Pseudosubstrat zur Verwendung bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen und Verfahren zur Herstellung eines Pseudosubstrates
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Pseudosubstrat zur Verwendung bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung solch eines Pseudosubstrates gemäß Oberbegriff des Anspruchs 13.
Halbleiterbauelemente insbesondere für die Telekommunikation und für Hochgeschwindigkeitsanwendungen werden typischerweise durch Aufbringen unterschiedlicher Schichten auf Substraten erzeugt.
Ein wesentliches Kriterium der verwendeten Substrate ist hierbei die Gitterkonstante, welche an die Gitterkonstante der aufzubringenden Schichten angepasst sein soll. Häufig stehen jedoch entsprechende Substrate mit den gewünschten Gitterkonstanten nicht oder nicht in hinreichender Qualität, Größe oder Preis zur Verfügung .
Es ist daher bekannt, für das Kristallwachstum von Schichten zur Erzeugung von Halbleiterbauelementen auf Pseudosubstrate zurückzugreifen. Hierbei werden typischerweise kommerziell verfügbare Substrate wie beispielsweise Si- oder GaAs-Substrate verwendet, auf denen nicht gitterangepasste (metamorphe) und daher defektreichere Schichten abgeschieden werden. Bei geeigneter Prozessführung und hinreichender Schichtdicke entsteht auf diese Weise eine defektarme Oberfläche mit einer Gitterkonstante, verschieden zu der des Substrates. Diese neu generierte Oberfläche dient dann als Substrat für das Wachstum der Schichten des eigentlichen Bauelementes. Beispielsweise ist die Verwendung von GaAs-Substraten, auf denen zur Anpassung der Gitterkonstante eine metamorphe Pufferschicht bestehend aus Indium , Gallium und Arsen aufgebracht wird, bekannt und in Kenneth E. Lee, Eugene A. Fitzgerald,„High-
BESTÄTIGUNGSKOPIE
qualitiy metamorphic compositionally graded InGaAs buffers", Journal of Crystal Growth 312 (2010) 250-257 beschrieben.
Die genannten Pseudosubstrate finden insbesondere bei der Herstellung von H EMT (High Electron Mobility Transistor) und MMIC (Monolithic Microwafe I n- tegrated Circuit) Anwendung . Hierfür wurde eine Verwendung der vorgenannten Pufferschichten zur Herstellung eines Pseudosubstrates bereits in A. Leuther, A. Tessmann, H. Massler, R. Loesch, M. Schlechtweg, M. Mikulla, O. Ambacher, „35nm Metamorphic HEMT MMIC Technology", Proc. 20th Int. Conf. On Indium Phoshide and Related Materials, May 2008, paper MoA3.3" und A. Leuther, R. Weber, H. Dammann, M. Schlechtweg, M. Mikulla, M. Walther, G. Weimann, "Metamorphic 50nm InAs-channel HEMT", Proc. 1 7th Int. Conf. On Indium Phoshide and Related Materials, 2005, p. 129- 132 beschrieben. Da Pseudosubstrate grundsätzlich Störstellen und damit Defekte innerhalb der Pufferschichten aufweisen , besteht das Risiko, dass bei zu hoher Defektdichte unerwünschte elektrische oder optische Eigenschaften verursacht werden, die die Verwendbarkeit der Pseudosubstrate einschränken oder ausschließen. Beispielsweise können bei einer großen Gitterfehlanpassung und hieraus resultie- renden hohen Defektdichte sich Störstellenbänder ausbilden, welche die elektrischen und optischen Eigenschaften des Halbleiterbauelementes beeinflussen. Insbesondere kann eine aufgrund der Störstellenbänder resultierende elektrische Leitfähigkeit dazu führen, dass das Pseudosubstrat ungeeignet für Hochfrequenzanwendungen ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für die Herstellung von Halbleiterbauelementen und insbesondere von HEMT und MMIC ein Pseudosubstrat sowie ein Verfahren zur dessen Herstellung zu schaffen, welches das Spektrum der zur Verfügung stehenden Gitterkonstanten erweitert und eine defektarme Anpassungsschicht aufweist, vorzugsweise, dass das Pseudosubstrat zur Ausbildung von Halbleiterbauelementen für Hochfrequenzanwendungen geeignet ist.
Gelöst ist diese Aufgabe durch ein Pseudosubstrat zur Verwendung bei der Her- Stellung von Halbleiterbauelementen gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung solch eines Pseudosubstrates gemäß Anspruch 13. Vorteilhafte
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Pseudosubstrates finden sich in den Ansprüchen 2 bis 12 und des erfindungsgemäßen Verfahrens in den Ansprüchen 14 bis 18.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis des Anmelders zugrunde, dass für eine Reihe von Halbleiterbauelementen, insbesondere HEMT und MMIC für Anwendungen im Terahertzbereich Pseudosubstrate umfassend die Materialien AISb/lnAs und AllnSb/(Ga)lnSb von Interesse sind. Hierfür stehen jedoch keine zufriedenstellende Substrate oder Pseudosubstrate zur Verfügung. Durch das erfindungsgemäße Pseudosubstrat und das erfindungsgemäße Verfahren werden erstmals Pseudosubstrate mit Gitterkonstänten im Bereich von 0,6136 nm bis 0,6479 nm zur Verfügung gestellt, die gegenüber vorbekannten Substraten erheblich geringere Defektdichten aufweisen.
Das erfindungsgemäße Pseudosubstrat umfasst ein Trägersubstrat mit einer kristallinen Struktur und einen ersten Puffer, der auf eine Oberfläche des Trägersubstrates, gegebenenfalls auf weiteren dazwischenliegenden Zwischenschichten angeordnet ist. Der erste Puffer kann als Einzelschicht oder als Mehrschichtsystem ausgebildet sein. Weiterhin umfasst der erste Puffer zumindest an der dem Trägersubstrat abgewandten Oberfläche Arsen (As) und zumindest eines der Elemente Aluminium (AI) und Indium (In).
Wesentlich ist, dass zusätzlich auf einer dem Trägersubstrat abgewandten Seite des ersten Puffers, gegebenenfalls auf weiteren dazwischenliegenden Zwischenschichten, ein zweiter Puffer angeordnet ist. Der zweite Puffer kann ebenfalls als Einzelschicht oder als Mehrschichtsystem ausgebildet sein.
Der zweite Puffer umfasst an einer ersten, dem ersten Puffer zugewandten O- berfläche, Arsen und zumindest eines der Elemente Aluminium und Indium und an einer zweiten, dem ersten Puffer abgewandten Oberfläche Antimon (Sb) und mindestens eines der Elemente Aluminium und Indium. Hierzu ist der zweite Puffer mit einem abnehmenden Anteil an Arsen und mit einem zunehmenden Anteil an Antimon jeweils ausgehend von der ersten zu der zweiten Oberfläche hin ausgebildet. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Zu- und Abnahme der jeweiligen Elemente kontinuierlich, stufenartig oder in anderer Weise erfolgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Pseudosubstrates zur Verwendung bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen umfasst das Aufbringen eines ersten Puffers auf eine Oberfläche eines Trägersubstrates mit einer kristallinen Struktur, gegebenenfalls unter Zwischenaufbringung weiterer Zwischenschichten, wobei der erste Puffer als Einzelschicht oder als Mehrschichtsystem ausgebildet wird und zumindest an dem Trägersubstrat abgewandten Oberfläche Arsen (As) und zumindest eines der Elemente Aluminium (AI) und I ndium (I n) umfassend ausgebildet wird. Wesentlich ist, dass zusätzlich auf der dem Trägersubstrat abgewandten Seite des ersten Puffers, gegebenenfalls unter Zwischenaufbringung weiterer Zwischenschichten, ein zweiter Puffer angebracht wird, welcher als Einzelschicht oder Mehrschichtsystem ausgebildet wird, wobei der zweite Puffer an einer ersten, dem ersten Puffer zugewandten Oberfläche Arsen (As) und zumindest eines der Elemente Aluminium (AI) und Indium (I n) umfassend und an einer zweiten, dem Puffer abgewandten Oberfläche Antimon (Sb) und mindestens eines der Elemente Aluminium und Indium umfassend ausgebildet wird. Weiterhin wird der zweite Puffer mit abnehmendem Anteil an Arsen und mit zunehmendem Anteil an Antimon jeweils ausgehend von der ersten zu der zweiten Oberfläche hin ausgebildet.
Das erfindungsgemäße Pseudosubstrat wird vorzugsweise mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. einer vorzugsweisen Ausführungsform hiervon hergestellt. Ebenso ist das erfindungsgemäße Verfahren vorzugsweise zur Herstellung des erfindungsgemäßen Pseudosubstrates bzw. einer vorteilhaften Ausführungsform hiervon ausgebildet.
Durch die Ausbildung des zweiten Puffers, in dem ein abnehmender Anteil an Arsen und ein zunehmender Anteil an Antimon ausgebildet wird, kann somit ein Pseudosubstrat für Gitterkonstanten im Bereich von 0,61 36 nm (AlSb) und 0,6479 nm (InSb) erzielt werden , dass aufgrund der speziellen Ausbildung des zweiten Puffers mit zunehmenden Anteil an Antimon und abnehmenden Anteil an Arsen im Vergleich zu vorbekannten Substraten oder Pseudosubstraten erheblich geringere Defektdichten aufweist.
Hierdurch sind Halbleiterbauelemente mit dem erfindungsgemäßen Pseudosubstrat in höherer Güte herstellbar, da aufgrund der geringeren Störstellendichte weniger oder nur vernachlässigbar unerwünschte elektrische oder optische Än-
derungen der Eigenschaft des Bauelements verursacht werden. Insbesondere ermöglicht die geringe Störstellendichte die Erzeugung eines Pseudosubstrates, welches elektrisch isolierend ist und somit für Hochfrequenzanwendungen geeignet. Um die Störstellendichte gering zu halten, ist der zweite Puffer vorzugs- weise derart ausgebildet, dass ausgehend von der ersten Oberfläche zu der zweiten Oberfläche hin die relative Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche stets kleiner als 1 ,5 %/100 nm, bevorzugt stets kleiner als 0,7 %/100 nm, insbesondere stets kleiner als 0,35 %/100 nm ist.
Durch diese Begrenzung der Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke wird auch die Störstellendichte begrenzt.
Vorzugsweise weist der erste und/oder der zweite Puffer, insbesondere bevor- zugt beide Puffer zumindest Indium auf. Hierdurch wird ein Pseudosubstrat für die vorgenannten Gitterkonstanten im Bereich von 0,6136 nm und 0,6479 nm ermöglicht.
Der erste Puffer stellt bevorzugt eine von dem zweiten Puffer räumlich getrennte Schicht dar. Vorzugsweise grenzen erster und zweiter Puffer unmittelbar aneinander. Der erste Puffer weist vorzugsweise kein Antimon auf. Die Dicke des ersten Puffers liegt vorzugsweise im Bereich von 0, 1 μιτι bis 5 μητι.
Zur Begrenzung der Störstellendichte ist der zweite Puffer vorzugsweise derart ausgebildet, dass ausgehend von der ersten Oberfläche zu der zweiten Oberfläche hin die prozentuale Änderung des Arsenanteils an der Gesamtatomanzahl von Arsen und Antimon pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche stets kleiner als 20 %/100 nm, bevorzugt stets kleiner als 6 %/100 nm, insbesondere stets kleiner als 3 %/100 nm ist.
Insbesondere ergaben Untersuchungen der Anmelderin, dass eine sehr gute Optimierung zwischen Minimierung der Schichtdicke einerseits und Minimierung der Störstellendichte andererseits erzielt wird, wenn die relative Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche im Bereich 0,3 %/100 nm bis 0,4 %/100 nm ist bzw. die Änderung des Arsenanteils im Bereich 2,5 %/ 00 nm bis 3,5 %/100 nm liegt.
Zur weiteren Vermeidung von Störstellen ist der zweite Puffer vorzugsweise an der ersten Oberfläche mit einem Anteil an Antimon kleiner 20 %, vorzugsweise kleiner 10 %, bevorzugt ohne Antimon ausgebildet. Die vorgenannten Prozent- zahlen beziehen sich auf die Atomanzahl Antimon an der Gesamtatomanzahl von Antimon und Arsen.
Wie zuvor beschrieben, ist bei dem erfindungsgemäßen Pseudosubstrat wesentlich, dass in dem zweiten Puffer ausgehend von der ersten Oberfläche zur zwei- ten Oberfläche hin der Anteil an Arsen ab- und an Antimon zunimmt. Es liegt im Rahmen der Erfindung , diese Zu- und Abnahme stufenartig auszugestalten. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die verwendete Vorrichtung zur Aufbringung entsprechender Schichten mit jeweils konstanten Bestandteilen besonders geeignet ist oder eine kontinuierliche Zu- und Abnahme nicht herstellbar ist.
Insbesondere ist es jedoch vorteilhaft, dass der zweite Puffer zumindest teilweise eine monotone, bevorzugt streng monotone Abnahme von Arsen und im Gegenzug eine monotone, bevorzugt streng monotone Zunahme von Antimon ausgehend von der ersten zu der zweiten Oberfläche hin aufweist. Hierdurch lässt sich bei einer vorgegebenen maximalen relativen Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche eine Verringerung der notwendigen Gesamtdicke des zweiten Puffers erzielen, insbesondere gegenüber einem stufenartigen Verlauf der Zu- und Abnahme. Daher ist es insbesondere vorteilhaft, dass die Zu- und die Abnahme jeweils einen linearen Verlauf aufweisen .
Der zweite Puffer ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass die Zunahme von Antimon und die Abnahme von Arsen gegenläufig ist, insbesondere, dass sich das Verhältnis von Antimon und Arsen stets durch As1.ySby beschreiben lässt, mit y e [0, 1], d . h. y weist Werte im Bereich 0 bis 1 einschließlich der Bereichs- grenzen auf, wobei y ausgehend von der ersten Oberfläche zu der zweiten O- berfläche hin zunimmt.
Vorzugsweise ist der zweite Puffer als
ausgebildet, mit konstantem x e [0, 1] d. h. x weist einen Wert im Bereich 0 bis 1 einschließlich der Bereichsgrenzen auf, wobei der zweite Puffer mit einem Anteil an Fremdstoffen kleiner 1 0 %, bevorzugt kleiner 5 %, insbesondere kleiner 1 %, weiter
bevorzugt ohne weitere Bestandteile ausgebildet ist. Hierbei beziehen sich die %-Angaben auf die Atomanzahl der Fremdstoffe bezogen auf die Gesämtatom- anzahl im zweiten Puffer. Zwar kann für manche Anwendungen des erfindungsgemäßen Pseudosubstrates die Zugabe weiterer Fremdstoffe, wie beispielsweise von Dotieratomen unterhalb der vorgenannten Gewichtsprozentgrenzen gewünscht sein. Besonders vorteilhaft ist jedoch die Ausbildung des Pseudosubstrates ohne oder nahezu ohne weitere Bestandteile, insbesondere um eine maximal elektrisch isolierende und damit für Hochfrequenzanwendungen geeignete Ausgestaltung zu erzielen.
Vorzugsweise beträgt bei der vorgenannten Zusammensetzung die Änderung des Faktors y pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche weniger als 20 %/100 nm, bevorzugt weniger als 10 %/100 nm, weiter bevorzugt weniger als 6 %/100 nm, im weiteren bevorzugt weniger als 3 %/100 nm. Hierdurch ist eine geringe Störstellendichte gewährleistet. Zur Optimierung einer minimalen Schichtdicke des zweiten Puffers einerseits und geringen Störstellendichte andererseits ist insbesondere eine Änderung des Faktors y pro Wegstrecke im Bereich 2,5 %/100 nm bis 3,5 %/100 nm vorteilhaft.
Ebenso beträgt bei der vorgenannten Zusammensetzung y an der ersten Oberfläche bevorzugt 0 und/oder an der zweiten Oberfläche 1 , so dass insbesondere an der ersten Oberfläche kein Antimon und/oder an der zweiten Oberfläche kein Arsen vorliegt. Hierdurch sind Anschlussflächen an den ersten Puffer einerseits und das Halbleiterbauelement andererseits mit geringer Störstellendichte gewährleistet.
Insbesondere ist es vorteilhaft, dass bei der vorgenannten Zusammensetzung y ausgehend von der ersten Oberfläche zur zweiten Oberfläche hin monoton, bevorzugt streng monoton zunimmt. Insbesondere ist es vorteilhaft, dass y linear zunimmt. Hier wird bei einer vorgegebenen maximalen Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke senkrecht zur ersten Oberfläche eine minimal notwendige Gesamtdicke des zweiten Puffers erzielt.
Untersuchungen des Anmelders haben ergeben, dass vorzugsweise der zweite Puffer eine Dicke im Bereich. 1 μηη bis 10 μητι, bevorzugt im Bereich 1 μηη bis 3 μιη, weiter bevorzugt im Bereich 1 ,5 μιτι bis 2,5 μιη, insbesondere bevorzugt
von etwa 2 μιη aufweist. Hierdurch ist einerseits eine ausreichend große Dicke gegeben, um die gewünschte Abnahme von Arsen und Zunahme von Antimon im zweiten Puffer bei geringer Störstellendichte zu erzielen. Andererseits ist eine nicht zu große Dicke vorteilhaft, da Materialkosten und insbesondere die Herstellungsdauer verkürzt wird.
Das erfindungsgemäße Pseudosubstrat ermöglicht die Herstellung qualitativ hochwertiger Halbleiterbauelemente aufgrund der genau vorgebbaren Eigenschaften der zweiten Oberfläche des zweiten Puffers insbesondere mit der gewünschten Gitterkonstante im vorgenannten Bereich. Untersuchungen des Anmelders haben ergeben, dass eine weitere Steigerung der Oberflächenqualität in einer vorzugsweisen Ausführungsform dadurch erzielt wird, dass zusätzlich auf der dem Trägersubstrat abgewandten Seite des zweiten Puffers, gegebenenfalls auf weitere dazwischenliegenden Zwischenschichten, eine Schicht umfassend Antimon und mindestens eins der Elemente Aluminium und Indium und nicht umfassend Arsen angeordnet ist. Diese Schicht weist vorzugsweise die gleiche Zusammensetzung, d.h. die gleichen Elemente in gleicher Häufigkeit, auf wie die dem ersten Puffer abgewandte Oberfläche des zweiten Puffers.
Weiterhin haben Untersuchungen des Anmelders ergeben, dass die vorgenannte zusätzliche Schicht vorzugsweise mit einer Dicke im Bereich 0,05 μιη bis 0,5 μητι, bevorzugt im Bereich 0,2 μιη bis 0,3 μιτι, insbesondere bevorzugt von etwa 0,25 μηι angeordnet ist. Durch diese zusätzliche Schicht mit konstanter Materialzusammensetzung wird die Oberflächengüte, insbesondere die Glattheit der Oberfläche weiter erhöht und hierdurch werden zusätzlich unerwünschte Störeffekte bei Erzeugen des Halbleiterbauelementes ausgeschlossen.
Zur Vermeidung unerwünschter Störeffekte ist es vorteilhaft, dass der erste Puffer unmittelbar angrenzend an den zweiten Puffer angeordnet ist und/oder der erste Puffer unmittelbar an das Trägersubstrat angrenzend angeordnet ist.
Vorzugsweise weisen der erste und der zweite Puffer an den aneinandergren- zenden Oberflächen die gleiche Zusammensetzung, d.h. die gleichen Elemente in gleicher Häufigkeit, auf.
Die Aufbringung der vorgenannten Schichten erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren epitaktisch. Insbesondere ist die Anwendung an sich bekannter Verfahren und Verwendung an sich bekannter Vorrichtungen vorteilhaft, insbesondere MBE (molecular beam epitaxy), MOCVD (metal organic chemical va- pour deposition) oder MOMBE (metal organic molecular beam epitaxy).
Die Zusammensetzung des ersten Puffers, insbesondere der Anteil Aluminium und der Anteil Indium ist je nach angestrebter Gitterkonstante in den vorgenannten Bereichen gewählt. Insbesondere ist es vorteilhaft, den ersten Puffer als Alxln1 -xAs-Schicht auszubilden, mit konstantem oder sich hinsichtlich der
Wegstrecke senkrecht zur Oberfläche des ersten Puffers verändernden x e [0, 1] wobei der erste Puffer mit einem Anteil an Fremdstoffen kleiner 10 %, bevorzugt kleiner 5 %, insbesondere kleiner 1 %, weiter bevorzugt ohne weitere Bestandteile ausgebildet ist. Insbesondere bei der vorgenannten Zusammensetzung des ersten Puffers wird durch die Wahl des Parameters mit x die Gitterkonstante festgelegt.
Untersuchungen des Anmelders haben ergeben, dass der zweite Puffer vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich 300 °C bis 600 °C, bevorzugt im Bereich 350 °C bis 450 °C, weiter bevorzugt im Bereich 380 °C bis 420 °C, insbesondere bei etwa 400 °C erfolgt.
In diesen Temperaturbereichen, insbesondere bei einer Temperatur von etwa 400 °C wurden bei Aufbau eines Pseudosubstrates ausgehend von einem GaAs- Substrat die besten Oberflächeneigenschaften, insbesondere die geringste Rauhigkeit erzielt.
Weiterhin ergaben Versuche des Anmelders, dass bei Verwendung eines Herstellungsverfahrens, bei dem die Schichten . unter Vakuumbedingungen erzeugt werden, vorzugsweise ein Hintergrunddruck kleiner gleich 10"9 bar bei Erzeugendes zweiten Puffers vorliegt.
Weitere Merkmale und vorzugsweise Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Pseudosubstrates und des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens werden im Folgenden anhand der Figuren erläutert. Dabei zeigt:
Fig ur 1 eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Pseudosubstrates;
Fig ur 2 eine tabellarische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels ei nes erfi ndungsgemäßen Pseudosubstrates, bei dem ein H EMT- Halbleiterbauelement zusätzlich aufgebracht wurde und
Figur 3 die gemessenen Anteile an Galliu m , I ndium , Arsen und Anti mon ersten und zweiten Puffer des zweiten Ausführungsbeispiels in willkürlichen Einheiten .
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung ei nes ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Pseudosu bstrates 1 . Auf einem als GaAs-Substrat ausgebildeten Trägersubstrat 2 ist eine 1 , 2 m dicke Schicht angeordnet, welche den ersten Puffer 3 darstellt. Der erste Puffer 3 ist als Alxl n1 -xAs-Schicht ausgebildet.
Auf der dem Trägersubstrat 2 abgewandten Seite des ersten Puffers 3 ist ein als Alxl n^xASy^ Sby-Schicht ausgebildeter zweiter Puffer 4 mit einer Dicke von 2 μ ιη angeordnet. Auf der dem ersten Puffer 3 abgewandten Seite des zweiten Puffers 4 ist ei ne als Alxl n ^S b-Schicht ausgebildete zusätzliche Schicht 5 m it einer Dicke von 0, 25 [i m angeordnet.
Das Trägersubstrat 2 weist eine Dicke von 625 μπι auf.
Der Faktor x beträgt im ersten Ausführungsbeispiel 0, 6, wodurch sich eine Gitterkonstante von etwa 0, 634 nm ergibt.
Wesentlich ist, dass bei dem zweiten Puffer 4 der Faktor y an der dem ersten Puffer 3 zugewandten Seite x=0 beträgt, hiervon ausgehend linear ansteigt und an der der zusätzlichen Sch icht 5 zugewandten Seite des zweiten Puffers 4 x= 1 beträgt. I n dem zweiten Puffer 4 findet som it eine kontinuierliche Abnahme des Anteils an Arsen und im Gegenzug eine kontinuierliche Zunahme des Anteils an Antimon , ausgehend von der dem ersten Puffer 3 zugewandten Seite zu der der zusätzl ichen Schicht 5 zugewandten Seite hin , statt.
Hierdurch ist auf einer Dicke von ledig lich 2 μ ητι ein Ü bergang vom ersten Puffer zu der zusätzlichen Schicht 5 bei einer relativen Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke von lediglich 3,25 %/1 μηη gewährleistet. Hierdurch wird eine sehr geringe Störstellendichte und dam it hohe Qualität des Trägersubstrates, insbesondere zur Ausbi ldung von Halbleiterbauelementen für Hochfreq uenzbereiche erzielt.
Figur 2 zeigt eine tabellarische Darstellu ng eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Pseudosubstrates 1 1 , auf das eine H EMT- Halbleiterstruktur aufgebracht wu rde.
Auf ein als GaAs-Substrat mit einem Durchmesser von 4 inch ausgebildetes Trägersubstrat 12 ist ein erster Puffer 13 mit einer Dicke von 1 ,2 μ ιτι angeordnet, der als AI0,4Gai.yl nyAs-Sch icht ausgebildet ist. Dieser erste Puffer 13 weist ebenfalls eine sich mit Abstand zu dem Trägersubstrat 12 verändernde Zusammensetzung auf, wobei der Parameter y an der dem Trägersubstrat 12 zugewandten Seite des ersten Puffers 13 y=0 und an der dem Trägersu bstrat 12 abgewandten Seite des ersten Puffers 13 y=0,6 beträgt. Die Änderung des Parameters y verläuft. hierbei linear. I n diesem Ausführu ngsbeispiel wird som it auch in dem ersten Puffer eine geringe Störstellendichte durch lineare Änderu ng der Zusammensetzung , in diesem Fall durch Abnahme des Anteils an Gallium und gegenläufige Zunahme des Anteils an I ndium erzielt.
Auf den ersten Puffer 13 ist ein zweiter Puffer 14 aufgebracht, der als
Alo^l no.eAsLxSbx-Schicht ausgebildet ist. Der zweite Puffer weist eine Dicke von 2 μ ιη auf und der Parameter x nimmt linear von dem Wert x=0 an der dem ersten Puffer 13 zugewandten Seite des zweiten Puffers 14 bis zu dem Wert x=1 an der dem ersten Puffer 13 abgewandten Seite des zweiten Puffers 14 zu .
Auf dem zweiten Puffer 14 ist ei ne als AI0,4l n0,6Sb-Schicht ausgebildete zusätzliche Schicht 1 5 angeordnet, welche eine Dicke von 0,25 μη aufweist.
Der gemessene Verlauf der Antei le an Gallium , I nd i um , Arsen und Anti mon ausgehend von der dem ersten Puffer 1 3 abgewandten Seite des zweiten Puffers 14 (0 nm) in Richtung des Trägersubstrates 12 ist in Figur 3 dargestellt, wobei die Anteile der einzelnen Elemente in willkürlichen Einheiten dargestellt sind .
Deutlich ist im zweiten Puffer 14 (0 nm bis etwa 2000 nm) die gegenläufige Abnahme von Antimon und Zunahme von Arsen in Richtung des ersten Puffers 13 erkennbar, bei in etwa unverändertem Anteil von Indium. Ebenso ist in dem ersten Puffer 13 (2000 nm bis etwa 3200 nm) die Abnahme von Indium bei gegenläufiger Zunahme von Gallium in Richtung des Trägersubstrates 12 bei in etwa konstantem Anteil an Arsen erkennbar.
Weiterhin ist in Figur 2 der Schichtaufbau der auf dem Pseudosubstrat 1 1 aufgebrachten HEMT-Struktur dargestellt:
Auf der zusätzlichen Schicht 1 5 ist ein als Ga0,4l n0,6Sb-Schicht ausgebildeter Channel mit einer Dicke von 15 nm, anschließend ein als AI0,4ln0,6Sb-Schicht ausgebildeter Spacer mit einer Dicke von 5 nm, anschließend ein als
Alo,4ln0,6Sb-Schicht mit einer Te-Dotierkonzentration von 8 x1018 cm"3 ausgebildeter Supply mit einer Dicke von 8 nm, anschließend ein als Al0,4l no,6Sb-Schicht ausgebildeter Barrier mit einer Dicke von 10 nm und schließlich ein als
Ga0,4lno,6Sb-Schicht ausgebildeter Cap mit einer Dicke von 5 nm angeordnet.
In diesem zweiten Ausführungsbeispiel wurde somit ausgehend von einer Gitterkonstante von 0,565 nm des Trägersubstrates 12 durch lineare Anpassung sowohl im ersten Puffer 13, als auch im zweiten Puffer 14 ein Übergang zu einer Gitterkonstante von 0,634 nm geschaffen, d. h. eine Änderung der Gitterkonstante von etwa 12 %. Die Dicken des ersten Puffers 13 und zweiten Puffers 14 wurden derart gewählt, dass in etwa die gleiche relative Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke sowohl im ersten, als auch im zweiten Puffer vorliegt.
Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass eine vorgegebene oder vorgegebene maximale Änderung der Gitterkonstante pro Wegstrecke sowohl für den ersten als auch für den zweiten Puffer eine minimale Dicke und somit eine geringe Gesamtdicke von erstem und zweitem Puffer erzielt wird.
Die Schichten wurden hierbei in einem EPI 1040 MBE-System erzeugt, welches mit den an sich bekannten Effusionszellen für die Elemente der Gruppe I II Gallium, Aluminium und Indium ausgestattet ist sowie mit valved cracker cells für As2 und Sb2. Als Dotierstoff wird Tellur verwendet.
Durch die zusätzliche Schicht 15 wird eine zusätzliche Verringerung der Oberflächenrauhigkeit erzielt. Dies wurde durch optische Mikroskopie, Rasterkraftmikroskopie und einer KLA Tencor Oberflächemessung überprüft. Weiterhin wurde der Widerstand der zusätzlichen Schicht 15 als Qualitätsmerkmal mittels Mehrspitzenmessung gemessen. Durch Fertigung verschiedener Proben bei unterschiedlichen Prozesstemperaturen ergab sich eine minimale Oberflächenrauhigkeit bei einer Prozesstemperatur von 400 °C und ein maximaler Schichtwiderstand der zusätzlichen Schicht 15 bei einer Temperatur von 460 °C.
Die Prozesstemperatur wurde hierbei mittels Thermoelement gemessen.
Zur Erzeugung des zweiten Puffers 14 wurde während des Schichtwachstums der Arsenzufluss linear verringert und gleichzeitig im Gegenzug der Antimonzu- fluss linear erhöht. Nach Erzeugung des ersten Puffers 13 und des zweiten Puffers 14 wurden die beiden Schichten mittels SIMS (Secondary Ion Mass Spec- trometry) charakterisiert. Wie zuvor beschrieben, wurden zusätzlich mehrere Proben mit unterschiedlichen Prozesstemperaturen im Bereich zwischen 320 °C und 500 °C erzeugt, um die optimale Prozesstemperatur zu bestimmen.