Beschreibung
Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Anordnung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen elektrischer Anordnungen sowie auf elektrische Anordnungen als solche.
Unter anderem bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Anordnung auf der Basis ei ner Leiterplatte, die aufweist: eine Leiterbahnen aufweisende erste Leiterbahnstruktur auf einer Seite der Leiterplatte, nachfolgend Primärseite genannt, eine Leiterbahnen aufweisen de zweite Leiterbahnstruktur, die auf der anderen Seite der Leiterplatte, nachfolgend Sekundärseite genannt, und/oder als innenliegende Leiterbahnstruktur in einer Zwischenschicht der Leiterplatte angeordnet ist, und eine Anzahl Durchkontaktie rungen, mittels welcher jeweils eine Leiterbahn der ersten Leiterbahnstruktur mit einer Leiterbahn der zweiten Leiter bahnstruktur elektrisch verbindbar ist, wobei auf der Primär seite zumindest ein erstes elektrisches Bauelement angeordnet wird, welches mittels eines ersten Lötschritts mit der ersten Leiterbahnstruktur verlötet wird.
Derartige Leiterplatten sind auf dem Gebiet der Leiterplat tentechnik allgemein bekannt. Auch ist bekannt, zumindest ein elektrisches Bauelement, zum Beispiel in Form eines oberflä chenmontierten Bauelements (auch SMD (Engl. Surface Mounted Device) -Bauelement genannt), oder eines Durchsteckbauele ments, auch THD (Through-Hole Device)-Bauelement genannt, auf die Primärseite aufzusetzen und mit der ersten bzw. zweiten Leiterbahnstruktur zu verlöten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzu geben, das hinsichtlich eines Korrosionsschutzes von Durch kontaktierungen bessere Ergebnisse liefert als vorbekannte Verfahren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in Un teransprüchen angegeben.
Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zumindest eine der Durchgangskontaktierungen mittels einer Schutzschicht ausschließlich auf der Primärseite verschlossen wird, bevor zumindest ein erstes elektrisches Bauelement auf der Primär seite angeordnet und mittels des ersten Lötschritts verlötet wird.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens be steht darin, dass durch das Verschließen der Durchgangskon taktierungen, die unbestückt bleiben, mittels der Schutz schicht sichergestellt wird, dass auch bezüglich der Primär seite ein sicherer Korrosionsschutz erreicht wird. Werden beispielsweise Durchgangskontaktierungen, die unbestückt bleiben, durch auf der Leiterplatte anzubringende bzw. später aufgebrachte Bauelemente verdeckt, so ist nicht sicherge stellt, dass im Rahmen späterer Schritte nachträglich noch ein sicherer Korrosionsschutz gewährleistet werden kann. Dadurch, dass erfindungsgemäß eine Beschichtung der Durch gangskontaktierungen auf der Primärseite mit der Schutz schicht erfolgt, bevor Bauelemente auf der Primärseite befes tigt werden, ist sichergestellt, dass keine verdeckten Durch gangskontaktierungen verbleiben können, die nicht mit einer geeigneten Schutzschicht primärseitig geschützt werden.
Für die Schutzschicht kann gemäß einer Weiterbildung des er findungsgemäßen Verfahrens ein beliebiges korrosionshemmendes Material eingesetzt werden, das nachfolgenden Bearbeitungs schritten, beispielsweise Lötschritten, standhalten kann. Als besonders vorteilhaft wird es jedoch angesehen, wenn die Schutzschicht durch eine Lötstoppschicht gebildet ist, welche insbesondere bei dem ersten Lötschritt als Lötstopp wirkt. Um Leiterbahnen, die nicht mit Lotmaterial in Berührung kommen sollen, vor dem Benetzen mit Lötmaterial zu schützen, ist be-
kannt, vor dem ersten Lötschritt sogenannten Lötstopplack auf die Leiterbahnen aufzutragen. Dieser Lötstopplackbeschich- tungsschritt lässt sich in vorteilhafter Weise - unter Erzie lung eines Synergieeffekts - nutzen, um auch die unbestückt bleibenden Durchgangskontaktierungen auf der Primärseite zu verschließen. Der Lötstopplack übt in diesem Falle mit ande ren Worten eine Doppelfunktion aus: Zum einen beschichtet und schützt er die Leiterbahnen vor Lotmaterial, das in nachfol genden Lötschritten die Leiterbahnen benetzen könnte, und zum anderen dient er als oberer bzw. primärseitiger Verschluss der unbestückt bleibenden Durchgangskontaktierungen; beide Schutzfunktionen lassen sich durch diesen Beschichtungs schritt erzielen.
Als Lötstopplack wird vorzugsweise Epoxidharz verwendet.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung wird nach dem Bestücken der Leiterplatte mit elektrischen Bauelementen die Primärsei te der Leiterplatte zumindest in Bereichen mit Durchkontak tierungen mit einer Abdeckschicht, welche insbesondere ein Acrylatharz oder aus einem Acrylatharz enthaltenden Lack be steht, beschichtet. Insbesondere kann die resultierende An ordnung auf beiden Seiten der Leiterplatte ganzflächig oder zumindest in Teilbereichen mit einer solchen Abdeckschicht beschichtet werden.
Als Material für die Abdeckschicht kann jedes Material einge setzt werden, das für den elektrischen Betrieb der Anordnung geeignet ist und guten Korrosionsschutz bietet, beispielswei se Silikon oder silikonhaltiger Lack. Mit Blick auf besonders gute Schutzeigenschaften, insbesondere besonders guten Korro sionsschutz, wird es jedoch als vorteilhaft angesehen, wenn nach dem Bestücken der Leiterplatte mit elektrischen Bauele menten die resultierende Anordnung auf beiden Seiten der Lei terplatte ganzflächig oder zumindest in Bereichen, die mit Durchgangskontaktierungen versehen sind, mit einer Abdeck schicht in Form von Acrylatharz oder einem Acrylatharz ent haltenden Lack beschichtet wird. Acrylatharz oder Acrylatharz
enthaltender Lack ist robust und wenig gasdurchlässig, zumin dest robuster und weniger gasdurchlässig als Silikon.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung wird nach dem Bestücken der Leiterplatte die Sekundärseite ganzflächig oder zumindest in Bereichen mit Durchkontaktierungen mittels einer Abdeck schicht aus insbesondere Acrylatharz oder aus einem Ac- rylatharz enthaltenden Lack beschichtet.
Als vorteilhaft wird es dabei angesehen, wenn alle diejenigen unbestückt bleibenden Durchgangskontaktierungen, die nach der Montage des oder der ersten elektrischen Bauelemente unter halb dieser Bauelemente liegen und von diesen nach dem Befes tigen und Verlöten dieser Bauelemente verdeckt werden, mit tels der Schutzschicht auf der Primärseite verschlossen wer den, bevor die ersten elektrischen Bauelemente auf der Pri märseite befestigt und im Rahmen des ersten Lötschritts ver lötet werden.
Im Rahmen des ersten Lötschritts wird das erste elektrische Bauelement mit einer oder mehreren Leiterbahnen der ersten Leiterbahnstruktur verlötet.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung wird nach dem ersten Lötschritt zumindest ein zweites elektrisches Bauelement auf der Primärseite angeordnet und mittels eines zweiten Lötschritts mit insbesondere einer oder mehreren Leiterbahnen der zweiten Leiterbahnstruktur verlötet.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung werden Durchkontaktierun gen von der Beschichtung mittels der Schutzschicht ausgenom men und bleiben unverschlossen, welche der Anordnung des zu mindest einen zweiten elektrischen Bauelements dienen.
Insbesondere bleiben alle diejenigen innenwandseitig elektrisch leitfähigen Durchgangskontaktierungen von der Be schichtung mittels der Schutzschicht ausgenommen und unver schlossen, die - nach erfolgter Montage und nach dem Verlöten
des oder der ersten elektrischen Bauelemente - zur Montage des oder der zweiten elektrischen Bauelemente auf der Primär seite und zum Verlöten des oder der zweiten elektrischen Bau elemente mit zumindest einer der zweiten Leiterbahnen der zweiten Leiterbahnstruktur dienen.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung werden Durchgangskontak tierungen, welche nach der Montage des zumindest einen zwei ten elektrischen Bauelements unterhalb des zweiten Bauele ments liegen, mittels der Schutzschicht auf der Primärseite verschlossen, bevor das zumindest eine erste elektrische Bau element auf der Primärseite angeordnet und mittels des ersten Lötschritts verlötet wird.
Handelt es sich bei der zweiten Leiterbahnstruktur um eine innenliegende Leiterbahnstruktur, die in einer Zwischen schicht der Leiterplatte angeordnet ist, ist es vorteilhaft, wenn sich die innenwandseitig elektrisch leitfähigen Durch gangskontaktierungen oder zumindest eine Teilgruppe davon bis zur Zwischenschicht erstrecken und die Primärseite und die Zwischenschicht elektrisch miteinander verbinden.
Liegt die die zweite Leiterbahnen aufweisende zweite Leiter bahnstruktur auf der Sekundärseite, können sich die Durchkon taktierungen oder zumindest eine Teilgruppe davon durch die Leiterplatte hindurcherstrecken und die Primärseite mit der Sekundärseite elektrisch verbinden.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung weist das zumindest eine zweite elektrische Bauelement Anschlusskontakte auf, welche bei der Anordnung des zweiten Bauelements in von der Be schichtung mit der Schutzschicht ausgenommene Durchkontaktie rungen eingeführt werden, und werden die Anschlusskontakte mittels des zweiten Lötschritts mit der zweiten Leiterbahn struktur verlötet.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist ein Durchmesser der Durchgangskontaktierungen derart bemessen, dass mittels des
zweiten Lötschritts Lotmaterial aufgrund eines Kapillaref fekts von der Sekundärseite in Richtung Primärseite gezogen wird und die Durchgangskontaktierungen komplett oder zumin dest partiell mit Lotmaterial füllt.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung wird im ersten Lötschritt vorzugsweise ein Wiederaufschmelzlötverfahren durchgeführt und/oder im zweiten Lötschritt vorzugsweise ein Wellenlöt oder Schwalllötverfahren durchgeführt.
Die ersten Bauelemente sind vorzugsweise oberflächenmontierte Bauelemente. Die zweiten Bauelemente sind vorzugsweise Durch steckbauelemente .
Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf eine elektri sche Anordnung mit einer Leiterplatte, wobei die Leiterplatte aufweist: eine Leiterbahn aufweisende erste Leiterbahnstruk tur auf einer Seite der Leiterplatte, nachfolgend Primärseite genannt, eine Leiterbahn aufweisende zweite Leiterbahnstruk tur, die auf der anderen Seite der Leiterplatte, nachfolgend Sekundärseite genannt, und/oder als innenliegende Leiterbahn struktur in einer Zwischenschicht der Leiterplatte angeordnet ist, und eine Anzahl Durchkontaktierungen, mittels welcher jeweils einer Leiterbahn der ersten Leiterbahnstruktur mit einer Leiterbahn der zweiten Leiterbahnstruktur elektrisch verbindbar ist, und wobei zumindest ein elektrisches Bauele ment auf der Primärseite angeordnet und mit der ersten und/oder zweiten Leiterbahnstruktur verlötet ist.
Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass zumindest eine der Durchkontaktierungen, welche unterhalb des zumindest einen elektrischen Bauelements angeordnet ist, mittels einer Schutzschicht ausschließlich auf der Primärseite verschlossen ist.
Bezüglich der Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung sowie vorteilhafter Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Anordnung
sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit dem er findungsgemäßen Verfahren verwiesen.
Gemäß einer Weiterbildung der Anordnung ist die Schutzschicht eine Lötstopplackschicht.
Gemäß einer weiteren Weiterbildung der Anordnung ist die Pri- märseits der Leiterplatte in Bereichen mit Durchkontaktierun gen mit einer Abdeckschicht, welche insbesondere aus Ac- rylatharz oder aus einem Acrylatharz enthaltenden Lack be steht, beschichtet, und/oder ist die Sekundärseite der Lei terplatte ganzflächig oder zumindest in Bereichen mit Durch kontaktierungen mit einer Abdeckschicht, welche insbesondere aus einem Acrylatharz oder aus einem Acrylatharz enthaltenden Lack besteht, beschichtet.
Die Erfindung bezieht sich außerdem auf ein Schienenfahrzeug, insbesondere eines mit zumindest einem Traktionsumrichter. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug, insbesondere dessen oder einer seiner Traktionsumrichter, ei ne elektrische Anordnung, wie oben beschrieben und/oder wie oben beschrieben hergestellt, aufweist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie len näher erläutert; dabei zeigen beispielhaft
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel für eine Leiterplatte, die zur Herstellung eines Ausführungsbeispiels für ei ne erfindungsgemäßen Anordnung verwendet werden kann,
Figur 2 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, die auf der Basis der Leiterplatte ge mäß Figur 1 hergestellt werden kann,
Figur 3 in Form eines Flussdiagramms Verfahrensschritte eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemä-
ßes Verfahrens zur Herstellung der Anordnung gemäß Figur 2, und
Figur 4 ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Schienenfahrzeug .
In den Figuren werden für identische oder vergleichbare Kom ponenten stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
Die Figur 1 zeigt in einem schematischen Querschnitt einen Abschnitt einer Leiterplatte 10, die zur Herstellung einer elektrischen Anordnung weiterverarbeitet werden soll. Die Leiterplatte 10 weist auf einer ihrer Seiten, nachfolgend Primärseite 11 genannt, eine erste Leiterbahnstruktur 11a auf, die eine Vielzahl an Leiterbahnen umfasst. Auf der ge genüberliegenden Seite, nachfolgend Sekundärseite 12 genannt, befindet sich eine zweite Leiterbahnstruktur 12a, die eben falls eine Vielzahl an Leiterbahnen umfasst.
In der Darstellung gemäß Figur 1 sind darüber hinaus innen wandseitig mit leitfähigem Material B beschichtete und somit innenwandseitig elektrisch leitfähige Durchgangskontaktierun gen als Durchkontaktierungen vorhanden, von denen die Durch gangskontaktierungen 21 bis 25 dazu dienen, Leiterbahnen der ersten Leiterbahnstruktur 11a mit Leiterbahnen der zweiten Leiterbahnstruktur 12a elektrisch zu verbinden. Die Durch gangskontaktierungen 21 bis 25 bleiben somit unbestückt und dienen nicht dazu, Anschlusskontakte von auf der Leiterplatte 10 zu platzierenden Bauelementen aufzunehmen.
Die Durchgangskontaktierungen 26 und 27 dienen dazu, ein Durchführen von Anschlusskontakten von sogenannten Durch steckbauelementen zu ermöglichen. Derartige Durchsteckbauele mente können auf die Primärseite 11 der Leiterplatte 10 auf gesetzt und deren Anschlusskontakte durch die Durchgangskon taktierungen 26 und 27 hindurchgeführt werden, um diese mit der zweiten Leiterbahnstruktur 12a zu verbinden.
Die in der Regel relativ dünnen Leiterbahnstrukturen 11a und 12a sind in der Figur 1 nicht maßstäblich, sondern sehr viel dicker als real dargestellt, um das Zusammenwirken mit den Durchgangskontaktierungen zu verdeutlichen.
Die Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine auf der Basis der Leiterplatte 10 gemäß Figur 1 hergestellte elektri sche Anordnung 50, die die Leiterplatte 10 gemäß Figur 1 so wie ein erstes Bauelement 100 und ein zweites Bauelement 200 umfasst. Bei dem ersten Bauelement 100 handelt es sich vor zugsweise um ein oberflächenmontiertes Bauelement, auch SMD (Surface Mounted Device)-Bauelement genannt; bei dem zweite Bauelement 200 handelt es sich vorzugsweise um ein Durch steckbauelement, auch THD (Through-Hole Device)-Bauelement genannt.
Selbstverständlich kann die Leiterplatte 10 auch mehr ober flächenmontierte Bauelemente und mehr Durchsteckbauelemente tragen als hier dargestellt; nur aus Gründen der Übersicht beschränkt sich die Figur 2 auf die genannten Bauelemente 100 und 200. Ebenfalls nur aus Gründen der Übersicht fehlen bei der Darstellung gemäß Figur 2 die beiden Leiterbahnstrukturen 11a und 12a, die in der Figur 1 gezeigt sind und deren Dicke sehr gering ist.
Die Herstellung der Anordnung gemäß Figur 2 erfolgt vorzugs weise mit Verfahrensschritten, die in Form eines Flussdia gramms in Figur 3 aufgeführt sind. Nachfolgend wird somit auf die Figuren 2 und 3 gemeinsam Bezug genommen.
Zur Herstellung der Anordnung gemäß Figur 2 werden in einem ersten Verfahrensschritt 1000 zunächst die Leiterbahnstruktu ren 11a und 12a gemäß Figur 1 auf der Leiterplatte 10 defi niert, beispielsweise durch Ätzen, wie dies allgemein bekannt ist. Die mit den Leiterbahnstrukturen versehene Leiterplatte 10 dient für die nachfolgenden Ausführungen somit als Basis material, das noch weiter bearbeitet wird.
In einem folgenden Verfahrensschritt 1100 wird auf der Pri märseite 11 der mit den Leiterbahnstrukturen 11a und 12a ver sehenen Leiterplatte 10 zunächst eine Schutzschicht in Form einer Lötstoppschicht 30 aufgebracht. Die Lötstoppschicht 30 deckt dabei vorzugsweise alle Abschnitte der ersten Leiter bahnstruktur 11a ab, die im Rahmen eines nachfolgenden ersten Lötschritts nicht mit Lot bedeckt werden sollen. Darüber hin aus werden im Rahmen der Beschichtung der Leiterplatte 10 mit der Lötstoppschicht 30 alle diejenigen Durchgangskontaktie rungen, die zur Herstellung der Anordnung gemäß Figur 2 nicht mit Durchsteckbauelementen bestückt bzw. versehen werden sol len, auf der Primärseite 11 verschlossen. Bei der Darstellung gemäß Figur 2 kommt es somit zu einem Verschließen der nicht zu bestückenden Durchgangskontaktierungen 21 bis 25.
Lediglich frei von der Lötstoppschicht 30 verbleiben die Durchgangskontaktierungen 26 und 27, da diese nachfolgend zum Durchstecken von Anschlusskontakten 210 und 220 des Durch steckbauelements 200 dienen sollen.
In einem nachfolgenden Verfahrensschritt 1200 erfolgt die Be stückung der Leiterplatte 10 auf der Primärseite 11 mit dem ersten Bauelement 100 bzw. allen oberflächenmontierten Bau elementen. Die Bauteilbestückung gemäß Verfahrensschritt 1200 schließt vorzugsweise das Aufbringen von Lötpaste auf denje nigen Leiterbahnabschnitten der ersten Leiterbahnstruktur 11a ein, die mit Anschlusskontakten 110 und 120 des ersten Bau elements 100 verlötet werden sollen.
Anschließend wird das erste Bauelement 100 im Rahmen eines ersten Lötschritts 1300, vorzugsweise innerhalb eines Reflow- Ofens, mit der ersten Leiterbahnstruktur 11a der Leiterplatte 10 "reflow"-verlötet.
In einem nachfolgenden Bauteilbestückungsschritt 1400 wird das zweite Bauelement 200 mit seinen Anschlusskontakten 210 und 220 auf die Primärseite 11 der Leiterplatte 10 aufge setzt, wobei die Anschlusskontakte 210 und 220 in die Durch-
gangskontaktierungen 26 und 27 hinein und vorzugsweise durch diese hindurch gesteckt werden. Vorteilhaft ist es, wenn sich die Anschlusskontakte 210 und 220 bis zur zweiten Leiterbahn struktur 12a auf der Sekundärseite 12 erstrecken.
In einem nachfolgenden zweiten Lötschritt 1500, bei dem es sich vorzugsweise um einen Wellenlöt- oder Schwalllötverfah rensschritt handelt, wird das zweite Bauelement 200 mit sei nen Anschlusskontakten 210 und 220 mit der zweiten Leiter bahnstruktur 12a (siehe Figur 1) auf der Sekundärseite 12 der Leiterplatte 10 verlötet. Das Lot 35 kann sich dabei von un ten bzw. der mit Lot 35 benetzten Sekundärseite 12 durch den Kappilareffekt nach oben in die Durchgangskontaktierungen 26 und 27 hineinziehen; entsprechendes gilt bei vom Querschnitt her ausreichend großer Dimensionierung auch für die unten of fenen Durchgangskontaktierungen 21 bis 25, auch wenn dies in der Figur 2 nicht explizit eingezeichnet ist.
Nach dem Abschluss des zweiten Lötschrittes 1500 wird die re sultierende Baugruppe im Rahmen eines Reinigungsschritts 1600 vorzugsweise beidseitig gereinigt. In einem nachfolgenden Trocknungsschritt 1700 wird die Baugruppe getrocknet.
Nach Abschluss des Trocknens wird die gesamte Baugruppe im Rahmen eines Lackierschritts 1800 sowohl auf der Primärseite 11 als auch auf der Sekundärseite 12 der Leiterplatte 10 ganzflächig mit einer Abdeckschicht 40 in Form von Schutzlack versehen, bei dem es sich um einen Silikonlack oder silikon haltigen Lack handeln kann. Als besonders vorteilhaft wird es jedoch angesehen, wenn der Abdeckschicht 40 Acrylatharz ist oder zumindest Acrylatharz enthält, also einen Acrylatharz- lack bildet.
Durch das Lackieren im Lackierschritt 1800 kommt es zu einem Verschließen auch der unbestückten Durchgangskontaktierungen 21 bis 25 auf der Sekundärseite 12, sodass alle unbestückten Durchgangskontaktierungen 21 bis 25 der Leiterplatte 10 nun beidseitig versiegelt bzw. verschlossen sind, nämlich auf der
Primärseite 11 durch die Lötstoppschicht 30 und der darüber liegenden Abdeckschicht 40 und auf der Sekundärseite 12 durch die Abdeckschicht 40 allein. Nach dem Lackieren wird die resultierende Anordnung 50 gemäß Figur 2 in einem Trocknungsschritt 1900 getrocknet.
Zusammengefasst wird durch die im Zusammenhang mit den Figu ren 2 und 3 beschriebenen Verfahrensschritte sichergestellt, dass unbestückte Durchgangskontaktierungen, also die Durch gangskontaktierungen 21 bis 25, beidseitig verschlossen wer den und somit eine Korrosion der innenwandseitigen Metalli sierung sicher verhindert wird. Die Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungs gemäßes Schienenfahrzeug 500, das einen oder mehrere Trakti onsumrichter 510 aufweist. Die Traktionsumrichter 510 weisen jeweils eine oder mehrere Anordnungen 50 auf, wie sie oben im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 3 beschrieben worden sind.
Bezugszeichenliste
10 Leiterplatte
11 Primärseite
11a erste Leiterbahnstruktur
12 Sekundärseite
12a zweite Leiterbahnstruktur
21-27 Durchkontaktierung
30 Lötstoppschicht / Schutzschicht
35 Lot
40 Abdeckschicht
50 elektrische Anordnung
100 erstes Bauelement / oberflächenmontiertes Bauelement
110 Anschlusskontakt
120 Anschlusskontakt
200 zweites Bauelement / Durchsteckbauelement
210 Anschlusskontakt
220 Anschlusskontakt
500 Schienenfahrzeug
510 Traktionsumrichter
1000 Verfahrensschritt
1100 Verfahrensschritt
1200 Verfahrensschritt
1300 erster Lötschritt
1400 Bauteilbestückungsschritt
1500 zweiter Lötschritt
1600 Reinigungsschritt
1700 Trocknungsschritt
1800 Lackierschritt
1900 Trocknungsschritt
B leitfähiges Material