen und diese durch den Formschluss zwischen dem ersten und dem zweiten Formschlusselement gegen Herausfallen zu sichern.
-
Allgemein und besonders in den beschriebenen Anwendungsfällen sind WCs einem erhöhten Verschmutzungsrisiko ausgesetzt, sodass die verwendeten Komponenten leicht zu reinigen sein müssen. Zudem kann es insbesondere bei Anwendungsfällen in Bereichen, in denen kleine Kinder (teilweise unbeaufsichtigt) die WCs benutzen, vorteilhaft sein, wenn diese keine separaten, lösbaren oder gar verschluckbaren Kleinteile aufweisen. Die Ausgestaltung der Aufnahmeaussparung als Sackloch und die Anordnung der ersten Befestigungseinrichtung in diesem Sackloch ohne zusätzliche, bis zur Außenseite des Garniturteils reichende Befestigungselemente erleichtert einerseits deren Reinigung und reduziert andererseits das Risiko für Kinder durch lösbare Kleinteile. Insbesondere das Fehlen zusätzlicher Blenden oder Abdeckkappen (wie im Stand der Technik üblich) vereinfacht die Reinigung des WCs erheblich und führt demnach gerade in den beschriebenen Anwendungsfällen zu einer deutlichen Verbesserung der Hygiene und Sicherheit.
-
Der Zapfenabschnitt der ersten Befestigungseinrichtung weist, wie zuvor bereits beschrieben, mehrere zumindest segmentweise zylinderförmige Flächen auf. Ebenso weist auch die hierzu komplementäre Innenumfangsfläche der Aufnahmeaussparung entsprechende Zylindersegmente auf. Gegenüber diesen zumindest abschnittsweise zylinderförmigen Außen- bzw. Innenumfangsflächen ist das erste Formschlusselement vorzugsweise zurückversetzt und es steht das zweite Formschlusselement vorzugsweise hervor. Genauer gesagt ist das erste Formschlusselement vorzugsweise in radialer Richtung gegenüber einer nächstbenachbarten, d. h. einer unmittelbar an dieses Formschlusselement angrenzenden, zylinderförmigen Fläche zurückversetzt; bildet also einen Rücksprung gegenüber dieser (nächstbenachbarten) Fläche. Komplementär hierzu steht das zweite Formschlusselement vorzugsweise radial gegenüber seiner nächstbenachbarten zylinderförmigen Innenumfangsfläche hervor, um im montierten Zustand einen ausreichenden Formschluss zwischen erstem und zweitem Formschlusselement zu gewährleisten.
-
Die zueinander komplementäre Anordnung des ersten und zweiten Formschlusselements als Aussparung oder Rücksprung (erstes Formschlusselement) bzw. als Materialanhäufung oder Vorsprung (zweites Formschlusselement) ermöglicht es, das erste bzw. zweite Formschlusselement jeweils in einem Arbeitsschritt mit dem Zapfenabschnitt bzw. der Aufnahmeaussparung herzustellen, wodurch ganz allgemein die Herstellbarkeit der Komponenten verbessert wird. Zudem ermöglicht die Ausbildung des zweiten Formschlusselements als Materialanhäufung eine Entformung desselben mittels eines als Schieber ausgebildeten Herstellungswerkzeuges, welches unter Aufwendung einer gewissen Entformungskraft aus dem vorzugsweise noch prozesswarmen Garniturteil entformt wird.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das erste Formschlusselement um einen ersten Abstand gegenüber der nächstbenachbarten zylinderförmigen Außenumfangsfläche zurückversetzt, wobei dieser erste Abstand höchstens 1,5 mm, bevorzugt 1,0 mm, 0,9 mm, 0,8 mm, 0,7 mm, 0,6 mm, 0,5 mm oder 0,4 mm, hiervon unabhängig jedoch mindestens 0,2 mm beträgt. Der erste Abstand ist hierbei als derjenige maximale Abstand definiert, welcher in einem Schnitt entlang der Drehachse durch den Zapfenabschnitt an der Stelle des ersten Formschlusselements zwischen der (zu dem ersten Formschlusselement) nächstbenachbarten zylinderförmigen Außenumfangsfläche des Zapfenabschnitts und einem Grund (d. h. einem in radialer Richtung gesehenen tiefsten Punkt) des ersten Formschlusselements definiert ist. Komplementär hierzu steht das zweite Formschlusselement um einen zweiten Abstand gegenüber der (zu dem zweiten Formschlusselement) nächstbenachbarten zylinderförmigen Innenumfangsfläche der Aufnahmeaussparung hervor, wobei dieser zweite Abstand höchstens 0,4 mm, bevorzugt höchstens 0,2 mm, mindestens jedoch 0,1 mm beträgt.
-
In diesem technischen Gebiet sind Kunststoffteile, insbesondere Spritzgussteile, üblich und auch im vorliegenden Fall bevorzugt. Solche Bauteile weisen eine materialbedingte Eigenelastizität auf, welche es insbesondere in Verbindung mit der beschriebenen Ausgestaltung der Formschlusselemente ermöglicht, einerseits die erste Befestigungseinrichtung unter Aufbringung einer gewissen Montagekraft in der Aufnahmeaussparung zu montieren, andererseits jedoch auch durch den Formschluss (und einer damit in Verbindung stehenden Haltekraft) gegen Herausfallen zu sichern. Vereinfacht gesagt ermöglicht diese Eigenelastizität es demnach, den Formschluss bei der Montage der ersten Befestigungseinrichtung zunächst zu überwinden, ebendiesen jedoch nach erfolgter Montage für die axiale Sicherung der ersten Befestigungseinrichtung zu nutzen.
-
Durch die Ausgestaltung der Montageeinrichtung mit dem zuvor beschriebenen ersten bzw. zweiten Abstand und der vorteilhaften Eigenelastizität wird es möglich, die Montagekraft und die Haltekraft derart zu beeinflussen, dass die erste Befestigungseinrichtung einfach montiert und dennoch sicher gehalten werden kann.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist an mindestens einer der kreisbogenförmigen Außenumfangsflächen des Zapfenabschnitts, bevorzugt an jeder, mindestens ein erstes Formschlusselement angeordnet.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung erstreckt sich das mindestens eine erste Formschlusselement über mindestens 20 %, bevorzugt mindestens 50 %, besonders bevorzugt mindestens 70 %, eines Umfangs eines der Kreisbogensegmente der Außenumfangsfläche. Durch das bevorzugte Erstrecken des mindestens einen ersten Formschlusselements über den Umfang zumindest eines der Kreisbogensegmente wird die Montage- und Haltekraft gezielt beeinflusst und zudem die Belastung des Materials bei der Montage sowie im montierten Zustand auf eine größere Fläche verteilt; dies erhöht die Langlebigkeit der Montageeinrichtung.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weisen das zweite und besonders bevorzugt auch das erste Formschlusselement in einem Schnitt entlang der Drehachse eine Einschubschräge und/oder eine Hemmfläche auf. Die Einschubschräge bezeichnet diejenige Fläche eines der Formschlusselemente, welche zur Herstellung des Formschlusses beim Einschieben (d. h. der Montage) des Zapfenabschnitts in den Kloben überwunden werden muss und die Hemmfläche diejenige der Flächen, welche den Zapfenabschnitt gegen Herausfallen aus dem Kloben sichert. Die Einschubfläche ist um einen relativ zur Drehachse gemessenen Einschubwinkel gegenüber dieser angestellt; dieser Einschubwinkel ist kleiner als ein relativ zur Drehachse gemessener Hemmwinkel, um welchen die Hemmfläche gegenüber der Drehachse angestellt ist. Der gegenüber dem Hemmwinkel kleinere Einschubwinkel erleichtert das Einschieben (d. h. die Montage) der ersten Befestigungseinrichtung in dem Kloben. Umgekehrt stellt der gegenüber dem Einschubwinkel größere Hemmwinkel den zuverlässigen Formschluss und hierdurch die adäquate Sicherung gegen Herausfallen der ersten Befestigungseinrichtung aus dem Kloben sicher. Bei Vorliegen einer gekrümmten Einschub- bzw. Hemmfläche bezeichnet der Einschub- bzw. Hemmwinkel denjenigen Winkel, welcher in einem Schnitt entlang der Drehachse durch die jeweilige Fläche zwischen einer Ausgleichs- bzw. Regressionsgerade der gekrümmten Fläche und der Drehachse ermittelt wird.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die erste Befestigungseinrichtung einen Verbindabschnitt auf, welcher um die Drehachse drehbar in der zweiten Befestigungseinrichtung aufgenommen ist. Hierdurch wird eine Relativbewegbarkeit zwischen erster und zweiter Befestigungseinrichtung möglich und es kann die erste Befestigungseinrichtung mit dem daran angeordneten Garniturteil relativ zu der zweiten Befestigungseinrichtung um die Drehachse geschwenkt werden.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird der Zapfenabschnitt verdrehsicher in der Aufnahmeaussparung des Klobens aufgenommen und es wird eine Drehung der ersten Befestigungseinrichtung relativ zu der zweiten Befestigungseinrichtung durch eine Dämpfungsanordnung in zumindest einer Drehrichtung gedämpft. Bei der verdrehsicheren Aufnahme kann ein Drehmoment zwischen dem Garniturteil und der Dämpfungsanordnung übertragen werden und es wird möglich, das Garniturteil beim Schließen und/oder beim Öffnen zu dämpfen, wodurch bspw. ein hartes bzw. lautstarkes Aufschlagen auf dem WC-Körper oder einer hinter dem WC liegenden Wand verhindert werden kann.
-
Für die Montage des Garniturteils auf dem WC-Körper kann auch eine Mehrzahl von Montageeinrichtungen verwendet werden, von denen beispielsweise nur eine die beschriebene Verdrehsicherheit aufweist und mittels der Dämpfungsanordnung eine Bewegung des Garniturteils dämpft. Eine weitere Montageeinrichtung könnte demgegenüber die beschriebene (ungedämpfte) Relativdrehbarkeit zwischen erster und zweiter Befestigungseinrichtung aufweisen, wodurch diese keine Dämpfungswirkung ausübt. Alternativ (oder in Kombination hiermit) kann der Zapfenabschnitt auch eine gewisse relative Drehbarkeit (um die Drehachse) in der Aufnahmeaussparung aufweisen, welche eine zumindest abschnittsweise ungedämpfte Bewegung des Garniturteils ermöglicht.
-
Die Erfindung betrifft auch ein Garniturteil mit einer Montageeinrichtung der zuvor genannten Aspekte.
-
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Garniturteil im Bereich des Klobens, bevorzugt im Bereich unmittelbar angrenzend an die Aufnahmeaussparung, aus einem Duroplast-Werkstoff, bevorzugt Urea, hergestellt. Dadurch wird es möglich, die vorteilhaften Formschlusselemente integral mit dem Zapfenabschnitt bzw. der Aufnahmeaussparung zu bilden und diese dennoch mit der zuvor beschriebenen, bevorzugten Eigenelastizität zu versehen.
-
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Garniturteil ein WC-Sitzring. Diese Ausgestaltung erleichtert die Bedienung in den genannten Anwendungsfällen und ermöglicht zudem eine besonders robuste Konstruktion, insbesondere im Bereich des Klobens, wodurch ein erhöhter Schutz vor Vandalismus und Beschädigungen erreicht wird.
-
Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung einer erfindungsgemäßen Montageeinrichtung zur Montage eines Garniturteils auf einem WC-Körper.
-
Eine bevorzugte Verwendung betrifft die Montage in Kindertagesstätten, Krankenhäusern und/oder öffentlichen Toiletten mittels der erfindungsgemäßen Montageeinrichtung.
-
Im Einzelnen zeigt
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer Montageeinrichtung zur um eine Drehachse drehbaren Montage eines Garniturteils auf einem WC-Körper;
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung der in Figur 1 gezeigten perspektivischen Ansicht;
- Figur 3
- eine vergrößerte Schnittansicht durch das Garniturteil mit einer darin angeordneten Montageeinrichtung und einem Zapfenabschnitt gemäß einer ersten Ausgestaltung;
- Figur 4
- eine vergrößerte Schnittansicht durch das Garniturteil mit einer darin angeordneten Montageeinrichtung und einem Zapfenabschnitt gemäß einer zweiten Ausgestaltung.
-
Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Montageeinrichtung 1 zur um eine Drehachse X1 drehbaren Montage eines Garniturteils 40 auf einem WC-Körper 50. Das Garniturteil 40 ist entlang der Drehachse X1 vertikal geschnitten dargestellt, wodurch die darin angeordnete Montageeinrichtung 1 sichtbar wird. Die Montageeinrichtung 1 verfügt über eine erste Befestigungseinrichtung 10, welche in einem Kloben 43 des Garniturteils 40 (hier am Beispiel eines WC-Sitzrings 41 mit seitlichen, als "Flügel" ausgestalteten Greifflächen dargestellt) angeordnet ist.
-
Figur 2 ist eine vergrößerte Darstellung der in Figur 1 gezeigten perspektivischen Ansicht. Hier ist zu erkennen, dass die erste Befestigungseinrichtung 10 einen Zapfenabschnitt 11, 11' aufweist, welcher in einer Aufnahmeaussparung 44 des Klobens 43 angeordnet ist und eine in Bezug auf die Drehachse X1 radial nach außen gerichtete, zumindest abschnittsweise zylinderförmige Außenumfangsfläche 15 aufweist. Jedoch ist diese zylinderförmige Außenumfangsfläche 15 durch eine gegenüber dieser abgeflachte Lagerfläche 17 unterbrochen. Im zylinderförmigen Bereich der Außenumfangsfläche 15 ist ein erstes Formschlusselement 16 ausgebildet, welches in Formschluss mit einem an einer Innenumfangsfläche 45 der Aufnahmeaussparung 44 angeordneten zweiten Formschlusselement 46 steht. Die erste Befestigungseinrichtung 10 weist ferner einen Verbindabschnitt 12 (in dem in Figur 2 dargestellten Beispiel ist dieser verdeckt und demnach nur strichliniert angedeutet) auf, welcher um die Drehachse drehbar in einer zweiten Befestigungseinrichtung 20 angeordnet und hierdurch relativ zu dieser drehbar ist. Die zweite Befestigungseinrichtung 20 ist direkt oder (wie in Figur 1 als Beispiel dargestellt) über eine dritte Befestigungseinrichtung 30 mit dem WC-Körper 50 verbunden (siehe Figur 1).
-
Figur 3 ist eine vergrößerte Ansicht des in Figur 1 und Figur 2 gezeigten Schnitts durch den Kloben 43 und zeigt die Montageeinrichtung 1 mit einer ersten Ausgestaltung des Zapfenabschnitts 11. Der Zapfenabschnitt 11 weist hierbei einen über seine Länge (d. h. entlang der Drehachse X1) im Bereich der zylinderförmigen Außenumfangsfläche 15 konstanten Außendurchmesser auf, welcher lediglich durch das erste Formschlusselement 16 unterbrochen ist. Das erste Formschlusselement 16 bildet einen Rücksprung gegenüber dieser ersten zylinderförmigen Außenumfangsfläche 15 aus, welcher komplementär zu dem in der Aufnahmeaussparung 40 ausgebildeten zweiten Formschlusselement 46 ist. Das zweite Formschlusselement 46 weist hierfür eine Einschubschräge mit Einschubwinkel α, welcher höchstens 50°, mindestens 0°, besonders bevorzugt 20° beträgt, und eine Hemmfläche mit Hemmwinkel β, welcher höchstens 90°, mindestens 20°, besonders bevorzugt 60° beträgt, auf (siehe vergrößerter Bereich in Figur 3), wobei der Einschubwinkel α kleiner als der Hemmwinkel β ist.
-
In dem vergrößerten Bereich der Figur 3 ist zudem zu erkennen, dass das erste Formschlusselement 16 um einen ersten Abstand D1, welcher im gezeigten Beispiel 0,5 mm beträgt, gegenüber der nächstbenachbarten zylinderförmigen Außenumfangsfläche 15 des Zapfenabschnitts 11 zurückversetzt ist. Dieser erste Abstand D1 ist als der maximale radiale Abstand zwischen der zu dem ersten Formschlusselement 16 nächstbenachbarten zylinderförmigen Außenumfangsfläche 15 und einem Grund (d. h. einem tiefsten bzw. radial am nächsten zur Drehachse X1 liegenden Punkt) des ersten Formschlusselements 16 definiert.
-
Das zweite Formschlusselement 46 steht um einen zweiten Abstand D2, welcher in gezeigten Beispiel 0,2 mm beträgt, gegenüber der nächstbenachbarten zylinderförmigen Innenumfangsfläche 45 der Aufnahmeaussparung 44 hervor. Dieser zweite Abstand D2 ist als maximaler radialer Abstand zwischen der zu dem zweiten Formschlusselement 46 nächstbenachbarten zylinderförmigen Innenumfangsfläche 45 und einer Spitze (d. h. einem höchsten bzw. radial am nächsten zur Drehachse X1 gelegenen Punkt) des zweiten Formschlusselements 46 definiert.
-
Figur 4 ist eine Schnittdarstellung durch den Kloben 43 und zeigt die Montageeinrichtung 1 mit einem Zapfenabschnitt 11' gemäß einer zweiten Ausgestaltung. Gegenüber dem Zapfenabschnitt 11 der ersten Ausgestaltung weist derjenige der zweiten Ausgestaltung zwei um die Drehachse X1 konzentrische, zylinderförmige Außenumfangsflächen 15, 15` auf, welche durch das erste Formschlusselement 16 voneinander getrennt sind.
-
Bezogen auf das erste Formschlusselement 16 sind zwei nächstbenachbarte zylinderförmige Außenumfangsflächen 15, 15' dargestellt. Als Bezugsgröße für die Bestimmung des ersten Abstands D1 wird (ganz allgemein) diejenige der nächstbenachbarten zylinderförmigen Außenumfangsflächen 15, 15' herangezogen, welche bezogen auf die Drehachse X1 einen größeren Radius aufweist (in diesem Beispiel die zylinderförmige Außenumfangsfläche 15).
Bezugszeichen
-
- 1
- Montageeinrichtung
- 10
- erste Befestigungseinrichtung
- 11, 11'
- Zapfenabschnitt
- 12
- Verbindabschnitt
- 15
- Außenumfangsfläche
- 16
- erstes Formschlusselement
- 17
- Lagerfläche
- 20
- zweite Befestigungseinrichtung
- 30
- dritte Befestigungseinrichtung
- 31
- Montagezapfen
- 32
- Flanschabschnitt
- 33
- Außengewindeabschnitt
- 34
- Blockadeelement
- 40
- Garniturteil
- 41
- WC-Sitzring
- 42
- WC-Deckel
- 43
- Kloben
- 44
- Aufnahmeaussparung
- 45
- Innenumfangsfläche
- 46
- zweites Formschlusselement
- 50
- WC-Körper
- X1
- Drehachse
- α
- Einschubwinkel
- β
- Hemmwinkel
- D1
- erster Abstand
- D2
- zweiter Abstand