Dichtungselement für eine Rakelkammer
Die Erfindung betrifft ein Dichtungselement für eine Farbkammer einer
Rotationsdruckmaschine.
Eine Farbkammer nach dem Stand der Technik ist beispielsweise aus der
DE 19734910 A1 bekannt, in der die Rakelkammer einer Flexodruckmaschine beschrieben ist. Bei Flexodruckmaschinen wird die Druckfarbe auf den Druckzylinder mittels einer Rasterwalze aufgetragen, die ihrerseits mit Hilfe einer Rakelkammer eingefärbt wird. Die Rasterwalze weist an ihrer Oberfläche ein regelmäßiges Raster aus flachen Näpfchen auf, die mit Druckfarbe gefüllt werden, wenn sich der betreffende
Umfangsabschnitt der Rasterwalze durch die mit Druckfarbe gefüllte Farbkammer der Rakelkammer bewegt. Beim Abrollen an dem Druckzylinder wird dann die so aufgenommene Druckfarbe an den Druckzylinder abgeben.
Die Farbkammer ist Teil der Rakelkammer und wird in deren Längsrichtung durch zwei Rakelmesser und an deren Stirnseiten durch zwei Dichtungselemente begrenzt. Herkömmliche Dichtungselemente dieser Art bestehen üblicherweise aus einem nachgiebigen Material, wie etwa Schaumstoff oder Filz. Das Material des
Dichtungselements muss dabei verschiedene Anforderungen erfüllen. Es muss einerseits eine zuverlässige und dauerhafte Abdichtung der Farbkammer
gewährleisten, sollte jedoch andererseits im Hinblick auf die Reibung zwischen dem Dichtungselement und der rotierenden Rasterwalze eine möglichst hohe
Abriebfestigkeit aufweisen. Darüber hinaus muß das Material gegenüber den eingesetzten Druckfarben und Lösungsmitteln chemisch und mechanisch beständig
sein. Die Druckfarbe, die mit der Oberfläche des Dichtungselementes in Berührung kommt, kann einerseits zu einem Quellen und Aufweichen des Materials führen und kann andererseits nach dem Eintrocknen der Druckfarbe zu einer Versprödung des Materials führen.
Weiterhin muss das Dichtungselement eine geeignete Elastizität und Steifigkeit aufweisen. Je steifer das Dichtungselement ist und je größer die Kraft ist, mit der das Dichtungselement gegen die Rasterwalze gepresst wird, desto höher ist die
Dichtungswirkung, aber desto größer ist gleichzeitig auch der Verschleiß aufgrund der Reibung der Rasterwalze. Umgekehrt können bei einem relativ weich
ausgelegten Dichtungselement an verschiedenen Stellen Leckagen auftreten, wie etwa an der Berührungsfläche zwischen Rasterwalze und dem Dichtungselement oder auch an der Berührungsfläche zwischen dem Dichtungselement und der entsprechenden Passform, in der das Dichtungselement gehalten wird. Weiterhin ist zu bedenken, dass es beim Betrieb der Druckmaschine zu einem Verschleiß an den Rakelmessem kommt, sodass sich dadurch die Geometrie des abzudichtenden Querschnitts verändert, was ebenfalls durch das Dichtungselement ausgeglichen werden muss. In allen beschriebenen Fällen kommt es letztlich zu einem hohen Verschleiß an dem Dichtungselement, sodass das Dichtungselement regelmäßig ausgetauscht werden muss. Dies hat wiederum entsprechende Wartungs- und Stillstandskosten an der betreffenden Druckmaschine zur Folge. Aufgabe der Erfindung ist es daher, den Verschleiß an dem Dichtungselement einer Farbkammer zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Bei dem erfindungsgemäßen Dichtungselement handelt es sich um ein
Dichtungselement für eine Farbkammer einer Rotationsdruckmaschine, mit einer Dichtungsfläche, die im Betrieb der Rotationsdruckmaschine an einem Walzenkörper anliegt, wobei die Dichtungsfläche mindestens eine Strömungsaustrittsöffhung aufweist, an der im Betrieb der Rotationsdruckmaschine ein Überdruck eines Fluides
derart aufbaubar ist, dass das Fluid zwischen Dichtungsfläche und Walzenkörper einen dichtenden Strömungsfilm bildet.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren handelt es sich um ein Verfahren zum
Betreiben einer Rotationsdruckmaschine mit einer Farbkammer, die im Betrieb von mindestens einem an einem Walzenkörper anliegenden Dichtungselement gemäß der Erfindung abgedichtet wird, wobei im Betrieb eine Verbindung zwischen der Strömungsaustrittsöffnung und einem gasförmigen Medium hergestellt wird und wobei in dem Fluid ein Überdruck derart aufgebaut wird, dass das Fluid zwischen Dichtungsfläche und Walzenkörper einen dichtenden Strömungsfilm bildet.
Das erfindungsgemäße Dichtungselement wird vorzugsweise für die stirnseitigen Dichtungen einer Rakelkammer einer Flexodruckmaschirte verwendet. Überraschenderweise kann mit der Erfindung eine Vielzahl von Vorteilen erzielt werden. Zunächst einmal kann grundsätzlich die Lebensdauer der verwendeten Dichtung gesteigert und somit die Anzahl der Wartungsintervalle reduziert werden. Sodann kann bei stillstehender Walze ein Antrocknen der Dichtung am Walzenkörper verhindert werden. Außerdem wurde festgestellt, dass sich die Reibung zwischen Walzenkörper und Dichtungskörper reduziert, was zu einer geringeren
Verlustleistung an den Walzenantrieben und damit zu einer entsprechenden
Energieeinsparung führt. Schließlich lassen sich an der gesamten Druckmaschine bessere Laufeigenschaften mit einer geringeren Geräuschentwicklung feststellen. Bei dem Fluid kann es sich sowohl um eine Flüssigkeit als auch um ein Gas handeln. Als Gas kann vorzugsweise Luft verwendet werden. Alternativ kann aber auch ein Schutzgas verwendet werden, das geeignet ist, den Sauerstoff in der Umgebungsluft zu verdrängen (beispielsweise Stickstoff bzw. N2), um so ein Eintrocknen von Farbe an der Dichtungsfläche zu verhindern. Als Flüssigkeit kann vorzugsweise das
Lösemittel der Farbe verwendet werden (beispielsweise Alkohol oder Wasser).
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Fluid mit mindestens einem weiteren Fluid angereichert ist, das sich im Strömungsfilm ausbreitet und die Dichtungswirkung erhöht. So ist es zum Beispiel denkbar, als
primäres Fluid Luft zu verwenden, die mit zerstäubten Tröpfchen einer Flüssigkeit angereichert wird. Als Flüssigkeit wird dabei vorzugsweise das betreffende
Lösungsmittel der gerade verdruckten Farbe verwendet, d.h. in der Regel Ethanol oder Wasser. Besonders Vorzugsweise ist eine Umschaltvorrichtung vorgesehen, mit der bei einem Farbwechsel auf die geeignete Flüssigkeit umgeschaltet werden kann, die in dem strömenden Gas zerstäubt werden soll.
Darüber hinaus ist es auch denkbar, dass das Fluid mit Feststoffpartikeln
angereichert wird. Beispielsweise können PTFE-Partikel in das Fluid eingebracht werden (z.B. mit einem Durchmesser von 0,5 pm). PTFE (Polytetrafluorethen) ist ein lineares Polymer aus Kohlenstoff und Fluor mit einem sehr niedrigen
Reibungskoeffizienten. Die PTFE-Partikel lagern sich an der Dichtungsfläche ab und erhöhen auf diese Weise sowohl die Gleiteigenschaften also auch die
Dichtungseigenschaften der Dichtungsfläche. Außerdem wurde festgestellt, dass mit dieser Maßnahme die Dichtungsfläche quasi imprägniert wird, sodass sich weniger Farbpartikel an der Dichtungsfläche anlagern können.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das
Dichtungselement mindestens eine Materialkomponente mit elastischen
Eigenschaften aufweist. Als elastische Materialkomponenten kommen beispielsweise Materialen wie Schaumstoffe, Filze oder Synthesekautschuke (beispielsweise
Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk bzw. EPDM oder Ethylen-Propylen-Kautschuk bzw. EPM) in Betracht. Die Stauchhärte des Materials wird derart gewählt, dass hierdurch im Betrieb eine geeignete Vorspannung der Dichtungsfläche gegenüber dem Walzenkörper hervorgerufen wird.
Eine andere Variante besteht darin, dass das Dichtungselement aus einem weniger komprimierbaren Material mit höherer Stauchhärte besteht (beispielsweise Teflon oder Polyurethan) und dass die Vorspannung der Dichtungsfläche gegenüber dem Walzenkörper durch eine zusätzliche Vorrichtung, wie etwa eine mechanische, hydraulische oder pneumatische Feder, erfolgt.
Schließlich ist es auch denkbar, dass der Grundkörper des Dichtungselements aus einem elastischen Material besteht, dessen Stauchhärte die Vorspannung der
Dichtungsfläche gegenüber dem Walzenkörper bewirkt. Zusätzlich kann die
Dichtungsfläche aus einem weniger komprimierbaren Material mit höherer
Stauchhärte beschichtet sein, um an dieser Stelle den Verschleiß zu reduzieren. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Dichtungselement aus einem Formkörper besteht, der von einem von dem Fluid durchströmten, elastischen Schlauch umgeben ist, .wobei ein Teil des Schlauches die Dichtungsfläche bildet und die mindestens eine Strömungsaustrittsöffnung aufweist. Nachdem die Rakelkammer an der Rasterwalze angestellt wurde, wird der Schlauch von dem Fluid durchströmt, wobei sich dabei der Schlauch ähnlich wie ein Fahrradschlauch beim Aufpumpen eines Fahrradreifens an die Begrenzungsflächen dichtend anlegt.
Aus den obigen Erläuterungen wird deutlich, dass bei Bedarf nicht nur eine, sondern mehrere Strömungsaustrittsöffnungen entlang der Dichtungsfläche vorgesehen werden können, um die Vorteile der Erfindung weiter zu steigern.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Überdruck des Fluides durch eine Druckleitung bereitgestellt wird, an der eine Druckmesseinrichtung angeschlossen ist, deren Messwerte an eine
Überwachungvorrichtung übertragbar sind. Auf diese Weise kann sowohl ein unerwünschter Druckanstieg (z.B. bei einer verstopften Strömungsaustrittsöffnung) als auch ein unerwünschter Druckabfall (z.B. aufgrund von Leckagen) erkannt werden. Dabei ist ein unerwünschter Druckanstieg in der Regel ein Indikator dafür, dass das Dichtungselement ausgetauscht werden muss. Sobald dieser Fall von der Überwachungsvorrichtung erkannt wird, kann die Überwachungsvorrichtung also eine entsprechende Warnmeldung an den Bediener der Druckmaschine abgeben, dass das betreffende Dichtungselement ausgetauscht werden muss. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
eine perspektivische Ansicht eines Dichtungselements gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine schematische Seitenansicht einer Rakelkammer gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine schematische Seitenansicht einer Rakelkammer gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer gemäß einem fünften Ausfuhrungsbeispiel der Erfindung, eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel der Erfindung, und eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer gemäß einem siebten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 1 eine
perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer 101 mit einem
Dichtungselement 102 und einem Stirnblech 103.
Die Rakelkammer 101 umfasst einen Rahmenträger 104, auf dem die Farbkammer 105 sitzt. An den Längsseiten der Farbkammer sind Halteschienen 106, 107 zum Befestigen der Rakelmesser vorgesehen. Unter der Farbkammer 105 befinden sich die Farbzuleitung 108 sowie die Farbabführleitung 109 zum Betreiben des
Farbkreislaufs. Direkt an der Stirnseite der Rakelkammer ist eine Passform 110 für das
Dichtungselement 102 vorgesehen. In die Passform 110 ragt ein Druckluftpin 111 hinein, der über die Druckluftleitung 112 und den Druckluftanschluss 113 mit
Druckluft versorgt wird.
Die Dichtungsfläche 114 des Dichtungselements 102 weist eine
Druckluftaustrittsöffnung 115, die mit der Unterseite des Dichtungselements 102 durch einen Druckluftkanal 116 verbunden ist. Die Druckluftaustrittsöffnung 115 ist auf der Dichtungsfläche 114 etwas seitlich versetzt angeordnet, da im Betrieb ein Großteil des Strömungsfilms von der Rasterwalze in Drehrichtung 117 transportiert wird und sich nur ein geringerer Teil des Strömungsfilms gegen die Drehrichtung 117 ausbreitet. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, ist es auch möglich, mehrere Druckluftaustrittsöffnungen 115 vorzusehen. Der Druckluftpin 111 weist einen größeren Durchmesser als der Druckluftkanal 116 innerhalb des Dichtungselements 102 auf, sodass der Druckluftkanal 116 den Druckluftpin 111 bei Normaldruck dichtend umschließt. Entsteht aus irgendeinem Grund allerdings ein zu hoher Druck in der Druckluftleitung 112, dann wirkt der elastische Druckluftkanal 116 als Überdruckventil. Ein zu hoher Druck im System kann beispielsweise durch ein Verstopfen der Druckluftaustrittsöffnung 115 verursacht werden. Zur Überwachung der Funktion des gesamten
Dichtungselements 102 ist es daher auch denkbar, ein Druckmanometer an die Druckluftleitung 112 anzuschließen, um auf diese Weise sowohl einen
unerwünschten Druckanstieg (z.B. bei einer verstopften Druckluftaustrittsöffnung 115) als auch einen unerwünschten Druckabfall (z.B. aufgrund von Leckagen) zu erkennen.
Zur Inbetriebnahme der Rakelkammer wird das Dichtungselement 102 in die
Passform 110 eingesetzt, sodass der Druckluftpin 111 in den Druckluftkanal 116 hineinragt. Zur Sicherung des Dichtungselements 102 wird das Stirnblech 103 vor dem Dichtungselement 102 befestigt. Zu diesem Zweck sind an dem Stirnblech 103 die Aussparungen 118, 119 vorgesehen, die mit den auf Bolzen befestigten
Klemmscheiben 120, 121 derart korrespondieren, dass sich das Stirnblech 103 hinter den Klemmscheiben 120, 121 einrasten lässt. Zur besseren Handhabung des
Stirnblechs 103 sind die Grifflöcher 122, 123 vorgesehen.
Nachdem auch die Rakelmesser montiert wurden, wird die Rakelkammer 101 gegen die Rasterwalze der Flexodruckmaschine angestellt und der Farbkreislauf in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird auch die Druckluftleitung 112 mit Druckluft
beaufschlagt, beispielsweise mit einem Druck von 4 bar. Über den Druckluftpin 111 gelangt die Druckluft in den Druckluftkanal 116 und tritt an der
Druckluftaustrittsöffnung 115 mit einem Druck von ca. 1,8 bar aus. Die derart austretende Druckluft bildet zwischen der Dichtungsfläche 114 und der
Rasterwalzenoberfläche einen Strömungsfilm, mit dem sich die oben bereits beschriebenen Wirkungen der Erfindung erzielen lassen. Die
Strömungsaustrittsöffnung kann beispielsweise einen Durchmesser von 0,5 mm aufweisen, durch die Im Betrieb eine Luftströmungsmenge von 2 Liter/Minute hindurchtritt. Das heißt, dass bereits geringe Luftmengen ausreichen, um die erfindungsgemäßen Wirkungen erzielen zu können.
An der Druckluftleitung 112 ist eine nicht weiter gezeigte Druckmesseinrichtung angeschlossen, um den Luftdruck überwachen zu können. Die Messwerte der Druckmesseinrichtung werden eine Überwachungvorrichtung übertragen, sodass der Bediener der Druckmaschine die Werte bei Bedarf ablesen kann. Sobald der Druck in der Druckluftleitung 112 über eine bestimmte Schwelle ansteigt, wird von der Überwachungsvorrichtung eine Warnmeldung ausgegeben. In der Regel bedeutet diese Warnmeldung, dass die Druckluftaustrittsöffnung 115 verstopft ist, sodass das Dichtelement 102 ausgetauscht werden muss.
Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 2 eine
perspektivische Ansicht eines Dichtungselements 201. Das Dichtungselement 201 unterscheidet sich gegenüber dem Dichtungselement 102 gemäß Fig. 1 dadurch, dass nunmehr ein offener Druckluftkanal 202 vorgesehen ist, der zu der ebenfalls offenen Druckluftaustrittsöffnung 203 führt. Im Betrieb liegt an der geraden Fläche 204 allerdings ein Rakelmesser an, sodass dann der Druckluftkanal 202 und die Druckluftaustrittsöffnung 203 geschlossen sind. In entsprechender Weise wie in dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 wird der Druckluftkanal 202 dann mit Druckluft beaufschlagt, sodass die Druckluft durch die Druckluftaustrittsöffnung 203 austritt und von der Rasterwalze in die Drehrichtung 205 über die Dichtungsfläche 206 verteilt wird. Insgesamt lassen sich auf diese Weise die gleichen Wirkungen der Erfindung wie in dem Ausfuhrungsbeispiel gemäß Fig. 1 erzielen. Es ist auch möglich, an einem Dichtungselement sowohl einen Druckluftkanal 116 gemäß Fig. 1, als auch einen Druckluftkanal 202 gemäß Fig. 2 vorzusehen.
Gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 3 eine
schematische Seitenansicht einer Rakelkammer 301 in Druckbetriebsposition, die an einer Rasterwalze 302 einer Flexodruckmaschine angestellt ist. Die Rasterwalze 302 dreht sich im Betrieb in Richtung des Pfeils 303 und nimmt in der Farbkammer 304 Farbe auf. Die Farbkammer 304 wird wiederum durch die Rasterwalze 302, das Schließrakel 305, das Arbeitsrakel 306 sowie stirnseitig jeweils durch das
Dichtungselement 307 begrenzt. Das Schließrakel 305 und das Arbeitsrakel 306 sind durch die Halteschienen 308 und 309 auf der Rakelkammer 301 befestigt.
Das Dichtungselement 307 besteht aus einem porösen Material, beispielsweise aus mikroporösem Teflon. An das Dichtungselement 307 ist ein nicht weiter gezeigter Druckluftadapter derart angekoppelt, dass im Bereich des Dichtungselements 307 Druckluft an der Dichtungsfläche austritt, sodass sich zwischen der Dichtungsfläche des Dichtungselements 307 und der Oberfläche der Rasterwalze 302 ein Druckluft- Strömungsfilm ausbildet, mit dem sich wiederum die oben bereits beschriebenen Wirkungen der Erfindung erzielen lassen.
Gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 4 eine
schematische Seitenansicht einer Rakelkammer 401 in Druckbetriebsposition, die an einer Rasterwalze 402 einer Flexodruckmaschine angestellt ist. Die Rasterwalze 402 dreht sich im Betrieb in Richtung des Pfeils 403 und nimmt in der Farbkammer 404 Farbe auf. Die Farbkammer 404 wird wiederum durch die Rasterwalze 402, das Schließrakel 405, das Arbeitsrakel 406 sowie stimseitig jeweils durch das
Dichtungselement 407 begrenzt. Das Schließrakel 405 und das Arbeitsrakel 406 sind durch die Halteschienen 408 und 409 auf der Rakelkammer 401 befestigt.
Die Rasterwalze 402 weist in der Schnittebene eine poröse Oberfläche 410 auf, sodass das vierte Ausführungsbeispiel quasi eine Umkehrung des Prinzips des dritten Ausführungsbeispiels darstellt. Innerhalb der Rasterwalze 402 befindet sich ein nicht weiter gezeigter Druckluftadapter, der an die poröse Oberfläche derart angekoppelt ist, dass im Bereich des Dichtungselements 407 Druckluft an der porösen Oberfläche 410 austritt, sodass sich zwischen der Dichtungsfläche des Dichtungselements 407 und der porösen Oberfläche 410 ein Druckluft-Strömungsfilm
ausbildet, mit dem sich wiederum die oben bereits beschriebenen Wirkungen der Erfindung erzielen lassen.
Gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 5 eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer. Gegenüber Fig. 1 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insoweit auf die obige Beschreibung gemäß Fig. 1 verwiesen werden kann. Ein entscheidender
Unterschied gegenüber dem ersten Ausfuhrungsbeispiel gemäß Fig. 1 besteht bei dem fünften Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 darin, dass statt des
Dichtungselements 102 nunmehr ein Dichtungsballon 501 vorgesehen ist. Das elastische Material des Dichtungsballons 501 muss dabei derart gewählt werden, dass dieses sowohl gegenüber der Druckfarbe als auch gegenüber dem
durchströmenden Fluid ausreichend beständig ist. Ein Material, das sowohl gegenüber Wasser, als auch gegenüber Ethanol und Druckfarbe beständig ist, wäre beispielsweise EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Der bekannte
Butylkautschuk, womit auch herkömmliche Fahrradschläuche hergestellt werden (Kurzzeichen HR bzw. Isobuten-Isopren-Copolymer) ist demgegenüber nur gegen Wasser und wasserlösliche Farben ausreichend beständig und kommt daher für Ethanol und ethanol-lösliche Farben nicht in Betracht.
Der Dichtungsballon 501 ist in der Passform 110 mit dem Druckluftpin 111 dichtend verbunden. An seiner Oberseite weist der Dichtungsballon 501 eine oder mehrere Druckluftaustrittsöffnungen 502 auf. Zur Inbetriebnahme der Rakelkammer 101 wird das Stirnblech 103 mit den
Aussparungen 118, 119 an den Klemmscheiben 120, 121 befestigt. Die Grifflöcher 503, 504 des Stirnblechs 103 sind auf der der Rakelkammer 101 zugewandten Seite mit einem Gitter oder etwas Ähnlichem versehen, um zu verhindern, dass der Dichtungsballon 501 in seinem aufgeblasenen Zustand aus den Grifflöchern 503, 504 herausquillt. Sodann wird die Rakelkammer 101 gegen die Rasterwalze der Flexodruckmaschine angestellt, sodass die Passform 110 nach allen Seiten geschlossen ist. Bevor der Farbkreislauf nunmehr in Betrieb genommen wird, wird der Dichtungsballon 501 innerhalb der Passform 110 auf seine endgültige Größe aufgeblasen, sodass der Dichtungsballon 501 sich ähnlich wie ein Fahrradschlauch
beim Aufpumpen eines Fahrradreifens an die Begrenzungsflächen der Passform 110 dichtend anlegt. Es entsteht somit eine flexible Dichtung, mit der auch
Dichtungsprobleme beherrscht werden können, die nach dem Stand der Technik nicht gelöst werden konnten, wie etwa der Verschleiß der Rakelmesser oder auch während des Druckprozesses auftretende, starke Vibrationen.
Mit gestrichelten Linien wird der Dichtungsballon in einem halbaufgeblasenen
Zustand 505 gezeigt. Es wird deutlich, dass sich die Druckluftaustrittsöffnungen von ihrer ursprünglichen Position 502 nunmehr in die Position 506 bewegt haben und damit an der Rasterwalze anliegen und somit die erwünschte Dichtungsfläche bilden.
Um die Reibung zwischen der Rasterwalze und dem Dichtungsballon 501 zu verringern und gleichzeitig die Dichtungswirkung zu erhöhen, kann die Oberfläche des Dichtungsballons in der bereits beschriebenen Weise beschichtet sein.
Zusätzlich oder alternativ kann das Fluid in der ebenfalls bereits beschriebenen Weise mit einem weiteren Fluid und/oder mit Partikeln angereichert werden, die sich im Strömungsfilm ausbreiten und die Dichtungswirkung erhöhen.
Gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 6 eine perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer. Gegenüber Fig. 1 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insoweit auf die obige Beschreibung gemäß Fig. 1 verwiesen werden kann. Ein entscheidender
Unterschied gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 besteht bei dem sechsten Ausfuhrungsbeispiel gemäß Fig. 6 darin, dass statt des
Dichtungselements 102 nunmehr eine Dichtungsform 601 mit einem umlaufenden Schlauch 602 vorgesehen ist. Die Hilfelinien 603 deuten die Schlauchform längs des Umfangs an. Der Schlauch 602 weist an der Unterseite der Dichtungsform 601 einen Anschluss-Stutzen 604 auf, der dichtend über den Druckluftpin 111 gestülpt werden kann. Außerdem weist der Schlauch 602 an der Oberseite der Dichtungsform 601 eine oder mehrere Druckluftaustrittsöffhungen auf.
Die Inbetriebnahme der Rakelkammer 101 erfolgt analog wie beim fünften
Ausführungsbeispiel: Zunächst wird das Stirnblech 103 mit den Aussparungen 118, 119 an den Klemmscheiben 120, 121 befestigt. Sodann wird die Rakelkammer 101
gegen die Rasterwalze der Flexodruckmaschine angestellt, sodass die Passform 110 nach allen Seiten geschlossen ist. Bevor der Farbkreislauf nunmehr in Betrieb genommen wird, wird der Schlauch 602 innerhalb der Passform 110 auf seine endgültige Größe aufgeblasen, sodass der Schlauch 602 sich ähnlich wie ein
Fahrradschlauch beim Aufpumpen eines Fahrradreifens an die Begrenzungsflächen der Passform 110 dichtend anlegt. Die Druckluftaustrittsöffhungen 605 liegen dabei an der Rasterwalze an und bilden somit die erwünschte Dichtungsfläche. Es entsteht somit eine flexible Dichtung, mit der auch Dichtungsprobleme beherrscht werden können, die nach dem Stand der Technik nicht gelöst werden konnten, wie etwa der Verschleiß der Rakelmesser oder auch wahrend des Druckprozesses auftretende, starke Vibrationen.
Gemäß einem siebten Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 7 eine
perspektivische Ansicht der Stirnseite einer Rakelkammer. Gegenüber Fig. 1 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insoweit auf die obige Beschreibung gemäß Fig. 1 verwiesen werden kann. Ein entscheidender
Unterschied gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 besteht bei dem siebten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 darin, dass sich der Vorgang des Einfügens des Dichtungselements 701 in die Passform 110 vereinfacht.
Hierzu ist der Druckluftpin 111 aus Fig. 1 etwas länger ausgeführt und ragt - wie durch das Bezugszeichen 706 gezeigt - etwa mittig in die Passform 110 hinein.
Zusätzlich wird der Druckluftpin 706 durch einen Bolzen 707 fixiert. Korrespondierend zum Bolzen 707 weist das Dichtungselement 701 eine Bohrung
704 in Richtung des Pfeils 708 sowie einen Schlitz 705 auf, wobei sich der Schlitz
705 unterhalb der Bohrung 704 ebenfalls in der Ebene in Richtung des Pfeils 708 erstreckt. Im Übrigen weist das Dichtungselement 701 wie das Dichtungselement 102 aus Fig. 1 eine Dichtungsfläche 702 und eine Druckluftaustrittsöffnung 703 auf, wobei die Druckluftaustrittsöffnung 703 sich als durchgängige Bohrung in der gezeigten Weise innerhalb des Dichtungselements 701 fortsetzt.
Die Inbetriebnahme erfolgt analog wie beim ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 , wobei sich das Einfügen des Dichtungselements 701 in die 110 vereinfacht,
da das Dichtungselement direkt in Richtung des Pfeils 708 gegen den Bolzen 707 gedrückt werden kann. Hierbei sorgt der Schlitz 705 dafür, dass sich das
Dichtungselement 701 nach unten leicht öffnet und somit Platz für den Druckluftpin 706 macht. Nachdem das Dichtungselement 701 auf diese Weise in seine
Endposition gedrückt wurde, korrespondiert der Ausgang des Druckluftpins 706 mit der entsprechenden Bohrung der Druckluftaustrittsöffnung 703, sodass Druckluft aus der Druckluftaustrittsöffnung 703 austritt, sobald die Druckluftleitung 112 mit
Druckluft beaufschlagt wird. Zur Sicherung des Dichtungselements 701 wird schließlich noch das Stirnblech 103 vor dem Dichtungselement 701 befestigt. Zu diesem Zweck sind an dem Stirnblech 103 die Aussparungen 118, 119 vorgesehen, die mit den auf Bolzen befestigten Klemmscheiben 120, 121 derart korrespondieren, dass sich das Stirnblech 103 hinter den Klemmscheiben 120, 121 einrasten lässt. Zur besseren Handhabung des
Stirnblechs 103 sind die Grifflöcher 122, 123 vorgesehen.
Nachdem auch die Rakelmesser montiert wurden, wird die Rakelkammer 101 gegen die Rasterwalze der Flexodruckmaschine angestellt und der Farbkreislauf in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird auch die Druckluftleitung 112 mit Druckluft
beaufschlagt, beispielsweise mit einem Druck von 4 bar. Über den Druckluftpin 706 gelangt die Druckluft über die Bohrung innerhalb des Dichtungselements 701 zu der Druckluftaustrittsöffnung 703 und tritt dort mit einem Druck von ca. 1 ,8 bar aus. Die derart austretende Druckluft bildet zwischen der Dichtungsfläche 702 und der
Rasterwalzenoberfläche einen Strömungsfilm, mit dem sich die oben bereits beschriebenen Wirkungen der Erfindung erzielen lassen. Die
Dmckluftaustrittsöffhung 703 kann beispielsweise einen Durchmesser von 0,5 mm aufweisen, durch die im Betrieb eine Luftströmungsmenge von 2 Liter/Minute hindurchtritt. Das heißt, dass bereits geringe Luftmengen ausreichen, um die erfindungsgemäßen Wirkungen erzielen zu können.