Beschreibung
Verfahren und Backendvorrichtung zur prädiktiven Ladesteuerung für einen elektrischen Energiespeicher eines Kraftfahrzeugs
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Backendvorrichtung zur prädiktiven Ladesteuerung für einen elektrischen Ener giespeicher eines elektrisch antreibbaren Kraftfahrzeugs. Die Ladesteuerung soll einen schonenden Betrieb des elektrischen Energiespeichers gewährleisten.
Als Energiespeicher kann dabei z.B. eine Batterie mit Lithi- um-Ionen-Batteriezellen vorgesehen sein. Die Alterung oder der Verschleiß von Lithium-Ionen-Batteriezellen hängt von den Temperaturen und dem Ladezustand (SOC - State of Charge) der Batterie ab. So sollen Lithium-Ionen Batterien unter 10 Grad Celsius und bei einem mittleren (30-50%) oder sogar niedrigem SOC (0-30%) gelagert werden. Bei diesen Lagerbedingungen reduziert sich die verfügbare Batteriekapazität in 15 Jahren um weniger als 10%, was sehr vorteilhaft ist.
Allerdings ist bei einem reduzierten Ladezustand die verfügbare Reichweite eines Kraftfahrzeugs ebenfalls reduziert. Es existieren Ansätze, die das Ziel einer Fahrt auf Basis von vergangenen Fahrten erlernen und beispielsweise das wahr scheinliche Ziel oder den wahrscheinlichen Pfad zum Ziel (most probable path) ausgeben. Beispiele sind US 20070150174 Al, US 8768616 B2 , EP 2 042 833 Al, DE 10 2011 078 946 Al. Diese Verfahren haben den Nachteil, dass sie zum Teil erst während der Fahrt in Abhängigkeit der ersten befahrenen Straßensegmente das Fahrtziel bestimmen. Für das Halten des Energiespeichers auf einem niedrigen SOC-Level (Ladezustand) ist dies jedoch zu spät, weil dann eine Anpassung des Ladezustands mittels einer Ladeein richtung nicht mehr möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ladesteuerung für einen elektrischen Energiespeicher eines Kraftfahrzeugs be-
reitzustellen, wobei die Ladesteuerung einen schonenden Betrieb des Energiespeichers ermöglichen soll.
Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Pa tentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Er findung sind durch die abhängigen Patentansprüche, die folgende Beschreibung sowie die Figuren beschrieben.
Durch die Erfindung ist ein Verfahren für eine prädiktive Ladesteuerung für einen elektrischen Energiespeicher eines (elektrisch antreibbaren) Kraftfahrzeugs bereitgestellt. Das Verfahren geht davon aus, dass ein Energieaustausch des
Energiespeichers mit einer elektrischen Energiequelle durch eine Ladeeinrichtung gesteuert werden kann. Bei der Energiequelle kann es sich um ein Stromnetz , z . B . um ein öffentliches Stromnetz , das heißt ein Energieversorgungsnetz, handeln. Die Ladeein richtung kann einen Anschluss aufweisen, über welchen der Energiespeicher des Kraftfahrzeugs mit der Energiequelle verbunden werden kann. Ein Energieaustausch oder Energiefluss zwischen dem Stromnetz und dem Energiespeicher kann dabei durch die Ladeeinrichtung gesteuert werden. Die Ladeeinrichtung kann als stationäre Einrichtung, z.B. als Ladestation, oder als Ladegerät des Kraftfahrzeugs ausgestaltet sein. Die Frage ist nun, wann wie viel Energie durch die Ladeeinrichtung in den Energiespeicher geladen oder aus dem Energiespeicher in das Stromnetz eingespeist wird, d.h. welcher Ladezustand (SOC) für einen schonenden Betrieb des Energiespeichers eingestellt werden soll .
Gemäß dem Verfahren wird ein zukünftiger Zeitverlauf eines Nichtenergiebedarfs prädiziert oder vorhergesagt. Dieser Nichtenergiebedarf resultiert aus einer jeweiligen Parkphase oder Ruhephase des Kraftfahrzeugs. Der Nichtenergiebedarf kann beispielsweise derjenige Zeitraum sein, während welchem das Kraftfahrzeug über die Ladeeinrichtung mit der Energiequelle gekoppelt ist. Mit anderen Worten besteht der Nichtenergiebedarf immer dann, wenn das Kraftfahrzeug nicht gefahren wird. So kann der besagte Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs angeben, das
Kraftfahrzeug mit der Ladeeinrichtung gekoppelt oder verbunden ist, das heißt wann der Energieaustausch mittels der Lade einrichtung möglich ist.
Bei dem Verfahren ist nun vorgesehen, dass ein Ladezustand des Energiespeichers mittels der Ladeeinrichtung unterhalb eines Grenzwerts gehalten wird, falls der prädizierte Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs für ein vorbestimmtes nächstes Zeitin tervall in vorbestimmtes Ruhekriterium erfüllt. Es wird also berücksichtigt, wann gemäß dem Zeitverlauf des Nichtenergie bedarfs keine Energie aus dem Energiespeicher benötigt werden wird, was dadurch ausgedrückt ist, dass der prädizierte
Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs für das vorbestimmte nächste Zeitintervall das vorbestimmte Ruhekriterium erfüllt. Dieses Zeitintervall kann beispielsweise besagen, dass das Ruhekri terium ausgehend vom betrachteten Zeitpunkt für die nächste Minute oder die nächste Stunde erfüllt sein wird. Das Zeit intervall kann aber auch 0 Sekunden betragen, wodurch aus schließlich der aktuell betrachtete Zeitpunkt berücksichtigt wird. Das Ruhekriterium kann hierbei besagen, dass das
Kraftfahrzeug nicht benötigt wird, also keine Energie aus dem Energiespeicher notwendig ist. Es kann beispielsweise als Ruhekriterium festgelegt sein, dass der Zeitverlauf des
Nichtenergiebedarfs oberhalb eines vorbestimmten Schwellenwerts liegt. Das betrachtete Zeitintervall kann dabei derart gewählt sein, dass eine Ladedauer berücksichtigt sein kann, die notwendig sein kann, um den Energiespeicher aufzuladen, damit für den Fall, dass gemäß dem prädizierten Zeitverlauf in einem vorbestimmten zukünftigen Zeitpunkt das Ruhekriterium nicht mehr erfüllt ist, dann der Energiespeicher auch geladen ist.
Während also das Kraftfahrzeug mit der Ladeeinrichtung gekoppelt ist, kann in dieser Zeit anhand eines zukünftigen Zeitverlaufs der Nichtenergiebedarf ermittelt werden, also überwacht oder abgeschätzt oder prädiziert werden, wie lange das Kraftfahrzeug ohne Energiebedarf sein wird, also ungenutzt bleiben und/oder mit der Ladeeinrichtung gekoppelt bleiben wird. Für diese Zeit kann dann der Ladezustand unterhalb des Grenzwerts gehalten werden.
Zu beachten ist hierbei, dass der Ladezustand unterhalb des Grenzwerts unabhängig davon gehalten werden kann, welche La deleistung in dem Stromnetz bereitsteht. Mit anderen Worten braucht also der Ladezustand nicht deshalb unterhalb des Grenzwerts gehalten werden, weil aus der Energiequelle gerade keine Ladeleistung verfügbar ist und/oder weil zumindest ein anderes Kraftfahrzeug zunächst aufgeladen werden soll und die Gesamtladeleistung unterhalb eines Schwellenwerts gehalten werden soll. Vielmehr kann unabhängig von der Verfügbarkeit der Ladeleistung der Energiequelle der Ladezustand des Energie speichers unterhalb des Grenzwerts gehalten werden. Im Vor dergrund steht die Lebensdauerverlängerung des Energiespei chers. Falls aber eine Integration des Energiespeichers in ein größeres Netzwerk (z.B. Niederspannungsnetzwerk) aus mehreren Energiespeichern mit zeitabhängigen Strompreisen vorgesehen ist, kann der Nutzen zwischen Lebensdauer und Kostenersparnis abgewogen werden und der Ladevorgang zusätzlich auch deshalb zeitlich verschoben werden. Der Grenzwert liegt hierbei be vorzugt unterhalb von 70 % bezogen auf den vollgeladenen Zustand (100% Ladezustand), insbesondere unter 60 % unterhalb des vollgeladenen Ladezustands. Der Grenzwert kann auch bei spielsweise in Abhängigkeit von einer Umgebungstemperatur des Energiespeichers und/oder des Kraftfahrzeugs eingestellt werden, was eingangs bereits als vorteilhaft beschrieben wurde.
So wird also das Kraftfahrzeug, während es mit der Ladeein richtung verbunden ist, nicht unnötig dahingehend belastet, dass der Energiespeicher einen Ladezustand aufweist, welcher den Verschleiß des Energiespeichers begünstigt. Erst wenn anhand des prädizierten Zeitverlaufs des Nichtenergiebedarfs erkannt wird, dass das Ruhekriterium zukünftig verletzt sein wird oder anders herum der Nichtenergiebedarf endet (und damit ein Energiebedarf herrscht, weil die Parkphase endet) , kann dann ein Ladevorgang oder Energieaustausch gestartet werden, um den Energiespeicher für das Ende der Parkphase oder Ruhephase vorzubereiten. Je nachdem, wann das Ruhekriterium zukünftig verletzt wird, kann z.B. ein Beginn eines Ladevorgangs festgelegt werden. Hierbei
kann auch die verfügbare und/oder vorgegebene Ladeleistung und/oder der aktuelle Ladezustand berücksichtigt werden.
Die Erfindung umfasst auch Ausführungsformen, durch die sich zusätzliche Vorteile ergeben.
In einer Ausführungsform ist durch den besagten prädizierten Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs für jeweilige Zeitpunkte des Zeitverlaufs angegeben, dass das Kraftfahrzeug ausgehend von dem jeweiligen Zeitpunkt t für eine vorbestimmte nächste Zeitdauer keine elektrische Energie aus dem Energiespeicher benötigt und/oder mit der Ladeeinrichtung und/oder der Energiequelle gekoppelt bleiben wird. Diese nächste Zeitdauer gerechnet ab dem jeweiligen Zeitpunkt t kann beispielsweise in einem Bereich von 1 Minute bis 1 Stunde liegen, beispielsweise innerhalb von 1 Minute bis 30 Minuten. Der Zeitverlauf gibt also zu den jeweiligen Zeitpunkten t an, ob das Kraftfahrzeug weiterhin keine elektrische Energie aus dem Energiespeicher benötigen wird, und zwar für die nächste besagte vorbestimmte Zeitdauer (zum Beispiel 10 Minuten) und/oder ob für diese Zeitdauer das Kraftfahrzeug weiter mit der Ladeeinrichtung gekoppelt bleiben wird. Für eine ausschließliche Betrachtung des jeweils aktuellen Zeitpunkts kann die betrachtete Zeitdauer auch 0 Minuten betragen. Somit ist durch den Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs für unter schiedliche Zeitpunkte jeweils angegeben, ob das Kraftfahrzeug noch für einen Energieaustausch noch zur Verfügung stehen wird.
Wird das Kraftfahrzeug mit der Ladeeinrichtung verbunden und ist der Energiespeicher soweit entladen, dass der Ladezustand unterhalb des besagten Grenzwerts liegt, so kann die Lade einrichtung einfach solange deaktiviert bleiben und/oder der Energieaustausch unterlassen werden, solange der Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs das Ruhekriterium erfüllt. Hierbei kann natürlich vorgesehen sein, dass für den Fall, dass der Ener giespeicher unterhalb eines vorbestimmten Mindestladezustands entladen ist, zumindest der Mindestladezustand durch einen Energieaustusch wiederhergestellt wird.
Für den Fall aber, dass das Kraftfahrzeug an die Ladeeinrichtung angeschlossen wird und der Ladezustand oberhalb des Grenzwerts liegt, sieht eine Ausführungsform vor, dass der Energiespeicher solange entladen wird, bis der Ladezustand unter dem aktuellen Grenzwert liegt. Hierdurch wird sichergestellt, dass auch ein Kraftfahrzeug mit vollaufgeladenem Energiespeicher oder einem Energiespeicher, dessen Ladezustand oberhalb des Grenzwerts liegt, schonend in der Parkphase betrieben wird.
In einer Ausführungsform ist der besagte Zeitverlauf eine Wahrscheinlichkeitsangabe. Hierbei kann der Grenzwert, un terhalb welchem der Ladezustand gehalten wird, als Funktion der Wahrscheinlichkeitsangabe wertekontinuierlich angepasst wer den. Weist also der Zeitverlauf eine zeitliche Schwankung oder Veränderung auf, kann auch bei dem Grenzwert eine entsprechende Schwankung oder Veränderung eingestellt werden. Mit „werte kontinuierlich" ist hierbei der Unterschied zur zeitkontinu ierlichen Anpassung gemeint, die sich ja ohnehin durch das Anpassen ergibt. Alternativ zur wertekontinuierlichen Anpassung kann eine gestufte Anpassung vorgesehen sein, das heißt es können mehrere Grenzwerte oder eine Gruppe von Grenzwerten vorgesehen sein, zwischen denen in Stufen umgeschaltet werden kann. Indem die Wahrscheinlichkeitsangabe beim Einstellen des Grenzwerts berücksichtigt wird, kann der Ladezustand durch Nachladen des Energiespeichers angehoben werden, falls die Wahrscheinlich keitsangabe für den Nichtenergiebedarf sinkt, sodass der Fahrer durch den angehobenen Ladezustand einen Energiegehalt zur Verfügung gestellt bekommt, falls sich die Wahrscheinlichkeit verwirklicht oder eintritt, dass das Kraftfahrzeug genutzt wird. Mit anderen Worten wird der Ladezustand auf dem Grenzwert gehalten und nicht einfach nur bei irgendeinem Ladezustand unterhalb des Grenzwerts.
Der Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs kann lediglich angeben, wann das Kraftfahrzeug die Parkphase oder Ruhephase einnimmt, also wann es mit der Ladeeinrichtung gekoppelt ist. Hierbei kann auch die besagte Wahrscheinlichkeitsangabe vorgesehen sein. Wenn dann das Kraftfahrzeug nicht mit der Ladeeinrichtung gekoppelt
ist, sondern benutzt wird oder fährt, ist es vorteilhaft zu wissen, wie viel Energie das Kraftfahrzeug dann voraussichtlich benötigen wird. Entsprechend kann dann nämlich ein Ladevorgang vor dem Ende der Parkphase durchgeführt oder angepasst werden.
In einer Ausführungsform wird hierzu auch ein jeweiliger Zeitverlauf eines aus dem Energiespeicher benötigten Ener giebedarfs des Kraftfahrzeugs prädiziert. Es wird also für mehrere unterschiedliche Zeitpunkte oder für mehrere unter schiedliche Zeitintervalle geschätzt oder angegeben, wie viel Energie das Kraftfahrzeug jeweils voraussichtlich benötigen wird. Dies kann beispielsweise als Leistungsbedarf angegeben werden. Für den Fall, dass der Zeitverlauf des Nichtenergie bedarfs das Ruhekriterium verletzt, also das Kraftfahrzeug die Parkphase beenden wird, wird der Ladezustand in Abhängigkeit von dem prädizierten Verlauf des Energiebedarfs mittels der La deeinrichtung eingestellt. Denn das Verletzen des Ruhekriteriums signalisiert eine bevorstehende Benutzung des Kraftfahrzeugs. Da dies nun mittels des prädizierten Zeitverlaufs des Nich tenergiebedarfs im Voraus bekannt ist, kann entsprechend ein Ladevorgang initiiert oder gestartet werden, bevor das Ruhe kriterium tatsächlich verletzt ist. Wie viel Energie dann für die bevorstehende Betriebsphase des Kraftfahrzeugs (also die un terbrochene Parkphase) benötigt wird, kann dann anhand des Energiebedarfs gemäß dem prädizierten Zeitverlauf des Ener giebedarfs ermittelt werden. Der Energiespeicher muss also nicht vollständig aufgeladen werden (auf 100% SOC) , sondern der Energieaustausch aus der Energiequelle in den Energiespeicher kann begrenzt sein und zwar in Abhängigkeit von dem ermittelten Zeitverlauf des Energiebedarfs. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass nicht unnötig viel Energie in den Energiespeicher übertragen wird.
In einer Ausführungsform wird hierbei der Energiespeicher nur soweit aufgeladen, dass gemäß dem prädizierten Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs für dasjenige Zeitintervall , das sich von demjenigen Zeitpunkt, ab welchem das Ruhekriterium verletzt ist, also die Parkphase beendet ist, bis zu demjenigen Zeitpunkt, zu
welchem das Ruhekriterium wieder erfüllt ist, also die Be triebsphase zu Ende ist und die Parkphase wieder beginnt, der Ladezustand des Energiespeichers im zeitlichen Mittel in einem Bereich von 30 % bis 70 % oder in einem Bereich von 40 % bis 60 % liegt. Während der Betriebsphase wird sich also ein Ladezustand ergeben, der im zeitlichen Mittel über das besagte Zeitintervall in den besagten Grenzen oder Bereich liegt. Es wird also verhindert, dass sich im Mittel ein unnötig extremer Ladezustand (bei beispielsweise oberhalb 90 %) ergibt. Dies schont den Energiespeieher .
In einer Ausführungsform wird bei Berücksichtigen des prädi- zierten Zeitverlaufs des Energiebedarfs allerdings ein Puf ferwert zugeschlagen. Der Pufferwert kann beispielsweise in einem Bereich von 1 kWh bis 20 kWh liegen. Hierdurch kann eine Prognoseunschärfe, die dem Zeitverlauf des Energiebedarfs anhaften kann, kompensiert oder berücksichtigt werden. Der Ladezustand ist damit höher als der erwartete prädizierte Energieverbrauch. Der Pufferwert wird bevorzugt nutzer- und/oder situationsspezifisch vorgegeben und/oder kann auf Basis der Auswertung des individuellen Mobilitätsverhaltens ermittelt werden. Insbesondere kann der Pufferwert in Abhängigkeit von einem individuellen Mobilitätsverhalten zumindest eines vor bestimmten Nutzers bestimmt wird. Somit kann eine Wechsel haftigkeit oder Varianz eines Mobilitätsverhaltens des zumindest einen Nutzers kompensiert oder berücksichtigt werden.
In einer Ausführungsform wird für das Prädizieren des jeweiligen Zeitverlaufs (des Nichtenergiebedarfs und/oder des Energie bedarfs) ein Prädiktionsmodell betrieben. Dieses Prädikti onsmodell wird konfiguriert oder an das Kraftfahrzeug angepasst. Zum Konfigurieren des Prädiktionsmodells werden für zumindest eine Fahrt zumindest einige der folgenden Fahrtdaten erfasst: Zeitdaten (betreffend beispielsweise Wochentage und/oder Uhrzeiten von Fahrten) , Wetterdaten (betreffend beispielsweise eine Witterung, zu welcher das Kraftfahrzeug benutzt wurde) , Streckendaten (betreffend Startorte und/oder Zielorte und/oder Fahrstrecken), Verbrauchsdaten (betreffend beispielsweise einen
Durchschnittsverbrauch und/oder einen Fahrstil und/oder eine Beladung oder Belastung des Kraftfahrzeugs) , Ladedaten für Nachladevorgänge (betreffend Ladevorgänge an zumindest einer anderen Ladeeinrichtung) . Hierdurch kann das Prädiktionsmodell an einen tatsächlich vorhandenen Verwendungszweck des Kraft fahrzeugs angepasst werden. Das Berücksichtigen von Zeitdaten ermöglicht es hierbei, den besagten jeweiligen Zeitverlauf unmittelbar zu prädizieren. Das Berücksichtigen von Wetterdaten ermöglicht es, eine bedingte, wetterabhängige Nutzung zu be rücksichtigen. Außerdem kann mit Hilfe der Wetterdaten ein erhöhter Energiebedarf zur Temperierung des Innenraums und der Komponenten des Kraftfahrzeugs (z.B eine Temperierung des Energiespeichers selbst) ermittelt werden und damit bei einer Energiebedarfsabschätzung berücksichtigt werden. Das Berück sichtigen von Streckendaten ermöglicht es, bei bekanntem Reiseziel eines Nutzers zu erkennen, ob dieser das Kraftfahrzeug verwenden wird. Außerdem lassen sich daraus die zu erwarteten Fahrdistanzen ermitteln, welche Grundlage für den erwarteten Energieverbrauch sind. Das Berücksichtigen von Verbrauchsdaten ermöglicht es, den Energiebedarf zu prädizieren. Das Berück sichtigen von Ladedaten ermöglicht es, einen Nachladevorgang an einer anderen Ladeeinrichtung miteinzuplanen .
In einer Ausführungsform werden die besagten Fahrtdaten mittels einer fahrzeugbezogenen Erfassung erfasst. Mit anderen Worten wird die Benutzung des Kraftfahrzeugs berücksichtigt, die durch mehrere Nutzer erfolgen kann. Zusätzlich oder alternativ dazu kann eine personenbezogene Erfassung erfolgen, sodass ein spezifisches Nutzerverhalten eines jeweiligen bestimmten Nutzers berücksichtigt werden kann. Zu dem Nutzer können hierbei auch Fahrtdaten bei Fahrten mit zumindest einem anderen
Kraftfahrzeug erfasst werden. Somit kann also für diesen Nutzer eine Ladesteuerung für mehrere unterschiedliche Kraftfahrzeuge vorgesehen sein, die der Nutzer benutzen möchte. Die besagten Fahrtdaten ermöglichen es, das Prädiktionsmodell auf Grundlage historischer oder vergangener Fahrvorgänge zu konfigurieren, die beobachtet wurden.
In einer Ausführungsform wird das Erfassen zumindest eines Teils der Fahrtdaten während zumindest einer Fahrt, die mit einem anderen Kraftfahrzeug durchgeführt wird, durchgeführt und die hierdurch erfassten Fahrtdaten werden normiert, indem sie auf einen Durchschnittsverbrauch bezogen werden und/oder pro vorbestimmter Streckeneinheit (zum Beispiel pro Kilometer) und/oder für unterschiedliche Straßenklassen (zum Beispiel Autobahn, Landstraße, Stadt) und/oder Straßentyp (guter
Straßenzustand/schlechter Straßenzustand) ermittelt werden. Somit ist eine größere Datenbasis vorhanden. Wird hierbei ein Teil der Fahrtdaten mit einem Kraftfahrzeug ermittelt, das beispielsweise einen anderen Motor und/oder ein anderes Gewicht aufweist, so kann durch das Normieren erreicht werden, dass ein Energiebedarf für das Kraftfahrzeug, das mit der Ladeeinrichtung verbunden ist, korrekt ermittelt wird. Das Berücksichtigen von Streckeneinheiten und/oder Straßenklassen und/oder Straßentypen ermöglicht es, bei geplanter Fahrstrecke des Kraftfahrzeugs zu ermitteln, welchen Energiebedarf es hierfür voraussichtlich haben wird. Die geplante Fahrstrecke kann z.B. in Form von Navigationsdaten aus einem Navigationsgerät empfangen werden.
In einer Ausführungsform wird durch das Prädiktionsmodell der jeweilige prädizierte Zeitverlauf zusätzlich in Abhängigkeit von zumindest einigen der folgenden Situationsdaten angepasst. Es kann eine Mobilitätsmatrix berücksichtigt werden, die ein Mobilitätsverhalten oder Bewegungsverhalten zumindest eines Nutzers des Kraftfahrzeugs beschreibt, also angibt, zu welchen Zeiten sich der jeweilige Nutzer von welchem Startort zu welchem Zielort begibt. Es können Buchungsdaten für das Kraftfahrzeug berücksichtigt werden, die angeben, wann zumindest ein Nutzer die Nutzung des Kraftfahrzeugs angekündigt oder bestellt hat. Es können Verkehrsdaten eines Straßenverkehrs berücksichtigt werden, die angeben können, ob eine bestimmte Fahrstrecke genutzt werden kann und/oder mit welcher voraussichtlichen Durch- schnittsgeschwindigkeit die Fahrstrecke genutzt werden kann. Es können Wetterprognosedaten berücksichtigt werden, die angeben können, welches Wetter oder welche Witterung voraussichtlich herrschen wird. Dies ist insbesondere vorteilhaft mit der
Kombination, dass auch bei den Fahrtdaten ermittelt wird, bei welchem Wetter oder bei welcher Witterung das Kraftfahrzeug genutzt wird und/oder wie hoch der zusätzliche Energiebedarf zur Konditionierung des Innenraums ist. Es können persönliche Aktivitätsdaten zumindest eines Nutzers des Kraftfahrzeugs ermittelt werden, wobei solche Aktivitätsdaten beispielsweise mittels eines mobilen Endgeräts (zum Beispiel Smartphone und/oder Tablet-PC und/oder Smart Watch) oder allgemein eines sogenannten„wearable device" (tragbares Gerät) ermittelt werden können. Die Aktivitätsdaten können eine aktuelle Aktivität und/oder eine geplante Aktivität des jeweiligen Nutzers be schreiben, wobei die Aktivitätsdaten zumindest einen der folgenden Datentypen umfassen können: Kalenderdaten (zum Beispiel zumindest einen Termin des Nutzers), Weckerdaten (zum Beispiel Zeitangaben für das Aufstehen und/oder Zubettgehen), Bewegungsdaten (beispielsweise eine Bewegung zum Kraftfahrzeug hin oder vom Kraftfahrzeug weg) , eine Nähenangabe zum Kraft fahrzeug (wie weit also der Nutzer vom Kraftfahrzeug entfernt ist) , Schlafphaseninformationen (wann also der Nutzer schläft) . Durch die Situationsdaten werden also zusätzlich zu den be schriebenen historischen Fahrtdaten auch solche Informationen berücksichtigt, welche die aktuelle Situation und/oder eine zukünftige und/oder geplante Situation beschreiben. Somit kann also z.B. auf eine Veränderung eines Tagesrhythmus reagiert werden. Dies ist auch ohne Interaktion mit dem Nutzer möglich.
In einer Ausführungsform werden zur Bestimmung der beabsichtigen Fahrzeugnichtnutzung des Kraftfahrzeugs bezüglich zumindest eines vorbestimmten Nutzers Daten aus einem jeweiligen Wearable des zumindest einen Nutzers berücksichtigt. Ein solches Wearable kann ein mobiles Endgerät, wie z.B. ein Smartphone oder ein Tablet-PC oder eine Smartwatch sein, oder es kann sich um z.B. ein am Körper getragenes Gerät, wie z.B. ein Fitness-Armband, oder um ein Schmuckstück mit Funkeinrichtung handeln. Durch das Wearable kann ein Aufenthaltsort und/oder ein Bewegungsverhalten des Nutzer erfasst und draus auf eine bevorstehende Nutzung oder Nichtnutzung des Kraftfahrzeug geschlossen werden (z.B. aufgrund eines Abstands und/oder einer Bewegung bezüglich des Kraft-
fahrzeugs) . Die besagten Daten können hierzu Geopositionsdaten und/oder Termindaten umfassen. Bei den Daten kann es sich auch um die besagten Aktivitätsdaten handeln, um den jeweiligen Zeitverlauf zu anzupassen.
In einer Ausführungsform wird für den Fall, dass während der Benutzung des Kraftfahrzeugs ein Nachladevorgang detektiert wird, das Prädiktionsmodell auf der Grundlage des detektieren Nachladevorgangs korrigiert. Bei dem Nachladevorgang handelt es sich insbesondere um einen ungeplanten oder nicht vorausge sehenen oder nicht prädizierten Nachladevorgang. Hier hat es also einen Prognosefehler gegeben. Durch Korrigieren des Prädik tionsmodells kann für weitere Prädiktionen von Zeitverläufen dieser Prädiktionsfehler verringert werden. Das Prädiktions modell kann beispielsweise auf der Grundlage einer Methode des maschinellen Lernens realisiert sein, also beispielsweise auf der Grundlage eines neuronalen Netzes und/oder eines Ent scheidungsbaums (decision tree) und/oder eines Regressions modells und/oder eines Deep-Learning-Verfahrens (Tiefenlern verfahrens) basieren. Zusätzlich oder alternativ dazu kann eine statistische Methode (beispielsweise eine Markov-Kette und/oder ein probabilistisches Netzwerk) zugrunde gelegt sein. Bei diesen Verfahren ist es möglich, bei Erkennen eines Prädiktionsfehlers, wie beispielsweise beim Detektieren eines Nachladevorgangs, eine Anpassung des Prädiktionsmodells in Abhängigkeit von einem erkannten Prädiktionsfehler durchzuführen.
In einer Ausführungsform wird über eine Nutzerschnittstelle (zum Beispiel ein Internetportal (Webportal) und/oder ein Nutzer programm (zum Beispiel eine Applikationssoftware für ein mobiles Endgerät) eine Nutzereingabe empfangen. Durch die Nutzereingabe wird eine geplante Benutzung des Kraftfahrzeugs angekündigt. Mit anderen Worten kann also ein Nutzer explizit angeben, wann er das Kraftfahrzeug nutzen möchte. Es wird dann der prädizierte Zeitverlauf des Nichtenergiebedarfs gemäß der Nutzereingabe korrigiert. Hierdurch kann in vorteilhafterweise ein Nutzer eine Ausnahmesituation ankündigen und es ist dann sichergestellt, dass der Energiespeicher des Kraftfahrzeugs einen entsprechenden
Ladezustand aufweist. In Abhängigkeit von der Nutzereingabe kann auch der Zeitverlauf des Energiebedarfs angepasst werden, falls die Nutzereingabe z.B. auch ein Fahrziel und/oder eine Fahr strecke definiert.
In einer Ausführungsform wird das Prädiktionsmodell durch eine Backendvorrichtung betrieben. Eine solche Backendvorrichtung ist eine fahrzeugexterne Vorrichtung, die insbesondere auch beabstandet von der Ladeeinrichtung betrieben sein kann. Es kann sich beispielsweise um einen Computer oder einen Computerverbund handeln. Die Backendvorrichtung kann beispielsweise als ein Server des Internets oder Cloudeinrichtung realisiert sein. Die Durchführung des Verfahrens durch eine Backendvorrichtung weist den Vorteil auf, dass Datenquellen genutzt werden, die außerhalb des Kraftfahrzeugs zur Verfügung stehen.
Zu der Erfindung gehört auch die besagte Backendvorrichtung. Diese weist eine Recheneinrichtung auf, die dazu eingerichtet ist, eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen. Die Recheneinrichtung kann auf der Grundlage zumindest eines Mikroprozessors realisiert sein. Das Verfahren kann beispielsweise als ein Programmcode für die Rechenein richtung implementiert sein. Der Programmcode kann Program minstruktionen aufweisen, die bei Ausführen durch die Re cheneinrichtung die Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens durchführen. Der Programmcode kann in einem Da tenspeicher oder einem nichtflüchtigen Speichermedium der Recheneinrichtung gespeichert sein. Die Backendvorrichtung kann mit der Ladeeinrichtung beispielsweise über eine Kommunika tionsverbindung gekoppelt sein, um die Ladeeinrichtung zu steuern. Die Kommunikationseinrichtung kann auf der Grundlage einer Internetverbindung realisiert sein. Die Kommunikati onsverbindung kann eine funkbasierte Verbindung umfassen, wie sie beispielsweise auf der Grundlage einer Mobilfunkverbindung und/oder WLAN-Verbindung (WLAN - Wireless Local Area Network) realisiert sein kann.
Im Folgenden sind Ausführungsbeispiele der Erfindung be schrieben. Hierzu zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Systemarchitektur mit einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Backendvorrichtung;
Fig. 2 ein Diagramm mit einem prädizierten Zeitverlauf eines
Energiebedarfs ;
Fig. 3 ein Diagramm mit einem prädizierten Zeitverlauf eines
Nichtenergiebedarfs; und
Fig. 4 ein Flussschaudiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.
In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
Fig. 1 zeigt eine Systemarchitektur 10, durch welche zumindest eine Ladeeinrichtung 11 gesteuert werden kann. Es können auch mehrere Ladeeinrichtungen in der im Folgenden beschriebenen Weise gesteuert werden. Im Folgenden wird exemplarisch nur eine Ladeeinrichtung 11 beschrieben. Die Ladeeinrichtung 11 kann beispielsweise eine Ladesäule oder eine Ladestation sein. Die
Ladeeinrichtung 11 kann auch in das Kraftfahrzeug 12 integriert sein .
Durch die Ladeeinrichtung 11 kann bei einem Kraftfahrzeug 12 dessen elektrischer Energiespeicher 13 mittels eines Ener- gieaustauschs 14 nachgeladen werden. Der Energiespeicher 13 kann beispielsweise eine Hochvoltbatterie sein, also eine Batterie, die eine Gleichspannung von mehr als 60 V erzeugen kann. Es kann sich bei dem Energiespeicher 13 um eine sogenannten Trakti onsbatterie des Kraftfahrzeugs 12 handeln, mittels welcher eine elektrische Antriebseinheit des Kraftfahrzeugs 12 betrieben werden kann. Für den Energieaustausch 14 kann die Ladeeinrichtung 11 mit einer elektrischen Energiequelle 15 verbunden sein. Es kann sich bei der Energiequelle 15 um ein öffentliches Stromnetz und/oder um eine Anlage für regenerative Energien, bei spielsweise eine Photovoltaikanlage, handeln. Allgemein ist also die Ladeeinrichtung 11 mit einer elektrischen Energiequelle verbunden .
Der Energieaustausch 14 kann in der Ladeeinrichtung 11 durch Steuersignale 16 gesteuert sein, die durch eine Steuervor richtung 17 erzeugt werden können. Die Steuervorrichtung 17 kann insbesondere als Backendvorrichtung 18 ausgestaltet sein, also beispielsweise als Internetserver oder Cloudeinrichtung für das Internet. Die Steuersignale 16 können von der Backendvorrichtung 18 über eine Kommunikationsverbindung 19 an die Ladeeinrichtung 11 übertragen werden. Die Kommunikationsverbindung 19 kann beispielsweise auf einer Internetverbindung und/oder einer Funkverbindung beruhen.
Durch die Backendvorrichtung 18 kann eine Ladesteuerung 20 realisiert sein, welche für den Energiespeicher 13 des
Kraftfahrzeugs 12 eine Ladestrategie vorsieht, bei welcher auch vorgesehen sein kann, dass ein Ladezustand des Energiespeichers 13 beibehalten wird, wenn das Kraftfahrzeug 12 innerhalb einer vorbestimmten nächsten Zeitdauer nicht verwendet werden wird. Es kann hierdurch vorgesehen sein, dass der Ladezustand unterhalb eines vorbestimmten Grenzwerts 21 gehalten wird. Dieser
Grenzwert gibt für einen Speichertyp des Energiespeichers 13 an, dass der Energiespeicher 13 schonender betrieben wird, wenn der Ladezustand unterhalb des Grenzwerts 21 liegt, solange das Kraftfahrzeug 12 nicht verwendet wird, also keine Energie aus dem Energiespeicher 13 entnommen wird. Der Grenzwert 21 kann von einer Speichertechnologie des Energiespeichers 13 abhängig sei. Eine mögliche Speichertechnologie ist die Lithi- um-Ionen-Speichertechnologie . Der Grenzwert 21 kann z.B. aus Fachpublikationen entnommen sein.
Der Ladezustand SOC kann hierbei durch den Energieaustausch 14 eingestellt werden. Solange ein Ruhekriterium 22 erfüllt ist, das angibt, dass das Kraftfahrzeug 12 innerhalb eines nächsten Zeitintervalls 23 nicht verwendet werden wird, wird der La dezustand unterhalb des Grenzwerts 21 gehalten. Um für einen zukünftigen Zeitraum, insbesondere für das nächste zukünftige Zeitintervall 23 erkennen oder prädizieren zu können, ob das Kraftfahrzeug 12 verwendet werden wird, können in der Ba ckendvorrichtung 18 ein prädizierter Zeitverlauf 24 für einen Energiebedarf E und ein prädizierter Zeitverlauf 25 für einen Nichtenergiebedarf N zugrunde gelegt werden.
Fig. 2 zeigt einen beispielhaften Zeitverlauf 24 für einen Energiebedarf E. Dargestellt ist über der Zeit t (angegeben in Stunden h des Tages, also von 0 bis 24 Uhr) der Energiebedarf E in der Einheit Kilowattstunden (kWh) . Hieraus ergibt sich somit auch ein Leistungsbedarf des Kraftfahrzeugs 12. Der Energie bedarf E gibt die aus dem Energiespeicher 13 benötigte Energie an. Es kann sich um die Energie handeln, die das Kraftfahrzeug 12 beim Fahren oder zum Fahren benötigt.
Fig. 3 zeigt beispielhaft einen Zeitverlauf 25 für den Nich tenergiebedarf N. Es kann sich um eine Wahrscheinlichkeitsangabe handeln, die beispielsweise in Prozent ausgedrückt sein kann. Die Angabe ist wieder über der Zeit t in Stunden h des Tages. Der Nichtenergiebedarf N kann angeben, mit welcher Wahrschein lichkeit sich das Kraftfahrzeug 12 in einer Parkphase 26 (siehe Fig. 1) befindet und mit der Ladeeinrichtung 11 oder der
Energiequelle 15 gekoppelt ist, sodass die Ladesteuerung 20 durchführbar oder realisierbar ist. Ist dagegen keine Parkphase 26 vorhanden, sondern eine Betriebsphase, so ist das Kraft fahrzeug 12 von der Ladeeinrichtung 11 oder der Energiequelle 15 entkoppelt, sodass kein Energieaustausch 14 zum Einstellen des Ladezustands SOC möglich ist.
Fig. 4 veranschaulicht ein Verfahren, das in der Backendvor richtung 18 durch eine Recheneinrichtung 27 (siehe Fig. 1) durchgeführt werden kann, um die Ladesteuerung 20 zu realisieren. In einem Schritt S10 kann der zukünftige Zeitverlauf 25 des Nichtenergiebedarfs N und der Zeitverlauf 24 des Nichtener giebedarfs N prädiziert werden. In einem Schritt Sil kann dann der Ladezustand SOC des Energiespeichers 13 unabhängig von einer Verfügbarkeit einer Ladeleistung der Energiequelle 15 mittels der Ladeeinrichtung 11 unterhalb des Grenzwerts 21 gehalten werden, falls der prädizierte Zeitverlauf 25 des Nichtener giebedarfs N für ein vorbestimmtes nächstes Zeitintervall 23 das Ruhekriterium 22 erfüllt. Das Ruhekriterium kann beispielsweise besagen, dass der Zeitverlauf 25 für den Nichtenergiebedarf N oberhalb eines vorbestimmten Schwellenwerts 28 liegen muss, damit davon ausgegangen wird, dass das Kraftfahrzeug 12 für die jeweilige Zeit t tatsächlich mit der Ladeeinrichtung 11 gekoppelt ist. Es kann auch vorgesehen sein, dass davon ausgegangen wird, dass der Zeitverlauf 25 für das zukünftige Zeitintervall 23 ab dem aktuellen Zeitpunkt oberhalb des Schwellenwerts 28 liegen muss .
Fig. 3 veranschaulicht hierzu, wie zwischen einem Zeitpunkt 30, an welchem der Schwellenwert 28 durch den Zeitverlauf 25 un terschritten wird, und einem Zeitpunkt 31, zu welchem der Zeitverlauf 25 den Schwellenwert 28 wieder überschreitet, sich ein Zeitintervall 32 ergibt, für welches durch die Ladesteuerung 20 davon ausgegangen werden muss, dass das Kraftfahrzeug 12 in einer Betriebsphase ist und somit ausschließlich Energie aus dem Energiespeicher 13 entnehmen kann. Es kann vorgesehen sein, vor dem Zeitpunkt 30 durch den Energieaustausch 14 dann den La dezustand SOC soweit einzustellen, dass sich gemäß dem Zeit-
verlauf 24 für den Energiebedarf E (Fig. 2) ein mittlerer Ladezustand SOC ergibt, der in einem Bereich von 30 % bis 70 % Ladezustand, insbesondere in einem Bereich von 40 % bis 60 %, liegt. Hierzu kann der Energiebedarf E für das Zeitintervall 32 aus dem Zeitverlauf 24 ermittelt werden.
Fig. 1 veranschaulicht des Weiteren, wie die Zeitverläufe 24, 25 prädiziert werden können.
Es können zunächst vorläufige Zeitverläufe 24 ', 25 ' mittels eines Prädiktionsmodells 33 ermittelt werden. Das Prädiktionsmodell 33 kann auf der Grundlage von historischen Fahrtdaten 34 konfi guriert werden. Das zumindest eine Kraftfahrzeug 35 kann das Kraftfahrzeug 12 sein es kann sich aber auch um eines oder mehrere andere Kraftfahrzeuge handeln. Jedes der Kraftfahrzeuge 35 kann ebenfalls einen Energiespeicher 36 aufweisen, sodass sich auch für das zumindest eine Kraftfahrzeug 35 Ladevorgänge ergeben. Die Fahrtdaten 34 können aus dem zumindest einen Kraftfahrzeug 35 mittels einer Datenerfassung 37 erfasst werden, die bei spielsweise auf der Grundlage einer Kommunikation über eine jeweilige Kommunikationsverbindung 38 zu dem zumindest einen Kraftfahrzeug 35 die Fahrtdaten 34 erfassen kann. Zudem kann durch eine Datenerfassung 39 als Fahrtdaten auch Ladedaten 40 zu Ladevorgängen des zumindest einen Kraftfahrzeugs 35 erfasst werden. Solche Ladedaten 40 können aus dem jeweiligen Kraft fahrzeug 35 und/oder aus einer Ladestation empfangen werden. Hierzu kann eine entsprechende Kommunikationsverbindung 41 vorgesehen sein. Die Kommunikationsverbindungen 38, 41 können beispielsweise jeweils eine Internetverbindung und/oder eine Mobilfunkverbindung und/oder eine WLAN-Funkverbindung umfassen.
Auf Grundlage der erfassten Fahrtdaten 34 kann das Prädikti onsmodell 33 beispielsweise als statistisches Modell und/oder als ein Modell auf Grundlage eines maschinellen Lernverfahrens gebildet werden. Die vorläufigen Zeitverläufe 24', 25' können dann mit tatsächlich beobachteten Zeitverläufen verglichen werden, woraus Fehlerdaten 42 erzeugt werden können, die zum
Korrigieren oder Verbessern des Prädiktionsmodells 33 genutzt werden können.
Zusätzlich zu den historischen Fahrtdaten können aber auch aktuelle Situationsdaten 43 berücksichtigt werden, auf deren Grundlage eine aktuelle Situation des Kraftfahrzeugs 12 er mittelt werden kann. Hieraus kann dann eine jeweilige Korrektur 44, 45 für den vorläufigen Zeitverlauf 24', 25' durchgeführt werden, woraus sich dann der finale geschätzte oder prädizierte Zeitverlauf 24, 25 jeweils ergibt. Als Situationsdaten 43 können beispielsweise Wetterprognosedaten 46 aus einer Wetterstation 47 und/oder Verkehrsdaten 48 aus einer Verkehrsbeobachtung 49 genutzt werden. Wetterdaten und/oder Verkehrsdaten werden bevorzugt dazu benutzt, einen erhöhten Energiebedarf aufgrund von (z.B. tiefen oder hohen) Außentemperaturen und/oder aufgrund von Verkehrsüberlastungen festzustellen. Es können auch Ak- tivitätsdaten 50 genutzt werden, die eine Aktivität eines Benutzers des Kraftfahrzeugs 12 beschreiben können. Diese können beispielsweise aus einem mobilen Endgerät 51 empfangen werden, bei dem es sich beispielsweise um ein Smartphone und/oder ein Tablet-PC und/oder eine Smartwatch des Benutzers handeln kann. Es können auch eine Mobilitätsmatrix 52 und/oder Buchungsdaten 53 aus einer entsprechenden Datenquelle 54 genutzt werden. Beispielsweise mittels des mobilen Endgeräts 51 kann auch eine Nutzerschnittstelle 55 bereitgestellt werden, durch welche eine Nutzereingabe 56 empfangen werden kann, durch welche der Nutzer ausdrücklich angeben kann, wann er das Kraftfahrzeug 12 nutzen möchte. Auch hieraus kann eine Korrektur 44, 45 für die
Zeitverläufe 24', 25' abgeleitet oder ermittelt werden.
Die Notwendigkeit, zu Verschleißvermeidung den Ladezustand bei Nichtgebrauch einer Fahrzeugbatterie gering zu halten, zeigt, dass für die Sicherstellung der Batterielebensdauer gerade bei kleineren Batterien die Bedingungen im Nichtfahrbettrieb wichtig sind. Dazu ist es notwendig, bereits deutlich im Voraus (mehrere Stunden oder Tage) vor Beginn der Fahrt zu wissen, wann wieviel Energie notwendig ist oder zumindest zu wissen wann keine Energie benötigt wird.
Aktuelle Ladestrategien des Stands der Technik berücksichtigen bei der Wahl des Zeitpunkts für den Ladevorgang die Lebensdauer der Batterien nicht. Zahlreiche Elektrofahrzeuge werden nach Einstecken des Ladesteckers sofort geladen. Es existieren auch Ansätze bei denen der Nutzer individuell festlegen kann, wann das Fahrzeug geladen werden kann. Zudem gibt es Smart Grid-Lösungen, bei denen der Ladezeitpunkt in Abhängigkeit des Stromangebots oder des Strompreises geladen wird (gesteuertes Laden)
Während des Ladevorgangs ist wird der Ladestrom so gewählt, dass die Lebensdauer des Energiespeichers während des Ladevorgangs möglichst geringfügig beeinträchtigt wird.
Aufgrund der begrenzten Reichweiten von Elektrofahrzeuge haben jedoch die Nutzer den Wunsch zu Beginn der Fahrt einen möglichst hohen Energieinhalt zu haben (zu Vermeidung eines Liegenbleibers oder aufgrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden öf fentlichen Ladeinfrastruktur) .
Es wäre daher für die Lebensdauer des Batteriespeichers nicht förderlich, den Energiespeicher nach Ende der Fahrt aufzuladen und das Fahrzeug mit hohem SOC zu parken, so dass der Fahrer zu Beginn der Fahrt einen vollen Energiespeicher hat. Es ist vielmehr notwendig, den Energiespeicher nach Möglichkeit erst kurz vor der Fahrt voll zu laden und den Speicher möglichst lange auf einem niedrigen SOC-Niveau zu halten.
Die Bestimmung des Energiebedarfs deutlich vor Fahrtbeginn ist ein Problem. Untersuchungen zeigen, dass nur weniger als 25% der Fahrer ein Navigationssystem benutzen. Die Fahrer sind daher häufig nicht bereit das Ziel der Fahrt einzugeben (gerade im bekannten Gebieten) . Für eine Ladestrategie von Elektrofahr zeugen müsste der Fahrer aber bereit sein, bereits am Ende der Fahrt das nächste Ziel einzugeben.
Es wird daher ein Verfahren zum Erlernen von Start- und Zielorten des Nutzers anhand aufgezeichneter Fahrtdaten. Diese Verfahren sind für das Problem zum lebensdauerverlängertem Laden der
Fahrzeugbatterien geeignet. Allerdings lassen sich bevorzugte Start- und Zielorte häufig nur bei Privatpersonen zuverlässig ermitteln. Im gewerblichen Bereich (z.B. Handwerker, Vertreter, Firmenfahrzeuge usw.) lassen sich solche wiederholt und be vorzugt angefahrenen Start- und Zielorte nicht ermitteln, so dass für diese Nutzergruppen eine prädiktive Ladesteuerung anders umgesetzt werden sollte.
Es werden Ansätze umgesetzt, die prädizieren, wann keine Energie für das Fahrzeug benötigt wird.
Es können folgende Nachteile behoben werden:
Energiebedarf der Gesamtroute nur nach Eingabe der Na vigationsdaten bekannt
Energiebedarf der Gesamtroute erst nach Erkennung der wahrscheinlichsten Route bekannt
Nutzeridentifikation für die Erkennung der wahrschein lichsten Gesamtroute notwendig
Gesteuertes Nachladen des Energiespeichers (durch Nutzer, Smart Grid) ohne Berücksichtigung der Batterielebensdauer Nicht existierende Strategie für das Halten des Energiespeichers auf einem niedrigen SOC-Level (unterhalb eines vorbestimmten Grenzwerts) .
Die beschriebene serverbasierte System Systemarchitektur 10 verwendet verschiedene Datenquellen, verarbeitet die Rohdaten und nutzt maschinelle Lernverfahren um folgende Größen zu prädizieren (siehe Fig. 2) :
Wahrscheinlicher zeitlicher Verlauf des Energiebedarfs Zeitlicher Verlauf der Wahrscheinlichkeit für einen Nicht-Energiebedarf (kontinuierlich für die nächsten Stunden / Tage)
Es sind zwei Prädiktionsvarianten möglich, eine fahrerindi viduelle Variante (dazu werden vor allem auch persönlich Daten des Fahrers verwendet) und eine fahrzeugspezifische Variante (vor allem für Flottenanwendungen geeignet) .
Auf Basis der prädizierten Werte wird eine intelligente Steuerung der Ladestrategie verwendet. Dazu ist eine drahtlose oder
drahtgebundene Kommunikationsverbindung und Schnittstelle mit der Kontrolleinheit des Ladegeräts des Elektrofahrzeugs not wendig. Nachfolgend erfolgt eine Beschreibung der Einzelkom ponenten des Gesamtsystems.
Die folgende Anwendung in Form einer Ladestrategie für Li- thium-Ionen-Batterien ist somit möglich. Die Ladestrategie verwendet den prädizierten Verlauf des Energiebedarfs, um zum erwarteten StartZeitpunkt den Energiespeicher vollgeladen zu haben. Es wird der Zeitpunkt berechnet mit dem abhängig vom aktuellen SOC der Batterie der Ladevorgang zu starten ist, so dass der Energiespeicher vollständig geladen ist. Dabei muss bekannt sein, mit welcher Leistung das Elektrofahrzeugs geladen werden kann (z.B. Haushaltssteckdose 3kW, Wandladestation mit llkw oder 22 kW) .
Falls die erwartete Fahrt sehr kurz ist, wird der Energiespeicher nur so voll geladen, dass das Ziel mit einem mittleren SOC-Wert (z.B. 50%) erreicht werden kann.
Die Wahrscheinlichkeit für den Nichtenergiebedarf wird dazu verwendet, um das SOC-Level während des Parkvorgangs / Fahr zeug-Stillstands zu bestimmen. Bei einer höheren Wahrschein lichkeit für den Nichtenergiebedarf (z.B. nachts) wird der SOC-Level auf einem niedrigen Niveau belassen, um die Lebensdauer des Energiespeichers möglichst wenig zu beeinträchtigen. Falls die Wahrscheinlichkeit für den Nichtenergiebedarf sinkt, wird der SOC-Level durch Nachladen des Energiespeichers angehoben, so dass der Fahrer einen gewissen Energieinhalt zur Verfügung hat, falls er unerwarteter Weise dennoch losfahren möchte.
Bei einer Smart-Grid-Anbindung des Fahrzeugs ist es auch möglich nach dem Ende der Fahrt den Energiespeicher zu entladen (z.B. in dezentralen Heimspeicher) , um den SOC-Level zu senken, falls nach Fahrtende der Energiespeicher sehr voll ist und für die nächsten Stunden keine Fahrt zu erwarten ist.
Da die prädizierten Werte mit einer gewissen Prognoseunschärfe versehen sind, wird bei der Ladestrategie ein gewisser Si cherheitspuffer berücksichtigt. So wird das Fahrzeug bereits einen gewissen Zeitraum vor Fahrtbeginn vollgeladen und der SOC-Level ist höher als der erwartete prädizierte Energie verbrauch .
Bei jeder Fahrt eines Fahrzeuglenkers können Fahrtdaten 34, wie der Fahrtbeginn, die Außentemperatur (durch Wetterdaten) die Dauer der Fahrt, die Fahrtstrecke und der Energieverbrauch des Fahrzeugs (elektrisch oder konventionell) erfasst werden. Diese Daten können anhand von GPS-daten und verfügbaren OBD-Daten bei konventionellen Fahrzeugen erfasst werden. Bei Elektrofahr zeugen existiert eine Schnittstelle zum Kommunikationsnetzwerk des Fahrzeugs, so dass die Daten erfasst werden können. Die Daten werden per drahtloser Kommunikation an ein Backend übertragen. Dabei werden die Daten personenbezogen (bei Privatfahrzeugen) oder fahrzeugbezogen (bei Flottenfahrzeugen) erfasst.
Der erfasste Energieverbrauch des Fahrzeugs wird normiert, so dass die Energieverbräuche von verschiedenen Fahrzeugen ver gleichbar sind. Dazu kann vereinfacht der Energieverbrauch pro Streckeneinheit durch den Durchschnittsverbrauch des Fahrzeugs dividiert werden. Alternativ kann auch der streckenabhängige Durchschnittsenergieverbrauch in Abhängigkeit der Straßenklasse oder des Straßentyps zur Normierung verwendet werden. Dazu muss mit Hilfe von digitalen Kartendaten ermittelt werden, welche Streckenabschnitte mit welcher Straßenklasse oder -typ zu rückgelegt wurden. Dies kann während der Fahrt oder im Backend mit den aufgezeichneten Fahrtraj ektorien passieren.
Zusätzlich werden alle Ladevorgänge erfass (Dauer, Energiemenge, Zeitpunkt) .
Neben den erfassten Quellen können optional weitere Datenquellen (Verknüpfung mit Backend notwendig) zur Erhöhung der Genauigkeit herangezogen werden. Beispiele:
Mobilitätsverhalten: Origin - Destination Matrix / Prä diktion der wahrscheinlichen Zielorte durch Auswertung der
individuellen Fahrerverhaltens (bei fahrerindividueller Erfassungl )
Terminkalender des Fahrers (fahrerindividuelle Erfassung) Buchungssystem des Flottenparks (fahrzeugspezifische Erfassung)
Verkehrsprognose / Traffic Patterns (zur Korrektur des prädizierten Energiebedarfs)
Witterungsbedingungen (zur Korrektur des prädizierten Energiebedarfs )
Daten von Wearables / Smartphones (zur Korrektur der Wahrscheinlichkeit des Nichtbedarfs bei der fahrerindi viduellen Erfassung) :
o Analyse der Schlafphasen
o Parametrierung Wecker
o Aktuelle Entfernung zum Fahrzeug
Für das Prädiktionsmodell 33 wird statistisch erfasst, wann welcher Energieverbrauch benötigt wird. Die statistische Auswertung erfolgt stündlich und wochentagweise. Durch Ver wendung von statistischen Methoden (Markov-Ketten, probabi- litsiche Netze, um nur Beispiele zu nennen) und maschinellen Lernverfahren (neuronale Netze, decision trees, regressi- ons-modelle, deep learning verfahren, um nur Beispiele zu nennen) werden folgende Werte prädiziert:
Energiebedarf
Wahrscheinlichkeit für Nicht-bedarf des Elektrofahrzeugs (Nichtenergiebedarf)
Es wird der zeitliche Verlauf der Werte für einen paramet- rierbaren Prädiktionshorizont (z.B. 24h) berechnet. Die Prä diktion basiert auf den erfassten Daten zu Zeitpunkten der Fahrzeugnutzung und der erfassten Energieverbrauchswerte. Die Prädiktion ist damit ohne die Eingabe von Nutzerdaten oder die Eingabe von Navigationsdaten möglich.
In einem zweiten Schritt wird die Prädiktion abhängig von den zur Verfügung stehenden zusätzlichen Datenquellen korrigiert. Dazu wird der Energieverbrauch abhängig vom verwendeten Fahrzeug, den
erwarteten Witterungsbedingungen sowie den erwarteten Ver kehrsbedingungen korrigiert.
Bei der fahrerindividuellen Erfassung wird die Wahrschein lichkeit für den Nichtbedarf in Abhängig der zur Verfügung stehenden nutzerspezifischen Daten korrigiert (z.B. durch Kenntnis von Smartphone-Daten wie beispielsweise des Weckers, durch Kenntnis des Terminkalenders oder durch Auswertung des persönlichen Mobilitätsverhaltens) .
Das Prädiktionsmodell wird durch die Auswertung von Nachla devorgängen unterwegs (an nicht präferieren Ladesäulen) ver bessert. So wird beispielsweise analysiert, ob sich der
Nachladevorgang zu vermeiden gewesen wäre, falls der Speicher zu Beginn der Fahrt bereits vollständig geladen gewesen wäre. Falls eine ungenaue Prognose die Ursache für den Nachladevorgang ist wird das Prognosemodell dementsprechend angepasst. Dazu werden beispielsweise Methoden des Reinforcement Learnings verwendet.
Durch ein User-Interface (Nutzerschnittstelle 55 z.B. in Ausgestaltung als Web-Portal, SmartPhone und/oder Appikati- onssoftware) erhält der Nutzer eine Anzeige der prädizierten Werte. Das System prädiziert den Energiebedarf und die Wahr scheinlichkeit für einen Nicht-Energiebedarf unabhängig von den Nutzereingaben. Der Nutzer hat jedoch die Möglichkeit in Ausnahmesituationen (z.B. bei Fahrt in den Urlaub um 03.00 Uhr nachts) auch einen benötigten Fahrtbeginn vorzugeben, um si cherzustellen dass in diesen Ausnahmesituationen der Ener giespeicher ausreichend geladen ist.
Da es sich um ein lernendes System handelt und die Prognose zunehmend an das Nutzerverhalten angepasst wird sind in der Anlernphase Nutzereingaben sinnvoll.
Somit ergeben sich die folgenden Möglichkeiten:
Prädiktion einer Wahrscheinlichkeit für den Nichtener giebedarf zur Bestimmung eines möglichst niedrigen
SOC-Level während des Parkvorgangs von Elektrofahrzeugen,
Strategie zum möglichst späten Aufladen des Energie speichers vor Fahrtbeginn,
Lademanagement zur Lebensdauerverlängerung des Energie speichers ohne die Notwendigkeit von Nutzerdaten bzw. Nutzervorgaben,
Verknüpfung von Lademanagement mit Smartphone oder
Wearables zur Feststellung, ob Fahrzeug benötigt wird
Einsetzbar sind die beschriebenen Ansätze auch in den folgenden Bereichen :
Vermeidung von Battery Aging,
Vorkonditionierung einer Klimatisierung,
Fleetmanagement für Flottenfahrzeuge,
Smart Grid-Anwendungen : Berücksichtigung Energiebedarf von Elektrofahrzeugen bei dezentralen Speichern; Rückspeisung von Elektrofahrzeugen in dezentrale Hausspeicher
Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung die Prädiktion einer Wahrscheinlichkeit für den Nichtbedarf eines Elektrofahrzeugs zur Verlängerung der Batterielebensdauer des Elektrofahrzeugs bereitgestellt werden kann.