Ventil und Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem, Flüssigkeitssystem für ein Fahrzeug und Fahrzeug
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Ventil für ein Flüssigkeitssystem der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art, einen Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem, ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs und ein Fahrzeug.
Derartige Ventile und Flüssigkeitstanks für Flüssigkeitssysteme, Flüssigkeitssysteme und Fahrzeuge sind aus dem Stand der Technik in zahlreichen Ausführungsvarianten bereits bekannt. Die bekannten Ventile für Flüssigkeitssysteme von Fahrzeugen umfassen dabei ein Ventilgehäuse mit einer Mehrzahl von Ventilgehäuseöffnungen, einen in dem Ventilgehäuse um eine Drehachse drehbar angeordneten Ventilkörper mit mindestens einem strömungsleitenden Verbindungskanal zur strömungsleitenden Verbindung von mindestens zwei Ventilgehäuseöffnungen der Mehrzahl von Ventilgehäuseöffnungen, eine zwischen dem Ventilgehäuse und dem Ventilkörper angeordnete Ventildichtung mit zu den Ventilgehäuseöffnungen korrespondierenden Ventildichtungsöffnungen, einen Ventilantrieb zur automatischen Drehung des Ventilkörpers um die Drehachse und eine zu den Ventilgehäuseöffnungen korrespondierende Mehrzahl von Strömungskanälen zur strömungsleitenden Verbindung des Ventils mit einem Rest des Flüssigkeitssystems. Die aus dem Stand der Technik bekannten diesbezüglichen Strömungskanäle weisen üblicherweise im Querschnitt eine kreisrunde Innenkontur und eine kreisrunde Außenkontur auf.
Hier setzt die vorliegende Erfindung an.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ventil für ein Flüssigkeitssystem, einen Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem, ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs und ein Fahrzeug zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch ein Ventil für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Strömungskanäle gemeinsam aus einer einzigen ersten Kanalschale und aus einer einzigen zweiten Kanalschale ausgebildet sind, wobei die erste Kanalschale gleichzeitig als das Ventilgehäuse ausgebildet ist, das zur Ausbildung der Strömungskanäle mit der zweiten Kanalschale verbindbar ist. Ferner wird diese Aufgabe durch einen Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs mit den Merkmalen des Anspruchs 6, ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs mit den Merkmalen des Anspruchs 8 und ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bei dem Fahrzeug kann es sich beispielsweise um ein als Kraftfahrzeug ausgebildetes Landfahrzeug handeln. Rein exemplarisch seien hier lediglich ein als Elektrofahrzeug oder als ein sogenanntes Hybridfahrzeug ausgebildete Kraftfahrzeuge genannt. Jedoch ist die Erfindung auch bei anderen Landfahrzeugen sowie bei Luft- und Seefahrzeugen vorteilhaft einsetzbar. Bei dem erfindungsgemäßen Ventil kann es sich bevorzugt um ein sogenanntes Mehrwegeventil handeln. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. Die Un- teransprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, dass ein Ventil für ein Flüssigkeitssystem, ein Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem, ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs und ein Fahrzeug verbessert sind.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung des Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs, des Flüssigkeitstanks für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs, des Flüssigkeitssystems für ein Fahrzeug und des Fahrzeugs sind das vorgenannte Ventil, der vorgenannte Flüssigkeitstank, das vorgenannte Flüssigkeitssystem für ein Fahrzeug und das vorgenannte Fahrzeug auf konstruktiv und fertigungstechnisch besonders einfache Art und Weise realisierbar. Ferner ist dadurch eine Zentralisierung der Bauteile eines Flüssigkeitssystems für ein Fahrzeug ermöglicht. Gleichzeitig ist dabei eine strömungsoptimierte Formgebung der Strömungskanäle des Flüssigkeitssystems fertigungstechnisch leicht verwirklichbar. Dies unter anderem beispielsweise
dadurch, dass es die Erfindung ermöglicht, dass die Strömungskanäle jeweils, im Unterschied zum Stand der Technik, auch Querschnitte mit nicht kreisrunden Innenkonturen aufweisen können. Beispielsweise sind Querschnitte mit im Wesentlichen rechteckigen Innenkonturen denkbar, bei denen eine lichte Weite des jeweiligen Strömungskanals größer als die eines Querschnitts mit kreisrunder Innenkontur ist. Ecken einer beispielsweise rechteckigen Innenkontur können dabei zwecks zusätzlicher Optimierung der Strömung verrundet sein.
Grundsätzlich ist das erfindungsgemäße Ventil für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs nach Art, Funktionsweise, Material, Dimensionierung und Anordnung in dem Flüssigkeitssystem in weiten geeigneten Grenzen frei wählbar.
Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs sieht vor, dass die Strömungskanäle ventilgehäuseseitig in einem Winkel zur Drehachse von größer 0° und von kleiner 90°, bevorzugt von 30° bis 60°, schräg nach oben oder unten verlaufend ausgebildet sind. Hierdurch sind eine besonders einfache Herstellung und Fertigung des erfindungsgemäßen Ventils ermöglicht. Beispielsweise ist es dadurch möglich, die Strömungskanäle in für den jeweiligen Einzelfall besonders geeignete Art und Weise, insbesondere strömungsoptimiert, zu verlegen. Mittels dieser Weiterbildung sind gekrümmte Verläufe der Strömungskanäle, insbesondere in ventilgehäuseseitigen Abschnitten der Strömungskanäle, unproblematisch, beispielsweise durch den Einsatz von schräg zur Drehachse des Ventilkörpers bewegten Schiebern bei als Kunststoffspritzgussteile ausgebildeten Ventilgehäusen, herstellbar. Die vorgenannten Schieber können schräg nach ober oder schräg nach unten bewegt werden, so dass ein gekrümmter Verlauf des dazu korrespondierenden Strömungskanals fertigungstechnisch leicht verwirklichbar ist. Die vorgenannten Vorteile gelten insbesondere bei der bevorzugten Ausführungsform dieser Weiterbildung.
Eine weitere besonders vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs sieht vor, dass das Ventilgehäuse und/oder
der Ventilkörper derart formbar ausgebildet sind/ist, dass eine der Ventildichtung zugewandte Dichtungsseite des Ventilgehäuses und/oder des Ventilkörpers nach einem Entformen des Ventilgehäuses und/oder des Ventilkörpers im Wesentlichen gratfrei ausgebildet ist. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Ventildichtung und damit das erfindungsgemäße Ventil, auch ohne eine etwaige aufwendige Nachbearbeitung der vorgenannten Dichtungsseiten, eine lange Betriebszeit ermöglicht. Dies ist fertigungstechnisch beispielsweise derart umsetzbar, dass eine Formtrennung bei dem oben genannten Kunststoffspritzgussteil an der Dichtungsseite des Ventilgehäuses konstruktiv vermieden wird.
Eine andere vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs sieht vor, dass das Ventilgehäuse als ein integraler Bestandteil eines Flüssigkeitstanks des Flüssigkeitssystems, bevorzugt eines Kühlmitteltanks des Fahrzeugs zur Bevorratung von in dem als Kühlmittelsystem ausgebildeten Flüssigkeitssystem geführten Kühlmittel, ausgebildet ist. Hierdurch ist zum einen die Anzahl der Bauteile des Flüssigkeitssystems reduziert. Entsprechend vereinfacht sich die Logistik, die Lagerhaltung und die Fertigung des Flüssigkeitssystems für ein Fahrzeug. Zum anderen ist dadurch eine sehr kompakte und damit platzsparende Bauweise des Flüssigkeitssystems ermöglicht.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der vorgenannten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs sieht vor, dass ein Tankgehäuse des Flüssigkeitstanks mehrschalig ausgebildet ist und eine Mehrzahl von Tankgehäuseschalen aufweist, wobei das Ventilgehäuse gleichzeitig als eine der Tankgehäuseschalen des Tankgehäuses ausgebildet ist, bevorzugt, dass das Ventilgehäuse als eine unterste Tankgehäuseschale des Tankgehäuses ausgebildet ist. Hierdurch ist das Tankgehäuse des Flüssigkeitstanks mit dem darin integrierten Ventilgehäuse auf konstruktiv und fertigungstechnisch besonders einfache Art und Weise realisierbar. Dies gilt insbesondere für die bevorzugte Ausführungsform dieser Weiterbildung. Beispielsweise kann das Tankgehäuse dreischalig ausgebildet sein und eine oberste Tankgehäuseschale, eine mittlere Tankgehäuseschale und eine unterste Tankgehäuseschale aufweisen. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall.
Grundsätzlich ist der erfindungsgemäße Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs nach Art, Funktionsweise, Material, Dimensionierung und Anordnung in dem Flüssigkeitssystem und an dem Fahrzeug, analog zu dem erfindungsgemäßen Ventil, in weiten geeigneten Grenzen frei wählbar.
Entsprechend zu der letztgenannten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ventils sieht eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Flüssigkeitstanks für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs vor, dass das Tankgehäuse mehrschalig ausgebildet ist und eine Mehrzahl von Tankgehäuseschalen aufweist, wobei eine der Tankgehäuseschalen gleichzeitig als das Ventilgehäuse ausgebildet ist, bevorzugt, dass das Ventilgehäuse als eine unterste Tankgehäuseschale des Tankgehäuses ausgebildet ist.
Entsprechend den obigen Ausführungen zu dem erfindungsgemäßen Flüssigkeitstank für ein Flüssigkeitssystems eines Fahrzeugs sieht eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Flüssigkeitssystems eines Fahrzeugs vor, dass der Flüssigkeitstank nach Anspruch 6 oder 7 ausgebildet ist.
Anhand der beigefügten, grob schematischen Zeichnung wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Fahrzeugs mit einem erfindungsgemäßen Flüssigkeitssystem in einer teilweisen, perspektivischen Ansicht,
Fig. 2 das erfindungsgemäße Ventil des Ausführungsbeispiels in einer ersten teilweisen, perspektivischen Einzeldarstellung,
Fig. 3 das erfindungsgemäße Ventil des Ausführungsbeispiels in einer zweiten teilweisen, perspektivischen Einzeldarstellung und
Fig. 4 das erfindungsgemäße Ventil des Ausführungsbeispiels in einer dritten teilweisen, perspektivischen Einzeldarstellung.
In den Fig. 1 bis 4 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugs, mit einem erfindungsgemäßen Flüssigkeitssystem rein exemplarisch dargestellt.
Das Fahrzeug ist hier als ein Kraftfahrzeug, nämlich ein reines Elektrofahrzeug, ausgebildet und nicht näher dargestellt.
Das Flüssigkeitssystem 2 für das Fahrzeug ist bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel als ein Kühlmittelsystem zur Kühlung der Antriebsbatterie, des Antriebsmotors nebst der dazu korrespondierenden Leistungselektronik sowie zur Kühlung eines Kältemittelkreislaufs zur Klimatisierung eines Innenraums des Fahrzeugs ausgebildet. Die Antriebsbatterie, der Antriebsmotor mit der korrespondierenden Leistungselektronik und der Kältemittelkreislauf des Fahrzeugs sind hier ebenfalls nicht näher dargestellt und beispielsweise auf dem Fachmann an sich bekannte Art und Weise ausgebildet.
Das als Kühlmittelsystem ausgebildete Flüssigkeitssystem 2 umfasst einen als Kühlmitteltank ausgebildeten Flüssigkeitstank 4 zur Bevorratung einer als Kühlmittel ausgebildeten, nicht dargestellten Flüssigkeit des Fahrzeugs, insgesamt drei mit dem Flüssigkeitstank strömungsleitend verbundene und als Kühlmittelkreisläufe ausgebildete Flüssigkeitskreisläufe, in denen die Flüssigkeit zirkuliert, und ein zum einen mit den Flüssigkeitskreisläufen und zum anderen mit dem Flüssigkeitstank strömungsleitend verbundenes Ventil 6 zur Steuerung der als Kühlmittelströme ausgebildeten Flüssigkeitsströme der Flüssigkeit in dem Flüssigkeitssystem 2. Siehe hierzu die Fig. 1.
Das Ventil 6 ist hier als ein sogenanntes Mehrwegeventil ausgebildet und umfasst ein Ventilgehäuse 8 mit einer Mehrzahl von Ventilgehäuseöffnungen, einen in dem Ventilgehäuse 8 um eine Drehachse 10 drehbar angeordneten Ventilkörper mit mindestens einem strömungsleitenden Verbindungskanal zur strömungsleitenden Verbindung von mindestens zwei Ventilgehäuseöffnungen der Mehrzahl von Ventilgehäuseöffnungen, eine zwischen dem Ventilgehäuse 8 und dem Ventilkörper angeordnete Ventildichtung mit zu den Ventilgehäuseöffnungen korrespondierenden Ventildichtungsöffnungen, einen Ventilantrieb zur automatischen Drehung des Ventilkörpers um die Drehachse 10
und eine zu den Ventilgehäuseöffnungen korrespondierende Mehrzahl von Strömungskanälen 12, 14, 16, 18, 20 zur strömungsleitenden Verbindung des Ventils 6, nämlich der Ventilgehäuseöffnungen, mit einem Rest des Flüssigkeitssystems 2.
Die Ventilgehäuseöffnungen des Ventilgehäuses 8 des Ventils 6 sind in der Fig. 4 lediglich teilweise dargestellt, jedoch in den Fig. 2 und 3 mit auf dem Ventilgehäuse 8 eingezeichneten Buchstaben A bis E gekennzeichnet. Der Ventilkörper mit dem mindestens einen Verbindungskanal, die Ventildichtung mit den zu den Ventilgehäuseöffnungen korrespondierend ausgebildeten Ventildichtungsöffnungen und der Ventilantrieb sind in den Fig. 1 bis 4 nicht dargestellt.
Erfindungsgemäß sind die Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 gemeinsam aus einer einzigen ersten Kanalschale und aus einer einzigen zweiten Kanalschale 22 ausgebildet, wobei die erste Kanalschale gleichzeitig als das Ventilgehäuse 8 ausgebildet ist, das zur Ausbildung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 mit der zweiten Kanalschale 22 verbindbar ist. Das als erste Kanalschale ausgebildete Ventilgehäuse 8 und die zweite Kanalschale 22 sind bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils als ein Kunststoffspritzgussteil ausgebildet. Zwecks Ausbildung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 werden die beiden Kanalschalen 8, 22 mittels Kunststoffschweißen miteinander verbunden. Grundsätzlich sind jedoch auch andere Verbindungstechniken denkbar. Der Fachmann wird, je nach den Erfordernissen des Einzelfalls, die geeignete Verbindungstechnik zur Verbindung der beiden Kanalschalen auswählen. Rein exemplarisch sei hier lediglich auf Klebetechniken hingewiesen. Zwecks Strömungsoptimierung weisen die Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 des vorliegenden Ausführungsbeispiels jeweils Querschnitte mit im Wesentlichen rechteckigen Innenkonturen auf, bei denen eine lichte Weite des jeweiligen Strömungskanals 12, 14, 16, 18, 20 größer als die eines Querschnitts mit kreisrunder Innenkontur ist. Ecken dieser rechteckigen Innenkonturen sind dabei zwecks zusätzlicher Optimierung der Strömung verrundet. Siehe hierzu die aus der Fig. 4 teilweise ersichtlichen Ventilgehäuseöffnungen des Ventilgehäuses 8, mittels derer die Innenkontur des jeweils dazu korrespondierenden Strömungskanals 12, 20 sowie dessen lichte Weite ersichtlich ist.
Wie insbesondere aus den Fig. 2 bis 4 ersichtlich ist, sind die Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 hier ventilgehäuseseitig in einem Winkel zur Drehachse 10 von größer 0° und von kleiner 90°, nämlich von 30° bis 60°, schräg nach oben oder unten verlaufend ausgebildet. Bei der Herstellung des gleichzeitig als erste Kanalschale ausgebildeten Ventilgehäuses 8 werden die vorgenannten, nicht dargestellten Schieber schräg nach unten bewegt, so dass der aus den Fig. 1 bis 4 ersichtliche gekrümmte Verlauf der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 in einem jeweils ventilgehäuseseitigen Abschnitt der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 fertigungstechnisch leicht verwirklichbar ist.
Ferner ist das Ventilgehäuse 8 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel derart formbar ausgebildet, dass eine der Ventildichtung zugewandte Dichtungsseite 9 des Ventilgehäuses 8 nach einem Entformen des Ventilgehäuses 8 im Wesentlichen gratfrei ausgebildet ist. Dies wird hier fertigungstechnisch beispielsweise dadurch umgesetzt, dass eine Formtrennung bei dem oben genannten Kunststoffspritzgussteil, nämlich dem Ventilgehäuse 8, an der Dichtungsseite 9 des Ventilgehäuses 8 konstruktiv vermieden wird.
Darüber hinaus ist das Ventilgehäuse 8 hier als ein integraler Bestandteil des als Kühlmitteltank ausgebildeten Flüssigkeitstanks 4 des Flüssigkeitssystems 2 des Fahrzeugs zur Bevorratung des in den Kühlmittelkreisläufen geführten Kühlmittels ausgebildet. Hierfür ist ein Tankgehäuse 24 des Flüssigkeitstanks 4 dreischalig ausgebildet, wobei das Ventilgehäuse 8 gleichzeitig als eine Tankgehäuseschale des Tankgehäuses 24 ausgebildet ist, nämlich, dass das Ventilgehäuse 8 als eine unterste Tankgehäuseschale des Tankgehäuses 24 ausgebildet ist. Neben dem als unterste Tankgehäuseschale ausgebildeten Ventilgehäuse 8 weist das Tankgehäuse 24 noch eine mittlere Tankgehäuseschale 26 und eine oberste Tankgehäuseschale 28 auf. Siehe hierzu die Fig. 1 . Die zwei Tankgehäuseschalen 26, 28 sind jeweils ebenfalls als Kunststoffspritzgussteile ausgebildet und werden, analog zu den beiden vorgenannten Kanalschalen 8, 22 zur Ausbildung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20, miteinander und mit dem gleichzeitig als unterste Tankgehäuseschale ausgebildeten Ventilgehäuse 8 kunststoffverschweißt.
Entsprechend ist das Tankgehäuse 24 des als Kühlmitteltank ausgebildeten Flüssigkeitstanks 4 hier gleichzeitig als das Ventilgehäuse 8 für das Ventil 6 für das Flüssigkeitssystem 2 des Fahrzeugs ausgebildet. Somit umfasst der als Kühlmitteltank ausgebildete Flüssigkeitstank 4 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel insgesamt drei Schalen, nämlich die gleichzeitig als Ventilgehäuse 8 und erste Kanalschale ausgebildete unterste Tankgehäuseschale, die mit der untersten Tankgehäuseschale 8 kunststoffverschweißte mittlere Tankgehäuseschale 26 und die mit der mittleren Tankgehäuseschale 26 kunststoffverschweißte oberste Tankgehäuseschale 28. Siehe hierzu die Fig. 1 .
Die Fig. 2 und 3 sind dabei rein theoretische Ansichten des tatsächlichen Ventilgehäuses 8, die lediglich aufgrund einer verbesserten Übersichtlichkeit erstellt worden sind. In Wirklichkeit ist das Ventilgehäuse 8, wie oben erläutert, integraler Bestandteil des Tankgehäuses 24 des Flüssigkeitstanks 4. Die aus den Fig. 2 und 3 ersichtliche Fläche mit den die Ventilgehäuseöffnungen des Ventilgehäuses 8 kennzeichnenden Buchstaben A, B, C, D, E ist praktisch als die unterste Tankgehäuseschale ausgebildet und nicht lediglich zur Ausbildung des Ventilgehäuses 8 an sich und der ersten Kanalschale zur Ausbildung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 gestaltet.
Im Nachfolgenden wird das erfindungsgemäße Fahrzeug mit dem erfindungsgemäßen Flüssigkeitssystem gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 1 bis 4 näher erläutert.
Zunächst werden die einzelnen Tankgehäuseschalen, nämlich das gleichzeitig als erste Kanalschale und unterste Tankgehäuseschale ausgebildete Ventilgehäuse 8, die mittlere Tankgehäuseschale 26 und die oberste Tankgehäuseschale 28 des Tankgehäuses 24 des Flüssigkeitstanks 4 sowie die zweite Kanalschale 22 auf dem Fachmann bekannte Weise jeweils als Kunststoffspritzgussteil einzeln, also voneinander getrennt, hergestellt.
Anschließend werden die einzelnen Tankgehäuseschalen 8, 26, 28 miteinander kunststoffverschweißt, so dass sich das Tankgehäuse 24 des Flüssigkeitstanks 4 ergibt. Siehe hierzu die Fig. 1 .
Wie oben bereits ausgeführt, ist das in den Fig. 2 bis 4 in jeweils einer Einzeldarstellung dargestellte Ventilgehäuse 8 als ein integraler Bestandteil des vorgenannten Flüssigkeitstanks 4, nämlich des Tankgehäuses 24, ausgebildet.
In der Fig. 2 ist das gleichzeitig als erste Kanalschale ausgebildete Ventilgehäuse 8 in einer Einzeldarstellung gezeigt, so dass das Ventilgehäuse 8 gemäß der Fig. 2 noch nicht mit der zweiten Kanalschale 22 verbunden worden ist.
Zwecks Ausbildung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 wird nun die zweite Kanalschale 22 mit dem gleichzeitig als erste Kanalschale ausgebildeten Ventilgehäuse 8 kunststoffverschweißt. Entsprechend ergeben sich die Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 wie aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich. Aus den Fig. 3 und 4 sind jeweils die bei dem vorgenannten Kunststoffschweißen entstehenden Nahtstellen 30 deutlich erkennbar. Siehe hierzu auch die Fig. 2 bis 4, insbesondere die Fig. 2 und 3, in einer Zusammenschau.
Zum Schluss wird nun das Ventil 6 dadurch komplettiert, dass in das Ventilgehäuse 8 zunächst die nicht dargestellte Ventildichtung und anschließend der ebenfalls nicht dargestellte Ventilkörper des Ventils 6 auf dem Fachmann an sich bekannte Art und Weise eingebracht und befestigt werden. Beispielsweise weist das Ventil 6 hierfür eine nicht dargestellte Abschlussplatte auf, die das Ventil 6 nach unten hin abschließt. Diese Abschlussplatte wird bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels dreier, nicht dargestellter Schrauben mit dem Ventilgehäuse 8 mechanisch verbunden. Siehe hierzu die Fig. 2 bis 4, in denen insgesamt drei Schraubdome 32 des Ventilgehäuses 8 zum Einschrauben der vorgenannten Schrauben dargestellt sind.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung des Ventils für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs, des Flüssigkeitstanks für ein Flüssigkeitssystem eines Fahrzeugs,
des Flüssigkeitssystems für ein Fahrzeug und des Fahrzeugs gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind das vorgenannte Ventil 6, der vorgenannte Flüssigkeitstank 4, das vorgenannte Flüssigkeitssystem 2 und das vorgenannte Fahrzeug auf konstruktiv und fertigungstechnisch besonders einfache Art und Weise realisierbar. Ferner ist dadurch eine Zentralisierung der Bauteile des Flüssigkeitssystems 2 für das Fahrzeug ermöglicht. Gleichzeitig ist dabei eine strömungsoptimierte Formgebung der Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 des Flüssigkeitssystems 2 fertigungstechnisch leicht verwirklichbar. Dies unter anderem beispielsweise dadurch, dass es die Erfindung gemäß der vorliegenden Ausführungsform ermöglicht, dass die Strömungskanäle 12, 14, 16, 18, 20 jeweils, im Unterschied zum Stand der Technik, auch Querschnitte mit nicht kreisrunden Innenkonturen aufweisen können. Beispielsweise sind die Querschnitte hier mit im Wesentlichen rechteckigen Innenkonturen ausgebildet, bei denen eine lichte Weite des jeweiligen Strömungskanals 12, 14, 16, 18, 20 größer als die eines Querschnitts mit kreisrunder Innenkontur ist. Ecken dieser rechteckigen Innenkonturen sind dabei zwecks zusätzlicher Optimierung der Strömung verrundet.
Die Erfindung ist nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel begrenzt. Beispielsweise ist die Erfindung auch bei anderen Arten von Fahrzeugen vorteilhaft einsetzbar. Dies gilt nicht lediglich für Landfahrzeuge, sondern auch für Luft- und Seefahrzeuge. Siehe hierzu auch die Beschreibungseinleitung.
Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die konstruktiven und fertigungstechnischen Details des Ausführungsbeispiels beschränkt. Beispielsweise ist die Anzahl der Strömungskanäle und der dazu korrespondierenden Ventilgehäuseöffnungen und Ventildichtungsöffnungen nicht auf die Anzahl des Ausführungsbeispiels begrenzt, sondern je nach den Erfordernissen des Einzelfalls in den technischen Grenzen frei wählbar. Gleiches gilt für die räumliche Anordnung der einzelnen Strömungskanäle, die ebenfalls in Abhängigkeit der räumlichen Gegebenheiten des jeweiligen Anwendungsfalls frei wählbar ist.
Denkbar ist auch, dass das Tankgehäuse lediglich aus zwei Tankgehäuseschalen ausgebildet ist. Jedoch ist auch jede andere sinnvolle Anzahl von Tankgehäuseschalen grundsätzlich möglich.
Im Unterschied zu dem vorliegenden Ausführungsbeispiel kann das Ventil mittels dessen Ventilgehäuse auch lediglich an dem Tank, nämlich dem Tankgehäuse, befestigt sein. Entsprechend ist eine Integration des Ventilgehäuses in das Tankgehäuse nicht zwingend erforderlich. Ferner kann das Ventil auch an anderen geeigneten Komponenten des Fahrzeugs, beispielsweise einer Karosserie oder einem Antriebsmotor des Fahrzeugs, befestigt sein.
Selbstverständlich lässt sich die Erfindung nicht nur bei als Kühlmittelsystemen ausgebildeten Flüssigkeitssystemen eines Fahrzeugs vorteilhaft einsetzen. Entsprechend ist die Erfindung für eine Vielzahl von voneinander verschiedenen Anwendungsfällen verwendbar.
Bezugszeichenliste
2 Flüssigkeitssystem
4 Flüssigkeitstank
6 Ventil
8 Ventilgehäuse, gleichzeitig als erste Kanalschale und als unterste Tankgehäuseschale ausgebildet
9 Dichtungsseite des Ventilgehäuses 8
10 Drehachse des Ventilkörpers des Ventils 6
12 Strömungskanal
14 Strömungskanal
16 Strömungskanal
18 Strömungskanal
20 Strömungskanal
22 Zweite Kanalschale
24 Tankgehäuse des Flüssigkeitstanks 4
26 Mittlere Tankgehäuseschale des Tankgehäuses 24
28 Oberste Tankgehäuseschale des Tankgehäuses 24
30 Nahtstelle, ausgebildet durch das Fügen des Ventilgehäuses 8 mit der zweiten Kanalschale 22
32 Schraubdome des Ventilgehäuses 8