O p t i s c h v a r i a b l e s F l ä c h e n m u s t e r
Die vorliegende Erfindung betrifft ein optisch variables Flächenmuster, die Verwendung eines solchen Flächenmusters als Master zur Herstellung von Volumenhologrammen oder als Sicherheitselement, ein Wertdokument mit einem solchen optisch variablen Flächenmuster sowie ein Verfahren zum Herstellen eines solchen optisch variablen Flächenmusters. Zu schützende Gegenstände werden häufig mit einem Sicherheitselement ausgestattet, das die Überprüfung der Echtheit des Gegenstandes erlaubt und zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion dient.
Zu schützende Gegenstände sind beispielsweise Sicherheitspapiere, Aus- weis- und Wertdokumente (wie z.B. Banknoten, Chipkarten, Pässe, Identifikationskarten, Ausweiskarten, Aktien, Anlagen, Urkunde, Gutscheine, Schecks, Eintrittskarten, Kreditkarten, Gesundheitskarten, etc.) sowie Produktsicherungselemente (wie z.B. Etiketten, Siegel, Verpackungen, etc.). Es ist bekannt, ein solches optisch variables Flächenmuster so auszubilden, dass beim Kippen um eine erste Achse eine orthoparallaktische Bewegung eines (komplexen) Motivs, wie beispielsweise ein Logo oder eine Wertzahl, auftritt. Dies wird mit einer Moire- Vergrößerungsanordnung realisiert, bei der das Motiv auf einem sehr feinen Raster (Periode von ca. 20 μπι) perio- disch angeordnet ist und über ein zum feinen Raster gedrehtes Linsenraster mit gleicher Periode vergrößert dargestellt wird.
Die Technik der Moire- Vergrößerungsanordnung hat jedoch eine Reihe technisch bedingter Nachteile. Da das Motiv und die Mikrolinsen bzw. deren Krümmungsradien nicht beliebig klein werden können, ist eine relativ große Dicke des optisch variablen Flächenmusters von typischerweise mehr als 30
μιη nötig. Wenn das optisch variable Flächenmuster als Sicherheitsfaden eingesetzt wird, ist diese Dicke von Nachteil, da z.B. die Einbettung solcher vergleichsweise dicken Fäden insbesondere in Banknotenpapier schwieriger ist als die Einbettung dünnerer Fäden. Die Einbettung der Fäden wird zudem dadurch beeinträchtigt, dass die Linsen der Moire- Vergrößerungsanordnung nicht mit Klebstoff beschichtet und die Fäden zumindest bei der üblichen unregistrierten Einbringung somit nur einseitig mit Heißsiegellack beschichtet werden können. Auch daraus können Schwierigkeiten bei der Einbettung (z.B. Faltenbildung) und den Beständigkeiten resultieren, da die Papierstege nicht fest mit dem Faden verbunden sind.
Ferner müssen bei der Moire- Vergrößerungsanordnung Prägestrukturen auf zwei Seiten des Fadens hergestellt werden: eine Seite mit Linsen und eine Seite mit Mikrobildern. Dies führt zu einer aufwendigen Herstellung.
Des Weiteren müssen Bild- und Linsenraster extrem genau aufeinander abgestimmt sein, da bereits kleine Abweichungen im Raster zu deutlichen Bildverzerrungen führen. Eine genaue Registrierung des vergrößerten Motivs beispielsweise zum Rand eines Sicherheitsfadens ist extrem schwierig. Bei einem Linsenraster mit einer Periode von 20 μπι würde z.B. ein Versatz zu den Mikrobildern von 10 μπι das vergrößerte Motiv bereits um seine halbe Größe verschieben. Somit ist es beispielsweise extrem schwierig, eine einzelne Wertzahl bei senkrechter Aufsicht immer genau in der Mitte des Sicherheitsfadens darzustellen.
Orthoparallaktische Bewegungseffekte mit Mikrospiegeln sind im Wesentlichen in Form sich bewegender Linien oder Balken bekannt, wie z.B. in der DE 10 2010 047250 AI beschrieben ist. Hier liegt eine kontinuierliche Veränderung der Steigung benachbarter Spiegel vor. Solche Darstellungen sind
sehr brillant, allerdings lassen sich nur vergleichsweise einfache Motive, wie z.B. bewegte Linien und Pumpeffekte realisieren, da die benachbarten Mik- rospiegel eine kontinuierlich variierende Steigung aufweisen. Ein einige Mikrospiegel umfassender Flächenbereich kann somit nur in einem engen Winkelbereich hell aufleuchtende Spiegel enthalten. Ein Lichtpunkt oder Balken kann über einen solchen Bereich beim Kippen nur einmal drüber laufen und nicht beim Weiterkippen zurücklaufen oder von einem weiteren Punkt oder Balken gefolgt werden. Ein heller Kreis kann also beispielsweise von innen nach außen pumpen, sich aber nicht bei unveränderter Größe von links nach rechts bewegen.
Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, ein optisch variables Flächenmuster bereitzustellen, mit dem ein orthoparallaktischer Bewegungseffekt für beliebige Motive dargestellt werden kann und das gleichzeitig mit einer sehr geringen Dicke herstellbar ist.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein optisch variables Flächenmuster mit einem Träger, der einen Flächenbereich mit einer Vielzahl von reflektiven Pixeln aufweist, die in Zeilen und Spalten angeordnet und so ausgerichtet sind, dass ein Betrachter beim Kippen des Flächenmusters um eine erste Achse
nen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die eine Bewegung entlang einer ersten Richtung, die mit der ersten Achse einen Winkel von kleiner oder gleich 30° einschließt, und/ oder eine Rotation des Motivs aufweist, wobei in zumindest einer der Zeilen und/ oder in zumindest einer der Spalten Pixel liegen, die die hellen Bereiche von zumindest zwei der Motivdarstellungen erzeugen.
Durch diese erfindungsgemäße Anordnung der Pixel in den Zeilen und Spalten liegt eine Verschachtelung der verschiedenen Ansichten im Flächenbereich vor, die zu dem Vorteil führt, dass auch beliebig komplizierte Motive dargestellt werden können. Es können somit quasi über denselben Abschnitt des Flächenbereiches nacheinander verschiedene Teile des Motivs laufen. Durch die Verschachtelung können somit insbesondere auch überlappende Darstellungen für flüssige Bewegungen erzeugt werden.
Da das optisch variable Flächenmuster mit reflektiven Pixeln gebildet ist und somit keine Mikrolinsen in Art einer Moire-Vergrößerungsanordnung benötigt, kann das Flächenmuster mit der gewünschten geringen Dicke gebildet werden.
Die reflektiven Pixel sind insbesondere als spekular reflektierende Pixel aus- gebildet. Die Pixel weisen somit eine oder auch mehrere Spiegelflächen auf, die einfallendes Licht entsprechend den Gesetzen der geometrischen Optik reflektieren. Die Spiegelfläche der Pixel ist bevorzugt als plane Spiegelfläche ausgebildet. Sie kann jedoch auch gekrümmt sein. Bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster können sowohl in zumindest einer der Zeilen als auch in zumindest einer der Spalten Pixel liegen, die die hellen Bereiche von zumindest zwei der Motivdarstellungen erzeugen.
Die Zeilen und Spalten der reflektiven Pixel verlaufen bevorzugt senkrecht zueinander und erstrecken sich geradlinig. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Es können auch andere Winkel zwischen den Zeilen und Spalten vorliegen und die Zeilen und Spalten können sich in nicht geradliniger Weise erstrecken. Beispielsweise können die Zeilen und/ oder die Spalten
wellenf örmig verlaufen. Wesentlich ist, dass die Zeilen und Spalten den Flächenbereich möglichst vollständig abdecken.
Bei dem erfindungsgemäJßen Flächenmuster kann die erste Richtung mit der ersten Achse einen Winkel einschließen, der kleiner oder gleich 10° ist. Insbesondere kann die erste Richtung mit der ersten Achse zusammenfallen bzw. parallel zu dieser sein. Da die erste Richtung erfindungsgemäß maximal einen Winkel von 30° mit der ersten Achse einschließt, kann man von einer im Wesentlichen orthoparallaktischen Bewegung sprechen.
Bei dem optisch variablen Flächenmuster können die zumindest drei Hell- Dunkel-Motivdarstellungen insbesondere so gewählt sein, dass sie allein durch Rotation und/ oder Verschiebung ineinander überführt werden können.
Die reflektiven Pixel sind zumindest in Zeilenrichtung (und bevorzugt auch in Spaltenrichtung) nicht größer als 300 pm, bevorzugt nicht größer als 100 pm und besonders bevorzugt nicht größer als 40 pm. Die Abmessungen der Pixel stellen sicher, dass hoch genug aufgelöste Darstellungen realisiert wer- den können, bei denen ein Betrachter die Pixelstruktur mit bloßem Auge kaum oder gar nicht mehr wahrnehmen kann.
Bei dem optisch variablen Flächenmuster können die hellen Bereiche bei jeder Hell-Dunkel-Motivdarstellung jeweils durch gleich ausgerichtete Pixel erzeugt werden. Ferner können die Hell-Dunkel-Motivdarstellungen bevorzugt zweidimensionale Motivdarstellungen sein. Diese können in der Ebene des Flächenbereiches liegen. Es ist jedoch auch möglich, dass sie optisch vor oder hinter der Ebene des Flächenbereiches sichtbar sind.
Die Ausrichtung der Pixel, die die hellen Bereiche bei jeder Hell-Dunkel- Motivdarstellung erzeugen, ist für jede Hell-Dunkel-Motivdarstellung bevorzugt so gewählt, dass sie frei von zufälligen Variationen ist. Es liegt somit bevorzugt keine pseudo-statistische Verteilung der Ausrichtung der Pixel für die hellen Bereiche der jeweiligen Hell-Dunkel-Motivdarstellung vor.
Bevorzugt zeigen die Hell-Dunkel-Motivdarstellungen jeweils dasselbe Motiv bzw. bis auf Verschiebung und/ oder Rotation gleiche Motive.
Es ist natürlich auch möglich, dass die Hell-Dunkel-Motivdarstellungen unterschiedliche Motive zeigen. Dies kann dazu genutzt werden, dass die Motivbewegung noch mit einer Motivänderung verknüpft wird. So kann sich z.B. während der Bewegung das Motiv von einem ersten Motiv kontinuierlich oder auch sprunghaft in ein zweites Motiv ändern.
Bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster können die dunklen Bereiche der Hell-Dunkel-Motivdarstellungen durch reflektive Pixel gebildet sein, die eine von den reflektiven Pixeln der hellen Bereiche abweichende Orientierung aufweisen. Ferner können die reflektiven Pixel in den dunklen Teilbereichen für alle Hell-Dunkel-Motivdarstellungen jeweils gleich in der Art orientiert sein, dass ein Betrachter in einer anderen Betrachtungs- oder Beleuchtungssituation die Negativdarstellung der jeweiligen Hell-Dunkel- Motivdarstellung sieht.
Bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster können die dunklen Teilbereiche der Hell-Dunkel-Motivdarstellungen durch lichtstreuende Strukturen, insbesondere diffraktive Mattstrukturen, Mikrohohl- oder Mikrowölbspiegel (die z.B. einen Durchmesser von 20 μπι oder kleiner aufweisen können), lichtabsorbierende Prägestrukturen, insbesondere Mottenaugenstrukturen,
zufällig orientierte Mikrospiegel, dunkel eingefärbte Bereiche und/ oder spe- kular spiegelnde Bereiche ganz oder teilweise gebildet sein.
Ferner kann bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster bei einem Ost- West-Kippen ein stereographischer Tiefeneffekt durch eine horizontale Bildverschiebung und bei einem Nord-Süd-Kippen die Bewegung entlang der ersten Richtung und/ oder die Rotation entstehen.
Bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster kann der Flächenbereich in zu- mindest zwei Teilbereiche aufgeteilt sein, in denen die jeweilige Bewegungsrichtung und/ oder zugehörige Kippachse der Hell-Dunkel-Motive unterschiedlich sind. Dies kann z.B. dadurch dazu genutzt werden, dass die beiden Teilbereiche bei gleicher Kipprichtung gegenläufige Bewegungsrichtungen der Hell-Dunkel-Motive darstellen. Ferner können in den beiden Teilbe- reichen bei gleicher Kipprichtung aufeinander senkrecht stehende Bewegungsrichtungen der Hell-Dunkel-Motivdarstellungen erzeugt werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Flächenmuster können sich die beiden Teilbereiche zumindest teilweise überlappen.
Die Abmessungen der Mikrospiegel liegen bevorzugt zwischen 3 μπι und 300 μπι, insbesondere zwischen 3 μπ\ und 100 μπι und besonders bevorzugt zwischen 5 μπι und 20 μπι. Der Träger des optisch variablen Flächenmusters kann ein- oder mehrschichtig ausgebildet sein. Insbesondere kann der Träger eine Folie und/ oder ein Papier aufweisen. Als Material kann beispielsweise ein Kunststoff bzw. ein Polymermaterial eingesetzt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen optisch variablen Flächenmuster kann insbesondere eine achromatische Darstellung verwirklicht werden.
Ferner kann das optisch variable Flächenmuster insbesondere so ausgebildet werden, dass ein Betrachter beim Kippen des Flächenmusters um die erste Achse zumindest fünf bzw. zumindest zehn Hell-Dunkel-Motivdarstellungen an verschiedenen Positionen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die zumindest eine orthoparallaktische Komponente aufweist.
Es wird ferner ein optisch variables Flächenmuster mit einem Träger, der einen Flächenbereich mit einer Vielzahl von reflektiven Pixeln aufweist, die in Zeilen und Spalten angeordnet und so ausgerichtet sind, dass ein Betrachter beim Kippen des Flächenmusters um eine erste Achse zumindest drei Hell-Dunkel-Motivdarstellungen an verschiedenen Positionen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die zumindest eine orthoparallaktische Komponente aufweist, bereitgestellt, wobei sowohl in zumindest einer der Zeilen als auch in zumindest einer der Spalten jeweils Pixel liegen, die die hellen Bereiche von zumindest zwei der Motivdarstellungen erzeugen.
Ein solches optisch variables Flächenmuster kann in gleicher Weise weitergebildet werden wie das bereits beschriebene optisch variable Flächenmuster. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird daher auf die obigen Ausführungen verwiesen.
Das erfindungsgemäße Flächenmuster kann als Master zur Herstellung von Volumenhologrammen verwendet werden.
Ferner kann das erfindungsgemäße optisch variable Flächenmuster als Sicherheitselement, insbesondere als Sicherheitselement für ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen, verwendet werden. Das Sicherheitselement kann als Sicherheitsfaden, Aufreißfaden, Sicherheitsband, Sicher- heitsstreif en, Patch oder als Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen ausgebildet sein.
Unter dem Begriff Sicherheitspapier wird hier insbesondere die noch nicht umlauffähige Vorstufe zu einem Wertdokument verstanden, die neben dem erfindungsgemäßen optisch variablen Flächenmuster auch weitere
Echtheitsmerkmale (wie z.B. im Volumen vorgesehene Lumineszenzstoffe) aufweisen kann. Dabei umfasst der Begriff Sicherheitspapier nicht nur Papiere, sondern z.B. auch Kunststoff- oder Verbundsubstrate, insbesondere für Banknoten. Unter Wertdokumenten werden hier einerseits aus Sicherheits- papieren hergestellte Dokumente verstanden. Andererseits können Wertdokumente auch sonstige Dokumente oder Gegenstände sein, die mit dem erfindungsgemäßen optisch variablen Flächenmuster versehen werden können, damit die Wertdokumente nicht kopierbare Echtheitsmerkmale aufweisen, wodurch eine Echtheitsprüfung möglich ist und zugleich unerwünsch- tes Kopieren verhindert wird.
Es wird ferner ein Wertdokument mit einem erfindungsgemäßen Flächenmuster oder Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Flächenmusters bereitgestellt.
Das erfindungsgemäße Flächenmuster kann auch zu rein dekorativen Zwecken benutzt werden.
Des Weiteren wird ein Verfahren zum Herstellen eines optisch variablen Flächenmusters (insbesondere des erfindungsgemäßen optisch variablen Flächenmusters sowie seiner Weiterbildungen) bereitgestellt, bei dem ein Flächenbereich in in Zeilen und Spalten angeordnete Bildpunkte aufgeteilt wird, jeder Bildpunkt genau einer Ansicht von zumindest drei betrachtungswinkelabhängigen Ansichten so zugeordnet wird, dass in jeder Zeile und/ oder in jeder Spalte Bildpunkte von zumindest zwei Ansichten liegen, die Position eines darzustellenden Hell-Dunkel-Motivs im Flächenbereich für jede der Ansichten für eine Motivbewegung bei einem Kippen des hergestellten Flächenmusters um eine erste Achse festgelegt wird, wobei die Motivbewegung eine Bewegung entlang einer ersten Richtung, die mit der ersten Achse einen Winkel von kleiner oder gleich 30° einschließt, und/ oder eine Rotation des Motivs aufweist, für jede festgelegte Position die Bildpunkte der entsprechenden Ansicht als helle Bildpunkte ermittelt werden, die den hellen Motivbereich darstellen sollen, und das Flächenmuster durch Bilden des Flächenbereichs mit den hellen Bildpunkten als reflektive Pixel auf einem Träger hergestellt wird, so dass ein Betrachter beim Kippen des Flächenmusters um die erste Achse die zumindest drei Hell-Dunkel-Motivdarstellungen an verschiedenen Positionen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die die Bewegung entlang der ersten Richtung und/ oder die Rotation des Motivs aufweist.
Insbesondere kann die Zuordnung jedes Bildpunktes zu genau einer Ansicht der zumindest drei betrachtungswinkelabhängigen Ansichten so durchgeführt werden, dass in jeder Zeile und in jeder Spalte jeweils Bildpunkte von zumindest zwei Ansichten liegen.
Es wird ferner ein Verfahren zum Herstellen eines optisch variablen Flächenmusters (insbesondere des erfindungsgemäßen optisch variablen Flä-
chenmusters sowie seiner Weiterbildungen) bereitgestellt, bei dem ein Flächenbereich in in Zeilen und Spalten angeordnete Bildpunkte aufgeteilt wird, jeder Bildpunkt genau einer Ansicht von zumindest drei betrachtungswin- kelabhängigen Ansichten so zugeordnet wird, dass in jeder Zeile und in je- der Spalte Bildpunkte von zumindest zwei Ansichten liegen, die Position eines darzustellenden Hell-Dunkel-Motivs im Flächenbereich für jede der Ansichten für eine Motivbewegung mit einer orthoparallaktischen Komponente festgelegt wird, für jede festgelegte Position die Bildpunkte der entsprechenden Ansicht als helle Bildpunkte ermittelt werden, die den hellen Motivbereich darstellen sollen, das Flächenmuster durch Bilden des Flächenbereichs mit den hellen Bildpunkten als reflektive Pixel auf einem Träger hergestellt wird, so dass ein Betrachter beim Kippen des hergestellten Flächenmusters um eine erste Achse die zumindest drei Hell-Dunkel- Motivdarstellungen an verschiedenen Positionen nacheinander so wahr- nehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die die orthopa- rallaktische Komponente aufweist.
Die erfindungsgemäßen Verfahren können insbesondere so weitergebildet werden, dass mit ihnen die erfindungsgemäßen optisch variablen Flächen- muster (einschließlich der Weiterbildungen des optisch variablen Flächenmusters) herstellbar sind. Insbesondere können die Herstellungsverfahren die im Zusammenhang mit der Beschreibung von Ausführungsbeispielen des optisch variablen Flächenmusters angegebenen Schritte enthalten. Die Zuordnung der Bildpunkte zu den Ansichten kann insbesondere so erfolgen, dass in jeder Zeile und in jeder Spalte Bildpunkte von allen Ansichten liegen.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Nachfolgend wird die Erfindung beispielhalber anhand der beigefügten Zeichnungen, die auch erfindungswesentliche Merkmale offenbaren, noch näher erläutert. Zur besseren Anschaulichkeit wird in den Figuren auf eine maßstabs- und proportionsgetreue Darstellung verzichtet. Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen optisch variablen Flächenmuster als Sicherheitselement;
Figur 2 eine vergrößerte Draufsicht des Flächenmusters von Figur 1;
Figur 3 eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Flächenmusters;
Figur 4 eine vergrößerte schematische Ansicht eines Pixels des Flächenmusters;
Figur 5 eine weitere Ansicht eines Pixels des Flächenmusters;
Figur 6 eine noch weitere Ansicht eines Pixels des Flächenmusters;
Figuren 7-10 Ansichten des Flächenbereiches 13 mit zusätzlich eingezeichneter Position der darzustellenden Zahl "2";
Figuren 11-14 Ansichten zur Erläuterung der Position der hellen Pixel für die unterschiedlichen Positionen der darzustellenden Zahl "2" gemäß Figuren 7 - 10; Figur 15 eine Darstellung des Flächenbereiches 13 mit eingezeichneten hellen Pixel aller vier Ansichten;
Figur 16 eine Darstellung zur Erläuterung der Ausführungsform, bei der eine zweidimensionale orthoparallaktische Bewegung dargeboten wird;
Figuren 17-20 Darstellungen des Flächenbereiches 13 gemäß einer Ausführungsform, bei der der Flächenbereich 13 in zwei Teilbereiche aufgeteilt ist, in denen gegenläufige orthoparallakti- sehe Bewegungen dargeboten werden und
Figuren 21-24 Ansichten zur Erläuterung der Position der hellen Pixel für die unterschiedlichen Positionen des darzustellenden Motivs„L".
Bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße optisch variable Flächenmuster 10 als Sicherheitselement so in einer Banknote 11 integriert, dass es in der in Figur 1 gezeigten Vorderseite der Banknote 11 sichtbar ist. Alternativ kann das erfindungsgemäße optisch variable Element 10 auch als Fensterfaden 12 vorliegen.
Das optisch variable Element 10 weist in der hier beschriebenen Ausführungsform einen rechteckigen Flächenbereich 13 mit einer Vielzahl von re- flektiven Pixeln auf.
Wie insbesondere der vergrößerten schematischen Darstellung des Flächenbereiches 13 in Figur 2 zu entnehmen ist, weist der Flächenbereich 13 in Zeilen (Richtung Rl) und in Spalten (Richtung R2) angeordnete Pixel 14 auf, die hier schematisch als Quadrate dargestellt sind. In jedem der schematisch dargestellten Quadrate ist die Zahl 1, 2, 3 oder 4 eingetragen, die eine Zuordnung der Pixel 14 zu einer von vier dargebotenen Darstellungen angibt, wie nachfolgend noch im Detail beschrieben wird. Die verschiedenen Darstellungen sind für einen Benutzer betrachtungswinkelabhängig zu erfassen.
Für die nachfolgende Beschreibung wird von der in Figur 3 gezeigten Orientierung des optisch variablen Elementes 10 zu dem gezeigten Koordinatensystem ausgegangen. Das optisch variable Element 10 bzw. der Flächenbereich 13 des optisch variablen Elementes 10 liegt dabei zunächst in der durch die x- und y- Achsen aufgespannten Ebene und kann davon ausgehend um die x- Achse und die y- Achse gedreht bzw. gekippt werden, wobei der Betrachter aus Richtung der z-Achse auf den Flächenbereich 13 schaut. Für den Betrachter ist in Figur 3 stellvertretend schematisch ein Auge dargestellt.
Ein Drehen des Flächenbereiches 13 um die x- Achse (Änderung des Drehwinkels ax) wird im Folgenden als "Nord-Süd-Kippen" bezeichnet und ein Drehen um die y- Achse (Änderung des Drehwinkels ay) wird als "Ost- West- Kippen" bezeichnet.
Bei der hier beschriebenen Ausführungsform ist jedes Pixel 14 durch einen Mikrospiegel 15 gebildet, wobei in Figur 4 vergrößert einer der Mikrospiegel 15 gezeigt ist. Der Mikrospiegel 15 weist eine Spiegelfläche 16 auf, die die optisch wirksame Fläche des Mikrospiegels 15 ist und deren Orientierung durch die Angabe des Oberflächennormalenvektors n bestimmt ist. Der
Oberflächennormalenvektor n = {nx ,ny,n2 ) soll dabei stets auf 1 normiert sein und eine positive z-Komponente aufweisen. Unter diesen Bedingungen ist der Oberflächennormalenvektor bereits allein durch die nx- und ny- Komponenten bestimmt. Die nz-Komponente ergibt sich unmittelbar daraus und wird daher im Weiteren nicht mehr erwähnt. Die Kanten Kl und K2 liegen in der x-y-Ebene.
In einer ersten Ausführungsform kann die x-Komponente des Oberflächen- normalenvektors n der Mikrospiegel 15, wie in Figur 5 für einen Mikrospie- gel 15 gezeigt ist, Null sein und kann die ny-Komponente der Mikrospiegel 15 variiert werden. In Anwesenheit einer Lichtquelle kann der Betrachter das optisch variable Element 10 dann so ausrichten, dass er die Lichtquelle im Spiegelreflex einiger der Mikrospiegel 15 hat. Diese Mikrospiegel 15 leuchten dann hell auf, wobei erfindungsgemäß gleich ausgerichtete Mikrospiegel in dem Flächenbereich 13 so angeordnet sind, dass die Gesamtheit der unter einer bestimmten Ausrichtung des optisch variablen Elementes 10 hell aufleuchtenden Mikrospiegel dem Betrachter eine bildhafte Darstellung darbietet, beispielsweise ein Symbol, eine Wertzahl, etc. In der beschriebenen Ausführungsform kann der Betrachter bei Anwesenheit der Lichtquelle (bevor- zugt einer Punktlichtquelle) die Mikrospiegel 15 mit unterschiedlichen Orientierungen im Wesentlichen durch Nord-Süd-Kippen in den Spiegelreflex bringen, d.h. bei einem derart ausgestalteten Flächenmuster sieht der Betrachter unter verschiedenen Kippwinkeln beim Nord-Süd-Kippen jeweils unterschiedliche Darstellungen bzw. Ansichten eines Motivs. Das sichtbare Motiv ist für den Betrachter als Hell-Dunkel-Darstellung erfassbar.
Der normierte Normalenvektor n = (0, ny, nz) hängt bei der beschriebenen Ausführungsform über die Beziehung ny = sinß mit dem Neigungswinkel ß
zusammen, den die Spiegelflächen 16 der Mikrospiegel 15 mit der makroskopischen Oberfläche (die hier in der x-y-Ebene liegt) des Flächenbereiches 13 einschließt. Ein Wert von ny = 0,1 entspricht beispielsweise einem Neigungswinkel von etwa 6°. Um zwischen den Spiegelreflexen zweier Mikrospiegel 15 mit ny = 0 und ny = 0,1 zu wechseln und die zugehörigen Ansichten zu sehen, muss der Flächenbereich 13 hier also in Nord-Süd-Richtung um etwa 6° gekippt werden.
In Figur 6 ist eine Ausführungsform angedeutet, bei der im Unterschied zu der in Verbindung mit Figur 5 beschriebenen Ausführungsform die ny- Komponente aller Mikrospiegel 15 Null ist und die nx-Komponente variiert wird. In diesem Fall leuchten die Mikrospiegel 15 beim Ost- West-Kippen unter verschiedenen Kippwinkeln auf.
Natürlich können im allgemeinen Fall sowohl die nx- als auch die ny- Komponenten der Normalenvektoren der Spiegelflächen 16 der Mikrospiegel 15 ungleich Null sein.
Nachfolgend wird eine Ausführungsform beschrieben, bei der die Zahl "2" als Hell-Dunkel-Motiv mit einem orthoparallaktischen Bewegungseffekt beim Nord-Süd-Kippen so erzeugt wird, dass die Zahl "2" dabei an insgesamt vier unterschiedlichen horizontal verschobenen Positionen sichtbar wird.
In Figur 7 ist der Flächenbereich 13 in gleicher Weise wie in Figur 2 dargestellt, wobei jetzt zusätzlich noch die Zahl "2" in ihrer ersten darzustellenden Position durch schwarze Quadrate eingezeichnet ist. Dabei weist hier die darzustellende Zahl "2" ein Pixelraster auf, das 2x2 Pixeln 14 des Flächenbereiches 13 entspricht. So überdeckt z.B. das Pixel 17 der darzustellenden Zahl
"2" vier Pixel 14. In den Figuren 8 bis 10 sind in gleicher Weise wie in Figur 7 weitere Verschiebepositionen der darzustellenden Zahl "2" gezeigt.
Die in Figur 7 gezeigte Position der Zahl "2" soll als Ansicht 1 in einer ersten Kippstellung sichtbar sein. Daher werden die von den Pixeln 17 der darzustellenden Zahl "2" überdeckten Pixel 14 der ersten Ansicht (also die Pixel 14, die mit 1 bezeichnet sind) so orientiert, dass sie bei der ersten Kippstellung aufleuchten. Dies ist in Figur 11 durch die eingezeichneten schwarzen Kreise dargestellt.
In Figur 12 sind die Pixel 14 der zweiten Ansicht (also die Pixel 14, die mit 2 bezeichnet sind) durch einen schwarzen Kreis dargestellt, die von den Pixeln 17 der darzustellenden Zahl "2" überdeckt sind und bei einer zweiten
Kippstellung die Position der Zahl "2" als Ansicht 2 gemäß Figur 8 darstellen sollen. In Figuren 13 und 14 sind dann die Pixel 14 der dritten und vierten Ansicht mit schwarzen Kreisen markiert, die den Positionen der Zahl "2" in Figur 9 als Ansicht 3 bzw. in Figur 10 als Ansicht 4 entsprechen. In den hell bzw. dunkel zu erscheinenden Pixel 14 können die Mikrospiegel 15 somit folgende Orientierungen aufweisen.
Für einen Wechsel zwischen jeweils zwei Ansichten muss das optisch variable Element 10 um etwa 6° in Nord-Süd-Richtung gekippt werden. Wenn man
dies für alle vier Ansichten durchführt, wird dem Betrachter die darzustellende Zahl "2" an den verschiedenen Positionen so nacheinander dargeboten, dass ihm der Eindruck vermittelt wird, dass sich die Zahl "2" bewegt. Diese Bewegung ist orthoparallaktisch, d.h. die Kippung um eine waagrechte Ach- se in den Darstellungen gemäß Figuren 11 bis 14 führt zu einer Bewegung entlang der Kippachse und nicht, wie normalerweise erwartet, senkrecht zur Kippachse.
Für die bewegte Darstellung der Zahl "2" sind die vier Ansichten mit vier unterschiedlichen Positionen im Flächenbereich 13 ineinander geschachtelt. Dies wird besonders deutlich durch die Darstellung in Figur 15, in der die resultierenden Kippstellungen der Mikrospiegel 13 im vorliegenden optisch variablen Flächenmuster 10 dargestellt sind. Dabei zeigen schwarze Kreise die hellen Pixel 14 der ersten Ansicht, waagrecht schraffierte Kreise die hel- len Pixel 14 der zweiten Ansicht, weiße Kreise die hellen Pixel 14 der dritten Ansicht und die Kreise mit senkrechter Schraffur die hellen Pixel 14 der vierten Ansicht. Die restlichen Pixel weisen zufällige Orientierungen auf, so dass die Bereiche mit diesen Pixeln unter keinem Kippwinkel gleich hell erscheinen wie die hellen Motivdarstellungen der verschiedenen Ansichten. Wie man der Darstellung in Figur 15 gut entnehmen kann, führt die Ineinander- verschachtelung der verschiedenen Ansichten dazu, dass in den Zeilen, in denen Mikrospiegel für helle Pixel 14 der Ansichten liegen, jeweils helle Pixel 14 für zumindest zwei verschiedene Ansichten vorhanden sind (Zeilenrichtung Rl). In gleicher Weise liegen mehrere Spalten vor, in denen jeweils helle Pixel 14 unterschiedlicher Ansichten angeordnet sind.
Der Winkelbereich, unter dem helle Pixel 14 und somit die entsprechenden Mikrospiegel 13 im Spiegelreflex sichtbar sind, hängt in der Praxis von mehreren Faktoren ab. Eine sehr ausgedehnte Lichtquelle lässt die Mikrospiegel
13 beim Kippen aus dem Spiegelreflex länger hell erscheinen als eine Punktlichtquelle. Gleichzeitig können eine nicht exakt ebene Spiegelfläche 15 der Mikrospiegel und/ oder (in der Regel unerwünschte) Beugungseffekte den reflektierten Lichtstrahl um mehrere Grad aufweiten. Um die zugehörigen Darstellungen getrennt sehen zu können, ist also ein gewisser Unterschied in den Orientierungen der Spiegelflächen 15 notwendig. Andererseits sollen die Darstellungen für möglichst flüssige Bewegungseffekte kontinuierlich ineinander übergehen, weshalb die Unterschiede der Orientierungen der zu unterschiedlichen Ansichten gehörenden Spiegelflächen 15 nicht zu groß sein dürfen. Zu große Orientierungsunterschiede können zu einem "Flackern" beim Kippen führen. Eine Ansicht wird zunächst dunkel, bevor die nächste Ansicht wieder hell aufleuchtet. Zur Erzielung möglichst flüssiger Bewegungseffekte ohne Flackern werden in der Praxis daher bevorzugt mehr als vier Ansichten verwendet, beispielsweise zehn Ansichten, die dann mit kleineren Orientierungsunterschieden angeordnet werden. Zur Erzielung eines kontinuierlichen Bewegungseffektes reichen jedoch schon drei verschiedene Ansichten pro Kippachse aus. Je mehr Ansichten pro Kippachse vorgesehen werden, desto flüssiger können die Bewegungseffekte realisiert werden.
Die gemäß obiger Tabelle zufällige Orientierung der dunklen Pixel verhindert, dass diese Bereiche unter anderen Winkeln hell aufleuchten. Unter zufällig wird hier insbesondere verstanden, dass eine pseudo-statistische Verteilung der Kippwinkel für das erfindungsgemäße optisch variable Flächenmuster vorliegt. Verschiedene optisch variable Flächenmuster können dieselbe pseudo-statistische Verteilung aufweisen.
Alternativ können die Mikrospiegel 13 in den "dunklen" Bereichen aber auch eine vorgegebene Orientierung aufweisen, so dass die eigentlich "dunklen"
Bereiche dann unter anderem Kippwinkel hell erscheinen. Dies kann beispielsweise durch folgende Kippwinkelverteilung realisiert werden
In diesem Fall erhält man beim Nord-Süd-Kippen den gewünschten Bewegungseffekt, der jedoch noch mit einem Kontrastwechsel beim Ost- West- Kippen kombiniert ist. Je nach der Ost- West-Kippstellung leuchten die eigentlich "hellen" oder "dunklen" Mikrospiegel hell auf. Ein solcher Kontrastwechsel kann das optisch variable Flächenmuster 10 noch attraktiver ma- chen. Während ein solcher Kontrastwechsel bei der hier beschriebenen Darstellung der Zahl "2" somit durchaus attraktiv und wünschenswert sein kann, kann ein Kontrastwechsel bei anderen Motiven unerwünscht sein. So möchte man beispielsweise ein Portrait oder eine Flagge in den Nationalfarben ungern in die Negativdarstellung kippen lassen. In diesem Fall können, wie bereits beschrieben, die Kippwinkel der dunklen Pixel zufällig gewählt sein.
Alternativ können in den dunklen Bereichen keine Mikrospiegel vorliegen, sondern anderweitig eine dunkle Einfärbung erzeugt werden. Dies kann bei- spielsweise über lichtabsorbierende Prägestrukturen, wie z.B. Mottenaugen- strukturen, oder ein registriertes Überdrucken mit dunkler Farbe realisiert werden. Als weitere Alternative können in diesen Bereichen auch lichtstreuende Strukturen, beispielsweise diffraktive Mattstrukturen oder Mikrohohl-
oder Mikrowölbspiegel vorliegen, oder es kann nur eine ebene verspiegelte Fläche vorliegen.
Die Zuordnung der einzelnen Pixel 14 zu den verschiedenen Ansichten ist hier durch die in den einzelnen Pixeln 14 eingetragenen Zahlen 1, 2, 3 und 4 verdeutlicht, die natürlich tatsächlich nicht in dem hergestellten variablen Flächenmuster 10 vorhanden sind. Man kann auch sagen, dass zur Herstellung des optisch variablen Flächenmusters ein Flächenbereich in Bildpunkte, die in Zeilen und Spalten angeordnet sind, aufgeteilt wird und jeder Bild- punkt genau einer Ansicht von zumindest drei betrachtungswinkelabhängigen Ansichten so zugeordnet wird, dass in jeder Zeile und in jeder Spalte jeweils Bildpunkte von zumindest zwei Ansichten liegen. Eine solche Aufteilung eines Flächenbereichs in Bildpunkte entspricht z.B. der Darstellung gemäß Figur 2. Ferner wird die Position eines darzustellenden Hell-Dunkel- Motivs (wie z.B. die in Verbindung mit Figuren 7 bis 15 beschriebene Zahl "2") im Flächenbereich für jede der Ansichten für eine Motivbewegung mit einer orthoparallaktischen Komponente festgelegt und werden für jede festgelegte Position die Bildpunkte der entsprechenden Ansicht als helle Bildpunkte ermittelt, die den hellen Motivbereich darstellen sollen. Das Flä- chenmuster wird dann durch Bilden des Flächenbereichs mit den hellen
Bildpunkten als reflektive Pixel auf einem Träger hergestellt, wie dies bereits ausführlich beschrieben wurde, so dass ein Betrachter beim Kippen eines Flächenmusters um eine erste Achse die zumindest drei (hier vier) Hell- Dunkel-Motivdarstellungen an verschiedenen Positionen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung vermittelt wird, die die ortho- parallaktische Komponente aufweist. Bei dem Herstellungsverfahren werden also für jede Ansicht genau die Bildpunkte als helle Bildpunkte ermittelt, die den hellen Motivbereich darstellen sollen und dann auch als reflektive Pixel ausgebildet. Die Bildpunkte der Ansicht, die nicht den hellen Motivbereich
darstellen sollen, können zwar, wie beschrieben, auch als reflektive Pixel ausgebildet sein (z.B. mit einer zufälligen Orientierung), können aber auch anders ausgebildet sein, z.B. als nicht reflektive Flächenabschnitte und somit als nicht reflektive Pixel. Somit wird von den Bildpunkten einer Ansicht in der Regel nur ein gewisser Teil dann als reflektive Pixel für den hellen Motivbereich auf dem Träger gebildet.
Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen wurden die Mikrospiegel so orientiert, dass bei einem Nord-Süd-Kippen eine orthoparallaktische Be- wegung der Zahl "2" von links nach rechts vorliegt. Es ist ferner möglich, dass die Bewegungsrichtung des Motivs nicht mit der Kippachse (beim Nord-Süd-Kippen ist dies hier die x- Achse) zusammenfällt, sondern einen Winkel einschließt, der bevorzugt kleiner oder gleich 30° ist. Insbesondere kann der Winkel kleiner oder gleich 10° sein.
Alternativ können die unterschiedlichen Ansichten natürlich auch eine sich beim Ost-West-Kippen von oben nach unten bewegende Wertzahl "2" zeigen. Dazu kann man beispielsweise die ny-Komponenten der Orientierungen der Spiegelflächen 15 in hellen Bildbereichen auf Null setzen und die nx- Komponenten der Spiegelflächen 15 der verschiedenen Ansichten variieren. Auch hier können die Mikrospiegel so orientiert sein, dass zwischen der Bewegungsrichtung und der Kippachse ein Winkel von kleiner oder gleich 30° oder von kleiner oder gleich 10° vorliegt. Man kann auch eine zweidimensionale orthoparallaktische Bewegung realisieren, wie dies in Figur 16 angedeutet ist. Die Doppelpfeile PI zeigen ein Ost- West-Kippen und die Doppelpfeile P2 ein Nord-Süd-Kippen. Beim Nord-Süd-Kippen erfolgt ein Wechsel zwischen den links oben und links unten in Figur 16 dargestellten Ansichten 1 und 2 oder zwischen den rechts
oben und rechts unten in Figur 16 dargestellten Ansichten 3 und 4. Beim Ost- West-Kippen erfolgt ein Wechsel zwischen den Ansichten 1 und 3 oder zwischen den Ansichten 2 und 4. Um dies zu erreichen, müssen sich die Orientierungen der Spiegelflächen 15 der hellen Bildbereiche bei Darstellung mit horizontalem Versatz in ihren ny-Komponenten unterscheiden und bei Darstellung mit vertikalem Versatz in ihren nx-Komponenten. Eine mögliche Realisierung der Kippstellungen wäre wie folgt:
In der Praxis kann man für eine solche Darstellung zum Zwecke einer möglichst flüssigen bzw. kontinuierlichen Bewegung natürlich wieder deutlich mehr als nur insgesamt vier verschiedene Ansichten verwenden, beispielsweise könnten hier 5x5 = 25 oder 10x10 = 100 verschiedene Ansichten ineinander verschachtelt werden.
Statt der zufällig orientierten Mikrospiegel für die dunklen Pixel können auch hier die bereits genannten Alternativen für dunkle Bereiche gewählt werden. So können in den dunklen Pixeln z.B. andere Füllungen wie diffrak- tive dunkle Strukturen oder dunkle Druckfarben vorhanden sein.
Eine weitere Ausführungsform ist in den Figuren 17 bis 20 gezeigt. Hier um- fasst das darzustellende Motiv zwei Teilmotive, wobei in der oberen Hälfte 18 des Flächenbereiches 13 beim Nord-Süd-Kippen eine erste Wertzahl "1" von rechts nach links läuft und gleichzeitig in der unteren Hälfte 19 des Flä-
chenbereiches 13 eine zweite Wertzahl "2" genau entgegengesetzt von links nach rechts läuft. Derartige gegenläufige Bewegungseffekte sind besonders auffällig.
Statt einer genau gegenläufigen Bewegung können die einzelnen Motivbestandteile auch in andere unterschiedliche Richtungen laufen. Beispielsweise können sich beim Kippen um dieselbe Achse einige dargestellte Zahlen oder Symbole gegenläufig bewegen und andere Zahlen oder Symbole sich beispielsweise in aufeinander senkrecht stehende Bewegungsrichtungen bewegen. Die unterschiedlichen Ansichten können auch so gestaltet sein, dass sich die in unterschiedlichen Richtungen bewegenden Motivbestandteile ganz oder teilweise überlappen.
Natürlich können statt der beschriebenen beispielhaften Motive (Zahlen "1" und "2") beliebige andere Darstellungen, wie beispielsweise Symbole, dargestellt werden.
Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen zeigen die verschiedenen Ansichten immer das gleiche Motiv, das beim Kippen eine orthoparallakti- sche Bewegung zeigt. Es ist jedoch auch möglich, dass sich das Motiv von einer Ansicht zur nächsten zusätzlich noch anderweitig verändert. Beispielsweise kann sich das Motiv sprunghaft oder kontinuierlich in ein anders Motiv ändern.
Ferner kann zusätzlich zu der orthoparallaktischen Bewegung für eine erste Kipprichtung ein anderer Effekt für eine andere Kipprichtung vorgesehen sein, so kann z.B. bei der Ausführungsform gemäß Figur 16 der Effekt so geändert werden, dass die Ansicht 1 und die Ansicht 2 statt einer "2" beispielsweise die Zahl "1" zeigen. Damit würde sich beim Nord-Süd-Kippen eine
orthoparallaktische Bewegung ergeben und beim Ost- West-Kippen ein Flip zwischen den Wertzahlen "1" und "2".
In anderen Ausführungsformen kann statt eines Flips auch ein anderer kon- tinuierlicher kinematischer Effekt vorgesehen sein. Beispielsweise könnte ein Rad beim Nord-Süd-Kippen ein orthoparallaktische Bewegung von rechts nach links durchführen und beim Ost- West-Kippen anfangen zu rotieren.
Die Ansichten können auch so gestaltet sein, dass sich neben der orthopa- rallaktischen Bewegung zusätzlich ein Tiefeneffekt ergibt. So können z.B. mehrere Ansichten mit horizontal verschobenen Motiven und unterschiedlichen nx-Komponenten der Normalenvektoren wie bei einem Stereogramm vorliegen und gleichzeitig entsprechend horizontal versetzte Ansichten mit unterschiedlichen ny-Komponenten. Damit sieht ein Betrachter das Motiv vor oder hinter der Ebene des Flächenbereiches 13 und beobachtet zusätzlich beim Nord-Süd-Kippen eine orthoparallaktische Bewegung.
Ein Tiefeneffekt kann auch dadurch erzielt werden, dass eine links-rechts- Bewegung des Motivs nicht an eine Drehung exakt um die x- Achse gebun- den ist, sondern beispielsweise um eine Drehachse, die mit der x- und der y- Achse einen Winkel von 45° einschließt. Auch in diesem Fall führen sowohl Nord-Süd- als auch Ost- West-Kippen zu einer links-rechts-Bewegung, wobei die Bewegung beim Ost- West-Kippen einen stereographischen Tiefeneindruck und die Bewegung beim Nord-Süd-Kippen eine orthoparallaktische Bewegung liefert.
In Figuren 21 bis 24 sind für ein Motiv„L" in gleicher Weise wie in Figuren 11 bis 14 die Positionen der hellen Pixel für unterschiedliche Kippwinkel bei einem Nord-Süd-Kippen dargestellt, wobei hier eine Rotation des Motivs„L"
für den Betrachter wahrnehmbar ist. Wenn der Betrachter das Flächenmuster in Nord-Süd-Richtung kippt, erscheint für ihn eine Rotation des Motivs„L". Auch eine solche Bewegung weist eine auffällige Dynamik auf, so dass dieser Bewegungseffekt optisch sehr einprägsam ist. Natürlich kann eine solche Rotation mit der bereits beschriebenen orthoparallaktischen Bewegung oder der im Wesentlichen orthoparallaktischen Bewegung kombiniert werden.
Das erfindungsgemäße optisch variable Element 10 kann z.B. als Sicherheitselement eingesetzt werden, insbesondere als Sicherheitsfaden, Sicherheitsstreifen oder Patch. Ein solches Sicherheitselement kann insbesondere in einem beispielsweise thermoplastischen oder Strahlungshärtenden Lack insbesondere auf einer Trägerfolie abgeformt werden. Die Mikrospiegel können mit einer reflexionserhöhenden Beschichtung (AI-Metallisierung, Dünnfilm- Interferenzbeschichtung, Beschichtung mit Flüssigkristallen, etc.) versehen werden. Zum Schutz vor mechanischen und/ oder chemischen Belastungen sowie zum Schutz vor unbefugter Abformung können die Mikrospiegel- strukturen in einen Schutzlack eingebettet werden.
Der Flächenbereich 13 kann zumindest teilweise transparent sein und über einen durchsichtigen Bereich des Substrates (insbesondere ein Banknotenfenster) angeordnet sein.
Das optisch variable Element 10 kann auch als Master zur Belichtung von Volumenhologrammen verwendet werden, die dann ebenfalls die erfindungsgemäßen optischen Effekte aufweisen.
Durch den vergleichsweise einfachen Aufbau des optisch variablen Elementes aus Folie/ Prägelack/ Metallisierung kann das optisch variable Element sehr dünn sein. Wenn die Folie beispielsweise eine Dicke von 12 μιη aufweist
und der Prägelack mit der Metallisierung eine Dicke von beispielsweise unter 5 μπι aufweist, liegt eine Gesamtdicke von unter 20 μπ\ und hier von etwa 17 μπ vor. Da die Mikrospiegel verwendet werden, ist keine Registrierung zwischen Mikrostrukturen und Linsen nötig, wie dies bei bekannten Moire- Vergrößerungsanordnungen der Fall ist.
Ferner kann das erfindungsgemäße optisch variable Element 10 eine Farb- kipp-Funktionalität aufweisen und ist leicht kombinierbar mit Hologrammen sowie Mikrospiegeldarstellungen mit Wölbeffekt, Stereogrammen, etc. Diese können in einem Arbeitsgang in denselben Prägelack geprägt werden.
Ferner kann das optisch variable Element mit anderen Sicherheitsmerkmalen kombiniert werden. Beispielsweise kann das optisch variable Element mit Cleartext (Aussparungen in Form einer Ziffern-, Buchstaben- und/ oder Zeichenfolge in einer opaken, insbesondere metallischen Beschichtung), Farb- kippeffekten, Magnetausstattung, Flüssigkristallen und/ oder Fluoreszenzmerkmalen ausgestattet werden.
Die Mikrospiegel 15 sollen für möglichst geringe Prägetiefen und hohe Auflösung bei vielen verschachtelten Ansichten möglichst klein sein. Bevorzugt sind Abmessungen von unter 100 μιτι, besonders bevorzugt von unter 20 μπι oder sogar unter 10 μπι. Um die gewünschte strahlenoptische Spiegelwir- kung (spekulare Reflexion) zu erhalten, brauchen die Spiegelflächen 16 jedoch beugungsbedingt eine gewisse Mindestgröße, die bevorzugt über etwa 3 μπι und besonders bevorzugt über etwa 5 μιη liegt.
Jedes Pixel 14 des Flächenbereiches 13 kann entweder nur einen einzigen Mikrospiegel 15 aufweisen, oder es können auch mehrere Mikrospiegel 15 vorhanden sein. Die Mikrospiegel 15 können ein lokal periodisches Sägezahngitter bilden.
Bei der Ausführung mit lokal periodischen Sägezahngittern kann die Gitterperiode auch kleiner sein als die oben angegebenen 3 μπι bis 5 μιη. Als Spiegelgröße ist in diesem Fall die Länge anzusehen, auf der die Periode des Sägezahngitters sowie seine Ausrichtung und Flankensteigung etwa konstant bleibt.
B e z u gs z e ic he nliste
10 Optisch variables Flächenmuster
11 Banknote
12 Fensterfaden
13 Flächenbereich
14 Pixel
15 Mikrospiegel
16 Spiegelfläche
17 Pixel
18 Obere Hälfte
19 Untere Hälfte
Rl Zeilenrichtung
R2 Spaltenrichtung
PI Doppelpfeil
P2 Doppelpfeil