Kosmetische Zubereitung umfassend schweißhemmende anorganische Salze,
Carbonsäuren und 1,3-Propandiol
Die Erfindung ist eine Kombination aus einem oder mehreren antitranspirant wirksamen anorganischen Salzen, insbesondere Erdalkalimetallsalzen, ein oder mehreren Carbonsäuren und 1,3-Propandiol in kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen zeigen einen synergistischen schweißhemmenden Effekt sowie eine verbesserte Hautverträglichkeit.
In der WO 2019/206466 A1 wird eine Kombination aus einem oder mehreren Erdalkalimetallsalzen und ein oder mehreren Carbonsäuren in kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen mit einem pH-Wert von weniger als 5 beschrieben, die einen schweißhemmenden Effekt zeigen.
Erstrebenswert ist es, dass antitranspirant wirksame Zubereitungen eine möglichst lange Wirkdauer aufweisen um deren Anwendungshäufigkeit zu minimieren. Ebenso ist es wünschenswert unabhängig von der Anwendungshäufigkeit eine grundsätzlich hautverträglichere Zubereitung zur Verfügung zu stellen.
Als Salze bezeichnet man chemische Verbindungen bzw. kristalline Substanzen, die aus positiv geladenen Ionen (Kationen) und negativ geladenen Ionen (Anionen) aufgebaut sind.
Die bekannten Antitranspirantien (AT) basieren nahezu alle auf kosmetischen Salz-Wirkstoffen, insbesondere Aluminiumsalzen, wie Aluminiumchlorhydrat (ACH). Neuere Zubereitungen verwenden beispielsweise Erdalkalisalze als schweißhemmenden Wirkstoff.
Diese auf Salzen basierenden AT-Mittel reduzieren zwar die vom Körper abgegebene Schweißmenge, führen aber als ungewollter Nebeneffekt gelegentlich auch zu Hautreizungen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher neben einer verbesserten und verlängerten schweißhemmenden Wirkung auch die Hautverträglichkeit zu optimieren.
Wünschenswert ist es darüber hinaus neue antitranspirant wirkende Zubereitungen zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile der bekannten AT-wirksamen Zubereitungen nicht aufweisen. Insbesondere ist es wünschenswert alternative AT- Zubereitungen zur Verfügung zu stellen, die keine Aluminiumsalze umfassen.
1,3-Propandiol ist ein in kosmetischen Zubereitungen gelegentlich eingesetztes Lösemittel.
In der EP 1991688 A2 werden biologisch abbaubare 1,3-Propandiole beschrieben, die in zahlreichen Mitteln, Zubereitungen und Anwendungen eingesetzt werden können.
Die Erfindung ist eine kosmetische oder dermatologische wasserhaltige und/oder alkoholische Zubereitung umfassend ein oder mehrere schweißhemmende anorganische Salze, insbesondere Erdalkalimetallsalze, ein oder mehrere Carbonsäuren und 1,3-Propandiol.
Schweißhemmende (oder antitranspirantwirksame) anorganische Salze sind beispielsweise Aluminiumchlorohydrate, Magnesiumchloride oder Calciumchloride.
Bei der Auftragung einer Kombination aus ein oder mehreren antitranspirantwirksamen Salzen (AT-salze), insbesondere Erdalkalimetallsalze, und ein oder mehreren Carbonsäuren auf die Haut bilden sich Erdalkalipräzipitate, die in den Schweißdrüsenausfuhrgängen ausfallen und so zu einer Verengung oder Verstopfung führen und so zu einer Hemmung der Schweißbildung beitragen.
Es wurde nun überraschend festgestellt, dass durch die Addition von 1,3-Propandiol die schweißreduzierende Wirkung der Zubereitung weiter verbessert werden konnte.
In der WO 2010/078932 A1 werden Diole als antitranspirantwirksame Mittel beschrieben.
Die AT-Wrksamkeit von Propylenglykol ist in der WO 2010/078932 A1 jedoch besser als die von 1,3-Propandiol, wie es auch in der WO 2009/007089 A2 zu vicinalen Diolen ausgeführt wird.
Erstaunlich zeigt nun aber 1,3-Propandiol eine signifikantere Schweißhemmungsverbesserung in Kombination mit insbesondere Erdalkalisalzen und Carbonsäuren als es zu erwarten gewesen wäre.
Zumal Propylenglykol, obwohl scheinbar AT-wirksamer, dabei zu einer schlechteren AT Wrksamkeit beitrug.
Erstaunlich ist darüber hinaus, dass die antitranspirante Wrkdauer der erfindungsgemäßen Zubereitung auch nach 24h anhält und sogar um weitere 25% verbessert werden kann gegenüber der AT-wirksamkeit einer Zubereitung ohne 1,3-Propandiol.
Es wurden dazu verschiedene Untersuchungen durchgeführt.
In einem Schwitztest wird beispielsweise unter definierten Bedingungen (Temperatur, Zeit, „Hotroom“) die abgesonderte Schweißmenge von Probanden gemessen.
In diesem Test wird zunächst bestimmt wie viel der Proband unter den vorgeschriebenen Bedingungen ohne Produktauftrag schwitzt. Anschließend bekommen die Probanden einen Placebo bestehend aus einer wässrig-alkoholischen Roll-On Formel ohne AT-Wrkstoff und das Testprodukt jeweils unter einer Achsel appliziert. Als gravimetrische Methode stehen die 100% als Ausgangswert für die Gesamtmenge des Schweißes. Demgegenüber wird bestimmt, wie stark die Reduktion auf der produktbehandelten Seite ist. Die Differenz ergibt den Endwert.
Ergeben die gemessene Werte beispielsweise 85%, so bedeutet dies, dass das Testprodukt eine Schweißreduktion von 100%-85% =15% hervorgerufen hat. Ein Standardprodukt auf Basis von Aluminiumsalzen erreicht im Normalfall eine Reduktion von 20-30%.
Als Basiszubereitung wurde eine Zubereitung (Testprodukt) mit üblichen kosmetischen Inhaltstoffen gewählt, wie in der nachstehenden Tabelle aufgeführt..
Es ist zu erkennen, dass die Zubereitungen einen schweißhemmenden Effekt aufweisen.
Überraschenderweise wird der schweißhemmende Effekt aber durch den Zusatz von 1 ,3- Propandiol signifikant erhöht.
Die Wirkung der erfindungsgemäßen Zubereitung ist insbesondere der Kombination aus dem Erdalkalimetallsalz, der Carbonsäure und 1,3-Propandiol zuzuschreiben.
Zum Vergleich wurde auch der Zusatz mit Propylenglykol getestet, da die schweißreduzierende Wrkung von Propylenglykol in hoher Konzentration bekannt ist (WO 2009007089 A1).
Überraschenderweise zeigte sich aber, dass durch den Zusatz an Propylenglykol keine signifikante Erhöhung der AT-wirksamkeit von Erdalkalisalz/Carbonsäure auftrat.
Die der Zubereitung zugesetzten Erdalkalimetallsalze sind wasserlöslich.
Der pH-Wert der Zubereitung wird dabei vorteilhaft auf einen Wert von kleiner 5, insbesondere im Bereich von 4,5 und kleiner, bevorzugt im Bereich von 3,5 bis 4,2eingestellt.
Als antitranspirant wirksame Salze werden bevorzugt Erdalkalimetallsalze gewählt.
Bevorzugt wird weiterhin in einer erfindungsgemäß bevorzugten Ausführungsform, dass die Zubereitung neben Erdalkalisalzen keine weiteren schweißhemmenden Substanzen, insbesondere keine Aluminiumsalze, umfasst.
Die Verwendung der erfindungsgemäßen Zubereitungen zur Schweißhemmung und als Antitranspirantien ist ebenso Teil der vorliegenden Erfindung.
Aufgrund der erstaunlichen Verbesserung der Hautverträglichkeit ist auch die Verwendung der Kombination aus antitranspirant wirksamen anorganischen Salzen, ein oder mehreren Carbonsäuren und 1,3-Propandiol als hautverträgliche schweißhemmende Mittel erfindungsgemäß.
Diese Verwendung ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn als anorganische Salze wasserlösliche Erdalkalimetallsalze gewählt werden. Ebenso ist die Verwendung als hautverträgliche schweißhemmende Mittel erfindungsgemäß bevorzugt wenn als Carbonsäure Adipinsäure, Arachinsäure, Bernsteinsäure, Laurinsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Myristinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Behensäure, Linolensäure, Stearinsäure und/oder Weinsäure gewählt werden, insbesondere wenn als Carbonsäure Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure, Ölsäure und/oder Arachinsäure, insbesondere Stearinsäure und/oder Palmitinsäure, gewählt werden.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen dienen vorteilhaft zur Schweißreduktion vornehmlich in der Achsel. Daneben können die Formulierungen ebenfalls eingesetzt werden um an anderen Körperarealen, an denen Verbraucher unerwünscht schwitzen, den Schweißfluss zu verringern. Das können, ohne sich darauf zu beschränken, die Füße, die Stirn, die Handinnenflächen oder der Rücken sein. Aufgrund der bevorzugten vorteilhaften Aluminiumfreiheit lassen sich die erfindungsgemäßen Zubereitungen problemlos auch auf diesen zum Teil empfindlichen Hautarealen anwenden.
Appliziert werden die Formulierungen in üblichen Formen, vorteilhaft in einer Form, die für den Verbraucher akzeptabel ist, das können vorteilhaft beispielsweise Pumpsprays, Sprays mit Treibgas, Druckluftsprays, Kugelapplikatoren (Roll-on) und Stiftformulierungen, Sticks sein.
Eine häufige Zubereitungsform kosmetischer Zubereitungen sind Emulsionen.
Erdalkalimetallsalze wie Magnesiumstearat sind in kosmetischen Zubereitungen bekannt. So kann beispielsweise Magnesiumstearat zur Erhöhung der Konsistenz in Ölphasen von Emulsionen eingesetzt werden. Ein typisches Beispiel ist die bekannte Nivea Creme.
Diese üblichen kosmetischen Formulierungen besitzen einen pH-Wert, der höher als der pKs- Wert von Fettsäuren liegt. Somit bildet sich aus Erdalkalimetallsalzen, wie den Chloriden, und dem Anion der Fettsäure das nur in der Ölphase vorliegt, schwerlösliche Erdalkalimetallsalz der Fettsäure, welches dann stark die Viskosität erhöht.
Es war daher auch das Ziel, dass sich die schwerlöslichen Erdalkalimetallsalze nicht schon in der Zubereitung bilden.
Erfindungsgemäß werden dazu zum Unterschied des Standes der Technik die schwerlöslichen Erdalkalimetallsalze der Carbonsäuren nicht direkt zugesetzt, sondern lösliche Erdalkalimetallsalze, wie Magnesiumchlorid, werden in der Wasserphase und die Carbonsäuren in der Ölphase vorgelegt und der pH-Wert wird vorzugsweise unter 5 eingestellt. In Emulsionen, die eine oder mehrere Wasser bzw. Ölphasen umfassen, liegen damit die wasserlöslichen Erdalkalisalze, wie Magnesiumchlorid, in der Wasserphase und die Carbonsäure, wie beispielsweise Stearinsäure, undissoziiert in der Ölphase vor.
Denn wird der pH-Wert der Formulierungen deutlich über den pKs-Wert der Fettsäure eingestellt bildet sich bereits in der Zubereitung das Salz der Fettsäure und so steigt die Viskosität stark an, was wiederum als starker Verdicker für Ölphasen bekannt ist, was zu
vermeiden ist. Ebenso würde dann die eigentlich geforderte Wirkung der Schweißhemmung nicht auftreten.
Daher wird der pH-Wert der Zubereitung im Bereich von weniger als 5, insbesondere weniger als 4,5 eingestellt, und es wird überraschenderweise keine Ausfällung des schwerlöslichen Magnesium-Fettsäuresalzes beobachtet. In einer Emulsion befinden sich die beiden Komponenten erfindungsgemäß bevorzugt in unterschiedlichen Phasen und können so gemeinsam auf die Haut aufgebracht werden.
Wrd die erfindungsgemäße Zubereitung dann auf die Haut aufgetragen, kommt es aufgrund des Haut pH-Bereiches von 5 bis 7 zu einer pH-Verschiebung der auf der Haut aufgetragenen Zubereitung in den Bereich von größer 4 bzw. größer 5. Aufgrund der pH-Verschiebung wird eine Ausfällung der schwerlöslichen Erdalkalimetallfettsäuresalze, wie z.B. Magnesiumstearat, beobachtet.
Durch die Auftragung der bevorzugten erfindungsgemäßen Zubereitung auf die Haut bilden sich Erdalkalipräzipitate, die in den Schweißdrüsenausfuhrgängen ausfallen und so zu einer Verengung oder Verstopfung führen und so zu einer Hemmung der Schweißbildung beitragen.
Aufgrund der pH-Wert Erhöhung nach dem Verteilen auf der Haut erfolgt der Schritt der Deprotonierung der Säure, die die Präzipitatbildung bedingt. In der Formulierung befindet sich beispielsweise Stearinsäure, die, sobald das Produkt auf die Haut aufgetragen wird, dissoziiert und zusammen mit dem Magnesiumchlorid das unlösliche Magnesiumstearat bildet, was dann schließlich für die Schweißreduktion verantwortlich ist.
So zeigte eine bevorzugte Emulsionszubereitung mit Magnesiumchlorid und Stearinsäure und einem pH-Wert von 4,0 eine gute schweißhemmende Wrkung.
Vorteilhaft ist es daher, dass die erfindungsgemäße Zubereitung einen pH-Wert von kleiner 5 aufweist, bevorzugt zwischen 3,5 und 4,5, insbesondere im Bereich von 3,8 bis 4,2, so dass die Zubereitung ohne Ausfällungen gelagert und anwendungsbereit zur Verfügung steht.
Für die pH-Wert Einstellung von Zubereitungen sind dem Fachmann zahlreiche Möglichkeiten geläufig. Insbesondere der Zusatz der Carbonsäuren ermöglicht und erzeugt schon einen pH- Wert im bevorzugten Bereich.
Der erfindungsgemäß niedrige pH-Wert zeigte sich überraschenderweise auch vorteilhaft in Bezug auf die Konsistenz der Zubereitung.
Erfindungsgemäß wird zwischen den beiden Erdalkalimetallsalzarten unterschieden.
Die in Wasser löslichen Erdalkalimetallsalze, wie die bevorzugten Magnesium-, Calcium- und Strontiumhalogenide, werden der Zubereitung zugesetzt.
Erst nach der Auftragung auf der Haut bilden sich die schwerlöslichen Erdalkalimetallsalze der Fettsäuren, wie beispielsweise Magnesium-, Calcium oder Strontiumstearat, - palmitat,- myristat,- oder oleat. Letztere, die als schwerlösliche Erdalkalimetallsalze bezeichneten Salze, sind nicht als diejenigen Salze zu verstehen, die als lösliche Erdalkalimetallsalze der Zubereitung von vornherein zugesetzt werden. Erst die letztgenannten schwerlöslichen Salze bilden die als Präzipitate bezeichneten Ausfällungen auf der Haut, die für die erfindungsgemäße AT-wirkung verantwortlich sind. Zubereitungen umfassend wasserlösliche Salze alleine zeigen die gewünschte AT-wirkung und Präzipitatbildung nicht. Insbesondere wird keine AT-wirkung über einen längeren Zeitraum (24 - 48h) ermöglicht, wie es für anwendungsübliche Antitranspirantmittel notwendig wäre. Zubereitungen umfassend allein die schwerlöslichen Erdalkalisalze wirken wiederum nicht schweißhemmend, da die schwerlöslichen Salze nicht zu einer Präzipatbildung auf der Haut zur Verfügung stehen.
Insbesondere sind die Verfahren bevorzugt, in denen als Erdalkalimetallsalze Magnesium- oder Calciumchloride und als Carbonsäuren ein oder mehrere Säuren gewählt aus der Gruppe Adipinsäure, Arachinsäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure, Ölsäure, Plamitinsäure, Behensäure, Linolensäure, Stearinsäure und/oder Weinsäure, insbesondere Stearinsäure und Palmitinsäure, gewählt werden.
Als erfindungsgemäß bevorzugte Carbonsäuren werden ein oder mehrere Säuren aus der Gruppe gebildet aus Adipinsäure, Arachinsäure, Bernsteinsäure, Laurinsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Myristinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure und/oder Weinsäure gewählt. Bevorzugt ist eine Mischung aus mehreren dieser Säuren zu wählen, insbesondere eine Mischung umfassend Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure, Ölsäure und Arachinsäure.
Als Erdalkalisalze werden bevorzugt eingesetzt Magnesium-, Calcium- und Strontiumhalogenide, insbesondere Magnesiumchlorid und seine Hydrate, insbesondere Hydrate bis MgCl2*6H2Ö, insbesondere MgCl2*6H2Ö, und/oder Calciumchlorid, sowie Magnesiumphosphat oder Magnesiumlactat.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen unterscheiden sich von Zubereitungen des Standes der Technik, die Erdalkalimetallsalze der zitierten Carbonsäuren umfassen, wie beispielsweise Magnesiumstearat, insbesondere allein dadurch, dass die beiden erfindungswesentlichen Substanzen, wasserlösliches Erdalkalisalz und Carbonsäure getrennt voneinander vorhanden sind.
Zubereitungen, die Erdalkalisalze der Säuren Adipinsäure, Arachinsäure, Bernsteinsäure, Laurinsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Myristinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure und/oder Weinsäure umfassen sind daher nicht erfindungsgemäß.
Ebenso handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Zubereitungen vorteilhaft um antitranspirant wirksame, schweißhemmende Zubereitungen allein aus der erfindungsgemäßen Kombination aus wasserlöslichem Erdalkalisalz, Carbonsäure und 1,3-Propandiol. Auch hierin unterscheiden sich die erfindungsgemäßen Zubereitungen von Zubereitungen des Standes der Technik, die einen anderen AT-wirkstoff enthalten.
Erfindungsgemäß bilden die mehrwertige Erdalkalisalze in Kombination mit Fettsäuren schwerlösliche Komplexe auf der Haut, was zu einer Verminderung des Schweißflusses führt. Allerdings führen sehr hohe Konzentrationen von diesen Salzen zu Hautirritationen, wie Rötungen oder Brennen, vor allem wenn das Produkt direkt nach der Rasur aufgetragen wird.
Überraschend wurde festgestellt, dass durch den Einsatz von 1,3-Propandiol auch die Hautverträglichkeit verbessert werden konnte.
Durch den Zusatz von 1,3-Propandiol ging die Wertung der Erytheme und der subjektiven wahrgenommenen Rötungen zurück.
Damit wurde die Hautverträglichkeit durch den Zusatz an 1,3-Propandiol deutlich verbessert.
Darüber hinaus wurde ein Paneltest durchgeführt. Dazu wurden 10 Probanden nach einer Woche Konditionierungszeit 2 Testprodukte (A, C) zur Applikation mitgegeben.
Die Probanden haben sich nach der Rasur direkt danach das Testprodukt aufgetragen. Nach der Woche Anwendung begann für die Probanden wieder eine Woche Konditionierungszeit um die Haut nicht zu überfordern.
Paneltest
Zu erkennen ist, dass in den Punkten: Veränderung Hautzustand, Juckreiz, Brennen, Empfindlichkeit und allgemeine Reizung nach der Rasur eine Verbesserung der Werte erkennbar ist.
Diese Verbesserungen sind auf den Zusatz von 1,3-Propandiol zurückzuführen. Die für die AT Wirksamkeit benötigte Menge an Erdalkalisalzen kann Hautreizung hervorrufen. Durch den Zusatz von 1,3-Propandiol kann dieser Effekt weitestgehend aufgehoben, bzw. reduziert werden.
Die Untersuchungen zeigen, dass allein durch Zusatz eines einzigen Stoffes, 1,3-Propandiol, sowohl die AT-Wirksamkeit als auch die Hautverträglichkeit von AT-Zubereitungen verbessert werden kann.
Als Emulsion sind den erfindungsgemäßen Zubereitungen zusätzlich ein oder mehrere Emulgatoren aus der Gruppe lsosteareth-20, Steareth-20 (HLB 15.3), Steareth-21 (HLB 15.5) und/oder Steareth-2 (HLB 4,9) zugesetzt, insbesondere lsosteareth-20.
Durch Zusatz von mindestens einem Emulgator, lsosteareth-20, konnte die Viskosität der sie enthaltenen Zubereitungen deutlich gesenkt werden, so dass es möglich ist, bei genügend hohen Gehalten an wirksamen Fettsäuren noch eine Anwendung in Roll-On und Sprays zu ermöglichen. Bei den verzweigten PEG-Emulgatoren funktioniert besonders gut lsosteareth-20.
Erstaunlich war, dass andere Emulgatoren, die zwar ähnlich aufgebaut sind wie die zu der Problemlösung beitragenden Emulgatoren, wie beispielsweise lsosteareth-20, das Problem der Viskositätsabsenkung aber nicht lösen, da sie keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Viskosität genommen haben.
Der Anteil an ein oder mehreren Emulgatoren, insbesondere lsosteareth-20, wird vorteilhaft im Bereich von 0,5 bis 2 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung, gewählt.
Erfindungsgemäß bevorzugt sind antitranspirant wirksame kosmetische oder dermatologische Zubereitungen umfassend
ein oder mehrere Erdalkalisalze ausgewählt aus der Gruppe der Magnesium- und Calciumhalogenide, insbesondere Magnesium- und Calciumchlorid, bevorzugt MgCI2 *6H20, ein oder mehrere Carbonsäuren ausgewählt aus der Gruppe Adipinsäure, Arachinsäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Behensäure, Linolensäure, Stearinsäure und/oder Weinsäure, insbesondere Stearinsäure und Palmitinsäure,
Wasser und/oder Ethanol und 1,3-Propandiol, sowie
Emulgatoren, vorteilhaft lsosteareth-20 und ein oder mehrere Emulgatoren aus der Gruppe Steareth-20 (HLB 15.3), Steareth-21 (HLB 15.5) und/oder Steareth-2 (HLB 4,9). wobei der pH-Wert der Zubereitung vorteilhaft im Bereich von 3 bis 5, insbesondere im Bereich von 3,5 bis 4,5, bevorzugt im Bereich von 3,8 bis 4,2, gewählt wird.
Der Anteil an einem oder mehreren Erdalkalisalzen wird bevorzugt im Bereich von 3 bis 20 Gew.%, insbesondere im Bereich von 3 bis 15 Gew.%, insbesondere im Bereich von 5 bis 15 gew.%, vorzugsweise im Bereich von 7 bis 10Gew.%, gewählt, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung.
Der Anteil an einer oder mehreren Carbonsäuren wird vorteilhaft im Bereich von 1 bis 5 Gew.%, insbesondere Im Bereich von 2 bis 4 gewählt, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung.
Der Anteil an 1,3-Propandiol wird bevorzugt gewählt im Bereich von 1 bis 20 Gew.%, insbesondere im Bereich von 5 bis 15 Gew.%, vorzugsweise im Bereich von 7 bis 12 Gew.% gewählt wird, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung. Der Anteil an einem oder mehreren Emulgatoren wird vorteilhaft im Bereich von 0,5 bis 10 Gew.%, insbesondere 4 bis 8 Gew.%, gewählt.
Vorteilhaft werden neben den Erdalkalisalzen und Carbonsäuren keine weiteren antitranspirantwirksamen Stoffe, insbesondere keine Aluminiumsalze wie Aluminiumchlorohydrate, den erfindungsgemäßen Zubereitungen zugesetzt.
Der Zusatz an weiteren antitranspirant wirkenden, schweißhemmenden Stoffen liegt daher vorteilhaft unter 0,1 Gew.%, insbesondere bei 0 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung, um durch Einschleppungen oder Verunreinigungen auch diese als frei von zusätzlichen AT-wirkstoffen zu bezeichnen.
Erfindungsgemäße Zubereitungen sind bevorzugt O/W-Emulsionen, W/O-Emulsionen, PIT- Emulsionen oder Hydrodispersionen.
Die dargestellten Ergebnisse zeigten sich insbesondere vorteilhaft sowohl für Mikro- und Makroemulsionen.
Vorteilhaft umfassen die erfindungsgemäßen Zubereitungen ein oder mehrere Lipide.
Bevorzugt einzusetzende Lipide werden gewählt aus der Gruppe der Capric/Caprylic Triglycerid, Cocoglycerid, PPG-14 Butylether, PPG-9 Butylether, PPG-12 Butylether, PPG-14 Butylether, PPG-15 Butylether, PPG-16 Butylether, PPG-17 Butylether, PPG-18 Butylether, PPG-2 Butylether, PPG-20 Butylether, PPG-22 Butylether, PPG-24 Butylether, PPG-26 Butylether, PPG-30 Butylether, PPG-33 Butylether, PPG-40 Butylether, PPG-52 Butylether, PPG-53 Butylether, PPG-15 Stearylether, Coco-Caprylate/Caprate, Dicaprylyl Ether, Octyldodecanol, Paraffinum Liquidum, Isododecane, Isopropyl Palmitate, Persea Gratissima, Caprylyl Carbonate, Helianthus Annuus, Ethylhexyl Cocoate, C12-15 Alkyl Benzoate, Cyclomethicone und/oder Dimethicone, Phenyltrimethicon, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Capric/Caprylic Triglycerid, Isopropyl Myristate, Isopropylpalmitat, Isopropyl Stearate, Cetearyl Ethylhexanoate, Hydrogenated Polydecene, Glycine Soja (Soybean) Oil, Olivenöl außerdem Guerbet-Alkohole wie beispielsweise Hexyldecanol, Octyldodecanol und 2- Ethylhexylalkohol, ferner auch Guerbetalkoholester, sowie Mischungen aus Guerbetalkoholen und Guerbetalkoholestem, wie z.B. Hexyldecanol und Hexyldecyllaurat.
Zur Stabilisierung der Emulsionen kann es förderlich sein, Strukturgeber oder Verdicker zuzusetzen.
Beispiele bevorzugter Rheologiemodifizierer sind natürliche organische Polymere und ihre Derivate, Gummi arabicum, Karaya, Tragant, Johannisbrotkernmehl, Guar, Pektin, Agar agar, Carrageen, Alginate, Xanthan, Stärke und Stärkederivate, Cellulose und Cellulosederivate, wie Microcristalline Cellulose, Methylcellulose, Cellulose Gum, Hydroxyethylcellulose, Hydroxylpropylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, desweiteren anorganische Gelbildner, wie Silikate, z.B. Bentonite, Hectorite, kolloidale Kieselsäure; darüber hinaus synthetische Verdicker z.B. Poylvinylalkohol und ebenso ethoxylierte Verbindungen wie Poloxamer, PEG- 150 Distearate, PEG-120 Methyl Glucose Dioleate, PEG-9 Dilaurate und Fettalkohole, wie Stearylalkolhol, Cetylalkohol und Cetearylalkohol.
Bevorzugt sind beispielsweise Hydroxyethylcellulosen, Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropyl Methylcellulose, Ethylcellulose, Cellulose Gum, Xanthan-Gum, Guar Gum, Gellan Gum, Polyquaternium-37, Johannesbrotkernmehl, Hydroxyalkylstärkephosphate, und Carrageenan.
Die Wasserphase der erfindungsgemäßen Zubereitungen kann vorteilhaft übliche kosmetische Hilfsstoffe wie Schaumstabilisatoren, Elektrolyte, etc. enthalten.
Zur Stabilisierung der pH-Wertes der Formulierungen können weitere Säuren und deren Puffersysteme mit geeigneten Alkalisierungsmitteln eingesetzt werden. Geeignete Säuren können Citronensäure, Milchsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure, Hydroxybernsteinsäure (Äpfelsäure), Fumarsäure, Salicylsäure, Etidronsäure, Phosphorsäure, Salzsäure und Schwefelsäure sein.
Geeignete Alkalisierungsmittel zum Erstellen eines Puffersystems können beispielsweise Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Ammoniak, Mono-, Di- und Trialkylamine sowie der Hydroxyalkylamine, Aminomethyl Propanol (2-Amino-2-methylpropan-1-ol), Ethanolamin (2- Aminoethanol), Triethanolamin (2,2',2"-Nitrilotriethanol) und Tetrahydroxypropyl ethylendiamin (1 , T, 1 ", 1 '"-Ethylendinitrilotetrapropan-2-ol) sein.
Um neben einer antitranspiranten Wirkung zeitgleich desodorierende Effekte zu ermöglichen werden den erfindungsgemäßen Zubereitungen vorteilhaft ein oder mehrere desodorierende Wrkstoffe zugesetzt.
Diese desodorierenden Wrkstoffe können bevorzugt gewählt sein aus kationischen Polymeren, insbesondere Polyquaternium-16, Polyquaternium-7, Polyquaternium-6, Polyquaternium-11 und Polyquaternium 37, Polyaminopropylbiguanid und epsilon-Polylysin.
Als desodorierende Wrkstoffe können ebenfalls vorteilhaft Octenidinhydrochlorid, Alexidindihydrochlorid, Benzylalkohol, Benzalkoniumchlorid, Cetyltrimethylamoniumchlorid, Silbercitrat, Triclosan, Ethylhexylglycerin, Triethylcitrat, 2-Butyloctansäure, Methylphenylbutanol, Phenoxyethanol, Zinkricinoleat und weitere Wrkstoffe, die die Anzahl an Bakterien auf der Haut reduzieren, eingesetzt werden.
Die kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen gemäß der Erfindung können ferner kosmetische Hilfsstoffe und Wrkstoffe enthalten, wie sie üblicherweise in solchen Zubereitungen verwendet werden, z. B. Wrkstoffe, Konservierungsmittel, Konservierungshelfer, Bakterizide, Lipide, Substanzen zum Verhindern des Schäumens, Farbstoffe und Farbpigmente, Verdickungsmittel, anfeuchtende und/oder feuchthaltende Substanzen oder andere übliche Bestandteile einer kosmetischen oder dermatologischen Formulierung wie Polymere, Schaumstabilisatoren, organische Lösungsmittel oder Silikonderivate, sofern der Zusatz die geforderten Eigenschaften hinsichtlich der pH-Werte und AT-wirkung nicht beeinträchtigen oder ausgeschlossen sind.
Erstaunlicherweise zeigen die erfindungsgemäßen Zubereitungen auch in der Herstellung einige Vorteile. Insbesondere sind aufgrund der verringerten Viskosität Kosten und Aufwand für den Transport in den Produktionsleitungen und -gefäßen herabgesetzt.
Nachfolgende Beispiele sollen die vorliegende Erfindung verdeutlichen, ohne sie einzuschränken. Alle Mengenangaben, Anteile und Prozentanteile sind, soweit nicht anders angegeben, auf das Gewicht und die Gesamtmenge bzw. auf das Gesamtgewicht der Zubereitung bezogen.