Spiegel, insbesondere für eine mikrolithographische
Projektionsbelichtungsanlage
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patentanmeldung DE 10 2015 213 253.6, angemeldet am 15. Juli 2015. Der Inhalt dieser DE-Anmeldung wird durch Bezugnahme („incorporation by reference") mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Spiegel, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie beispielsweise integrierter Schaltkreise oder LCD's, angewendet. Der Mikro- lithographieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektionsobjektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) projiziert, um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Projektionsobjektiven, z.B. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm oder etwa 7 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässiger refraktiver Materialien Spiegel als optische Kompo- nenten für den Abbildungsprozess verwendet.
Dabei ist u.a. der Betrieb von Spiegeln unter streifendem Einfall bekannt. Unter solchen unter streifendem Einfall betriebenen Spiegeln werden hier und im Folgenden Spiegel verstanden, für welche die bei der Reflexion der EUV- Strahlung auftretenden, auf die jeweilige Oberflächennormale bezogenen Reflexionswinkel wenigstens 65° betragen. Solche Spiegel werden mitunter auch kurz als Gl-Spiegel („grazing incidence" =„streifender Einfall") bezeichnet. Grundsätzlich ist der Einsatz solcher Gl-Spiegel u.a. im Hinblick auf die vergleichsweise hohen, erreichbaren Reflektivitäten (von z.B. 80% und mehr) wünschenswert.
Im Unterschied etwa zu unter senkrechtem Einfall betriebenen Spiegeln (auch als Nl-Spiegel,„normal incidence" =„senkrechter Einfall" bezeichnet) benötigen solche Gl-Spiegel zur Erzielung der jeweiligen Reflektivitäten als Reflexi- onsschicht kein Vielfachschichtsystem in Form einer alternierenden Abfolge zahlreicher Einzelschichten aus wenigstens zwei unterschiedlichen Schichtmaterialien, sondern lediglich eine Einzelschicht, welche beispielsweise aus Ruthenum (Ru) bestehen und z.B. eine typische Schichtdicke im Bereich von 40 nm aufweisen kann.
Ein in der Praxis auch beim Einsatz von Gl-Spiegeln insbesondere im Projektionsobjektiv auftretendes Problem ist jedoch, dass elektromagnetische Strahlung zum Beispiel in Form von transmittiertem Licht oder Streulicht durch die jeweilige Reflexionsschicht hindurch zum Spiegelsubstrat gelangen kann, was z.B. dadurch begünstigt wird, dass die betreffende elektromagnetische Strahlung sich in der Winkel- und/oder Wellenlängenverteilung vom eigentlichen Nutzlicht unterscheidet. Die betreffende, zum Spiegelsubstrat gelangende elektromagnetische Strahlung kann im Spiegelsubstratmaterial dann Schädi-
gungen bzw. Veränderungen z.B. in Form von strahlungsinduzierten lokalen Dichteänderungen (Kompaktierung) hervorrufen, was wiederum im Betrieb des optischen Systems zu unerwünschten Änderungen der Wellenfront und damit letztlich zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des optischen Sys- tems bzw. der Projektionsbelichtungsanlage führt.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf DE 10 2009 032 779 A1 , DE 10 2009 054 653 A1 , US 2013/0038929 A1 , DE 10 2009 049 640 A1 und DE 10 2012 202 675 A1 verwiesen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Vor dem obigen Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Spiegel, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, bereitzustellen, welcher einen Einsatz unter streifendem Einfall unter zumindest weitgehender Vermeidung der vorstehend beschriebenen Probleme ermöglicht. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist ein Spiegel, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, eine optische Wirkfläche auf, sowie ein Spiegelsubstrat, eine Reflexionsschicht, welche derart ausgestaltet ist, dass der Spiegel für elektromagnetische Strahlung einer vorgegebenen Arbeitswellenlänge, welche auf die optische Wirkfläche unter einem auf die jeweilige Oberflächennormale bezogenen Einfallswinkel von wenigstens 65° auftrifft, eine Reflektivität von wenigstens 50% besitzt, und
eine Substratschutzschicht, welche zwischen dem Spiegelsubstrat und der Reflexionsschicht angeordnet ist, wobei die Substratschutzschicht für EUV-Strahlung eine Transmission von weniger als 0.1 % aufweist.
Der Erfindung liegt insbesondere das Konzept zugrunde, in einem für den Betrieb unter streifendem Einfall ausgelegten Spiegel durch elektromagnetische Strahlung hervorgerufene Veränderungen bzw. Schädigungen des Spiegelsubstratmaterials und damit im Betrieb des jeweiligen optischen Systems einhergehende unerwünschte Wellenfrontänderungen dadurch zu reduzieren oder eliminieren, dass zwischen der Reflexionsschicht des Spiegels und dem Spiegelsubstrat eine Substratschutzschicht angeordnet wird, welche durch hinreichende Absorptionswirkung die betreffende elektromagnetische Strahlung vom Spiegelsubstratmaterial fernhält. Gemäß einer Ausführungsform weist die Substratschutzschicht für EUV- Strahlung eine Transmission von weniger als 0.01 %, insbesondere weniger als 0.001 % auf. Vorzugsweise ist die Bedingung, wonach die Transmission für EUV-Strahlung weniger als 0.1 %, insbesondere weniger als 0.01 %, weiter insbesondere weniger als 0.001 % beträgt, auch für andere Einfallswinkel als die „Betriebswinkel", insbesondere auch für senkrecht auf die Substratschutzschicht auftreffende EUV-Strahlung, erfüllt. Des Weiteren ist die Bedingung, wonach die Transmission der Substratschutzschicht weniger als 0.1 %, insbesondere weniger als 0.01 %, weiter insbesondere weniger als 0.001 % beträgt, vorzugsweise auch für andere Wellenlängen als die Betriebswellenlänge erfüllt.
In Ausführungsformen der Erfindung wird die erfindungsgemäße Substratschutzschicht derart ausgestaltet, dass zusätzlich zu dem vorstehend beschriebenen Schutz des Spiegelsubstrats vor elektromagnetischer Strahlung ferner eine Schichtspannungskompensation im gesamten Schichtaufbau des Spiegels erzielt wird.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Substratschutzschicht hierzu wenigstens eine Schichtspannungskompensationsschicht aus einem zweiten Material auf. Eine solche Schichtspannung (welche je nach konkreter Ausführung der Reflexionsschicht des Gl-Spiegels in Form von Druckspannung oder Zugspannung vorliegen kann) kann ohne weitere Maßnahmen zu einer Deformation des Spiegelsubstrats und damit ebenfalls zu unerwünschten Änderungen der Wellenfront im Betrieb des jeweiligen optischen Systems führen.
Zur wenigstens teilweisen Kompensation der besagten Schichtspannung kann die erfindungsgemäße Substratschutzschicht auch als Mehrfachschichtsystem eine alternierende Aufeinanderfolge von (den Substratschutz vor elektromagnetischer Strahlung bewirkenden) Absorberschichten aus einem ersten Materi- al und (die besagte Schichtspannung wenigstens teilweise kompensierenden) Schichtspannungskompensationsschichten aus einem zweiten Material aufweisen.
Gemäß der Erfindung kann hierbei weiter in vorteilhafter Weise der Umstand ausgenutzt werden, dass die bestehenden Anforderungen an eine Schichtspannungskompensation bei einem für den Betrieb unter streifendem Einfall ausgelegten Spiegel (Gl-Spiegel) in der Regel erheblich geringer sind als bei einem für den Betrieb unter senkrechtem Einfall ausgelegten Spiegel (Nl-Spiegel). Die auftretenden Schichtspannungen (welche etwa beim Reflexionsschichtstapel eines Nl-Spiegels typischerweise je nach Herstellungsverfahren in der Größenordnung von 200 MPa - 600 MPa liegen können) sind bei einem Gl-Spiegel (mit einer typischen Schichtspannung von 800 MPa - 1200 MPa) in absoluter Hinsicht größer, führen aber infolge der geringeren Gesamtdicke der Reflexionsschicht zu effektiv geringeren Deformationen.
Des Weiteren sind bei einem Gl-Spiegel die gegebenenfalls durch besagte Schichtspannungen hervorgerufenen Wellenfrontmodifikationen weniger ausgeprägt, da diese Wellenfrontmodifikationen letztlich mit der Gesamtschicht-
dicke skalieren, welche wiederum bei einem Gl-Spiegel (z.B. mit einer Reflexionsschicht aus Ruthenium mit ca. 40 nm Dicke) wesentlich geringer sind als bei einem Nl-Spiegel, dessen Reflexionsschichtstapel beispielsweise in Form einer alternierenden Aufeinanderfolge aus Molybdän- und Siliziumschichten typischerweise eine Gesamtschichtdicke in Bereich von 350 nm aufweisen kann.
Die somit wie vorstehend beschrieben geringeren Anforderungen an eine Schichtspannungskompensation in einem Gl-Spiegel kann sich nun die Erfin- dung dadurch zunutze machen, dass im Aufbau der erfindungsgemäßen Substratschutzschicht die genannten Spannungskompensationsschichten in ihrem Anteil bzw. der jeweiligen Schichtdicke reduziert werden können mit der Folge, dass auch die gesamte Dicke des Schichtaufbaus im Gl-Spiegel entsprechend begrenzt bzw. reduziert sein kann.
Dies hat wiederum zur Folge, dass mit der Schichtdicke skalierende Effekte wie z.B. vom Schichtaufbau herrührende Streulichtanteile sowie auch Wellen- fronteffekte etwaiger Schichtdickenfehler letztlich weniger stark ausgeprägt sind.
Im Ergebnis kann somit erfindungsgemäß ein wirksamer Schutz des Spiegelsubstrats vor elektromagnetischer Strahlung und eine Reduzierung bzw. Minimierung unerwünschter Wellenfrontmodifikationen im Betrieb eines den erfindungsgemäßen Gl-Spiegel aufweisenden optischen Systems erreicht wer- den.
In Ausführungsformen der Erfindung können die Spannungskompensations- schichten insbesondere eine Dicke von maximal 5 nm aufweisen. Je nach der konkreten Ausgestaltung der Reflexionsschicht im erfindungsgemäßen Gl-Spiegel können die Anforderungen an eine Schichtspannungskompensation sogar auf nahezu Null verringert sein mit der Folge, dass es letztlich ausreichend ist, wenn die erfindungsgemäße Substratschutzschicht
ausschließlich aus der beschriebenen Absorberschicht - unter Verzicht auf etwaige Spannungskompensationsschichten - besteht. Hierbei kann auch der weitere, im Vergleich zu Nl-Spiegeln vorteilhafte Umstand genutzt werden, dass„Aufrauungseffekte", welche bei Nl-Spiegeln relativ stark ausgeprägt sein können und bereits deshalb gegebenenfalls sogenannte„Unterbrecherschichten" erfordern, bei einem Gl-Spiegel weniger problematisch sind, so dass auch unter diesem Aspekt die Realisierung der erfindungsgemäßen Substratschutzschicht als Einzelschicht (aus lediglich einer Absorberschicht) in Betracht kommt.
Gemäß einer Ausführungsform ist das erste Material aus der Gruppe ausgewählt, welche Eisen (Fe), Nickel (Ni), Kobalt (Co), Kupfer (Cu), Silber (Ag), Gold (Au), Platin (Pt), Germanium (Ge), Wolfram (Wo), Chrom (Cr), Zinn (Sn), Zink (Zn), Indium (In), Tellur (Te), Iridium (Ir), Palladium (Pd), Osmium (Os), Tantal (Ta) und Legierungen hiervon enthält.
Gemäß einer Ausführungsform ist das zweite Material aus der Gruppe ausgewählt, welche Molybdän (Mo), Ruthenium (Ru), Bor (B), Borcarbid (B4C), Kohlenstoff (C) und Silizium (Si) enthält.
Gemäß einem im Folgenden diskutierten weiteren Aspekt der Erfindung erfolgt vorzugsweise die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Substratschutzschicht sowie insbesondere ferner auch der Reflexionsschicht in solcher Weise, dass die Periodenlänge des die Substratschutzschicht ausbildenden Mehr- fachschichtsystems - und damit letztlich auch der laterale Dickenverlauf der
Substratschutzschicht - messtechnisch in möglichst einfacher Weise zugänglich ist. Hierdurch kann erfindungsgemäß dem weiteren Problem Rechnung getragen werden, dass ein jeweils gewünschter, typischerweise konstanter Dickenverlauf der Substratschutzschicht grundsätzlich nur mit endlicher Genauigkeit realisierbar ist, in der Praxis also eine gewisse laterale Dickenvariation der Substratschutzschicht unvermeidbar ist. Um nun eine solche unerwünschte Dickenvariation entweder bereits im betreffenden Spiegel selbst (durch Optimierung des Schichtdickenverlaufs) oder anderenorts im betreffen-
den optischen System kompensieren zu können, ist eine möglichst exakte Kenntnis des betreffenden Schichtdickenverlaufs erforderlich.
Bei der im Weiteren beschriebenen vorteilhaften Ausgestaltung der Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems einerseits sowie gegebenenfalls auch der Dicke der Reflexionsschicht andererseits geht die Erfindung von der Überlegung aus, dass grundsätzlich der Zusammenhang zwischen der Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems einerseits und der spektralen Peaklage in der für den betreffenden Spiegel mittels Reflektometrie ermittelten Abhängigkeit der Reflektivität von der Wellenlänge der auftreffenden elektromagnetischen Strahlung andererseits zur Bestimmung der besagten Periodenlänge und damit, bei Messung an einer Mehrzahl von Orten auf dem Spiegel, des lateralen Dickenverlaufs herangezogen werden kann, wobei bei dieser Reflektometrie-Messung die elektromagnetische Strahlung im Wesentlichen senkrecht (vorzugsweise mit einem auf die jeweilige Oberflächennormale bezogenen Einfallswinkel von maximal 10°) auf den Spiegel gerichtet wird.
In diesem Falle sind die für den (zum Betrieb unter streifendem Einfall ausgelegten) Spiegel erhaltenen Reflektivitäten zwar (relativ zu einem für senkrechten Lichteinfall ausgelegten Nl-Spiegel) vergleichsweise niedrig (z.B. um einen Faktor 100 geringer), gleichwohl jedoch für besagte Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems charakteristisch, wie im Weiteren noch detaillierter erläutert wird. Bei geeigneter Vorgabe der Periodenlänge des Mehrfachschichtsystems kann nun erreicht werden, dass die spektrale Peaklage in den für den betreffenden Spiegel erhaltenen wellenlängenabhängigen Reflektivitätsverläufen mit einem ohnehin für die EUV- Lithographie verfügbaren bzw. vorhandenen Reflektometer zugänglich ist und somit messtechnisch einfach bestimmt werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Substratschutzschicht ein Mehrfachschichtsystem aus einer Mehrzahl von Einzelschichten auf.
Gemäß einer Ausführungsform weisen diese Einzelschichten eine maximale Dicke von weniger als 100 nm, insbesondere von weniger als 50 nm, weiter insbesondere von weniger als 25 nm, auf. Gemäß einer Ausführungsform weist das Mehrfachschichtsystem eine alternierende Aufeinanderfolge von ersten Schichten aus einem ersten Material und zweiten Schichten aus einem zweiten Material, welches von dem ersten Material verschieden ist, auf. Gemäß einer Ausführungsform weist dieses Mehrfachschichtsystem eine Periodenlänge im Bereich von 6nm bis 8nm, insbesondere im Bereich von 6.5nm bis 7.5nm, auf.
Gemäß einer Ausführungsform entspricht die Gesamtschichtdicke, welche der Spiegel oberhalb des Maximums eines von dem Mehrfachschichtsystem erzeugten stehenden Wellenfeldes aufweist, bis auf eine maximale Abweichung von ±10% einem ganzzahligen Vielfachen der Periodenlänge des Mehrfachschichtsystems. Durch diese Schichtdickenwahl bzw. deren Abstimmung auf die Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems kann - wie ebenfalls im Weiteren noch detaillierter erläutert - ein hinsichtlich der Auswertung vergleichsweise günstiger, nämlich im Wesentlichen noch symmetrischer Verlauf des jeweiligen Peaks in der Wellenlängenabhängigkeit der Reflektivität erzielt werden. Dabei liegt diesem erfindungsgemäßen Konzept die weitere
Überlegung zugrunde, dass die o.g. Gesamtschichtdicke (einschließlich der Dicke der Reflexionsschicht) insofern den spektralen Verlauf der Reflektivität des betreffenden Spiegels beeinflusst, als durch das die Substratschutzschicht bildende Mehrfachschichtsystem ein stehendes Wellenfeld erzeugt wird, wel- ches sich durch die Reflexionsschicht bis hin zum an den Spiegel angrenzenden Vakuum fortsetzt. Die Wahl der o.g. Gesamtschichtdicke als ganzzahliges Vielfaches der Periodenlänge führt in diesem Zusammenhang nun wie im Weiteren noch detaillierter erläutert dazu, dass ein besonders ausgeprägter Peak
bzw. eine vergleichsweise starke Oszillation der elektrischen Feldstärke an der Grenzfläche zwischen Reflexionsschicht und Vakuum erzielt werden kann mit der Folge, dass auch die letztlich gesuchte spektrale Peaklage messtechnisch besonders gut zu bestimmen ist.
Die vorstehend beschriebene sowie im Weiteren auch noch detaillierter erläuterte reflektometrische Ermittlung des lateralen Verlaufs der Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems kann alternativ entweder vor Aufbringung der Reflexionsschicht oder auch noch nach deren Aufbringung (d.h. unter Einkopplung der elektromagnetischen Strahlung durch besagte Reflexionsschicht hindurch) durchgeführt werden. Mit anderen Worten umfasst die Erfindung zum einen Ausführungsformen, bei denen eine reflektometrische Charakterisierung zunächst für die Substratschutzschicht selbst (noch ohne darauf befindliche Reflexionsschicht) und gegebenenfalls erst an- schließend bzw. sequentiell für die dann aufgebrachte Reflexionsschicht durchgeführt wird. Zum anderen umfasst die Erfindung jedoch auch Ausführungsformen, bei denen unter Reduzierung des messtechnischen Aufwandes bzw. der Anzahl erforderlicher Prozessschritte die Bestimmung der spektralen Peaklage der Reflektivität des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfach- schichtsystems noch nach Aufbringung der Reflexionsschicht erfolgt.
Gemäß einer Ausführungsform ist die Arbeitswellenlänge kleiner als 30 nm, wobei sie insbesondere im Bereich von 10 nm bis 15 nm liegen kann. Die Erfindung betrifft weiter ein optisches System einer mikrolithographischen
Projektionsbelichtungsanlage, welches wenigstens einen Spiegel mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen aufweist.
Gemäß einer Ausführungsform ist dieser Spiegel in dem optischen System derart angeordnet, dass die im Betrieb des optischen Systems bei Reflexion elektromagnetischer Strahlung an dem Spiegel auftretenden, auf die jeweilige Oberflächennormale bezogenen Reflexionswinkel wenigstens 50°, insbesondere wenigstens 65°, betragen.
Die Erfindung betrifft ferner auch eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage mit einer Beleuchtungseinrichtung und einem Projektionsobjektiv, wobei die Beleuchtungseinrichtung im Betrieb der Projektionsbelichtungsanla- ge eine in einer Objektebene des Projektionsobjektivs befindliche Maske beleuchtet und das Projektionsobjektiv Strukturen auf dieser Maske auf eine in einer Bildebene des Projektionsobjektivs befindliche lichtempfindliche Schicht abbildet, wobei die Projektionsbelichtungsanlage ein optisches System mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen aufweist.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer für den Betrieb im EUV ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage; Figur 2-3 schematische Darstellungen zur Erläuterung des möglichen
Aufbaus eines Spiegels in beispielhaften Ausführungsformen der Erfindung; und
Figur 4-6 Diagramme zur Erläuterung weiterer möglicher Ausführungsformen der Erfindung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER
AUSFÜHRUNGSFORMEN
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften für den Betrieb im EUV ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage 100, in welcher die vorliegende Erfindung realisierbar ist.
Gemäß Fig. 1 weist eine Beleuchtungseinrichtung der Projektionsbelichtungsanlage 100 einen Feldfacettenspiegel 103 und einen Pupillenfacet- tenspiegel 104 auf. Auf den Feldfacettenspiegel 103 wird das Licht einer Lichtquelleneinheit, welche eine Plasmalichtquelle 101 und einen Kollektorspiegel 102 umfasst, gelenkt. Im Lichtweg nach dem Pupillenfacettenspiegel 104 sind ein erster Teleskopspiegel 105 und ein zweiter Teleskopspiegel 106 angeordnet. Im Lichtweg nachfolgend ist ein unter streifendem Einfall betriebener Um- lenkspiegel 107 angeordnet, der die auf ihn treffende Strahlung auf ein Objektfeld in der Objektebene eines in Fig. 1 lediglich angedeuteten Projektionsobjektivs lenkt. Am Ort des Objektfeldes ist eine reflektive strukturtragende Maske 121 auf einem Maskentisch 120 angeordnet, die mit Hilfe eines Projektionsobjektivs 150 in eine Bildebene abgebildet wird, in welcher sich ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes Substrat 161 auf einem Wafertisch 160 befindet.
Der erfindungsgemäße Aufbau eines unter streifendem Einfall betriebenen Spiegels kann beispielsweise bei einem oder mehreren Spiegeln des Projektionsobjektivs 150 oder auch bei dem innerhalb der Beleuchtungseinrichtung vorgesehenen Umlenkspiegel 107 realisiert sein.
Im Weiteren werden mögliche Ausführungsformen eines unter streifendem Einfall betriebenen Spiegels gemäß der vorliegenden Erfindung unter Bezugnah- me auf die schematischen Abbildungen von Fig. 2-3 beschrieben.
Gemäß Fig. 2 kann ein für den Betrieb unter streifendem Einfall ausgelegter Spiegel 200 in einer ersten Ausführungsform in für sich bekannter Weise ein
Spiegelsubstrat 205 (welches aus einem beliebigen geeigneten Substratmaterial, z.B. ein unter der Bezeichnung ULE® von der Firma Corning Inc. vertriebenes Titanium-Silikatglas, hergestellt sein kann) sowie eine die optische Wirkfläche 200a ausbildende Reflexionsschicht 220 aufweisen, welche im Ausfüh- rungsbeispiel aus Ruthenium (Ru) hergestellt ist und eine typische beispielhafte Dicke im Bereich von 20 nm bis 200 nm aufweisen kann. In weiteren Ausführungsformen können ebenfalls für sich bekannte Schichtsysteme für Gl-Spiegel mit mehr als einer einzelnen (z.B. Ruthenium (Ru))-Schicht eingesetzt werden. Hinsichtlich beispielhaft möglicher Schichtdesigns von Gl-Spiegeln wird z.B. auf DE 10 201 1 075 579 A1 verwiesen.
Zum Schutz des Spiegelsubstrats 205 vor im Betrieb des Spiegels 200 auf die optische Wirkfläche 200a auftreffender und die Reflexionsschicht 220 durch- dringender elektromagnetischer Strahlung infolge von Transmission z.B. durch die Ruthenium (Ru)-Schicht weist der Spiegel 200 zwischen der Reflexionsschicht 220 und dem Spiegelsubstrat 205 eine Substratschutzschicht 210 auf.
Die Substratschutzschicht 210 weist im Ausführungsbeispiel von Fig. 2 eine al- ternierende Aufeinanderfolge von Absorberschichten 212 aus einem ersten Material (mit entsprechend hohem Absorptionsanteil im Brechungsindex, z.B. Silber (Ag), Platin (Pt), Zinn (Sn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Wolfram (W), Nickel (Ni) oder Kobalt (Co)) und Schichtspannungskompensationsschichten 21 1 aus einem zweiten Material (z.B. Molybdän (Mo) oder Ruthenium (Ru)) auf. Wäh- rend die Schichtspannungskompensationsschichten 21 1 dazu dienen, eine gegebenenfalls im gesamten Schichtaufbau des Spiegels 200 vorhandene, unerwünschte mechanische Schichtspannung zu kompensieren, sorgen die Absorberschichten 212 aufgrund ihrer geringen Transmission für EUV-Strahlung (insbesondere von weniger als 0.1 %, insbesondere weniger als 0.01 %, weiter insbesondere weniger als 0.001 %) dafür, dass elektromagnetische Strahlung etwa in Form von Streulicht vom Spiegelsubstrat 205 ferngehalten wird, wo diese elektromagnetische Strahlung eine Kompaktierung oder anderweitige Schädigung des Spiegelsubstratmaterials hervorrufen könnte.
Die gesamte Periodenzahl der alternierenden Abfolge innerhalb der Substratschutzschicht 210 kann insbesondere im Bereich von 10 bis 40 liegen (wobei jede Periode einem Teilstapel aus jeweils einer Absorberschicht 212 und einer Schichtspannungskompensationsschicht 21 1 entspricht). Des Weiteren kann die Dicke der Schichtspannungskompensationsschichten 21 1 lediglich beispielhaft im Bereich von 2 nm bis 4 nm liegen. Insbesondere kann die Dicke der Schichtspannungskompensationsschichten 21 1 deutlich geringer sein als in einem für den Betrieb unter senkrechtem Einfall ausgelegten (Nl-)Spiegel, wobei vorteilhaft ausgenutzt wird, dass auch die gegebenenfalls zu kompensierenden schichtspannungsbedingten Verbiegungen bei dem unter streifendem Einfall betriebenen Spiegel 200 gemäß Fig. 2 wesentlich geringer sind als bei besagtem Nl-Spiegel. Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer weiteren beispielhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Spiegels, wobei im Vergleich zu Fig. 2 analoge bzw. im Wesentlichen funktionsgleiche Komponenten mit um„100" erhöhten Bezugsziffern bezeichnet sind. Bei dem Spiegel 300 gemäß Fig. 3 besteht die Substratschutzschicht 310 ausschließlich aus einer Absorberschicht mit einer zur Absorption der die Reflexionsschicht 320 gegebenenfalls durchdringenden elektromagnetischen Strahlung erforderlichen Gesamtdicke von typischerweise 50 nm oder 100 nm, wobei hier auf zusätzliche schichtspannungskompensierende Schichten bzw. ei- nen entsprechenden alternierenden Schichtaufbau in der Substratschutzschicht 310 gänzlich verzichtet wird und die Substratschutzschicht somit nur aus einer einzigen Absorberschicht analog zur Absorberschicht 212 besteht. Eine solche Ausgestaltung ist insbesondere dann geeignet, wenn eine innerhalb der Reflexionsschicht 320 vorhandene mechanische Schichtspannung vernachlässigbar klein ist.
In weiteren Ausführungsformen kann die erfindungsgemäß zwischen Spiegelsubstrat und Reflexionsschicht vorhandene Substratschutzschicht auch aus
einem geeigneten Material hergestellt sein, welches sowohl die Funktion der Absorberschichten 212 aus Fig. 2 (d.h. Absorption von die Reflexionsschicht durchdringender elektromagnetischer Strahlung wie transmittiertes Licht oder Streulicht) als auch die Funktion der Schichtspannungskompensationsschich- ten 21 1 (d.h. Kompensation einer im gesamten Schichtaufbau des Spiegels vorhandenen mechanischen Schichtspannung) erfüllt. Unter der Voraussetzung ausreichend hoher Absorption können hierfür z.B. Legierungen aus den o.g. Absorbermaterialien Silber (Ag), Platin (Pt), Zinn (Sn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Wolfram (W), Nickel (Ni), Kobalt (Co) mit z.B. Silizium (Si), Vanadium (V), Kohlenstoff (C), Bor (B) oder Molybdän (Mo) verwendet werden. Je nach Absorptionsverhalten können die Schichtdicken zwischen 50 und 300 nm betragen. Ebenfalls kann durch geeignete Wahl der Prozessparameter sowohl für rein elementare Absorberschichten als auch für Legierungen die Schichtspannung über einen weiten Bereich (z.B. von +1000 MPa bis -1000 MPa) ein- gestellt werden.
Die Erfindung ist insbesondere vorteilhaft in einem Projektionsobjektiv realisierbar, welches wenigstens einen Spiegel für streifenden Einfall des Beleuchtungslichts (mit Einfallswinkeln größer als 65°) aufweist, beispielsweise in ei- nem Projektionsobjektiv wie in DE 10 2012 202 675 A1 gezeigt. In weiteren Ausführungsbeispielen kann die Erfindung auch in Projektionsobjektiven mit anderem Aufbau oder in anderen optischen Systemen realisiert werden.
Im Weiteren werden unter Bezugnahme auf Fig. 4-6 Ausführungsformen der Erfindung beschrieben, bei denen eine vorteilhafte Ausgestaltung des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems sowie gegebenenfalls auch der Reflexionsschicht insofern realisiert wird, als diese Ausgestaltung für eine messtechnische Ermittlung des lateralen Dickenverlaufs der Substratschutzschicht besonders günstig ist. Eine solche messtechnische Ermittlung des lateralen Dickenverlaufs ist wiederum wie eingangs schon beschrieben wünschenswert, um unerwünschte Abweichungen dieses Dickenverlaufs von einem angestrebten, z.B. typischerweise konstanten Dickenverlauf kompensieren zu können (wobei die besagte Kompensation entweder im Schichtdicken-
verlauf des betreffenden Spiegels selbst oder auch anderenorts im optischen System erfolgen kann).
Hierzu zeigen zunächst Fig. 4a-4d jeweils Wellenlängenabhängigkeiten der Reflektivität eines erfindungsgemäßen Spiegels, wobei für unterschiedliche Werte der Periodenlänge des die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystems (von d=6nm bis d=8nm) und unterschiedliche Dicken der Reflexionsschicht (welche in Fig. 4a 25nm, in Fig. 4b 28nm, in Fig. 4c 30nm und in Fig. 4d 35nm beträgt) die einzelnen Reflektivitätsverläufe aufgetragen sind. Es zeigt sich, dass für die gewählten Periodenlängen die spektrale Peaklage jeweils zwischen 12.5nm und 14.5nm und somit in dem Bereich liegt, der für im EUV-Bereich gebräuchliche und verfügbare Reflektometer ohnehin messtechnisch zugänglich ist. Fig. 5 zeigt ein Diagramm zur Veranschaulichung eines von dem die Substratschutzschicht bildenden Mehrfachschichtsystem erzeugten stehenden Wellenfeldes in den einzelnen Bereichen eines erfindungsgemäßen Spiegels und insbesondere an den zwischen Substratschutzschicht bzw. Mehrfachschichtsystem, Reflexionsschicht sowie Vakuum befindlichen Grenzflächen. Dabei ist im Ausführungsbeispiel (jedoch ohne dass die Erfindung hierauf beschränkt wäre) das die Substratschutzschicht ausbildende Mehrfachschichtsystem als alternierende Abfolge aus Borcarbid (B C)- und Chrom (Cr)-Schichten ausgebildet, wohingegen die Reflexionsschicht ebenfalls lediglich beispielsweise aus Ruthenium (Ru) besteht. Fig. 6a-c zeigen die jeweiligen Reflektivitäten in ihrem Wellenlängenverlauf in Abhängigkeit von der Dicke der Reflexionsschicht.
Die einzelnen Kurven in Fig. 5 entsprechen dabei unterschiedlichen Dicken der Reflexionsschicht, wobei die jeweiligen Grenzflächen zwischen Reflexionsschicht und Vakuum für die unterschiedlichen Proben durch kurze senkrechte Striche angedeutet sind. Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, ist die Oszillation der elektrischen Feldstärke im Vakuum besonders groß, wenn die betreffende Grenzfläche zwischen Reflexionsschicht und Vakuum sich in der Nähe eines Maximums des stehenden Wellenfeldes befindet (was im dargestellten Beispiel
für Dicken der Reflexionsschicht von 27nm sowie 34nm gegeben ist). Liegt hingegen die betreffende Grenzfläche in der Nähe eines Minimums des stehenden Wellenfeldes (wie im Beispiel für eine Dicke der Reflexionsschicht von 31 nm der Fall), ist die betreffende Oszillation der Feldstärke besonders gering. Im Ergebnis zeigt sich, dass ein ausgeprägter Peak in der Wellenlängenabhängigkeit der Reflektivität dann erreicht wird, wenn die Gesamtdicke der Schichten oberhalb des Maximums des stehenden Wellenfeldes im Mehrfachschichtsystem so gewählt wird, dass sie ungefähr einem ganzzahligen Vielfachen der Periodenlänge des Mehrfachschichtsystems entsprechen.
Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrieben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alternative Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merkmalen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Ausführungsformen von der vorliegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalente beschränkt ist.