Optisch strukturiertes Element für ein Voqelschutzqlas, Optiksystem und Verwendung des optisch strukturierten Elements
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein optisch strukturiertes Element gemäß Anspruch 1 , ein Optiksystem gemäß Anspruch 13 sowie die Verwendung eines optisch strukturierten Elements gemäß Anspruch 15.
Kollisionen von Vögeln mit optischen Trägerelementen, beispielsweise Fenstern oder anderen Verglasungen, führen häufig zu Verletzungen oder gar zum Tod der Tiere. Durch diese als Vogelschlag bezeichneten Kollisionen der Vögel mit den Trägerelementen entsteht außerdem ein nicht zu vernachlässigender Imageschaden für den Besitzer eines durch Vogelschlag betroffenen Gebäudes. Zudem werden durch das Bundesnaturschutzgesetz rechtliche Anforderungen für den Vogelschutz gestellt.
Zur Vermeidung oder Verringerung von Vogelschlag werden die Trägerelemente bisher beschichtet, insbesondere mit Folien in Form von Greifvogelsilhouetten beklebt. Das Bekleben von Verglasungen mit Folien in Form von Greifvogelsilhouetten ist bei der Verringerung von Vogelschlag uneffektiv. Ebenso wird satiniertes Glas zur Verringerung von Vogelschlag eingesetzt. Allerdings stört satiniertes Glas Menschen beim Blick durch die Verglasung.
Aus der WO 2016/19891 A1 sind Vogelschutzverglasungen mit einem Hochre- flektivbereich und einem Niederreflektivbereich bekannt, welche elektromagnetische Strahlung in einem UV-zentrierten Wellenlängenbereich, bei etwa 370 nm, reflektieren.
Zahlreiche Vogelarten haben spezielle Sinneszellen in ihren Augen - sogenannte UV-Zapfen - welche eine visuelle Wahrnehmung in einem BUVD-
Wellenlängenbereich ermöglichen. Der BUVD-Wellenlängenbereich liegt zwischen größer gleich 300 nm und kleiner gleich 450 nm.
Demgegenüber ermöglicht das menschliche Auge eine visuelle Wahrnehmung in einem VIS-Wellenlängenbereich, welcher zwischen größer gleich 380 nm und kleiner gleich 780 nm liegt.
In der WO 2016/198901 A1 wird ausgeführt, dass die Reflexionen in dem BUVD- Wellenlängenbereich für Vögel sichtbar sind, für den Menschen mit dem bloßen Auge visuell jedoch nur schwach bis kaum wahrnehmbar sind.
Allerdings bieten die vorbekannten Vogelschutzverglasungen nur eine unzufrieden stellende Wirksamkeit zur Verringerung von Vogelschlag oder die verwendeten optischen Strukturen sind für den Menschen gut sichtbar, beispielsweise bei satiniertem Glas, und können daher als störend empfunden werden.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein optisch strukturiertes Element bereitzustellen, welches Vogelschlag effektiv verhindert.
Der vorliegenden Erfindung liegt außerdem die Aufgabe zugrunde, ein Optiksystem und die Verwendung eines optisch strukturierten Elements anzugeben, durch welche Vogelschlag verringert wird und die in ihrer Herstellung und/oder Anwendung besonders preisgünstig und effizient sind und welche mit zusätzlichen Funktionalitäten ausgebildet werden können oder sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein optisch strukturiertes Element mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , durch ein Optiksystem mit den Merkmalen des Anspruchs 13 und durch eine Verwendung des optisch strukturierten Elements mit den Merkmalen des Anspruchs 15. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
Ein erfindungsgemäßes optisch strukturiertes Element zur Minimierung oder Verhinderung von Vogelkollisionen, umfasst mindestens ein Trägerelement, mindestens einen Hochreflektivbereich und mindestens einen Niederreflektivbe- reich. Dabei weist das Trägerelement den mindestens einen Hochreflektivbereich und/oder den mindestens einen Niederreflektivbereich auf. Erfindungsgemäß weist das optisch strukturierte Element in dem Hochreflektivbereich einen ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrad in einem Doppelzapfen- Wellenlängenbereich auf und einen ersten VIS-Transmissionsgrad in einem VIS- Wellenlängenbereich auf. In dem Niederreflektivbereich weist das erfindungsgemäße optisch strukturierte Element einen zweiten Doppelzapfen- Reflexionsgrad in dem Doppelzapfenwellenlängenbereich und einen zweiten VIS-Transmissionsgrad in dem VIS-Wellenlängenbereich auf. Der Doppelzapfen- Wellenlängenbereich liegt zwischen größer gleich 400 nm und kleiner gleich 700 nm und der VIS-Wellenlängenbereich zwischen größer gleich 380 nm bis kleiner 780 nm. Erfindungsgemäß ist eine Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz des ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrads und des zweiten Doppelzapfen- Reflexionsgrads größer gleich 5 %, vorzugsweise größer gleich 10 %, besonders vorzugsweise größer gleich 15 %, höchst vorzugsweise größer gleich 20 % und ein VIS-Transmissionsverhältnis des ersten VIS-Transmissionsgrads und des zweiten VIS-Transmissionsgrads größer gleich 70 % ist, vorzugsweise größer gleich 80 %, besonders vorzugsweise größer gleich 85 %, höchst vorzugsweise größer gleich 90 % und das VIS-Transmissionsverhältnis kleiner gleich 200 % ist, vorzugsweise kleiner gleich 180 %, besonders vorzugsweise kleiner gleich 150 %, höchst vorzugsweise kleiner gleich 130 %.
Bevorzugt weist das Trägerelement ein erstes Trägerteilelement und ein zweites Trägerteilelement auf, welche vorzugsweise jeweils als Glas oder Folie ausgebildet sind und besonders bevorzugt in dem VIS-Wellenlängenbereich transparent sind. Vorzugsweise ist das erste Trägerteilelement auf dem zweiten Trägerteilelement angeordnet, wobei das zweite Trägerteilelement besonders vorzugsweise mit dem ersten Trägerteilelement beschichtet, beklebt oder foliiert ist.
Insbesondere weist das erste Trägerteilelement den Hochreflektivbereich und das zweite Trägerteilelement den Niederreflektivbereich auf. Beispielsweise ist das erste Trägerteilelement als Folie ausgebildet und das zweite Trägerteilelement als Fensterglas, als Fassaden-Dekorationsverglasung oder als eine andere Verglasung ausgebildet.
Bevorzugt entspricht der Niederreflektivbereich einer bei Draufsicht sichtbaren Oberfläche des zweiten Trägerteilelements, besonders bevorzugt ist diese sichtbare Oberfläche teilweise beschichtet, insbesondere mit dem ersten Trägerteilelement, wobei der beschichtete Bereich oder die beschichteten Bereiche dem Hochreflektivbereich oder den Hochreflektivbereichen entsprechen.
Alternativ bevorzugt ist der umgekehrte Fall, bei dem der Hochreflektivbereich der bei Draufsicht sichtbaren Oberfläche des zweiten Trägerteilelements entspricht und der beschichtete Bereich oder die beschichteten Bereiche dem Niederreflektivbereich oder den Niederreflektivbereichen entsprechen.
Vorzugsweise ist das Trägerelement als ein beschichtetes Glas und/oder ein gefärbtes Glas oder als eine beschichtete Folie und/oder eine gefärbte Folie ausgebildet. Besonders vorzugsweise entspricht der Hochreflektivbereich einem gefärbten Teilbereich und der Niederreflektivbereich einem nicht gefärbten Teilbereich des Trägerelements.
Das erfindungsgemäße optisch strukturierte Element ist besonders effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag, wie Studien der Anmelderin ergaben. Insbesondere wird Vogelschlag umso effektiver verhindert, je größer die Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz ist. Die bemerkenswerte Effektivität des erfindungsgemäßen optisch strukturierten Elements bei der Verringerung von Vogelschlag ist in der Erkenntnis begründet, dass bei Vögeln die Wahrnehmung von Bewegungen, insbesondere von Relativbewegungen und stehenden Objekten beim Flug, nicht durch die UV-Zapfen, sondern durch sogenannte Doppelzapfen- Sinneszellen stattfindet. Die Doppelzapfen-Sinneszellen nehmen den Doppel-
zapfen-Wellenlängenbereich wahr und weisen ein Sensitivitätsmaximum bei etwa 570 nm mit einer Halbwertsbreite von etwa 510 nm bis 620 nm auf.
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Wert des VIS-Transmissionsverhältnis näher an 100 %, die Sichtbarkeit des optisch strukturierten Elements in Transmission für einen Menschen minimiert wird, wobei die vorteilhafte Verringerung des Vogelschlags beibehalten wird. Das optisch strukturierte Element ist also beispielsweise bei einem Blick durch ein damit versehenes Fenster aus einem Raum hinaus für Menschen weniger sichtbar.
Vorzugsweise werden der Hochreflektivbereich und der Niederreflektivbereich bei Draufsicht auf das optisch strukturierte Element durch Reflektionsmessun- gen bestimmt.
Die Doppelzapfen-Reflexionsgrade des optisch strukturierten Elements, insbesondere der erste und der zweite Doppelzapfen-Reflexionsgrad, werden vorzugsweise jeweils durch Reflexionsmessungen in dem Doppelzapfen- Wellenlängenbereich und Wichtung mit einem Osorio99D65-Spektrum bestimmt. Das Osorio99D65-Spektrum gibt die wellenlängenabhängige Sensitivität der Doppelzapfen-Sinneszellen wieder und ist aus der Veröffentlichung „Colour vision of domestic chicks“ von D. Osorio, M. Vorobyev und C. D. Jones, erschienen in „The Journal of Experimental Biology“, Volume 202, Seiten 2951 -2959, von 1999, Figur 1 , Spur D, bekannt (genannt Osorio99). Dieses Spektrum wurde aus der Analyse von Doppelzapfen bei Hühnern gewonnen, ist jedoch ebenso in sehr guter Näherung für andere typische Vogelarten anwendbar. Die Daten aus Osorio99 (Figur 1 , Spur D) wurden mit der tageslichttypischen Normlichtart D65 gewichtet, um das Spektrum Osorio99D65 zu erhalten.
Die VIS-Transmissionsgrade werden jeweils durch Transmissionsmessungen in dem VIS-Wellenlängenbereich bestimmt und mit einem VIS-Spektrum gewichtet, welches einer Helligkeitsempfindlichkeitskurve des menschlichen Auges bei Tageslicht entspricht und den Spektraldaten “CIE 2008, physiologically-relevant 2- deg V(l) luminous efficiency functions” entnommen werden kann.
Zur Bestimmung des VIS-Transmissionsverhältnisses wird bevorzugt der erste VIS-Transmissionsgrad durch den zweiten VIS-Transmissionsgrad dividiert und das Ergebnis dieser Division mit 100 % multipliziert.
Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist ein Farbabstand in der visuellen Transmission, zwischen dem Hochreflektivbereich und dem Niederreflektiv- bereich kleiner gleich 20, vorzugsweise kleiner gleich 15, besonders vorzugsweise kleiner gleich 10, höchst vorzugsweise kleiner gleich 5.
Der Farbabstand zwischen dem Hochreflektivbereich und dem Niederreflektivbe- reich wird nach DIN ISO 1 1664-4 bestimmt.
Bei dieser bevorzugten Ausführungsform ergibt sich der Vorteil, dass bei geringem Farbabstand das optisch strukturierte Element weniger auffällig für das menschliche Auge ist, jedoch gleichbleibend effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind der zumindest eine Hochreflektivbereich und der zumindest eine Niederreflektivbereich aneinander angrenzend angeordnet. Vorzugsweise sind der zumindest eine Niederreflektivbereich und der zumindest eine Hochreflektivbereich kammartig ineinandergreifend ausgebildet.
Diese Ausführungsform ist bei der Verringerung von Vogelschlag besonders effektiv, da die aneinander angrenzenden Bereiche für anfliegende Vögel einfacher und besser erkennbar sind.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der zumindest eine Hochreflektivbereich derart ausgestaltet, dass eine Kreisfläche mit einem Durchmesser von 15 cm, bevorzugt mit einem Durchmesser von 10 cm, insbesondere mit einem Durchmesser von 8 cm nicht vollständig innerhalb des Hochreflektivbe- reichs anordenbar ist und der zumindest eine Niederreflektivbereich derart aus-
gestaltet ist, dass eine Kreisfläche mit einem Durchmesser von 15 cm, bevorzugt mit einem Durchmesser von 10 cm, insbesondere mit einem Durchmesser von 8 cm nicht vollständig innerhalb des Niederreflektivbereichs anordenbar ist.
Bevorzugt ist der zumindest eine Hochreflektivbereich nicht vollständig von der Kreisfläche überdeckbar und der zumindest eine Niederreflektivbereich ist ebenfalls nicht vollständig von der Kreisfläche überdeckbar.
Vorzugsweise wird die Kreisfläche bei orthogonaler Draufsicht auf den Hochreflektivbereich und/oder den Niederreflektivbereich bestimmt, beispielsweise durch auflegen einer Kreisflächenschablone mit dem entsprechenden Durchmesser.
Diese Ausführungsform ist bei der Verringerung von Vogelschlag besonders effektiv, da bei größeren kreisförmigen Flächen Vögel in Relation zu ihrer Körpergröße eher ein überwindbares, insbesondere ein durchfliegbares, Hindernis erkennen und deshalb mit einer höheren Wahrscheinlichkeit mit dem Trägerelement kollidieren.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element in dem Hochreflektivbereich einen ersten BUVD-Reflexionsgrad in dem BUVD-Wellenlängenbereich auf und in dem Niederreflektivbereich einen zweiten BUVD-Reflexionsgrad in dem BUVD-Wellenlängenbereich auf. Bevorzugt ist bei dieser Ausführungsform eine BUVD-Reflexionsgraddifferenz des ersten BUVD- Reflexionsgrads und des zweiten BUVD-Reflexionsgrads kleiner gleich 20 %, vorzugsweise kleiner gleich 10 %, besonders vorzugsweise kleiner gleich 5 %, höchst vorzugsweise kleiner gleich 3 %.
Die BUVD-Reflexionsgrade des optisch strukturierten Elements in dem Hochreflektivbereich und in dem Niederreflektivbereich werden vorzugsweise jeweils durch Reflexionsmessungen in dem BUVD-Wellenlängenbereich gemessen und mittels einer Wichtung mit einem BUVD65-Spektrum bestimmt. Das BUVD65- Spektrum gibt die wellenlängenabhängige Sensitivität der UV-Zapfen wieder und
ist durch eine Gaußsche Kurve mit einem Maximum bei etwa 370 nm mit einer Halbwertsbreite von etwa 345 nm bis 395 nm und Wichtung mit der tageslichttypischen Normlichtart D65 bestimmt.
Diese Ausführungsform ist noch effektiver bei der Verringerung von Vogelschlag. Diese vorteilhafte Wirkung ist nach aktuellem Kenntnisstand dadurch begründet, dass Reflexionen in dem BUVD-Wellenlängenbereich - entgegen den bisherigen Erkenntnissen aus dem vorbekannten Stand der Technik - gar einen anziehenden Effekt auf Vögel haben können. Eine geringere BUVD- Reflexionsgraddifferenz ist deshalb besonders effektiv bei der Verhinderung von Vogelschlag.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der erste Doppelzapfen- Reflexionsgrad größer als der erste BUVD-Reflexionsgrad.
Hierdurch wird- entgegen den bisherigen Erkenntnissen aus dem vorbekannten Stand der Technik - Vogelschlag, besonders effektiv verringert, wie Experimente der Anmelderin ergaben.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist eine Doppelzapfen-BUVD- Differenz des ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrads und des ersten BUVD- Reflexionsgrads größer gleich 2 %, vorzugsweise größer gleich 5 %, besonders vorzugsweise größer gleich 10 %, höchst vorzugsweise größer gleich 15 %.
Wie zuvor erwähnt, können Reflexionen in dem BUVD-Wellenlängenbereich einen anziehenden Effekt auf Vögel haben, wodurch ein geringerer BUVD- Reflexionsgrad Vogelschlag verringert. Eine größere Doppelzapfen-BUVD- Differenz führt somit zu einer verstärkten visuellen Wahrnehmung des optisch strukturierten Elements in dem Doppelzapfen-Wellenlängenbereich mittels der Doppelzapfen-Sinneszellen und verringert somit die Wahrscheinlichkeit des Vogelschlags.
Die Doppelzapfen-Sinneszellen des Vogelauges nehmen einen Wellenlängenbereich wahr, der auch für das menschliche Auge wahrnehmbar ist und von einem blauen bis zu einem roten Farbeindruck reicht. Somit ist das optisch strukturierte Element grundsätzlich auch für einen Menschen visuell wahrnehmbar.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform, bei der insbesondere das zweite Trägerteilelement mit dem ersten Trägerteilelement beschichtet ist, weist das optisch strukturierte Element in dem Hochreflektivbereich eine Schicht mit einem Brechungsindex zwischen größer gleich 1 ,5 und kleiner gleich 2,6 auf, vorzugsweise zwischen größer gleich 1 ,7 und kleiner gleich 2,3, höchst vorzugsweise zwischen größer gleich 1 ,9 und kleiner gleich 2,2.
Der Brechungsindex wird vorzugsweise durch spektrale Messung in einem Ellipsometer und einem anschließendem Modellfit bei einer Wellenlänge von 550 nm bestimmt.
Durch einen Brechungsindex in den zuvor genannten Wertebereichen kann die Schicht des Hochreflektivbereichs besonders dünn ausgestaltet werden, wodurch die Herstellungskosten besonders gering sind. Vogelschlag wird bei dieser Ausführungsform besonders effektiv verhindert.
Bei einer ebenfalls bevorzugten Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element eine Siliziumnitrid enthaltende Schicht mit einer Schichtdicke von größer gleich 50 nm auf, vorzugsweise größer gleich 70 nm, besonders vorzugsweise größer gleich 80 nm, höchst vorzugsweise gleich 86 nm. Vorzugsweise ist die Schichtdicke kleiner gleich 400 nm, besonders vorzugsweise kleiner gleich 250 nm, höchst vorzugsweise kleiner gleich 100 nm. Bevorzugt ist die Siliziumnitrid enthaltende Schicht in dem Hochreflektivbereich angeordnet, besonders bevorzugt bildet die Siliziumnitrid enthaltende Schicht den Hochreflektivbereich.
Ein derartiges optisch strukturiertes Element ist besonders effektiv, um Vogelschlag zu verhindern und bietet zudem den Vorteil geringer Herstellungskosten.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element eine Mehrzahl von Niederreflektivbereichen und Hochreflektivbereichen auf, insbesondere zumindest 10, bevorzugt zumindest 20, weiter bevorzugt zumindest 50 Niederreflektivbereiche und Hochreflektivbereiche. Insbesondere sind die Niederreflektivbereiche und Hochreflektivbereiche abwechselnd angeordnet, vorzugsweise als Streifenmuster aus alternierend angeordneten Streifen von Hochreflektivbereichen und Niederreflektivbereichen. Bevorzugt ist bei dieser Ausführungsform das Trägerelement ein Fenster, vorzugsweise ein 3 m bis 0,5 m breites Fenster, besonders vorzugsweise ein 1 ,5 m bis 0,8 m breites Fenster, höchst vorzugsweise ein 1 m breites Fenster.
Vorzugsweise weisen die Streifen eine Breite von 2 mm bis 100 mm in einer Horizontalrichtung auf, besonders vorzugsweise sind die Streifen als in einer Vertikalrichtung orientierte Vertikalstreifen ausgebildet. Die Vertikalrichtung entspricht der Richtung der Schwerkraft und die Horizontalrichtung steht senkrecht zur Vertikalrichtung.
Derartige Streifenmuster sind besonders effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Doppelzapfen- Reflexionsgraddifferenz größer gleich 10 % und kleiner gleich 30 %. Vorzugsweise ist das VIS-Transmissionsverhältnis größer gleich 80 % und kleiner gleich 130 %.
Ein derartiges optisch strukturiertes Element erwies sich als besonders effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag und lässt sich zudem kostensparend herstellen.
Ein erfindungsgemäßes Optiksystem umfasst ein erfindungsgemäßes optisch strukturiertes Element, bei dem das Trägerelement ein erstes Trägerteilelement und ein zweites Trägerteilelement aufweist, vorzugsweise ein Glas oder eine
Folie. Bei dem erfindungsgemäßen Optiksystem ist vorzugsweise das erste Trägerteilelement auf dem zweiten Trägerteilelement angeordnet.
Auch bei dem erfindungsgemäßen Optiksystem ergeben sich die für das erfindungsgemäße optisch strukturierte Element genannten Vorteile eines verringerten Vogelschlags.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Optiksystem eine Wärmeschutzschicht und/oder eine Sonnenschutzschicht. Vorzugsweise ist das zweite Trägerteilelement als eine äußere Glasscheibe mit einer Innenseite ausgebildet und das erste Trägerteilelement und die Wärmeschutzschicht und/oder die Sonnenschutzschicht sind an der Innenseite der äußeren Glasscheibe angeordnet.
Das Optiksystem wird dadurch mit zusätzlichen Funktionalitäten, wie wärmedämmenden Eigenschaften und/oder einem Überhitzungsschutz ausgestattet.
Es kann somit bei Aufbringen einer Wärmeschutzschicht zusätzlich ein Schutz gegen Vogelschlag erreicht werden.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind das erste Trägerteilelement und die Wärmeschutzschicht und/oder die Sonnenschutzschicht an einer Innenseite einer äußeren Glasscheibe angeordnet, also insbesondere an einer sogenannten Position 2 einer Isolierverglasung.
Dadurch ist das Optiksystem vorteilhafterweise besonders kostengünstig in der Herstellung und die Wärmeschutzschicht und/oder die Sonnenschutzschicht ist vor Beschädigungen, beispielsweise durch Witterungseinflüsse besser geschützt. Der Schutz gegen Vogelschlag bleibt dabei gleichbleibend gut oder verringert sich nur geringfügig.
Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist das erste Trägerteilelement an einer Außenseite einer äußeren Glasscheibe, einer sogenannten Position 1 und die Wärmeschutzschicht an der Position 2 angeordnet. Bei dieser Ausführungsform ist die Wärmeschutzschicht vor Beschädigungen besonders geschützt
und dadurch besonders langlebig. Darüber hinaus ist die Vogelschutzwirkung verbessert.
Erfindungsgemäß ist die Verwendung des erfindungsgemäßen optisch strukturierten Elements zur Anbringung an oder auf einem optischen Fassadenelement, vorzugsweise einem Fenster oder einer anderen Fassadenverglasung .
Durch die erfindungsgemäße Verwendung ergeben sich die zuvor genannten Vorteile einer verringerten Vogelaufprallhäufigkeit auf das optische Fassadenelement, also eines verringerten Vogelschlags.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der folgend beschriebenen vorteilhaften Ausführungsformen.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der erste Doppelzapfen- Reflexionsgrad größer als der zweite Doppelzapfen-Reflexionsgrad. Dadurch ergibt sich vorteilhafterweise ein größerer Kontrast zwischen dem Hochreflektiv- bereich und dem Niederreflektivbereich wodurch Vogelschlag effektiver verringert wird.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der erste Doppelzapfen- Reflexionsgrad größer gleich 15 %, vorzugsweise größer gleich 20 %, besonders vorzugsweise größer gleich 25 %. Durch einen größeren ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrad wird Vogelschlag effektiver verringert.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Niederreflektivbereich bevorzugt als Einzelscheibe eines Mehrfachglassystems ausgebildet. Vorzugsweise ist der zweite Doppelzapfen-Reflexionsgrad, insbesondere der Einzelscheibe, kleiner gleich 12 %, vorzugsweise kleiner gleich 9 %. Hierdurch kann in unaufwändiger Weise eine hohe Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz erzielt werden.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind der Hochreflektivbereich und der Niederreflektivbereich aneinander angrenzend angeordnet, vorzugsweise nebeneinander oder übereinander. Hierdurch wird Vogelschlag effektiver verringert.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element, vorzugsweise in dem Hochreflektivbereich, eine Schicht mit einer optische Dicke von größer gleich 100 nm bis kleiner gleich 250 nm auf, vorzugsweise größer gleich 1 10 nm bis kleiner gleich 230 nm, besonders vorzugsweise größer gleich 130 nm bis kleiner gleich 210 nm, höchst vorzugsweise größer gleich 150 nm bis kleiner gleich 190 nm.
Die optische Dicke ist das Produkt des Brechungsindex bei 550 nm und der Schichtdicke. Optische Dicken in den zuvor genannten Wertebereichen führen zu einem besonders geringen Vogelschlag.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element eine Schicht aus Siliziumnitrid auf, vorzugsweise in dem Hochreflektivbereich.
Siliziumnitrid ist ein besonders festes, hartes und gegenüber zahlreichen Chemikalien inertes Material und dadurch besonders strapazierfähig und langlebig. Zudem weist Siliziumnitrid einen Brechungsindex von 2,0 auf und eignet sich somit besonders gut für ein optisch strukturiertes Element zur Verringerung von Vogelschlag, wie zuvor erwähnt.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist das optisch strukturierte Element zumindest in dem Hochreflektivbereich eine Schicht mit einem ersten Dielektrikum auf. Bevorzugt weist das optisch strukturierte Element zumindest in dem Hochreflektivbereich eine Schicht mit einem zweiten Dielektrikum auf. Bevorzugt weist das erste Dielektrikum einen kleineren Brechungsindex als das zweite Dielektrikum auf. Besonders vorzugsweise weist das zweite Dielektrikum einen Brechungsindex von größer gleich 1 ,8 bis kleiner gleich 2,6 auf, weiter
vorzugsweise etwa 2,4. Höchst vorzugsweise weist das erste Dielektrikum einen Brechungsindex von größer gleich 1 ,3 bis kleiner gleich 2,2 auf, weiter vorzugsweise etwa 2,0.
Vorzugsweise weist das erste Dielektrikum ein Zinnoxid auf, besonders vorzugsweise Zinn(IV)-oxid SnCh. Das erste Dielektrikum weist bevorzugt ein Zinkoxid (ZnO) und/oder ein Zinn-Zink-Mischoxid (SnZnOx) auf. Vorzugsweise weist das zweites Dielektrikum Titandioxid (TiO?) auf.
Die zuvor genannten Dielektrika sind preisgünstig und robust und weisen zudem optische Eigenschaften auf, welche sich besonders für das optisch strukturierte Element eignen.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform umfasst das optisch strukturierte Element, vorzugsweise in dem Hochreflektivbereich, eine erste Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 160 nm, besonders vorzugsweise enthält die erste Schicht das erste Dielektrikum. Bevorzugt umfasst das optisch strukturierte Element eine zweite Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 190 nm, besonders vorzugsweise enthält die zweite Schicht das zweite Dielektrikum.
Das optisch strukturierte Element mit der zuvor genannten Schichtabfolge der ersten Schicht und der zweiten Schicht weist eine besonders gute Wirksamkeit gegen Vogelschlag auf.
Bevorzugt umfasst das optisch strukturierte Element eine dritte Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 220 nm, wobei die zweite Schicht zwischen der ersten Schicht und der dritten Schicht angeordnet ist, besonders vorzugsweise enthält die dritte Schicht das erste Dielektrikum. Höchst bevorzugt umfasst das optisch strukturierte Element eine vierte Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 190 nm, wobei die dritte Schicht zwischen der zweiten Schicht und der vierten Schicht angeordnet ist, vorzugsweise enthält die vierte Schicht das zweite erste Dielektrikum. Weiter vorzugsweise umfasst das optisch strukturierte Element eine fünfte Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 160 nm,
wobei die vierte Schicht zwischen der dritten Schicht und der fünften Schicht angeordnet ist, besonders vorzugsweise enthält die fünfte Schicht das erste Dielektrikum.
Das optisch strukturierte Element mit einer Schichtabfolge der vorgenannten Schichten weist eine außerordentlich gute Wirksamkeit gegen Vogelschlag auf und ist zudem besonders robust und preisgünstig in der Herstellung.
Bevorzugt umfasst das optisch strukturierte Element eine sechste Schicht mit einer Schichtdicke von vorzugsweise 150 nm, wobei die fünfte Schicht zwischen der vierten Schicht und der sechsten Schicht angeordnet ist, besonders vorzugsweise enthält die sechste Schicht Siliziumdioxid (SiO?).
Die sechste Schicht wirkt vorteilhafterweise als Antireflexionsschicht und dient zudem zum Schutz der darunterliegenden Schichten gegenüber mechanischer Belastung und Abrieb. Weiter vorteilhafterweise reduziert die Antireflexionsschicht eine breitbandige Reflexion, beeinflusst aber eine schmalbandige Reflexion, insbesondere in dem Doppelzapfen-Wellenlängenbereich, kaum.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Niederreflektivbe- reich keine Siliziumnitrid oder Titandioxid aufweisende Schicht auf, insbesondere ist der Niederreflektivbereich bevorzugt aus Kalk-Natron-Glas ausgebildet. Durch diese Ausführungsform lässt sich das optisch strukturierte Element besonders günstig herstellen.
Vorzugsweise umfasst das optisch strukturierte Element zumindest einen Bereich hoher Flächendichte und zumindest einen Bereich niedriger Flächendichte, besonders vorzugsweise umfasst das optisch strukturierte Element zumindest einen Bereich mittlerer Flächendichte. Bevorzugt ist bei dem Bereich hoher Flächendichte ein Quotient aus dem aufsummierten flächenmäßigen Anteil der Hochreflektivbereiche im Verhältnis zu dem aufsummierten flächenmäßigen Anteil der Niederreflektivbereiche größer als der Quotient bei dem Bereich mittlerer
Flächendichte, welcher einen entsprechend größeren Quotienten als der Bereich geringer Flächendichte aufweist.
Durch das Vorsehen von Bereichen hoher und niedriger Flächendichte lässt sich eine für den Betrachter optisch weniger auffällige Ausgestaltung erzielen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das optisch strukturierte Element mehrere Hochreflektivbereiche in Form von kreisrunden Flächen, welche auf einem ansonsten unbeschichteten oder gleichmäßig beschichteten Niederre- flektivbereich angeordnet sind, wobei vorzugsweise in dem Bereich hoher Flächendichte der Abstand der kreisrunden Flächen kleiner ist als in dem Bereich niedriger Flächendichte.
Diese Ausführungsform ist besonders effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag und preisgünstig in der Herstellung.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst das optisch strukturierte Element einen Hochreflektivbereich mit zumindest einem Sägezahnkurvenrand, bevorzugt einen streifenförmigen Hochreflektivbereich mit Sägezahnkurvenrand. Dadurch wird Vogelschlag besonders effektiv verhindert und eine Abnahme der Gesamtreflexion an den Rändern des Hochreflektivbereichs durch die sägezahnkurvenförmige Ausgestaltung erreicht. Zudem wird durch die sägezahnkurvenförmige Ausgestaltung der Fläche des streifenartigen Hochreflektivbereichs vorteilhafterweise eine Kontur der Streifenform verwischt, wodurch der Hochreflektivbereich an den Rändern für Menschen weniger auffällig ist, insbesondere bei Betrachtung in Transmission.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das optisch strukturierte Element zumindest eine weitere sägezahnstreifenförmige Fläche des Hochreflektivbereichs. Vorzugsweise weisen zwei aneinander liegende sägezahnstreifenförmige Flächen einen Abstand auf. Besonders vorzugsweise weist der Bereich hoher Flächendichte einen geringeren Abstand der sägezahnstreifenförmigen Flächen auf als der Bereich niedriger Flächendichte.
Diese Ausführungsform ist besonders effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag und günstig in der Herstellung.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste Trägerteilelement zwischen der Wärmeschutzschicht und/oder der Sonnenschutzschicht und dem zweiten Trägerteilelement angeordnet. Bei einer alternativen Ausführungsform ist das erste Trägerteilelement auf der Wärmeschutzschicht und/oder auf der Sonnenschutzschicht angeordnet.
Vorteilhafterweise wird dadurch der einfache Einsatz des optisch strukturierten Elements in Isolierverglasungen ermöglicht, wobei das erste Trägerteilelement vorzugsweise an einer Innenseite einer äußeren Glasscheibe, also an der Position 2, angeordnet ist. Somit wird in vorteilhafter Weise eine Glasscheibe mit Vogelschutzfunktionalität und Sonnen/Wärmeschutz ausgestattet.
Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform ist das zweite Trägerteilelement zwischen dem ersten Trägerteilelement und der Wärmeschutzschicht und/oder der Sonnenschutzschicht angeordnet.
Bei dieser Ausführungsform ist das optisch strukturierte Element vor Witterungseinflüssen besonders geschützt und dadurch besonders langlebig.
Bei einem bevorzugten Herstellungsverfahren im Rahmen dieser Erfindung wird das optisch strukturierte Element durch ein Vakuumbeschichtungsverfahren des Trägerelements, mittels einer physikalischen Gasphasenabscheidung (PVD), einem Aufdampfen oder einer chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) auf das Trägerelement hergestellt.
Diese Herstellungsverfahren ermöglichen eine einfache, preisgünstige und qualitativ hochwertige Fertigung des optischen strukturierten Elements.
Vorzugsweise bilden die Hochreflektivbereiche und Niederreflektivbereiche Muster aus. Die Muster werden bevorzugt hergestellt durch Beschichtung, Masken oder in einem Lift-off-Verfahren mit aufgedruckten Masken, durch Laserablation oder Laserstrukturierung, besonders bevorzugt durch sieb- oder digitalgedruckte Masken, die nach der Vakuumbeschichtung in Lösungsmitteln oder durch nachfolgende thermische Veraschung entfernt werden. Vorteilhafterweise wird bei der Veraschung das Glas gleichzeitig thermisch gehärtet. Bei dem Sieb- oder Digitaldruck oder der Laserstrukturierung wird vorteilhafterweise die Flächendichte des Hochreflektivbereichs in einfacher Weise graduell eingestellt.
Mit Mustern beschichtete Trägerelemente wie Gläser sind besonders preisgünstig produzierbar, effektiv bei der Verringerung von Vogelschlag und für den Menschen optisch ansprechend.
Vorzugsweise werden die Muster durch ein vollflächiges Beschichten einer Folie, einem darauffolgenden Schneiden der Folie und einem darauffolgenden Auflaminieren oder einem Einlaminieren der Folie, insbesondere von Folienstücken, auf ein Glas oder eine weitere Folie erzeugt. Besonders vorzugsweise wird die Folie auf ein bereits in einem Gebäude verbautes Fensterglas aufgeklebt. Insbesondere entspricht dabei die Folie dem ersten Trägerteilelement und das Fensterglas dem zweiten Trägerteilelement. Dieses Herstellungsverfahren eines beschichteten zweiten Trägerteilelements ist besonders einfach und preisgünstig.
Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand von Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnung.
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen optisch strukturierten Elements;
Figur 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen optisch strukturierten Elements mit einem ersten und einem zweiten Hochreflektivbereich;
Figur 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optisch strukturierten Elements mit mehreren aneinander angrenzenden Hochreflektiv- und Niederreflektivbereichen;
Figur 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel mit kreisrunden Flächen des Hochreflektivbereichs;
Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel mit sägezahnkurvenförmigen Flächen des Hochreflektivbereichs;
Figur 6a zeigt ein optisch strukturiertes Element mit einem ersten und einem zweiten Hochreflektivbereich;
Figur 6b zeigt ein optisch strukturiertes Element, bei welchem der Hochreflektivbereich auf dem Niederreflektivbereich angeordnet ist;
Figur 6c zeigt ein Optiksystem, bei dem ein erstes Trägerteilelement auf einem zweiten Trägerteilelement angeordnet ist;
Figur 6d zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Optiksystems mit einer Siliziumnitrid enthaltende Schicht;
Figur 6e zeigt ein erstes Optiksystem;
Figur 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Optiksystems mit einer Wärmeschutzschicht und/oder einer Sonnenschutzschicht;
Figur 8 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel eines Optiksystems mit einer Wärmeschutzschicht und/oder einer Sonnenschutzschicht;
Figur 9 zeigt ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel eines Optiksystems mit einer Wärmeschutzschicht und/oder einer Sonnenschutzschicht;
Figur 10 zeigt ein Diagramm, welches die optischen Eigenschaften eines Optiksystems beschreibt, bei dem der Hochreflektivbereich eine Siliziumnitrid-Einzelschicht aufweist;
Figur 1 1 zeigt ein Diagramm, welches die optischen Eigenschaften des ersten Optiksystems beschreibt;
Figur 12 zeigt eine Tabelle mit optischen Parametern zweier Optiksysteme.
In den Figuren verwendete gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche oder zumindest gleich wirkende Elemente.
Figur 1 zeigt ein optisch strukturiertes Element 1 mit einem Trägerelement 2. Das optisch strukturierte Element 1 umfasst einen Hochreflektivbereich 3 und einen Niederreflektivbereich 4. Der Hochreflektivbereich 3 und der Niederreflek- tivbereich 4 sind bei dem Beispiel der Figur 1 aneinander angrenzend angeordnet.
Das optisch strukturierte Element 1 weist in dem Hochreflektivbereich 3 einen ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrad in einem Doppelzapfen- Wellenlängenbereich 5 (hier nicht gezeigt, vergleiche Figur 10) auf. Der Doppelzapfen-Wellenlängenbereich 5 liegt zwischen größer gleich 400 nm und kleiner gleich 700 nm. Das optisch strukturierte Element 1 weist in dem Niederreflektivbereich 4 einen zweiten Doppelzapfen-Reflexionsgrad in dem Doppelzapfen- Wellenlängenbereich 5 auf. Eine Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz ADZ (vergleiche Figur 12) des ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrads und des zweiten Doppelzapfen-Reflexionsgrads ist bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 gleich 13 %.
Bei einem weiteren nicht gezeigten Ausführungsbeispiel, welches sämtliche Merkmale des Ausführungsbeispiels der Figur 1 umfasst, weist das optisch strukturierte Element 1 in dem Hochreflektivbereich 3 einen ersten BUVD- Reflexionsgrad in einem BUVD-Wellenlängenbereich 6 (hier nicht gezeigt, vergleiche Figur 12) auf und in dem Niederreflektivbereich 4 einen zweiten BUVD- Reflexionsgrad in dem BUVD-Wellenlängenbereich 6 auf. Eine BUVD- Reflexionsgraddifferenz des ersten BUVD-Reflexionsgrads und des zweiten BUVD-Reflexionsgrads ist kleiner gleich 5 %.
Der erste Doppelzapfen-Reflexionsgrad ist größer als der erste BUVD- Reflexionsgrad. Dabei ist eine erste Doppelzapfen-BUVD-Differenz des ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrads und des ersten BUVD-Reflexionsgrads größer gleich 10 %.
Das optisch strukturierte Element 1 weist in dem Hochreflektivbereich 3 einen ersten VIS-Transmissionsgrad in einem VIS-Wellenlängenbereich auf und in dem Niederreflektivbereich 4 einen zweiten VIS- Transmissionsgrad in dem VIS- Wellenlängenbereich auf. Ein VIS-Transmissionsverhältnis QTViS (vergliche Figur 12) des ersten VIS-Transmissionsgrads und des zweiten VIS- Transmissionsgrads beträgt etwa 86%.
Ein Farbabstand AE (vergleiche Figur 12) zwischen dem Hochreflektivbereich 3 und dem Niederreflektivbereich 4 ist 6,9.
Das optisch strukturierte Element 1 weist in dem Hochreflektivbereich 3 eine Schicht mit einem Brechungsindex von 2,0 bei 550 nm auf.
Figur 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines optisch strukturierten Elements 1 , bei welchem der Hochreflektivbereich 3 (vergleiche Figur 1 ) einen ersten Hochreflektivbereich 3a und einen zweiten Hochreflektivbereich 3b umfasst. Der Niederreflektivbereich 4 ist zwischen dem ersten Hochreflektivbereich 3a und dem zweiten Hochreflektivbereich 3b angeordnet. Die Hochreflektivbereiche 3a, 3b und der Niederreflektivbereich 4 weisen in einer Vertikalrichtung 7 eine
gleichgroße Erstreckung auf und weisen in einer Horizontalrichtung 8 eine unterschiedlich große Erstreckung auf. Dabei ist die Erstreckung der Hochreflek- tivbereiche 3a, 3b in Horizontalrichtung 8 größer als die Erstreckung des Nie- derreflektivbereichs 4 in Horizontalrichtung 8. Die Hochreflektivbereiche 3a, 3b und der Niederreflektivbereich 4 bilden somit ein Streifenmuster aus, welches in Vertikalrichtung 7 orientierte Streifen umfasst.
Die Vertikalrichtung 7 und die Horizontalrichtung 8 sind orthogonal zueinander angeordnet. Die Vertikalrichtung 7 entspricht der Richtung der Schwerkraft.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 umfasst der Niederreflektivbereich 4 eine Fläche kleiner gleich 100 cm2.
Figur 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines optisch strukturierten Elements 1 , bei welcher der Niederreflektivbereich 4 einen ersten Niederreflektivbereich 4a und einen zweiten Niederreflektivbereich 4b umfasst. Der Hochre- flektivbereich 3 umfasst einen ersten Hochreflektivbereich 3a, einen zweiten Hochreflektivbereich 3b und einen dritten Hochreflektivbereich 3c.
Der erste Niederreflektivbereich 4a ist zwischen dem ersten Hochreflektivbereich 3a und dem zweiten Hochreflektivbereich 3b angeordnet. In Vertikalrichtung 7 unterhalb des ersten Niederreflektivbereichs 4a ist der dritte Hochreflektivbereich 3c angeordnet. Somit resultiert in Vertikalrichtung 7 und in Horizontalrichtung 8 eine alternierende Abfolge der Hochreflektivbereiche 3 und der Nie- derreflektivbereiche 4. Die alternierende Abfolge von Hochreflektivbereichen 3 und Niederreflektivbereichen 4 ergibt ein sich wiederholendes Muster.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel (hier nicht gezeigt) sind die Hochreflektivbereiche 3 und die Niederreflektivbereiche 4 in unregelmäßigen Abfolgen angeordnet.
Bei einem wiederrum weiteren Ausführungsbeispiel (hier nicht gezeigt) sind die Hochreflektivbereiche 3 und die Niederreflektivbereiche 4 in Form eines Firmenlogos angeordnet.
Figur 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines optisch strukturierten Elements 1 , bei welchem der Hochreflektivbereich 3 und die Niederreflektivbereiche 4a, 4b ein vertikales Streifenmuster ausbilden. Dabei weisen der Hochreflektivbereich 3 und der Niederreflektivbereich 4 eine größere Erstreckung in Vertikalrichtung 7 auf als in Horizontalrichtung 8. Der Hochreflektivbereich 3 umfasst einen Bereich hoher Flächendichte 9a, zwei Bereiche mittlerer Flächendichte 9b und zwei Bereiche geringer Flächendichte 9c. Der Bereich hoher Flächendichte 9a ist zwischen den beiden Bereichen mittlerer Flächendichte 9b angeordnet. Die beiden Bereiche mittlerer Flächendichte 9b sind jeweils zwischen dem Bereich hoher Flächendichte 9a und den angrenzenden Bereichen geringer Flächendichte 9c angeordnet. Die beiden Bereiche geringer Flächendichte 9c sind jeweils zwischen den angrenzenden Bereichen mittlerer Flächendichte 9b und den angrenzenden Niederreflektivbereichen 4a, 4b angeordnet.
Der Hochreflektivbereich 3 umfasst kreisrunde Flächen, die in der Figur 4 als Punkte dargestellt sind. Die kreisrunden Flächen sind sowohl in Vertikalrichtung 7 als auch in Horizontalrichtung 8 voneinander beabstandet. In dem Bereich der hohen Flächendichte 9a ist der Abstand zweier kreisrunder Flächen größer als in dem Bereich mittlerer Flächendichte 9b. Der Abstand zweier kreisrunder Flächen in dem Bereich mittlerer Flächendichte 9b ist wiederum geringer als jener in dem Bereich geringer Flächendichte 9c.
Bei einem weiteren, nicht gezeigten, Ausführungsbeispiel, entspricht der Bereich hoher Flächendichte 9a einem durchgängig beschichteten Bereich. Hierbei überlappen sich die kreisrunden Flächen in allen Richtungen, sodass eine durchgängige Schicht resultiert.
Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines optisch strukturierten Elements 1 , bei welchem der Hochreflektivbereich 3 sägezahnkurvenförmige Flä-
chen umfasst. Zwei nebeneinanderliegende sägezahnkurvenförmige Flächenbereiche weisen einen Abstand in Horizontalrichtung 8 auf, welcher in dem Bereich hoher Flächendichte 9a größer ist als in dem Bereich mittlerer Flächendichte 9b. In dem Bereich mittlerer Flächendichte 9b ist der Abstand in Horizontalrichtung 8 wiederum größer ist als in dem Bereich geringer Flächendichte 9c.
Bei einem weiteren, nicht gezeigten, Ausführungsbeispiel, umfasst der Hochre- flektivbereich nur eine einzelne sägezahnkurvenförmige Fläche, insbesondere eine Fläche mit zumindest einem Sägezahnkurvenrand.
Figur 6a zeigt ein optisch strukturiertes Element 1 mit einem ersten Hochreflek- tivbereich 3a einem zweiten Hochreflektivbereich 3b und einem Trägerelement 2. Das Trägerelement 2 kann beispielsweise als Folie ausgebildet sein und auf ein Fensterglas geklebt werden.
Bei einem weiteren, nicht gezeigten, Ausführungsbeispiel weisen die Hochre- flektivbereiche 3a, 3b wiederrum Siliziumnitrid auf, wohingegen der Niederre- flektivbereich 4 aus der reinen Folie, also ohne Siliziumnitrid, ausgebildet ist.
Figur 6b zeigt ein optisch strukturiertes Element 1 , bei welchem der erste Hochreflektivbereich 3a und der zweite Hochreflektivbereich 3b auf dem Niederreflek- tivbereich 4 angeordnet sind. Der Niederreflektivbereich 4 entspricht dabei einem herkömmlichen Kalk-Natron-Glas oder einer herkömmlichen im VIS- Wellenlängenbereich transparenten Folie. Der Niederreflektivbereich 4 ist mit den Hochreflektivbereichen 3a, 3b beschichtet.
Bei einem weiteren, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel, wird der Hochreflektivbereich 3 mit dem Niederreflektivbereich 4, bzw. mit mehreren Niederreflek- tivbereichen beschichtet.
Figur 6c zeigt ein Optiksystem 10, bei welchem bei dem das Trägerelement 2 ein erstes Trägerteilelement 2a und ein zweites Trägerteilelement 2b aufweist. Das optisch strukturierte Element 1 entspricht jenem der Figur 6b. Das zweite
Trägerteilelement 2b entspricht einem Fensterglas, insbesondere einem Kalk- Natron-Glas. Insbesondere entspricht der Niederreflektivbereich 4 einer bei Draufsicht sichtbaren Oberfläche des unbeschichteten zweiten Trägerteilelements 2b.
Figur 6d zeigt ein Optiksystem 10, bei dem das zweite Trägerteilelement 2b mit dem ersten Trägerteilelement 2a beschichtet ist. Das zweite Trägerteilelement 2b ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein beschichtetes Fensterglas aus Kalk- Natron-Glas. Der Hochreflektivbereich 3 weist eine einzelne Siliziumnitrid enthaltende Schicht 1 1 mit einer Schichtdicke 12 von 86 nm auf.
Dabei umfasst der Niederreflektivbereich 4 eine Schicht aus unbeschichtetem Kalk-Natron-Glas. Vorzugsweise ist der Niederreflektivbereich 4 aus Kalk- Natron-Glas gebildet. Vorzugsweise kann der Niederreflektivbereich 4 auch dem unbeschichteten Trägerelement 2 entsprechen.
Figur 6e zeigt ein erstes Optiksystem 10a, welches den folgenden Schichtaufbau aufweist:
Auf dem ersten Trägerteilelement 2a ist eine erste Schicht 1 1 mit einem ersten Dielektrikum aus Siliziumnitrid und mit einer Schichtdicke 12a von 160 nm angeordnet. Auf dieser ersten Schicht 1 1 a ist eine zweite Schicht 1 1 b mit einem zweiten Dielektrikum aus Titandioxid und mit einer Schichtdicke 12b von 190 nm angeordnet. Auf der zweiten Schicht 1 1 b ist eine dritte Schicht 1 1 c, welche das erste Dielektrikum aufweist, angeordnet. Die dritte Schicht 1 1 c weist eine Schichtdicke 12c von 220 nm auf. Auf der dritten Schicht 1 1 c ist eine vierte Schicht 1 1 d mit einer Schichtdicke 12d von 190 nm angeordnet, welche das zweite Dielektrikum aufweist. Auf der vierten Schicht 1 1 d ist eine fünfte Schicht 1 1 e mit einer Schichtdicke 12e von 160 nm angeordnet, welche das erste Dielektrikum aufweist. Auf der fünften Schicht 1 1 e ist eine sechste Schicht 1 1f angeordnet, welche eine Dicke 12f von 150 nm aufweist und aus Siliziumdioxid besteht.
Die optischen Eigenschaften des ersten Optiksystems 10a sind in der Tabelle der Figur 12 zusammengefasst.
Figur 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Optiksystems 10, bei dem zwischen dem ersten Trägerteilelement 2a und dem zweiten Trägerteilelement 2b eine Wärmeschutzschicht 13 und/oder eine Sonnenschutzschicht 14 angeordnet ist.
Figur 8 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel eines Optiksystems 10, das erste Trägerteilelement 2a zwischen der Wärmeschutzschicht 13 und/oder der Sonnenschutzschicht 14 und dem zweiten Trägerteilelement 2b angeordnet ist.
Figur 9 zeigt ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel eines Optiksystems 10, bei dem das zweite Trägerteilelement 2b zwischen der Wärmeschutzschicht 13 und/oder der Sonnenschutzschicht 14 und dem ersten Trägerteilelement 2a angeordnet ist.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 9 entspricht das zweite Trägerteilelement 2b einem Fensterglas, wobei das erste Trägerteilelement 2a an einer Außenseite des Fensterglases angeordnet ist. Die Wärmeschutzschicht 13 und/oder die Sonnenschutzschicht 14 sind dementsprechend an einer einem Innenraum zugewandten Innenseite des Fensterglases angeordnet.
Bei einem weiteren, nicht gezeigten, Ausführungsbeispiel, wird ein Mehrscheibenisolierglasaufbau verwendet. Das erste Trägerteilelement 2a ist dabei an der von außen gezählt ersten Glasoberfläche, der sogenannten Position 1 angeordnet. Die Wärmeschutzschicht 13 und/oder die Sonnenschutzschicht 14 ist an einer dem Scheibenzwischenraum zugewandten zweiten Glasoberfläche, der sogenannten Position 2, angeordnet.
Figur 10 zeigt ein Diagramm, welches die optischen Eigenschaften des Optiksystems 10 beschreibt, bei dem der Hochreflektivbereich 3 eine einzelne Siliziumnitrid enthaltende Schicht 1 1 aufweist (hier nicht gezeigt, vergleiche Figur
6d). Auf der Abszisse des Diagramms ist die Wellenlänge A in Nanometern dargestellt und der Doppelzapfen-Wellenlängenbereich 5 und der BUVD- Wellenlängenbereich 6 gekennzeichnet. Auf der Ordinate sind normierte Werte einer relativen Sensitivität von Sinneszellen eines Vogelauges für ein BUVD65- Spektrum 15 und ein Osorio99D65-Spektrum 16 aufgetragen. Zudem sind auf der Ordinate normierte Werte eines Reflexionsspektrums 17 des Hochreflektiv- bereichs 3 des optisch strukturierten Elements 1 des Optiksystems 10 aufgetragen. Der Niederreflektivbereich 4 weist vorzugsweise eine wellenlängenkonstante Reflexion von etwa 8 % auf und besonders vorzugsweise eine wellenlängenkonstante Transmission von etwa 92 % auf.
Das BUVD65-Spektrum 15 wird zur Wichtung von gemessenen BUVD- Reflexionsgraden herangezogen, wie zuvor beschrieben. Das Osorio99D65- Spektrum 16 wird zur Wichtung von gemessenen Doppelzapfen- Reflexionsgraden herangezogen und ist ebenfalls aus der zuvor genannten Veröffentlichung von Osorio et al. bekannt.
Das Reflexionsspektrum 17 wurde durch Reflexionsmessungen an dem Optiksystem 10 bestimmt. Aus den Werten des Reflexionsspektrums 17 geht hervor, dass der erste Doppelzapfen-Reflexionsgrad größer ist als der erste BUVD- Reflexionsgrad.
Figur 1 1 zeigt ein Diagramm, welches die optischen Eigenschaften des ersten Optiksystems 10a (hier nicht gezeigt, vergleiche Figur 6e) beschreibt. In dem Diagramm ist ein Reflexionsspektrum 18 und ein Transmissionsspektrum 19 des ersten Optiksystems 10a dargestellt, insbesondere des Hochreflektivbereichs 3 des ersten Optiksystems 10a.
Das Reflexionsspektrum 18 der Figur 1 1 umfasst mehrere lokale Extremwerte und weist damit einen komplexeren Verlauf auf als das Reflexionsspektrums 17 der Figur 10. Aus dem Reflexionsspektrum 18 geht hervor, dass die Reflexion in dem Doppelzapfen-Wellenlängenbereich 5 größer ist als die Reflexion in dem
BUVD-Wellenlängenbereich 6. Dementsprechend ist der erste Doppelzapfen- Reflexionsgrad größer als der erste BUVD-Reflexionsgrad.
Ein Transmissionsspektrum 19 des optisch strukturierten Elements 1 in dem Hochreflektivbereich 3 in dem VIS-Wellenlängenbereich weicht nur geringfügig von einem Transmissionsspektrum in dem Niederreflektivbereich 4 ab, was zu einem großen VIS-Transmissionsverhältnis QTViS und einem geringen Farbabstand AE führt.
Figur 12 zeigt eine tabellarische Zusammenfassung der optischen Parameter von herkömmlichen Kalk-Natron-Glas (erste Zeile), von dem Optiksystem 10 der Figur 6d (zweite Zeile) und von dem ersten Optiksystem 10a (dritte Zeile). Dabei bezeichnet Tvis die Transmission in dem VIS-Wellenlängenbereich; die Parameter L*, a* und b* bezeichnen Parameter eines L*a*b*-Farbraums. Der Parameter L* entspricht einem Helligkeitswert. Der Parameter a* gibt eine Farbart und Farbintensität zwischen Grün und Rot an. Der Parameter b* gibt eine Farbart und Farbintensität zwischen Blau und Gelb an. Der L*a*b*-Farbraum ist aus EN ISO 1 1664-4 „Colorimetry-Part 4: CIE 1976 L*a*b* colour space“ vorbekannt und normiert.
Die Spalte Osorio99D65 gibt den ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrad in dem Doppelzapfen-Wellenlängenbereich 5 an. Die Spalte BUVD65 gibt den ersten BUVD-Reflexionsgrad in dem BUVD-Wellenlängenbereich an. Die Spalte ADZ gibt die Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz ADZ des ersten Doppelzapfen- Reflexionsgrads und des zweiten Doppelzapfen-Reflexionsgrads an. Die Spalte AE gibt den Farbabstand zwischen dem Hochreflektivbereich 3 und dem Niederreflektivbereich 4 an. Der Farbabstand AE wird mittels der zuvor genannten Parameter L*, a* und b* bestimmt.
Wie aus den Zahlenwerten der Tabelle in Figur 12 hervorgeht, sind die ersten Doppelzapfen-Reflexionsgrade des Optiksystems 10 und des ersten Optiksystems 10a größer als die ersten BUVD-Reflexionsgrade der entsprechenden Optiksysteme 10, 10a. Die Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenzen ADZ der Op-
tiksysteme 10, 10a sind größer gleich 10 % und die Farbabstände AE der Optiksysteme 10, 10a sind kleiner 8.
Bezuqszeichen
1 Optisch strukturiertes Element
2 Trägerelement
2a Erstes Trägerteilelement
2b Zweites Trägerteilelement
3 Hochreflektivbereich
3a Erster Hochreflektivbereich
3b Zweiter Hochreflektivbereich
3c Dritter Hochreflektivbereich
4 Niederreflektivbereich
4a Erster Niederreflektivbereich
4b Zweiter Niederreflektivbereich
5 Doppelzapfen-Wellenlängenbereich
6 BUVD-Wellenlängenbereich
7 Vertikalrichtung
8 Horizontalrichtung
9a Bereich hoher Flächendichte
9b Bereich mittlerer Flächendichte
9c Bereich geringer Flächendichte
10 Optiksystem
10a Erstes Optiksystem
1 1 Schicht
1 1 a-f Schichten
12 Schichtdicke
12a-f Weitere Schichtdicken
13 Wärmeschutzschicht
14 Sonnenschutzschicht
15 BUVD65-Spektrum
16 Osorio99D65-Spektrum
17 Reflexionsspektrum des Hochreflektivbereichs von 10
18 Reflexionsspektrum des Hochreflektivbereichs von 10a
19 Transmissionsspektrum des Hochreflektivbereichs von 10a
ADZ Doppelzapfen-Reflexionsgraddifferenz
TViS Transmission in dem VIS-Wellenlängenbereich
QTViS VIS-T ransmissionsverhältnis
L* Helligkeitswert a* Farbart und Farbintensität zwischen Grün und Rot b* Farbart und Farbintensität zwischen Blau und Gelb
AE Farbabstand