Verfahren und Vorrichtung zum Generieren von Stcuerdaten zum Stenern einer An fzugantage ..djjxh ^ ei ner Bedienfläche
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Generieren von Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren und eine Steuervorrichtung zum Steuern einer Aufzuganlage sowie eine hiermit versehene Aufzuganlage, ein hierfür einsetzbares Computerprogrammprodukt sowie ein ein solches Computerprogrammprodukt speicherndes computerlesbares Medium. Außerdem betrifft die Erfindung eine Verwendung eines portablen Geräts zur Durchführung eines solchen Verfahrens.
Aufzüge werden unter anderem dazu eingesetzt, Passagiere zwischen verschiedenen Stockwerken innerhalb eines Gebäudes zu befördern. Ein Passagier muss dabei im Allgemeinen über eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI - Human Machine Interface) eine Steuerung der Aufzuganlage darüber informieren können, wohin die Steuerung eine Aufzugskabine fahren lassen soll. Hierzu ist herkömmlich im Innenraum der Aufzugskabine ein Kabinenbedienpanel (COP■- Car Operating Panel) vorgesehen, mithilfe dessen ein in die Aufzugskabine eingestiegener Passagier angeben kann, zu welchem Stockwerk er gebracht werden möchte. Ferner sind an den Stockwerken im Zugangsbereich zu der Aufzuganlage Landestelienbedienpanels (LOP - Landing Operating Panels) vorgesehen, mithilfe derer ein Passagier beispielsweise angeben kann, dass eine Aufzugskabine zu dem Stockwerk, in dem er sich augenblicklich befindet, gefahren werden soll.
Herkömmlich sind sowohl das Kabinenbedienpanel wie auch die
Landestelienbedienpanels meist als separat vorzusehende Einrichtungen ausgestaltet, bei denen der Passagier beispielsweise durch manuelles Betätigen von Bedienflächen seine Anforderungen der Steuerung der Aufzuganlage übermitteln kann. Die Bedienflächen sind herkömmlich häufig in Form von Tastern ausgebildet, welche beispielsweise mechanisch oder kapazitiv betätigt werden können.
Das Vorsehen von Bedienpanels für eine Aufzuganlage bringt im Regelfall unter anderem mit sich, dass eine hierfür notwendige Hardware hergestellt und in der Aufzuganlage installiert werden muss. Dies geht im Allgemeinen mit erheblichen Hersteillings- und Installationskosten einher. Außerdem kann eine hierfür notwendige Hardware einem
KU:KU
Ausfallrisiko, beispielsweise durch Verschleiß, unterliegen, so dass in diesem
Zusammenhang erhebliche Wartungskosten entstehen können.
Es kann daher ein Bedarf an einem Verfahren sowie einer Vorrichtung zum Generieren von Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage bestehen, mithilfe derer ein in diesem Zusammenhang bisher entstehender Kostenaufwand, Installationsaufwand und/oder Wartungsaufwand reduziert werden können. Ferner kann ein Bedarf an einem Verfahren und einer Steuervorrichtung zum Steuern einer Aufzuganlage sowie einer mit einer solchen Steuervorrichtung ausgestatteten Aufzuganlage bestehen, welche dazu ausgestaltet sind, entsprechend generierte Steuerdaten zu nutzen. Ergänzend kann ein Bedarf an einem Computerprogrammprodukt bestehen, welches bei Ausführung durch einen Prozessor diesen dazu anweist, ein entsprechendes Verfahren durchzuführen, sowie an einem computerlesbaren Medium, auf dem ein solches Computerprogrammprodukt gespeichert ist. Letztlich kann ein Bedarf dafür bestehen, ein von einem Passagier mitführbares portables Gerät dazu zu verwenden, ein entsprechendes Verfahren durchzuführen.
Einem solchen jeweiligen Bedarf kann durch den Gegenstand eines der unabhängigen Patentansprüche entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen sowie in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Generieren von Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage beschrieben, welches zumindest die folgenden Verfahrensschritte aufweist: Es wird ein Abbild eines
Bedienpaneis derart projiziert, dass es für einen Nutzer auf einer Bedienfläche visuell wahrnehmbar ist. Dann wird erkannt, ob ein Bereich der Bedienfläche innerhalb des Abbilds des Bedienpanels durch einen Benutzer berührt wurde. Ein solches Erkennen erfolgt durch optisches Überwachen der Bedienfläche daraufhin, ob innerhalb des Abbilds des Bedienpanels ein kleinflächiger Bereich mit von umgebenden großflächigen Bereichen abweichender Temperatur und mit im Verlaufe der Zeit sich an die Temperatur der umgebenden Bereiche angleichender Temperatur auftritt. Daraufhin werden
Steuerdaten abhängig von einer Position des durch den Nutzer berührten Bereichs der Bedienfläche relativ zu dem Abbild des Bedienpanels generiert. Die derart generierten Steuerdaten werden dann an eine Steuerung der Aufzuganlage übermittelt.
Mögliche Merkmaie und Vorteile von Alisführungsformen der Erfindung können unter anderem als auf nachfolgend beschriebenen Ideen und Erkenntnissen beruhend angesehen werden.
Wie einleitend angegeben, werden Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage bisher meist unter Verwendung speziell hierfür vorgehaltener Bedienpanels generiert. Um einen hierfür anfallenden Herstellungs-, Installations- und/oder Wartungsaufwand reduzieren zu können, wird, grob zusammengefasst, vorgeschlagen, eine Art virtuelles Bedienpanel zu implementieren, bei dem ein Abbild eines Bedienpanels für einen Nutzer sichtbar projiziert wird, hierfür aber keine speziellen strukturellen bzw. gerätetechnisch vorzusehenden Maßnahmen notwendigerweise in der Aufzuganlage vorzusehen sind. Das Abbild des Bedienpanels soll dabei derart projiziert werden, dass der Nutzer das virtuelle Bedienpanel auf einer Bedienfläche visuell wahrnehmen kann, das heißt, sehen kann. Das virtuelle Bedienpanel kann dabei für den Nutzer Teil einer erweiterten Realität
(„augmented reality") sein. Die Bedienfläche kann hierzu prinzipiell jede Oberfläche sein, beispielsweise eine Oberfläche innerhalb der Aufzugskabine oder eine Oberfläche in einem Gebäudestockwerk, beispielsweise neben einer Aufzugtür. Das Abbild des Bedienpanels kann somit beispielsweise ein Kabinenbedienpanel (COP) und/oder ein Landestellenbedienpanel (LOP) wiedergeben.
Um seine Anforderung bzw. seinen Wunsch an die Aufzuganlage eingeben zu können, kann ein Nutzer bzw. Passagier einen entsprechenden Bereich der Bedienfläche innerhalb des Abbilds des Bedienpanels kurzzeitig berühren. Verschiedene Bereiche der
Bedienfläche können dabei durch das darauf projizierte Abbild des Bedienpanels so geeignet markiert sein, dass der Nutzer sie als Betätigungsflächen, ähnlich wie bei Knöpfen und Tasten herkömmlicher COPs oder LOPs, wahrnehmen kann. Ein Nutzer kann somit einen dieser im Verhältnis zum gesamten Abbild des Bedienpanels kleinflächigen Bereiche auf der Bedienfläche berühren und somit ähnlich wie bei herkömmlichen Bedienpanels„betätigen".
Um zu erkennen, dass der Nutzer einen kleinflächigen Bereich des Abbilds des
Bedienpanels auf der Bedienfläche berührt hat, wird die Bedienfläche beispielsweise mithilfe einer Art Wärmebildkamera optisch überwacht.
Bei einem solchen optischen Überwachen wird kontinuierlich oder in kurzen zeitlichen Abständen überprüft, ob innerhalb des Abbilds des Bedienpanels auf der Bedienfläche ein kleinflächiger Bereich auftritt, der im Vergleich zu einem umgebenden größerflächigen Bereich eine abweichende Temperatur aufweist. Die abweichende Temperatur kann dabei höher oder niedriger sein als diejenige der umgebenden großflächigen Bereiche. Die lokal abweichende Temperatur des kleinflächigen Bereichs kann hierbei als Hinweis dafür dienen, dass ein Nutzer den kleinflächigen Bereich zuvor mit seiner Hand bzw. einem seiner Finger kurzzeitig berührt hat und ihn dabei lokal erwärmt oder abgekühlt hat. Der kleinflächige Bereich kann beispielsweise einer Fläche einer Fingerkuppe oder Teilen einer Hand entsprechen, das heißt beispielsweise eine Fläche von zwischen 0,5 und 20 cm2, vorzugsweise zwischen 1 und 5 cm2, aufweisen.
Als weiteres Indiz, um zu beurteilen, ob innerhalb des projizierten Abbilds des
Bedienpanels ein kleinflächiger Teilbereich durch lokales Berühren„betätigt" wurde, wird überwacht, ob sich eine von umgebenden großflächigen Bereichen abweichende Temperatur innerhalb des kleinflächigen Bereichs im Laufe der Zeit an die Temperatur der umgebenden Bereiche angleicht. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass der kleinflächige Bereich zuvor kurzzeitig vom Nutzer berührt und dabei in seiner
Temperatur verändert wurde, diese Temperaturveränderung jedoch mit der Zeit wieder abklingt und somit zeitlich begrenzt ist. Auf diese Weise kann erkannt werden, dass die sich lokal unterscheidende Temperatur des kleinflächigen Bereichs tatsächlich durch ein Berühren durch den Nutzer begründet ist und nicht beispielsweise aufgrund anderer, zeitlich permanenter Effekte entsteht.
Sobald ein durch den Nutzer berührter Bereich der Bedienfläche erkannt wurde, kann dessen Position relativ zu dem Abbild des Bedienpanels bestimmt werden. Mit anderen Worten kann erkannt werden, wo der Nutzer das virtuell projizierte Bedienpanel versucht hat zu„betätigen". Daraus kann beispielsweise abgeleitet werden, zu welchem Stockwerk der Nutzer mithil e des Aufzugs transportiert werden möchte oder welche andere Funktion des Aufzugs der Nutzer aktivieren möchte. Basierend auf der Kenntnis der Position des durch den Nutzer berührten Bereichs der Bedienfläche relativ zu dem Abbild des Be lienpanels können dann somit Steuerdaten zum Steuern der Aufzuganlage geeignet generiert werden.
Abschließend werden diese generierten Steuerdaten an eine Steuerung der Aufzuganlage übermittelt, so dass die Steuerung beispielsweise einen Antrieb der Aufzuganlage geeignet ansteuern kann, um die Aufzugskabine zu einem gewünschten Stockwerk zu verfahren.
Gemäß einer Ausführungsform kann bei dem hierin vorgeschlagenen Verfahren das Projizieren des Abbilds des Bedienpanels und das Erkennen des durch den Nutzer berührten Bereichs der Bedienfläche mittels eines von dem Nutzer mitzuführenden portablen Geräts erfolgen. Ein solches portables Gerät kann beispielsweise ein intelligentes Mobiltelefon („Smartphone"), eine intelligente Uhr („Smartwatch"), eine intelligente Brille, manchmal auch als Head-Mounted Display (HMD) bezeichnet, wie. z.B.„Smart Glasses",„Google Glasses", oder ein intelligentes Kleidungsstück („Smart Garments") sein.
Solche von einem Nutzer mitzuführenden portablen, intelligenten Geräte können heutzutage mit verschiedenen kleinbauenden Komponenten ausgestattet sein, die es ermöglichen können, Bilder zu projizieren, Bereiche einer Umgebung optisch zu überwachen und/oder zugehörige Daten oder Signale zu analysieren, weiterzuverarbeiten und letztendlich an andere Geräte zu übermitteln.
Beispielsweise können portable, intelligente Geräte mit einem miniaturisierten Projektor („Beamer") ausgestattet sein, mithilfe dessen Bilder derart projiziert werden können, dass sie für einen Nutzer auf einer Bedienfläche visuell wahrnehmbar sind. Außerdem können solche intelligenten portablen Geräte optische Sensoren, beispielsweise in Form einer orts- und/oder zeitauflösenden Kamera, aufweisen, mithilfe derer sie umgebende Bereiche optisch überwachen können. Insbesondere können solche Sensoren bzw.
Kameras ähnlich einer Wärmebildkamera dazu ausgestaltet sein, Wärmestrahlung in Form von Infrarotstrahlung (IR) zu detektieren. Insbesondere können die Sensoren bzw. Kameras dazu ausgelegt sein, ortsaufgelöste Aufnahmen der Umgebung zu liefern, um beispielsweise einen kleinflächigen Bereich mit einer von umgebenden großflächigen Bereichen abweichender Temperatur erkennen zu können. Außerdem können die Sensoren bzw. Kameras dazu ausgelegt sein, eine Umgebung zeitaufgelöst zu überwachen, um beispielsweise erkennen zu können, dass der genannte kleinflächige
Bereich sich mit seiner anfänglich abweichenden Temperatur im Verlaufe der Zeit an die Temperatur der umgebenden Bereiche angleicht.
Das portable intelligente Gerät kann ferner eine zentrale Recheneinheit (CPU) sowie Speicher aufweisen, welche es in die Lage versetzen, zum Beispiel Bilddaten eines zu projizierenden Abbilds zu erstellen und/oder von Sensoren bzw. einer Kamera gelieferte Bilddaten zu analysieren und weiterzuverarbeiten.
Ferner können portable intelligente Geräte dazu ausgelegt sein, Daten kabelgebunden oder drahtlos an andere Geräte zu übermitteln. Somit können beispielsweise Steuerdaten, welche durch Analyse von durch die Sensoren bzw. Kamera gelieferten Bilddaten zuvor generiert wurden, an eine Steuerung der Aufzuganlage übermittelt werden.
Ein Konzept hinter der Idee, das verfahrensgemäß durchzuführende Projizieren des Abbilds des Bedienpanels sowie das ebenfalls verfahrensgemäß vorzusehende Erkennen des durch den Nutzer berührten Bereichs der Bedienfläche mittels eines von dem Nutzer mitzu führenden portablen intelligenten Geräts durchzuführen, kann darin gesehen werden, dass auf diese Weise möglichst auf fest in einer Aufzuganlage zu installierende Gerätschaften zum Generieren von Steuerdaten zum Steuern der Autzuganlage verzichtet werden kann. Statt beispielsweise in einer Aufzugskabine ein COP und in den
Stockwerken eines Gebäudes jeweils LOPs fest installiert vorzusehen und hierfür erheblichen Aufwand zur Herstellung dieser Geräte sowie zu ihrer Installation und insbesondere Verkabelung und Wartung betreiben zu müssen, wird angeregt, Funktionen solcher bisher stationär zu installierender Gerätschaften größtenteils durch Gerätschaften übernehmen zu lassen, welche die Nutzer des Aufzugs standardmäßig zu anderen Zwecken ohnehin mit sich tragen und welche dann speziell zum Generieren von
Steuerdaten zum Steuern der Aufzuganlage konfiguriert werden können.
Ähnlich dem Konzept, sein eigenes Gerät mitbringen und nutzen zu können („bring your own device" - BYOD") können somit Passagiere eines Aufzugs ihr eigenes, ihnen vertrautes portables Gerät wie zum Beispiel ihr eigenes Smartphone dann beispielsweise mithilfe einer hierfür speziell bereitgestellten Applikation (,,Αρρ") nutzen, um beispielsweise die Aufzuganlage dazu aufzufordern, eine Aufzugskabine zu ihrem derzeitigen Aufenthaltsort fahren zu lassen bzw. nach Einsteigen in die Aufzugskabine
die Aufzuganlage anzuweisen, die Aufzugskabine hin zu einem Zielstockwerk zu verfahren.
Eine Nutzung von durch Passagiere mitzuführender portabler Geräte als Ersatz oder ergänzend zu herkömmlichen COPs oder LOPs kann auch dahingehend vorteilhaft genutzt werden, dass beispielsweise beim Vorgang des Generierens von Steuerdaten zum Steuern der Aufzuganlage eine Identität und/oder Autorisierungen des das portable Gerät mitführenden Passagiers berücksichtigt werden können.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass nur bestimmte Nutzer der Aufzuganlage zu speziellen Stockwerken eines Gebäudes gefahren werden und Zutritt zu diesen haben sollen. Dementsprechend können diese speziell autorisierten Nutzer vorab beispielsweise ihr mitzuführendes portables Gerät speziell konfigurieren, beispielsweise durch Eingabe eines von dem Aufzuganlagenbetreiber bereitzustellenden Autorisierungscodes, so dass ihnen, und nur ihnen, beispielsweise beim Projizieren des Bedienpanels ein Abbild eines Bedienpanels visuell dargestellt wird, mithilfe dessen auch die zutrittsbeschränkten Stockwerke eines Gebäudes ausgewählt werden können. Nicht autorisierten Personen hingegen wird dann ein Bedienpanel visuell dargestellt, bei dem die Existenz solcher zutrittsbeschränkter Stockwerke beispielsweise überhaupt nicht erkennbar ist oder angegeben ist, dass diese nicht ausgewählt werden können.
Alternativ zu einer Nutzung von portablen Geräten der Passagiere kann das Abbild des Bedienpanels auch mithilfe von Geräten projiziert werden, die Teil der Aufzuganlage sind und/oder die durch den Nutzer berührten Bereiche der Bedienfläche können mithilfe von Geräten erkannt werden, die Teil der Aufzuganlage sind. Beispielsweise kann für die Aufzuganlage ein Projektor vorgesehen sein, der ein Abbild des Bedienpaneis in einer für den Nutzer visuell wahrnehmbaren Weise auf eine Bedienfläche projiziert. Ergänzend kann für die Aufzuganlage eine Kamera oder Sensoren vorgesehen sein, mittels derer die Bedienfläche derart optisch überwacht werden kann, dass erkannt werden kann, wenn ein Passagier einen Bereich der Bedienfläche, auf den das Bedienpanel projiziert wurde, berührt und auf diese Weise betätigen möchte. Das Vorsehen solcher zusätzlicher Hardware für die Aufzuganlage bringt im Regelfall zwar weitere Herstellungs- und Installationskosten mit sich, kann aber vorteilhaft ermöglichen, dass beispielsweise individualisiert auf jeweilige Passagiere abzustimmende Bedienpanels projiziert werden
können und somit beispielsweise nur hierzu autorisierten Passagieren eine
Zugangsmöglichkeit zu zugangsbeschränkten Stockwerken mittels des projizierten Abbilds des Bedienpanels dargestellt wird. Außerdem lassen sich Anpassungen eines durch Projektion dargestellten virtuellen Bedienpanels einfach softwareseitig umsetzen, ohne dass hierfür Geräte oder andere Hardware modifiziert werden oder zu tragen brauchten.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird das Abbild des Bedienpanels direkt auf die Bedienfläche, die entweder von einem Gerät der Aufzugsaniage projiziert wird oder ebenfalls als die Bedienfläche eines mobilen Gerätes dient, wie z.B. der Touchscreen eines Smartphones, projiziert oder dargestellt. Mit anderen Worten kann das Abbild des Bedienpanels direkt hin zu der Bedienfläche in einer Aufzugskabine projiziert oder vorübergehend als ein Abbild des Bedienpanels eines mobilen Gerätes dargestellt werden, so dass das abgebildete Bedienpanel für den Nutzer der Aufzuganiage auf der
Bedienfläche visuell wahrnehmbar ist.
Ein solches direktes Projizieren des Bedienpanels auf die Bedienfläche kann insbesondere dann einfach implementiert werden, wenn hierfür ein fest an der Aufzuganlage installiert vorgesehener Projektor eingesetzt wird, so dass das Abbild des Bedienpanels scharf und ohne Verzerrungen auf der Bedienfläche dargestellt werden kann. Auch ein von einem Nutzer mitzuführendes portables Gerät wie beispielsweise ein Smartphone kann in der Lage sein, ein Abbild eines Bedienpanels geeignet auf die Bedienfläche zu projizieren. Hierbei kann es beispielsweise vorteilhaft sein, wenn das portable Gerät vorab seine Lage und/oder Orientierung relativ zu der Bedienfläche ermitteln kann, um dann das Abbild des Bedienpanels scharf und verzerrungsfrei projizieren zu können.
Als Bedienfläche kann prinzipiell eine beliebige freiliegende und von einem Nutzer von außen beobachtbare Oberfläche in oder an der Aufzuganlage dienen. Vorzugsweise ist die Bedienfläche farblich neutral gehalten, das heißt beispielsweise einfarbig und
vorzugsweise in einem hellen Farbton, insbesondere weiß, gehalten. Auf eine solche Bedienfläche projizierte Bedienpanels sind damit für einen Nutzer leicht visuell wahrnehmbar. Die Bedienfläche ist vorzugsweise eben. Beispielsweise kann die
Bedienfläche eine Oberfläche einer Wandverkleidung in einer Aufzugskabine oder in einem Gebäudestockwerk benachbart zu einer Aufzugtür sein. Die Bedienfläche bzw. ein
sie tragendes Bauelement kann passiv sein, das heißt braucht in keiner Weise Steuer- oder regelbar sein und braucht dementsprechend auch nicht notwendigerweise elektrische Anschlüsse oder Ähnliches aufweisen.
Vorzugsweise kann ein die Bedienfläche bereitsteilendes Bauelement aus einem Material gefertigt sein bzw. derart strukturell ausgebildet sein, dass eine Wärmekapazität im Bereich der Bedienfläche derart ausgebildet ist, dass ein typischerweise kurzes Berühren der Bedienfläche durch einen Nutzer zu einer mess- und erkennbaren
Temperaturänderung in einem kleinflächigen Bereich der Bedienfläche führt. Zum Bilden der Bedienfläche können hierzu metallische Werkstoffe oder auch Kunststoffwerkstoffe oder natürliche Werkstoffe eingesetzt werden.
Alternativ kann gemäß einer Ausführungsform vorgesehen sein, das Abbild des
Bedienpanels direkt in ein Auge des Nutzers zu projizieren.
Beispielsweise kann ein Projektor einer intelligenten Brille dazu vorgesehen sein, Bilder direkt auf die Netzhaut des Auges eines Betrachters zu projizieren. Ein Bild kann hierbei in lediglich ein Auge oder alternativ auch in beide Augen des Betrachters projiziert werden. Ein Nutzer eines Aufzugs kann dabei auf eine hierfür als Bedienfläche geeignet erscheinende Fläche schauen, so dass ein in sein Auge projiziertes Abbild eines
Bedienpanels für den Betrachter derart wirkt, als wäre dieses Bedienpanel auf die Bedienfläche projiziert. Der Nutzer kann dann bestimmte kleinflächige Teilbereiche des projizierten Bedienpanels manuell berühren, um auf dem Bedienpanel dargestellte Steuerfunktionen zu aktivieren, das heißt beispielsweise um ein anzufahrendes
Zielstockwerk auszuwählen.
Vorteilhaft kann hierbei genutzt werden, dass das in das Auge des Nutzers projizierte Abbild ausschließlich für den Nutzer visuell wahrnehmbar ist. Das heißt, während für den Nutzer das Bedienpanel auf der Bedienfläche sichtbar ist, können umstehende Personen dieses Bedienpanel nicht sehen. Hierdurch kann eine Privatsphäre des Nutzers verbessert geschützt werden, da umstehende Personen beispielsweise nicht erkennen können, in welches Stockwerk der Nutzer fahren möchte. Insbesondere, wenn der Nutzer beispielsweise autorisiert ist, in zugangsbeschränkte Stockwerke zu fahren, kann er eine
diesbezügliche Eingabe von Steuerdaten für die Aufzuganlage somit vornehmen, ohne dass mitfahrende Personen in einer Aufzugskabine dies erkennen können.
Gemäß einer Ausführungsform werden die Steuerdaten drahtlos an die Steuerung der
Aufzuganlage übermittelt.
Eine solche drahtlose Datenübermittlung kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn zum Projizieren des Abbilds des Bedienpanels, zum Erkennen des durch den Nutzer berührten Bereichs der Bedienfläche und/oder zum Generieren der Steuerdaten ein von dem Nutzer mitzuführendes portables Gerät eingesetzt wird. Dieses Gerät kann dann vorzugsweise drahtlos mit der Steuerung der Aufzuganlage korrespondieren, so dass der Nutzer sein portables Gerät beispielsweise nicht umständlich mit der Steuerung der Aufzuganlage kabelgebunden verbinden muss.
Eine drahtlose Datenübermittlung kann beispielsweise über Funk, zum Beispiel WLAN (wireless local area network), direkt an die Steuerung der Aufzuganlage erfolgen.
Alternativ kann beispielsweise ein als portables Gerät eingesetztes Smartphone entsprechende Daten beispielsweise über einen Internetzugang in eine Datenwolke
(„Cloud") übermitteln, von wo aus sie dann, beispielsweise durch einen Betreiber der
Aufzuganlage, an die Steuerung der Aufzuganlage weitergeleitet werden.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine V rrichtung zum Generieren von Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage vorgeschlagen, wobei die Vorrichtung dazu ausgelegt ist, ein Verfahren gemäß einer Ausführung orm des zuvor erläuterten ersten Aspekts der Erfindung durchzuführen.
Die Vorrichtung kann hierzu einen Projektor zum Projizieren eines Abbilds des
Bedienpanels derart, dass es für einen Nutzer auf einer Bedienfläche visuell wahrnehmbar ist, sowie eine ortsauflösende Wärmebildkamera zum Erkennen von durch den Nutzer berührten Bereichen der Bedienfläche innerhalb des Abbilds des Bedienpanels durch optisches Überwachen der Bedienfläche daraufhin, ob innerhalb des Abbilds des Bedienpanels kleinflächige Bereiche mit von umgebenden großflächigen Bereichen abweichender Temperatur und mit im Laufe der Zeit sich an die Temperatur der umgebenden Bereiche angleichender Temperatur auftreten, aufweisen. Ferner kann die
Vorrichtung eine Recheneinheit zum Generieren der Steuerdaten abhängig von einer Position der durch den Nutzer berührten Bereiche der Bedienfläche relativ zu dem Abbild des Bedienpanels sowie eine Datenübermittlungseinheit zum Übermitteln der generierten
Steuerdaten an eine Steuerung der Aufzuganlage aufweisen.
Die Vorrichtung kann beispielsweise ein von einem Nutzer mitzu führendes portables
Gerät sein, wie es vorangehend mit Bezug auf das darin durchzuführende Verfahren beschrieben wurde. Insbesondere kann die Vorrichtung mit als Projektor wirkenden, steuerbaren Lichtquellen sowie als ortsauflösende Wärmebildkamera wirkenden
Lichtsensoren ausgestattet sein. Die Recheneinheit kann dazu konfiguriert sein, den Projektor geeignet anzusteuern, um mit seiner Hilfe das Abbild des Bedienpanels für den Nutzer visuell wahrnehmbar zu projizieren. Hierbei kann beispielsweise eine relative Positionierung des portablen Geräts in Bezug auf die Bedienfläche berücksichtigt werden. Ferner kann die Recheneinheit dazu ausgestaltet sein, Bilddaten, die von der
ortsauflösenden Wärmebildkamera geliefert werden, zu analysieren, um daraus zu erkennen, ob zum Beispiel ein kleiner Teilbereich eines Wärmebildes lokal wärmer oder kälter als umgebende großflächige Bereiche ist, sich seine Temperatur aber sukzessive wieder der Temperatur der umgebenden Bereiche angleicht, so dass davon ausgegangen werden kann, dass ein Nutzer diesen Bereich zuvor berührt hat und auf diese Weise seine Temperatur modifiziert hat. Die Recheneinheit kann ferner analysieren, ob der von dem Nutzer berührte Bereich einem vorbestimmten Bereich innerhalb des projizierten Abbilds des Bedienpanels entspricht, mithille dessen beispielsweise eine bestimmte Funktion der Aufzuganlage aktiviert werden soll. Daraufhin kann die Recheneinheit dann
entsprechende Steuerdaten für die Aufzuganlage generieren und diese mittels der Datenübermittlungseinheit an die Steuerung der Aufzuganlage übermitteln. Das portable Gerät kann hierfür beispielsweise mithiife einer speziell vorzusehenden Software („App") konfiguriert werden, um in dem portablen Gerät vorhandene Hardware entsprechend ansteuern und nutzen zu können.
Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Steuern einer Aufzuganlage beschrieben. Das Verfahren weist zusätzlich zu dem vorangehend erläuterten Generieren von Steuerdaten mittels eines Verfahrens gemäß einer
Ausführungsform des oben dargelegten ersten Aspekts der Erfindung ein Empfangen der
übermittelten Steuerdaten sowie ein Steuern der Aufzuganlage basierend auf den empfangenen Steuerdaten auf.
Mit anderen Worten werden bei diesem Aspekt der Erfindung die gemäß dem obigen ersten Aspekt der Erfindung generierten Steuerdaten nicht nur erzeugt, sondern anschließend auch von hierzu befähigten Komponenten der Aiifzuganlage, das heißt beispielsweise von deren Steuervorrichtung, empfangen, um anschließend Funktionen der Aufzuganlage basierend auf diesen empfangenen Steuerdaten steuern zu können.
Bei einer Ausfiihrungsform dieses Verfahrens kann ferner ein Steuern der Aufzuganlage dadurch autorisiert werden, dass zusätzlich zu den Steuerdaten ein Autorisierungscode empfangen wird. Ein solcher Autorisierungscode kann beispielsweise angeben, dass ein Besitzer eines zum Generieren der Steuerdaten eingesetzten portablen Geräts dazu autorisiert sein soll, bestimmte Funktionen der Aufzuganlage wie beispielsweise einen Zugang zu zugangsbeschränkten Stockwerken aktivieren zu dürfen. Hierzu kann
beispielsweise vorgesehen sein, dass in dem portablen Gerät des Nutzers vorab ein entsprechender Autorisierungscode abgespeichert wurde. Alternativ kann ein Nutzer beispielsweise dazu aufgefordert werden, einen Autorisierungscode in sein portables Gerät oder, alternativ, über das projizierte Bedienpanel, einzugeben, wenn er die
Ausführung einer Aufzugfunktion, welcher einer Restriktion unterliegt, zu aktivieren wünscht. Als weitere Alternative kann beispielsweise vorgesehen sein, dass ein Nutzer ein separates Bauteil, beispielsweise in Form eines Tokens, mit sich fuhren oder mit seinem portablen Gerät koppeln muss, wobei dieser Token dann den Autorisierungscode generieren und/oder emittieren kann.
Gemäß einem vierten Aspekt der Erfindung wird eine Steuervorrichtung zum Steuern einer Aufzuganlage beschrieben. Neben einer Vorrichtung gemäß dem oben angegebenen zweiten Aspekt der Erfindung weist diese Steuervorrichtung eine Empfangseinheit zum Empfangen von übermittelten Steuerdaten sowie eine Steuereinheit zum Steuern der
Aufzuganlage basierend auf den empfangenen Steuerdaten auf.
Gemäß einem fünften Aspekt der Erfindung wird eine Aiifzuganlage vorgesehen, welche zusätzlich zu einer Steuervorrichtung gemäß dem vorangehend beschriebenen vierten
Aspekt der Erfindung eine Bedienfläche aufweist, wobei die Bedienfläche eine
Temperiervorrichtung aufweist, um eine Oberflächentemperatur der Bedienfläche gezielt variieren zu können.
Abgesehen von der Temperiervorrichtung braucht die Bedienfläche hierbei keine gesonderten Gerätschaften oder Bauelemente aufweisen. Die Temperiervorrichtung kann eine Heizung oder eine Kühlung sein. Die Temperiervorrichtung kann insbesondere dazu ausgelegt sein, die Oberflächentemperatur der Bedienfläche großflächig, vorzugsweise homogen über die gesamte Bedienfläche, zu variieren. Beispielsweise kann mithilfe der Temperiervorriehtung die Bedienfläche auf eine Oberflächentemperatur gebracht werden, die sich deutlich von der typischen Temperatur einer Hand eines Nutzers unterscheidet, das heißt beispielsweise deutlich kühler ist, zum Beispiel kühler als 25°C, als eine Hauttemperatur der Hände eines Nutzers. Somit kann mithilfe der Temperiervorrichtung die Bedienfläche beispielsweise auch bei ansonsten hohen Umgebungstemperaturen, zum Beispiel nahe 3()°C, auf eine geeignet kühle Temperatur gebracht werden, so dass kleinflächige von einem Nutzer berührte Bereiche temporär aufgrund der Berührung eine erkennbar von umgebenden Bereichen abweichende Temperatur annehmen können, was dann beispielsweise durch eine Wärmebildkamera erkannt werden kann.
Gemäß einem sechsten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein
Computerprogrammprodukt vorgeschlagen, welches computerlesbare Anweisungen aufweist, welche, bei deren Ausführung durch einen Prozessor, diesen dazu anweisen, ein Verfahren gemäß einer der Ausführungsformen des ersten oder dritten Aspekts der
Erfindung zu steuern. Ein solches Computerprogrammprodukt kann eine in einer beliebigen Programmiersprache programmierte Software sein. Das
Computerprogrammprodukt kann beispielsweise eine Applikation („App") sein, welche dazu ausgelegt ist, auf einem portablen, intelligenten Gerät ausgeführt zu werden. Die computerlesbaren Anweisungen des Computerprogrammprodukts können eine
Datenverarbeitungseinheit dieses Geräts dazu anweisen, Schritte eines
erfindungs gemäßen Verfahrens durchzuführen bzw. mit der Daten Verarbeitungseinheit verbundene Bauelemente wie zum Beispiel einen Projektor oder eine Wärmebildkamera oder eine Datenübermittlungseinheit geeignet anzusteuern.
Gemäß einem siebten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein computerlesbares Medium vorgeschlagen, auf welchem ein Computerprogrammprodukt gemäß dem
sechsten Aspekt der Erfindung gespeichert ist. Ein solches computerlesbares Medium kann jedes beliebige Medium sein, auf dem sich computerlesbare Anweisungen in einer für einen Computer lesbaren Weise speichern lassen. Insbesondere kann das
computerlesbare Medium dazu ausgelegt sein, die Anweisungen elektrisch und/oder magnetisch auslesbar zu speichern. Das computerlesbare Medium kann beispielsweise eine CD, eine DVD, ein Flashspeicher, ein EPROM, ein EEPROM oder Teile wie zum Beispiel Server des Internets, aus denen sich das gespeicherte
Computerprogrammprodukt herunterladen lässt, sein.
Gemäß einem achten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Verwendung eines portablen Geräts zum Durchführen eines Verfahrens gemäß Ausführungsformen des ersten oder dritten Aspekts der Erfindung vorgeschlagen, wobei das portable Gerät einen Projektor und einer Wärmebildkamera aufweist. Mit anderen Worten wird die
Verwendung eines mit einem Projektor und einer Wärmebildkamera ausgestatten portablen Geräts zum Generieren von Steuerdaten bzw. letztendlich zum Steuern einer Aufzuganlage vorgeschlagen.
Es wird darauf hingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen beschrieben sind. Insbesondere sind mögliche Merkmale und Vorteile teilweise mit Bezug auf ein
Verfahren und teilweise mit Bezug auf eine Vorrichtung beschrieben, wobei das
Verfahren bzw. die Vorrichtung teilweise zum Generieren von Steuerdaten zum Steuern einer Aufzuganlage und teilweise zum Steuern der Aufzuganlage selbst ausgelegt sind. Ein Fachmann wird erkennen, dass die beschriebenen Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder ausgetauscht bzw. übertragen werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die
Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage, bei der ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zu implementieren ist.
Fig. 2 zeigt eine intelligente Brille, die als eine ein erfindungsgemäßes Verfahren ausführende Vorrichtung ausgestaltet ist.
Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in den verschiedenen Figuren gleiche oder gleichwirkende Merkmale.
Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage 1 , in der ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung 2 zum
Generieren von Steuerdaten zum Steuern der Aufzuganlage 1 gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung implementiert sind. Die Aufzuganlage 1 weist eine Kabine 3 auf, welche an Tragmitteln 5 beispielsweise in Form von Seilen oder Riemen aufgehängt ist und über einen Antrieb 7 innerhalb eines Aufzugschachts 9 vertikal verfahren werden kann. Der Antrieb 7 wird dabei von einer Steuereinheit 1 1 geeignet angesteuert, um beispielsweise die Kabine 3 zu einem gewünschten Stockwerk 13 innerhalb eines Gebäudes zu verfahren.
Herkömmlich ist in der Aufzugskabine 3 ein Kabinenbedienpanel (COP) vorgesehen, an dem ein Nutzer 15 beispielsweise durch Drücken von Tasten einen Verfahrwunsch eingeben kann. Ein in einem Stockwerk 13 wartender Nutzer 15 kann ein Kommen der Aufzugskabine 3 durch entsprechendes Betätigen eines Tasters an einem
Landestellenbedienpanel (LOP) angeben.
Um ein separates Bereitstellen und Installieren solcher LOPs bzw. COPs und damit den hiermit im Zusammenhang stehenden Herstellungs- und Montageaufwand vermeiden zu können, wird vorgeschlagen, Funktionen eines LOPs oder eines COPs durch eine Art virtuelles Bedienpanel zu übernehmen.
In diesem Zusammenhang wird davon ausgegangen, dass Benutzer einer Aufzuganlage 1 zukünftig regelmäßig über eigene portable Geräte verfügen, welche solche Funktionen eines LOPs oder COPs übernehmen, emulieren und/oder virtualisieren können. Solche von einem Nutzer mitzuführende portable Geräte können sogenannte„wearables" wie beispielsweise ein intelligentes Mobiltelefon, eine intelligente Uhr, eine intelligente Brille 17 oder ein intelligentes Kleidungsstück sein.
Beispielhaft ist in Fig. 2 ein portables Gerät 16 in Form einer intelligenten Brille 17 dargestellt. Die intelligente Brille 17 kann wie eine gewöhnliche Brille von einem Nutzer im Gesicht getragen werden und gegebenenfalls ähnlich wie eine herkömmliche Brille als Sehhilfe und/oder Sonnenschutz dienen. Zusätzlich verfügt die intelligente Brille 17 über einen Projektor 19, eine orts- und zeitauflösende Wärmebildkamera 21 , eine
Recheneinheit 23 sowie eine Datenübermittlungseinheit 25. Mithilfe moderner
Mikroelektronik können alle diese Komponenten mit sehr kleinem Bauraum ausgeführt und somit in eine Brille 17 integriert werden.
Der Projektor 19 kann beispielsweise eine steuerbare Lichtquelle beispielsweise in Form einer oder mehrerer Licht emittierender Dioden (LED) und/oder ein Projektionsdisplay beispielsweise in Form eines Flüssigkristalldisplays (LCD) aufweisen, so dass mithilfe des Projektors 19 ortsaufgeiöste Bilder auf eine vor der Brille 17 liegende Fläche projiziert werden können.
Alternativ kann der Projektor 19 dazu ausgestaltet sein, Bilder direkt in ein Auge des Nutzers 15 zu proj izieren.
Die ortsauflösende Wärmebildkamera 21 kann beispielsweise mithilfe eines CCD-Chips oder einer Thermosäulen-Arrays dazu ausgelegt sein, Infrarotbilder einer vor der Brille 17 befindlichen Fläche aufzunehmen und diese in eine Folge elektrischer Signale umzuwandeln.
Die Recheneinheit 23 kann über eine zentrale Datenverarbeitungseinheit (CPU) sowie über Datenspeicher verfügen, um einerseits beispielsweise den Projektor 19 steuern zu können und/oder um andererseits die von der Wärmebiidkamera 21 gelieferten Bilddaten verarbeiten und analysieren zu können.
Entsprechend weiterverarbeitete Daten und Signale können abschließend mithilfe der Datenübermittlungseinheit 25 beispielsweise drahtlos an andere Gerätschaften wie beispielsweise eine Empfangseinheit 39 der Aufzuganlage 1 übermittelt werden.
Um die bisher von einem COP oder LOP übernommene Aufgabe des Generierens von Steuerdaten zum Steuern der Aufzuganiage 1 emulieren zu können, kann gemäß eines
erfindungsgemäßen Verfahrens ein Abbild eines Bedienpanels 27 derart projiziert werden, dass es für einen Nutzer 15 der Aufzuganlage 1 auf einer Bedienfläche 29 visuell wahrnehmbar, das heißt zu sehen, ist. Das Abbild des Bedienpanels 27 kann dabei mithilfe des Projektors 21 direkt auf die Bedienfläche 29 projiziert werden oder, alternativ, in ein Auge des Nutzers 15 derart projiziert werden, dass dieser das Abbild auf der Bedienfläche 29 sieht.
Der Projektor 21 kann hierbei Teil eines von dem Nutzer 15 mitzuführenden portablen Geräts 16, das heißt beispielsweise Teil der intelligenten Brille 1 7, sein. Alternativ kann der Projektor 21 auch als Bestandteil der Aufzuganlage 1 vorgesehen sein und beispielsweise fest in der Aufzugskabine 3 oder in einem Bereich in dem Stockwerk 13 nahe einer Aufzugtür montiert sein.
Der Nutzer 15, der die Aufzuganlage 1 steuern möchte, kann das ihm visuell dargestellte
Abbild des Bedienpanels 27 auf der Bedienfläche 29 sehen und ähnlich wie bei einem herkömmlichen COP oder LOP darauf kleinflächige Bereiche 31 erkennen, die sich optisch wie herkömmliche Bedientasten darstellen können. Wie bei herkömmlichen Bedienpanels kann der Nutzer 1 5 solche kleinflächigen Bereiche 3 1 mit seiner Hand 33 berühren und somit das virtuelle Bedienpanel 21 in quasi-herkömmiicher Weise „betätigen". Allerdings werden hierbei keine tatsächlich strukturell vorzusehenden Tasten betätigt, sondern lediglich Bereiche auf einer ansonsten nicht speziell hierfür
vorbereiteten Fläche in oder an der Aufzuganlage 1 berührt.
Durch das Berühren dieser kleinflächigen Bereiche 3 1 innerhalb des Abbilds des Bedienpanels 27 erwärmen sich diese jedoch typischerweise, da die Hand 33 des Nutzers 1 5 üblicherweise wärmer ist als beispielsweise eine Wand der Aufzugskabine 3, die als Bedienfläche 29 dient. In Sonderfällen könnte die Bedienfläche 29 auch wärmer sein als die Hand 33 des Nutzers 15, so dass die kleinflächigen Bereiche 1 bei Berührung durch die Hand 33 des Nutzers 15 lokal abgekühlt werden.
Um die Bedienfläche 29 gegebenenfalls hinsichtlich ihrer Oberflächentemperatur gezielt beeinflussen zu können, kann eine Temperiervorrichtung 35 vorgesehen sein, mithilfe derer die Bedienfläche 29 gekühlt oder erwärmt werden kann. Die Temperiervorrichtung
35 kann somit die Bedienfläche 29 möglichst flächig homogen auf einer vorgebbaren Temperatur halten.
Um nun zu erkennen, weichen der Betätigungstaster-artigen kleinflächigen Bereiche 31 der Nutzer 15 berührt hat, um damit insbesondere einen Verfahrwunsch für die
Aufzuganlage 1 anzugeben, wird die Bedienfläche 29 optisch daraufhin überwacht, ob innerhalb des Abbilds des Bedienpanels 27 einer dieser kleinflächigen Bereiche 31 eine von umgebenden großflächigen Bereichen 37 abweichende Temperatur aufweist. Sofern dies der Fall ist, kann dies als erstes Indiz dafür gewertet werden, dass dieser kleinflächige Bereich 31 von dem Nutzer 15 zuvor manuell berührt wurde.
Als weiteres Indiz kann überwacht werden, ob sich die Temperatur dieses kleinflächigen Bereichs 31 im Verlaufe der Zeit wieder an die Temperatur der umgebenden Bereiche 37 angleicht. Sollte dies nicht der Fall sein, kann angenommen werden, dass die lokal erhöhte Temperatur wahrscheinlich nicht durch ein vorangehendes Berühren durch den Nutzer 1 5, sondern durch andere Effekte begründet ist.
Insgesamt kann durch das beschriebene optische Überwachen der Bedienfläche 27 mit hoher Zuverlässigkeit erkannt werden, ob und gegebenenfalls wo der Nutzer 15 die Bedienfläche 29 berührt hat. Abhängig von einer Analyse der Position des durch den Nutzer 15 berührten Bereichs 3 1 der Bedienfläche 29 relativ zu dem Abbild des
Bedienpanels 27 können dann die Steuerdaten für die Aufzuganlage 1 generiert werden.
Diese Steuerdaten können letztendlich dann an die Steuerung 1 1 der Aufzuganlage 1 übermittelt werden. Hierzu kann die Steuerung 1 1 mit der Empfangseinheit 39 verbunden sein, welche dazu ausgelegt ist, die von der Datenübermittlungseinheit 25 des portablen Geräts 16 übermittelten generierten Steuerdaten beispielsweise drahtlos zu empfangen.
Basierend auf den derart empfangenen Steuerdaten kann die Steuereinheit 1 1 dann die Aufzuganlage, das heißt insbesondere den Antrieb 7, entsprechend ansteuern, um die Aufzugskabine 3 beispielsweise an eine gewünschte Position zu verfahren.
Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie„aufweisend",„umfassend", etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie„eine" oder„ein" keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmaie oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausfuhrungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.
Bezugszeichenliste
1 Aufzuganlage
2 Vorrichtung zum Generieren von Steuerdaten
3 Aufzugskabine
5 Tragmittel
7 Antrieb
9 Aufzugschacht
11 Steuereinheit
13 Stockwerk
16 portables Gerät
17 Brille
19 Projektor
21 Wärmebildkamera
23 Recheneinheit
25 Datenübermittlungseinheit
27 Abbild des Bedienpanels
29 Bedienfläche
31 kleinflächiger Bereich
33 Hand
35 Temperiervorrichtung
37 umgebender Bereich
39 Empfangseinheit