Offenporiger chirurgischer Gefässclip zum Verschluss von Blutgefässen
Beschreibung
Technisches Gebiet
Die vorliegende Offenbarung betrifft einen chirurgischen Gefässclip, wie einen Ligaturclip oder einen Aneurysmenclip, wie er zum Verschluss von Blutgefässen zum Zwecke der Blutstillung verwendet wird. Ferner betrifft die vorliegende Offenbarung ein Verfahren zur Herstellung des chirurgischen Gefässclips. Desweiteren werden eine zugehörige Clip-Anlegezange sowie ein zugehöriges Produktset mit dem chirurgischen Gefässclip in Kombination mit zumindest einem Zubehör wie einem
Kennzeichnungsschild vorgeschlagen.
Im Stand der Technik der offenen und endoskopischen Chirurgie ist es bekannt, chirurgische Gefässclips bzw. Gefässklammern zum Verschluss von Hohlorganen wie Blutgefässen zu verwenden. Einerseits werden sogenannte Ligaturclips zum Zwecke der Blutstillung mittels Ligatur eingesetzt, wobei deren Zweckbestimmung zumeist in einem permanenten Gefäßverschluss liegt. Andererseits werden sogenannte
Aneurysmenclips verwendet, wobei deren Zweckbestimmung in einem permanenten und/oder temporären Gefässverschluss liegt. Aneurysmenclips dieser Art werden beispielsweise vertrieben von der Firma AESCULAP AG unter dem Markennamen Yasargil® Aneurysmen-Clip-System (Prospekt Nr. C45601 0810/1.0/14, der hiermit durch Verweis ausdrücklich zum Bestandteil der vorliegenden Offenlegungsschrift gemacht wird).
Zunächst bezeichnet der Begriff Blutstillung all jene Massnahmen, die eine Blutung stoppen. Neben den körpereigenen bzw. physiologischen
Blutstillungsmechanismen, bei welchen einerseits die primäre bzw. zelluläre
Hämostase, andererseits die sekundäre bzw. plasmatische Blutstillung ablaufen, gibt es verschiedene medizinische bzw. chirurgische Massnahmen. Diese führen mechanisch,
thermisch und/oder mittels Hochspannung zu einer Versiegelung eröffneter Blutgefässe. Dabei stellt das als„Ligatur“ (von lateinisch„ligare“:„(ver)binden“) bezeichnete Verschliessen von Blutgefässen durch Unterbinden bzw. Abbinden des Blutgefässes eine besonders wichtige Option aus der Vielzahl der chirurgischen
Massnahmen bzw. Techniken dar. Der Vorteil der Ligatur liegt in der besonderen Zuverlässigkeit, mit welcher das Blutgefäss sicher mechanisch verschlossen wird. Unter einer Ligatur versteht man in der Chirurgie also eine zum Nähen von Blutgefässen alternative chirurgische Praktik, bei welcher das Unterbinden bzw. Abbinden eines Hohlorganes wie eines Blutgefässes erfolgt.
Zum Unterbinden bzw. Abbinden mittels Ligatur wird häufig ein chirurgischer Faden oder anstattdessen ein schneller zu applizierender chirurgischer Ligaturclip zum Klammern bzw. Klemmen bzw.„Clippen“ eines Hohlorganes wie eines Blutgefässes eingesetzt. So betrifft die WO 2007087834 A1 der vorliegenden Anmelderin, die hiermit durch Verweis ausdrücklich zum Bestandteil der vorliegenden Offenlegungsschrift gemacht wird, einen gattungsgemässen Gefässclip in der Ausführungsform eines chirurgischen Ligaturclips. Der darin offenbarte Ligaturclip umfasst zwei Haltearme, die an jeweils einem Ende über eine verformbare Verbindungsstelle miteinander verbunden sind und derart gegeneinander biegbar sind, dass die Arme aus einer Offenstellung, in der sie einen größeren Abstand voneinander haben, in eine Schließstellung gelangen, in der die einander zugewandten Innenseiten der Arme dauerhaft einander angenähert sind.
Zudem ist aus der WO 2015147440 vorbekannt, die Blutstillung mittels Gefässclip zusätzlich durch ein blutstillendes Hämostaseelement zu unterstützen, welches separat in Form einer Innenauflage vorgesehen ist. Dabei umgibt das Hämostaseelement die Innenflächen des ersten und zweiten Schenkels des Gefässclips, wozu es auf mindestens zwei innenseitig hervorstehenden Stiftelementen der Schenkel aufgespießt vorliegt. Dazu kann das Hämostaselement als faserige Innenauflage mit einer blutstillenden Substanz wie Fibrinkleber, Calciumchlorid, Thrombin imprägniert sein.
Jedoch bestehen bei den Lösungen aus dem Stand der Technik einige Nachteile. Zunächst besteht die Notwendigkeit, dass der Gefässclip zur Aufrechterhaltung der Gefässunterbindung bzw. des Gefässverschlusses zuverlässig seine Lage auf dem
Gefäß beibehalten muss. Durch zu glatte bzw. nicht lagestabile Oberflächen der Clip- Innenkontur können die Clips jedoch vom Gefäss herunterrutschen, weil die
physiologische, d.h. die auf körperlichen und/oder chemischen Lebensvorgängen beruhende, Feuchtigkeit des Gewebes wie ein Schmierfilm wirkt. Separate
Innenauflagen, wie seitens der WO 2015147440 vorgeschlagen, können die strukturelle Problematik des Rutschens noch weiter verschärfen.
Darüberhinaus besteht in der realen chirurgischen Situation im Zuge der sogenannten Kauterisation (von lateinisch„cauterisatio“: Brennen mit dem Brenneisen) die zusätzliche Erschwernis, dass in der laufenden Operation im eröffneten Gewebe ständig größere Mengen an einem ölig schmierend wirkenden
Körperflüssigkeitsgemisch lokal neu entstehen. Und zwar werden als physikalische Blutstillungsmethode chirurgische Instrumente zur Kauterisation, wie ein Elektrokauter oder ein Elektroskalpell, eingesetzt. Dazu wird an das Elektroskalpell Wechselstrom mit hoher Frequenz angelegt, wobei in dem geschnittenen Gewebe sogleich oberflächlich eine Koagulation des Blutes einsetzt, wodurch die Blutung zwar im Wesentlichen gestillt wird. Jedoch tritt fortlaufend aus der lokal fortschreitenden Schnittfläche ein
mehrphasiges physiologisches (bzw. teils auch pathologisches)
Körperflüssigkeitsgemisch aus Blut, Lymphe, koagulierten Blutkörperchen und sonstigen Bestandteilen, verbrannten Gewebe- bzw. Korpuskel-Partikeln und
dergleichen aus.
Dieses mehrphasige Körperflüssigkeitsgemisch liegt als eine Art Öl-in-Wasser- Emulsion mit wäßrig suspendierten Feststoffanteilen vor. Dieses
Körperflüssigkeitsgemisch mit öligen bzw. lipophilen Anteilen verstärkt wie eine
Schmierschicht bzw. ein physiologischer (bzw. teils auch pathologischer) Schmierfilm die Problematik der physiologisch ohnehin rutschigen Gefässoberfläche. Dadurch sind dem Chirurgen in der realen Situation des operativen Eingriffs ein präzises
Positionieren wie auch ein lagesicheres Klemmen von Gefässclips erheblich erschwert.
Bei üblichen Gefässclips sucht man, diese gegen Rutschen zu sichern, indem die Haftreibung zwischen der physiologisch glatten, gummiähnlich elastisch-festen
Gefässoberfläche und Innenkontur des Gefässclips zum einen durch eine Profilierung der Innenkontur oder zum anderen durch entsprechende Erhöhung der Clipsteifigkeit
und dementsprechende Erhöhung der Flächenpressung verbessert wird. Jedoch weist eine Profilierung den Nachteil auf, dass eine erhöhte Griffigkeit des Profils eine höhere Traumatisierung der Gefässoberfläche nach sich zieht. Auch werden zu einer
Profilierung in der Regel zusätzliche Prozessschritte bzw. komplexere Formwerkzeuge im Fertigungsprozess erforderlich. Wiederum eine erhöhte Clipsteifigkeit führt zu einer Erhöhung der Belastung der Clip-Anlegezangen sowie zu einer Erhöhung der
Applikationskraft, was gleichfalls unter dem Aspekt der Traumatisierung als negativ anzusehen ist. Weitere Nachteile bzw. Einschränkungen ergeben sich unter den Gesichtspunkten des feinmotorischen manuellen Flandlings des Chirurgen sowie bei endoskopischen Eingriffen unter den räumlich bzw. kinematisch limitierten
Randbedingungen.
Zudem persistiert bei den Lösungen aus dem bekannten Stand der Technik der das Rutschen unter chirurgischen Realbedingungen hauptursächlich verursachende Einflussfaktor, nämlich der oben beschriebene Umstand einer infolge einer
SchmierschichtisEjäus mehrphasigem Körperflüssigkeitsgemisch weiter herabgesetzten geringen Haftreibung. Diese Schmierschicht aus mehrphasigem
Körperflüssigkeitsgemisch bedingt nachteilig einen mangelhaften Flächenkontakt zwischen dem Blutgefäss und der Clip-Innenkontur.
Somit liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen chirurgischen Gefässclip, insbesondere einen Ligaturclip oder einen Aneurysmenclip, wie er zum Verschluss von Hohlorganen wie Blutgefässen zum Zwecke der Blutstillung verwendet wird, zu schaffen, welcher die oben dargelegten Nachteile des Standes der Technik überwindet. Dabei besteht das Ziel, einen guten Flächenkontakt zwischen dem Blutgefäss und der Clip-Innenkontur zu bewerkstelligen und die Haftreibung weitgehend zu minimieren, um Rutscheffekte des Gefässclips auf der Gefässoberfläche beim Unterbinden bzw.
Abbinden bzw. Klemmen gering zu halten. Insbesondere beim Kauterisieren, bspw. mit einem Elektroskalpell, mit der negativen Folge einer fortwährenden Quelle von mehrphasigem Körperflüssigkeitsgemisch im eröffneten bzw. kauterisierten Gewebe und damit von kontinuierlicher Schmierschicht(neu)bildung soll der Chirurg in seinem manuellen Handling von Gefässclipen optimal unterstützt werden. Es besteht eine zusätzliche Aufgabe darin, einem Anwender wie dem Chirurgen und/oder
assistierendem klinischen Personal eine zugehörige Clip-Anlegezange sowie ein für die
heutzutage komplexen klinischen Abläufe konvenientes, flexibles und zuverlässig verwendbares Produktset bereitzustellen. Ferner besteht ein Bedürfnis nach
zugehörigen Verfahren zur Herstellung des Gefässclips, welche sich großtechnisch robust zur Einhaltung präziser Produktspezifikationen ausführen lassen.
Diese Aufgabe wird in einem ersten Aspekt erfindungsgemäß durch die Merkmale des auf einen chirurgischen Gefässclip gerichteten Anspruchs 1 gelöst.
Der zum Verschluss von Hohlorganen wie Blutgefässen und dergleichen dienende chirurgische Gefässclip als ein erster Aspekt der vorliegenden Offenbarung umfasst: einen ersten und zweiten Haltearmabschnitt, einen Verbindungsabschnitt und einen Verschlussabschnitt. Dabei sind der erste und der zweite Haltearmabschnitt jeweils länglich ausgeführt. Über einen an einer jeweiligen Endseite des ersten und des zweiten Haltearmabschnitts vorgesehenen Verbindungsabschnitt des Gefässclips sind diese zueinander biegbar verbunden und/oder miteinander biegbar verbindbar. Dabei umfassen der erste und der zweite Haltearmabschnitt an einer anderen Endseite einen jeweiligen Verschlussabschnitt. In diesem sind die einander zugewandten jeweiligen Clip-Innenoberflächen des ersten und des zweiten Haltearmabschnitts, ausgehend von einer Offenstellung mit größerem Abstand voneinander, in eine Schließstellung aneinander annäherbar und miteinander verbindbar. Die Schließstellung kann temporär oder permanent sein, wie insbesondere im Falle von Aneurysmenclips der temporäre oder permanente Verschluss die Zweckbestimmung darstellt. Bei Ligaturclips ist die Zweckbestimmung der permanente Gefässverschluss. Dazu wird der Gefässclip, bspw. mit Hilfe einer zugehörigen Clip-Anlegezange, zur Ligatur des Blutgefässes in eine permanente Schließstellung gedrückt. Erfindungsgemäß ist zumindest ein Clip- Innenoberflächenabschnitt des Gefässclips mit zumindest einer integral ausgebildeten Pore, vorzugsweise mit einer Vielzahl der Poren, offenporig ausgeführt.
Der der vorliegenden Offenbarung zugrundeliegende technische Lösungsgedanke fusst in einer Erhöhung der Reibkraft durch Entfernung des in der Einleitung
beschriebenen physiologischen (bzw. auch pathologischen) Schmierfilms, welcher sich sonst zwischen dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss und dem daran anliegenden Clip- Innenoberflächenabschnitt befindet. So ermöglicht ein erfindungsgemäßer Gefässclip aus offenporigem Material, dass der Schmierfilm zwischen der Clip-Innenkontur und
dem Blutgefäss in die zumindest eine Pore, vorzugsweise Vielzahl der Poren, abgeführt wird. Dadurch wird der Flächenkontakt verbessert und die Haftreibung zwischen dem Gefässclip und dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss erhöht. Zusammengefasst weist der erfindungsgemäße Gefässclip den Vorteil einer erhöhten Lagesicherheit auf dem
Hohlorgan bzw. Blutgefäss gegen Abrutschen auf, und dies ohne eine Erhöhung des Gefässtraumas.
Erfindungsgemäß umfasst der chirurgische Gefässclip zum Verschluss von Hohlorganen zumindest einen porösen Oberflächenabschnitt in seiner Innenkontur. Wenn dieser poröse Oberflächenabschnitt in der Situation des chirurgischen Eingriffs bzw. der Operation zum Kontakt bzw. zum Anliegen an das zu verschließende bzw. zu clippende Hohlorgan kommt, kann ein auf dem Hohlorgan befindlicher bzw. gespreiteter feuchter Oberflächenfilm von der zumindest einen Pore, vorzugsweise von einer Vielzahl von Poren, aufgenommen werden. Das zumindest teilweise Abführen des dem Hohlorgan eigenen feuchten Oberflächenfilms, insbesondere des mehrphasigen physiologischen Schmierfilms, von einer an der Innenkontur des Gefässclips
anliegenden Oberfläche des Hohlorgans bzw. Blutgefässes in die Pore(n) hinein bewirkt ein vermindertes oder sogar eliminiertes Rutschen des Gefässclips auf dem Hohlorgan. Mit anderen Worten, ist somit das bspw. Blutgefäss an seiner von dem Gefässclip umfangenen Oberfläche nicht mehr während des Verschliessens des Gefässclips glitschig bzw. rutschig. Sprich, anstatt eines Gleitens bzw. Schlupfes des Gefässclips auf dem feuchten Oberflächenfilm tritt Haften oder Reiben von im Wesentlichen festen Oberflächen aufeinander ein. Somit ist die Haftreibung zwischen dem Gefässclip und dem Hohlorgan während des Vorganges des Verschliessens bzw. Clippens deutlich erhöht. Dies erleichtert dem Chirurgen die sichere Applikation des Gefässclips an der richtigen Position, ohne dass dazu traumatisch hohe Klemmkräfte auf das Hohlorgan bzw. das Blutgefäss aufgebracht werden müssten. Durch die ortssichere Lage des Gefässclips sind dessen Funktion und Zuverlässigkeit erheblich verbessert. Auch ist die Einheilung aufgrund der verringerten bzw. sogar wegfallenden lokalen Traumatisierung des Hohlorgans bzw. Blutgefässes deutlich befördert.
Der vorliegend verwendete Begriff des Gefässclips umfasst einen Ligaturclip oder einen Aneurysmenclip, wie im einleitenden Teil der vorliegenden Offenbarung (unter Einbezug von Stand der Technik) beschrieben.
Wiederum unter den Begriff des Ligaturclips fallen hier auch sogenannte
Mikroclips zum Zwecke einer temporären und/oder permanenten Unterbindung von (zerebralen) arteriovenösen Missbildungen bzw. Malformationen (AVM). Es versteht sich im Sinne der vorliegenden Erfindung, dass im Falle von Mikroclips entsprechend kleiner dimensionierte Maßstäbe vom Erfindungsgegenstand umfasst sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es gegebenfalls aufgrund von fertigungstechnischen Gesichtspunkten und/oder von Erwägungen der Flüssig-Fest-Grenzflächenphysik nicht sinnvoll erscheinen kann, die einzelne Pore bzw. eine innere Porenstruktur in ihrer Größe gleichermaßen stark zu miniaturisieren wie die äußeren Dimensionen bzw. Bemaßungen des gesamten Gefässclips.
Mit dem Begriff der„integral ausgebildeten“ Pore bzw. Vielzahl der Poren ist gemeint, dass die Poren als Lücken(volumina) oder Löcher in dem Material des Gefässclips ausgebildet sind. Also bezeichnet dieser Begriff eine zu dem bzw. in dem Gefässclip quasi stoffschlüssig ausgebildete Pore.
Zumeist bildet der Gefässclip eine U- oder V-förmige Gestalt, bei welcher die länglichen Haltearmabschnitte die Schenkel an dem, vorzugsweise in etwa mittig angeordneten, Verbindungsabschnitt bilden. Grundsätzlich jedoch soll vorliegend der gattungsgemäße Begriff des Gefässclips nicht nur auf die Variante beschränkt sein, dass ein Gefässclip nur an einem offenen, einer Verbindungsstelle
gegenüberliegenden, Ende geklammert bzw.„geclippt“ wird, d.h. einseitig einrastet, wie bspw. bei dem zuvor einleitend beschriebenen Ligaturclip der Fall. Sondern vorliegend umfasst der Begriff des Gefässclips auch jegliche Ausführungsformen, bei welchen ein zweiseitiges Einrasten erfolgt, d.h. an zwei zunächst offenen Enden geklammert bzw. „geclippt“ wird. Des Weiteren sind auch jegliche im Umfang geschlossene, insb.
ringförmige oder polyederförmige, Formen des Gefässclips mit umfasst. Es versteht sich, dass letztere geschlossenen Formen nur einem getrennten, bspw.
durchschnittenen, Hohlorgan bzw. Gefäss aufgestreift werden können, so dass über den Gefässumfang sodann hinausstehende, freie Abschnitte des Gefässclips nachfolgend geklammert bzw.„geclippt“ werden können.
Auch ist im Sinne der Erfindung nicht relevant, ob die unterschiedlichen Bereiche des Gefässclips, wie die Haltearmabschnitte, eine bestimmte Form bzw. eine konstante Querschnittsfläche aufweisen. So sollen vorliegend auch Ausführungsformen von Gefässclips umfasst sein, welche entlang ihrer abgewickelten Clip-Länge bzw.
Längsache einen veränderlichen Querschnitt aufweisen. Kumulativ oder alternativ können neben den in den Figuren gezeigten beiden Ausführungsformen mit jeweils einem abgerundet-rechteckigen Querschnitt gleichermaßen Querschnitte mit einer ovalen, quadratischen, U-, T-, I-förmigen, konvexen und/oder konkaven Form bevorzugt sein.
Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
Vorzugsweise ist bei dem chirurgischen Gefässclip der zumindest eine offenporig ausgeführte Clip-Innenoberflächenabschnitt als ein in dem ersten Haltearmabschnitt angeordneter erster Clip-Innenoberflächenabschnitt und/oder als ein in dem zweiten Haltearmabschnitt angeordneter zweiter Clip-Innenoberflächenabschnitt und/oder als ein in dem Verbindungsabschnitt angeordneter dritter Clip-Innenoberflächenabschnitt vorgesehen. Dies bietet den technischen Vorteil, dass je nach medizinischer Indikation die Gesamtgestaltung des Gefässclips auf dessen mechanische Eigenschaften, wie Biegesteifigkeit und/oder Härtegrad und/oder Flexibilität und/oder Elastizität, optimiert werden kann. Je nach Anamnese bzw. medizinischer Indikation des jeweiligen
Einzelfalls kann es bspw. bevorzugt sein, dass nur einer der beiden Haltearmabschnitte mit einem porösen Clip-Innenoberflächenabschnitt ausgestaltet ist, entweder der erste oder der zweite Haltearmabschnitt. Dabei kann es bevorzugt sein, dass sich eine Unterscheidung des ersten von dem zweiten Haltearmabschnitt bei sonstig gleicher äußerer Bemaßung lediglich danach bestimmt, in welcher zeitlichen Reihenfolge während des eigentlichen chirurgischen Clip-Vorganges des Anlegen an das Hohlorgan erfolgt. Dies kann sich u.a. danach bestimmen, wie bzw. in welcher Einlegerichtung der anzulegende Gefässclip in eine zugehörige Clip-Anlegezange eingelegt bzw. eingesetzt wird.
Jegliche Kombination von offenporig ausgeführten ersten und/oder zweiten und/oder dritten Clip-Innenoberflächenabschnitten ist mitumfasst. Denn je nach individueller Beschaffenheit des zu clippenden Gefässes bzw. Körpergewebes können
unterschiedliche lokale Ausgestaltungen vorteilhaft sein. Auch ist es denkbar, dass der einzelne bzw. jeweilige offenporige bzw. poröse erste und/oder zweite und/oder dritte Clip-Innenoberflächenabschnitt nicht nur mittig, sondern auch außerzentrisch
angeordnet ist. Dabei meint der Begriff„angeordnet“ jeweils bezogen auf den zugehörigen Teilbereich des Gefässclips, also jeweils bezogen auf den ersten
Haltearmabschnitt bzw. auf den zweiten Haltearmabschnitt bzw. auf den
Verbindungsabschnitt.
Weiter kann es bevorzugt sein, dass zumindest ein Teilbereich des Gefässclips, also der erste Haltearmabschnitt und/oder der zweite Haltearmabschnitt und/oder der Verbindungsabschnitt, mehr als jeweils einen offenporigen Bereich bzw. porösen Clip- Innenoberflächenabschnitt aufweisen.
Dies bewirkt den zusätzlichen Vorteil, dass durch eine gezielte Auswahl des offenporigen Bereichs bzw. porösen Clip-Innenoberflächenabschnitts die mechanische Widerstandskraft des Gefässclips im Gesamten gegen unbeabsichtigtes Öffnen beibehalten werden kann.
Vorzugsweise ist der chirurgische Gefässclip zu mindestens 60 Volumenprozent, vorzugsweise zu mindestens 90 Volumenprozent offenporig bzw. porös, noch weiter bevorzugt (nahezu) vollständig, also zu (nahezu) 100 Volumenprozent, offenporig bzw. porös ausgeführt. Dabei meint die Einschrä kung„nahezu“, dass insbesondere fertigungsbedingte Randeffekte wie bspw. unporöse Anspritzstellen oder
geometriebedingte Bereiche wie bspw. unporöse Knickstellen nicht in die sinngemäße Bestimmung der Porosität einzurechnen sein sollen. In einer solchen Variante wird der Gefässclip besonders aufnahmefähig für eine größere Menge an von dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss abzuführender Feuchte bzw. Schmierfilm.
Eine alternative bevorzugte Variante hinsichtlich der zuvor genannten bevorzugten Ausführungsform des chirurgischen Gefässclips betrifft gerade eine nicht zu hohe Porosität bzw. einen Leervolumenanteil bzw. einen Lückenvolumenanteil des
Gefässclips. Dabei ist der Gefässclip zu höchstens 70 Volumenprozent, vorzugsweise zu höchstens 50 Volumenprozent, noch weiter bevorzugt zu höchstens
35 Volumenprozent offenporig bzw. porös ausgeführt. Insbesondere können
kapillarartige und/oder einzelne Poren bevorzugt sein. Im Falle von bikontinuierlichen Porenstrukturen, bspw. bei Vorliegen einer Schwammstruktur oder einer (monomodalen oder multimodalen) Kugelpackung, können niedrige Porositäten bevorzugt sein, da sie mit dickeren Wandstrukturen, bspw. dickeren Gerüststrukturen wie stärkeren Trabekeln, einhergehen. Damit sind solche Porenstrukturen mit eher niedriger Porosität besonders robust und mechanisch fest.
Alternativ oder kumulativ umfasst der Gefässclip in der alternativen bevorzugten Variante zumindest einen nicht-offenporig ausgeführten Clip-Innenoberflächenabschnitt, insbesondere was den Verbindungsabschnitt in der Clipkehle des Gefässclips anbelangt. Sprich, der in dieser Variante bevorzugte Gefässclip umfasst zumindest einen offenporig ausgeführten Clip-Innenoberflächenabschnitt und zumindest einen nicht-offenporig ausgeführten Clip-Innenoberflächenabschnitt. Insbesondere ist zumindest der Verbindungsabschnitt und/oder der Verschlussabschnitt des ersten und/oder des zweiten Haltearmabschnitts aus Vollmaterial ausgeführt. In einer solchen Variante wird der Gefässclip besonders stabil, da nur ein bzw. einige Bereich(e) porös ausgeführt sind und/oder die Porenstruktur als solche nur moderat offenporig ist, also wenige Poren pro Oberflächeneinheit aufweist. Auch können sich besondere
Fertigungsvorteile ergeben, insofern als die poröse Ausgestaltung je nach
Herstellungsverfahren und Clip-Konstruktion einen gegenüber Vollmaterial erhöhten Fertigungsaufwand bedeuten kann.
Um den gewünschten Effekt auf Grundlage der zumindest einen Pore zu erzielen, kann es auch ausreichend und bevorzugt sein, nur den Innenbereich des Gefässclips offenporig auszugestalten, bspw. das innere Drittel der Querschnittsabmessung der die Clipschenkel darstellenden Haltearmabschnitte. Dies hat gegenüber einem durchgängig offenporigen Querschnitt den Vorteil, dass die Biegesteifigkeit des Gefässclips weniger reduziert wird sEj^esonders vorteilhaft kann ein Gefässclip sein, dessen Innenkontur nicht überall offenporig gestaltet ist, sondern bei dem der Bereich des die Clipkehle darstellenden Verbindungsabschnittes (insbesondere die proximalen 20% der abgewickelten Clip-Länge) und/oder der Bereich der die Clipspitzen darstellenden Verschlussabschnitte (insbesondere die distalen 10% der abgewickelten Clip-Länge) aus Vollmaterial ausgestaltet ist bzw.sind. Vor allem eine Ausgestaltung des die
Clipkehle darstellenden Verbindungsabschnittes mit Vollmaterial gewährleistet die volle
Biegesteifigkeit des Gefässclips im Vergleich zu einem herkömmlichen Gefässclip.
Alternativ oder kumulativ kann zumindest ein Teilabschnitt eines außenseitigen Clip- Außenoberflächenabschnittes des Gefässclips aus Vollmaterial ausgeführt und/oder die zumindest eine Pore zu einer in Querrichtung ablaufenden Flüssigkeitsdrainage, vorzugsweise L-förmig zu einer Clip-Seitenoberfläche hin abgebogen, ausgestaltet sein. Sprich, indem vorzugsweise die Außenseite des Gefässclips Vollmaterial aufweist und die Flüssigkeit seitlich abgeleitet wird. So wird der Vorteil bewirkt, dass zugunsten der Steifigkeit des Gefässclips der poröse Bereich noch weiter eingeschränkt werden kann, ohne den gewünschten Drainage- Effekt von von dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss abzuführender Feuchte bzw. Schmierfilm nennenswert zu verringern.
Vorzugsweise weist bei dem chirurgischen Gefässclip zumindest eine Pore eine erste Porengröße und/oder im Falle einer Vielzahl der Poren eine mittlere erste
Porengröße auf, welche auf einer Poreneingangshöhe an dem zugehörigen Clip- Innenoberflächenabschnitt 0,01 mm bis 0,2 mm, vorzugsweise 0,02 mm bis 0,08 mm, noch weiter bevorzugt ca. 0,05 mm beträgt. Alternativ oder kumulativ beträgt die
(mittlere) Porengröße 1 % bis 35 %, vorzugsweise 2 % bis 20 %, weiter bevorzugt 3 % bis 14 %, noch weiter bevorzugt 5 % bis 10 % einer in einer Querrichtung eines mittigen Abschnittes des ersten und/oder zweiten Haltearmabschnittes bestimmbaren
Haltearmbreite. So kann eine für einen Ligaturclip übliche Haltearm breite bzw.
Stegbreite 0,5 bis 2 mm betragen.
Der Begriff„mittlere Porengröß “ umfasst hierbei statistisch gebildete Mittelwerte, welche sich aus Dichteverteilungen gemäß Porendurchmesser, Porenfläche und/oder Porenvolumen mittein lassen. Übliche Labor-Messmethoden zur Bestimmung einer (mittleren) Porengröße basieren bspw. auf der sogenannten Bubble-Point-Methode oder bspw. auch auf optischer Vermessung anhand von Photoaufsichten und/oder von elektronenmikroskopischen Aufnahmen. Ferner sind zur Bestimmung der Porengröße wie auch der Porosität (automatisierte) Messmethoden bekannt, bei welchen die einzelne Pore bzw. die innere Porenstruktur mit einem Benetzungsmittel wie
Quecksilber benetzt wird. Dabei können spezifische Rückschlüsse auf die zu
messenden Größen anhand des kapillaren Laplace-Druckes für eine Einzelpore sowie des Hystereseverlaufes gezogen werden.
Vorzugsweise ist bei dem chirurgischen Gefässclip die zumindest eine Pore kapillarartig bzw. zylindrisch bzw. singulär ausgeführt. Das hat den Vorteil einer einfachen Fertigung. Bspw. kann das Vollmaterial eines herkömmlich hergestellten Gefässclips mit einer kapillarartigen Pore versehen werden. Vorzugsweise wird dazu mit einem Laser oder einem Feinstbohrwerkzeug die zumindest eine kapillarartige Pore eingesenkt bzw. gebohrt, wobei sowohl Durchgangsbohrungen als auch
Sackbohrungen bevorzugt sein können.
Alternativ oder kumulativ kann die vorzugsweise Vielzahl der Poren untereinander eine bikontinuierliche, d.h. eine durchgängige, Porenstruktur ausbilden. Genauer gesagt, bezeichnet der Begriff der„^kontinuierlichen“ Porosität eine Porenstruktur, welche in zweifacher Hinsicht kontinuierlich bzw. durchgängig ausgebildet ist. Sprich, sowohl das feste Material, d.h. die Wände bzw. Träger, als auch das Leervolumen bzw. die Porenlücken sind, jeweils für sich betrachtet, durchgängig bzw. untereinander verbunden ausgestaltet. Diese bikontinuierliche Porenstruktur kann weiter bevorzugt schwammartig und/oder netzförmig und/oder fasergewirkartig und/oder filamentartig und/oder trabekelförmig sein. Ferner sind vorzugsweise bikontinuierliche
Ausgestaltungen der Vielzahl der Poren mit und/oder ohne Sackporen umfasst.
Der Begriff„trabekelförmig“ bzw.„Trabekel“ (von lateinisch trabecula .kleiner Balken') bezeichnet vorliegend eine bälkchenartige Porenstruktur bzw. ein
bälkchenartiges Netzwerk bzw. ein Netz aus dünnen Stegen bzw. ein siebartiges Geflecht. Trabekelförmige Strukturen sind aus der inneren Anatomie von Organen bekannt, bspw. bei Herzmuskelfasersträngen oder im Kammerwinkel des Auges.
Ein besonders bevorzugtes bikontinuierlich poröses Metall ist sogenanntes „Trabecular metal™ material“, unter diesem Markennamen vertrieben von der Firma ZIMMER SPINE, INC. (Edina, Minn., USA). Dabei handelt es sich um ein poröses Tantalmaterial, welches im Bereich der Medizintechnik, insbesondere in der
orthopädischen Implantologie, Verwendung findet. Trabecular Metal Material ist ein dreidimensionales Material mit sehr hoher Biokompatibilität. Das Trabecular Metal Material hat bis zu über 80 Volumenprozent Porosität. Mit Hilfe eines thermischen Abscheidungsprozesses wird elementares Tantal auf einem Substrat abgeschieden. So entsteht eine schwammartige bzw. spongiosaähnliche bikontinuierliche Porenstruktur in
einem dreidimensionalen Material. Diese Porenstruktur weist eine gleichmäßige dreidimensionale zelluläre Architektur auf. Die gesamte Oberfläche von Trabecular Metal Material zeigt eine nanostrukturierte Oberflächen-Topographie. Bei
Kompressionstests zeigt Trabecular Metal Material eine hohe Duktilität ohne
mechanisches Versagen, weshalb es besonders vorteilhaft zur Ausführung eines erfindungsgemäßen Gefässclips ist.
Dieses Trabecular Metal Material mit zugehörigen Herstellverfahren ist in mehreren Patentschriften beschrieben, bspw. US 8,323,322 B2; US 5,282,61 ; US 5,443,515; und US 6,063,442, deren Offenbarungsgehalt hiermit durch Verweis aufgenommen wird. So wird darin die Ausbildung eines porösen Tantalmaterials mit einer trabekelförmigen Porenstruktur auf Basis einer chemischen
Gasphasenabscheidung von Tantal auf eine schaumartige Kohlenstoffstruktur beschrieben.
Ferner vorzugsweise kann der erfindungsgemäße Gefässclip aus porösem Metall gefertigt sein, wie für die Formkörper des Unternehmens M-PORE GmbH (Dresden, Deutschland) vorbekannt. Bei diesen Formkörpern durchziehen Kanäle den Schaum, verbinden die Poren und bilden so ein gleichmäßiges, offenes und untereinander verbundenes Netzwerk von Poren. Dazu lehrt die DE102014118177A1 , deren
Offenbarungsgehalt durch Verweis einbezogen wird, ein Verfahren zum Herstellen eines schaumartigen metallischen Formkörpers zum Einsatz als Wärmetauscher auf einem elektronischen Bauelement. Dabei wird der metallische Formkörper vollständig mittels 3D-Druck aus einem metallischen oder metallhaltigen Rohmaterial schichtweise in seiner dreidimensionalen Form gedruckt. Dadurch wird es möglich, beliebig gestaltete Formkörper am Computer zu konstruieren und als einstückige Metallstruktur, umfassend Vollmaterial- und Schaumbereiche, zu fertigen. Es kann vorgesehen sein, mehrere Rohmaterialien mit jeweils andersartiger Metallsorte beim 3D-Druck zu verwenden, sodass der Formkörper in einem einzigen Prozessschritt aus mehreren Metallen aufgebaut wird, wobei die Bereiche unterschiedlichen Metalls beliebig geformt und sogar ineinander greifend ausgebildet sein können. Dadurch enststeht der Vorteil, dass die strukturellen Eigenschaften des Metallschaumes, wie Porengröße, Stegbreite, Porenform, etc., gezielt vorgebbar sind.
Alternativ oder kumulativ ist es bevorzugt, die zumindest eine Pore mit einer druckstabilen Porenstruktur und/oder im Vergleich zwischen der Offenstellung und der Schließstellung gleichbleibend auszuführen. Dies bewirkt den zusätzlichen Vorteil, dass die von der zumindest einen Pore von der Oberfläche des Hohlorgans bzw.
Blutgefässes aufgenommene Feuchte bzw. Flüssigphase bzw. der physiologische Schmierfilm in dieser gespeichert verbleibt. Mit anderen Worten wird die von der zumindest einen Poren aufgenommene Flüssigkeitsmenge nicht wieder zurückgedrückt bzw. herausgequetscht.
Vorzugsweise weist die zumindest eine Pore des chirurgischen Gefässclips einen hydrophilen und/oder eine von einer wäßrigen Fluidphase benetzbaren Poren- Innenoberflächenabschnitt auf. Durch die Benetzbarkeit der zumindest einen Pore an ihrem Poreneingang und/oder an einem weiteren Poren-Innenoberflächenabschnitt mit einer wäßrigen bzw. hydrophilen Fluidphase findet aufgrund von Benetzungseffekten in das Poreninnere hinein ein schnelleres bzw. aktives bzw. spontanes Abführen der im Zuge des Clippens mit dem Gefässclip umliegenden Feuchte bzw. des mehrphasigen Schmierfilms in das Innere der Pore bzw. in die innere Porenstruktur hinein statt. Mit anderen Worten findet durch Benetzung bzw. Aufspreiten ein aktiver Stofftransport ins Poreninnere hinein, nämlich entlang der benetzbaren Poren-
Innenoberflächenabschnitte, statt. Insbesondere kann hinsichtlich des physiologischen Schmierfilms und auch hinsichtlich Blut mit dem Blutplasma von einer emulsions und/oder suspensionsartigen Mehrphasigkeit mit einer wäßrigen Hauptphase
ausgegangen werden. Insofern kann auch im Falle von bikontinuierlichen
Porenstrukturen annähernd das Modell der Benetzung einer Fluidphase in eine einzelne Kapillare bzw. zylindrische Pore hinein zugrundegelegt werden.
Vorzugsweise ist der chirurgische Gefässclip derart ausgebildet, dass die zumindest eine Pore, vorzugsweise die Vielzahl der Poren, beim Aufsetzen auf das bzw. Verschluss von dem Hohlorgan eine umliegende Fluidphase, welche Bestandteile von Körperflüssigkeit wie Blut(korpuskeln), Lymphe, Gewebepartikeln, Körperfett und/oder Kauderisierungsprodukt umfasst, aufnimmt und/oder durch Kapillarwirkung ins Poreninnere abführt und/oder absorbiert. Dadurch entsteht neben der reinen
Speicherfunktion in der zumindest eine Pore eine Saugwirkung auf die Fluidphase bzw. deren aktiver Abtransport.
Vorzugsweise beträgt ein Leervolumenanteil und/oder ein Lückenvolumenanteil und/oder eine Volumenporosität der zumindest einen Pore, vorzugsweise der Vielzahl der Poren, 10 % bis 90 %, vorzugsweise 30 % bis 88 %, weiter bevorzugt 35 % bis 86 %, noch weiter bevorzugt 50 % bis 75 %. Dabei bestimmen sich diese relativen Größen bezogen auf einen in dem Clip-Innenoberflächenabschnitt grenzenden Clip- Volumenabschnitt. Mit anderen Worten soll dies aussagen, dass es zur Bestimmung der ggf. lokalen bzw. in einem jeweiligen Clip-Innenoberflächenabschnitt vorgesehenen Volumenporosität messtechnisch nicht sinnvoll wäre, anliegende Bereiche aus
Vollmaterial bzw. solche mit einer signifikant unterschiedlichen Volumenporosität miteinzubeziehen. Insofern bedeutet dies, anders ausgedrückt, dass zur Bestimmung der Volumenporosität die Volumenbilanzhülle mit einem in dem Clip- Innenoberflächenabschnitt grenzenden Clip-Volumenabschnitt zusammenfallen soll.
Eine vordefinierte Soll-Volumenporosität ist vorteilhaft für gleichbleibende
Produkteigenschaften sowie Anwendungseigenschaften. Insbesondere lassen sich durch eine ausgewogen gewählte Soll-Volumenporosität die mechanischen
Eigenschaften des Gefässclips einerseits und die Aufnahmewirkung bzw.
Speicherfunktion der zumindest einen Pore steuern und optimal auf die spezifische Anwendung hin einstellen.
Vorzugsweise ist das Innere der einen Pore oder der Vielzahl der Poren bzw. ist die innere Porenstruktur des chirurgischen Gefässclips mit einer noch feinporigen Unterstruktur vorgesehen. Dazu ist ein Poren-Innenoberflächenabschnitt der zumindest einen Pore mit Feinstporen einer geringeren mittleren zweiten Porengröße offenporig ausgebildet. Dabei beträgt die mittlere zweite Porengröße 1 % bis 20 %, vorzugsweise 3 % bis 15 %, weiter bevorzugt ca. 10 % der ersten (mittleren) Porengröße. Alternativ oder kumulativ beträgt die mittlere zweite Porengröße der Feinstporen 1 Mikrometer bis 10 Mikrometer, vorzugsweise ca. 5 Mikrometer. Die mittlere zweite Porengröße ist auf einer Feinstporeneingangshöhe an dem Poren-Innenoberflächenabschnitt bestimmbar, bspw. über die Bubble-Point-Meßmethode. Eine solche Unterstrukur von Feinstporen, d.h. der zweiten Porengröße, in zumindest Teilbereichen der Poren-Innenoberfläche der größeren zumindest einen Pore, d.h. der ersten Porengröße, bewirkt aufgrund der Bimodalität der Porengrößen einen synergistischen Effekt. So bietet diese bevorzugte Ausführungsform den kombinierten Vorteil einerseits von (einer) größeren Pore(n) zur
Aufnahme, Ableitung und Speicherung einer größeren Menge von Fluidphase wie einem physiologischen Schmierfilm sowie andererseits von Feinstporen, welche aufgrund der physikalischen Benetzung selbst bei Aufbringen von mechanischem Druck auf den Gefässclip ihre Speicherwirkung beibehalten.
Vorzugsweise umfasst der Gefässclip folgende Materialien bzw metallischen, insbesondere pulvermetallurgischen, Werkstoffe: metallische Werkstoffe der Norm ISO 5832 zur Fierstellung von chirurgischen Implantaten; Titan (bspw. Ti Grade2; Ti Grade4; Ti Grade5) bzw. Titanlegierungen; Tantal bzw. Tantallegierungen; niedriglegierte Stähle zur Wärmebehandlung (bspw. FN02; 10006); Werkzeugstähle (bspw. M2); rostfreie Stähle (bspw. Nitronic 50; 316L; 17-4-PH; 430; 440C); und/oder sonstige Legierungen (bspw. FN50; Inconel 601 ; Cu 99.9). Dabei stellt die Norm ISO 5832 eine ISO- Normenreihe dar, welche Eigenschaften und Prüfverfahren für schmiedbare,
kaltumformbare und nichtrostende metallische Werkstoffe festlegt, die zur Herstellung von chirurgischen Implantaten verwendet werden.
Als ein zweiter Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird ein zugehöriger
Applikator, insbesondere eine zugehörige Clip-Anlegezange, welche(r) passend auf einen erfindungsgemäßen Gefässclip eingerichtet ist, vorgeschlagen. Dies stellt dem Anwender ein ideal geformtes und ausgelegtes Werkzeug bereit. Vorzugsweise ist dabei der Applikator bzw. die Clip-Anlegezange derart auf den erfindungsgemäßen Gefässclip einrichtbar und/oder eingerichtet, dass die in der Schliessstellung des Gefässclips auf das Hohlorgan aufgebrachte Klemmkraft eine minimal zulässige erste Kraftgrenze nicht unterschreitet. Alternativ oder kumulativ wird eine maximal zulässige zweite Kraftgrenze nicht überschritten. Ein solches Produktset weist den besonderen Vorteil auf, dass herstellerseitig sichergestellt wird, dass die von einem Anwender wie einem Chirurgen beim Clippen bzw. Verschließen des Hohlorgans bzw. Blutgefässes dazu hinreichend ist, ohne die von der zumindest einen Pore aufgenommene
Fluidphase wieder herauszudrücken oder in kraftüberschüssiger Weise auf das
Hohlorgan traumatisierend zu wirken. Sprich, der Applikator bzw. die Clip-Anlegezange unterstützen das Ziel, dass die beim Clippen manuell aufzubringende Kraft in einem idealen Soll-Halbgrenzbereich oder Soll-Bereich bzw. Korridor bzw. Grenzintervall liegt.
Als ein dritter Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird ein medizinisches
Produktset, insbesondere ein Clip-Tray, für die Lagerung, den Transport und/oder die Sterilisation eines erfindungsgemäßen Gefässclips vorgeschlagen. Das medizinische Produktset bzw. Clip-Tray umfasst eine Vielzahl der erfindungsgemäßen Gefässclips. Vorzugsweise ist die Vielzahl der erfindungsgemäßen Gefässclips in einer
Zusammenstellung nach unterschiedlichen Größen und/oder Formen und/oder
Härtegraden und/oder Biegesteifigkeiten und/oder Materialien und/oder
Verschlussvarianten permanent bzw. temporär vorgesehen bzw. sortiert. Alternativ oder kumulativ sind zu den Gefässclips jeweilig zugehörige Kennzeichnungsschilder in dem medizinischen Produktset beinhaltet. Solche Kennzeichnungsschilder dienen der Dokumentation bzw. Information, bspw. für eine unverzügliche Nachbestellung der jeweils verbrauchten Clips. Alternativ oder kumulativ ist ein dem erfindungsgemäßen Gefässclip zugehöriger Applikator, insbesondere eine Clip-Anlegezange, umfasst.
Insbesondere unterstützt ein solches Produktset eine zielgerichtete
Operationsvorbereitung. Desweiteren ergeben sich Vorteile für klinische Abläufe, welche Aspekte der Lagerung, des Transports und/oder der Sterilisation betreffen.
Als ein vierter Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird ein
pulvermetallurgisches Formgebungsverfahren zur Herstellung eines
erfindungsgemäßen Gefässclips vorgeschlagen. Dabei umfasst das
pulvermetallurgische Formgebungsverfahren eines erfindungsgemäßen Gefässclips als Bauteil bzw. Erzeugnis aufeinanderfolgende Schritte wie folgt: Vorlegen einer pulvermetallurgischen Zuführmasse bzw. eines sogenannten“Feedstocks”, bspw. durch Mischen und/oder Kneten und/oder Extrudieren; Formgebung der Zuführmasse zur Ausbildung eines endkonturnahen fein- und/oder grobkörnigen Grünkörpers in, gegebenfalls gemäss einem Debinderungs- und/oder Sinter-Schrumpf beaufmaßter, Gestalt des Gefässclips; optionales Debindern bzw. Entbindern des Grünkörpers zu einem Braunkörper; und Aussintern des, gegebenfalls zu dem Braunkörper
debinderten, Grünkörpers zur Ausbildung des fertigen Gefässclips.
Im ersten Schritt des Vorlegens einer pulvermetallurgischen Zuführmasse wird ein(e) homogene(r) Zuführmasse bzw. Feedstock vorgelegt. Vorzugsweise handelt es sich bei der Zuführmasse um eine Metall-Binder-Mischung, welche zusätzlich zu einem feinen Metallpulver zumindest einen organischen Binder umfasst. Es kann fallweise
bevorzugt sein, die Metall-Binder-Mischung vorkonfektioniert zu beziehen und/oder vorgelagert zu dem Schritt der Formbegebung zu mischen. Vorgelagertes Mischen kann vorzugsweise in einem batchweise und/oder kontinuierlich betreibbaren Mischer bzw. Kneter und/oder mittels Schneckenextrusion erfolgen.
Der nachfolgende Schritt der Formgebung der Zuführmasse zur Ausbildung des Grünkörpers kann dabei in einem Formenwerkzeug erfolgen, vorzugsweise mittels Pulverspritzgießen und/oder Pulverpressen. Alternativ und/oder kumulativ kann der Schritt der Formgebung der Zuführmasse zur Ausbildung des Grünkörpers in einem additiven Fertigungsschritt erfolgen, vorzugsweise mittels Metall-3D-Druck. Alternativ und/oder kumulativ kann der Schritt der Formgebung der Zuführmasse zur Ausbildung des Grünkörpers in einem kontinuierlichen Fertigungsschritt erfolgen, vorzugsweise mittels Extrusion, noch weiter bevorzugt mittels Filamentextrusion. Optional kann anschließend der fertige Gefässclip in einem nachfolgenden Schritt noch einer
Nachbehandlung wie einem Oberflächenfinish unterzogen werden.
Optional wird der gegebenfalls in der Zuführmasse vorhandende Binder in einem anschließenden Schritt des Debinderns aus dem Grünkörper bzw. Vorformling des Gefässclips wieder entfernt, so dass ein debinderter Grünkörper bzw. ein Braunkörper vorliegt: Sofern ein thermisch herauslösbarer Binder für die Zuführmasse verwendet ist, erfolgt das Debindern in einem Debinderungsofen. Dabei kann ein thermisch
herauslösbarer Binder auf Basis von Polyolef in-Wachsmischungen verwendet werden. Sofern zumindest ein Teil des Binders durch organische Lösungsmittel herauslösbar ist, also ein (teil-)löslicher Binder vorliegt, erfolgt das Debindern alternativ und/oder kumulativ zum thermischen Debindern unter Einsatz einer Solvensextraktion. So ist es vorliegend bevorzugt, teillösliche Binder-Systeme in der Zuführmasse zu verwenden, bei denen bspw. eine Polymerkomponente auf Polyethylenbasis mit einem Wachs gemischt wird. Alternativ und/oder kumulativ kann es bevorzugt sein, ein katalytisch abbaubares Binder-System in der Zuführmasse zu verwenden. Hinsichtlich
letztgenannter Variante wird vorzugsweise ein auf dem katalytischen Abbau von
Polyoxymethylen (POM) durch starke Säuren beruhendes Binder-System verwendet, beispielsweise das Catamold™ -Bindersystem der Fa. BASF. Ein großer Vorteil vorgenannter Binder bzw. Binder-Systeme ist die hohe Grünfestigkeit der abgeformten Gefässclips.
In dem nachfolgenden Schritt des Sinterns wird der, gegebenfalls debinderte, Grünkörper, bei hoher Temperatur in einem Sinterofen gesintert. Dabei kann der Sinterofen von dem Debinderungsofen verschieden sein bzw. in dem Fall einer kontinuierlichen betriebenen Anlage in einer nachgelagerten weiteren Ofenstufe bzw. Temperstrecke angeordnet sein. Das Sintern kann vorzugsweise auch als
Lasersinterverfahren erfolgen.
Der Grünkörper bzw. Braunkörper wird durch Sintern zu einem
erfindungsgemäßen fertigen Gefässclip mit seinen, von den Einflüssen eines weiteren etwaigen Nachbehandlungsschrittes abgesehen, endgültigen Eigenschaften hinsichtlich Geometrie, mechanischem Verhalten, innerem Materialgefüge und/oder Porosität(en) verdichtet bzw. ausgesintert. Im Ergebnis erhält man einen im Körper eines Patienten sich inert verhaltenden, da rein metallischen Gefässclip.
In einem optionalen Schritt wird weiterhin noch eine Nachbehandlung des
Gefässclips durchgeführt. Vorzugsweise handelt es sich dabei um ein Oberflächenfinish und/oder um eine Beschichtung, vorzugsweise des Poren-Innenoberflächenabschnitts. Vorzugsweise ist mit einer spezifischen, bspw. einer Hydrophil-Lipophil-Balance- funktionalen (HLB-funktionalen), Beschichtung die Benetzbarkeit der zumindest einen Pore mit einer von dieser aufzunehmenden Fluidphase gezielt einstellbar.
Alternativ oder kumulativ ist es denkbar, dass die Ausfertigung eines offenporigen Bereichs des erfindungsgemäßen Gefässclips durch Aufbringen einer porösen bzw. die zumindest eine Pore ausbildenden Beschichtung auf Vollmaterial realisiert wird.
Vorzugsweise stellt vorliegend das (Metall-)Pulverspritzgießen eine bevorzugte Variante des pulvermetallurgischen Formgebungsverfahrens eines erfindungsgemäßen Gefässclips als Bauteil bzw. Erzeugnis dar. Bei dem Pulverspritzgießen (kurz PIM- Verfahren, englisch für“Powder Injection Moulding”) bzw. Metall-Pulverspritzgießen (kurz MIM-Verfahren, englisch für“Metal Injection Moulding”) handelt es sich um ein Guss- bzw. Urform verfahren zur Herstellung von metallischen, bzw. ferner auch noch keramischen, Bauteilen komplexer zwei- bzw. dreidimensionaler Geometrie. Das Pulverspritzgießen stellt eine materialwissenschaftliche Weiterentwicklung und Variante
der Spritzgusstechnologie von thermoplastisch verarbeitbarem Kunststoff dar.
Insbesondere aufgrund der dreidimensional komplexen, starke Rundungen bzw.
Winkelungen aufweisenden Geometrie des Gefässclips ergeben sich besondere Vorteile des Pulverspitzgießens aus der gegenüber spanenden und/oder umformenden Fertigungsverfahren einfacheren Formgebung.
Das (Metall-)Pulverspritzgießen als eine bevorzugte Variante des
pulvermetallurgischen Formgebungsverfahrens verbindet die mechanischen Vorteile gesinterter Bauteile mit der großen Formgebungsvielfalt des Spritzgießens. Neben der großen Gestaltungsfreiheit ergeben sich als weitere Vorteile des Pulverspritzgießens die Funktionsintegration; die Ersparung von zahlreichen Nachbearbeitungsschritten im Sinne von Flinterschneidungen, Querbohrungen, Sacklöchern, Gewinden,
Oberflächenstrukturen, Abbildung von Logos, usw. eine flexible Auswahl an
Werkstoffen sowie eine kostengünstige Serienproduktion.
Dabei umfasst das bevorzugte Pulverspritzgießen bzw. PIM-Verfahren bzw. MIM- Verfahren aufeinanderfolgende Schritte: Vorlegen einer pulvermetallurgischen PIM- /MIM-Masse als Zuführmasse bzw. eines sogenannten“Feedstocks”, bspw. durch Mischen und/oder Kneten und/oder Extrudieren; Spritzgießen der Zuführmasse als Formgebung in ein Formenwerkzeug zur Ausbildung eines endkonturnahen fein- und/oder grobkörnigen Grünkörpers in, vorzugsweise gemäss einem Debinderungs- und/oder Sinter-Schrumpf beaufmaßter, Gestalt des Gefässclips; Debindern bzw.
Entbindern des Grünkörpers zu einem Braunkörper; und Aussintern des Braunkörpers bzw. des debinderten Grünkörpers zur Ausbildung des fertigen Gefässclips.
Bei dem Schritt des Pulverspritzgießens als einer bevorzugten
Ausführungsvariante des Schrittes der Formgebung wird ein Grünkörper bzw.
Vorformling des Gefässclips als Spritzgussteil erzeugt, wozu die Zuführmasse in eine Werkzeugform mit entsprechender Hohlgeometrie bzw. Kavität eingespritzt wird. Dabei wird die Zuführmasse vorzugsweise in verflüssigter Form, weiter bevorzugt bei erhöhter Temperatur, in die geschlossene Werkzeugform eingespritzt. Dabei kann das
Pulverspritzgießen durch eine gezielte Temperaturführung gesteuert werden, so dass die Zuführmasse die Werkzeugform idealerweise zunächst komplett ausfüllt und erst dann plastifiziert. Der so entstandene Grünkörper bzw. Vorformling ist bereits konturnah
ausgebildet bzw. weist schon wesentliche außengeometrische Merkmale des fertigen Gefässclips auf.
Vorzugsweise wird beim Pulverspritzgießen mit Spritzdrücken oberhalb des Umgebungsdruckes, vorzugsweise größer 60 bar, noch weiter bevorzugt größer 90 bar, gearbeitet. Es versteht sich, dass die maschinenseitig vorzusehenden Spritzdrücke bei aufwendigen und/oder miniaturisierten Geometrien der Gefässclips noch weiter steigen können. Insofern als besonders verengte Strömungsquerschnitte und/oder verlängerte Fliesswege vorliegen, steigen die bevorzugten Spritzdrücke gemäss den sich
überproportional einstellenden Fliesswiderständen entlang der Innenwände des der Geometrie des Gefässclips zugehörigen Formenwerkzeuges.
Vorzugsweise stellt, neben dem Pulverspritzgießen, vorliegend das (Metall-) Pulverpressen eine weitere bevorzugte Variante des pulvermetallurgischen
Formgebungsverfahrens zur Fierstellung eines erfindungsgemäßen Gefässclips dar. Bei dem Schritt des Pulverpressens als einer bevorzugten Ausführungsvariante des
Schrittes der Formgebung wird die Zuführmasse, nämlich Metallpulver ohne oder mit Binder, in einer Matrizen-Werkzeugform vorgelegt und mittels einer zugehörigen
Patrizen-Werkzeugform unter hohen Pressdrücken einer Maschinenpresse zu einem Grünkörper bzw. Vorformling des Gefässclips verdichtet. Wie im Falle des
Pulverspritzgießens handelt es sich auch beim Pulverpressen um ein besonders kosteneffektives Produktionsverfahren, welches die hohen Qualitätserfordernisse von Medizinprodukten gleichmäßig leisten kann.
Vorzugsweise wird eine pulvermetallurgische Zuführmasse vorgelegt, bei welcher der auf das Metallpulver bezogene Füllstoffanteil der Zuführmasse weniger als 75 Volumenprozent, vorzugsweise weniger als 60 Volumenprozent, noch weiter bevorzugt weniger als 45 Volumenprozent beträgt. Durch den Füllstoffanteil werden sowohl die innere Porenstruktur als auch die Schrumpfgröße des fertig gesinterten Gefässclips bestimmt. Dabei führt ein höherer Füllgrad zu geringerem Sinterschrumpf bzw. einem geringeren Lückenvolumenanteil des fertigen Gefässclips. Ferner kann bei einem zu hohem Füllstoffanteil die Zuführmasse wegen ihrer dann zu hohen Viskosität und/oder Abrasivität nicht mehr im Schritt Formgebung, wie insbesondere des Spritzgießens, verarbeitet werden.
Vorzugsweise erfolgt bei dem pulvermetallurgischen Formgebungsverfahren der Schritt der Formgebung zur Ausbildung des Grünkörpers in einem Formenwerkzeug, vorzugsweise mittels Pulverspritzgießen und/oder Pulverpressen. Alternativ oder kumulativ erfolgt die Formgebung in einem additiven Fertigungsschritt, vorzugsweise mittels Metall-3D-Druck. Alternativ oder kumulativ wird die Formgebung in einem kontinuierlichen Fertigungsschritt, vorzugsweise mittels Extrusion, noch weiter bevorzugt mittels Filamentextrusion, ausgeführt. Diese Verfahren haben den Vorteil der großtechnischen Verwendbarkeit mit den hohen Erfordernissen medizintechnischer Produkte an die Qualitätssicherheit.
Zusammenfassend weist der erfindungsgemäße Gefässclip mit zumindest einer Pore den Vorteil einer erhöhten Lagesicherheit des Clips auf dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss gegen Abrutschen ohne Erhöhung des Gefässtraumas auf. Die vorliegende Erfindung betrifft also einen Gefässclip, der gesamthaft offenporig ausgeführt ist oder offenporige Abschnitte aufweist. Dadurch werden Flüssigkeitsfilme auf
Gewebeoberflächen wie dem zu verschließenden Hohlorgan bzw. Blutgefäss gezielt abgeführt, sodass der erfindungsgemäße Gefässclip besser gegen Verrutschen abgesichert ist. Somit weist der erfindungsgemäße Gefässclip eine erhöhte
Lagesicherheit auf dem zu unterbindenden bzw. ligierenden Blutgefäss auf. Als ein weiterer Vorteil einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäße Gefässclip ist die Beibehaltung der Widerstandskraft des Gefässclips gegen Öffnen durch gezielte Auswahl des offenporigen Bereichs zu nennen.
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass der erfindungsgemäße Gefässclip nicht auf die Verwendung alleinig zum Verschluss von Blutgefässen zum Zwecke der Blutstillung beschränkt ist. Die Erfindung ist gleichermaßen für ähnliche medizinische Indikationen bzw. Verwendungen vorteilhaft einsetzbar, insbesondere für die Vielfalt von chirurgischen Situationen und Maßnahmen. Beispielsweise kann ein Lymphgefäss durch einen erfindungsgemäßen Gefässclip verschlossen werden. Insbesondere liegen der chirurgischen Behandlung von Mensch wie Tier die gleichen Grundprinzipien und Ziele zugrunde.
Insofern umfassen die vorliegenden Begriffe chirurgischer Gefässclip, wie ein Ligaturclip oder ein Aneurysmenclip, alle dazu spezifisch sinnhaften Ausgestaltungen und/oder Größendimensionierungen und/oder Materialien. Beispielsweise ist im Bereich der Verwendung von Mikroclips von einem vergleichsweise kleineren Maßstab des entsprechenden erfindungsgemäßen Gefässclips auszugehen. Beispielsweise kann dies im Bereich der Hand- und/oder Mikrochirurgie der Fall sein. Insbesondere kann für die chirurgische Behandlung von Kindern, insb. von Neugeborenen, auf ein anderes Größenverhältnis der Porengröße zu absoluter Clipgröße abgewandelt werden. Dabei kann es in Folge von für unterschiedliche Aspekte der Gefässclip-Geometrie
unterschiedlichen Verkleinerungserfordernissen zu einer Verschiebung von Relationen der Porengröße zu anderweitigen Gefässclip-Bemaßungen kommen. Demzufolge ist eine im Maßstab auf die Größe des zu clippenden Hohlorgans bzw. Blutgefässes bzw. Körpergewebes unter Beibehaltung der technischen Effekte angepasste bzw.
dimensionierte, insb. eine auf den vorliegenden Verhältnisfaktor miniaturisierte, Ausführungsform nicht auszuschließen, sondern von der vorliegenden Offenbarung umfasst.
Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung ist durch die Ansprüche gegeben und wird durch die in der Beschreibung erläuterten oder in den Figuren gezeigten Merkmale nicht beschränkt.
Kurzbeschreibung der Figuren
Fig. 1 ist eine perspektivische Vorderansicht gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel eines Gefässclips nach der vorliegenden Offenbarung in
Offenstellung;
Fig. 2 ist eine Längsansicht gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 ist eine Aufsicht gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 4 ist eine Breitenansicht (Queransicht) gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 5 ist ein Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 6 ist eine perspektivische Vorderansicht gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel eines Gefässclips nach der vorliegenden Offenbarung in
Offenstellung;
Fig. 7 ist eine Längsansicht gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel;
Fig. 8 ist eine Aufsicht gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 9 ist eine Breitenansicht (Queransicht) gemäß dem zweiten
Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 10 ist ein Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 8 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel des Gefässclips in Offenstellung;
Fig. 11 ist ein mikroskopischer Querschnitt gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel des Gefässclips mit einer trabekelförmigen bikontinuierlichen Porenstruktur;
Fig. 12 ist ein schematisches Flussdiagramm des pulvermetallurgischen
Formgebungsverfahrens zur Fierstellung eines Gefässclips nach der vorliegenden Offenbarung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
Nachstehend wird ein erstes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung auf der Basis der zugehörigen Figuren 1 bis 5 beschrieben. Daraus ergeben sich weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung.
Figuren 1 bis 5 zeigen unterschiedliche Ansichten gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Ligaturclips 100 als Gefässclip zum Verschluss von Blutgefässen. Bei dem ersten Ausführungsbeispiel ist der Ligaturclip 100 in Teilabschnitten mit jeweils einer Vielzahl von zylindrischen Kapillaren 1 , 1 , ... als Durchgangsbohrungen offenporig ausgeführt.
Fig. 1 zeigt den U-förmig gebogenen und in Offenstellung befindlichen Ligaturclip 100 in perspektivischer Vorderansicht. Zwei voneinander in etwa parallel bzw. leicht gewinkelt beabstandete, gleichgeformte längliche Clip-Stege 110, 120 als erster und zweiter Haltearmabschnitt münden an ihrer links in der Fig. 1 befindlichen Endseite in einer U-förmig gerundeten Clip-Kehle 130 als Verbindungsabschnitt des Ligaturclips 100. Über die Halbbogen-förmige, biegbare Clip-Kehle 130 sind die beiden Clip-Stege 110, 120 miteinander biegbar verbunden, sodass sie, ausgehend von der in Fig. 1 bzw. Fig. 3 gezeigten Offenstellung mit größerem Abstand voneinander, in eine
Schließstellung aneinander annäherbar sind. Beispielsweise erfolgt dies (nicht gezeigt), indem ein Chirurg als Anwender den U-förmig geöffneten Ligaturclip 100 mittels einer zugehörigen Ligaturclip-Anlegezange um das zu verschließende Blutgefäss zunächst in richtiger Position an dieses anlegt und sodann zum Abbinden bzw. zur Ligatur des Blutgefässes zusammendrückt. Zur sicheren permanten Ligatur weisen die beiden Clip- Stege 110, 120 an ihrer anderen, der Clip-Kehle gegenüberliegenden, Endseite einen
jeweiligen Verschlussabschnitt 140, 140 auf. Auf diese Weise sind die einander zugewandten jeweiligen Clip-Innenoberflächen beiden Clip-Stege 110, 120 miteinander permanent verbindbar.
Rollte man gedanklich (nicht gezeigt) den Ligaturclip 100 mit der konstanten, leicht abgerundet quasi-quadratischen Querschnittsfläche (siehe Figuren 4 und 5) entlang seiner gesamten Cliplänge zu einer länglichen Viereckstabform ab, gingen die zu unterscheidenden Clip-Abschnitte fließend ineinander über wie folgt: rechts oben in der Fig. 1 befindlicher Verschlussabschnitt 140, erster Clip-Steg 110 (Fig. 1 , oben),
Halbbogen-förmige Clip-Kehle 130, zweiter Clip-Steg 120 (Fig. 1 , unten), rechts unten in der Fig. 1 befindlicher Verschlussabschnitt 140.
Entlang der Innenkontur des U-förmig gebogenen Ligaturclips 100 sind den zuvor genannten zu unterscheidenden Clip-Abschnitten 140, 110, 130, 120, 140 zugehörige innenseitigen Clip-Innenoberflächenabschnitte zuzuordnen. Hier weisen, wie anhand der Figuren 1 , 2, 4 und 5 erkennbar, die beiden Clip-Stege 110 bzw. 120 in ihren jeweilig zugehörigen Clip-Innenoberflächenabschnitten 111 bzw. 121 jeweils eine Zweierreihe mit vielen zylindrischen Kapillaren 1 , 1 , ... als Vielzahl von Poren auf, nämlich pro Clip-Steg 110 bzw. 120 jeweils zweimal 24 Kapillaren (also Gesamtanzahl von 96 Kapillaren im Ligaturclip 100).
Hingegen ist die biegbare Clip-Kehle 131 ohne jegliche Kapillare 1 aus
Vollmaterial ausgeführt, wie anhand der Figuren 1 , 2, 4 und 5 erkennbar.
Wie anhand der Querschnittsdarstellung aus Figur 5 erkennbar (Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3) sind die einzelnen Kapillaren 1 , 1 , ... jeweils als zylindrische Durchgangsbohrungen ausgeführt. Die Kapillaren 1 , 1 , weisen jeweilig einen ersten Porendurchmesser als erste Porengröße auf, mit welcher sie auf einer jeweiligen, bezogen auf den Ligaturclip 100 innenseitigen, Poreneingangshöhe 50 in die Clip-Innenoberflächenabschnitte 111 bzw. 121 eintreten. Insofern als es sich um zylindrische Durchgangsbohrungen handelt, treten die Kapillaren bzw. kapillarartig geformten Poren 1 , 1 , ... dieser ersten Ausführungsform des Ligaturclips 100
gleichermaßen an den außenseitigen Clip-Außenoberflächenabschnitten mit
gleichbleibendem Porendurchmesser aus, was ein optionales, jedoch nicht ein
erfindungswesentlich strukturelles Merkmal darstellt. Die Haltearmbreite bzw. Stegbreite ist in einem Querschnitt mit bspw. ähnlicher Position wie in Fig. 5 gezeigt bestimmbar, wobei dazu der Querschnitt senkrecht zu einer Längsachse eines der Clip-Stege 110, 120 gewählt werden sollte.
Fig. 4 zeigt weiter den zylindrische Porenwandmantel als Poren-Innenoberfläche 11 , welcher das zylindrische Lückenvolumen bzw. Leervolumen der jeweiligen Kapillare 1 umschließt. Letzteres Leervolumen dient (nicht gezeigt) in der chirurgischen
Anwendung der Aufnahme von die offenporig ausgeführten Clip- Innenoberflächenabschnitten 111 bzw. 121 umgebendem physiologischen (bzw.
pathologischen) Schmierfilm des zu ligierenden Blutgefässes.
Figuren 6 bis 10 veranschaulichen die konstruktiven Details gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Ligaturclips 200 als Gefässclip zum Verschluss von Blutgefässen. Dabei zeigen die unterschiedlichen Ansichten der Figuren 6 bis 10 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel zu den Ansichten der Figuren 1 bis 5 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel analoge Darstellungen. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird deshalb hinsichtlich des grundsätzlichen Aufbaus des gleichfalls U-förmig gebogenen Ligaturclips 200 (mit rechteckigem Querschnitt) auf die
Ausführungen zu Fig. 6 bis 10 verwiesen.
Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ist der Ligaturclip 200, im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel des Ligaturclips 100, nicht mit kapillarartigen Poren, sondern mit einer querdurchlässigen bzw. durchgängigen, nämlich bikontinuierlichen Porenstruktur 1 , 1 ,... auf Basis einer Vielzahl von Poren offenporig ausgeführt. Aufgrund der schwammartigen Porenstruktur sind auf Poreneingangshöhe 50 unrunde Formen erkennbar.
Die Porosität des Ligaturclips 200 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel ist im Vergleich zu der des Ligaturclips 100 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel deutlich höher, was sich geometrisch bei einer vergleichbaren Poreneingangsgröße aus der bikontinuierlich-offenen Porenstruktur ableiten lässt.
In einer alternativen oder kumulativen Variante (nicht gezeigt) des ersten bzw. zweiten Ausführungsbeispiels des Gefässclips kann zumindest ein Teilabschnitt eines außenseitigen Clip- Außenoberflächenabschnittes des Gefässclips aus Vollmaterial ausgeführt sein. Sprich, indem vorzugsweise die Außenseite des Gefässclips
Vollmaterial aufweist und die Flüssigkeit seitlich abgeleitet wird. So wird der Vorteil bewirkt, dass zugunsten der Steifigkeit des Gefässclips der poröse Bereich noch weiter eingeschränkt werden kann, ohne den gewünschten Drainage- Effekt von von dem Hohlorgan bzw. Blutgefäss abzuführender Feuchte bzw. Schmierfilm nennenswert zu verringern. Insbesondere kann die zumindest eine Pore zu einer in Querrichtung ablaufenden Flüssigkeitsdrainage, vorzugsweise L-förmig zu einer Clip- Seitenoberfläche hin abgebogen, ausgestaltet sein. Bei dem ersten
Ausführungsbeispiel gemäß Figuren 1 bis 5 setzt dies als Bohrungen ausgestaltete Poren 1 , 1 , ... des Ligaturclips 100 voraus, die in Fig. 5 als eine L-förmige Verbindung (nicht gezeigt) der ersten bzw. zweiten Clip-Innenoberflächenabschnitte 111 , 112 mit der Clip-Seitenfläche erkennbar wären. Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß Figuren 6 bis 10 könnte im Querschnitt gemäß Fig. 10, entlang der Linie A-A aus Fig. 8, ein nach außen gewandtes Teilvolumen, vorzugsweise ein Drittel, des Querschnitts des Ligaturclips 200 als Vollmaterial ausgeführt sein (nicht gezeigt).
Fig. 11 zeigt einen mikroskopischen Querschnitt gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel des Gefässclips mit einer bikontinuierlichen Porenstruktur, welche trabekelförmig ausgestaltet ist. Ein durchgängiges Geflecht oder offenes Netzwerk von Bälkchen bzw. Trabekeln 2 bildet eine stark offenporige, bikontinuierliche Porenstruktur aus. Bspw. in der Mitte von Fig. 11 ist zu sehen, wie fünf Trabekeln 2 eine Pore 1 auf Poreneingangshöhe 50 in Art eines schiefen Pentagons ausbilden. Ferner ist zu erkennen, dass die trabekelförmigen Porenwände jeweilige Poren-Innenoberflächen 11 aufweisen. Die gesamte innere Porenoberfläche als zugängliche innere
Feststoffoberfläche ergibt sich als Gesamtheit der einzelnen Trabekeloberflächen, bspw. experimentell bestimmbar über differentielle Adhäsionsmessungen, usw.
Das in Fig. 12 mit dem Flussdiagramm schematisierte Verfahren zur
pulvermetallurgischen Formgebung eines Gefässclips umfasst die Schritte S101 , S102 und S104 erfindungswesentlich (dargestellt als mit durchgezogener Linie umrandete Kästchen) und weiter optionale Schritte S203 und S205 (dargestellt als mit gestrichelter
Linie umrandete Kästchen): In einem ersten Schritt S101 wird eine pulvermetallurgische Zuführmasse vorgelegt. Die Vorlage bzw. der Feed erfolgt bspw. durch Mischen in einem Mischer und/oder durch Kneten in einem Kneter und/oder durch Extrudieren in einem Extruder, vozugsweise kontinuierlich bzw. quasikontinuierlich. In einem nachfolgenden Schritt S102 erfolgt die Formgebung der Zuführmasse zur Ausbildung eines endkonturnahen Grünkörpers in Gestalt des Gefässclips. Dabei ist die Körnigkeit bzw. Korngrößenverteilung des Grünkörpers fein- und/oder grobkörnig einstellbar. Dadurch kann die Soll-Porosität im fertigen Produkt des Gefässclips gezielt beeinflusst werden. Vorzugsweise wird dazu gemäss einem, vorzugsweise zuvor bestimmten, Sinter-Schrumpf dreidimensional beaufmaßt. In einem optionalen Schritt S203 findet das Debindern bzw. Entbindern des Grünkörpers zu einem Braunkörper, wobei gegebenfalls ferner noch anhand eines, vorzugsweise zuvor bestimmten,
Debinderungs-Schrumpfes beaufmaßt wird. In einem nachfolgenden Schritt S104 wird der Formkörper, also der Grünkörper, bzw. gegebenfalls der in dem optionalen
Debinderungsschritt S203 debinderte Braunkörper, zur Ausbildung des fertigen
Gefässclips ausgesintert. Vorzugsweise kann noch in einem optionalen Schritt S205 eine Nachbehandlung des ausgesinterten Gefässclips stattfinden. Vorzugsweise handelt es sich dabei um ein Oberflächenfinish und/oder um eine Beschichtung, insbesondere des Poren-Innenoberflächenabschnitts.
Bezugszeichen
Pore
Trabekel
, 200 Chirurgischer Gefässclip
, 210 erster Haltearmabschnitt
, 21 1 erster Clip-Innenoberflächenabschnitt, 220 zweiter Haltearmabschnitt
, 221 zweiter Clip-Innenoberflächenabschnitt, 230 Verbindungsabschnitt
, 231 dritter Clip-Innenoberflächenabschnitt, 240 Verschlussabschnitt
Poren-Innenoberflächenabschnitt
Poreneingangshöhe