Vorrichtung zur Schlackeabführung aus einem Kohlevergasungsreaktor
[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Entfernung insbesondere der bei der Kohlevergasung oder Synthesegas-Gewinnung anfallenden Schlacken. Die Vorrichtung ist so geartet, dass die Schlacke zunächst in einem wässrigen Schlackebad aufgefangen wird, welches sich innerhalb des Druckgefäßes befindet. Die Schlacke wird aus dem Schlackebad über einen Schleusbehälter auf ein niedrigeres Druckniveau entspannt. Durch geeignete Vorrichtungen wird die Schlacke durch einen Flüssigkeitsstrom bewegt, so dass diese nicht zu Störungen im Betrieb des Verfahrens führen kann. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Synthesegas, das eine störungsfreie Austragung der Schlacke aus dem Verfahren ermöglicht.
[0002] Bei der Herstellung von Synthesegas aus kohlenstoffhaltigen Brennstoffen fallen in der Regel Feststoffe an, die aus dem Prozess ausgeschleust werden müssen. Dies sind beispielsweise Asche oder Schlacke. Diese fallen in der Regel in stückiger Form an und können durch das Zusetzen von Rohrleitungen, Ventilen oder Schleusentrichtern zu Störungen im Betriebsablauf führen. Die DE 3144266 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem die in einem unter Druck betriebenen Vergasungssystem anfallenden Aschen und Schlacken in einem Wasserbad, auch Schlackebad genannt, aufgefangen werden. Die Asche- und Schlackepartikel werden über einen in Schwerkraftrichtung unterhalb des Vergasungssystems befindlichen Schleusbehälter chargenweise aus dem Vergasungssystem ausgetragen. Hierzu befinden sich oberhalb und unterhalb des Schleusbehälters Absperreinrichtungen, um den Schleusbehälter fluidmäßig vom Vergasungssystem zu trennen. Beim Befüllen des Schleusbehälters mit Schlacke steht der Schleusbehälter durch die Verbindung zur Vergasungsvorrichtung ebenfalls unter erhöhtem Druck. Um Blockierungen oberhalb der oberen Absperreinrichtung zu vermeiden, wird ein abwärts gerichteter, durch die obere Absperreinrichtung fließender, Teilchen enthaltender Wasserstrom erzeugt. Dies wird erreicht, indem Wasser aus dem oberen Bereich des Schleusbehälters abgezogen wird. Dabei wird vorzugsweise die Abwärtsströmung von dem abzuführen- den Strom durch ein Leitblech getrennt, so dass nur ein Minimum an Teilchen durch den abzuführenden Strom mitgerissen wird.
[0003] Die DE 60031875 T2 beschreibt ebenfalls ein Verfahren zur Entfernung von Schlacke, welche bei der Herstellung von Synthesegas anfällt. Bei diesem Verfahren befindet sich zwischen der Vergasungsvorrichtung und dem Schleusbehälter
ein weiterer Zwischenbehälter. Durch das Abführen eines an Schlacketeilchen armen Wasserstroms aus dem Schleusbehälter wird eine Art Saugwirkung erzeugt und die Feststoffe aus dem Zwischenbehälter werden in den Schleusbehälter gezogen und auf diese Weise werden Brückenbildungen durch Schlacketeilchen vermieden. Der Schleusbehälter muss hierbei so groß gewählt werden, dass es den Feststoffen ermöglicht wird, sich abzusetzen. Idealerweise ist auch der Zwischenbehälter mit Mitteln zum Abführen von schlackearmen Wasser ausgestattet, um das Absetzen von Schlacketeilchen aus der Vergasungsvorrichtung in den Zwischenbehälter zu begünstigen.
[0004] Die EP 0290087 A2 beschreibt eine Möglichkeit, Schlackeablagerungen und Verstopfungen auf den Absperreinrichtungen oberhalb des Schleusbehälters zu lösen. Hierzu wird innerhalb des geschlossenen Schleusbehälters eine Gasblase erzeugt, welche unter einem niedrigeren Druck steht als das Vergasungssystem. Beim Verbinden des Schleusbehälters mit dem Vergasungssystem durch Öffnen der obe- ren Absperreinrichtung entsteht durch die Druckdifferenz eine anfängliche Abwärtsströmung von Wasser und Schlacke, welche die Blockierungen oberhalb bzw. auf der oberen Absperreinrichtung löst. Die Gasblase befindet sich hierbei in einem Ringraum im oberen Bereich des Schleusbehälters, welcher zwischen der Behälterwand und einem in den Schleusbehälter hineinragenden Rohr gebildet wird.
[0005] Die DE 102008005704.5 beschreibt ein Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Synthesegasgewinnung. Die Schlacke wird aus dem Kohlevergasungsreaktor ausgeschleust und in einen flüssigkeitsgefüllten Schlackebehälter geführt. Bei der Flüssigkeit handelt es sich üblicherweise um Wasser. Der Schlackebehälter befindet sich in dem Druckbehälter. Unter dem Schlackebehälter befindet sich in Schwerkraftrichtung ein Schleusbehälter, der von dem Schlackebehälter durch ein Ventil getrennt ist. Dadurch lässt sich die Schlacke in einem Schleusbehälter auf ein niedrigeres Druckniveau führen. Ein Flüssigkeitsstrom wird aus einem durch Einbauten gebildeten Ringraum abgeführt. Dabei wird ein Teil der aus dem Schlackebehälter abwärts strömenden, Schlacke enthaltenden, Kühlwasser in den unteren Teil des Schleusbehälters eingeleitet und strömt im Gegenstrom zur herabsinkenden Schlacke. Um die Kühlwirkung zu verbessern, wird durch Einbauten ein verengter Strömungskanal gebildet, so dass eine ausreichende Kühlung auf unter 1000C eingestellt wird und die Entstehung von Brüden bei dem Entspannungsvorgang des Schleusbehälters vermieden wird. Zusätzlich befindet sich in dem erwähnten Ringraum eine Gasblase mit einem Druck oberhalb des Druckes im erwähnten Druckbehälter, so
dass es beim Verbinden des Schleusbehälters mit dem Druckbehälter zu einer stoßartigen Rückströmung kommt, um dort verkeilte Schlacke-Brücken zu lösen.
[0006] Die DE 102006040077 A1 beschreibt ebenfalls ein Verfahren zur Entfernung von Schlacken bei der Synthesegasgewinnung. Die Schlacke wird aus dem Kohlevergasungsreaktor ausgeschleust und in einen flüssigkeitsgefüllten Schlackebehälter geführt. Unter dem Schlackebehälter befindet sich in Schwerkraftrichtung ein Schleusbehälter, der von dem Schlackebehälter durch ein Ventil getrennt werden kann, um die Schlacke auszuschleusen. Aus dem Schleusbehälter wird ein Flüssigkeitsstrom abgeführt und in den Druckbehälter geleitet, um dort Ablagerungen und Blockaden zu lösen. Aus der Skizze in der DE 102006040077 A1 ist zu erkennen, dass der Flüssigkeitsstrom an einer schlackearmen Stelle des Behälters abgeführt wird, um das Mitreißen von größeren Schlackepartikeln zu vermeiden. Durch die Zuführung von Kühlwasser in den unteren Teil des Schleusbehälters strömt Kühlwasser aufwärts durch den Schleusbehälter, wodurch die Schlackeschüttung aufgelockert wird und eine gewünschte Abkühlung vor der Entspannungsvorrichtung erreicht wird. Die Abkühlung der im Schleusbehälter befindlichen Schlacke und Wassermenge ist notwendig, um ein Auftreten von Schwaden beim Entspannen zu vermeiden. Die notwendige Dauer hängt hierbei unter anderem von dem abzukühlenden Schlacke- und Wasservolumen im Schleusbehälter ab.
[0007] Die beschriebenen Verfahren sind durch wesentliche Nachteile gekennzeichnet. Die Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen während des Ausschleusvorgangs und zum Lösen von Blockaden beanspruchen ein großes Totvolumen innerhalb des wassergefüllten Schleusbehälters, welches nicht für die Anhäufung der Schlacke genutzt werden kann. Das Totvolumen kann bei den bestehenden Verfahren mehr als 50 % des Gesamtvolumens betragen. Dies verursacht durch die unnötig großen Schleusbehälterdimensionen Kosten bei der Herstellung des Schleusbehälters und einen erhöhten Platzbedarf bei der Einbringung in den Anlagenkomplex. Zudem belastet die große Wassermenge im Verhältnis zur Schlackemenge die nachgeschalteten Anlagenteile. Zusätzlich wird die Flexibilität der Anlage eingeschränkt, da das mit Wasser gefüllte Totvolumen neben der Schlacke ebenfalls gekühlt werden muss. Dies erfordert zusätzlich Zeit und verlängert die Zyklusintervalle des Schleusbehälters. Zudem erfolgt bei den beschriebenen Verfahren lediglich eine Undefinierte Trennung zwischen gröberen und feineren Partikeln bei der Abführung des Flüssigkeitsstromes aus dem Schleusbehälter. Gröbere Partikel, die unge- wollt über den abzuführenden Flüssigkeitsstrom mitgerissen werden, können in den nachgeschalteten Einrichtungen, wie z.B. Rohrleitungen und Pumpen, zu einer er-
höhten erosiven Belastung und im schlimmsten Fall zu einer Abschaltung der gesamten Anlage führen. Gleichzeitig ist es nicht gewünscht, die feineren, meist noch kohlenstoffhaltigen Partikel zusammen mit den gröberen Schlackepartikeln auszuschleusen. Vielmehr möchte man die feineren Partikel in einer separaten Trenn- bzw. Filtrationsstufe aus dem Flüssigkeitsstrom entfernen und ggf. in das Vergasungssystem zurückführen.
[0008] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kühlung und Ausschleusung der bei der Synthesegas-Gewinnung anfallenden Schlacken zu finden, bei der Störungen des Ausschleusvorganges vermieden wer- den, wobei gleichzeitig das für die Ansammlung von Schlacke ungenutzte Volumen im Schleusbehälter auf ein Minimum reduziert und eine hohe Trenngenauigkeit zwischen feineren und gröberen Partikeln erzielt werden.
[0009] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Verfahren nach den Merkmalen des ersten Anspruches und eine Vorrichtung nach den Merkmalen des An- Spruches 13.
[0010] Die Unteransprüche geben eine vorteilhafte Ausgestaltung der Ansprüche wieder.
[0011] Die erfindungsgemäße Lösung sieht ein Verfahren zur Entfernung von insbesondere bei der Kohlevergasung oder Synthesegas-Gewinnung anfallenden, heißen Schlacken aus einem in einem Druckbehälter befindlichen, wässrigen Schlackebad in einen oder mehrere Schleusbehälter für die Schlacke, in Schwerkraftrichtung unterhalb des Schlackebades vor, wobei unterhalb des Schlackebades eine Einrichtung zum Brechen und / oder eine Einrichtung zum Anhäufen der Schlacke vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass
• vom Schlackebad zum Schleusbehälter ein Schlacke-Flüssigkeits-Strom unterhalten wird, und
• die abwärts strömende Schlacke-Flüssigkeits-Suspension im Schleusbehälter umgelenkt wird, und • der umgelenkte Strom ganz oder zum Teil in einem Zwischenraum, vorzugsweise einem Ringraum, welcher durch die Schleusbehälterwand und eine Umlenkeinrichtung gebildet wird, vorzugsweise aufwärts strömt, und
• der umgelenkte Strom über den ganzen oder einen Teil des Querschnittes des Zwischenraumes vergleichmäßigt wird, und
• durch die Umlenkung der Schlacke-Flüssigkeits-Suspension und durch die vergleichmäßigte Strömung im Zwischenraum eine ganz oder teil- weise Trennung der Partikel nach Größe und Dichte stattfindet, wobei die gröberen Partikel sich im Schleusbehälter absetzen und feinere Partikel mit dem umgelenkten Strom aus dem Schleusbehälter abgeführt werden.
[0012] Zur Ausführung des Verfahrens ist es günstig, wenn der umgelenkte Strom, welcher ganz oder zum Teil in einen Zwischenraum, vorzugsweise einen Ringraum strömt, aufwärts strömt. Vor der Abführung wir der abzuführende Strom vorteilhaft vergleichmäßigt. Dies kann an beliebiger Stelle geschehen. Hierzu wird der abzuführende Strom beispielhaft durch Einbauten oder Lochblenden vergleichmäßigt. Vorteilhaft ist es, den abzuführenden Flüssigkeitsstrom im Kopfbereich des Schleusbehälters mittels einer Pumpe abzuführen und diesen direkt oder indirekt wieder dem Vergaser zuzuführen. Alternativ kann der abzuführende Flüssigkeitsstrom auch zusammen mit einem Ausschleusstrom der Vergasungsvorrichtung durch Entspannen auf ein niedrigeres Druckniveau entfernt werden.
[0013] Der abzuführende Flüssigkeitsstrom kann gut im Kopfbereich des Schleusbehälters durch Entspannen auf ein niedrigeres Druckniveau geführt werden. Auch das Abführen mittels einer Pumpe kann im Kopfbereich des Schleusbehälters ausgeführt werden. Der abzuführende Flüssigkeitsstrom kann zu einer dem Druckbehälter der Kohlevergasung zugeordneten Kreislaufströmung gefördert werden. Dadurch wird ein erhebliches Totvolumen des Schleusbehälters eingespart. [0014] Weiterhin ist es vorteilhaft, den Schlacke enthaltenden Flüssigkeitsstrom über ein in den Schleusbehälter hineinragendes Rohr in den Schleusbehälter einzubringen. Das in den Schleusbehälter hineinragende Rohr dient dabei gleichzeitig der Umlenkung des Flüssigkeitsstroms. Hierzu wird die Schlacke über ein in den Schleusbehälter hineinragendes Rohr in den Schleusbehälter eingebracht.
[0015] Ebenso kann es vorteilhaft sein, im unteren Bereich des Schleusbehälters einen Flüssigkeitsstrom, vorzugsweise ein Kühlmedium, einzubringen. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, die Mengen des Schlacke enthaltenden Flüssigkeitsstroms, des Kühlmediums und des abzuführenden Stroms so einzustellen, dass innerhalb des Schleusbehälters das Kühlmedium aufsteigt und gleichzeitig die Schla- cke im Gegenstrom herabsinkt. Dies begünstigt die Abkühlung der Schlacke, sowie
die Trennung gröberer und feinerer Partikel. Praktisch bedeutet dies, dass die Menge des abzuführenden Flüssigkeitsstroms mindestens dem im unteren Bereich des Schleusbehälters zugeführten Flüssigkeitsstrom entspricht.
[0016] In einer Ausführungsform der Erfindung wird durch den eingebrachten Flüssigkeitsstrom im unteren Bereich des Schleusbehälters und die Abführung von Flüssigkeit am Kopf des Schleusbehälters eine Aufwärtsströmung der Flüssigkeit und gleichzeitig ein Herabsinken der Schlacke ermöglicht. Diese begünstigt die Trennung der Schlackepartikel und den Wärmeaustausch zwischen Kühlmedium und heißer Schlacke.
[0017] Weiter kann es vorteilhaft sein, dass die Flüssigkeit im Schleusbehälter in Kontakt mit einem außerhalb des Schleusbehälters befindlichen Gasvolumen gebracht wird. Dieses befindet sich vorzugsweise in einem separaten Behälter. Vorzugsweise ist dieser separate Behälter mit einem höheren Druck als in dem Vergasungssystem beaufschlagt und über ein Rohrleitungssystem mit dem Schleusbehäl- ter verbunden. Dadurch ist das Gasvolumen mit einem Druck oberhalb des Vergaserdruckes beaufschlagt.
[0018] Das Gasvolumen kann dazu genutzt werden, eine stoßartige Rückspülung beim Verbinden des Schleusbehälters mit dem Vergasungssystem zu erzeugen und mögliche Blockierungen zu lösen. Zudem kann das Gasvolumen dazu genutzt werden, das nach dem Befüllvorgang im Schleusbehälter verbleibende heiße Wasser im Kopfbereich des Schleusbehälters stoßartig durch kaltes Wasser auszutauschen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der separate Behälter durch Absperreinrichtungen vom Schleusbehälter getrennt werden kann. Dies verkürzt die notwendige Zeit des Entspannens des Schleusbehälters dramatisch, da das Gasvolumen nicht entspannt werden muss.
[0019] Beansprucht wird insbesondere eine Vorrichtung zur Entfernung von bei der Kohlevergasung oder Synthesegas-Gewinnung anfallenden, heißen Schlacken aus einem in einem Druckbehälter befindlichen, wässrigen Schlackebad in einen o- der mehrere Schleusbehälter für die Schlacke, in Schwerkraftrichtung unterhalb des Schlackebades, wobei unterhalb des Schlackebades eine Einrichtung zum Brechen und / oder eine Einrichtung zum Anhäufen der Schlacke vorgesehen ist, wobei vom Schlackebad zum Schleusbehälter ein Schlacke enthaltender Flüssigkeitsstrom unterhalten wird und im oberen Bereich des Schleusbehälters mindestens ein Teil des Flüssigkeitsstroms abgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass
• der Schleusbehälter aus einem oberen und einem unteren zylindrischen Teil besteht, wobei
• der obere zylindrische Teil einen kleineren Durchmesser aufweist als der untere zylindrische Teil, wobei • der obere und untere zylindrische Teil über eine Verjüngung miteinander verbunden sind, wobei
• die Verjüngung konisch ausgeführt ist und einen Winkel ähnlich des Schüttwinkels der Schlacke, also zwischen 30° und 60° gegenüber der Horizontalen, aufweist.
[0020] In einer Ausführungsform der Erfindung besteht der Schleusbehälter aus zwei zylindrischen Formteilen, die einen verschiedenen Durchmesser besitzen, wobei der untere Teil einen größeren Durchmesser als der obere besitzt, und die beiden Formteile durch einen sich nach oben verjüngenden Kegelstumpf verbunden sind. In einer Ausführungsform ist ein Speichergefäß über ein Rohrleitungssystem mit den Schleusbehältern verbunden. Das Speichergefäß ist zum Teil mit Wasser gefüllt und besitzt ein Gasvolumen, welches über den Flüssigkeitsspiegel in Kontakt mit der Flüssigkeit steht.
[0021] Der obere zylindrische Teil des Schleusbehälters weist einen kleineren Durchmesser auf, als der untere zylindrische Teil. Vorzugsweise beträgt der Durch- messer des oberen zylindrischen Teils zwischen 0,15 m und dem 0,8-fachen des Durchmessers vom unteren zylindrischen Teil. Die Verjüngung ist konisch ausgeführt ist und weist besonders vorteilhaft einen Winkel ähnlich des Schüttwinkels der Schlacke bei 45° gegenüber der Horizontalen auf.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der abzuführende Flüssigkeitsstrom im oberen zylindrischen Teil des Schleusbehälters umgelenkt, durch Einbauten vergleichmäßigt und abgeführt wird. Hierzu umfasst die Vorrichtung im Kopfbereich des oberen zylindrischen Teils Vorrichtungen zum Abführen des Flüssigkeitsstroms. Dies ermöglicht eine Trennung zwischen einem Bereich zur Ansammlung der Schlacke und einem Bereich zur Kühlung und Trennung von Schlackepartikeln und Abfüh- ren eines Flüssigkeitsstroms. Das für die Schlackeanhäufung nutzbare Volumen kann hierdurch auf bis zu über 85% erhöht werden.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abführen des Flüssigkeitsstroms Vorrichtungen zur Reduzierung
des Druckes. In einer weiteren Ausführungsform umfasst der Schleusbehälter Umlenkeinrichtungen, mit denen der Flüssigkeitsstrom innerhalb des Schleusbehälters umgelenkt wird.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst der Schleusbe- hälter ein Zirkulationsrohr mit einer Pumpe, durch die zwischen dem Schleusbehälter und dem Reaktionsgefäß für die Kohlevergasung eine Kreislaufströmung ermöglicht wird. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung einen separaten Behälter, welcher über ein Rohrleitungssystem mit dem Schleusbehälter verbunden ist. Hierdurch kann der Schleusbehälter kleiner ausge- führt werden und die Kosten für die Herstellung des Schleusbehälters können reduziert werden. Der separate Behälter oder die zum Schleusbehälter führende Rohrleitung enthält bevorzugt Absperreinrichtungen, durch die dieser vom Schleusbehälter getrennt werden kann. In einer Ausführungsform der Erfindung enthält der Schlackebehälter ein Rohr, das aus dem Schlackebehälter herausführend in den Schleusbe- hälter hineinragt und die Schlacke in den Schleusbehälter einbringt.
[0025] Das Speichergefäß dient zum Speichern von Wasser und zur Aufrechterhaltung des Druckes, so dass der Schleusbehälter nicht mehr mit einem Ringraum konstruiert werden muss, in dem eine Gasblase zum Auflösen von Blockierungen erzeugt wird. Die Funktion kann in dieser Ausführungsform durch das Gasvolumen im Speichergefäß übernommen werden. Dies hat den Vorteil, dass kein Totvolumen im Schleusbehälter durch das Gasvolumen beansprucht wird. Zusätzlich hat dies den Vorteil, dass durch die Absperreinrichtung zwischen dem Schleusbehälter und dem Speichergefäß das Gasvolumen vom Schleusbehälter getrennt werden kann. Dies hat den Vorteil, dass bei dem Entspannungsvorgang des Schleusbehälters das Gas- volumen im Speichergefäß nicht entspannt werden muss und somit der Entspannungsvorgang wesentlich schneller erfolgen kann. Zudem kann das Wasservolumen zusammen mit dem Gasvolumen im Speichergefäß dazu genutzt werden, nicht nur am Anfang des Schleusvorganges Blockierungen aufzulösen, sondern auch dazu genutzt werden, das im oberen Bereich befindliche heiße Wasser am Ende des Sammelvorganges schnell und effektiv durch kälteres Wasser auszutauschen.
[0026] Synthesegas kann beispielhaft durch einen Kohlevergasungsprozess hergestellt werden. Die Kohlevergasungsreaktion findet in einem Druckgefäß statt, das den Kohlevergasungsreaktor beinhaltet sowie Vorrichtungen zur Zuführung der Ausgangsstoffe und Vorrichtungen zum Ausführen des Synthesegases und der an- fallenden Feststoffe. Die Feststoffe werden in einer häufig vorkommenden Ausführungsart in Schwerkraftrichtung aus dem Reaktor ausgeführt, wobei sich an den Koh-
levergasungsreaktor in Schwerkraftrichtung zunächst Vorrichtungen zur Abtrennung der Feststoffe aus dem Synthesegas, zur Kühlung und Ausführung des Synthesegases und eine Vorrichtung zum Sammeln und Austragen der heißen Schlacke- und Ascheteilchen befinden. Dies ist typischerweise ein Schlackebad. Das Schlackebad ist in Schwerkraftrichtung mit einem Schleusbehälter verbunden. An den Schleusbehälter schließen sich dann Vorrichtungen zur Reinigung, zur Trocknung und zum Ausschleusen der Schlacke an. Um einen störungsfreien Austrag der Schlacke zu gewährleisten, wird ein kontinuierlicher Schlacke enthaltender Wasserstrom vom Schlackebad zu einem Schleusbehälter unterhalten, indem Wasser aus dem ver- bundenen Schleusbehälter abgeführt wird. Innerhalb des Schleusbehälters wird dazu der abwärts strömende Schlacke enthaltende Wasserstrom durch geeignete Umlenkeinrichtungen ganz oder teilweise umgelenkt und strömt anschließend in einen Zwischenraum, welcher durch die Schleusbehälterwand und die Umlenkeinrichtung gebildet wird, vorzugsweise aufwärts. Bevor der Wasserstrom am oberen Ende des Zwischenraumes aus dem Schleusbehälter abgeführt wird, erfolgt durch geeignete Einbauten, vorzugsweise Lochblenden, eine Vergleichmäßigung der Strömung über einen Teil oder den gesamten Querschnitt des Zwischenraumes. Die Vergleichmäßigung der Strömung ermöglicht gegenüber anderen Verfahren eine deutliche Reduktion der Querschnittsfläche sowie der Höhe des Zwischenraumes, sowie eine höhere Trenngenauigkeit zwischen feineren und gröberen Partikeln.
[0027] Die Schleusbehälter können auch mehrfach vorhanden sein. In einer Ausführungsform der Erfindung sind zwei oder mehr Schleusbehälter für die Schlackesammlung mit einem Verteilelement in Form eines flachen Bodens, einer halb- schaligen Kugel oder eines horizontalen Zylinders, das an den Austritt des Vergasers angeschlossen ist und mittels Absperrvorrichtungen, Rohrleitungen und / oder Kom- pensatoren, miteinander verbunden, wobei die Befestigungselemente der Schleusbehälter als Aufhängung oder Abstützung sowohl im zylindrischen als auch im konischen Teil des Schlackesammlers, mit Pratzen oder Mantelringauflagern und / oder mit Konstantfederelementen des Stahl- oder Betonbaus ausgeführt sein können.
[0028] Es ist auch möglich, dass zwei oder mehr Schleusbehälter für die Schlackesammlung mit zwei oder mehr Austrittsstutzen des Vergasers, mittels Absperrvorrichtungen, Rohrleitungen und / oder Kompensatoren, verbunden sind, wobei die Befestigungselemente der Schleusbehälter als Aufhängung oder Abstützung sowohl im zylindrischen als auch im konischen Teil des Schlackesammlers, mit Pratzen oder Mantelringauflagern und / oder mit Konstantfederelementen des Stahl- oder Betonbaus ausgeführt sein können.
[0029] Zu der Vorrichtung gehören auch Anlagenbauteile, die zum Betrieb einer Kohlevergasungsanlage und zum Betrieb eines Schleusbehälters und der Schlackeentsorgungseinrichtungen notwendig sind. Dies sind beispielhaft Ventile, Pumpen, Thermoelemente, Heizeinrichtungen und gegebenenfalls auch Kühleinrichtungen.
[0030] Bei dem Verfahren zur Entfernung der Schlacken aus einem Herstel- lungsprozess für Synthesegas handelt es sich insbesondere um Verfahren zur Kohlevergasung. Jedoch kann es sich bei dem Verfahren auch um andere Verfahren handeln, bei denen Schlacke in Schwerkraftrichtung aus dem Prozess ausgeschleust wird und bei dem die Schlacke keine Ventile und Ausführungseinrichtungen zusetzen darf.
[0031] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung genauer erläutert, wobei das erfindungsgemäße Verfahren nicht auf diese Ausführungsform beschränkt ist.
[0032] FIG. 1 zeigt eine Ausführungsform für den Schleusbehälter (1) eines Kohlevergasungsreaktors (2a), der sich in Schwerkraftrichtung an das Schlackebad (2) eines Kohlevergasungsreaktors (2a) anschließt. Durch die Entnahme von Schlacke aus dem Schlackebad (2), die über die Ausführungsleitung (3) und ein Ventil (4) geregelt wird, wird diese auf einen niedrigeren Druck entspannt. Der Schleusbehälter (1) ist komplett mit Wasser gefüllt. Es besteht aus einem oberen zylindrischen Formteil (1a) und einem unteren zylindrischen Formteil (1 b). Die beiden zylindrischen Formteile sind durch ein kegelstumpfförmiges Formteil (1c) miteinander verbunden. Über dem Wasserbad ist ein Vorratsbehälter (5) für Flüssigkeit mit einer Druckleitung (5a) zur Beaufschlagung des Gasraumes mit Druck vorgesehen. Der Schleusbehälter (1) wird in Schwerkraftrichtung über ein Ventil (7) entleert. In dem Schleusbehälter (1) kann sich Schlacke (8) ansammeln. Im unteren Teil des Schleusbehälters (1) ist eine Zuführung für Kühlmedium (6a) installiert. Im oberen Teil des Schleusbehälters (1) ist eine Ausführungsleitung (6b) für feststoffarme Flüssigkeit installiert. Im oberen Teil des Schleusbehälters (1) ist eine Vorrichtung (9) zur Vergleichmäßigung des Flüssigkeitsstromes installiert. Statt eines Ringraumes mit einem Gasvolumen enthält diese Ausführungsform einen Vorratsbehälter (5) mit Flüssigkeit und einem Gasraum (5b).
[0033] Bezugszeichenliste Schleusbehälter a Oberer zylindrischer Teil des Schleusbehälters b Unterer zylindrischer Teil des Schleusbehälters c Verjüngung
Schlackebad des Kohlevergasungsreaktors a Druckgefäß für die Kohlevergasungsreaktion Ausführungsleitung für Schlacke aus dem Kohlevergasungsreaktor Vorratsbehälter für Kühlflüssigkeit a Beaufschlagung des Vorratsbehälters mit einer Druckleitungb Gasraum des Vorratsbehälters a Zuführung von Kühlmedium b Abführungsleitung c Aufwärtsführende Flüssigkeitsströmung im Schleusbehälter Ausführungsventil für Schlacke Schlackeansammlung im Schleusbehälter Vorrichtung zur Vergleichmäßigung des Volumenstromes