Verfahren zur Ausgabe von Fahrzeuginformationssignalen und Steuer- und Anzeigeeinheit für ein Fahrzeug-Informationssystem eines Anhängerfahrzeuges
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ausgabe von Fahrzeuginformationssignalen eines Anhängerfahrzeuges, insbesondere von Systemmeldungen von Fahrzeugkomponenten des Anhängerfahrzeuges, eine Steuer- und Anzeigeeinheit zur Durchführung eines derartigen Verfahrens, sowie ein Anhängerfahrzeug mit einer derartigen Steuer- und Anzeigeeinheit.
In einem Anhängerfahrzeug sind verschiedene Komponenten enthalten, die jeweils über ein eigenes Steuergerät ihren Zustand erfassen und hierüber Meldungen bzw. Zustandssignale ausgeben, die insbesondere auch Angaben über mögliche Fehler enthalten. Diese Zustandssignale werden z. B. über einen fahrzeugeigenen Datenbus an ein zentrales Steuergerät des Anhängerfahrzeugs ausgegeben.
Der Benutzer kann somit vor dem Einsatz des Anhängerfahrzeugs den Zustand der verschiedenen Komponenten, z.B. den Verschleißzustand der Bremsbeläge und mögliche Fehler durch Kontaktkorrosion, Verschleiß usw. über ein an das Steuergerät angeschlossenes Diagnosegerät auslesen, um den Einsatz des Anhängerfahrzeugs oder auch mehrerer Anhängerfahrzeuge mit unterschiedlichem zeitlichen Hintergrund und unterschiedlichen Verschleiß in Betracht zu ziehen.
Hierbei sind im Allgemeinen spezifische Diagnosegeräte erforderlich, die an das jeweilige Steuergerät angeschlossen werden und die dort gespeicherten Daten auslesen können. Da die Anhängerfahrzeuge bei z. B. international arbeitenden Speditionen auch in unterschiedlichen Ländern eingesetzt werden können, sind oftmals Diagnosegeräte mit Anzeigen in den unterschiedlichen Landessprachen erforderlich.
Weiterhin sind Steuer- und Anzeigeeinheiten bekannt, die bereits über eine Anzeigeeinrichtung zur Ausgabe der gespeicherten Zustandssignale verfügen. Hier-
bei werden die Zustandssignale jedoch im Allgemeinen als Meldungscode abgespeichert, der dem Benutzer ohne Zusatzwissen nicht verständlich ist. Er benötigt somit in der Regel ein zusätzliches Benutzerhandbuch zur Übersetzung der Meldungscodes in eine ihm geläufige Sprache, wobei das Benutzerhandbuch somit zusammen mit dem Anhänger zu transportieren ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Ausgabe von Fahrzeug-Informationssignalen, eine entsprechende Steuer- und Anzeigeeinheit und ein hiermit ausgestattetes Anhängefahrzeug zu schaffen, die einen flexiblen Einsatz ermöglichen und dem Benutzer mit relativ geringem Aufwand eine detaillierte Erläuterung der gespeicherten Daten ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 , eine Steuer- und Anzeigeeinheit nach Anspruch 10 und ein Fahrzeug mit einer derartigen Steuer- und Anzeigeeinrichtung nach Anspruch 14 gelöst. Weiterhin ist erfindungsgemäß auch ein System aus mehreren derartigen Anhängerfahrzeugen und einer Zentrale vorgesehen. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die an die Steuer- und Anzeigeeinrichtung übertragenen Daten bzw. Zustandssignale weiterhin als Meldungscodes zu speichern und somit eine hohe Speicherkapazität zu erreichen und eine systeminterne Codifizierung nutzen zu können. Eine hohe Flexibilität und Transparenz bei der Ausgabe wird hierbei ermöglicht, indem die gespeicherten Meldungscodes bei Abfrage eines Benutzers nachfolgend als Sendesignale über ein Mobilfunknetz an eine zentrale Stelle geschickt werden, die eine Zuordnung bzw. Übersetzung der Meldungscodes durchführt und Antwortsignale zurücksendet, die eine bessere Anzeige ermöglichen.
Die Antwortsignale können vorzugsweise Textangaben in einer Sprache, insbesondere der zuständigen Landessprache enthalten. Dem liegt die erfindungsgemäße Erkenntnis zugrunde, dass Mobilfunknetze im Allgemeinen Ländern oder sogar regionalen Bereichen einzelner Länder zugeordnet sind. Bei Eingang eines Sendesignals mit einem Meldecode über ein Mobilfunknetz kann somit immer die jeweilige Landessprache erkannt und in der Zentrale somit ein entsprechender Text
in einer jeweiligen Landes- oder Verkehrssprache zugeordnet werden, gegebenenfalls ergänzt durch eine internationale Verkehrssprache, um auch Benutzern, denen die Landessprache nicht bekannt ist, diese Informationen zu vermitteln.
Erfindungsgemäß können die zentralen Mobilfunkstationen jedes Mobilfunknetzes an eine gemeinsame Zentrale angeschlossen sein, wobei dann von den zentralen Mobilfunkstationen die aufgenommenen Anfragen z.B. über das Internet an die Zentrale geschickt und die Antwortsignale über das Mobilfunknetz an das Anhängerfahrzeug zurück übermittelt werden.
Hierbei ist eine ständige Verfügbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens mit der Zuordnung und Übersetzung der Bildungscodes möglich, d.h. 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Die Antwortsignale können ständig zentral aktualisiert werden, so dass z.B. den gespeicherten Meldungscodes auch aktuellere oder differenziertere Inhalte zugeordnet werden können und ergänzende oder aktualisierte Service- und Wartungsempfehlungen ausgegeben werden, was bei z. B. Handbüchern nicht möglich ist.
Erfindungsgemäß ist somit insbesondere auch keine zusätzliche Referenzdokumentation notwendig. Das zusätzliche Benutzerhandbuch, das derzeit jeweils mit dem Anhängerfahrzeug zu transportieren ist, kann entfallen.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einigen Ausführungsformen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Anhängerfahrzeug;
Fig. 2 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Steuer- und Anzeigeeinheit des Anhängerfahrzeugs aus Fig. 1.
Ein Anhängerfahrzeug 1 dient zur Ankopplung an ein hier nicht gezeigtes Zugfahrzeug. In dem Anhängerfahrzeug 1 sind in an sich bekannter Weise verschiedene Einrichtungen mit ihren Steuergeräten vorgesehen, z.B. Bremsen 2 mit jeweils einem Bremssteuergerät 2a, niveauregulierbare Luftfedern 3 mit Niveauregulie- rungs-Steuergeräten 3a usw.. In Fig. 2 sind der Anschaulichkeit halber lediglich eine
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Bremse 2 und zwei Luftfedern 3 als gestrichelte Blöcke eingezeichnet. Die Steuergeräte 2a, 3a senden Zustandssignale S1 über ein fahrzeuginternes Datenkommunikationssystem, insbesondere einen Bus 4, an eine erfindungsgemäße Steuer- und Anzeigeeinheit 5 aus, die in Fig. 2 detaillierter dargestellt ist.
Die Steuer- und Anzeigeeinheit 5 weist gemäß Fig. 2 in einem gemeinsamen Gehäuse 5a eine Steuereinrichtung 6, einen außerhalb oder innerhalb der Steuereinrichtung 6 angeordneten Speicher 7, als Benutzerschnittstelle eine z.B. als Tastatur ausgebildete Eingabeeinrichtung 8 sowie eine Anzeigeeinrichtung 9 auf. Die Komponenten 6. 7, 8 und 9 können grundsätzlich auch als separate Einheiten, d.h. nicht in einem gemeinsamen Gehäuse 5 ausgebildet sein. Weiterhin ist eine Mobilfunkeinrichtung 10, z.B. ein GSM-Modul oder UMTS-Modul 10 mit einer Luftschnittstelle (Antenne) 11 vorgesehen und mit der Steuereinrichtung 6 verbunden. Die Mobilfunkeinrichtung 10 kann getrennt und außerhalb der Steuer- und Anzeigeeinheit 5 oder auch als Teil der Steuer- und Anzeigeeinheit 5 in dem Gehäuse 5a vorgesehen sein.
Die Mobilfunkeinrichtung 10 kann über ihre Antenne 11 und ein Mobilfunknetz 12 mit einer Luftschnittstelle 13, insbesondere wiederum der Luftschnittstelle 13 einer Mobilfunkeinrichtung, in Datenverbindung zum wechselseitigen Austausch von Daten treten; wobei die Luftschnittstelle 13 als Teil einer Zentrale 14 ausgebildet oder mit dieser verbunden ist; hierbei können jeweils bei Anruf von der Mobilfunkeinrichtung 10 oder der Luftschnittstelle 13 grundsätzlich auch mehrere oder verschiedene Mobilfunknetze 12 verwendet werden.
Die Steuergeräte 2a, 3a der Bremsen 2 und Luftfedern 3 und gegebenenfalls weitere Steuereinrichtungen senden über den Bus 4 Zustandssignale S1 über den Zustand der Komponenten 2, 3, insbesondere auch Betriebsdauer, Verschleiß, bestehende Fehler und mögliche Fehlerquellen an die Steuereinrichtung 6, die diese Zustandssignalen S1 direkt oder nach Weiterverarbeitung als Codesignale S3 in dem Speicher 7 speichert, vorzugsweise nicht-flüchtig, so dass sie auch bei einer Unterbrechung der Stromversorgung gespeichert bleiben. Die Codesignale S3 sind vorteilhafterweise nach einer internen Codierung gebildet , z.B. rein numerisch oder alphanumerisch, so kann z.B. die Ziffernfolge 0851 dem Zustand „Kontakt fehler-
haft" einer der angeschlossenen Steuergeräte 2 oder 3 bzw. deren Komponenten entsprechen.
Der Benutzer kann nachfolgend z.B. bei einem Stopp oder bei einer Überprüfung vor der Ankopplung des Anhängerfahrzeugs 1 an ein Zugfahrzeug über die Eingabeeinrichtung 8 Eingabesignale eingeben, um die gespeicherten Codesignale S3 abzurufen. Die Codesignale S3 werden von der Steuereinrichtung 6 aus dem Speicher 7 ausgelesen; die Steuereinrichtung 6 bildet hieraus Sendesignale S8, die sie über die Mobilfunkeinrichtung 10 und das Mobilfunknetz 12 an die Luftschnittstelle 13 der Zentrale 14 ausgibt.
Die Zentrale 14 ordnet den Codesignalen S3 bzw. den hieraus gebildeten Sendesignalen S8 nachfolgend jeweilige Daten mit Erklärungen in der Landessprache oder einer allgemeinen Verkehrssprache zu und sendet diese als Antwortsignale S9 über das Mobilfunknetz 12, die Luftschnittstelle 11 und die Mobilfunkeinrichtung 10 zu der Steuereinrichtung 6 zurück, die die Antwortsignale S9 bzw. hieraus gebildete Informationssignale S10 auf der Anzeigeeinrichtung 9 anzeigt.
Ein der Zentrale 14 zugeordneter Speicher 14a kann eine direkte Zuordnung, z.B. in Tabellenform oder Matrixform, der Sendesignale S8 zu den Antwortsignalen S9 enthalten. Dieser Speicher 14a in der Zentrale oder außerhalb der Zentrale kann jeweils aktualisiert werden. Es können insbesondere auch regional oder nach Land unterschiedliche Zentralen 14 vorgesehen sein.
Die Informationssignale S10 können insbesondere in Klartext abgefasst sein. Sie können von der Steuereinrichtung 6 gegebenenfalls auch über ein Bus-System an das Zugfahrzeug ausgegeben werden.
Erfindungsgemäß ist es grundsätzlich ergänzend möglich, dass der Benutzer die gespeicherten Codesignale S3 auch direkt auf der Anzeigeeinrichtung 9 anzeigen lässt; sie sind jedoch als solche nicht selbsterklärend, insbesondere auch nicht in einer jeweiligen Landessprache verständlich.