Notbremssvstem, Fördersvstem und Produktions- und/oder Loqistikanlaqe
Die Erfindung bezieht sich auf ein Notbremssystem für ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug, ein Fördersystem für eine Produktions- und/oder Logistikanlage mit einem elektrisch angetriebenen Förderfahrzeug und einem solchen Notbremssystem sowie eine Produktions- und/oder Logistikanlage mit einem solchen Fördersystem.
Aufgabe und Lösung
Der Erfindung liegt als Aufgabe die Bereitstellung eines Notbremssystems für ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug zugrunde, wobei das Notbremssystem verbesserte Eigenschaften aufweist. Des Weiteren liegt der Erfindung als Aufgabe die Bereitstellung eines Fördersystems mit einem solchen Notbremssystem und einer Produktions- und/oder Logistikanlage mit einem solchen Fördersystem zugrunde.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Bereitstellung eines Notbremssystems mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Des Weiteren wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch ein Fördersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 6 und eine Produktions- und/oder Logistikanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Das erfindungsgemäße Notbremssystem für ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug weist ein Fahrzeugnotbremsteil, ein, insbesondere von dem Fahrzeugnotbremsteil verschiedenes, Streckennotbremsteil und eine, insbesondere elektrische, Notsteuereinheit auf. Das Fahrzeugnotbremsteil ist zum ortsfesten Anordnen, insbesondere Befestigen, an dem Förderfahrzeug ausgebildet. Das Streckennotbremsteil ist zum ortsfesten Anordnen, insbesondere Befestigen, an einer Fahrstrecke für das Förderfahrzeug ausgebildet. Des Weiteren ist das Fahrzeugnotbremsteil oder das Streckennotbremsteil von einem Freizustand in einen Bremszustand, insbesondere elektrisch und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch, ansteuerbar ausgebildet, insbesondere regelbar ausgebildet. In dem Bremszustand wechselwirkt das Fahrzeugnotbremsteil mit dem Streckennotbremsteil derart beziehungsweise das Fahrzeugnotbremsteil und das Streckennotbremsteil sind dazu ausgebildet, im Bremszustand derart miteinander wechelzuwirken, dass durch beziehungsweise aufgrund von Reibung zwischen dem Fahrzeugnotbremsteil und dem Streckennotbremsteil das Förderfahrzeug gebremst wird. In dem Freizustand ist keine Reibung zwischen dem Fahrzeugnotbremsteil und dem Streckennotbremsteil vorhanden. Die Notsteuereinheit ist mit
dem ansteuerbar ausgebildeten Notbremsteil, insbesondere mit dem ansteuerbar ausgebildeten Fahrzeugnotbremsteil oder mit dem ansteuerbar ausgebildeten Streckennotbremsteil, wirkverbunden. Außerdem ist die Notsteuereinheit dazu ausgebildet, einen Notfall, insbesondere automatisch, zu detektieren und bei einem detektierten Notfall das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, derart, insbesondere automatisch, anzusteuern, insbesondere zu regeln, dass dieses den Bremszustand einnimmt.
Das Notbremssystem beziehungsweise die Reibung im Bremszustand ermöglicht das Förderfahrzeug im Notfall zu bremsen, insbesondere zu stoppen beziehungsweise anzuhalten. Somit kann das Notbremssystem beispielsweise eine Anschlagpufferbremse ersetzen, die typischerweise bisher am Ende der Fahrstrecke angeordnet worden ist. Insbesondere im Vergleich zu der Anschlagpufferbremse weist das erfindungsgemäße Notbremssystem verbesserte Eigenschaften auf. Im Detail kann das Notbremssystem verschleißärmer arbeiten und leichter und einfacher zu servicieren, kostengünstiger sowie platzsparender sein. Insbesondere kann das Fahrzeugnotbremsteil zum platzsparenden und/oder vor äußeren Einflüssen geschützten Anordnen an einer Unterseite und/oder einer Oberseite des Förderfahrzeugs ausgebildet sein.
Der Notfall kann ein Notfall das Förderfahrzeug betreffend sein, insbesondere ein Notfall des Förderfahrzeugs. Beispielsweise kann eine Steuerung für das Förderfahrzeug einen Fehler haben, insbesondere einen Ausfall. Das Förderfahrzeug kann unkontrolliert fahren und/oder einen Toleranzbereich für seine Fahrgeschwindigkeit verlassen, und somit kann ein Unfall drohen.
Insbesondere können im Bremszustand das Fahrzeugnotbremsteil und das Streckennotbremsteil, insbesondere nur, dann miteinander wechselwirken, wenn sich das Förderfahrzeug mit dem Fahrzeugnotbremsteil an der Stelle der Fahrstrecke befindet, an welcher das Streckennotbremsteil angeordnet ist. Die Notsteuereinheit kann dazu ausgebildet sein, das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, dann anzusteuern, insbesondere von dem Freizustand in den Bremszustand, wenn sich das Förderfahrzeug mit dem Fahrzeugnotbremsteil an der Stelle der Fahrstrecke befindet, an welcher das Streckennotbremsteil angeordnet ist. Zusätzlich kann das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, vom Bremszustand in den Freizustand ansteuerbar ausgebildet sein. Die Notsteuereinheit kann dazu ausgebildet sein,
das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, derart, insbesondere automatisch, anzusteuern, dass dieses den Freizustand einnimmt. Der Freizustand kann als Freilaufzustand oder Freikonfiguration bezeichnet werden. Der Bremszustand kann als Bremskonfiguration bezeichnet werden. Die Reibung kann durch eine relative Bewegung einer Oberfläche des Fahrzeugnotbremsteils zu einer Oberfläche des Streckennotbremsteils unter direktem Kontakt der beiden Oberflächen verursacht sein. Im Freizustand brauchen die beiden Oberflächen keinen direkten Kontakt aufzuweisen. Das Notbremssystem kann als mechanisches Bremssystem, insbesondere Reibbremssystem, bezeichnet werden. Das Fahrzeugnotbremsteil kann als mitfahrendes Notbremsteil bezeichnet werden. Das Streckennotbremsteil kann als statisches oder stationäres Notbremsteil bezeichnet werden.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist das Fahrzeugnotbremsteil mindestens eine Bremsplatte auf und das Streckennotbremsteil weist mindestens einen Bremssattel auf. Zusätzlich oder alternativ, insbesondere alternativ, weist das Fahrzeugnotbremsteil mindestens einen Bremssattel auf und das Streckennotbremsteil weist mindestens eine Bremsplatte auf. Insbesondere kann die Bremsplatte eine Metallplatte sein, insbesondere ein Flacheisen. Des Weiteren kann die Bremsplatte als Bremsschwert bezeichnet werden. Außerdem kann die Bremsplatte dazu ausgebildet sein, sich entlang der Fahrstrecke, insbesondere linear, zu erstrecken. Zudem kann die Bremsplatte dazu ausgebildet sein, in vertikaler Richtung angeordnet zu sein. Der Bremssattel kann von dem Freizustand in den Bremszustand ansteuerbar ausgebildet sein. Im Bremszustand kann der Bremssattel mit der Bremsplatte derart wechselwirken, dass durch Reibung zwischen dem Bremssattel und der Bremsplatte das Förderfahrzeug gebremst werden kann. Insbesondere kann der Bremssattel mindestens einen Bremsbelag beziehungsweise mindestens eine Bremsbacke beziehungsweise mindestens eine Reibfläche zur Reibung aufweisen.
In einer Weiterbildung der Erfindung bilden das Fahrzeugnotbremsteil und das Streckennotbremsteil ein lineares beziehungsweise translatorisches Notbremssystem. Dies ermöglicht, dass im Bremszustand das Fahrzeugnotbremsteil mit dem Streckennotbremsteil über einen relativen langen Weg wechselwirken kann.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, dazu ausgebildet, in einem Fehlerfall selbstständig beziehungsweise eigenständig den Bremszustand einzunehmen, insbesondere automatisch
einzunehmen. Dies ermöglicht, dass das Notbremssystem ausfallsicher (Englisch: failsafe) ist. Der Fehlerfall kann ein Fehlerfall das Notbremssystem betreffend sein. Insbesondere kann die Notsteuereinheit einen Fehler haben, insbesondere einen Ausfall. Zusätzlich oder alternativ kann das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, einen Fehler haben, insbesondere einen Ausfall. Der Ausfall kann durch einen Versorgungsausfall, insbesondere einen Elektrizitätsversorgungsausfall, verursacht sein. Insbesondere kann das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete
Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, dazu ausgebildet, sein, falls es bereits den Bremszustand eingenommen hat, in diesem zu verbleiben. Das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, kann mindestens eine mechanische Druck- oder Blattfeder oder mindestens ein geschlossenes, permanentes Gas- und/oder Flüssigkeitsdruckvolumen aufweisen, wobei die Druck- oder Blattfeder oder das Gas- und/oder Flüssigkeitsdruckvolumen dazu ausgebildet sein kann, das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil, insbesondere das ansteuerbar ausgebildete
Fahrzeugnotbremsteil oder das ansteuerbar ausgebildete Streckennotbremsteil, in den Bremszustand zu beaufschlagen, insbesondere kraftzu beaufschlagen.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist die Notsteuereinheit eine Steuerung, ein Frequenzumrichter, ein Servoumrichter oder ein Controller. Insbesondere kann die Notsteuereinheit dazu ausgebildet sein, durch eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS, Englisch: Programmable Logic Controller, PLC), insbesondere automatisch, überwacht und/oder gesteuert zu sein beziehungsweise zu werden. Alternativ kann die Notsteuereinheit selbst eine speicherprogrammierbare Steuerung sein.
Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein Fördersystem für eine Produktions- und/oder Logistikanlage. Das erfindungsgemäße Fördersystem weist ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug und ein Notbremssystem, wie zuvor beschrieben, auf. Das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug ist zum Fahren entlang, insbesondere auf, einer Fahrstrecke ausgebildet. Das Fahrzeugnotbremsteil ist an dem Förderfahrzeug ortsfest angeordnet, insbesondere befestigt. Die Notsteuereinheit ist dazu ausgebildet, einen Notfall des Förderfahrzeugs, insbesondere automatisch, zu detektieren.
Das Fördersystem kann die gleichen Vorteile ermöglichen wie das zuvor beschriebene Notbremssystem. Insbesondere kann das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug teilweise oder sogar ganz ausgebildet sein wie zuvor beschrieben. Das Fahrzeugnotbremsteil kann an
einer Unterseite und/oder einer Oberseite des Förderfahrzeugs angeordnet sein. Das Förderfahrzeug kann als Transporteinheit bezeichnet werden. Insbesondere kann das Förderfahrzeug zum, insbesondere automatischen, Fördern von Fördergut, insbesondere von Stückgut wie beispielsweise einer Palette, einer Kiste, einer Handelseinheit, eines Pakets, eines Werkstücks und/oder einer Ware, ausgebildet sein.
Des Weiteren kann das Fördersystem eine, insbesondere speicherprogrammierbare, Steuerung aufweisen, die dazu ausgebildet sein kann, das Förderfahrzeug und/oder das Notbremssystem beziehungsweise seine Notsteuereinheit, insbesondere automatisch, zu überwachen und/oder zu steuern. Alternativ kann die Notsteuereinheit dazu ausgebildet sein, das Förderfahrzeug, insbesondere automatisch, zu überwachen und/oder zu steuern.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug ein, insbesondere elektrisches, Hebewerk beziehungsweise einen Vertikalförderer auf. Das Hebewerk ist zum, insbesondere automatischen, Förden von Fördergut in einer vertikalen Richtung, insbesondere senkrecht zur Fahrstrecke, ausgebildet. Insbesondere kann eine Bauhöhe des Förderfahrzeugs beziehungsweise seines Hebewerks mindestens 6 Meter (m) sein, insbesondere mindestens 10 m, insbesondere mindestens 20 m, insbesondere mindestens 30 m, insbesondere mindestens 40 m. Das Förderfahrzeug kann als ein Regalbediengerät (RBG) ausgebildet sein. Die Steuerung, soweit vorhanden, und/oder die Notsteuereinheit können/kann dazu ausgebildet sein, das Hebewerk, insbesondere automatisch, zu überwachen und/oder zu steuern.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug einen Elektroantriebsmotor auf. Der Elektroantriebsmotor ist zum, insbesondere automatischen, Antreiben des Förderfahrzeugs zum Fahren entlang der Fahrstrecke ausgebildet. Die Notsteuereinheit ist dazu ausgebildet, einen Notfall des Elektroantriebsmotors, insbesondere automatisch, zu detektieren. Der Elektroantriebsmotor ermöglicht ein selbstangetriebenes Fahren des Förderfahrzeugs. Zusätzlich kann der Elektroantriebsmotor dazu ausgebildet sein, als Generator zum, insbesondere automatischen und/oder über den Umrichter, soweit vorhanden, geregeltes, Bremsen des Förderfahrzeugs verwendet zu werden. Im Normalfall kann mittels des Elektroantriebsmotors das Förderfahrzeug gebremst werden. Die Steuerung, soweit vorhanden, und/oder die Notsteuereinheit können/kann dazu ausgebildet sein, den Elektroantriebsmotor, insbesondere automatisch, zu überwachen und/oder zu steuern. Der Notfall des Elektroantriebsmotors kann ein Notfall den Elektroantriebsmotor betreffend sein. Beispielsweise kann die Steuerung, insbesondere der Umrichter, für den Elektroantriebsmotor einen Fehler haben, insbesondere einen Ausfall. Das Notbremssystem kann als redundantes
Bremssystem bezeichnet werden. Insbesondere kann der Elektroantriebsmotor von dem Notbremssystem beziehungsweise seinem Fahrzeugnotbremsteil verschieden sein.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug ein, insbesondere elektrisches, Fahrzeugbremssystem auf. Das Fahrzeugbremssystem ist zum, insbesondere automatischen, Bremsen des Förderfahrzeugs ausgebildet. Des Weiteren ist das Fahrzeugbremssystem von dem Notbremssystem beziehungsweise seinem Fahrzeugnotbremsteil verschieden. Die Notsteuereinheit ist dazu ausgebildet, einen Notfall des Fahrzeugbremssystems, insbesondere automatisch, zu detektieren. Insbesondere kann im Normalfall mittels des Elektroantriebsmotors, soweit vorhanden, das Förderfahrzeug gebremst werden. Zusätzlich oder im Notfall des Elektroantriebsmotors kann mittels des Fahrzeugbremssystems das Förderfahrzeug gebremst werden, insbesondere ohne dass das Notbremssystem beziehungsweise sein ansteuerbar ausgebildetes Notbremsteil, insbesondere sein ansteuerbar ausgebildetes Fahrzeugnotbremsteil oder sein ansteuerbar ausgebildetes Streckennotbremsteil, seinen Bremszustand einzunehmen braucht. Die Steuerung, soweit vorhanden, und/oder die Notsteuereinheit können/kann dazu ausgebildet sein, das Fahrzeugbremssystem, insbesondere automatisch, zu überwachen und/oder zu steuern. Der Notfall des Fahrzeugbremssystems kann ein Notfall das Fahrzeugbremssystem betreffend sein. Beispielsweise kann die Steuerung für das Fahrzeugbremssystem einen Fehler haben, insbesondere einen Ausfall. Das Notbremssystem kann als redundantes Bremssystem bezeichnet werden. Das Fahrzeugbremssystem kann eine motorseitig angebaute Bremse, insbesondere eine mechanische Motorbremse, aufweisen oder sein.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist das Fördersystem mindestens eine Fahrschiene auf. Die Fahrschiene ist dazu ausgebildet, die Fahrstrecke zu definieren. Insbesondere kann das Fördersystem zwei Fahrschienen aufweisen, die parallel zueinander verlaufen können, insbesondere eine untere Fahrscheine und eine obere Fahrschiene. Die mindestens eine Fahrschiene kann von dem Notbremssystem beziehungsweise seinem Streckennotbremsteil verschieden sein. Das Streckennotbremsteil kann an der mindestens einen Fahrschiene ortsfest angeordnet sein, insbesondere befestigt sein. Insbesondere kann das Streckennotbremsteil sich entlang der gesamten Fahrschiene oder nur in einem Endbereich der Fahrschiene erstrecken. Das Notbremssystem kann mehrere Streckennotbremsteile aufweisen, wobei das eine Streckennotbremsteil an einem Anfang der Fahrschiene und das andere Streckennotbremsteil an einem Ende der Fahrschiene angeordnet sein kann. Das Förderfahrzeug kann zum Fahren auf der mindestens einen Fahrschiene ausgebildet sein. Des Weiteren kann das Förderfahrzeug als schienengebundenes Förderfahrzeug oder Schienenförderer bezeichnet werden.
Außerdem bezieht sich die Erfindung auf eine Produktions- und/oder Logistikanlage. Die erfindungsgemäße Produktions- und/oder Logistikanlage weist ein Fördersystem, wie zuvor beschrieben, auf.
Die Produktions- und/oder Logistikanlage kann die gleichen Vorteile ermöglichen wie das zuvor beschriebene Fördersystem.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist die Produktions- und/oder Logistikanlage eine Fahrstrecke für das Förderfahrzeug auf. Das Streckennotbremsteil ist an der Fahrstrecke, insbesondere in einem Endbereich der Fahrstrecke, ortsfest angeordnet, insbesondere befestigt. Insbesondere kann die Fahrstrecke von dem Notbremssystem beziehungsweise seinem Streckennotbremsteil verschieden sein. Das Notbremssystem kann zwei
Streckennotbremsteile aufweisen, wobei das eine Streckennotbremsteil an einem Anfang der Fahrstrecke und das andere Streckennotbremsteil an einem Ende der Fahrstrecke angeordnet sein kann.
In einer Weiterbildung der Erfindung weist die Produktions- und/oder Logistikanlage mindestens ein Regal auf, insbesondere ein Hochregal. Das Fördersystem ist dazu ausgebildet, Fördergut zu dem Regal und/oder, insbesondere oder, von dem Regal, insbesondere automatisch, zu fördern. Die Produktions- und/oder Logistikanlage kann als Lageranlage, insbesondere Hochregallageranlage, bezeichnet werden. Das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug kann als Regalfahrzeug, Querverschiebewagen oder Transfercar bezeichnet werden. Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind. Dabei zeigen:
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Notbremssystem, Fig. 2 ein erfindungsgemäßes Fördersystem mit dem Notbremssystem der Fig. 1 und
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Produktions- und/oder Logistikanlage mit dem
Fördersystem der Fig. 2.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Notbremssystem 10 für ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug 50. Das Notbremssystem 10 weist, insbesondere nur, ein Fahrzeugnotbremsteil 20, ein Streckennotbremsteil 30 und eine Notsteuereinheit 40 auf. Das Fahrzeugnotbremsteil 20 ist zum ortsfesten Anordnen an dem Förderfahrzeug 50 ausgebildet. Das Streckennotbremsteil 30 ist zum ortsfesten Anordnen an einer Fahrstrecke 60 für das Förderfahrzeug 50 ausgebildet. Des Weiteren ist das Fahrzeugnotbremsteil oder das Streckennotbremsteil 30 von einem Freizustand FZ in einen Bremszustand BZ ansteuerbar ausgebildet, insbesondere in einer horizontalen zweiten Richtung y. In dem Bremszustand BZ wechselwirkt das Fahrzeugnotbremsteil 20 mit dem Streckennotbremsteil 30 derart, dass durch Reibung zwischen dem Fahrzeugnotbremsteil 20 und dem Streckennotbremsteil 30, wie in Fig. 1 oben zu erkennen, das Förderfahrzeug 50 gebremst wird. In dem Freizustand FZ ist keine Reibung zwischen dem Fahrzeugnotbremsteil 20 und dem Streckennotbremsteil 30 vorhanden, wie in Fig. 1 unten zu erkennen. Die Notsteuereinheit 40 ist mit dem ansteuerbar ausgebildeten Notbremsteil 30 wirkverbunden, wie in Fig. 1 durch gepunktete Linien angedeutet. Außerdem ist die Notsteuereinheit 40 dazu ausgebildet, einen Notfall zu detektieren und bei einem detektierten Notfall das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 derart anzusteuern, dass dieses den Bremszustand BZ einnimmt.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Streckennotbremsteil 30 ansteuerbar ausgebildet. Zusätzlich oder alternativ kann in alternativen Ausführungsbeispielen das Fahrzeugnotbremsteil ansteuerbar ausgebildet sein.
Im Detail weist das Fahrzeugnotbremsteil 20 mindestens eine Bremsplatte 21 auf und das Streckennotbremsteil 30 weist mindestens einen Bremssattel 31 auf, insbesondere mit zwei Bremsbelägen. Zusätzlich oder alternativ kann in alternativen Ausführungsbeispielen das Fahrzeugnotbremsteil mindestens einen Bremssattel aufweisen und das Streckennotbremsteil kann mindestens eine Bremsplatte aufweisen.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Bremsplatte 21 dazu ausgebildet, sich entlang der Fahrstrecke 60 beziehungsweise in einer horizontalen ersten Richtung x, insbesondere linear, zu erstrecken. Zusätzlich ist die Bremsplatte 21 dazu ausgebildet, in einer vertikalen Richtung z angeordnet zu sein, insbesondere senkrecht zu der horizontalen zweiten Richtung y.
Das Fahrzeugnotbremsteil 20 und das Streckennotbremsteil 30 bilden ein lineares Notbremssystem.
Weiter ist das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 dazu ausgebildet, in einem Fehlerfall selbstständig den Bremszustand BZ einzunehmen. In anderen Worten: wenn die Notsteuereinheit 40 das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 nicht derart ansteuert, dass dieses den Freizustand FZ einnimmt, nimmt das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 den Bremszustand BZ ein oder verbleibt in diesem.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 mindestens eine mechanische Druck- oder Blattfeder 32 auf. Die Druck- oder Blattfeder 32 ist dazu ausgebildet, das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 beziehungsweise seinen Bremssattel 31 in den Bremszustand BZ kraftzu beaufschlagen. Im Detail sind die Bremsplatte 21 und der Bremssattel 31 derart ausgebildet beziehungsweise geformt, insbesondere die Bremsplatte 21 spitz und der Bremssattel 31 beziehungsweise seine Bremsbeläge stumpf, dass die Bremsplatte 21 zwischen den Bremssattel 31 beziehungsweise seine Bremsbeläge im Bremszustand BZ einfädeln kann. Dabei drückt die Bremsplatte 21 den Bremssattel 31 beziehungsweise seine Bremsbeläge, insbesondere gegen die Druck- oder Blattfeder 32, auseinander und somit wird ein Bremsmoment erzeugt.
Zudem ist die Notsteuereinheit 40 eine speicherprogrammierbare Steuerung.
Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Fördersystem 5 für eine Produktions- und/oder Logistikanlage 1. Das Fördersystem 5 weist das elektrisch angetriebene Förderfahrzeug 50 und das Notbremssystem 10 auf. Das Förderfahrzeug 50 ist zum Fahren entlang, insbesondere auf, der Fahrstrecke 60 beziehungsweise in der horizontalen ersten Richtung x ausgebildet. Das Fahrzeugnotbremsteil 20 ist, insbesondere nur, an dem Förderfahrzeug 50 ortsfest angeordnet. Die Notsteuereinheit 40 ist dazu ausgebildet, einen Notfall des Förderfahrzeugs 50 zu detektieren.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist das Förderfahrzeug 50 Räder 54 zum Fahren auf. Des Weiteren ist im gezeigten Ausführungsbeispiel das Fahrzeugnotbremsteil 20 an einer, insbesondere der Fahrstrecke 60 zugewandten, Unterseite des Förderfahrzeugs 50 angeordnet. In alternativen Ausführungsbeispielen kann zusätzlich oder alternativ das Fahrzeugnotbremsteil an einer, insbesondere der Unterseite abgewandten beziehungsweise gegenüberliegenden, Oberseite des Förderfahrzeugs angeordnet sein.
lm Detail weist das Förderfahrzeug 50 ein Hebewerk 51 auf, wie in Fig. 3 zu erkennen. Das Hebewerk 51 ist zum Förden von Fördergut 80 in der vertikalen Richtung z, insbesondere senkrecht zur Fahrstrecke 60 beziehungsweise zur horizontalen ersten Richtung x, ausgebildet, insbesondere mittels eines Hubschlittens des Hebewerks 51. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Bauhöhe H des Förderfahrzeugs 50 beziehungsweise seines Hebewerks 51 mindestens 6 m.
Außerdem weist das Förderfahrzeug 50 einen Elektroantriebsmotor 52 auf. Der Elektroantriebsmotor 52 ist zum Antreiben des Förderfahrzeugs 50 beziehungsweise seiner Räder 54 zum Fahren entlang der Fahrstrecke 60 ausgebildet. Zusätzlich ist die Notsteuereinheit 40 dazu ausgebildet, einen Notfall des Elektroantriebsmotors 52 zu detektieren.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Elektroantriebsmotor 52 dazu ausgebildet, als Generator zum Bremsen des Förderfahrzeugs 50 beziehungsweise seiner Räder 54 verwendet zu werden. Weiter weist das Förderfahrzeug 50 ein, insbesondere motorseitig angebautes,
Fahrzeugbremssystem 53 auf. Das Fahrzeugbremssystem 53 ist zum Bremsen des Förderfahrzeugs 50 beziehungsweise seiner Räder 54 ausgebildet. Des Weiteren ist das Fahrzeugbremssystem 53 von dem Notbremssystem 10 verschieden. Zusätzlich ist die Notsteuereinheit 40 dazu ausgebildet, einen Notfall des Fahrzeugbremssystems 53 zu detektieren.
Zudem weist das Fördersystem 10 mindestens eine Fahrschiene 61 auf. Die Fahrschiene 61 ist dazu ausgebildet, die Fahrstrecke 60 zu definieren.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Förderfahrzeug 50 beziehungsweise seine Räder 54 sind zum Fahren auf der mindestens einen Fahrschiene 61 ausgebildet. Fig. 3 zeigt die erfindungsgemäße Produktions- und/oder Logistikanlage 1. Die Produktions- und/oder Logistikanlage 1 weist das Fördersystem 5 auf.
Im Detail weist die Produktions- und/oder Logistikanlage 1 mindestens ein Regal 70 auf, insbesondere mit mindestens einem Regalfach 71. Das Fördersystem 5 beziehungsweise das
Förderfahrzeug 50 mit seinem Hebewerk 51 ist dazu ausgebildet, Fördergut 80 zu dem Regal 70 und/oder von dem Regal 70 zu fördern.
Des Weiteren weist die Produktions- und/oder Logistikanlage 1 die Fahrstrecke 60 für das Förderfahrzeug 50 auf. Das Streckennotbremsteil 30 ist an der Fahrstrecke 60, insbesondere in einem Endbereich 62 der Fahrstrecke 60, ortsfest angeordnet.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Fahrstrecke 60 durch die mindestens eine Fahrschiene 61 definiert beziehungsweise festgelegt. Im Detail weist das Fördersystem 5 zwei Fahrschienen 61 auf, eine untere Fahrschiene 61 und eine obere Fahrschiene 61 , die parallel zueinander, insbesondere entlang der horizontalen ersten Richtung x, verlaufen. Die untere Fahrschiene 61 ist an einem Boden, insbesondere der Produktions- und/oder Logistikanlage 1 , fest installiert. Die obere Fahrschiene 61 ist an einer Decke, insbesondere der Produktions- und/oder Logistikanlage 1 , und/oder dem Regal 70 fest installiert. In alternativen Ausführungsbeispielen kann es ausreichen, wenn das Fördersystem entweder die untere Fahrschiene oder die obere Fahrschiene aufweisen kann.
Weiter weist im gezeigten Ausführungsbeispiel das Notbremssystem 10 vier Streckennotbremsteile 30 auf. Zwei Streckennotbremsteile 30 sind an einem Anfang der Fahrstrecke 60 in ihrem einen Endbereich 62 angeordnet, insbesondere an der unteren Fahrschiene 61. Zwei andere Streckennotbremsteile 30 sind an einem Ende der Fahrstrecke 60 in ihrem anderen Endbereich 62 angeordnet, insbesondere an der unteren Fahrschiene 61. In alternativen Ausführungsbeispielen kann das Notbremssystem nur ein, zwei, drei oder mehr als vier Streckennotbremsteile aufweisen. Insbesondere kann das Streckennotbremsteil dazu ausgebildet sein, sich entlang der gesamten Fahrstrecke, insbesondere der mindestens einen Fahrschiene, zu erstrecken. Zusätzlich oder alternativ kann in alternativen
Ausführungsbeispielen das mindestens eine Streckennotbremsteil an der oberen Fahrschiene angeordnet sein. Weiter zusätzlich oder alternativ kann in alternativen Ausführungsbeispielen das Notbremssystem zwei, drei, vier oder mehr als vier Fahrzeugnotbremsteile aufweisen.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Notsteuereinheit 40 in Form der speicherprogrammierbaren Steuerung dazu ausgebildet, das Förderfahrzeug 50 beziehungsweise sein Hebewerk 51 , seinen Elektroantriebsmotor 52 und sein
Fahrzeugbremssystem 53 zu überwachen und/oder zu steuern. In alternativen
Ausführungsbeispielen kann das Fördersystem eine von der Notsteuereinheit verschiedene Steuerung aufweisen, die dazu ausgebildet sein kann, das Förderfahrzeug beziehungsweise sein Hebewerk, seinen Elektroantriebsmotor und/oder sein Fahrzeugbremssystem und/oder
das Notbremssystem beziehungsweise seine Notsteuereinheit zu überwachen und/oder zu steuern.
Im Normalfall wird das Förderfahrzeug 50 mittels seines Elektroantriebsmotors 52 gebremst.
Im Notfall des Elektroantriebsmotors 52 wird das Förderfahrzeug 50 mittels seines Fahrzeugbremssystems 53 gebremst.
Im Notfall des Fahrzeugbremssystems 53 wird das Förderfahrzeug 50 mittels des Notbremssystems 10 gebremst, insbesondere durch die Notsteuereinheit 40 gesteuert beziehungsweise geregelt.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel steuert die Notsteuereinheit 40 das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 erst dann von dem Freizustand FZ in den Bremszustand FZ, wenn sich die Bremsplatte 21 zwischen dem Bremssattel 31 beziehungsweise seinen Bremsbelägen befindet.
Im Fehlerfall des Notbremssystems 10 nimmt das ansteuerbar ausgebildete Notbremsteil 30 selbstständig den Bremszustand BZ ein und das Förderfahrzeug 50 wird mittels des Notbremssystems 10 gebremst, insbesondere ungesteuert beziehungsweise ungeregelt. Das Notbremssystem 10 beziehungsweise die Reibung im Bremszustand BZ stoppt das Förderfahrzeug 50.
Wie die gezeigten und oben erläuterten Ausführungsbeispiele deutlich machen, stellt die Erfindung ein vorteilhaftes Notbremssystem für ein elektrisch angetriebenes Förderfahrzeug bereit, wobei das Notbremssystem verbesserte Eigenschaften aufweist, und ein Fördersystem mit einem solchen Notbremssystem und eine Produktions- und/oder Logistikanlage mit einem solchen Fördersystem.