EP4452809B1 - Vorrichtung zum messen einer kraft an einer aufzuganlage, verfahren zur überprüfung einer balancierung einer aufzugsanlage, sowie eine aufzuganlage zum ausführen des verfahrens - Google Patents

Vorrichtung zum messen einer kraft an einer aufzuganlage, verfahren zur überprüfung einer balancierung einer aufzugsanlage, sowie eine aufzuganlage zum ausführen des verfahrens

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EP4452809B1
EP4452809B1 EP22839784.0A EP22839784A EP4452809B1 EP 4452809 B1 EP4452809 B1 EP 4452809B1 EP 22839784 A EP22839784 A EP 22839784A EP 4452809 B1 EP4452809 B1 EP 4452809B1
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EP
European Patent Office
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counterweight
car
force
lift installation
rail system
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EP22839784.0A
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EP4452809A1 (de
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Romeo LO JACONO
Gilles Trottmann
Alessandro D'apice
Amit PRATIHAR
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Inventio AG
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Inventio AG
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    • B66HOISTING; LIFTING; HAULING
    • B66BELEVATORS; ESCALATORS OR MOVING WALKWAYS
    • B66B5/00Applications of checking, fault-correcting, or safety devices in elevators
    • B66B5/0006Monitoring devices or performance analysers
    • B66B5/0037Performance analysers
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B66HOISTING; LIFTING; HAULING
    • B66BELEVATORS; ESCALATORS OR MOVING WALKWAYS
    • B66B1/00Control systems of elevators in general
    • B66B1/34Details, e.g. call counting devices, data transmission from car to control system, devices giving information to the control system
    • B66B1/3476Load weighing or car passenger counting devices
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B66HOISTING; LIFTING; HAULING
    • B66BELEVATORS; ESCALATORS OR MOVING WALKWAYS
    • B66B19/00Mining-hoist operation
    • B66B19/007Mining-hoist operation method for modernisation of elevators

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Automation & Control Theory (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
  • Lift-Guide Devices, And Elevator Ropes And Cables (AREA)

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für eine Aufzuganlage, ein Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung einer Aufzugsanlage, sowie eine Aufzuganlage.
  • Eine Aufzuganlage weist vertikal bewegliche Komponenten wie beispielsweise eine Kabine und wenigsten ein Gegengewicht auf. Die beweglichen Komponenten sind über zumindest ein Tragmittel miteinander verbunden. Das Tragmittel läuft über zumindest eine Treibscheibe einer Antriebseinrichtung der Aufzuganlage. Auf einer Seite der Treibscheibe trägt das Tragmittel eine konstante Gewichtskraft des Gegengewichts. Auf der anderen Seite trägt das Tragmittel die variable Gewichtskraft der Kabine und einer darin zu befördernden Last. Die Antriebseinrichtung bringt ein Drehmoment auf, um einen Unterschied zwischen den Gewichtskräften auszugleichen. Das Drehmoment wird durch Reibung bzw. Traktion zwischen dem Tragmittel und der Treibscheibe auf das Tragmittel übertragen.
  • Vor Inbetriebnahme und/oder im Rahmen von Wartungsarbeiten sind Funktionalitäten der Aufzuganlage zu prüfen. Insbesondere kann es eine Balancierung der Aufzuganlage, das heisst das Gewichtsverhältnis zwischen der Kabine und dem/der Gegengewicht€ geprüft werden.
  • Die WO2008071301A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Prüfen von Aufzuganlagen.
  • Die WO2013068648A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Messen einer Balance eines Aufzugs und ein Verfahren zum Balancieren des Aufzugs.
  • Die WO2021084012A1 offenbart eine Kabinenbremse einer Aufzugsanlage.
  • Die DE4311011A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Prüfung eines Aufzuges.
  • Es kann unter anderem ein Bedarf an einer verbesserten Vorrichtung und einem vereinfachten Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung einer Aufzugsanlage bestehen. Ferner kann ein Bedarf an einer Aufzuganlage bestehen, in welcher ein vereinfachtes Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung der Aufzugsanlage durchgeführt werden kann.
  • Einem solchen Bedarf kann durch eine Vorrichtung, einem Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung einer Aufzugsanlage, sowie einer Aufzuganlage gemäss den Hauptansprüchen entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert und in der Beschreibung beschrieben.
  • Bei dem hier vorgestellten Ansatz wird die Überprüfung der Balancierung vereinfacht und ohne Zusatzgewicht, welches herkömmlich beispielsweise mittels Bleiklötzen zum Ändern der Zugkraft zwischen der Treibscheibe und der Kabine eingesetzt wurde, überprüft. Anstelle des bekannten Zusatzgewichts in der Kabine wird eine der beweglichen Komponenten zeitweise beispielsweise an einem Schienensystem der Aufzuganlage fixiert und eine Zugkraft im Tragmittel verändert. Die Zugkraft kann dabei anders als durch das Zusatzgewicht auch verringert werden. An der fixierten Komponente wird dabei eine aus der veränderten Zugkraft resultierende Kraft gemessen.
  • Unter Verwendung der gemessenen Kraft kann auf ein Gewicht der Gegengewicht und/oder Kabine und somit auf eine Balancierung der Aufzuganlage geschlossen werden.
  • Durch das Messen der Kraft an der fixierten Komponente, kann auf eine Bereitstellung und Rückführung des Zusatzgewichts sowie das Beladen und Entladen der Kabine mit dem Zusatzgewicht verzichtet werden. Zum Messen der Kraft ist lediglich zumindest eine hier vorgestellte, leicht transportierbare Vorrichtung mit einer Blockiereinrichtung und einer Messeinrichtung erforderlich.
  • Gemäss einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung für eine Aufzuganlage nach Anspruch 1 vorgestellt.
  • Gemäss einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung einer Aufzugsanlage nach Anspruch 6 vorgestellt, wobei die Aufzuganlage wenigstens eine Aufzugssteuerung, eine Führungsschiene und wenigstens ein Gegengewicht und eine Kabine aufweist, wobei das wenigstens eine Gegengewicht über wenigstens ein Tragmittel mit der Kabine verbunden ist umfassend die Schritte:
    • Verbinden wenigstens einer Vorrichtung gemäss einem Aspekt der Erfindung mit der wenigstens einen Führungsschiene;
    • Aufsetzen des wenigstens einen Gegengewichts und/oder der Kabine auf die wenigstens eine Vorrichtung;
    • Verändern einer über Tragmittel auf das wenigstens eine Gegengewicht und/oder die Kabine übertragene Zugkraft;
    • Erfassen eines Kraftwerts anhand einer über die Vorrichtung in das Schienensystem abgeleiteten Kraft.
  • Gemäss einem dritten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzuganlage mit wenigstens einem, bevorzugt zwei, Gegengewicht(en), einer Kabine und einer Aufzugssteuerung vorgestellt, wobei die Aufzugssteuerung zur Verbindung mit einer Vorrichtung gemäss einem ersten Aspekt der Erfindung und zur Durchführung eines Verfahrens gemäss einem zweiten Aspekt der Erfindung ausgebildet ist.
  • Eine Blockiereinrichtung kann eine Bewegung des wenigstens einen Gegengewicht und/oder der Kabine entlang der Führungsschiene zumindest in eine Richtung im Wesentlichen vollständig verhindern. Die Richtung kann insbesondere eine vertikale Richtung sein. Die Blockiereinrichtung kann in dieser Richtung ein unüberwindliches Hindernis für die bewegliche Komponente (wenigstens einen Gegengewicht und/oder der Kabine) darstellen. Die Blockiereinrichtung kann von der beweglichen Komponente ausgeübte Druckkräfte und/oder Zugkräfte in das Schienensystem ableiten.
  • Die Blockiereinrichtung kann zumindest einen Haken zum Einhängen in eine entsprechende Aussparung des Schienensystems aufweisen. Der Haken kann in die Aussparung eingeführt werden und entlang der Aussparung bewegt werden, bis eine Anlagefläche des Hakens an einem Rand der Aussparung anliegt. Über den Haken kann die Kraft in das Schienensystem abgeleitet werden. Der Haken kann eine werkzeuglose Montage und Demontage der Vorrichtung ermöglichen. Das Schienensystem kann mehrere passende Aussparungen aufweisen. Die Vorrichtung kann so an unterschiedlichen Positionen des Schienensystems eingehängt werden. Die Blockiereinrichtung kann insbesondere mehrere gleichartige Haken aufweisen. Durch mehrere Haken kann eine Redundanz erreicht werden und eine Betriebssicherheit der Vorrichtung erhöht werden. Ebenso kann über mehrere Haken eine grössere Kraft in das Schienensystem abgeleitet werden.
  • Der zumindest eine Haken kann symmetrisch ausgeführt sein. So kann der Haken in entgegengesetzten Orientierungen in die Aussparung einhängbar sein. Alternativ oder ergänzend kann der symmetrische Haken Zugkräfte des Tragmittels nach oben und die Gewichtskraft der beweglichen Komponente nach unten in das Schienensystem ableiten. Bei einem Wechsel der Kraftrichtung kann der Haken in der Aussparung gleiten, bis die entgegengesetzte Seite des Hakens an der gegenüberliegenden Seite der Aussparung anliegt. So kann sich die Vorrichtung nach oben und unten an dem Schienensystem abstützen.
  • Die Blockiereinrichtung kann zum Verbinden mit dem Schienensystem eine Kabinenseite und eine Gegengewichtseite aufweisen. Die Messeinrichtung kann an einer Kabine der Aufzuganlage verwendbar sein, wenn die Kabinenseite mit dem Schienensystem verbunden ist. Alternativ kann die Messeinrichtung an einem Gegengewicht der Aufzuganlage verwendbar sein, wenn die Gegengewichtseite mit dem Schienensystem verbunden ist. Eine Kabinenführung des Schienensystems kann sich von einer Gegengewichtführung des Schienensystems unterscheiden. Die Kabinenseite kann an die Kabinenführung angepasst sein. Die Gegengewichtseite kann an die Gegengewichtführung angepasst sein. Die Kabinenseite und die Gegengewichtseite können auf unterschiedlichen Seiten des Schienensystems mit dem Schienensystem verbunden werden.
  • Anspruchsgemäss ist die Vorrichtung gemäss einer Ausführungsform durch eine Schraubvorrichtung mit dem Gegengewicht und/oder der Kabine verbindbar.
  • Ansprüchsgemäss umfasst die Vorrichtung eine Schraubvorrichtung, mit welcher im montierten Zustand eine über Tragmittel auf das wenigstens ein Gegengewicht und/oder die Kabine übertragene Zugkraft veränderbar ist.
  • Anspruchsgemäss weist die Schraubvorrichtung ein Gewinde, bevorzugt eine Gewindestange, auf, über das das Gegengewicht und/oder die Kabine um eine definierte Strecke bewegt werden kann um die Zugkraft zu verändern. Bevorzugt kann das Gegengewicht und/oder die Kabine über die Schraubvorrichtung angehoben werden, um die Zugkraft zu verringern. Bevorzugt kann das Gegengewicht und/oder die Kabine alternativ oder zusätzlich durch die Schraubvorrichtung nach unten gedrückt oder nach unten gezogen werden, um die Zugkraft zu erhöhen.
  • Die Messeinrichtung kann so ausgebildet sein, dass der Kraftwert in Form eines Signals an eine Steuerung der Aufzugsanlage übermittelbar ist. So kann die Vorrichtung mit der Aufzugssteuerung verbunden werden. Dies ermöglicht eine wenigstens teilweise Automation der Verfahren, bei welchen die Messeinrichtung der Vorrichtung verwendet wird. Diese Eigenschaft kann beispielweise durch eine Kabelverbindung und/oder durch eine wireless-Verbindung ausgeführt sein.
  • Die Vorrichtung kann so ausgebildet sein, dass diese weiter eine Anzeige zur Darstellung der durch die Messeinrichtung gemessen Kraftwerte aufweist. So kann bei Verwendung der Vorrichtung zur Messung von Zugkräften der sich bei einem statischen Zustand eingestellten und entsprechend angezeigten Kraftwert abgelesen und beispielsweise durch Eingabe an der Aufzugsteuerung verwendet werden.
  • Eine Aufzuganlage kann eine Personentransportanlage sein. Pro Kabine kann die Aufzuganlage zumindest ein Gegengewicht aufweisen. Insbesondere kann die Aufzuganlage zwei Gegengewichte pro Kabine aufweisen. Zwischen der Kabine und den Gegengewichten ist zumindest ein Tragmittel angeordnet. Das Tragmittel kann beispielsweise ein Seil oder ein Riemen sein. Das Tragmittel kann über zumindest eine Treibscheibe einer Antriebseinrichtung der Aufzuganlage geführt sein. Die Treibscheibe kann an einem oberen Ende eines Schienensystems der Aufzuganlage angeordnet sein. Die Gegengewichte können gegengleich zur Kabine bewegt werden.
  • Das Schienensystem kann zumindest eine Führung pro Kabine und zumindest eine Führung pro Gegengewicht aufweisen. Insbesondere kann das Schienensystem zwei parallel verlaufende, vertikale Führungsschienen aufweisen, zwischen denen die Kabine vertikal beweglich gelagert ist. Jede Führungsschiene kann auf einer Aussenseite eine Führung für eines der Gegengewichte aufweisen.
  • Die Vorrichtung kann temporär mit dem Schienensystem verbunden werden. Die Vorrichtung kann auch mit einem anderen statischen Element, wie beispielsweise einem Schienenbügel oder einer Schachtwand verbunden werden. Die Vorrichtung kann mechanisch mit dem Schienensystem verbunden werden. Beispielsweise kann die Vorrichtung mit der Führungsschiene verschraubt werden oder an die Führungsschiene angeklemmt werden. Bei zwei Führungsschienen können die Vorrichtungen paarweise verwendet werden. Die Führungsschiene kann zumindest einen vordefinierten Befestigungspunkt für die Vorrichtung aufweisen, an dem die Vorrichtung formschlüssig mit der Führungsschiene verbunden werden kann. Die Vorrichtung kann in unmittelbarer Nähe einer Kabinenbremse der Aufzuganlage mit der Kabine verbunden werden. So kann die durch die Messeinrichtung gemessene Kraft genauer der tatsächlichen Kraft am Lastsensor entsprechen, der in die Kabinenbremse integriert ist. Die Vorrichtung kann oberhalb oder unterhalb der beweglichen Komponente angeordnet werden.
  • Eine Messeinrichtung kann beispielsweise eine Kraftmessdose oder ein Wiegebalken sein. Die Messeinrichtung kann zwischen einer Schnittstelle der Vorrichtung zum Schienensystem und einer Schnittstelle der Vorrichtung zu der beweglichen Komponente angeordnet sein. Eine einwirkende Kraft kann die Messeinrichtung geringfügig elastisch verformen. Die Verformung kann in einem elektrischen Signal abgebildet werden. Das Signal kann die Kraft repräsentieren. Die Messeinrichtung kann kalibriert sein. Beispielsweise kann die Messeinrichtung vor dem Fixieren der beweglichen Komponente auf null gesetzt werden.
  • Die Zugkraft kann vergrössert oder verringert werden.
  • Die Zugkraft kann unter Verwendung einer Schraubvorrichtung der Vorrichtung verändert werden. Die Schraubvorrichtung kann ein Gewinde aufweisen, über das die bewegliche Komponente um eine definierte Strecke bewegt werden kann, um die Zugkraft zu verändern. Die Komponente kann über die Schraubvorrichtung angehoben werden, um die Zugkraft zu verringern. Ebenso kann die Komponente durch die Schraubvorrichtung nach unten gedrückt oder nach unten gezogen werden, um die Zugkraft zu erhöhen.
  • Alternativ oder ergänzend kann die Zugkraft über ein über die Treibscheibe bereitgestelltes Drehmoment der Antriebseinrichtung verändert werden. Das Drehmoment kann über eine Motorsteuerung der Antriebseinrichtung verändert werden. Das Drehmoment kann auch durch eine Bremse an der Treibscheibe verändert werden. Ein Betrag der Änderung kann dem Motorsteuergerät vorgegeben werden und/oder eine tatsächliche Änderung des Drehmoments gemessen werden und von dem Motorsteuergerät ausgegeben werden.
  • Die Komponente kann mit der mit dem Schienensystem verbundenen Vorrichtung mechanisch verbunden werden. Die Vorrichtung kann unterhalb der beweglichen Komponente mit dem Schienensystem verbunden werden und von unten mit der beweglichen Komponente verbunden werden. Durch die mechanische Verbindung kann die Zugkraft des Tragmittels vergrössert werden, ohne dass die Komponente von der Vorrichtung abhebt. Die Vorrichtung kann auch oberhalb der beweglichen Komponente mit dem Schienensystem verbunden werden und von oben mechanisch mit der beweglichen Komponente verbunden werden. Dann kann die bewegliche Komponente an der Vorrichtung hängen und das Tragmittel entlastet werden. Die Komponente kann auch von der Vorrichtung nach unten gedrückt werden. Durch die mechanische Fixierung können ferner Arbeiten am Aufzug sicher ausgeführt werden.
  • Im Verfahren kann in einem ersten Schritt das Gewicht des wenigstens einen Gegengewichts und/oder der Kabine geprüft werden. Ein Servicetechniker kann dazu die Anzahl der Gegengewichtselemente (bspw. Betonelemente) zählen. Bei einer Aufzugsanlage mit zwei Gegengewichten kann der Servicetechniker sicherstellen, dass beide Gegengewichte gleich schwer sind. Er kann dazu bspw. die Anzahl von Gegengewichtselementen des ersten Gegengewichts und die Gegengewichtselemente des zweite Gegengewichts zählen und die Anzahl der Gegengewichtelementen vergleichen. Bei gleicher Anzahl an Gegengewichtelementen kann davon ausgehen, dass die Gegengewichte gleich schwer sind, das heisst die Anlage balanciert ist.
  • Es kann in einem weiteren Verfahrensschritt der Aufzugssteuerung die durchgeführte Prüfung bestätigt werden. Insbesondere kann die Bestätigung via einer Eingabe in einem mit der Aufzugssteuerung verbunden mobilen Gerät bestätigt werden. Der Servicetechniker kann bei einer Aufzuganlage mit nur einem Gegengewicht beispielsweise durch eine entsprechende Eingabe in einem mit der Aufzugssteuerung verbunden mobilen Gerät das Gewicht des Gegengewichts (Anzahl Gegengewichtselemente) eingeben oder eine durch das mobile Gerät angezeigten Sollwert bestätigen. Bei einer Aufzuganlage mit zwei Gegengewichten kann der Servicetechniker beispielsweise durch eine entsprechende Eingabe in einem mit der Aufzugssteuerung verbunden mobilen Gerät die Balance der Gegengewichte bestätigen. Die Aufzugsteuerung kennt so das Ist-Gegengewicht beziehungsweise die Balancierung der Aufzuganlage.
  • Nach dem Aufsetzen der Komponente auf die Servicevorrichtung kann eine Bremse der Aufzuganlage aktiviert werden. Dann kann die Antriebseinrichtung drehmomentlos geschaltet werden. Anschliessend kann die Bremse geöffnet werden, um die Zugkraft zu verändern. Nach Einstellung eines statischen Zustands kann der Kraftwert erfasst werden. Der Kraftwert kann mit einem Referenzwert verglichen werden. Die unbeladene beziehungsweise leere Kabine kann leichter sein als das Gegengewicht beziehungsweise die Gegengewichte. Ein Verhältnis zwischen einer Masse der Kabine und einer Masse der Gegengewichte kann als Balance der Aufzuganlage bezeichnet werden. Die Balance kann beispielsweise 4/6 betragen, wobei dann die Masse der Kabine ca. 66% der Masse des Gegengewichts beträgt. Zum Überprüfen der Balance kann insbesondere das Gegengewicht oder beide Gegengewichte auf die Servicevorrichtung aufgesetzt werden. Beim Aufsetzen des Gegengewichts gleicht die Antriebseinrichtung den Gewichtsunterschied zwischen dem Gegengewicht und der Kabine durch ein Drehmoment an der Treibscheibe aus. Die Bremse ist an der Kabine angeordnet und blockiert Bewegungen der Aufzuganlage, sodass nach dem drehmomentlos Schalten der Antriebseinrichtung das ganze Tragmittel durch die Gewichtskraft des Gegengewichts belastet wird. Der Kraftsensor kann jetzt genullt werden und die Bremse gelöst werden. Beim Lösen der Bremse wird nur noch die Gewichtskraft der Kabine von dem Tragmittel gehalten, da der Gewichtsunterschied zwischen dem Gegengewicht und der Kabine von der Servicevorrichtung gehalten wird und in dem Kraftwert abgebildet wird. Bei zwei Gegengewichten kann jedes der Gegengewichte mit der Vorrichtung/zwei Vorrichtungen verbunden werden und mit dem beschriebenen Verfahren gemessen werden. Sofern im vorangehend beschriebenen Schritt festgestellt wurde, dass die beiden Gegengewichte gleich schwer sind (bspw. durch das Zählen der Gegengewichtselementen in jedem der beiden Gegengewichten) kann es ausreichen die beschrieben Schritte für eines der beiden Gegengewichte durchzuführen. Anschliessend kann mit dem Wissen über das identische Gewicht auf das Gesamtgewicht der Gegengewichte geschlossen werden. Es kann die Balance der Aufzuganlage überprüft werden, indem dass das bestimmte Gesamtgewichtwicht der Gegengewicht mit dem einem Referenzwert verglichen wird.
  • Der Referenzwert kann abhängig von einem Balancierungsfaktor der Aufzugsanlage und einem Kabinensollgewicht bestimmt werden. Es kann insbesondere eine Referenzbereich, welcher einen Toleranzbereich um den Referenzwert herum entspricht bestimmt werden. Der Referenzwert kann beispielsweise aus einem Kabinengewicht und einem Balancierungsfaktor (beide abhängig vom Typ der Aufzuganlage) berechnet werden. So kann das Kabinennominalgewicht (leere Kabine) beispielsweise 610kg und der Balancierungsfaktor beispielsweise 4/6 betragen, womit sich ein Gesamtgewicht für die Gegengewicht von (610/4*6=) 915kg ergibt. Die Vorrichtung sollte an einem Gegengewicht also einen Kraftwert, welcher einem Gewicht von (915/2) 457.5kg entspricht messen. Um die Balancierung der Aufzuganlage zu beurteilen, kann eine Toleranzbereich um den Referenzwert bestimmt werden, in welchem die Aufzuganlage als balanciert gilt. So kann beispielsweise ein Toleranzbereich von +/-10% gewählt werden. In diesem Fall wird die Aufzuganlage als balanciert beurteilt, wenn der Kraftwert, welcher gemessen wird einem Gewicht von (+/-10% von 457.5) 411.75 bis 503.25kg entspricht.
  • Die Vorrichtung kann mit der Aufzugssteuerung kommunikationstechnisch verbunden werden. Es kann wenigsten einer, bevorzugt alle, der Verfahrensschritte aus der List Aufsetzten eines wenigstens einen Gegengewicht und/oder der Kabine, Verändern einer über die Tragmittel auf das Gegengewicht und/oder die Kabine übertragene Zugkraft, Abbilden eines Kraftwerts, Aktiveren der Bremse, Deaktivieren der Bremse, drehmomentlose schalten der Antriebseinrichtung und/oder Vergleichen durch die Aufzugssteuerung ausgeführt werden. So wird ermöglicht, dass das Verfahren zur Überprüfung der Balancierung wenigstens teilweise automatisiert werden kann. Ein Servicetechniker kann bspw. nach dem Anbringen der Vorrichtung am Schienensystem durch eine Eingabe in ein mobiles Gerät, welches mit der Aufzuganlage (das heisst der Aufzugssteuerung) verbunden ist gestartet werden. Anschliessend kann die Aufzugsteuerung, die oben genannten Schritte nacheinander durchführen. So kann die Vorrichtung durch die Messeinrichtung das Aufsetzen des Gegengewichts detektieren und diese Detektion der Aufzugssteuerung mitteilen. Anschliessend kann die Aufzugsteuerung die nächsten Schritte einleiten. So kann in einem nächsten Schritte die Bremse durch die Aufzugssteuerung aktiviert werden. Nachdem die Aufzugssteuerung das Festsetzen der Bremse (beispielsweise durch einen Sensor an der Bremse) detektiert, kann die Aufzugssteuerung die Antriebsvorrichtung drehmomentlos schalten. Sobald ein drehmomentloser Zustand (bspw. durch eine Strommessung im Umrichter des Aufzugantriebs) detektiert wird kann die Aufzugssteuerung den Kraftwert an der Vorrichtung überwachen und einen statischen Zustand abwarten, wobei beim Erreichen des statischen Zustands ein Kraftwert resistiert wird und die Aufzugssteuerung diesen auswertet. So kann das Verfahren automatisiert und mit nur minimalen manuellen Schritte eines Servicetechnikers durchgeführt werden.
  • Ein Lastsensor kann ebenfalls als Kraftmessdose oder Wiegebalken ausgeführt sein. Der Lastsensor kann an einer Schnittstelle zwischen dem Tragmittel und der Kabine angeordnet sein. Der Lastsensor kann in eine Bremseinrichtung der Kabine integriert sein. Die Kabine kann auch mehrere Lastsensoren aufweisen.
  • Zum Kalibrieren des Lastsensors kann ein von dem Lastsensor gemessener Lastwert mit einem bekannten Wert verglichen werden. Wenn der Lastwert von dem bekannten Wert abweicht, kann ein Korrekturfaktor bestimmt werden und der Lastwert unter Verwendung des Korrekturfaktors korrigiert werden.
  • Es wird darauf hingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen von Verfahren einerseits und von Vorrichtungen andererseits beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
  • Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.
  • Fig. 1a und 1b zeigen Darstellungen einer Servicevorrichtung gemäss einem Ausführungsbeispiel; und
  • Fig. 2 zeigt eine Gewichtsmessung gemäss einem Ausführungsbeispiel.
  • Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht massstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche oder gleichwirkende Merkmale.
  • Fig. 1a zeigt eine Darstellung eine Vorrichtung 100 gemäss einem Ausführungsbeispiel. Fig. 1b zeigt eine Explosionsdarstellung der Vorrichtung 100.
  • Die Vorrichtung 100 weist eine Blockiereinrichtung 102 und eine Messeinrichtung 104 auf. Die Blockiereinrichtung 102 ist dazu ausgebildet, mechanisch mit einem Schienensystem einer Aufzuganlage verbunden zu werden und eine an dem Schienensystem beweglich gelagerte Komponente der Aufzuganlage, beispielsweise eine Kabine oder ein Gegengewicht, an dem Schienensystem abzustützen oder an dem Schienensystem zu befestigen und eine Kraft von der beweglichen Komponente in das Schienensystem abzuleiten. Die Messeinrichtung 104 ist dazu ausgebildet, die von der beweglichen Komponente über die Blockiereinrichtung 102 in das Schienensystem abgeleitete Kraft in einem Kraftwert 106 abzubilden.
  • Die Blockiereinrichtung 102 weist zumindest eine Schienenschnittstelle 108 zum Verbinden mit dem Schienensystem und zumindest eine Komponentenschnittstelle 110 zum Verbinden mit der Komponente auf. Die Messeinrichtung 104 ist zwischen der Schienenschnittstelle 108 und der Komponentenschnittstelle 110 angeordnet.
  • Die Vorrichtung 100 weist ein aus Stanzbiegeteilen zusammengesetztes, im Wesentlichen quaderförmiges Gehäuse 112 auf. Das Gehäuse 112 weist zwei Seitenteile 114 und zwei Deckel 116 auf. Die Seitenteile 114 sind U-förmig gebogen und sind an gegenüberliegenden Stirnseiten mit jeweils einem der Deckel 116 verbunden. Die Seitenteile 114 und die Deckel 116 umschliessen einen Innenraum der Vorrichtung 100. Die Seitenteile 114 und die Deckel 116 sind aus Metall.
  • Die Schienenschnittstelle 108 weist Haken 118 zum Einhängen in entsprechende Aussparungen des Schienensystems auf. Die Haken 118 sind als Stanzteile aus einem Plattenmaterial ausgeführt. Die Haken 118 sind ebenfalls aus einem Metall. Die Haken 118 stehen aus Schlitzen 120 in den Seitenteilen 114 hervor und können in entsprechende längliche Aussparungen des Schienensystems eingeführt werden. Nach dem Einführen können die Haken 118 entlang der Aussparung bewegt werden, bis sie eine Kante der jeweiligen Aussparung des Schienensystems umgreifen und die Vorrichtung 100 an der Kante fixieren.
  • Die Komponentenschnittstelle 110 weist eine Gewindestange 122 auf. Die Gewindestange 122 ist aus einem Metall. Die Gewindestange 122 verläuft durch den Innenraum und durch je ein Loch 124 pro Deckel 116. Auf die Gewindestange 122 sind zumindest zwei Muttern 126 aufgeschraubt. Durch die Muttern 126 ist die Gewindestange 122 auf zumindest einem der Deckel 116 abgestützt. Eine Länge der aus dem Gehäuse 112 hervorstehenden Gewindestange 122 kann variiert werden. Je nach Anwendungsfall können unterschiedliche Längen der Gewindestange 122 eingestellt werden.
  • Die Messeinrichtung 104 ist auf der Gewindestange 122 zwischen den Muttern 126 und dem Deckel 116 angeordnet.
  • Die Länge der Gewindestange 122 kann auch verändert werden, nachdem die Komponente an der Vorrichtung 100 angeordnet ist. Dann kann die Gewindestange 122 als Schraubvorrichtung 127 bezeichnet werden. Die Komponente kann durch das Verändern der Länge um eine bestimmte Strecke bewegt werden. Während die Komponente bewegt wird, wird auch eine Zugkraft oder Druckkraft auf die Komponente ausgeübt, die von der Messeinrichtung 104 in dem Kraftwert 106 abgebildet werden kann.
  • Alternativ oder ergänzend kann die Gewindestange 122 auch in ein Gewinde der Komponente eingeschraubt werden. Bei Verwendung als Schraubvorrichtung 127 kann die Gewindestange 122 in dem Gewinde der Komponente gedreht werden, um die Komponente um die Strecke zu bewegen und die Kraft auf die Komponente auszuüben.
  • In einem Ausführungsbeispiel weist die Blockiereinrichtung 102 zwei Schienenschnittstellen 108 auf. Die beiden Schienenschnittstellen 108 sind an entgegengesetzten Seiten des Gehäuses 112 angeordnet. Eine Schienenschnittstelle 108 ist als Kabinenseite 128 ausgebildet. Die andere Schienenschnittstelle 108 ist als Gegengewichtseite 130 ausgebildet. Wenn die Kabinenseite 128 mit dem Schienensystem verbunden ist, kann die Komponentenschnittstelle 110 mit der Kabine der Aufzuganlage verbunden werden. Wenn die Gegengewichtseite 130 mit dem Schienensystem verbunden ist, kann die Komponentenschnittstelle 110 mit dem Gegengewicht der Aufzuganlage verbunden werden.
  • In einem Ausführungsbeispiel sind die Haken 118 auf der Kabinenseite 128 als symmetrische Doppelhaken ausgeführt. Die Doppelhaken können somit aus entgegengesetzten Richtungen auf die Blockiereinrichtung 102 einwirkende Kräfte in das Schienensystem ableiten.
  • In einem Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) weist die Vorrichtung 100 eine Schnittstelle zur kommunikationstechnischen Verbindung der Vorrichtung 100 mit einer Aufzugssteuerung auf. Diese Schnittstelle kann beispielsweise als wireless-Verbindung oder als eine Kabelverbindung ausgeführt sein. In einem anderen Ausführungsbeispiel weist die Vorrichtung 100 ein Display / eine Anzeige zur Darstellung der durch die Messeinrichtung 104 gemessenen Messwerten auf. In einer weiteren alternativen Ausführungsform werden die gemessenen Messwerte zur Darstellung wireless an eine Anzeigeeinheit übermittelt. Die Anzeigeeinheit kann dabei durch ein Smartphone ausgebildet sein.
  • Fig. 2 zeigt eine Gewichtsmessung gemäss einem Ausführungsbeispiel. Die Gewichtsmessung erfolgt unter Verwendung einer Servicevorrichtung 100 nach dem hier vorgestellten Ansatz. Die Servicevorrichtung 100 entspricht im Wesentlichen der Servicevorrichtung in Fig. 1. Die Gewichtsmessung ist hier an einem Gegengewicht 200 als die bewegliche Komponente 202 einer Aufzuganlage 204 dargestellt, kann aber auch analog an einer Kabine der Aufzuganlage 204 durchgeführt werden.
  • Für die Gewichtsmessung ist die Blockiereinrichtung 102 der Servicevorrichtung 100 mit einer Schiene 206 eines Schienensystems 208 der Aufzuganlage 204 mechanisch verbunden. Dazu sind die Haken 118 der verdeckten Gegengewichtseite der Schienenschnittstelle 108 der Blockiereinrichtung 102 in Aussparungen 210 der Schiene 206 eingehängt. Die Blockiereinrichtung 102 blockiert damit einen Verfahrweg des Gegengewichts 200 entlang der Schiene 206. Die Messeinrichtung 104 ist auf einer Oberseite der Servicevorrichtung 100 angeordnet.
  • Zum Messen wird das Gegengewicht 200 durch eine Antriebseinrichtung der Aufzuganlage 102 langsam auf der Gewindestange 122 der Komponentenschnittstelle 110 aufgesetzt, indem die Kabine angehoben wird. Beim Aufsetzen wird zumindest ein Anteil einer Gewichtskraft 212 des Gegengewichts 200 über die Servicevorrichtung 100 in das Schienensystem 208 abgeleitet. Der Anteil kann so gross werden, dass sich ein statisches Gleichgewicht zwischen einer Gewichtskraft der Kabine und dem Rest der Gewichtskraft 212 des Gegengewichts 200 einstellt. Der Anteil der Gewichtskraft 212 kann dann durch die Messeinrichtung 104 gemessen werden.
  • Das Gegengewicht 200 kann auch nur so weit abgesenkt werden, dass sich die Komponentenschnittstelle 110 und das Gegengewicht 200 gerade berühren. Dann kann eine Bremse der Aufzuganlage 204 aktiviert werden und die Antriebseinrichtung drehmomentfrei geschaltet werden. Nach dem Lösen der Bremse stellt sich das statische Gleichgewicht ein, indem sich das Gegengewicht 200 setzt, bis der Gewichtsüberschuss des Gegengewichts 200 über die Servicevorrichtung 100 in das Schienensystem 208 abgeleitet und durch die Messeinrichtung 104 erfasst wird. So kann der durch die für die Aufzuganlage gewählte Gewichtsunterschiede zwischen Gegengewicht(en) und Kabine (auch Balancierung genannt) gemessen werden.
  • Nach dem Aufsetzen des Gegengewichts 200 kann die Antriebseinrichtung die Kabine auch weiter anheben, bis ein Tragmittel zwischen der Antriebseinrichtung und dem Gegengewicht 200 erschlafft. Beim Erschlaffen reduziert sich eine Zugkraft des Tragmittels näherungsweise auf null. Die Gewichtskraft 212 des Gegengewichts 200 wird nun näherungsweise vollständig von der Blockiereinrichtung 102 in die Schiene 206 eingeleitet. Die Messeinrichtung 104 kann dann die volle Gewichtskraft 212 in dem Kraftwert 106 abbilden.
  • Nach dem Messen wird das Tragmittel durch die Antriebseinrichtung gespannt, indem die Kabine wieder abgelassen wird und die Zugkraft im Tragmittel erhöht wird, bis das Gegengewicht 200 wieder von der Komponentenschnittstelle 110 abhebt. Anschliessend wird die Servicevorrichtung 100 von der Schiene 206 abgenommen. Nun kann der Messvorgang am anderen Gegengewicht der Kabine wiederholt werden.
  • Die Messeinrichtung kann auch aus der Vorrichtung entfernt werden und die Blockiereinrichtung ohne die Messeinrichtung als Sicherheitseinrichtung zum Fixieren einer der beweglichen Komponenten verwendet werden. So können beispielsweise gefahrlos Wartungsarbeiten an der Aufzuganlage durchgeführt werden.
  • Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend", etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschliessen und Begriffe wie "eine" oder "ein" keine Vielzahl ausschliessen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.

Claims (14)

  1. Vorrichtung (100) für eine Aufzuganlage (204), wobei die Vorrichtung (100) eine Blockiereinrichtung (102) und eine Messeinrichtung (104) aufweist, wobei die Blockiereinrichtung (102) dazu ausgebildet ist, eine Gegengewicht und/oder eine Kabine der Aufzuganlage (204) mit einem Schienensystem (208) der Aufzuganlage (204) zu verbinden und/oder an dem Schienensystem (208) abzustützen, wobei die Messeinrichtung (104) dazu ausgebildet ist, eine vom Gegengewicht und/oder Kabine in das Schienensystem (208) abgeleitete Kraft in einem Kraftwert (106) abzubilden,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (100) durch eine Schraubvorrichtung (127) mit dem Gegengewicht (200) und/oder der Kabine (302) verbindbar ist; und
    im montierten Zustand der Vorrichtung (100) durch die Schraubvorrichtung (127) eine über Tragmittel (308) auf das wenigstens ein Gegengewicht (200) und/oder die Kabine (302) übertragene Zugkraft (306) veränderbar ist; und
    die Schraubvorrichtung (127) ein Gewinde, bevorzugt eine Gewindestange (122), aufweist, über das das Gegengewicht (200) und/oder die Kabine (302) um eine definierte Strecke bewegt werden kann, um die Zugkraft (306) zu verändern, wobei bevorzugt das Gegengewicht (200) und die Kabine (302) über die Schraubvorrichtung angehoben werden, um die Zugkraft (306) zu verringern, wobei bevorzugt das Gegengewicht (200) und/oder die Kabine (302) durch die Schraubvorrichtung nach unten gedrückt oder nach unten gezogen werden, um die Zugkraft (306) zu erhöhen.
  2. Vorrichtung (100) nach Anspruch 1, wobei die Blockiereinrichtung (102) zumindest einen Haken (118) zum Einhängen in eine entsprechende Aussparung (210) des Schienensystems (208) aufweist.
  3. Vorrichtung (100) nach Anspruch 2, wobei der Haken (118) symmetrisch ausgeführt ist und in entgegengesetzten Orientierungen in die Aussparung (210) einhängbar ist.
  4. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Blockiereinrichtung (102) zum Verbinden mit dem Schienensystem (208) eine Kabinenseite (128) und eine Gegengewichtseite (130) aufweist, wobei die Messeinrichtung (104) an einer Kabine (302) der Aufzuganlage (204) verwendbar ist, wenn die Kabinenseite (128) mit dem Schienensystem (208) verbunden ist oder die Messeinrichtung (104) an einem Gegengewicht (200) der Aufzuganlage (204) verwendbar ist, wenn die Gegengewichtseite (130) mit dem Schienensystem (208) verbunden ist.
  5. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüchen, wobei die Messeinrichtung (104) so ausgebildet ist, dass der Kraftwert in Form eines Signals an eine Aufzugssteuerung der Aufzugsanlage (204) übermittelbar ist.
  6. Verfahren zur Überprüfung einer Balancierung einer Aufzugsanlage (204), wobei die Aufzugsanlage (204) eine Aufzugssteuerung, wenigstens eine Führungsschiene und wenigstens ein Gegengewicht und eine Kabine aufweist, wobei das wenigstens eine Gegengewicht über wenigstens ein Tragmittel mit der Kabine verbunden ist, umfassend die Schritte:
    - Verbinden wenigstens einer Vorrichtung (100) nach Anspruch 1 bis 5 mit der wenigstens einen Führungsschiene;
    - Aufsetzen des wenigstens einen Gegengewicht und/oder der Kabine auf die wenigstens eine Vorrichtung (100);
    - Verändern einer über das Tragmittel auf das wenigstens eine Gegengewicht und/oder die Kabine übertragene Zugkraft;
    - Erfassen eines Kraftwerts anhand einer über die Vorrichtung in das Schienensystem abgeleiteten Kraft.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Zugkraft (306) unter Verwendung einer Schraubvorrichtung (127) der Vorrichtung (100) verändert wird; und/oder wobei die Zugkraft (306) unter Verwendung einer Antriebseinrichtung der Aufzuganlage (204) verändert wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 7, wobei das wenigstens eine Gegengewicht und/oder die Kabine mit der Vorrichtung (100) mechanisch verbunden wird.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei in einem ersten Schritt das Gewicht des wenigstens einen Gegengewichts und/oder der Kabine geprüft wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei in einem weiteren Verfahrensschritt der Aufzugssteuerung die durchgeführte Prüfung bestätigt wird, wobei die Bestätigung insbesondere via einer Eingabe in einem mit der Aufzugssteuerung verbunden mobilen Gerät bestätigt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 6 bis 10, wobei nach dem Aufsetzen des wenigstens einen Gegengewichts und/oder der Kabine auf die Vorrichtung (100) eine Bremse der Aufzuganlage (204) aktiviert wird und eine Antriebseinrichtung der Aufzuganlage (204) drehmomentlos geschaltet wird, wobei anschliessend die Bremse geöffnet wird, um die Zugkraft (306) zu verändern und nach Einstellung eines statischen Zustands der Kraftwert (106) erfasst wird, wobei der Kraftwert (106) mit einem Referenzwert verglichen wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei der Referenzwert abhängig von einem Balancierungsfaktor der Aufzugsanlage und einem Kabinensollgewicht bestimmt wird, wobei insbesondere ein Referenzbereich, welcher einen Toleranzbereich um den Referenzwert herum entspricht bestimmt wird.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 12, wobei die Vorrichtung mit der Aufzugssteuerung kommunikationstechnisch verbunden ist, wobei wenigsten einer, bevorzugt alle, der Verfahrensschritte aus der List Aufsetzten eines wenigstens einen Gegengewicht und/oder der Kabine, Verändern einer über die Tragmittel auf das Gegengewicht und/oder die Kabine übertragene Zugkraft, Abbilden eines Kraftwerts, Aktiveren der Bremse, Deaktivieren der Bremse, drehmomentlose schalten der Antriebseinrichtung und/oder Vergleichen durch die Aufzugssteuerung ausgeführt wird beziehungsweise werden.
  14. Aufzugsanlage, mit wenigstens einem, bevorzugt zwei, Gegengewicht(en), einer Kabine und einer Aufzugssteuerung, wobei die Aufzugssteuerung zur Verbindung mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüchen 1 bis 5 und zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 6 bis 13 ausgebildet ist.
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