Unterstützen eines Benutzers bei der Zubereitung einer Speise
Die Erfindung betrifft die Unterstützung eines Benutzers bei der Zubereitung einer Speise. Insbesondere betrifft die Erfindung die Unterstützung des Benutzers bei der Zubereitung der Speise mittels eines Haushaltsgeräts.
Zur Unterstützung bei der Zubereitung der Speise steht dem Benutzer eine Küchenmaschine zur Verfügung. Diese kann über eine Vielzahl Einstellungen, Konfigurationen oder auch Programme verfügen, die bei der Zubereitung verschiedener Speisen verwendet werden können. Allerdings muss ein Benutzer zunächst wissen, welche Möglichkeiten das Gerät hat, bevor er seinen Funktionsumfang ausschöpfen kann.
DE 10 2019 211 275 A1 schlägt vor, ein Kochrezept auf der Basis eines zur Verfügung stehenden Haushaltsgeräts derart anzupassen, dass es vereinfacht unter Zuhilfenahme des Haushaltsgeräts umgesetzt werden kann.
Bisherige Ansätze zur Unterstützung des Benutzers gehen davon aus, einen Verarbeitungsschritt eines vorliegenden Kochrezepts mittels einer zur Verfügung stehenden Küchenmaschine zu verbessern. Nicht alle Benutzer halten sich jedoch an ein vorliegendes Kochrezept und in vielen Fällen folgt der Benutzer einem Kochrezept, das zwar ihm, aber nicht einer Steuervorrichtung zur Steuerung der Küchenmaschine vorliegt.
Eine der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht in der Angabe einer verbesserten Technik zur Unterstützung eines Benutzers bei der Zubereitung einer Speise. Die Erfindung löst diese Aufgabe mittels der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche. Unteransprüche geben bevorzugte Ausführungsformen wieder.
Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren Schritte des Erfassens eines zuzubereitenden Gerichts; des Bestimmens einer für die Zubereitung des Gerichts verfügbaren Küchenmaschine; des Bestimmens einer Zubereitungsart zur Zubereitung des Gerichts; des Bestimmens eines Verarbeitungsschritts der Zubereitungsart, der mittels der Küchenmaschine ausgeführt werden kann; und des Konfigurierens der Küchenmaschine zur Ausführung des Verarbeitungsschritts.
Dadurch kann der Benutzer möglicherweise einen Funktionsumfang einer Küchenmaschine verbessert ausschöpfen, ohne sich mit den vorbestimmten Möglichkeiten der Küchenmaschine näher zu befassen und ohne dass für die Speise ein Kochrezept vorliegen muss. Der Benutzer kann sich in verbesserter Weise auf einen eigentlichen Zubereitungsprozess konzentrieren. Durch die automatische Konfiguration der Küchenmaschine kann er Zeit einsparen, da keine lange Navigation zum Zielprogramm notwendig ist. Weiterhin kann beispielsweise die Wahl einer falschen Temperatur an einem Ofen oder einer falschen Rührstufe bei einem Rührgerät verhindert werden. Ferner kann der Benutzer Gerätefunktionen des Haushaltsgeräts nutzen, ohne sie vorher kennenlernen zu müssen. So können auch fortgeschrittene oder spezielle Fähigkeiten der Küchenmaschine verbessert nutzbar gemacht werden. Ein Studium einer Betriebsanleitung des Haushaltsgeräts kann für den Benutzer teilweise oder weitgehend entfallen. Der Benutzer kann verbesserten Nutzen aus dem Besitz der Küchenmaschine schöpfen.
Man beachte, dass die Unterstützung nicht unbedingt für ein konkretes Kochrezept gegeben wird, sondern vielmehr für eine Zubereitungsart. Der Benutzer kann auf diese Weise nicht an ein Kochrezept gebunden sein, das dem Verfahren bekannt ist. Das vorgeschlagene Verfahren kann somit einen kreativen Kochprozess des Benutzers verbessert unterstützen.
Eine Zubereitungsart korrespondiert möglicherweise mit einer Entscheidung, die zur Umsetzung des Gerichts getroffen werden muss. Beispielsweise können Kartoffeln gedämpft, gekocht oder gebacken werden. Eine Zubereitungsart kann sich auf einen oder mehrere wichtige Verarbeitungsschritte bei der Zubereitung beziehen. Im gegebenen Beispiel umfasst der Verarbeitungsschritt ein Garen, aber auch ein anderer Verarbeitungsschritt kann betroffen sein.
Ein der Zubereitungsart zugeordneter Verarbeitungsschritt kann mittels einer Küchenmaschine durchgeführt werden. Dabei können unterschiedliche Konfigurationen oder Einstellungen der Küchenmaschine Anwendung finden. Durch das automatische Konfigurieren kann der Benutzer Fähigkeiten der Küchenmaschine nutzen, ohne sie vorher kennenlernen zu müssen.
Handelt es sich bei dem Gericht beispielsweise um einen Obstkuchen, so kann dieser der Klasse von Kuchengerichten zugeordnet sein. Ein Kuchengericht erfordert üblicherweise einen Teig, für dessen Zubereitung eine Rühr- oder Knetmaschine verwendet werden kann. Es kann berücksichtigt werden, dass unterschiedliche Zubereitungsarten unterschiedliche Küchenmaschinen erfordern können. Umgekehrt kann auch berücksichtigt werden, dass eine Küchenmaschine für die Durchführung unterschiedlicher Zubereitungsarten geeignet sein kann.
Umfasst das Gericht Pizza, so kann eine Zubereitungsart einen Quark-Öl-Teig oder einen Hefeteig zu Grunde legen, wobei eine Rührmaschine automatisch jeweils zur Verarbeitung des gewählten Teigs eingestellt werden kann. Zur tatsächlichen Fertigstellung der Pizza kann ein Belag beispielsweise frei gewählt oder einem Kochrezept entnommen werden. Zum Garen der belegten Pizza können eine oder mehrere Zubereitungsarten vorgeschlagen werden, beispielsweise in einem Ofen bei Ober- und Unterhitze, mit Grill oder mit Umluft.
Es ist bevorzugt, dass mehrere Zubereitungsarten für die Zubereitung des Gerichts bestimmt werden; und eine Auswahl einer Zubereitungsart durch den Benutzer bestimmt wird. Beispielsweise kann das Gericht Schweinebraten betreffen und bekannte Zubereitungsarten können gerösteten, gebackenen und gedämpften Schweinebraten umfassen.
In einer Ausführungsform kann eine regionale Tradition oder Gewohnheit bei der Auswahl der Zubereitungsart berücksichtigt werden. Befindet sich der Benutzer beispielsweise in einer Region, in der gedämpftes Fleisch unüblich ist, so können ausschließlich Zubereitungsarten ausgewählt werden, die andere Verarbeitungsschritte umfassen. Eine nicht zielführende Vielfalt von Zubereitungsarten für das vorbestimmte Gericht kann dadurch substanziell eingeschränkt werden. Der Benutzer kann die verbleibende Vielfalt der Zubereitungsarten verbessert ausnutzen, da für ihn nicht infrage kommende Zubereitungsarten bereits ausgeschlossen sein können. Dadurch kann der Benutzer verbessert eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung erzielen.
In einer weiteren Ausführungsform werden mehrere Zubereitungsarten bestimmt, die bezüglich einer Präferenz eines Benutzers sortiert bereitgestellt werden. Dabei kann eine Auswahl einer der Zubereitungsarten durch den Benutzer erfasst werden.
Auf diese Weise kann berücksichtigt werden, dass der Benutzer bestimmte Kriterien für die Auswahl einer Zubereitungsart zur Zubereitung einer Speise beachtet. Eines oder mehrere seiner Kriterien können bekannt sein, sodass Zubereitungsarten, auf die seine Wahl mit erhöhter Wahrscheinlichkeit treffen kann, eher an den Beginn einer sortierten Liste bewegt werden können. Der Benutzer kann auf diese Weise verbessert für ihn vorausgewählte Zubereitungsarten zuerst bereitgestellt bekommen. Ist er mit diesen unzufrieden, so kann er weiter durch die Liste gehen, bis er eine Zubereitungsart findet, die ihm zusagt.
Es sind unterschiedliche Präferenzen möglich, die einzeln oder in Kombination, bevorzugt gewichtet, angewendet werden können. Dabei kann der Benutzer für die Auswahl einer Zubereitungsart jeweils aktuell angeben, wie wichtig ihm die unterschiedlichen Kriterien sind. Ein erstes beispielhaftes Kriterium betrifft ein Risiko eines Misslingens eines Gerichts und insbesondere ein Minimieren dieses Risikos. Möchte der Benutzer experimentieren, so kann ihm das Minimieren dieses Risikos wenig wichtig sein; möchte er hingegen Gäste verköstigen, kann ihm die Minimierung sehr wichtig sein.
Eine weitere beispielhafte Präferenz betrifft eine für die Zubereitung des Gerichts erforderliche Zeit und insbesondere deren Minimierung. Dabei kann unterschieden werden zwischen einer Zubereitungszeit, einer Arbeitszeit und einer Gar- oder Ruhezeit. Noch eine weitere Präferenz betrifft einen für die Zubereitung erforderlichen Energieaufwand und insbesondere dessen Minimierung. Wieder eine weitere mögliche Präferenz betrifft eine Vertrautheit des Benutzers mit der Zubereitung des Gerichts, wobei diese Komponente wahlweise minimiert oder maximiert werden kann. Die Vertrautheit kann auf der Basis einer Historie zurückliegender Auswahlen bzw. Umsetzungen einer vorbestimmten Zubereitungsart bestimmt werden. Alternativ kann der Benutzer seine Vertrautheit mit der Zubereitung des Gerichts auch explizit angeben.
In einer weiteren Ausführungsform werden mehrere Zubereitungsarten für das Gericht bestimmt; wobei die bestimmten Zubereitungsarten bezüglich eines Kriteriums in wenigstens zwei Gruppen unterteilt werden; und eine Entscheidung des Benutzers bezüglich des Kriteriums bestimmt wird. So kann eine große Vielzahl bekannter Zubereitungsarten ver-
kleinert werden. Dieser Schritt kann mehrfach durchlaufen werden, um die Zahl der Zubereitungsarten sukzessive zu verringern.
Das Kriterium kann vorbestimmt sein oder dynamisch gebildet werden. Insbesondere kann das Kriterium aus einer Liste vorbestimmter Kriterien ausgewählt werden. Das Kriterium kann eines der oben genannten Kriterien umfassen. Alternativ kann das Kriterium etwa einer zu verwendenden Küchenmaschine oder einen Anlass der Zubereitung des Gerichts betreffen. Bevorzugt wird ein Kriterium verwendet, das eine vorliegende Vielzahl bekannter Zubereitungsarten in wenigstens zwei Untermengen teilt. Die Untermengen sind bevorzugt ungefähr gleich groß.
Es ist besonders bevorzugt, dass das Gericht bzw. die Zubereitungsart anhand einer natürlichsprachlichen Angabe erfasst wird. Insbesondere kann der Benutzer das Gericht bzw. die Zubereitungsart sprachlich bestimmen. Vorteilhaft kann der Benutzer seine Eingabe tätigen, ohne dafür die Hände zu verwenden, die er möglicherweise im Rahmen der parallelen Zubereitung eines anderen Gerichts benötigt oder verschmutzt hat. So kann der Benutzer auf verbesserte Weise effizient und hygienisch bei der Auswahl einer passenden Zubereitungsart für eine Speise unterstützt werden.
Die natürlichsprachliche Angabe des Benutzers kann einen Begriff umfassen, der durch ein Synonym ersetzt wird. Die Zubereitungsart kann dann verbessert auf der Basis des ersetzten Begriffs bestimmt werden. Beispielsweise kann ein Gericht unter unterschiedlichen Bezeichnungen bekannt sein, von denen einige nur regionale Bedeutung oder Verwendung haben können. Die Umsetzung kann mittels eines Thesaurus erfolgen oder einer Definition des Gerichts können unterschiedliche synonyme Bezeichnungen zugeordnet sein. Auch Bezeichnungen in verschiedenen Landessprachen können verwendet werden. Dabei kann eine gegebene Bezeichnung mittels eines Wörterbuchs oder eines Übersetzungsdiensts in eine vorbestimmte Sprache übersetzt werden. Die vorbestimmte Sprache kann eine Systemsprache oder eine Sprache eines Benutzers sein. In einer Ausführungsform kann auch ein Begriff in einem Dialekt oder einer Mundart berücksichtigt werden. Falls die natürlichsprachliche Angabe Unklarheiten enthält, z.B. Begriffe oder Ausdrücke, die nicht eindeutig zugeordnet werden können, so wird vorzugsweise eine geeignete Rückfrage an den Benutzer gestellt, um die Unklarheit aufzulösen.
Bei der Interpretation der natürlichsprachlichen Angabe und/oder beim Finden passender Synonyme kann eine formalisierte Repräsentation von Expertenwissen verwendet werden. Beispielsweise kann diese eine Ontologie umfassen, in der z.B. sämtliche denkbaren Zutaten und Verarbeitungsschritte inklusive dazugehöriger Relationen zwischen den Konzepten (insbesondere den Konzepten, die die Zutaten und Verarbeitungsschritte repräsentieren) hinterlegt sind. Die formalisierte Repräsentation von Expertenwissen kann z.B. in einer Datenbank oder einer datenbankähnlichen Struktur gespeichert sein. Häufig haben Konzepte in einer Ontologie eineindeutige Namen. Durch z.B. einen parallelen Thesaurus für die Namen kann jedoch für eine Flexibilität gesorgt werden, die es erlaubt, mit den vielen Freiheitsgraden bei natürlichsprachlichen Angabe umzugehen. So kann in einer Ontologie das Konzept „Brötchen“ hinterlegt sein, während ein dazugehöriger Thesaurus beschreibt, dass einige Personen das Konzept „Brötchen“ ebenfalls mit Worten wie z.B. Semmel, Rundstück, Schrippe, Bagel, roll oder bun referenzieren. Ähnliches ist denbkar, wenn der Nutzer bspw. verkündet, dass er einen „knusprigen Braten“ herstellen möchte. Hierbei ist die Knusprigkeit durchaus subjektiv, kann in unterschiedlichen Intensitäten vorliegen und durch unterschiedliche Techniken hergestellt werden, wie z.B. Braten, Frittieren oder Grillen. Daher umfasst die genannte Ontologie in einer besonders bevorzugten Ausführungsform Attribute, um Resultate von aufgeführten Verarbeitungsschritten zu beschreiben.
In einer Variante wird die Zubereitungsart derart ausgewählt, dass möglichst viele seiner Verarbeitungsschritte mittels einer verfügbaren Küchenmaschine ausgeführt werden können. Die Küchenmaschine kann auf diese Weise verbessert ausgenutzt werden, sodass der Benutzer bei der Umsetzung der Zubereitungsart verbessert unterstützt werden kann. Für den Benutzer kann sich die Küchenmaschine daher verbessert lohnen.
In einer weiteren Ausführungsform stehen mehrere Küchenmaschinen zur Verfügung, wobei die Zubereitungsart derart ausgewählt wird, dass möglichst wenige der Küchenmaschinen verwendet werden. Auf diese Weise kann berücksichtigt werden, dass eine Küchenmaschine nach ihrer Benutzung üblicherweise zerlegt und gereinigt werden muss. Je weniger verschiedene Küchenmaschinen verwendet werden, desto geringer kann der Gesamtaufwand für Reinigung oder Pflege der Küchenmaschinen sein. Insgesamt kann der Benutzer die Zubereitungsart mit verringertem Aufwand umsetzen.
Nach einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst eine Steuervorrichtung für eine Küchenmaschine eine Einrichtung zur Erfassung eines zuzubereitenden Gerichts (z.B. anhand einer natürlichsprachlichen Angabe), dem eine Zubereitungsart zugeordnet ist, die einen Verarbeitungsschritt umfasst, der mittels der Küchenmaschine ausgeführt werden kann; und eine Konfigurationseinrichtung zur Konfiguration der Küchenmaschine zur Ausführung des Arbeitsschritts.
Die Steuervorrichtung kann eine Verarbeitungseinrichtung umfassen, die dazu eingerichtet ist, ein hierin beschriebenes Verfahren ganz oder teilweise auszuführen. Dazu kann die Verarbeitungseinrichtung einen programmierbaren Mikrocomputer oder Mikrocontroller umfassen. Das Verfahren kann in Form eines Computerprogrammprodukts mit Programmcodemitteln vorliegen. Das Computerprogrammprodukt kann auch auf einem computerlesbaren Datenträger abgespeichert sein. Merkmale oder Vorteile des Verfahrens können auf die Vorrichtung übertragen werden oder umgekehrt.
Nach einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst eine Küchenmaschine eine hierin beschriebene Steuervorrichtung.
Ausführungsformen der Erfindung werden nun unter Bezug auf die beiliegenden Figuren genauer beschrieben, in denen:
Figur 1 ein System; und
Figur 2 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens darstellt.
Figur 1 zeigt ein System 100 zur Unterstützung eines Benutzers 105 bei der Zubereitung einer Speise. Das System 100 umfasst eine Steuervorrichtung 110, die mittels einer Schnittstelle 115 mit einer Küchenmaschine 120 verbunden ist oder Teil der Küchenmaschine 120 ist.
Die Küchenmaschine 120 umfasst ein Haushaltsgerät, das dazu eingerichtet ist, in einer Küche eingesetzt zu werden. Insbesondere umfasst die Küchenmaschine 120 ein Gerät, das den Benutzer 105 bei der physischen Zubereitung eines Gerichts unterstützt, indem
sie einen Verarbeitungsschritt durchführt oder unterstützt. Dazu kann die Küchenmaschine 120 einen Elektromotor umfassen, der mittels einer fest gewählten oder modular auswechselbaren Einrichtung auf bereitgestellte Rohstoffe oder Zwischenprodukte des Gerichts einwirkt. Beispielsweise kann die Küchenmaschine 120 zum Rühren, Walken, Schneiden, Raspeln, Kneten, Pürieren oder Aufschlagen verwendet werden. Die Küchenmaschine 120 kann auch dazu eingerichtet sein, ein Teil- oder Vorprodukt des Gerichts zu erwärmen oder warm zu halten. Beispielsweise kann die Küchenmaschine 120 einen Dampfgarer, einen Backofen, einen Herd oder Mikrowellenofen umfassen. Andere Geräte und Kombinationen aus unterschiedlichen Geräten sind ebenfalls möglich.
Die Steuervorrichtung 110 kann auf einen Datenspeicher 125 zurückgreifen, in welchem Informationen zur Zubereitung einer Vielzahl Speisen abgelegt sein können. Der Datenspeicher 125 kann lokal an der Steuervorrichtung 110 vorgesehen oder über eine Kommunikationsleitung angebunden sein. Beispielsweise kann der Datenspeicher 125 von einer zentralen Einrichtung umfasst sein, die insbesondere über das Internet oder ein Mobilfunknetz von der Steuervorrichtung 110 aus erreicht werden kann. Dabei kann der Datenspeicher 125 in Form eines Servers oder als Dienst, beispielsweise in einer Cloud, realisiert sein. Im Datenspeicher 125 können Angaben hinterlegt sein, die einen Schluss von einer Speise auf eine Zubereitungsart erlauben, und Informationen, die eine Umsetzung der Zubereitungsart beschreiben. Beispielsweise kann im Datenspeicher 125 eine Ontologie und/oder ein Thesaurus gespeichert sein. Die Zubereitungsart kann einen oder mehrere Verarbeitungsschritte umfassen, die mittels einer Küchenmaschine 120 umgesetzt werden können. Die Informationen können eine Konfiguration der Küchenmaschine 120 für den vorliegenden Zweck umfassen.
Eine Zubereitungsart umfasst möglicherweise nicht alle Informationen, die zur Zubereitung der Speise erforderlich sind, sondern unterteilt eine Vielzahl möglicher Kochrezepte für eine Speise in unterschiedliche Gruppen oder Klassen. Die Zubereitungsart gibt üblicherweise einen zentralen Verarbeitungsschritt oder eine Verarbeitungsweise an, an der sich weitere Verarbeitungsschritte zur Zubereitung orientieren können. Ein Kochrezept steuert zusätzliche Informationen bei, die zur Zubereitung der Speise erforderlich sein können.
Beispielhafte Zubereitungsarten für ein Gericht mit einem Fisch können Grillen, Blaukochen, Frittieren und Backen umfassen. Alternative Zubereitungsarten für ein Gericht können einander gegenseitig ausschließen, sodass sie die Menge der Kochrezepte in disjunkte Gruppen zerlegen. Beispielsweise kann eine Gans gekocht oder gebraten werden, aber nicht beides. Hierin genannte Zubereitungsarten unterscheiden sich bevorzugt bezüglich eines Verarbeitungsschritts, der eine Küchenmaschine umfasst.
Die Steuervorrichtung 110 ist bevorzugt mit einer Interaktionseinrichtung 130 verbunden, die der Benutzer 105 verwenden kann, um mit der Steuervorrichtung 110 zu interagieren. Insbesondere kann die Interaktionseinrichtung 130 eine Ausgabeeinrichtung umfassen, die optisch, haptisch oder akustisch ausgebildet sein kann. Ferner kann eine Eingabevorrichtung umfasst sein, die bevorzugt haptisch ausgeführt ist. Beispielsweise kann die Eingabevorrichtung eine Tastatur umfassen. Ein berührungsempfindlicher Bildschirm kann als kombinierte Ausgabe- und Eingabevorrichtung verwendet werden.
Eine weitere bevorzugte Eingabevorrichtung betrifft ein Mikrofon 135, das mit der Steuervorrichtung 110 verbunden sein kann. Das Mikrofon 135 ist dazu eingerichtet, einen Sprachbefehl oder eine sprachliche Eingabe des Benutzers 105 abzutasten und der Steuervorrichtung 110 zur Verarbeitung bereitzustellen. Die Steuervorrichtung 110 kann den Sprachbefehl oder die Angabe mittels Sprache-zu-Text selbst erkennen oder an einen Dienst weiterleiten, der diese Erkennung durchführt. Das Produkt der Erkennung kann eine schriftliche Repräsentation der sprachlichen Äußerung der Person 105 sein.
Es wird vorgeschlagen, dass die Steuervorrichtung 110 dazu eingerichtet ist, eine Angabe des Benutzers 105 bezüglich eines zuzubereitenden Gerichts zu erfassen und eine an den Benutzer 105 und eine ihm zur Verfügung stehende Küchenmaschine 120 angepasste Vorauswahl von Zubereitungsarten bereitzustellen, die jeweils dazu eingerichtet sind, das genannte Gericht umzusetzen. Außerdem kann die Steuervorrichtung 110 die Küchenmaschine 120 zur Umsetzung eines von der Zubereitungsart umfassten Verarbeitungsschritts automatisch konfigurieren oder ansteuern.
Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 200, das bevorzugt mittels einer Steuervorrichtung 110 durchgeführt werden kann. In einem Schritt 205 kann ein Wunsch des Benutzers 105 zur Zubereitung eines Gerichts erfasst werden. Dazu kann der Benutzer
105 das Gericht insbesondere sprachlich angeben und die sprachliche Angabe kann automatisch erkannt werden. In einem Schritt 210 können Zubereitungsarten bestimmt werden, die zur Zubereitung der Speise verwendet werden können. Dabei können Synonyme, sprachliche Ungenauigkeiten, unterschiedliche Bezeichnungen einer Speise, unterschiedliche Sprachen oder auch unterschiedliche Dialekte berücksichtigt werden. Bspw. können diese mit Hilfe einer Ontologie und/oder einem Thesaurus aufgelöst werden.
In einem Schritt 215 können regionale Spezifika bestimmt werden. Diese können einen Aufenthaltsort des Benutzers 105 bzw. der Küchenmaschine 120 betreffen oder einen Ort, mit dem der Benutzer 105 kulturell verbunden ist, beispielsweise ein Geburtsort oder ein Heimatort. Die regionalen Spezifika können Vorlieben für vorbestimmte Zubereitungsarten, die Verwendung vorbestimmter Zutaten oder bestimmte Zubereitungstraditionen betreffen. Weitere regionale Spezifika sind ebenfalls möglich, beispielsweise die Verwendung selbst angebauter Früchte in Abhängigkeit einer aktuellen Saison oder die Vermeidung bestimmter Zutaten, beispielsweise ein Übermaß an Milchprodukten in Küstennahe oder von Meerestieren weit entfernt von der Küste.
In einem Schritt 220 können eine oder mehrere Küchenmaschinen 120 bestimmt werden, die für die Zubereitung des Gerichts zur Verfügung stehen. Die Küchenmaschinen 120 sind bevorzugt einem Haushalt zugeordnet, in welchem sich der Benutzer 105 befindet oder dem der Benutzer 105 ebenfalls zugeordnet ist. Die Küchenmaschinen 120 können auch unmittelbar dem Benutzer 105 zugeordnet sein.
In einem Schritt 225 kann bestimmt werden, ob die Auswahl von Zubereitungsarten ausreichend eingeschränkt ist oder nicht. Kann beispielsweise auf der Basis geltender Präferenzen nur eine einzige Zubereitungsart zur Umsetzung der vorbestimmten Speise bestimmt werden, so kann die Auswahl als ausreichend eingeschränkt gelten. Übersteigt hingegen eine Anzahl von Zubereitungsarten, die für die Zubereitung der vorbestimmten Speise infrage kommen, einen vorbestimmten Schwellenwert, so kann die Auswahl als nicht ausreichend eingeschränkt sein. Auch wenn sich die bestimmten Zubereitungsarten stark voneinander unterscheiden, so kann die Auswahl als nicht ausreichend eingeschränkt gelten.
In einem Schritt 230 können eine oder mehrere Vorlieben oder Präferenzen des Benutzers 105 bestimmt werden. Die Präferenzen können in Abhängigkeit einer zurückliegenden Wahl von Zubereitungsarten abgeleitet oder durch den Benutzer 105 aktiv angegeben werden. Zu einer automatisch bestimmten Präferenz kann der Benutzer 105 angeben, ob er damit zufrieden ist oder nicht.
In einem Schritt 235 kann eine Rückfrage formuliert werden, die dazu eingerichtet ist, die getroffene Auswahl von Zubereitungsarten weiter einzuschränken. Dazu kann versucht werden, ein Kriterium zu finden, um die Zubereitungsarten in unterschiedliche Gruppen einzuteilen. Eine Anzahl der Gruppen kann ein vorbestimmtes Maß, beispielsweise zwei oder drei, nicht übersteigen. Die Gruppen können derart angelegt werden, dass sie möglichst ungefähr gleich viele Zubereitungsarten umfassen. Beispielsweise kann eine Unterscheidung zwischen Kochen, Backen, Braten und Dämpfen getroffen werden. Eine andere mögliche Entscheidung kann zwischen verschiedenen Kochgefäßen getroffen werden, etwa einem Bräter, einer Reine oder einem geschlossenen Keramikgefäß. Die Rückfrage kann dem Benutzer 105 präsentiert werden, insbesondere mittels der Interaktionseinrichtung 130.
In einem Schritt 240 kann eine Antwort des Benutzers 105 erfasst werden. Auf der Basis der Antwort können Zubereitungsarten in einer oder mehrerer der vorbestimmten Gruppen vernachlässigt werden. Die Antwort kann als aktuelle oder allgemeine Vorliebe des Benutzers 105 aufgefasst werden. Das Verfahren 200 kann im Schritt 225 fortgeführt werden, wobei die Schritte 225 bis 240 mehrfach durchlaufen werden können. In einer Ausführungsform können die angesetzten Präferenzen dem Benutzer 105 dargestellt werden, sodass dieser sie bestätigen, anpassen oder aufheben kann.
Wurde im Schritt 230 bestimmt, dass die Auswahl ausreichend eingeschränkt ist, so können die bestimmten Zubereitungsarten in einem Schritt 245 sortiert werden. Als Kriterium können dabei die Vorlieben des Benutzers 105 verwendet werden. Alternativ kann ein anderes Kriterium, das in einer weiteren Ausführungsform durch den Benutzer 105 oder den Diensteanbieter beigesteuert werden kann, zur Sortierung der Liste verwendet werden. Es ist zu beachten, dass der Sortierung auch mehrere Kriterien, insbesondere in gewichteter Form, zugrunde gelegt werden können.
In einem Schritt 250 können die bestimmten Zubereitungsarten dem Benutzer 105 zur Auswahl vorgelegt werden. Eine Auswahl des Benutzers 105 kann erfasst werden, beispielsweise mittels der Interaktionseinrichtung 130 oder mittels des Mikrofons 135, wenn der Benutzer 105 eine sprachliche Eingabe tätigt. Dieser Schritt kann auch entfallen, beispielsweise wenn im Schritt 230 nur eine einzige Zubereitungsart bestimmt werden konnte.
In einem Schritt 255 kann die Küchenmaschine 120 dazu konfiguriert werden, einen Verarbeitungsschritt durchzuführen, der von der ausgewählten Zubereitungsart umfasst ist. Umfasst die Zubereitungsarten mehrere Verarbeitungsschritte, die mittels einer oder mehrerer zur Verfügung stehender Küchenmaschinen 120 durchgeführt werden können, so kann der Schritt 255 entsprechend mehrfach ausgeführt werden.
Im Datenspeicher 125 können Datenbank-Objekte abgelegt sein, die eine Erkennung eines Gerichts anhand unterschiedlicher Namen oder Bezeichnungen ermöglichen können. Jedes Objekt kann einen Verweis auf wenigstens eine mögliche Zubereitungsart (program) zur Umsetzung tragen. Ein beispielhafter Eintrag für das Gericht „Pommes Frites“ kann wie folgt aussehen:
{ id : ' 3c4d ' , category: 'DEFAULT' , properties : { preparationType : 'COOK' }, name : ' FrenchFries ' , imageResource : ' https ://.../ fries . jpg ' , translations : { 'de-DE' : 'Pommes Frites', 'de-DE' : 'Fritten' , 'en-GB' : 'Chips', 'en-US' : 'French fries' }, programs: [ '$kad778hf , '$if34578g' ]
}
Der Eintrag kann unter verschiedenen sprachlichen Bezeichnungen angesprochen werden, denen jeweils eine bevorzugt regionale Verwendung zugeordnet ist.
Im vorliegenden Beispiel sind zwei Zubereitungsarten vorgesehen, die jeweils in einem eigenen Eintrag genauer beschrieben sein können. Ein solcher Eintrag (program) kann ebenfalls im Datenspeicher 125 gehalten sein oder von einer anderen Stelle bezogen werden, beispielsweise von einem Dienst zur Bereitstellung von Zubereitungsarten. Im gewählten Beispiel umfasst eine Zubereitungsart die Verwendung einer Fritteuse, eine andere die Verwendung eines Backofens. Ein beispielhafter Eintrag für den Backofen kann unterschiedliche mögliche Geräteeinstellungen umfassen. Der Eintrag ist bevorzugt in einer Form angegeben, die sowohl eine verständliche Darstellung für den Benutzer 105 als auch eine automatische Weiterverarbeitung erlaubt. Ein Eintrag für Zubereitungsarten zur Zubereitung von Pommes Frites als Gericht kann beispielsweise wie folgt lauten:
{ id: '$if34578g' , category: 'DEFAULT' , properties: { preparationType : 'COOK' }, name: ' FrenchFries ' , imageResource : ' https ://... /fries . jpg ' , translation: 'Pommes
Frites ' , programs : [
{ rank: 0, program: { programKey : 'Oven . Ba king Sens or . Kartoffelprodukte ' , programType: 'AUTOMATIC, applianceType : 'OVEN' }
},
{ rank: 1, program: { programKey: 'Oven . Automatic . PommesFrites ' ,
programType : ' AUTOMATIC , applianceType : ' OVEN ' } ,
{ rank : 2 , program: { programKey : 'Oven . HeatingMode . HotAir ' , setpointTemperatureCelsius : 180 , durationSeconds : 4200 , programType : ' FALLBACK ' , applianceType : ' OVEN ' } } ] }
Hier sind beispielhaft drei verschiedene Einstellungs-Optionen eines Backofens angegeben, die mit unterschiedlichen Präferenzen (rank) versehen sind. Zunächst kann die dabei am höchsten bewertete Einstellungs-Option angeboten oder ausgewählt werden. Kann diese nicht umgesetzt werden, beispielsweise weil eine erforderliche Küchenmaschine 120 nicht verfügbar ist, so kann die Zubereitungsart mit der nächst niedrigeren Präferenz verwendet werden.
Jeder Zubereitungsart sind Angaben beigefügt, welche Küchenmaschine 120 für die Zubereitung erforderlich ist und wie sie konfiguriert werden muss. Diese Angaben können für eine automatische Konfiguration oder Steuerung einer Küchenmaschine 120 verwendet werden.
In einer Ausführungsform kann auch ein Hinweis auf ein mögliches Kochrezept oder das Kochrezept selbst in der Datenbank hinterlegt sein. Der Hinweis kann einen eindeutigen Identifikator umfassen. Das Kochrezept kann auch von einer externen Stelle bezogen werden, deren Adresse in der Datenbank angegeben sein kann. Dem Benutzer 105 können die Verarbeitungsschritte zur Umsetzung des Kochrezepts bereitgestellt werden.
Die mit Bezug auf die Figuren beschriebenen Ausführungsformen sind rein illustrativ und nicht beschränkend zu versten.
Bezugszeichen
100 System
105 Benutzer
110 Steuervorrichtung
115 Schnittstelle
120 Küchenmaschine
125 Datenspeicher
130 Interaktionseinrichtung
135 Mikrofon
200 Verfahren
205 Benutzerwunsch für Gericht erfassen
210 Zubereitungsarten bestimmen
215 regionale Spezifika bestimmen
220 verfügbare Küchenmaschine bestimmen
225 Auswahl ausreichend eingeschränkt?
230 Vorlieben des Benutzers bestimmen
235 Rückfrage formulieren
240 Antwort erfassen
245 sortierte Liste erstellen
250 Auswahl erfassen
255 Küchenmaschine konfigurieren