Sicherheitssystem für ein Fahrzeug
B e s c h r e i b u n g
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sicherheitssystem für ein Fahrzeug zur Aktivierung einer sicherheitsrelevanten Funktion bei dem Fahrzeug nach dem unabhängigen Systemanspruch. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren nach dem unabhängigen Verfahrensanspruch.
Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Varianten von Zugangssystemen bekannt, welche sich z. B. hinsichtlich der genutzten Kommunikationstechnologie oder Reichweite oder der genutzten Kommunikationssignale unterscheiden. Grundsätzlich erfordern derartige Zugangssysteme eine Kommunikation mit einem Identifikationsgeber eines Benutzers, um eine Berechtigung des Benutzers für den Fahrzeugzugang feststellen zu können. Hierzu ist es üblich, einen Authentifizierungsvorgang zu initiieren. Sogenannte passive Zugangssysteme ermöglichen dabei, auf besonders komfortable Art, diesen
Authentifizierungsvorgang ohne eine vorherige, manuelle Betätigung des Identifikations gebers zu initiieren. Zusätzlich können solche Zugangssysteme eine „Keyless Go“-
Funktionalität aufweisen, in Kombination mit dem passiven Zugang, auch „Passiv-Entry Passive-Start“ (kurz PEPS) genannt. Bei Lokalisierung des authentifizierten Identifikationsgebers innerhalb des Fahrzeuges kann dann der Motorstart initiiert werden, ohne den Schlüssel zu betätigen oder am Fahrzeug manuell einzusetzen. Um dies zu
ermöglichen, wird häufig ein Wecksignal ausgesendet, um den Identifikationsgeber in einem bestimmten Bereich um das Fahrzeug zur Durchführung der Authentifizierung zu triggern (d. h. zu„wecken“). Nach dem Wecken kann der Identifikationsgeber z. B. ein Antwortsignal an das Fahrzeug aussenden. Darüber hinaus ist es bekannt, eine Auswertung des Wecksignals oder eines weiteren Kommunikationssignals zu nutzen, um die Entfernung des Identifikationsgebers zum Fahrzeug zu erfassen. Es kann zur Erhöhung der Sicherheit sinnvoll sein, die Authentifizierung nur dann zuzulassen, wenn der Identifikationsgeber innerhalb eines bestimmten Lokalisierungsbereiches des Fahrzeuges lokalisiert wird. Die Lokalisierung kann ebenfalls über die Kommunikation mit dem Identifikationsgeber erfolgen, z. B. durch eine Auswertung der Signalstärke eines Kommunikationssignals.
In jeder dieser Varianten wird wenigstens ein Bereich um das Fahrzeug genutzt, z. B. die Empfangsreichweite für das Wecksignal oder die maximale Entfernung gemäß dem Lokalisierungsbereich. Jeder dieser Bereiche ist statisch festgelegt. Dies führt in der Praxis ggf. dazu, dass in einer konkreten Situation die Erstreckung einer dieser Bereiche unvorteilhaft ist. So kann bei einem zu großem Lokalisierungsbereich die Sicherheit beeinträchtigt sein, wenn ein Zugang zum Fahrzeug möglich ist, ohne dass eine hinreichende Nähe des Identifikationsgebers zum Fahrzeug sichergestellt ist. Auch kann es möglich sein, dass bei zu geringer Empfangsreichweite für das Wecksignal die Gewährung des Zugangs zum Fahrzeug fehlschlägt. Ferner wird die statische Festlegung der Bereiche dadurch erschwert, dass die Umgebung die Kommunikationsreichweite beeinflussen kann.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Möglichkeit zur Zugangskontrolle bereitzustellen und/oder auch die Sicherheit des Sicherheitssystems zu verbessern.
Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Sicherheitssystem mit den Merkmalen des unabhängigen Systemanspruchs und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Sicherheitssystem beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung
zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Sicherheitssystem für ein Fahrzeug, welches zur Aktivierung einer (insbesondere sicherheitsrelevanten) Funktion und insbesondere zur Zugangskontrolle bei dem Fahrzeug dienen kann. Das Sicherheitssystem kann wenigstens eine der nachfolgenden Komponenten aufweisen:
eine (insbesondere wenigstens teilweise elektronische) Kommunikationsanordnung zur Bereitstellung einer drahtlosen Kommunikation mit einem mobilen Identifikationsgeber (ID-Geber) innerhalb wenigstens eines Sicherheitsbereichs, um die Kommunikation begrenzt durch eine räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs um das Fahrzeug zur Aktivierung der (insbesondere sicherheitsrelevanten) Funktion bereitzustellen,
eine Anpassungsvorrichtung zur Einstellung des Sicherheitsbereichs, um die Erstreckung des Sicherheitsbereichs variabel anzupassen, insbesondere in Abhängigkeit von einer automatischen Anpassungsermittlung.
Dieses hat den Vorteil, dass eine höhere Flexibilität bei der Nutzung des Sicherheitsbereichs bereitgestellt wird, wobei gleichzeitig die Sicherheit gegen Manipulationen verbessert werden kann. Es kann optional auch eine automatische Anpassungsermittlung genutzt werden, um die Anpassung anhand vorgegebener Kriterien vorzunehmen. Auf diese Weise kann z. B. gewährleistet werden, dass auch in unterschiedlichen Situationen stets die gewünschte räumliche Erstreckung bereitgestellt wird. In unterschiedlichen Situationen können z. B. unterschiedliche Objekte in der Umgebung des Fahrzeuges den Sicherheitsbereich beeinflussen, z. B. durch Reflektionen und Absorptionen der zur Kommunikation genutzten Funkwellen. Auch ist es denkbar, dass in bestimmten Situationen z. B. zur Erhöhung der Sicherheit der Sicherheitsbereich reduziert werden soll. Auch dies kann durch die Anpassungsermittlung ggf. erkannt werden, und eine entsprechende Anpassung des Sicherheitsbereichs durchgeführt werden. Auch kann vorteilhafterweise die Anpassungsermittlung ermitteln, wenn der Sicherheitsbereich zu gering ist, um eine zuverlässige Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion zuzulassen. In diesem Falle kann die Anpassungsermittlung eine automatische Erhöhung des Sicherheitsbereichs veranlassen, um Fehlversuche beim Zugang zum Fahrzeug zu vermeiden.
Entsprechend kann erfindungsgemäß eine einstellbare Erstreckung (Größe, Reichweite) des Sicherheitsbereiches genutzt werden. Die Anpassungsermittlung ist hierzu z. B. als eine Anpassungsmethode, wie ein Lern-Algorithmus, ausgebildet. Weiter kann die Anpassungsermittlung z. B. zur Vermessung (Einmessung) der Umgebung des Fahrzeuges ausgeführt sein, um den Einfluss der Umgebung auf den Sicherheitsbereich zu bestimmen, und für eine gewünschte (Soll-) Erstreckung des Sicherheitsbereichs die Einstellung vorzunehmen, um die (Ist-) Erstreckung daran anzupassen. Die Erstreckung betrifft z. B. die maximale Entfernung des Sicherheitsbereichs zum Fahrzeug. Der Sicherheitsbereich kann (aufgrund des Einflusses der Umgebung) von einer Kreisform abweichen.
Die Anpassungsvorrichtung kann mit der Kommunikationsanordnung in Signalverbindung stehen, um den Sicherheitsbereich entsprechend der Einstellung zu erzeugen.
Das erfindungsgemäße Sicherheitssystem kann vorteilhafterweise dazu ausgeführt sein, in das Fahrzeug integriert, vorzugsweise befestigt und/oder montiert, zu werden. Dabei kann das Sicherheitssystem optional auch als ein Montagemodul ausgeführt sein, welches als ein Bauteil und somit einzeln handhabbar montiert werden kann. Das Sicherheitssystem ist z. B. als ein passives Zugangssystem und/oder ein passives Motorstartsystem ausgebildet, um den Zugang und/oder den Motorstart auch ohne manuelle Betätigung des ID-Gebers durch eine automatische Authentifizierung des ID-Gebers (z. B. ausgelöst durch die Annäherung des ID-Gebers ans Fahrzeug und/oder Lokalisierung des ID-Gebers im Fahrzeug für Motorstart bzw. Freischalten der Wegfahrsperre) freizugeben.
Bei dem ID-Geber kann es sich zumindest um einen mobilen Funkschlüssel (üblicherweise auch nur ID-Geber genannt) ggf. mit mechanischen Notschlüssel handeln oder um ein Mobilfunktelefon oder ein tragbares elektronisches Gerät (z. B.Tablet oder Notebook) jeweils mit entsprechender Funktechnologie bzw. Kommunikationsschnittstelle.
Bspw. stellt der Sicherheitsbereich den Bereich dar, in welchem ein Wecksignal der Kommunikationsanordnung empfangen werden kann. Auch kann der Sicherheitsbereich den Lokalisierungsbereich darstellen, in welchem der Identifikationsgeber lokalisiert werden muss, damit die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion freigegeben wird. Diese Freigabe wird z. B. dadurch ermöglicht, dass:
Die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion trotz erfolgreicher Authentifizierung des ID-Gebers verhindert wird, wenn der ID-Geber außerhalb des Sicherheitsbereichs lokalisiert wird, und/oder
- das Wecksignal nur dann ausgesendet wird, wenn der Identifikationsgeber innerhalb des Sicherheitsbereichs lokalisiert wird.
Das Aussenden des Wecksignals wird z. B. dadurch getriggert, dass das Fahrzeug die Annäherung des ID-Gebers und/oder eine Aktivierungshandlung detektiert, z. B. mittels einer Aktivierungseinheit wie eines optischen oder kapazitiven Sensors. Der kapazitive Sensor ist bspw. in einem Türgriff angeordnet, und detektiert entsprechend die Annäherung an den Türgriff und/oder eine Türgriffbetätigung als die Aktivierungshandlung durch den Benutzer. Die Aktivierungseinheit kann ggf. dazu ausgeführt sein, eine Überwachung nur im Sicherheitsbereich durchzuführen, um die Annäherung des Benutzers nur innerhalb des Sicherheitsbereichs zu detektieren.
Die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion kann vorteilhafterweise eine Aktivierung einer Schließvorrichtung, insbesondere eine Zentralverriegelung, des Fahrzeuges umfassen, sodass bei der Aktivierung das Fahrzeug entriegelt wird. Alternativ oder zusätzlich kann die Funktion auch eine Initiierung einer Öffnungsbewegung der Türen und/oder einer und/oder (Front-, oder Heck-) Klappe (inklusive einer Seitenschiebetür) und/oder die Aktivierung einer Beleuchtung des Fahrzeuges umfassen. Ferner kann die Funktion auch einen Motorstart des Fahrzeuges umfassen.
Der Sicherheitsbereich kann als alleiniger Funkbereich zur Aktivierung der sicherheits relevanten Funktion vorgesehen sein. Es kann auch möglich sein, dass wenigstens zwei oder drei Funkbereiche zur Aktivierung der Funktion um das Fahrzeug vorgesehen sind. Ein erster Funkbereich kann z. B. genutzt werden, um eine Annäherung des Benutzers zu detektieren, und daraufhin erst einen zweiten Funkbereich (z. B. durch die Aussendung des Wecksignals) zu aktivieren. Der Sicherheitsbereich kann z. B. der erste oder zweite Funkbereich sein. Doch auch der verbleibende Funkbereich kann wiederum als weiterer Sicherheitsbereich aufgefasst werden, welcher ebenfalls variabel einstellbar ist.
Vorteilhaft ist es zudem, wenn das Fahrzeug als ein Kraftfahrzeug, insbesondere als ein Hybridfahrzeug oder als ein Elektrofahrzeug ausgebildet ist, vorzugsweise mit einem
Hochvolt-Bordnetz und/oder einem Elektromotor. Außerdem kann es möglich sein, dass das Fahrzeug als ein Brennstoffzellenfahrzeug und/oder Personenkraftfahrzeug und/oder semi autonomes oder autonomes Fahrzeug ausgebildet ist. Vorteilhafterweise weist das Fahrzeug das erfindungsgemäße Sicherheitssystem auf, welches z. B. durch die Kommunikation mit dem Identifikationsgeber (ID-Geber) eine Authentifizierung ermöglicht. In Abhängigkeit von der Kommunikation und/oder der Authentifizierung kann wenigstens eine Funktion des Fahrzeuges aktiviert werden. Falls hierzu die Authentifizierung des ID-Gebers notwendig ist, kann es sich bei der Funktion um die sicherheitsrelevante Funktion handeln, wie ein Entriegeln des Fahrzeuges oder eine Freigabe eines Motorstarts. Somit kann das Sicherheitssystem auch als ein passives Zugangssystem ausgebildet sein, welches ohne aktive manuelle Betätigung des ID-Gebers die Authentifizierung und/oder die Aktivierung der Funktion bei Detektion der Annäherung des ID-Gebers an das Fahrzeug initiiert. Hierzu wird bspw. wiederholt ein Wecksignal durch das Sicherheitssystem ausgesendet, welches durch den ID-Geber bei der Annäherung empfangen werden kann, und dann die Authentifizierung auslöst. Auch kann die Funktion eine Aktivierung einer Fahrzeugbeleuchtung und/oder ein Betätigen (Öffnen und/oder Schließen) einer Klappe (z. B. Front- oder Heck- oder Seitenklappe bzw. -tür) betreffen. Bspw. wird automatisch bei der Detektion der Annäherung die Fahrzeugbeleuchtung aktiviert und/oder bei der Detektion einer Geste eines Benutzers die Klappe betätigt.
Es ist möglich, dass die Kommunikationsanordnung für die Kommunikation eine erste Kommunikationseinheit zur Aussendung (eines Wecksignals) über eine Kommunikations technologie wie HF (High Frequency, umfasst auch UHF und/oder im Wesentlichen 433,92 MHz oder 315 MHz) oder LF (Low Frequency, z. B. im Wesentlichen 125 kHz) oder Bluetooth oder WLAN (Wireless Local Area Network) oder Mobilfunk oder UWB (Ultrabreitband) aufweist. Auch kann die Kommunikationsanordnung für die Kommunikation eine zweite Kommunikationseinheit zum Empfangen (eines Antwortsignals) durch eine Kommunikationstechnologie wie HF oder LF oder Bluetooth oder WLAN oder Mobilfunk oder UWB aufweisen. Die Kommunikationstechnologie der ersten Kommunikationseinheit kann sich von der Kommunikationstechnologie der zweiten Kommunikationseinheit unterscheiden.
Gemäß einem weiteren Vorteil kann vorgesehen sein, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, die Einstellung des Sicherheitsbereichs als eine Einstellung eines Parameters für die Kommunikation, insbesondere einer Signalstärke (indirekt z. B. über die
Sendeleistung) und/oder Reichweite und/oder Sendeleistung, bei der Kommunikations anordnung vorzunehmen, um insbesondere die Kommunikation durch die räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs zu begrenzen, vorzugsweise dadurch, dass die Erstreckung des Sicherheitsbereichs als eine physikalische Begrenzung der Fähigkeit zur Kommunikation angepasst wird. Diese Kommunikationsfähigkeit wird physikalisch, z. B. durch die abnehmende Signalstärke bei größerer Entfernung zum Fahrzeug, begrenzt. Auf diese Weise kann durch die Einstellung eines entsprechenden Parameters, welcher physikalisch Einfluss auf die Empfangsreichweite hat, sehr zuverlässig der Sicherheitsbereich eingestellt werden. Bei diesem Parameter kann es sich beispielhaft um eine Sendeleistung für die Aussendung eines Kommunikationssignals durch die Kommunikationsanordnung handeln. Dies kann auch folgendermaßen veranschaulicht werden: Wenn im vorangegangenen Beispiel das Kommunikationssignal das Wecksignal ist, hat dies zur Folge, dass der Identifikationsgeber nur innerhalb des Sicherheitsbereichs eine ausreichende Signalstärke des Wecksignals nutzen kann, um dieses zu empfangen bzw. damit der Authentifizierungsvorgang bei dem Identifikationsgeber ausgelöst wird.
Es ist ferner denkbar, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, die Einstellung des Sicherheitsbereichs als eine Einstellung einer Auswertung der Kommunikation vorzunehmen, um insbesondere die Kommunikation durch die räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs zu begrenzen, vorzugsweise dadurch, dass die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion durch die Auswertung verhindert ist, wenn der Identifikationsgeber außerhalb des Sicherheitsbereichs lokalisiert wird. Anders als bei der Begrenzung durch die Einstellung eines Parameters, welcher den Sendebereich physikalisch beeinflusst, kann die Begrenzung durch die Auswertung auch dann erfolgen, wenn physikalisch die Kommunikation möglich ist. Damit kann die Begrenzung unabhängig von äußeren (ggf. unbekannten) Einflüssen der Umgebung auf den Sicherheitsbereich durchgeführt werden. Auch wenn die Einflüsse zu einer ungewünschten Reduzierung der Empfangsreichweite bei der Kommunikation führen, kann die Empfangsreichweite vorsorglich größer gewählt werden, ohne den Sicherheitsbereich zu erhöhen. Der Sicherheitsbereich wird dann bspw. durch die Auswertung mittels einer Entfernungsmessung oder dergleichen im gewünschten Rahmen begrenzt.
Optional kann es vorgesehen sein, dass die Kommunikationsanordnung wenigstens eine UWB-Schnittstelle zur Bereitstellung der Kommunikation über UWB-Funk aufweist, um
insbesondere wenigstens eine der nachfolgenden Funktionen durch die Kommunikation bereitzustellen:
Aussenden eines Wecksignals an den Identifikationsgeber, um eine Aussendung einer Authentifizierungsinformation von dem Identifikationsgeber an das Fahrzeug zu initiieren,
Empfangen eines Antwortsignals des Identifikationsgebers, um die Authentifizierungsinformation zu empfangen, und auszuwerten, um anhand der Auswertung die sicherheitsrelevante Funktion zu aktivieren,
Erfassung einer Umgebung des Fahrzeuges, um anhand der Erfassung die Einstellung des Sicherheitsbereichs durchzuführen,
Lokalisieren des Identifikationsgebers relativ zum Sicherheitsbereich, um insbesondere die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion zu verhindern, wenn der Identifikationsgeber außerhalb des Sicherheitsbereichs lokalisiert wird.
Das Wecksignal kann z. B. von dem Identifikationsgeber empfangen werden, und dazu führen, dass der Identifikationsgeber aus einem Energiesparmodus geweckt wird. Alternativ oder zusätzlich kann das Empfangen des Wecksignals von dem Identifikationsgeber dazu führen, dass der Identifikationsgeber einen Authentifizierungsvorgang dadurch einleitet, dass dieser ein Antwortsignal mit der Authentifizierungsinformation an das Fahrzeug übersendet. Diese Authentifizierungsinformation umfasst z. B. eine Codeinformation, welcher den ID- Geber für das Fahrzeug authentifiziert. Hierzu wird insbesondere die Auswertung der Authentifizierungsinformation durchgeführt, um die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion bei erfolgreicher Authentifizierung freizugeben. Wenn z. B. die Aktivierung der Funktion angefordert wird, kann eine Abfrage erfolgen, ob eine positive Authentifizierung vorliegt. Um eine ausreichende Erstreckung des Sicherheitsbereichs zu gewährleisten, insbesondere die Übereinstimmung mit einer Soll-Entfernung, kann eine Umgebung des Fahrzeuges optional erfasst, insbesondere analysiert, werden. Auf diese Weise können Einflüsse der Umgebung auf die Ist-Entfernung ermittelt werden, um diese (z. B. durch eine Erhöhung der Sendeleistung) zu kompensieren. Für die Analyse der Umgebung kann bspw. eine Objekterkennung oder dergleichen genutzt werden.
Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass eine Lokalisierungsanordnung vorgesehen ist, um eine Lokalisierung des Identifikationsgebers bereitzustellen, wobei insbesondere die Lokalisierungsanordnung eine Lokalisierungseinheit aufweist, um zur Lokalisierung eine
Time-of-Flight Auswertung und/oder eine Auswertung einer Signalstärke eines Kommunikationssignals der Kommunikation durchzuführen. Mittels der Auswertung kann auf diese Weise anhand der Kommunikation die Entfernung zum ID-Geber erfasst werden, insbesondere dann, wenn diese Kommunikation eine Antwort des ID-Gebers an die Kommunikationsanordnung umfasst. Konkret kann zur Lokalisierung auch eine UWB- Schnittstelle der Kommunikationsanordnung genutzt werden, um die Lokalisation als eine UWB-Entfernungsmessung durchzuführen. Die Lokalisierung kann z. B. nur dann durchgeführt werden, wenn der ID-Geber zuvor im Sicherheitsbereich detektiert wurde (z. B. durch ein Empfangen eines Antwortsignals durch die Kommunikationsanordnung als Reaktion auf das Empfangen eines Wecksignals durch den ID-Geber, wenn das Wecksignal nur im Sicherheitsbereich empfangbar ist). Auch kann die Lokalisierung ggf. genutzt werden, um festzustellen, dass sich der ID-Geber innerhalb des Sicherheitsbereichs befindet (z. B. durch eine Entfernungsmessung anhand des Antwortsignals). Eine Auswertung der Zeitdauer zwischen dem Aussenden des Wecksignals und dem Empfangen des Antwortsignals kann ferner eine Time-of-Flight (Lautzeitmessungs-) Analyse ermöglichen. Alternativ kann die Entfernungsmessung anhand der Signalstärke des Antwortsignals erfolgen. Es kann möglich sein, dass zusätzlich nach dieser Entfernungsmessung eine Plausibilisierung der Entfernung erfolgt, z. B. mittels der UWB-Entfernungsmessung.
Es ist ferner denkbar, dass die Anpassungsvorrichtung mit der Kommunikationsanordnung in Signalverbindung steht, um den Sicherheitsbereich entsprechend der Einstellung zu erzeugen, vorzugsweise durch eine Anpassung der Kommunikation. Hierzu wird bspw. ein Parameter, wie eine Sendeleistung, der Kommunikationsanordnung anhand der Einstellung angepasst. Dies hat den Vorteil, dass der Sicherheitsbereich in einfache und leicht beherrschbare Weise variabel definiert werden kann.
Nach einer weiteren Möglichkeit kann vorgesehen sein, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, eine automatische Anpassungsermittlung durchzuführen, um Einflüsse in einer Umgebung des Fahrzeuges auf den Sicherheitsbereich (automatisch) zu erfassen, und insbesondere darauf basierend die Einstellung des Sicherheitsbereichs zur Kompensation dieser Einflüsse vorzunehmen. Die automatische Anpassungsermittlung umfasst hierzu bspw. eine Bilderfassung der Umgebung, z. B. mittels einer Kamera, einer optischen Messvorrichtung oder dergleichen. Insbesondere können dabei solche Objekte in der Umgebung analysiert werden, welche (im spektralen Bereich der Kommunikation) einen
signifikanten Einfluss auf die Signalausbreitung des Kommunikationssignals der Kommunikation haben können. Hierzu kann z. B. auch ein Empfangssignal und/oder ein Reflexionssignal der Kommunikation ausgewertet werden, wobei letzteres als Reflexion eines ausgesendeten Kommunikationssignals empfangen wird.
Auch ist es optional denkbar, dass die Anpassungsvorrichtung eine Speichervorrichtung aufweist, um (insbesondere automatisch) erfasste Einflüsse in einer Umgebung des Fahrzeuges auf den Sicherheitsbereich nicht-flüchtig zu speichern, wobei vorzugsweise die Kommunikationsanordnung mit der Anpassungsvorrichtung in Signalverbindung steht, um, basierend auf den gespeicherten Einflüssen, die Kommunikation bereitzustellen. Die Anpassungsvorrichtung kann hierzu z. B. die Einflüsse aus der Speichervorrichtung auslesen, auswerten, und darauf basierend die Kommunikation anpassen. Dies ermöglicht es, dauerhaft und somit energiesparend eine bereits durchgeführte Erfassung der Einflüsse für die Einstellung zu nutzen.
Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, eine automatische Anpassungsermittlung in der Form eines Lern-Algorithmus durchzuführen, um die Einstellung des Sicherheitsbereichs vorzunehmen. Insbesondere kann bei dem Lern-Algorithmus vorgesehen sein, dass historische Ergebnisse der Anpassungsermittlung berücksichtigt werden. Bspw. kann auf diese Weise ein Verhalten des Benutzers des Fahrzeuges Berücksichtigung finden. Die historischen Ergebnisse umfassen z. B. auch historische Ereignisse bei der Zugangskontrolle, wie eine erfolglose Aktivierungshandlung zur Aktivierung der Funktion, oder eine fehlgeschlagene Authentifizierung. Ferner ist es denkbar, dass alternativ oder zusätzlich zu der Nutzung historischer Ergebnisse auch manuelle Eingaben, wie ein Feedback, des Benutzers Berücksichtigung findet. Durch die manuellen Eingaben und/oder die historischen Ergebnisse kann festgestellt werden, ob die derzeitige Erstreckung des Sicherheitsbereichs ausreichend ist, und ob in bestimmten Situationen/Umgebungen andere Einstellungen sinnvoller wären. Dazu können diese Eingaben und/oder die historischen Ergebnisse ggf. auch mit weiteren Umgebungsvariablen (oder auch: Umgebungsparametern) verarbeitet werden.
Ein weiterer Vorteil kann im Rahmen der Erfindung erzielt werden, wenn die Kommunikationsanordnung dazu ausgeführt ist, den Sicherheitsbereich als einen
Authentifizierungsbereich zu erzeugen, in welchem vorzugsweise die Authentifizierung des ID-Gebers möglich ist, und insbesondere durch die Kommunikation im Authentifizierungsbereich einen Authentifizierungsvorgang zur Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion zu initiieren. Alternativ oder zusätzlich kann die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt sein:
eine Wiederholungsinformation zu ermitteln, welche für eine erfolglose Aktivierungshandlung zur Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion spezifisch ist, welche insbesondere einer wiederholten, erfolgreichen Aktivierungshandlung zur Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion vorangeht,
zur Anpassungsermittlung die Erstreckung des Sicherheitsbereichs in Abhängigkeit von der Wederholungsinformation bei der erfolglosen Aktivierungshandlung zu erhöhen, und andernfalls wiederholt zu reduzieren.
In anderen Worten kann zunächst festgestellt werden, wenn die Aktivierungshandlung (wie eine Geste und/oder Annäherung ans Fahrzeug, insbesondere an einen Stoßfänger zur Aktivierung der Funktion als eine Klappenöffnung, und/oder ein Berühren und/oder ein Betätigen eines Türgriffs zur Aktivierung der Funktion als eine Entriegelung des Fahrzeuges) erfolglos ist, also nicht zur Aktivierung der Funktion führt. Dies kann damit begründet sein, dass zuvor keine Authentifizierung des ID-Gebers möglich war. Dies hängt z. B. damit zusammen, dass zu spät die Kommunikation erfolgt ist bzw. das Wecksignal ausgesendet wurde, wenn der Sicherheitsbereich eine zu geringe Erstreckung aufweist. Um sicherzustellen, dass tatsächlich die Erstreckung des Sicherheitsbereichs ursächlich für die erfolglose Aktivierungshandlung ist, kann eine Plausibilisierung erfolgen. Hierzu wird z. B. ausgewertet, ob innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer sich eine erfolgreiche Aktivierungshandlung anschließt (Wiederholungsversuch). Wenn dies der Fall ist, kann dies durch die Wiederholungsinformation indiziert werden. Die Wiederholungsinformation führt dann dazu, dass der Sicherheitsbereich sukzessive erhöht wird, z. B. um 10 cm. Um die Sicherheit jedoch im Gegenzug nicht durch einen zu großen Sicherheitsbereich zu beeinträchtigen, kann eine erfolgreiche Aktivierungshandlung zur Verringerung des Sicherheitsbereichs führen, z. B. sukzessive für jeden Wiederholungsversuch um 10 cm. In diesem Fall definiert der Sicherheitsbereich vorteilhafterweise den Bereich, in welchem z. B. die Sendereichweite der Kommunikationsanordnung zur Kommunikation (z. B. zur Aussendung des Wecksignals) ausreichend ist, damit der ID-Geber die Kommunikation durchführen bzw. das Wecksignal empfangen kann.
Es kann ferner möglich sein, dass die Kommunikationsanordnung dazu ausgeführt ist, eine Wiederholungsinformation zu ermitteln, welche für eine erfolglose Signalübertragung, insbesondere einer Authentifizierungsinformation von dem Identifikationsgeber an die Kommunikationsanordnung, bei der Kommunikation spezifisch ist, wobei die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, zur Anpassungsermittlung die Erstreckung des Sicherheitsbereichs in Abhängigkeit von der Wiederholungsinformation bei der erfolglosen Signalübertragung zu erhöhen, und andernfalls wiederholt zu reduzieren. Damit wird also der Fall erfasst, dass die Kommunikation zwischen ID-Geber und Fahrzeug nicht herstellbar ist, wenn z. B. das Antwortsignal nicht innerhalb des Sicherheitsbereichs ausgesendet wird. In diesem Fall definiert der Sicherheitsbereich den Bereich, in welchem die Sendereichweite des ID-Gebers ausreichend ist, um das Antwortsignal an das Fahrzeug zu übertragen. Es ist hierbei besonders vorteilhaft, dass die Kommunikationsanordnung dazu ausgeführt ist, eine Wiederholungsinformation von dem Identifikationsgeber zu empfangen, welche eine erfolglose Signalübertragung durch den Identifikationsgeber indiziert.
Ferner kann es im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass wenigstens eine Aktivierungseinheit vorgesehen ist, vorzugsweise in der Form eines Annäherungssensors, bevorzugt eines optischen oder kapazitiven (Annäherungs-) Sensors, welcher besonders bevorzugt in einem Türgriff angeordnet ist, um eine Aktivierungshandlung eines Benutzers des Fahrzeuges zu detektieren, und insbesondere um bei erfolgreicher Detektion die sicherheitsrelevante Funktion in Abhängigkeit von einem Authentifizierungsvorgang zu aktivieren. Hierzu kann bei erfolgreicher Detektion der Authentifizierungsvorgang z. B. durch das Aussenden eines Wecksignals initiiert werden. Damit kann zuverlässig der Zugriff auf das Fahrzeug kontrolliert werden.
Auch ist es ggf. möglich, dass die Anpassungsvorrichtung in Signalverbindung mit einer Aktivierungseinheit steht, um in Abhängigkeit von einer erfolglosen Aktivierungshandlung eine Wiederholungsinformation zu ermitteln. Damit kann für eine automatische Anpassungsermittlung die entsprechende Information genutzt werden, dass in diesem Fall der Sicherheitsbereich keine ausreichende Erstreckung aufweist.
Es kann weiter möglich sein, dass eine Lokalisierungsanordnung zur Ermittlung eines aktuellen Standorts des Fahrzeuges vorgesehen ist, wobei die Anpassungsvorrichtung in Signalverbindung mit der Lokalisierungsanordnung steht, um in Abhängigkeit von dem
aktuellen Standort den Sicherheitsbereich einzustellen. Diese Variante basiert auf der Erkenntnis, dass häufig der gewünschte Sicherheitsbereich (aufgrund äußerer Einflüsse oder aufgrund des Benutzerverhaltens) lokal abhängig ist. Bspw. können bestimmte, vorbekannte Standorte des Fahrzeuges erkannt werden, insbesondere mittels eines GPS- (Global Positioning System) Signals. Daraufhin kann eine Einstellung des Sicherheitsbereichs anhand des erkannten Standorts vorgenommen werden. Wenn bspw. das Fahrzeug vor der Haustür des Fahrzeughalters steht, kann die Nähe des Fahrzeuges zum im Haus abgelegten ID-Geber dazu führen, dass der ID-Geber im ungenutzten Zustand dauerhaft im Sicherheitsbereich sich befindet. Um dies zu verhindern, kann durch die Anpassungsermittlung eine Reduzierung der Erstreckung des Sicherheitsbereichs in diesem Falle durchgeführt werden. Dies gilt ggf. auch für weitere Parkpositionen, wie z. B. vor einer Garage. Um solche Situationen zu erkennen, kann der aktuelle Standort des Fahrzeuges z. B. auch mit weiteren Informationen verarbeitet werden, wie z. B. Informationen über eine Anschrift des Fahrzeughalters und/oder Informationen über eine zeitliche Dauer, in welcher der ID-Geber innerhalb des Sicherheitsbereichs ununterbrochen erkannt wird. Für die Ermittlung des Standorts umfasst die Lokalisierungsanordnung z. B. einen GPS-Empfänger oder dergleichen.
Ferner ist es optional vorgesehen, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, eine Anpassungsermittlung zur Einstellung des Sicherheitsbereichs anhand einer Umgebungsinformation über eine Umgebung des Fahrzeuges durchzuführen, vorzugsweise in Abhängigkeit von wenigstens einer Umgebungsvariable, welche für eine (insbesondere physikalische) Beeinflussung des Sicherheitsbereiches spezifisch ist, wobei bevorzugt zur Erfassung der Umgebungsinformation wenigstens eine der nachfolgenden Komponenten vorgesehen ist :
eine Zeitkomponente zur Erfassung einer aktuellen Uhrzeit als die
Umgebungsinformation,
die Zeitkomponente zur Erfassung eines aktuellen Datums als die Umgebungsinformation,
eine optische Erfassungskomponente zur Objekterkennung in der Umgebung, insbesondere einer Garage und/oder eines Parkplatzes und/oder von Bäumen, jeweils als die Umgebungsinformation
eine Erfassungskomponente zur Lokalisierung des Fahrzeuges (z. B. GPS-Signal, Funkzellenerkennung bei Mobilfunksystemen und/oder WLAN-Identifizierung) an einem Standort.
Dies ermöglicht es, den Sicherheitsbereich in Abhängigkeit von Gewohnheiten des Benutzers des Fahrzeuges automatisch einzustellen, z. B. zeitgesteuert für bestimmte Uhrzeiten unterschiedliche Einstellungen vorzunehmen. Eine entsprechende Zuordnung der erfassten Umgebungsinformation zu einer Voreinstellung für den Sicherheitsbereich kann z. B. vorgegeben werden, insbesondere einprogrammiert werden, oder alternativ durch einen Lern-Algorithmus ermittelt werden. Die Erkennung von Umgebungsvariablen kann durch eine Erfassung der Umgebung, wie durch das Reflexionsverhalten des Musters von Kommunikationssignalen der Kommunikation, wie UWB-Kommunikationssignalen der UWB- Kommunikation, abgeleitet werden. Auch kann durch die Erfassungskomponente zur Lokalisierung des Fahrzeuges der Standort bestimmt werden und in Abhängigkeit hiervon eine Beeinflussung des Sicherheitsbereiches erfolgen. So kann beispielsweise die unmittelbare Parkstellung vor oder am Haus eines Fahrzeugbesitzers (durch die Lokalsierung) erkannt werden und zu einer Reduzierung des Sicherheitsbereiches führen, damit der in der direkten Nähe liegende ID-Geber (im Haus) nicht zu einer ungewollten Auslösung der sicherheitsrelevanten Funktion führt (beispielsweise Auto steht direkt vor oder neben dem Haus), wenn sich ein Unbefugter Zugang zum Fahrzeug verschaffen möchte.
Es kann ferner möglich sein, dass die Anpassungsvorrichtung dazu ausgeführt ist, die Einstellung des Sicherheitsbereichs anhand einer manuellen Benutzereingabe vorzunehmen, und vorzugsweise hierzu in Signalverbindung mit einer Eingabekomponente steht. Eine solche manuelle Benutzereingabe kann z. B. durch ein Managementsystem des Fahrzeuges an die Anpassungsvorrichtung übermittelt werden. Hierzu ist die Eingabekomponente z. B. als ein Fahrzeugdisplay oder als der ID-Geber (Nutzung einer Tastenkombination oder dergleichen) oder als ein Smartphone ausgebildet. Damit kann z. B. manuell eine Erhöhung oder Verringerung des Sicherheitsbereichs vorgegeben werden, oder auch eine Konfiguration einer Zuordnung von erfassten Umgebungsinformationen zu einer Voreinstellung für den Sicherheitsbereich erfolgen.
Optional ist es denkbar, dass die Anpassungsvorrichtung eine Speichervorrichtung aufweist, um eine Information über die aktuelle Einstellung, insbesondere ein Lernergebnis einer automatischen Anpassungsermittlung, vorzugsweise Lern-Algorithmus, nicht-flüchtig zu
speichern, um die Erstreckung des Sicherheitsbereichs dauerhaft bis zur erneuten Einstellung anhand dieser Information anzupassen. Das Lernergebnis ist z. B. eine Zuordnung von erfassten Umgebungsinformationen zu einer Voreinstellung für den Sicherheitsbereich, oder eine Wiederholungsinformation bzw. die daraus resultierende Einstellung des Sicherheitsbereichs.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Aktivierung einer (insbesondere sicherheitsrelevanten) Funktion bei einem Fahrzeug. Hierbei ist vorgesehen, dass die nachfolgenden Schritte durchgeführt werden, vorzugsweise nacheinander oder in beliebiger Reihenfolge: a) Bereitstellen einer drahtlosen Kommunikation des Fahrzeuges mit einem mobilen Identifikationsgeber innerhalb wenigstens eines Sicherheitsbereichs, wobei die Kommunikation begrenzt durch eine räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs um das Fahrzeug zur Aktivierung der (insbesondere sicherheitsrelevanten) Funktion bereitgestellt wird,
b) Einstellen des Sicherheitsbereichs, um die Erstreckung des Sicherheitsbereichs variabel (veränderbar) anzupassen, insbesondere in Abhängigkeit von einer Anpassungsermittlung.
Damit bringt das erfindungsgemäße Verfahren die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Sicherheitssystem beschrieben worden sind. Zudem kann das Verfahren geeignet sein, ein erfindungsgemäßes Sicherheitssystem zu betreiben, sodass insbesondere Schritt a) durch eine Kommunikationsanordnung des erfindungsgemäßen Sicherheitssystems und/oder Schritt b) durch eine Anpassungsvorrichtung des erfindungsgemäßen Sicherheitssystems durchgeführt wird.
Vorteilhafterweise kann im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass bei Schritt a) zum Bereitstellen der Kommunikation die nachfolgenden Schritte durchgeführt werden:
Aussenden eines Wecksignals durch das Fahrzeug, insbesondere durch eine Kommunikationsanordnung, bevorzugt über UWB oder LF oder HF, wobei vorzugsweise eine Reichweite des Wecksignals den Sicherheitsbereich definiert, Empfangen des Wecksignals durch den Identifikationsgeber, insbesondere nur dann, wenn sich der Identifikationsgeber innerhalb des Sicherheitsbereichs befindet,
Aussenden eines Antwortsignals mit einer Authentifizierungsinformation durch den Identifikationsgeber an das Fahrzeug, insbesondere nur dann, wenn sich der Identifikationsgeber innerhalb des Sicherheitsbereichs befindet, wobei hierzu vorzugsweise der ID-Geber selbst seinen Standort innerhalb des Sicherheitsbereichs überprüft,
Empfangen des Antwortsignals mit der Authentifizierungsinformation durch das Fahrzeug,
Durchführen einer Auswertung der Authentifizierungsinformation, vorzugsweise durch einen Vergleich mit einem geheimen Schlüssel oder Code oder dergleichen,
Aktivieren der sicherheitsrelevanten Funktion in Abhängigkeit von der Auswertung, insbesondere nur dann, wenn der Identifikationsgeber innerhalb des Sicherheitsbereichs lokalisiert wird, wobei hierzu vorzugsweise eine Entfernungsmessung der Entfernung des Fahrzeuges zum ID-Geber durchgeführt wird.
Es ist möglich, dass das Aussenden des Wecksignals durch HF oder LF oder Bluetooth oder WLAN oder Mobilfunk oder UWB durchgeführt wird. Auch kann das Aussenden des Antwortsignals durch HF oder LF oder Bluetooth oder WLAN oder Mobilfunk oder UWB durchgeführt werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Sicherheitssystems,
Figur 2 eine weitere schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Sicherheitssystems,
Figur 3 eine schematische Darstellung zur Visualisierung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens.
In den nachfolgenden Figuren werden für die gleichen technischen Merkmale auch von unterschiedlichen Ausführungsbeispielen die identischen Bezugszeichen verwendet.
In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Sicherheitssystem 1 für ein Fahrzeug 2 dargestellt, welches zur Aktivierung einer sicherheitsrelevanten Funktion bei dem Fahrzeug 2 dient. Dieses weist eine Kommunikationsanordnung 10 (des Fahrzeuges 2) zur Bereitstellung einer drahtlosen Kommunikation mit einem mobilen Identifikationsgeber 200 (außerhalb des Fahrzeuges 2) innerhalb eines Sicherheitsbereichs 100 auf, um die Kommunikation begrenzt durch eine räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 um das Fahrzeug 2 zur Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion bereitzustellen. Außerdem weist das Sicherheitssystem 1 eine Anpassungsvorrichtung 20 zur Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 auf, um die Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 variabel anzupassen, insbesondere in Abhängigkeit von einer automatischen Anpassungsermittlung. Die variable Anpassung dient z. B. dazu, den Sicherheitsbereich 100 zu reduzieren, um den reduzierten Sicherheitsbereich 100‘ zu erhalten. Umgekehrt ist auch eine Erweiterung (Vergrößerung) des Sicherheitsbereichs 100‘ denkbar, um den Sicherheitsbereich 100 zu erhalten. Der Sicherheitsbereich 100, 100‘ kann einer Kreisform um das Fahrzeug 2 entsprechen, oder wie dargestellt, z. B. aufgrund von Einflüssen in der Umgebung des Fahrzeuges 2 davon abweichen. Als möglicher Einfluss ist beispielhaft ein Objekt 7 in der Umgebung dargestellt.
Die Anpassungsvorrichtung 20 kann dazu ausgeführt sein, die Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 als eine Einstellung eines Parameters für die Kommunikation, insbesondere einer Signalstärke und/oder Reichweite, bei der Kommunikationsanordnung 10 vorzunehmen, um die Kommunikation durch die räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 zu begrenzen, insbesondere dadurch, dass die Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 als eine physikalische Begrenzung der Fähigkeit zur Kommunikation angepasst wird. Alternativ oder zusätzlich kann die Anpassungsvorrichtung 20 dazu ausgeführt sein, die Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 als eine Einstellung einer Auswertung der Kommunikation vorzunehmen, um die Kommunikation durch die räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 zu begrenzen, insbesondere dadurch, dass die Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion durch die Auswertung verhindert ist, wenn der Identifikationsgeber 200 außerhalb des Sicherheitsbereichs 100 lokalisiert wird. In Figur 1 ist gezeigt, dass der Identifikationsgeber 200 sich außerhalb des reduzierten Sicherheitsbereichs 100‘ befindet, und daher in diesem Fall die Kommunikation mit dem
Fahrzeug 2 begrenzt ist. Damit ist z. B. gemeint, dass der Identifikationsgeber 200 außerhalb des Sicherheitsbereichs 100‘ kein Kommunikationssignal S der Kommunikation, wie ein Wecksignal, empfangen kann.
Die Anpassungsvorrichtung 20 kann dazu ausgeführt sein, eine automatische Anpassungsermittlung durchzuführen, um Einflüsse, wie durch das Objekt 7, in einer Umgebung des Fahrzeuges 2 auf den Sicherheitsbereich 100 zu erfassen und darauf basierend die Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 zur Kompensation dieser Einflüsse vorzunehmen.
Wie in Figur 2 gezeigt ist, kann die Kommunikationsanordnung 10 wenigstens eine UWB- Schnittstelle 13 zur Bereitstellung der Kommunikation über UWB-Funk aufweisen. Auch kann eine Lokalisierungsanordnung 30 vorgesehen sein, um eine Lokalisierung des Identifikationsgebers 200 bereitzustellen, wobei die Lokalisierungsanordnung 30 vorzugsweise eine Lokalisierungseinheit 31 aufweist, um zur Lokalisierung eine Time-of- Flight Auswertung und/oder eine Auswertung einer Signalstärke eines Kommunikationssignals S der Kommunikation durchzuführen.
Ferner kann die Anpassungsvorrichtung 20 eine Speichervorrichtung 21 aufweisen, um automatisch erfasste Einflüsse in einer Umgebung des Fahrzeuges 2 auf den Sicherheitsbereich 100 nicht-flüchtig zu speichern, wobei die Kommunikationsanordnung 10 mit der Anpassungsvorrichtung 20 in Signalverbindung steht, um, basierend auf den gespeicherten Einflüssen, die Kommunikation bereitzustellen.
Weiter kann wenigstens eine Aktivierungseinheit 40 vorgesehen sein, vorzugsweise in der Form eines Annäherungssensors, bevorzugt eines optischen oder kapazitiven Annäherungssensors, welcher besonders bevorzugt in einem Türgriff 3 angeordnet ist, um eine Aktivierungshandlung eines Benutzers des Fahrzeuges 2 zu detektieren, und um bei erfolgreicher Detektion die sicherheitsrelevante Funktion in Abhängigkeit von einem Authentifizierungsvorgang zu aktivieren.
Ferner kann die Anpassungsvorrichtung 20 dazu ausgeführt sein, eine Anpassungsermittlung zur Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 anhand einer Umgebungsinformation über eine Umgebung des Fahrzeuges 2 durchzuführen,
vorzugsweise in Abhängigkeit von wenigstens einer Umgebungsvariable, welche für eine Beeinflussung des Sicherheitsbereiches 100 spezifisch ist, wobei bevorzugt zur Erfassung der Umgebungsinformation wenigstens eine der nachfolgenden Komponenten vorgesehen ist :
eine Zeitkomponente 71 zur Erfassung einer aktuellen Uhrzeit als die Umgebungsinformation,
die Zeitkomponente 71 zur Erfassung eines aktuellen Datums als die Umgebungsinformation,
eine optische Erfassungskomponente 72 zur Objekterkennung in der Umgebung, insbesondere einer Garage und/oder eines Parkplatzes und/oder von Bäumen, jeweils als die Umgebungsinformation.
Darüber hinaus kann die Anpassungsvorrichtung 20 dazu ausgeführt sein, die Einstellung des Sicherheitsbereichs 100 anhand einer manuellen Benutzereingabe vorzunehmen, und vorzugsweise hierzu in Signalverbindung mit einer Eingabekomponente 73 zu stehen.
In Figur 3 ist schematisch ein erfindungsgemäßes Verfahren visualisiert. Gemäß einem ersten Verfahrensschritt 301 erfolgt ein Bereitstellen einer drahtlosen Kommunikation des Fahrzeuges 2 mit einem mobilen Identifikationsgeber 200 innerhalb eines Sicherheitsbereichs 100, wobei die Kommunikation begrenzt durch eine räumliche Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 um das Fahrzeug 2 zur Aktivierung der sicherheitsrelevanten Funktion bereitgestellt wird. Anschließend erfolgt gemäß einem zweiten Verfahrensschritt 302 ein Einstellen des Sicherheitsbereichs 100, um die Erstreckung des Sicherheitsbereichs 100 variabel anzupassen, insbesondere in Abhängigkeit von einer Anpassungsermittlung.
Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
B ez u q s ze i c h e n l i ste
1 Sicherheitssystem
2 Fahrzeug
3 Türgriff
7 Objekt
10 Kommunikationsanordnung
13 UWB-Schnittstelle
20 Anpassungsvorrichtung
21 Speichervorrichtung
30 Lokalisierungsanordnung
31 Lokalisierungseinheit
40 Aktivierungseinheit
71 Zeitkomponente
72 Erfassungskomponente
73 Eingabekomponente
100 Sicherheitsbereich, Authentifizierungsbereich
100‘ angepasster Sicherheitsbereich
200 Identifikationsgeber
S Kommunikationssignal
301 erster Verfahrensschritt
302 zweiter Verfahrensschritt