SATTEL FÜR REIT- UND LASTTIERE UND VERFAHREN ZU DESSEN HERSTELLUNG
TECHNISCHES GEBIET
Die Erfindung betrifft das Gebiet der Sattel für Reit- und Lasttiere, insbesondere für Pferde, Bestandteile davon und Verfahren zu deren Herstellung.
STAND DER TECHNIK
Sattel und Tragevorrichtungen für Reit- und Lasttiere gibt es in vielen verschiedenen
Ausführungsformen. Aufgrund der individuellen Anatomie der Tiere, an welchem der Sattel oder die entsprechende Tragevorrichtung angebracht werden soll, können diese entweder in einer Art gefertigt werden, bei welcher eine Form und Grösse für den Grossteil der Tiere passt oder leicht daran angepasst werden kann, oder sie werden für jedes der Tiere individuell massgefertigt. Die Massenfertigung von Satteln und Tragevorrichtungen hat gegenüber standardisierten Produkten viele Vorteile, insbesondere sind sie für das Tier angenehmer zu tragen. Der Nachteil von massgefertigten Produkten liegt darin, dass sie an jedem Tier individuell angepasst werden müssen, was schliesslich bedeutet, dass der Hersteller des Sattels oder der Tragevorrichtung das Tier sehen, Mass nehmen und den Sattel oder die Tragevorrichtung daran anpassen muss. Hierfür sind im Stand der Technik vielerlei Verfahren beschrieben. Ältere Verfahren zur Herstellung massgefertigter Sattel erfordern dabei besondere Fähigkeiten vom Verarbeiter, neuere Verfahren nutzen moderne SD-Scanner und auch SD-Drucktechnologie. Beide dieser Verfahren und somit auch die daraus hergestellten Produkte sind daher teuer und nicht verbreitet zugänglich.
Weiterhin nachteilig ist sowohl bei serienmässig produzierten als auch bei massgefertigten Satteln, dass sie in der Regel zu steif gebaut werden und somit die Bewegung des Reittiers nicht optimal abbilden. Besonders im Schulterbereich des Reittiers, also bspw. eines Pferdes, führt eine starre Bauweise des Sattelbaums bzw. des Sattels dazu, dass die Trachten nicht in jeder Position des Reittiers optimal auf dessen Rücken aufliegen. Dies führt zu Instabilität des Sattels auf dem Reittier und wird oft damit kompensiert, dass der Sattel enger an das
Reittier gegurtet wird. Dies wiederum kann zu Druckstellen und Schürfungen am Rücken oder an der Gurtlage führen, was für das Tier unangenehm ist und es beeinträchtigen kann.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Sattel oder eine Tragevorrichtung bereitzustellen, welche in einfacher Art und Weise hergestellt werden können und welche direkt am Reit- oder Lasttier massgefertigt werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Passform des Sattels oder der Tragevorrichtung, welche(r) typischerweise über den
Sattelbaum auf dem Rücken des Reit- oder Lasttiers aufliegt, optimal an den Rücken des Tieres angepasst ist. Dies wiederum verhindert, dass bei Belastung, wie z.B. beim Reiten des Reittiers, sein Rücken falsch belastet wird und Druckstellen daran entstehen, welche für das Tier unangenehm sind und zu Beeinträchtigungen führen können.
Weiterhin ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Sattelbaum und schliesslich einen Sattel oder eine Tragevorrichtung, insbesondere ein Reitsattel, bereitzustellen, welche(r) im Vergleich zu serienmässig produzierten Satteln oder Tragevorrichtungen besser am Rücken des Tieres anliegt und für den Reiter bzw. für die Last auf dem Rücken des Tieres zu mehr Stabilität führt und das Tier somit weniger beeinträchtigt.
Erfindungsgemäss wird die Aufgabe durch einen Sattel oder eine Tragevorrichtung gelöst, welcher einen Sattelbaum nach Anspruch 1 bzw. einem Bestandteil eines Sattelbaums erhältlich aus einem Verfahren nach Anspruch 11 umfasst. Ein solcher Sattel oder
Tragevorrichtung ist im Vergleich mit bekannten massgefertigten Satteln oder
Tragevorrichtungen aus dem Stand der Technik sehr einfach und kostengünstig herzustellen. Weiterhin können die Trachten des Sattelbaums optimal an den Rücken des Reit- oder Lasttiers angepasst werden, sodass sie besser auf dem zum Tragen von Lasten geeigneten Bereich des Rückens des Tieres aufliegen. Dabei können die Trachten in Bezug auf ihre Grundfläche so bemessen sein, dass die Auflagefläche des Sattels bzw. der Tragevorrichtung auf dem Rücken des Tieres über die Trachten möglichst gross ist, wodurch die Lastverteilung verbessert wird. Durch die in bevorzugter Weise biegbaren, bzw. flexiblen oder nachgiebigen Trachten, welche durch die Auswahl des Materials zu deren Herstellung beeinflusst werden kann, liegen die Trachten und somit der Sattel oder die Tragevorrichtung auch während der Bewegung des Reit- oder Lasttiers grösstenteils permanent auf dessen Rücken auf, was
wiederum die Lastverteilung verbessert und weiterhin dazu führt, dass der Sattel oder die Tragevorrichtung im Gebrauch, z.B. beim Reiten, nicht auf dem Tier verrutscht.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Sattelbaum für einen Sattel, insbesondere einen Reitsattel, weicher einen hinteren, einen mittleren und einen vorderen Abschnitt aufweist. In Bezug auf das Reit- oder Lasttier, für welches der Sattel bzw. die Tragevorrichtung vorgesehen ist, befinden sich der hintere Abschnitt im hinteren Bereich des Rückens des Tiers und der vordere Abschnitt im vorderen Bereich, welcher näher beim Kopf des Tieres ist. Die Abschnitte des Sattelbaums, wie sie hier verwendet werden, sind nicht scharf begrenzt und nicht zwingend in einem Längenverhältnis zueinander. Vielmehr dient die Einteilung des Sattelbaums in Abschnitte dem einfacheren Verständnis der Erfindung.
Der Sattelbaum umfasst mindestens zwei flächige Trachten mit je einer Innenseite zur Auflage auf den Rücken eines Tieres und einer Aussenseite, wobei die Trachten vom hinteren Abschnitt des Sattelbaums durch den mittleren Abschnitt in den vorderen Abschnitt ragen, sowie eine Rahmenelementekonstruktion, welche mindestens ein hinteres
Brückenelement aufweist, welches die beiden Trachten im hinteren Abschnitt des
Sattelbaums miteinander verbindet, und ein vorderes Brückenelement, welches die beiden Trachten im vorderen Abschnitt des Sattelbaums miteinander verbindet. Dabei ist die Verbindung der Trachten über das hintere Brückenelement weitgehend starr ausgebildet. Damit sind die Trachten im hinteren Abschnitt im Wesentlichen unbeweglich zueinander angeordnet. Die Verbindung der Trachten über das vordere Brückenelement ist im Vergleich zur Verbindung über das hintere Brückenelement beweglich ausgebildet, sodass die
Trachten im Bereich des vorderen Abschnitts und gegebenenfalls auch des mittleren
Abschnitts des Sattelbaums aus einer bezüglich des Bereichs der Trachten im hinteren Abschnitts des Sattelbaums definierten Ruhelage, durch Biegung und/oder Torsion auslenkbar sind.
Die Ruhelage entspricht der Lage der Trachten im Bereich des vorderen und/oder des mittleren Abschnitts des Sattelbaums in Bezug auf die Lage der Trachten im Bereich des weitgehend starren hinteren Abschnitts, wenn keine äusseren Kräfte, beispielweise verursacht durch die Bewegung des Tieres, auf die Trachten einwirken.
Die Trachten sind in der Regel weitgehend flächige Körper bzw. weisen zumindest eine weitgehend flächige Innenseite zur Anlage an den Rücken des Tieres auf. Abhängig von der Anatomie des Tieres, an welche die Trachten angepasst sind, können diese Innenseiten weitgehend eben oder auch leicht gekrümmt sein. Als eine Biegebewegung der Trachten im vorderen und/oder mittleren Abschnitt des Sattelbaums wird vorliegend eine Bewegung verstanden, in welcher diese Abschnitte derart aus der Ruhelage bewegt werden, dass eine Flächennormale der Innenseiten in Längsrichtung gesehen im Wesentlichen nach hinten oder vorne gekippt wird. Die Biegebewegung erfolgt dabei relativ zu den unbeweglichen Bereichen der Trachten im hinteren Abschnitt des Sattelbaums, welche durch das
Brückenelement starr miteinander verbunden sind.
Unter einer Torsionsbewegung wird eine Verdrehung der Trachten im Bereich des vorderen und gegebenenfalls zumindest teilweise des mittleren Abschnitts des Sattelbaums aus der Ruhelage verstanden, in welcher eine Flächennormale der Innenseiten in diesen Bereichen zur Seite gekippt wird, d.h. im Wesentlichen um eine parallel zur Längsrichtung definierten gedachten Achse gekippt wird. Die Verdrehung der Trachten im vorderen und/oder mittleren Abschnitt erfolgt dabei relativ zu den unbewegten Bereichen der Trachten im hinteren Abschnitt des Sattelbaums.
Der Sattelbaum ist im Wesentlichen symmetrisch ausgebildet, wobei dies im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung dahingehend zu verstehen ist, dass der Sattelbaum in benutzungsbereitem Zustand auf dem Reit- oder Lasttier beidseitig einer in Längsrichtung und senkrecht durch das Tier gedachten Spiegelebene im Wesentlichen einander entsprechende, spiegelsymmetrisch zueinander ausgebildete Bestandteile aufweist.
Dies ist zweckmässig, da ein Reit- oder Lasttier auch eine gewisse Symmetrie aufweist, wenn eine gedachte Spiegelebene senkrecht durch dessen Wirbelsäule gelegt wird.
Selbstverständlich ist dem Fachmann klar, dass kein Rücken eines Reit- oder Lasttiers eine perfekte Symmetrie aufweist und da der Sattelbaum gemäss vorliegender Erfindung dem Rücken eines Reit- oder Lasttiers individuell angepasst werden kann, weist auch der Sattelbaum in der Regel keine perfekte Symmetrie auf.
Wenn im vorliegenden Dokument von Reittier gesprochen wird, sind, sofern nichts anderes vermerkt ist, auch Lasttiere eingeschlossen, welche eine beliebige Last anstelle eines Reiters tragen können. Weiterhin schliesst der Begriff Sattel, sofern nichts anderes vermerkt ist,
auch allgemein Tragevorrichtungen für Lasten ein. Sattelbaum, Verfahren zu dessen
Herstellung und Sattel gemäss vorliegender Erfindung, eignen sich insbesondere für Reittiere wie Pferde, sowie zum Tragen eines Reiters.
TRACHTEN
Die Trachten sind insbesondere im vorderen Abschnitt des Sattelbaums, d.h. im
Schulterbereich des Reittieres, flexibel, sodass sie bei Bewegungen, welche vom Reittier im Bereich der Auflagefläche der Trachten am Rücken des Reittiers erzeugt werden, mit diesen Bewegungen mitgehen und dabei im Wesentlichen in Kontakt mit dem Reittier bleiben. Eine möglichst grosse Auflagefläche der Trachten auf dem Rücken des Reittiers hat den Vorteil, dass der Sattelbaum und dadurch schliesslich auch der Sattel einen stabileren Sitz auf dem Rücken des Reittiers hat und dadurch weniger leicht verrutscht. Da die Bewegung des Reittiers insbesondere im Schulterbereich ausgeprägt ist, ist es besonders vorteilhaft, dass die Trachten im Bereich des vorderen Abschnitts des Sattelbaums flexibel ausgestaltet sind.
Flexibel bedeutet dabei, dass eine Trachte, welche im Bereich des hinteren Abschnitts des Sattelbaums festgehalten wird und an welcher am gegenüberliegenden freien Ende, also im Bereich des vorderen Abschnitts des Sattelbaums, eine Kraft angelegt wird, um einen Winkel auslenkbar ist, insbesondere so, dass die Trachte beim Wegfall der Kraft wieder in die Ursprungsform zurückkehrt, bevorzugt ohne dass eine plastische Deformation auftritt.
Insbesondere liegt ein solcher Winkel im Bereich von 0.5 bis 3°, insbesondere 0.7 bis 2°, bevorzugt im Bereich von etwa 1°. Bei einer üblichen Länge einer Trachte, wie sie
beispielsweise bei einem ausgewachsenen Reitpferd eingesetzt würde, also bei einer Länge im Bereich von 45 bis 65 cm, würde eine solche Bewegung zu einer Auslenkung des vorderen Endes der Trachte von etwa 1 bis 5 cm, insbesondere 2 bis 3 cm, aus der Ebene der Trachte führen. Diese Beweglichkeit ist beispielsweise bei Pferden ausreichend, um ihre Bewegung im Bereich des vorderen Abschnitts des Sattelbaums aufzunehmen.
Eine Trachte, welche diese Art der Flexibilität aufweist, kann die für die Wirkungsweise des erfindungsgemässen Sattelbaums wesentliche, zur Fläche der Trachte senkrechte
Biegebewegung und/oder Torsionsbewegung vollziehen. Insbesondere relevant ist diese Flexibilität im Bereich des vorderen Abschnitts des Sattelbaums. Da die Trachten jedoch bevorzugt einstückig und insbesondere aus einem einzigen Material bestehen, kann diese
Bewegung bzw. diese Beweglichkeit auch in den mittleren Abschnitt des Sattelbaums verlaufen. Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Trachte sowohl die zu ihrer Fläche senkrechte Bewegung als auch die Torsionsbewegung vollziehen kann.
Im hinteren Abschnitt des Sattelbaums können die Trachten gegebenenfalls steifer oder weitgehend starr gestaltet werden, da in diesem Bereich des Rückens des Reittiers die relative Bewegung der Trachten zueinander geringer ist als im Schulterbereich. Zudem sind die Trachten in diesem Bereich durch das hintere Brückenelement weitgehend starr miteinander verbunden, was zu einer erhöhten Steifigkeit in diesem Bereich führt. Die Versteifung der Trachten im hinteren Abschnitt des Sattelbaums kann beispielsweise zusätzlich durch Einlegen einer Schiene aus einem steiferen Material in den hinteren Bereich der Trachte erfolgen, also beispielsweise eines Stabs oder einer Lamelle aus einem Material mit einer geringeren Flexibilität im Vergleich zum Material der Trachten. Weiterhin kann die Versteifung im hinteren Abschnitt auch dadurch erfolgen, dass die Schichtdicke der Trachte in diesem Bereich vergrössert wird, oder dass die Trachte teilweise faserverstärkt ist.
Bevorzugt wird die erhöhte Steifigkeit der Trachten im Bereich des hinteren Abschnitts des Sattelbaums jedoch ausschließlich durch die Verbindung der beiden Trachten mit dem hinteren Brückenelement erzeugt.
Die Trachten können grundsätzlich aus einem beliebigen Material geformt sein, welches die gewünschte Art der Flexibilität ermöglicht. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, welche unter anderem auch ein einfaches Verfahren zur Herstellung eines individuell an den Rücken eines Reittiers angepassten Sattelbaums umfasst, bestehen die Trachten aus einem Material, welches am Rücken des Reittiers geformt und dann ausgehärtet werden kann. Typischerweise ist ein solches Material ein chemisch
vernetzendes oder ein thermoplastisches Material. Handelt es sich beim Material um ein chemisch vernetzendes Material, so wird dies insbesondere innerhalb der Offenzeit des Materials am Rücken des Reittiers angelegt und härtet dann in dieser Position aus.
Geeignete chemisch vernetzende Materialien sind typischerweise zweikomponentige Zusammensetzungen auf Basis von Polyurethan, Polyurethan-Hybriden, Silikon, Acrylat, Epoxid- oder anderen Harzen. Ebenfalls denkbar wären warm- oder UV-härtende
Zusammensetzungen auf der genannten chemischen Basis.
Bevorzugt handelt es sich beim Material für die Trachten um ein thermoplastisches Material, da dieses insbesondere einfach zu verarbeiten ist und im Zusammenhang mit dem unten beschriebenen Verfahren, welches ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, wesentliche Vorteile aufweist. Da die Trachten bevorzugt am Rücken des Reittiers geformt werden, ist ein thermoplastisches Material geeignet, welches sich bei einer Temperatur formen lässt, bei welcher nicht zu Verbrennungen am Rücken des Reittiers kommt. Dennoch sollen die Trachten bei Anwendung des Reitsattels stabil bleiben und sich nicht aufgrund von Wärmeeinwirkung, beispielsweise durch die Körpertemperatur des Reittiers,
Sonneneinstrahlung oder Reibung verformen. Weiterhin ist zu beachten, dass bei der Anformung der Trachten am Rücken des Reittiers typischerweise oder verfahrensbedingt eine Schicht oder Unterlage zwischen dem Reittier und dem formbaren Material der Trachten eingesetzt wird, sodass das Reittier bei der Anformung nicht direkt mit dem warmen oder heissen Material in Berührung kommt. Somit kann je nach Unterlage, auch ein thermoplastisches Material verwendet werden kann, welches einen höheren
Erweichungspunkt aufweist.
Besonders geeignet ist ein thermoplastisches Material, welches sich bei Temperaturen zwischen 40 und 100°C, insbesondere zwischen 50 und 80°C, verformen lässt. Beispielsweise geeignet sind thermoplastische Materialien wie sie kommerziell erhältlich sind von
Thermoworx unter www.thermoworx.com.
Zur Beeinflussung der Stabilität und/oder der Steifigkeit können die Trachten in ihrem Inneren oder an ihrer Oberfläche, zumindest über Teile hinweg, verstärkt sein. Dies kann beispielsweise durch Ein- oder Anlegen eines Fasermaterials, wie Carbon- oder Glasfasern in Form eines gewobenen oder nichtgewobenen Materials oder als Faserstränge oder
Ähnlichem erfolgen. Denkbar sind auch andere Verstärkungen wie das Einlegen einer Armierung oder das Anbringen einer äusseren Schicht aus einem steiferen Material im Vergleich zum Material der Trachten.
Bezüglich ihrer Form bzw. ihres Umrisses sind die Trachten so gestaltet, dass sie im
Wesentlichen auf dem zum Tragen von Lasten geeigneten Bereich des Rückens des Reittiers aufliegen. Dieser Bereich sieht bei jedem Reittier etwas unterschiedlich aus, verläuft aber in der Regel beidseitig der Wirbelsäule des Reittiers vom mittleren oder hinteren Rücken hin
zur Schulter des Reittiers. Bei einem Pferd wird dieser Bereich vom Fachmann erkannt und als Sattellage bezeichnet.
Die beiden Trachten des Sattelbaums sind im hinteren Abschnitt des Sattelbaums miteinander verbunden. Die Verbindung der Trachten soll dabei im hinteren Abschnitt liegen, da dort die relative Bewegung der beiden Trachten zueinander am geringsten ist. So kann die Verbindung der Trachten dort weitgehend steif oder starr erfolgen. Die Verbindung der Trachten im hinteren Abschnitt erfolgt über ein hinteres Brückenelement. Dieses hintere Brückenelement kann dabei auf beliebige Art und Weise mit den Trachten verbunden sein, also beispielsweise verklebt, geschraubt, genietet, geschweisst, geklemmt oder
stoffschlüssig verbunden sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das hintere Brückenelement einen Bereich, welcher aus einem identischen Material wie die Trachten gebildet ist, oder besteht daraus, und ist stoffschlüssig mit den Trachten verbunden. Dies ist beispielsweise möglich, wenn die Trachten und das hintere Brückenelement aus einem identischen thermoplastischen Material geformt sind und bereits bei der ersten Formgebung miteinander verbunden werden oder während oder nach dem Härten des thermoplastischen Materials, dieses durch Erwärmen der Oberfläche, über welche die Trachten mit dem hinteren Brückenelement verbunden werden sollen, erweicht oder verflüssigt wird und die Einzelteile aneinander gefügt werden. Eine Fügung des hinteren Brückenelements mit den Trachten bei der ersten Formgebung ist auch möglich, wenn ein chemisch vernetzendes Material verwendet wird. Soll das hintere Brückenelement erst nach der ersten Formgebung an die Trachten montiert werden oder bestehen Trachten und Brückenelement aus unterschiedlichen Materialien, werden sie typischerweise mechanisch miteinander verbunden oder miteinander verklebt.
Das hintere Brückenelement kann grundsätzlich beliebig ausgestaltet sein, so lange es den Zweck erfüllt, die beiden Trachten weitgehend starr miteinander zu verbinden.
Beispielsweise ist das hintere Brückenelement so ausgestaltet, dass es eine Sitzschale, ein Bestandteil davon oder eine Vorrichtung für das Anbringen einer Sitzschale für den Reiter umfasst. Das hintere Brückenelement kann auch als Sitzschale oder als Bestandteil davon ausgebildet sein.
Weiterhin kann das hintere Brückenelement für die zusätzliche Versteifung und Stabilität des Sattelbaums, insbesondere wenn es wie die Trachten aus einem thermoplastischen Material
besteht, eine zusätzlich Verstärkung oder Armierung im Inneren oder an seiner Oberfläche aufweisen. Dies kann typischerweise eine Stange oder eine Lamelle aus Metall oder aus einem Compositematerial sein.
RAHMENELEMENTE
Wie oben beschrieben weist der erfindungsgemässe Sattelbaum eine Rahmenelemente konstruktion mit einem hinteren und einem vorderen Brückenelement auf, welche jeweils die beiden Trachten miteinander verbinden.
Die Rahmenelementekonstruktion umfasst dabei typischerweise ein oder mehrere
Rahmenelemente. Optional können das hintere Brückenelement und das vordere
Brückenelement über solche Rahmenelemente miteinander verbunden sein, dies ist jedoch abhängig von der Ausführungsform der Erfindung.
Da es für den erfindungsgemässen Sattelbaum wie vorhergehend beschrieben wesentlich ist, dass die Verbindung der Trachten über das hintere Brückenelement weitgehend starr ausgebildet ist und die Verbindung der Trachten über das vordere Brückenelement, im Vergleich zur Verbindung über das hintere Brückenelement, beweglich ausgebildet ist, sind die Rahmenelemente so ausgestaltet, dass diese unterschiedliche Beweglichkeit der
Trachten im Bereich des hinteren und des vorderen Brückenelements möglich ist.
Die gesamte Rahmenelementekonstruktion ist also in einer Art aufgebaut, dass sie die beiden Trachten so miteinander verbindet, dass die beschriebene Biege- und/oder
Torsionsbewegung der Trachten im Bereich des vorderen und gegebenenfalls auch im mittleren Abschnitt des Sattelbaums möglich ist. Diese Bewegung der Trachten ist dabei reversibel, das heisst, dass die Trachten in ihre ursprüngliche Position zurückkehren, wenn die Kraft, welche die Biege- und/oder Torsionsbewegung verursacht hat, wegfällt. Die Rückstellkraft, welche die Trachten in ihre ursprüngliche Position zurückdrückt, kann einerseits dadurch erreicht werden, dass die Trachten aus einem elastisch biegbaren
Material gefertigt sind. Andererseits oder zusätzlich kann die Rückstellkraft von der
Rahmenelementekonstruktion passiv oder aktiv unterstützt oder ausgeübt werden. Dies kann beispielsweise ebenfalls durch die Wahl des Materials der
Rahmenelementekonstruktion, der Materialstärke und der Geometrie erreicht werden, wird
aber insbesondere durch den Einsatz von Gelenken und/oder Federelementen in der Rahmenkonstruktion erreicht.
Insbesondere weist die Rahmenelementekonstruktion mindestens vier oder sechs
Rahmenelemente auf, wobei diese aufgrund der Symmetrie des Sattelbaums jeweils paarweise im Wesentlichen identisch gestaltet sind.
Die Rahmenelemente können starre Stäbe oder Stangen aus Metall, Kunststoff, Holz oder einem Compositematerial, beispielsweise einem kohle- oder glasfaserverstärkten Kunststoff darstellen oder aus beliebigen Kombinationen dieser Materialien gefertigt sein. Bevorzugt sind die Rahmenelemente Metallstäbe, welche zumindest abschnittsweise Gewinde für den Zusammenbau des Sattelbaums aufweisen, oder sind direkt Gewindestangen aus Metall.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind das hintere
Brückenelement und das vordere Brückenelement nicht über Rahmenelemente direkt miteinander verbunden. Die Verbindung des hinteren mit dem vorderen Brückenelements erfolgt in dieser Ausführungsform über die Trachten, wobei in diesem Fall die Trachten bevorzugt zumindest im mittleren Abschnitt des Sattelbaums oder im Bereich zwischen dem vorderen und dem hinteren Brückenelement eine Verstärkung aufweisen, wie sie vorhergehend beschrieben wurde.
In dieser Ausführungsform umfasst das vordere Brückenelement zwei erste
Rahmenelemente, welche im Bereich des mittleren Abschnitts des Sattelbaums mit den Trachten verbunden sind und jeweils entlang der Trachten hin zum vorderen Abschnitt oder darüber hinaus führen und im vorderen Abschnitt des Sattelbaums auf den Trachten abgestützt sind. Weiterhin ist jedes der ersten Rahmenelemente im vorderen Abschnitt des Sattelbaums oder in dessen Verlängerung mit einem zweiten Rahmenelement verbunden, welches von der Aussenseite der Trachte abragt. Die beiden zweiten Rahmenelemente sind schliesslich über ein Verbindungselement miteinander verbunden. Das Verbindungselement verläuft dabei typischerweise in Querrichtung zum Sattelbaum.
In einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind das hintere Brückenelement und das vordere Brückenelement über Rahmenelemente miteinander verbunden.
Zwei erste Rahmenelemente verlaufen in diesem Fall jeweils beidseitig der Spiegelebene vom hinteren Brückenelement entlang der Trachten hin in den vorderen Abschnitt des Sattelbaums. Die ersten Rahmenelemente sind dabei im hinteren Abschnitt des Sattelbaums jeweils an jeder Seite des hinteres Brückenelements mit diesem verbunden, d.h. von oben auf den Sattelbaum gesehen, sind sie links und rechts von oder im linken und im rechten Bereich des hinteren Brückenelements mit diesem verbunden. Sie verlaufen insbesondere vom hinteren Abschnitt des Sattelbaums jeweils entlang der Trachte hin zum vorderen Abschnitt des Sattelbaums oder darüber hinaus und sind im vorderen Abschnitt des
Sattelbaums auf den Trachten abgestützt.
Unabhängig von der Ausführungsform erfolgt die Verbindung der ersten Rahmenelemente mit den Trachten oder mit dem hinteren Brückenelement insbesondere mechanisch, das heisst, die Rahmenelemente sind z.B. mit den Trachten oder dem Brückenelement verschraubt oder angesteckt. Beispielsweise weisen die ersten Rahmenelemente im Bereich des mittleren oder hinteren Abschnitts des Sattelbaums ein Gewinde auf und werden dadurch direkt in zuvor angebrachte Bohrungen an den Trachten oder im hinteren
Brückenelement eingeschraubt. Möglich ist es auch, die ersten Rahmenelemente direkt bei der Formung der Trachten oder des hinteren Brückenelements in dessen Material einzubetten. Dies ist insbesondere möglich, wenn die Trachten und/oder das hintere Brückenelement aus einem thermoplastischen Material gefertigt sind. In diesem Fall können die ersten Rahmenelemente auch durch Erwärmen dieses Materials und Anformen bzw. Umschliessens deren Enden mit weiterem thermoplstischen Material befestigt werden.
Die Verbindung der ersten Rahmenelemente kann weiterhin dadurch erfolgen, Ösen, Gewindehülsen oder Gelenkenden an die Trachten oder an das hintere Brückenelement angebracht sind, und die ersten Rahmenelemente daran befestigt werden. So können zum bspw. kurze Stäbe am hinteren Brückenelement angebracht werden, welche nur knapp aus diesen herausragen und an den herausragenden Enden je eine Kugel oder eine Kugelpfanne eines Kugelgelenks aufweisen, mit welcher dann die ersten Rahmenelemente mit jeweils einem entsprechend passenden Gelenkkopf angebracht sind.
Besonders bevorzugt werden die ersten Rahmenelemente jeweils direkt in das Material der Trachten oder des hinteren Brückenelements eingelassen oder angeformt und/oder mit solchem Material umschlossen.
Sind die ersten Rahmenelemente mit dem hinteren Brückenelement verbunden, werden im hinteren Brückenelement bei dessen Formung bevorzugt Gewindehülsen eingesetzt, an welchen die ersten Rahmenelemente jeweils über ein Gelenk mit diesen verbunden sind.
Besteht das hintere Brückenelement beispielsweise aus einem Metall oder weist es im Inneren oder an der Oberfläche eine Verstärkung oder Armierung aus Metall auf, können die Gewindehülsen für die Rahmenelemente an dieser Verstärkung angeschweisst oder mechanisch daran befestigt sein. Dies kann dem gesamten Sattelbaum zusätzliche Stabilität verleihen und/oder konstruktionsbedingt von Vorteil sein.
Besonders bevorzugt ist das Gelenk, über welches das erste Rahmenelement mit dem hinteren Brückenelement verbunden ist, ein Axialkugelgelenk. Dadurch erhalten die
Rahmenelemente etwas Spiel und lassen sich bei der Fertigung des Sattelbaums im später beschriebenen Verfahren optimal am Rücken des z.B. Reittiers anpassen.
Möglich sind auch andere Gelenke wie Scharniergelenke oder der Einsatz eines in diesem Bereich flexiblen Materials.
Bei beiden beschriebenen Ausführungsformen verlaufen die ersten Rahmenelemente insbesondere entlang der Trachten zum vorderen Abschnitt des Sattelbaums oder darüber hinaus. Die ersten Rahmenelemente sind dabei auf den Trachten abgestützt. Diese
Abstützung sollte nicht starr sein, da die Trachten die Bewegung am Rücken des Reittiers aufnehmen sollen. Insbesondere erfolgt die Abstützung über eine oder mehrere
Führungselemente, beispielsweise Führungsösen oder Führungshülsen, welche starr an den Trachten abgebracht sind und durch welche die ersten Rahmenelemente hindurchlaufen.
Dadurch erlauben die ersten Rahmenelemente jeweils eine relative Vor- und
Rückwärtsbewegung bzw. die genannte Biege- und/oder Torsionsbewegung der Trachten. Die Führungselemente können beliebig ausgestaltet sein. Bevorzugt kann direkt bei der Formung der Trachten eine Hülse aus Metall oder Kunststoff in das formbare Material eingearbeitet werden oder später mit dem gleichen Material an die Trachte fixiert werden. Dies ist einfach möglich, wenn das Material ein thermoplastisches Material ist, da es durch erneutes und nur sehr lokales Erhitzen erweicht und mit einer Halterung für die Hülse ebenso stoffschlüssig verbunden werden kann.
Die ersten Rahmenelemente können weiterhin in mindestens einem Bereich Flügel umfassen, welche eine Verdrehung der Rahmenelemente gegenüber den Trachten verhindert.
In beiden vorhergehend erwähnten Ausführungsformen sind die ersten Rahmenelemente im Bereich des vorderen Abschnitts der Trachten oder in ihrer Verlängerung jeweils mit einem zweiten Rahmenelement verbunden. Diese zweiten Rahmenelemente ragen von der Fläche der Trachten ab und sind in dem von der Trachte abgewandten Bereich über ein
Verbindungselement, welches in einer einfachsten Ausführungsform typischerweise senkrecht zur Symmetrieebene des Sattelbaums verlaufen kann, miteinander verbunden.
Das Abragen der zweiten Rahmenelemente ist dabei so zu verstehen, dass die zweiten Rahmenelemente bevorzugt allgemein von der Fläche der Trachten wegweisen. Meist bevorzugt liegen die beiden zweiten Rahmenelemente im Bereich der Trachten näher beieinander als im Bereich des Verbindungselements. Anders gesagt ist die direkte Linie (Luftlinie) zwischen den Verbindungspunkten der zweiten Rahmenelemente mit den ersten Rahmenelementen kürzer als die direkte Linie zwischen den Verbindungspunkten der zweiten Rahmenelemente mit dem Verbindungselement des vorderen Brückenelements.
Die Rahmenelementekonstruktion des Sattelbaums kann weitere Rahmenelemente als die oben beschriebenen umfassen, welche dem Sattelbaum beispielsweise mehr Steifigkeit verleihen oder auch andere Funktionen erfüllen. Insbesondere umfasst die
Rahmenelementekonstruktion jeweils zwei dritte Rahmenelemente.
Insbesondere weist die Rahmenelementekonstruktion jeweils beidseitig ein drittes
Rahmenelement auf, welches von der Trachte im Bereich des hinteren oder des mittleren Abschnitts des Sattelbaums in den vorderen Abschnitt hineinragt und dort direkt oder indirekt mit dem vorderen Brückenelement verbunden sein kann.
In der ersten, bevorzugten Ausführungsform, wie sie vorhergehend beschrieben wurde, weist die Rahmenelementekonstruktion zwei dritte Rahmelemente auf, welche von den Trachten im mittleren Bereich des Sattelbaums in den vorderen Bereich verlaufen und insbesondere leicht, also das heisst in einem flachen Winkel, von den Trachten abragen und bevorzugt mit dem vorderen Brückenelement im Bereich des Verbindungselements verbunden sind. Diese Verbindung kann direkt über das Verbindungselement erfolgen, das heisst, das dritte Rahmelement ist mit dem Verbindungselement verbunden, oder die
Verbindung erfolgt über ein anderes Material, insbesondere thermoplastisches Material, welches am dritten Rahmenelement und am Verbindungselement befestigt ist. Bevorzugt erfolgt diese Verbindung dadurch, dass das Verbindungselement und das dritte
Rahmenelemente zumindest teilweise von thermoplastischem Material umschlossen sind und über dieses miteinander verbunden sind. Meist bevorzugt handelt es sich dabei um das gleiche thermoplastische Material, aus welchem auch die Trachten gefertigt sind.
In der zweiten Ausführungsform, wie sie vorhergehend beschrieben wurde, führt jeweils ein drittes Rahmenelement in das hintere Brückenelement zurück und ist dort mit diesem verbunden.
Die Verbindung der dritten Rahmenelemente mit den Trachten oder mit dem hinteren Brückenelement kann grundsätzlich gleich erfolgen, wie oben bei der Verbindung der ersten Rahmenelemente mit dem hinteren Brückenelement beschrieben, beispielsweise auch in das Material der Trachten oder des hinteren Brückenelements eingebettete oder an einer optionalen Verstärkung oder Armierung befestigt.
Wichtig für die vorliegende Erfindung ist es, dass alle Rahmenelemente so gewählt und ausgestaltet sind, dass sie die Bewegungen, welche vom Reittier im Bereich der
Auflagefläche der Trachten am Rücken des Reittiers erzeugt werden, aufnehmen können. Bei der Bewegung, welche vom Reittier im Bereich der Auflagefläche der Trachten am Rücken des Reittiers erzeugt werden, soll der Bewegungsradius des Verbindungspunkts des ersten Rahmenelements mit dem zweiten Rahmenelement typischerweise grösser sein als der Bewegungsradius des Verbindungspunkts des zweiten Rahmenelements mit dem
Verbindungselement. Dadurch nimmt der Sattelbaum die Bewegung des Reittiers auf und verhindert, dass sie vollumfänglich auf den Reiter übertragen wird. Um dies zu erreichen müssen die Rahmenelemente so zusammenspielen, dass es zu einer Federung der Bewegung der Trachten auf die Rahmenelemente kommt. Grundsätzlich können die zweiten und dritten Rahmenelemente gleichartig wie das erste ausgebildet sein.
Zum Erreichen einer optimalen Federung der gesamten Rahmenelementekonstruktion, umfassen die zweiten Rahmenelemente bevorzugt je ein Federelement oder bestehen daraus. Meist bevorzugt stellen die beiden zweiten Rahmenelemente Federelemente dar. Insbesondere eignen sich dafür Gasdruckfedern, wie sie im Handel erhältlich sind.
Eine optimale Beweglichkeit und Federung der gesamten Rahmenelementkonstruktion und somit des gesamten Sattelbaums, kann auch dadurch erreicht oder unterstützt werden, indem die Verbindungen zwischen den Rahmenelementen untereinander oder mit dem Verbindungselement oder mit den Trachten oder mit dem hinteren Brückenelement jeweils über Gelenke, insbesondere über Scharnier- oder Kugelgelenke oder funktionsgleiche Alternativen verläuft.
Bevorzugt weisen die Verbindungspunkte der ersten Rahmenelemente mit den zweiten Rahmenelementen und/oder die Verbindungspunkte der zweiten Rahmenelemente mit dem Verbindungselement und insbesondere bei der zweiten Ausführungsform die
Verbindungspunkte der ersten Rahmenelemente mit dem hinteren Brückenelement, Gelenke, insbesondere Kugelgelenke, auf. Dadurch erhöht sich einerseits die Flexibilität des gesamten Sattelbaums bei dessen Anwendung, andererseits erleichtern die Gelenke die Fixierung der Rahmenelementekonstruktion an die Trachten im später beschriebenen Herstellungsverfahren.
Die Rahmenelementekonstruktion oder Teile davon können einteilig ausgestaltet sein, bzw. als vorgefertigtes Bauteil aus den einzelnen Bestandteilen vorliegen. Dies kann
beispielsweise dadurch erfolgen, dass diese Bestandteile aus einem identischen Material gefertigt sind, oder dass sie wie oben beschrieben beschaffen sind und mit einem Material umschlossen sind, beispielsweise mit einem thermoplastischen Material, wie es
vorhergehend beschrieben wurde.
Bei der zweiten Ausführungsform der Erfindung können das hintere Brückenelement, die dritten Rahmenelemente und das vordere Brückenelement einteilig ausgestaltet sein. Dies ist bei dieser Ausführungsform einfach möglich, da die beiden Brückenelemente und die dritten Rahmenelemente typischerweise starr miteinander verbunden sind. Insbesondere durch das Einpacken des dritten Rahmenelements, bevorzugt in ein thermoplastisches Material, wie es für die Trachten und insbesondere auch als Bestandteil des hinteren Brückenelements verwendet wird und wenn das hintere Brückenelement eine Rohform für einen Sitz umfasst oder daraus besteht, bilden das hintere Brückenelement und das dritte Rahmenelement eine optimale Rohform für den Sitz des Sattels.
Sind das verschiedene Bauteile der Rahmenelementekonstruktion einteilig ausgestaltet, hat das den Vorteil, dass dieser Bestandteil des Sattelbaums typischerweise vorgefertigt sein
kann, gegebenenfalls auch maschinell, und dadurch der Herstellungsprozess für den Sattelbaum erleichtert wird. Beispielsweise könnten das hintere Brückenelement, die dritten Rahmenelemente und das vordere Brückenelement einteilig durch Spritzguss hergestellt werden. Wird dabei ein Material mit hoher Festigkeit und guten mechanischen
Eigenschaften, beispielweise Polyamid, verwendet, könnte auf den Einsatz des dritten Rahmenelements und des vorderen Brückenelements aus Metall verzichtet werden. Der vorgefertigte Bestandteil müsste also einfach Befestigungspunkte für die ersten und zweiten Rahmenelementen sowie für weitere optionale Elemente aufweisen und es muss möglich sein, den vorgefertigten Bestandteil im unten beschriebenen Verfahren an die Trachten zu befestigen.
OPTIONALE MERKMALE
Der erfindungsgemässe Sattelbaum kann weitere optionale Merkmale und Bestandteile aufweisen. Insbesondere umfasst der Sattelbaum mechanische Befestigungselemente für Gurtung und Steigbügel, insbesondere Halterungen für diese. Die Befestigungselemente sind zur Gewährleistung einer guten Stabilität der gesamten Konstruktion, bevorzugt direkt mit dem Sattelbaum und/oder mit der Rahmenelementekonstruktion verbunden. Solche Befestigungselemente können an verschiedenen Stellen des Sattelbaums mechanisch befestigt wie z.B. verschraubt, vernietet bzw. angeklebt oder angeschweisst sein.
Weiterhin können auch Rahmenelemente, die Funktion der Befestigungselemente übernehmen oder umgekehrt. So ist es möglich, dass die dritten Rahmenelemente eine strukturelle Funktion, insbesondere zur Erhöhung der Steifigkeit des Sattelbaums, übernehmen und gleichzeitig Halterungen für die Steigbügel oder weitere optionale
Merkmale übernehmen.
Die Halterungen für die Steigbügel sind bevorzugt mit den dritten Rahmenelementen oder mit speziell hierfür angebrachte Befestigungselemente, direkt den Trachten im Bereich des mittleren oder hinteren Abschnitts des Sattelbaums oder mit dem hinteren Brückenelement verbunden. Dadurch wird die Kraft, welche der Reiter auf die Steigbügel ausübt, in den mittleren oder den hinteren Abschnitt des Reitsattels eingetragen. So bleibt die optimale Beweglichkeit der Trachten im Bereich des vorderen oder auch in Bereichen des mittleren Abschnitts des Sattelbaums erhalten. Als Halterung für die Steigbügel kann der Sattelbaum,
sofern die Halterung nicht an einem Rahmenelemente angebracht ist, Metallstäbe umfassen, welche insbesondere starr mit den Trachten oder dem hinteren Brückenelement verbunden sind. Im Allgemeinen können sie wie die Rahmenelemente an den Trachten oder am hinteren Brückenelement angebracht werden, also typischerweise über Gewindehülsen oder durch direkte Einbettung eines ihrer Enden in das Material, aus welchem der
Sattelbaum oder Bestandteile davon gefertigt sind, insbesondere also thermoplastisches Material.
Für die Gurtung können ebenfalls separate Halterungen am Sattelbaum, also beispielsweise auch am hinteren Brückenelement oder an den Trachten, angebracht sein. Bevorzugt wird die Gurtung jedoch, wie die vorhergehende Halterung für die Steigbügel, am dritten
Rahmenelement befestigt. Meist bevorzugt verläuft sie dabei vom dritten Rahmenelement oder von einem speziell hierfür angebrachte Befestigungsmittel ausgehend zwischen den Trachten und einer Polsterung, welche bei der Verwendung des Sattelbaums zwischen den Trachten und dem Rücken des Tieres liegt. Dadurch ist die volle Beweglichkeit der Trachten im Bereich des vorderen und gegebenenfalls des mittleren Abschnitts des Sattelbaums gewährleistet.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen Sattel, insbesondere einen Reitsattel umfassend den vorhergehend beschriebenen Sattelbaum.
Ein solcher Reitsattel kann neben dem Sattelbaum und den optionalen Elementen, die oben beschrieben sind, weitere Elemente umfassen, wie sie auch bei Reitsatteln aus dem Stand der Technik eingesetzt werden und wie sie dem Fachmann bekannt sind. Typischerweise sind solche weitere Elemente ein Sitz für den Reiter oder eine Vorrichtung zur Befestigung von anderen Lasten, eine Polsterung in den Bereichen, welche in Berührung mit dem Reittier und dem Reiter stehen, die beschriebenen mechanischen Befestigungselemente für Gurtung und Steigbügel und dergleichen sowie eine Verkleidung des Sattels mit einer Hülle und schliesslich auch dekorative Elemente.
Der Sitz für den Reiter wird dabei je nach Ausführungsform der Erfindung, wie oben beschrieben, in Zusammenwirkung mit dem hinteren Brückenelement gebildet. So kann das hintere Brückenelement eine Sitzschale umfassen oder ist als Sitzschale ausgebildet. In jener Ausführungsform, in welcher das hintere Brückenelement, die dritten Rahmenelemente und das vordere Brückenelement einteilig ausgebildet sind, können alle diese Elemente
zusammen eine Sitzschale bilden. Diese Sitzschale stellt insbesondere eine Art Rohling oder eine Rohform in einer Einheitsform eines Sitzes dar, welche dann in einem besonderen Verarbeitungsschritt an die Gesässform und die bevorzugte Sitzposition des Reiters angepasst werden kann. Dies kann beispielsweise durch Auskleidung und Polsterung der Sitzschale oder wiederum durch Verwendung eines formbaren Materials erfolgen. Besteht die Sitzschale aus einem thermoplastischen Material, kann dieses zur Anpassung an die Gesässform des Reiters erwärmt und frei oder durch Abdruck geformt werden. Ebenfalls möglich ist das Aufbringen eines zweiten formbaren Materials, welches sich verfestigen lässt.
In der ersten, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, kann eine Art Sitzfläche für den Reiter durch anbringen von mindestens zwei Bändern oder Lamellen gebildet werden, welche vom vorderen zum hinteren Brückenelement angebracht werden. Die Bänder sind typischerweise nicht gespannt, sondern spannen sich erst bei Anlegen einer Last, also beispielsweise, wenn der Reiter im Sattel sitzt.
Unabhängig von der Ausgestaltung des Sitzes, kann sie endgültige Sitzfläche für den Reiter individuell an diesen angepasst sein. Eine Möglichkeit dies zu bewerkstelligen, besteht in der Bereitstellung einer Art Rohling oder die Rohform der Sitzschale mit mehreren Öffnungen oder Kanäle, welche von der Rück- und/oder Unterseite dieses Rohlings, an deren
Oberfläche entlang oder insbesondere durch sie hindurch, hin zur eigentlichen Sitzfläche führen. Diese können in der Rohform typischerweise durch Bohren angebracht werden. Bei der Verarbeitung des Sattels kann dann der idealweise fertig gestellte und gegebenenfalls bereits teilweise eingekleidete Sattelbaum am Reittier oder an einem Gestell fixiert werden und die Rohform der Sitzschale kann mit einer am Rand der Rohform befestigt und verschlossen und zur Sitzfläche hin losen Folie bedeckt werden. Darauf kann sich der Reiter, für welchen der Reitsattel hergestellt wird, setzen und die Rohform wird von ihrer Rück oder Unterseite her, durch die Kanäle oder Bohrungen hindurch mit einem form- und härtbaren Material befüllt. Dieses Material passt sich dann der Gesässform und der bevorzugten Sitzposition des Reiters an und härtet in diesem Zustand aus. Als form- und härtbares Material für diesen Verfahrensschritt eignen sich die oben genannten Materialien. Insbesondere jedoch eignet sich ein ein- oder zweikomponentiger Polyurethanschaum. Die so an den Reiter angepasste Sitzschale kann danach gepolstert, kaschiert und/oder eingekleidet werden.
Die Polsterung des Reitsattels erfolgt typischerweise in den Bereichen, wo der Reitsattel auf dem Reittier aufliegt, also vor allem im Bereich der Trachten, und erfolgt insbesondere mittels textilen, vlies- oder filzartigen Materialien, Schaumstoffen, Wolle oder Tierfellen.
Schliesslich wird der Sattelbaum bzw. der Reitsattel verkleidet. Dies erfolgt auf dem
Fachmann bekannte Art und Weise, typischerweise in Leder oder anderen Materialien mit ähnlichen Eigenschaften.
VERFAHREN
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Sattelbaums als Bestandteil eines Sattels, insbesondere für einen Reitsattel für ein Reittier, wie er insbesondere vorhergehend beschrieben worden ist, umfassend die Schritte:
Bereitstellen einer Negativform für Trachten, umfassend eine durchgehende Schicht aus einem flexiblen Material und eine darauf liegende Schicht aus einem flexiblen Material, wobei diese darauf liegende Schicht ausgesparte Bereiche in Form und Lage der späteren Trachten aufweist, so dass diese Trachten auf den zum Tragen von Lasten vorgesehenen Bereichen des Rückens des Tiers aufliegen können;
Anlegen der Negativform an den Rücken des Tiers, wobei die durchgehende Schicht ohne ausgesparte Bereiche zwischen dem Rücken des Tiers und der Schicht mit den ausgesparten Bereichen liegt, und wobei die Position der Negativform bevorzugt durch Einzeichnen von Fixpunkten an der Negativform und am Rücken des Tieres markiert wird;
Auffüllen der ausgesparten Bereiche mit einem formbaren Material, welches sich verfestigen lässt,
Andrücken des formbaren Materials in den ausgesparten Bereichen an den Rücken des Tiers und Verfestigen des formbaren Materials, wobei das Verfestigen des formbaren Materials im Wesentlichen am Rücken des Tiers erfolgt;
Fixieren der beiden aus dem verfestigten Material gebildeten Trachten in stabiler Position zueinander am Rücken des Tiers.
Die beiden Trachten können während des Herstellverfahrens auch miteinander verbunden sein, d.h., dass in der Negativform idealerweise an mindestens zwei Stellen die
Aussparungen für die Trachten durch weitere Aussparungen miteinander verbunden sein können. Dadurch ist eine möglichst genaue Positionierung der Trachten gewährleistet. Bei der Verwendung des Sattelbaums müssen diese temporären Verbindungen zwischen den Trachten jedoch entfernt werden, da sie sonst auf der Wirbelsäule des Tieres aufliegen würden und die Bewegung beeinträchtigen würden.
Da bei viele Reit- oder Lasttiere der gleichen Art, also beispielweise bei Pferden, die
Sattellage (der zum Tragen von Lasten geeigneten Bereichen des Rückens des Reit- oder Lasttiers) mehr oder weniger im selben Bereich des Rückens liegt, kann Negativform insbesondere so gestaltet werden, dass die Trachten auf möglichst viele dieser Tiere passen. So können beispielsweise Negativformen für grosse und für kleine Pferde als Standard bereitgestellt werden, die für einen Grossteil der entsprechenden Tiere passen.
Für den Fall, dass ein Sattelbaum für ein Sattel für ein Tier mit unüblichen Abmessungen angefertigt werden muss, kann die Herstellung einer Negativform durch folgende Verfahrensschritte erfolgen:Auflegen eines Kopierelements, insbesondere einer durchsichtigen und flexiblen Folie, auf den Rücken des Reittiers, sodass mindestens der Bereich des Rückens des Reittiers mit dem Kopierelement bedeckt ist, auf welchem der Reitsattel zu liegen kommt;
Markieren von mindestens zwei Fixpunkten auf dem Kopierelement und auf dem Rücken des Reittiers, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule des Reittiers;
Markieren der Umrisse von zwei Trachten auf dem Kopierelement, wobei die Umrisse der Trachten so gewählt sind, dass die Trachten auf den zum Tragen von Lasten geeigneten Bereichen des Rückens des Reittiers, vom Fachmann auch Sattellage genannt, aufliegen;
Entfernen des Kopierelements vom Rücken des Reittiers und Auflegen des
Kopierelements auf eine erste Schicht, deren Fläche so bemessen ist, dass die
Markierungen auf dem Kopierelement auf die erste Schicht passen;
Übertragen der Fixpunkte und der Umrisse der Trachten vom Kopierelement auf diese erste Schicht;
Aussparen der Bereiche aus der ersten Schicht entlang der markierten Umrisse der Trachten;
Flächiges Anlegen einer zweiten Schicht ohne ausgesparte Bereiche an die erste Schicht mit den ausgesparten Bereichen, wobei die beiden Schichten über ihre Flächen zumindest abschnittweise miteinander verbunden sind;
Das erfindungsgemässe Verfahren ist im Vergleich zu anderen Verfahren, welche aus dem Stand der Technik für die Anfertigung von massgeschneiderten Sattelbäumen und
Reitsatteln bekannt sind, sehr einfach und dennoch ist eine sehr hohe Passgenauigkeit des Sattels gewährleistet.
Die Schichten, welche im Verfahren eingesetzt werden, bestehen bevorzugt aus Filz, typischerweise Wollfilz, oder einem anderen Material mit vergleichbaren Eigenschaften wie beispielsweise einem vlies- oder schaumstoffartigen Material, insbesondere aus einem synthetischen Vlies, Schaumgummi wie Neopren oder Moosgummi. Die Schichten, insbesondere die erste Schicht ist bezüglich ihrer Schichtstärke so bemessen, dass die Trachten, die durch Einbringen und Aushärtung des formbaren Materials gebildet werden, eine Stärke aufweisen, welche für den vorgesehenen Einsatz im Sattelbaum eines Reitsattels notwendig ist. Die Stärke der Schichten ist demnach auch abhängig davon, welche mechanischen Eigenschaften das formbare Material im ausgehärteten Zustand aufweist. Typischerweise liegt die Schichtstärke der Schichten, insbesondere der ersten Schicht im Bereich von 2 bis 20 mm, insbesondere 4 bis 15 mm, bevorzugt 6 bis 10 mm.
Typischerweise werden die beiden Schichten aus demselben Material gebildet, da dies einfacher handzuhaben ist.
Das Aussparen der Bereiche aus der ersten Schicht entlang der Umrisse der Trachten erfolgt beispielsweise mit einem Cutter, einer Schere oder dergleichen.
Grundsätzlich kann die Aussparung der Bereiche entlang der Umrisse der Trachten auch erfolgen, wenn die beiden Schiten bereits miteinander verbunden worden sind. Hierbei ist einfach darauf zu achten, dass nur die erste Schicht eingeschnitten wird und nicht beide.
Dies kann beispielsweise durch Einstellen der Klingenlänge eines Cutters erfolgen.
Die Verbindung der ersten mit der zweiten Schicht erfolgt beispielsweise durch Kleben, Nähen, mittels Klettverschluss oder dergleichen.
Anstelle des Einfüllens des formbaren Materials in die ausgesparten Bereiche ist es im vorhergehend beschriebenen Verfahren auch möglich, die Negativform mit einer Folie oder
dergleichen abzudecken und ein formbares Material in die durch die Aussparung
entstandenen Hohlräume zu injizieren. Diese Variante eignet sich vor allem, wenn als formbares Material ein reaktives Material verwendet wird, also beispielsweise ein hitzehärtender oder zweikomponentiger Kunststoff.
Neben ihrer Funktion als Negativform für die Herstellung der Trachten, können die
Schichten, auch als Polsterung für die Trachten dienen und verbleiben somit nach der Herstellung der Trachten bevorzugt als Bestandteil des Sattels. Hierfür können sie in eine beliebige Form zugeschnitten werden, typischerweise dass sie die Trachten vollständig einschliessen.
Bei der Herstellung der Trachten am Rücken des Reittiers kann zwischen die zweite Schicht und dem Rücken des Reittiers eine zusätzliche Schicht einer Polsterung eingesetzt werden, welche insbesondere die Stärke und eine Flexibilität der später eingesetzten und durch das Gewicht des Reiters oder einer anderen Last zusammengedrückten Polsterung entspricht. Dadurch wird gewährleistet, dass die Trachten eine möglichst genaue Passform am Rücken des Reittiers aufweisen.
Das Andrücken des formbaren Materials in der Negativform erfolgt beispielsweise mit einer Decke, welche direkt am Reittier, wo der Sattel später zu liegen kommt, über die
Negativform mit dem formbaren Material gelegt wird und typischerweise um den Bauch des Reittiers gespannt wird. Um ein besseres Andrücken zu gewährleisten, kann die Decke mit geeigneten Schnüren oder Bändern versehen sein.
Um ein besonders optimales Andrücken der Trachten bei deren Herstellung am Rücken des Reittiers zu gewährleisten, kann eine hierfür speziell hergestellte Vorrichtung verwendet werden, welche längs zum Rücken des Reittier mit etwas Spielraum aneinander befestigte Latten, typischerweise Holzlatten, umfasst. Die Latten sind beispielsweise mit Bändern aneinander befestigt und bilden eine Art Lattenrost. An den aussen liegenden Latten sind Gurte oder Bänder befestigt, mit welchen die Konstruktion um den Bauch des Reittiers herum, ähnlich wie ein Sattel, befestigt werden kann. Zwischen dieser Konstruktion und der Negativform mit dem formbaren Material zur Herstellung der Trachten wird eine Art Kissen eingesetzt, der vor Ort mit Luft, einer Flüssigkeit oder ähnlichem, gefüllt werden kann. Bevorzugt wird ein Luftkissen eingesetzt, das aufgepumpt werden kann. Durch eine solche
Konstruktion wird das formbare Material bei der Herstellung der Trachten bestmöglich an das Reittier angedrückt und erhält somit eine optimale Form.
Die so am Rücken des Reittiers angedrückten Trachten, werden in dieser Position verfestigt, bei Verwendung eines thermoplastischen Materials einfach durch Abkühlung dieses
Materials auf Umgebungstemperatur.
Das Fixieren der beiden aus dem verfestigten Material gebildeten Trachten in stabiler Position zueinander am Rücken des Reittiers erfolgt typischerweise, dadurch, dass die beiden Trachten durch eine temporäre Verbindung miteinander verbunden sind. Denkbar ist auch eine andere temporäre Fixierung, welche bei der Weiterverarbeitung des Sattelbaums wieder entfernt wird. Die Fiyierung kann aber auch durch Anbringen des hinteren und/oder des vorderen Brückenelements an den Trachten nach der Anformung erfolgen.
Das Herstellverfahren für den Sattelbaum kann dadurch erleichtert werden, dass die Rahmenelementekonstruktion zumindest teilweise vorgefertigt wird und als solche direkt mit den beiden Trachten unmittelbar nach deren Anformung oder noch am Rücken des Reittiers verbunden wird. Die Verbindung kann dabei mechanisch, z.B. durch Verkleben oder Verschweissen erfolgen. Geeignete Verbindungspunkte sind dabei beim vorderen oder hinteren Brückenelement und zusätzlich an den Führungselementen. Bei dieser
Ausführungsform sind die Führungselemente bereits um die ersten Rahmenelemente herum angebracht und stehen so als Verbindungspunkte zur Verfügung. Handelt es sich beim formbaren Material, aus welchem die Trachten geformt werden, beim Material des hinteren Brückenelements und beim Material, welches die Führungselemente beinhaltet um ein thermoplastisches Material, so kann das vorgefertigte hintere Brückenelement mit der Rahmenelementkonstruktion einfach durch Erhitzen der Oberflächen des thermoplastischen Materials an den Fügungsstellen und sofortiger Fügung an die Trachten angebracht werden.
KIT OF PARTS
In der Herstellung des erfindungsgemässe Sattelbaums ist es möglich, dass die einzelnen Bestandteile des Sattelbaums, Ausgangsmaterialien oder vorgefertigte Bestandteile als eine Art Bausatz (Kit of parts) bereitgestellt werden und diese dann am Tier in einem wie oben
beschriebenen Verfahren, insbesondere durch eine hierfür geschulte Person, angepasst und zusammengefügt werden.
Ein solcher Bausatz beinhaltet dabei insbesondere eine Negativform für die Trachten, formbares Material, beispielsweise in Form eines Granulats eines thermoplastischen
Materials, die Einzelteile für oder eine bereits vorgefertigte Rahmenelementekonstruktion, gegebenenfalls umfassend eine Sitzschale oder eine entsprechende Rohform davon, sowie weitere optionale Bestandteile, die für die Fertigstellung des Sattelbaums bzw. des Sattels erforderlich sind, beispielsweise Polster, Gurte, Steigbügel, Auskleidungsmaterial etc.
Soll ein Sattelbaum bzw. ein Sattel für ein Tier gefertigt werden, auf welches keine standardisierte Negativform passt, umfasst der Bausatz anstelle der Negativform die
Bestandteile zu deren Herstellung wie vorhergehend beschrieben, inbesondere ein
Kopierelement, also bevorzugt eine durchsichtige und flexible Folie sowie das Material für die Schichten, beispielsweise zwei Schichten eines Filzmaterials.
Bevorzugt wird dabei eine bereits vorgefertigte Rahmenelementekonstruktion bereitgestellt, welche dann im beschriebenen Verfahren in einem daran anschliessenden Schritt mit den Trachten verbunden wird. Diese Rahmenelementekonstruktion umfasst dabei wie bereits beschrieben ein hinteres und ein vorderes Brückenelement, welche gegebenenfalls und je nach Ausführungsform der Erfindung miteinander verbunden sein können, sowie
Rahmenelemente, also typischerweise die beiden ersten Rahmenelemente, welche jeweils mit einem zweiten Rahmenelement verbunden sind und die zweiten Rahmenelemente dann jeweils ebenfalls mit dem Verbindungelement miteinander verbunden sind. Dabei sind die ersten und zweiten Rahmenelemente derart ausgebildet, dass sie in der Anwendung des Sattels, die oben beschriebene Beweglichkeit der Trachten erlauben. Dies erfolgt bevorzugt dadurch, dass die zweiten Rahmenelemente jeweils ein Federelement, bevorzugt eine Gasdruckfeder, umfassen und mindestens die Verbindung der ersten Rahmenelemente mit den zweiten Rahmenelementen und die Verbindung der zweiten Rahmenelemente mit dem vorderen Brückenelement über Gelenke erfolgt. Eine Vorgefertigte
Rahmenelementekonstruktion ist beispielsweise gezeigt in Figur 12 und in Figur 15.
BESCHREIBUNG DER FIGUREN
Anhand der Zeichnungen werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Gleiche Elemente sind in den verschiedenen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf gezeigte und beschriebene
Ausführungsbeispiele beschränkt. Die in den Figuren dargestellten Merkmale können sich in verschiedene Ausführungsformen der Erfindung finden und lassen sich miteinander kombinieren.
Figur 1A zeigt eine Seitenansicht auf einen erfindungsgemässen Sattelbaum bestehend aus einem hinteren Abschnitt 1, einem mittleren Abschnitt 2 und einem vorderen Abschnitt S. Die Trachte 4 erstreckt sich über die drei Abschnitte und weist im Bereich des hinteren Abschnitts 1 ein hinteres Brückenelement 5 auf, welches in dieser Ausführungsform als Sitzschale ausgebildet ist. Vom hinteren Brückenelement 5 aus verläuft das erste
Rahmenelement 7 entlang der Trachte 4 vom hinteren zum vorderen Abschnitt des
Sattelbaums und ist im Bereich des vorderen Abschnitts 3 mit dem zweiten Rahmenelement 8 verbunden. Das zweite Rahmenelement 8 ist wiederum direkt oder über ein vorderes Brückenelement (in der Figur nicht sichtbar) mit dem dritten Rahmenelement 9 verbunden, welches zurück zum hinteren Brückenelement 5 führt.
Figur 1B zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei welcher im Vergleich zu Figur 1A das vordere und das hintere Brückenelement 5 nicht miteinander verbunden sind, das erste Rahmenelement 7 mit der Trachte 4 verbunden ist und welche kein drittes Rahmenelement aufweist.
Figur IC zeigt eine Ausführungsform eines Sattelbaums wie in Figur 1B, welche jedoch zusätzlich dazu ein drittes Rahmenelement 9 umfasst, welches mit dem zweiten
Rahmenelement 8 und im Bereich des mittleren Abschnitts 2 des Sattelbaums mit der Trachte 4 verbunden ist.
Figur 2A zweigt im Wesentlichen die gleiche Ansicht wie Figur 1A, wobei hier das erste Rahmenelement über ein Gelenk 10 mit dem hinteren Brückenelement 5 verbunden ist. Weiterhin verläuft das erste Rahmenelement 7 im Bereich des mittleren Abschnitts 2 oder des vorderen Abschnitts 3 des Sattelbaums durch ein direkt an der Trachte befestigtes Führungselement 13 und ist durch dieses Führungselement 13 auf der Trachte 4 abgestützt. Das zweite Rahmenelement 8 ist hier als Federelement, insbesondere als Gasdruckfeder,
dargestellt und ist ebenfalls über ein Gelenk 11 mit dem ersten Rahmenelement 7 verbunden. Des Weiteren ist das zweite Rahmenelement 8 über ein Gelenk 12 mit dem vorderen Brückenelement (in der Figur nicht sichtbar) verbunden und von diesem vorderen Brückenelement führt das dritte Rahmenelement 9 zurück zum hinteren Brückenelement 5. Weiterhin dargestellt ist die erste Schicht 17, die zweite Schicht liegt darunter und ist somit nicht sichtbar. Die Schichten sind passend zu den Trachten zugeschnitten. Ebenfalls dargestellt sind die Gurtung 21, welche am hinteren Brückenelement 5 befestigt ist, und die Halterung für die Steigbügel 22 mit Riemen für die Steigbügel.
Figur 2B zeigt eine besonders bevorzugte Ausführungsform des Sattelbaums, bei welcher im Vergleich zu Figur IC die zweiten Rahmenelemente 8 Federelemente, also beispielweise Gasdruckfedern, darstellen, und das dritte Rahmenelement 9 eine Kombination darstellt aus einer Metallstange oder dergleichen, die direkt mit der Trachte verbunden ist, und thermoplastischem Material, welches direkt an die Trachte angeformt ist, und die
Metallstange teilweise umschliesst und zum Verbindungselement (6, nicht eingezeichnet), welches die beiden Gelenke 12 miteinander verbindet, verläuft. Der aus dem
thermoplastischen Material herausragende Abschnitt der Metallstange kann in dieser Ausfürhrungsform als Halterung für Gurtung und/oder Steigbügel und dergleichen dienen.
Figur 3 zeigt eine Vorderansicht auf den Sattelbaum wie er in Figur 2 dargestellt ist. Daraus ersichtlich sind die Lage der Trachten 4 und das Abragen der zweiten Rahmenelemente 8, die hier wiederum als Gasdruckfedern dargestellt sind. Weiterhin gezeigt ist das
Verbindungselement 6, welches die beiden zweiten Rahmenelemente 8 miteinander verbindet und von welchem aus die dritten Rahmenelemente zu den Trachten im mittleren Abschnitt des Sattelbaums oder zum hinteren Brückenelement zurückführen (in der Figur nicht eingezeichnet). Ebenfalls zu sehen sind die erste und die zweite Schicht 17, 18, welche die Trachten umschliessen.
Figuren 4 und 5 zeigen die Wirkungsweise des Sattelbaums in einem Ausschnitt der
Vorderansicht (Figur 4) und in der Seitenansicht (Figur 5). Die Bewegung der Trachte 4, wie sie bei der Anwendung des Sattelbaums in einem Sattel für ein Reittier erfolgt, ist mit Pfeilen angegeben. Diese Bewegung überträgt sich auf die Rahmenelementekonstruktion wobei die Rahmenelemente so gewählt und ausgebildet sind, dass der Bewegungsradius RI des Verbindungspunkts des ersten Rahmenelements 7 mit dem zweiten Rahmenelement 8 bei
Bewegungen, welche vom Reittier im Bereich der Auflagefläche der Trachten 4 am Rücken des Reittiers erzeugt werden, grösser ist als der Bewegungsradius R2 des Verbindungspunkts des zweiten Rahmenelements 8 mit dem Verbindungselement 6.
Figur 6A zeigt eine Ansicht von oben auf den Sattelbaum, aus welcher zusätzlich zu den vorhergehend beschriebenen Figuren das Verbindungselement 6 und die dritten
Rahmenelemente 9 zu sehen sind. Weiterhin zu sehen ist in dieser Figur eine Verstärkung 26, welche im hinteren Brückenelement 5 integriert ist. Wie oben bereits beschrieben, sind in der hier gezeigten Ausführungsform die ersten und die dritten Rahmenelemente 7 und 9 direkt oder indirekt, d.h. über Gewindehülsen und/oder Gelenke, mit dieser Verstärkung 26 verbunden. Grundsätzlich könnte die Verstärkung im dargestellten Fall auch das hintere Brückenelement als solches darstellen. In diesem Fall würde das dargestellte hintere Brückenelement einfach eine Sitzschale darstellen.
Figur 6B entspricht weitgehend der Darstellung aus Figur 6A, die dritten Rahmenelemente 9 hier nicht in das hintere Brückenelement 5 zurückführen, sondern in die Trachten 4 im mittleren Abschnitt des Sattelbaums. In einer bevorzugten Ausführungsform jener hier gezeigten, sind die dritten Rahmenelemente 9 und das Verbindungselement 6 zumindest teilweise mit thermoplastischem Material, entsprechend dem der Trachten, umschlossen und die Rahmenelemente 9 und das Verbindungselement 6 sind über dieses
thermoplastische Material miteinander verbunden. Eine solche bevorzugte Ausführungsform ist als Seitenansicht in Figur 2B dargestellt.
Figur 7 und Figur 8 zeigen jeweils eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Sattelbaums, welcher alle wesentlichen Bestandteile umfasst, die für die Weiterverarbeitung zu einem Reitsattel, typischerweise für ein Pferd, nötig sind. Neben den vorhergehend beschriebenen Bestandteilen weist der Sattelbaum bereits eine Polsterung 23 auf, welche bei der Verwendung des Sattelbaums zwischen den Trachten und den Trachten 4 und dem Rücken des Reittiers liegt.
Beim hier dargestellten Sattelbaum sind das hintere Brückenelement 5 in Form eines Rohlings für einen Sitz für den Reiter, das dritte Rahmenelement 9 sowie das
Verbindungselement 6 einteilig ausgestaltet, bzw. das dritte Rahmenelement 9 und das Verbindungselement 6 sind im Kunststoff, aus welchem das hintere Brückenelement 5 gefertigt ist, mit eingefasst. Diese Ausführungsform bietet sich an, da diese Bestandteile des
Sattelbaums hierbei starr miteinander verbunden sind und die gesamte
Rahmenelementekonstruktion bevorzugt vorgefertigt wird. Grundsätzlich ist es auch möglich, auf Metallstäbe oder gleichwertige Verstärkungen, wie sie in diesen Figuren als dritte Rahmenelemente 9 und Verbindungselement 6 in einem Material eingeschlossen angedeutet sind, zu verzichten, sofern dieses Material es aus mechanischen und
verarbeitungstechnischen Gründen erlaubt. In einem solchen Fall könnte diese aus hinterem und vorderem Brückenelement sowie aus den dritten Rahmenelementen gebildete
Sitzschale aus einem einzigen Material, bspw. durch Spritzguss, hergestellt werden und müsste lediglich Befestigungspunkte für die ersten und zweiten Rahmenelemente und für die Trachten umfassen.
Figur 9 zeigt eine Seitenansicht eines Pferdes, an welchem das Verfahren zur Herstellung eines Sattelbaums durchgeführt wird. Dargestellt ist das Pferd mit der auf seinem Rücken angelegten, Negativform 14, wobei diese dort platziert ist, wo auch der Reitsattel zu liegen kommen soll und besonders darauf geachtet werden muss, dass die Aussparungen für die Trachten im Bereich der Sattellage des Pferdes liegen. Auf der Negativform 14 sind zwei Fixpunkte 15 eingezeichnet, wobei diese auch am Rücken des Pferdes markiert werden. Dies ist wichtig, damit der Sattelbaum später korrekt platziert werden kann und optimal sitzt. Weiterhin sind die Umrisse 16 der Trachten eingezeichnet.
Figur 10 zeigt eine Negativform umfassend die erste Schicht 17 mit den Aussparungen 19, welche entlang der eingezeichneten Umrisse 16 der Trachten vorgenommen wurden. Die Schichten können jede beliebige Form aufweisen, solange sie die Umrisse der späteren Trachten einzufassen vermögen.
In Figur 10 ist weiterhin eine Schnittlinie 24 eingezeichnet, welche um die Trachten herumführt. Diese Schnittlinie ist optional und entlang dieser können die Schichten 17 und 18 später im Verfahren zugeschnitten werden, damit der Sattel später nicht eine zu grosse Fläche des Pferdes abgedeckt oder aus ästhetischen Gründen. Bis die Trachten jedoch geformt in korrekter Position passend zum Rücken des Pferdes zueinander fixiert wurden, beispielweise durch temporäre Verbindungen aus thermoplastischem Material oder mit mindestens einem der beiden Brückenelemente, sollten die Schichten entlang ihrer Spiegelebene nicht durchtrennt werden, da sonst die Fixpunkte und die korrekte Position der Trachten verloren geht.
Figur 11 zeigt die eine perspektivische Ansicht eines Querschnitts durch eine Negativform , mit der ersten Schicht 17, der zweiten Schicht 18, einem Fixpunkt 15 und den Aussparungen 19. Die erste und die zweite Schicht 17 und 18 sind dabei miteinander verbunden. Diese Verbindung kann über die gesamte Fläche der Schichten erfolgen oder nur punktuell oder in Teilbereichen. In Figur 11 ist gut zu sehen, dass die beiden Schichten 17 und 18 zusammen eine Negativform bilden, in welche das formbare Material zur Herstellung der Trachten eingefüllt werden kann.
Die wie in den Figuren 10 und 11 gezeigt hergestellte Negativform für die Trachten umfassend die zumindest abschnittsweise miteinander verbundenen Schichten 16 und 17 wird dann am Rücken des Pferdes angelegt und die Fixpunkte 15 werden auf den Rücken des Pferdes eingezeichnet. Dadurch wird die sichergestellt, dass des spätere Sattel auch optimal am Rücken des Pferdes anliegt.
Die ausgesparten Bereiche 19 werden dann mit einem formbaren Material, welches sich verfestigen lässt aufgefüllt. Alternativ können die ausgesparten Bereiche 19 auch erst mit einem formbaren Material gefüllt und danach am Rücken des Pferdes angelegt werden. Wie bereits beschrieben muss auch hier das Anlegen so erfolgen, dass die ausgesparten Bereiche 19 entlang der Umrisse 16 der Trachten so zu liegen kommen, dass die Trachten auf der Sattellage aufliegen, und wobei die zweite Schicht 17 ohne ausgesparte Bereiche zwischen dem Rücken des Reittiers und der ersten Schicht 16 mit den ausgesparten Bereichen liegt.
Das formbare Material in den ausgesparten Bereichen wird dann am Rücken des Reittiers angedrückt verfestigt sich im Wesentlichen in dieser Position. Das Verfestigen soll dabei soweit am Rücken des Pferdes erfolgen, dass die Trachten beim Entfernen formstabil sind.
Am Rücken des Reittiers werden die beiden aus dem verfestigten Material gebildeten Trachten in stabiler Position zueinander fixiert und können danach vom Rücken des Pferdes entfernt werden.
Figur 12 zeigt eine Seitenansicht einer Rahmenelementekonstruktion 20, wie sie
typischerweise als vorgefertigter Bestandteil bei der Herstellung eines erfindungsgemässen Sattelbaums eingesetzt wird. Sie weist dabei alle vorhergehend bereits beschriebenen Bestandteile auf.
Figur 13 zeigt den Schritt des Fixierens der am Rücken des Pferdes gebildeten Trachten 4 durch anbringen der Rahmenelementekonstruktion 20. Dabei wird diese auf die Trachten 4
und die Schichten 16 und 17 und allfällige weitere Bestandteile wie Polsterung (nicht dargestellt) gelegt, dort ausgerichtet und daran befestigt.
In einer Ausführungsform, in welcher die Trachten 4, das hintere Brückenelement 5 und die Führungsösen 8 aus demselben thermoplastischen Material gebildet werden, kann dieses zur Befestigung der Rahmenelementekonstruktion 20 an die Trachten 4 punktuell an diesen Stellen erhitzt werden, bspw. mit einem Heissluftföhn oder einem Lötgerät, und die Teile lassen sich dann durch Zusammenführen stoffschlüssig verbinden.
Figur 14 zeigt schliesslich den am Pferd fertiggestellten Sattelbaum.
Figur 15 zeigt einen typischerweise vorgefertigten Bestandteil des Sattelbaums umfassend das hintere Brückenelement 5, die beiden dritten Rahmenelemente 9 und das vordere
Brückenelement 6 in einer einteiligen Ausgestaltung. Dieser vorgefertigte Bestandteil kann in seinem Inneren Verstärkungselemente, beispielsweise aus Metall, aufweisen, kann aber auch aus einem einzigen Material gefertigt sein. An den Stellen, an welchen das erste Rahmenelement 7 mit der Führungsöse 13 und das zweite Rahmenelement 8 am vorgefertigten Bestandteil angebracht werden sollen, kann dieses Gewindehülsen 25 aufweisen. Die gestrichelten Linien zeigen die Verbindungspunkte an welchen das erste und zweite Rahmenelement am vorgefertigten Bestandteil befestigt werden.
BEZUGSZEICHEN
1 hinterer Abschnitt des Sattelbaums
2 mittlerer Abschnitt des Sattelbaums
3 vorderer Abschnitt des Sattelbaums
4 Trachte
5 hinteres Brückenelement
6 Verbindungselement
7 erstes Rahmenelement
8 zweites Rahmenelement
9 drittes Rahmenelement
10 Gelenk
11 Gelenk
12 Gelenk
13 Führungsöse
14 Negativform
15 Fixpunkt
16 Umriss
17 erste Schicht
18 zweite Schicht
19 ausgesparte Bereiche
20 Rahmenelementekonstruktion
21 Gurtung
22 Halterung für Steigbügel
23 Polsterung
24 Schnittlinie
25 Gewindehülse
26 Verstärkung
RI Radius
R2 Radius