Gasbeheiztes Gargerät
Die vorliegende Erfindung betrifft ein gasbeheiztes Gargerät, insbesondere eine
Gaskochmulde.
Gasbeheizte Gargeräte werden beispielsweise über einen Wandanschluss mit einem Gasstrom versorgt. Hierzu ist es bekannt, ein zentrales Gasventil des Gargeräts mit dem Wandanschluss zu verbinden. Stromabwärts des zentralen Gasventils sind üblicherweise mehrere Brenner vorgesehen. Die Brenner werden jeweils über eine Verzweigungsleitung und ein entsprechendes Ventil mit einer zentralen Leitung verbunden, welche mittels des zentralen Gasventils absperrbar ist.
Die derzeit bei solchen gasbeheizten Gargeräten verwendeten Ventile, insbesondere das zentrale Gasventil, sind im Hinblick auf deren Durchflussrate, Dimensionierung und Preis nicht zufriedenstellend.
Vor diesem Hintergrund besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein verbessertes gasbeheiztes Gargerät bereitzustellen. Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein gasbeheiztes Gargerät, insbesondere eine
Gaskochmulde, mit einem Kugelhahnventil zum Steuern eines Gasstroms vorgeschlagen.
Solche Kugelhahnventile zeichnen sich dadurch aus, dass diese weit verbreitet sind, wenn auch in anderer Anwendung. Die entsprechend gute Verfügbarkeit der
Kugelhahnventile macht diese auch für gasbeheizte Gargeräte im Haushalt attraktiv.
Außerdem lassen sich solche Kugelhahnventile einfach an die spezifischen Erfordernisse eines gasbeheizten Gargeräts anpassen.
Gemäß einer Ausführungsform sind wenigstens ein Brenner und eine Leitung zum Versorgen des Brenners mit dem Gasstrom vorgesehen. Ferner ist die Leitung zum Steuern des Gasstroms mittels des Kugelhahnventils freigebbar und absperrbar.
Typischerweise sind zwei bis sechs Brenner vorgesehen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind mehrere Brenner vorgesehen. Sämtliche Brenner werden mittels der Leitung mit dem Gasstrom versorgt. Demnach handelt es sich bei der Leitung um eine zentrale Leitung, wobei entsprechende Verzweigungsleitungen die Brenner mit einem jeweiligen Gasstrom versorgen. Eine solche zentrale Absperrung erlaubt es, die Gasversorgung für sämtliche Brenner mittels nur eines Ventils absperren zu können.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Kugelhahnventil manuell betätigbar. Dies ist kostengünstig.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Kugelhahnventil elektromagnetisch betätigbar.„Elektromagnetisch" umfasst Ausführungsformen, bei denen beispielsweise eine Spule, ein Drehstrommotor oder ein Linearmotor ein Schließelement des
Kugelhahnventils zum Freigeben oder Absperren der Leitung betätigt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform stellt eine Wechselstromquelle die Energie zur elektromagnetischen Betätigung bereit.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform stellt eine Gleichstromquelle die Energie zur elektromagnetischen Betätigung bereit.
Der erwähnte Drehstrom- oder Linearmotor kann demnach von einer Gleichstrom- oder Wechselstromquelle mit Strom versorgt werden. Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Kugelhahnventil ein an einem Schaft des Kugelhahnventils gehaltenes Schließelement auf. Das Schließelement ist
beispielsweise kugelförmig mit einer mittigen Öffnung ausgebildet und verschließt in einer Schließstellung des Kugelhahnventils eine Öffnung in einem Ventilsitz des
Kugelhahnventils. Der Schaft trägt drehfest ein Zahnrad, welches für das Steuern des Gasstroms mittels einer Zahnstange drehbar ist. Die Zahnstange kann beispielsweise von einer Spule angetrieben werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Kugelhahnventil koaxial in dem Gasstrom angeordnet. Damit ist gemeint, dass das Kugelhahnventil nicht in einer Bypassleitung, sondern in der Zentralleitung selbst angeordnet ist. Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Kugelhahnventil dazu eingerichtet, einem jeweiligen Brenner einen Gasstrom von maximal 200 bis 400 Liter pro Stunde zuzuführen. Bei beispielsweise vier Brennern heißt dies, dass das Kugelhahnventil dazu eingerichtet ist, einen Gasstrom von maximal 800 bis 1600 Liter pro Stunde zuzuführen. Weitere mögliche Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen und zuvor oder im Folgenden bezüglich der
Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale oder Ausführungsformen des
gasbeheizten Gargeräts. Dabei wird der Fachmann auch Einzelaspekte als
Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen Grundform der Erfindung hinzufügen oder ändern.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Aspekte der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele der Erfindung. Im Weiteren wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigelegten Figuren näher erläutert.
Es zeigen dabei:
Fig. 1 : in einer perspektivischen Ansicht einen Ausschnitt aus einem gasbeheizten Gargerät mit einem Kugelhahnventil gemäß einer Ausführungsform;
Fig. 2: das Kugelhahnventil aus Fig. 1 , wobei ein Zahnrad desselben abgenommen ist;
Fig. 3: in einer Explosionsansicht das Kugelhahnventil aus Fig. 1 ; und
Fig. 4: in einer Explosionsansicht ein Kugelhahnventil gemäß einer weiteren
Ausführungsform.
In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen worden, soweit nichts anderes angegeben ist.
Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen Ausschnitt aus einem gasbeheizten Gargerät 1 . Das Gargerät 1 ist beispielsweise als Gaskochmulde ausgebildet.
Das Gargerät 1 umfasst ein Kugelhahnventil 2.
Das Kugelhahnventil 2 ist koaxial in einer zentralen Gasleitung 3 des Gargeräts 1 angeordnet. Die zentrale Gasleitung 3 verbindet eine zentrale Gasversorgungsleitung des entsprechenden Hauses oder der entsprechenden Wohnung mit Brennern 4 des
Gargeräts 1. Mittels des Kugelhahnventils 2 wird ein Gasstrom 5, welcher mittels nicht dargestellter Verzweigungsleitungen den Brennern 4 zugeführt wird, gesteuert. Hierzu sperrt das Kugelhahnventil 2 die Leitung 3 ab oder gibt diese zumindest teilweise frei. Die Gasleitung 3 wird als zentrale Gasleitung bezeichnet, da sie sämtliche Brenner 4 des Gargeräts 1 mit dem Gasstrom 5 versorgt.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel wird das Kugelhahnventil 2 elektromagnetisch betätigt. Hierzu weist das Gargerät 1 eine nicht dargestellte Spule auf, welche von einer
Wechselstromquelle 8 mit Energie versorgt wird. Die Spule betätigt eine Zahnstange 6, welche mit einem Zahnrad 7 im Eingriff steht. Dadurch dreht sich das Zahnrad 7 um eine Drehachse 1 1 . Das Zahnrad 7 ist mit einem Schaft 12 des Kugelhahnventils 2 drehfest verbunden.
Der Schaft 12 und dessen Zusammenwirken mit dem Zahnrad 7 und einem drehfest mit dem Schaft 12 verbundenen Schließelement 13 ist in den Figuren 2 und 3 näher gezeigt. Dabei zeigt Figur 2 die Ansicht aus Figur 1 , wobei das Zahnrad 7 abgenommen ist. Figur 3 zeigt eine Explosionsansicht des Kugelhahnventils 2 aus Figur 1 .
Das Schließelement 13 ist kugelförmig ausgebildet und weist eine mittige Öffnung 14 auf. In der Offenstellung des Kugelhahnventils 2 wird die Öffnung 14 von dem Gasstrom 5 durchströmt und definiert dabei dessen Strömungsquerschnitt. In der Schließstellung des Kugelhahnventils 2 dichtet das Schließelement 13 gegen einen nicht dargestellten Ventilsitz des Kugelhahnventils 2 ab, so dass kein Gas durch das Kugelhahnventil 2
strömen kann. Figur 3 zeigt das Schließelement 13 in der Schließstellung des
Kugelhahnventils 2.
Der durch die Öffnung 14 vorgegebene, maximale Strömungsquerschnitt des
Kugelhahnventils 2 ist beispielsweise derart vorgesehen, dass einem jeweiligen Brenner 4 ein Gasstrom von maximal 300 Litern pro Stunde zuführbar ist. Gemäß dem
Ausführungsbeispiel sind zwei Brenner 4 vorgesehen, so dass die Öffnung 14 auf einen maximalen Gasstrom von 600 Litern pro Stunde ausgelegt ist. Zur Rückstellung des Schließelements 13 aus der Offenstellung des Kugelhahnventils 2 in dessen Schließstellung, wenn beispielsweise die erwähnte Spule nicht bestromt wird, kann eine Feder 15 vorgesehen sein. Die Feder 15 ist beispielsweise als Spiralfeder ausgebildet und greift an ihrem einen Ende 16 in eine Nut 17 des Schafts 12 ein. An ihrem anderen Ende 21 greift die Feder 15 an einem Gehäuse 22 des Kugelhahnventils 2 an. Dadurch wird sichergestellt, dass, wenn das Gargerät 1 ausgeschaltet ist, sich das Kugelhahnventil 2 in seiner Schließstellung befindet, sodass kein Gasstrom 5 zu den Brennern 4 besteht. Beim Einschalten des Gargeräts 1 wird die Spule bestromt und betätigt das Kugelhahnventil 2 in dessen Offenstellung, so dass die Brenner 4 jeweils mit dem Gasstrom 5 versorgt werden. Allerdings steht der Gasstrom 5 an den Gasbrennern 4 nur dann zur Verfügung, wenn der Benutzer auch ein einem jeweiligen Brenner 4 vorgeschaltetes, nicht dargestellte Ventil zumindest teilweise öffnet.
Figur 4 illustriert in einer Explosionsansicht eine weitere Ausführungsform eines
Kugelhahnventils 2.
Das Kugelhahnventil 2 umfasst ein Gehäuse, welches sich aus zwei miteinander verschraubbaren Gehäusehälften 23, 24 zusammensetzt. Die beiden Gehäusehälften 23, 24 nehmen in ihrem Inneren das Schließelement 13 auf. In eine jeweilige Gehäusehälfte 23, 24 ist ein Ende 25 der zentralen Gasleitung 3 einsteckbar. Nach dem Einstecken wird ein jeweiliges Ende 25 mit Hilfe eines Rings 26 in der jeweiligen Gehäusehälfte 23, 24 gesichert.
Ein jeweiliger Ring 26 kann einen profilierten Abschnitt 27 für ein händisches Eindrehen des Rings 26 in ein entsprechendes Gewinde 28 der jeweiligen Gehäusehälften 23, 24
aufweisen. Dabei wird ein an mehreren Vorsprüngen 31 , welche sich von dem profilierten Abschnitt 27 axial erstrecken, ausgebildetes Gewinde 32 mit dem Gewinde 28 der Gehäusehälfte 23 bzw. 24 verschraubt. Beim Einschrauben werden die Vorsprünge 31 nach innen gedrückt und quetschen dabei das entsprechende Ende 25 der zentralen Gasleitung 3. Der dabei entstehende Reibschluss sichert das Ende 25 der Gasleitung 3 in der entsprechenden Gehäusehälfte 23 bzw. 24.
Eine jeweilige Gehäusehälfte 23, 24 bildet somit mit einem jeweiligen Ring 26 eine sogenannte Schraubquetschkupplung 33 aus.
Obwohl die vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben wurde, ist sie vielfältig modifizierbar. Insbesondere sind die Ausführungsbeispiele gemäß den Figuren 1 bis 3 und gemäß Figur 4 miteinander kombinierbar.
Verwendete Bezugszeichen:
1 Gargerät
2 Kugelhahnventil
3 zentrale Gasleitung
4 Brenner
5 Gasstrom
6 Zahnstange
7 Zahnrad
8 Wechselstromquelle
1 1 Drehachse
12 Schaft
13 Schließelement
14 Öffnung
15 Feder
16 Ende
17 Nut
21 Ende
22 Gehäuse
23 Gehäusehälfte
24 Gehäusehälfte
25 Ende
26 Ring
27 Abschnitt
30 Gewinde
31 Vorsprung
32 Gewinde
33 Schraubquetschkupplung