Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine
Die Erfindung betrifft ein Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine, und insbesondere ein Druckwerk mit wenigstens einem entlang seiner Länge in einem Zwischenabschnitt abgestützten Formzylinder.
In jüngster Zeit geht der Entwicklungstrend bei Rotationsdruckmaschinen dahin, immer breitere Druckeinheiten bzw. Druckwerke zu bauen, um in solchen
Druckwerken gleichzeitig möglichst viele Seiten zu bedrucken. Dies erhöht sowohl die Produktivität als auch die Flexibilität der Rotationsdruckmaschine. Durch die vergrößerte Längenabmessung der Zylinder solcher Druckwerke kann es bei besonders schlanken Zylindern, wie z.B. einfachrunden Zylindern, zu einer übermäßigen Durchbiegung dieser kommen, was einen qualitätsgerechten Druckprozess unmöglich macht, da der die vergrößerte Durchbiegung aufweisende Zylinder entlang seiner wirksamen Länge keinen gleichmäßigen Kontakt mit den jeweils zusammenwirkenden Zylindern herstellen kann.
Aus DE 10 2006 011 477 A1 ist ein Druckwerk mit wenigstens einem Formzylinder bekannt, wobei der Formzylinder in seiner Breite in zwei Teilabschnitte geteilt ausgebildet ist und im Bereich der Teilung zusätzlich gelagert ist. Zum Zwecke dieser zusätzlichen Zylinderlagerung weist das Druckwerk eine Traverse auf, die zwischen gegenüberliegende Seitengestelle des Druckwerks montiert ist und auf der die zusätzliche Zylinderlagerung getragen und fixiert ist. Zwei benachbarte Längsenden der beiden Teilabschnitte, welche im Bereich der Teilung angeordnet sind, weisen jeweils einen Zapfen auf, wobei der Zapfen des einen Teilabschnitts an der zusätzlichen Zylinderlagerung gelagert ist und der Zapfen des anderen Teilabschnitts im Inneren des Zapfens des einen Teilabschnitts aufgenommen ist, in den anderen Teilabschnitt hineinragt und mit diesem torsionssteif, aber demontierbar, verbunden ist. Zwei voneinander abgewandte Längsenden der
beiden Teilabschnitte weisen ebenfalls jeweils einen Zapfen auf, wobei diese Zapfen jeweils in einem der Seitengestelle gelagert sind.
Die in diesem Dokument beschriebene Lösung hat jedoch den Nachteil, dass wegen der zusätzlichen Zylinderlagerung im Bereich der Zylinderteilung dem Druckwerk zum Bedrucken keine über die gesamte wirksame Länge des Formzylinders reichende Bedruckstoffbahn zugeführt werden kann, sondern nur in ihrer Breite den jeweiligen Teilabschnitten entsprechende bzw. angepasste Teilbedruckstoffbahnen. Die getrennten Teilbedruckstoffbahnen erfahren jedoch in dem gemeinsam durchlaufenen Druckwerk unterschiedliche
Bedruckstoffbeanspruchungen, wie z.B. unterschiedlichen Verzug, welche sich im Betrieb des Druckwerks nur schwer beherrschen bzw. kompensieren lassen und zu erheblichen Betriebsstörungen führen können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Druckwerk mit wenigstens einem entlang seiner Länge in einem Zwischenabschnitt abgestützten Formzylinder zu schaffen, wobei der Formzylinder so abgestützt ist, dass ein Verarbeiten einer über die gesamte wirksame Länge des Formzylinders reichenden, einstückigen Bedruckstoffbahn in dem Druckwerk problemlos möglich ist.
Dies wird mit einem Druckwerk gemäß Anspruch 1 erreicht. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
Gemäß der Erfindung weist ein Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine eine Basis und wenigstens einen Formzylinder auf, der eine vorbestimmte Länge, zwei Längsenden, die drehbar an der Basis gelagert sind, eine radial verlaufende Längsteilung und im Bereich der Längsteilung eine radial nach außen weisende Umfangsfläche aufweist, welche radial und rotierbar an einer Lagerungseinheit abgestützt ist, und wobei die Lagerungseinheit ein Rotationslager mit einem in Form eines Kreissegments ausgebildeten Außenteil aufweist, das bewegungsfest
mit der Basis verbunden ist und an dessen Innenkrümmung die im Bereich der Längsteilung ausgebildete Umfangsfläche des Formzylinders abgestützt ist.
Durch die erfindungsgemäße Abstützung unter Verwendung eines in Form eines Kreissegments ausgebildeten Außenteils ist es einerseits möglich, den
Formzylinder genau in der Biegebeanspruchungsrichtung abzustützen und so eine Durchbiegung dessen zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Andererseits wird durch die Kreissegmentform der Formzylinder in Umfangsrichtung relativ wenig verbaut, so dass die Lagerungseinheit hinsichtlich des Bauraums andere Komponenten des Druckwerks nur wenig bzw. gar nicht beeinträchtigt. Damit ist auch ein Verarbeiten einer über die gesamte wirksame Länge des Formzylinders reichenden, einstückigen Bedruckstoffbahn in dem erfindungsgemäßen Druckwerk problemlos möglich.
Erfindungsgemäß kann die vorbestimmte Länge des Formzylinders beispielsweise vier bis acht stehend oder liegend nebeneinander angeordneten Druckseiten entsprechen. Das Format der Druckseiten kann beispielsweise ein Broadsheetformat oder ein Tabloidformat sein. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Formzylinder auch andere Längenabmessungen aufweisen kann und die Formate der Druckseiten nicht auf die genannten beschränkt sind.
Wichtig ist erfindungsgemäß nur, dass ein Formzylinder vorbestimmter Länge, der wegen seines hohen Schlankheitsgrades im Betriebsfall zum übermäßigen Durchbiegen neigt, an einer Längsteilung dessen radial abgestützt ist, so dass das Durchbiegen reduziert bzw. vermieden wird. Solch ein Formzylinder kann beispielsweise ein einfachrunder Formzylinder sein. Einfachrund bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Formzylinder einen solchen Durchmesser hat, dass in seiner Umfangsrichtung eine einzige stehende oder liegende Druckseite angeordnet werden kann.
Natürlich kann sich bei entsprechender Länge des Formzylinders ein hoher Schlankheitsgrad auch bei einem zweifachrunden (2 Druckseiten in Umfangsrichtung) oder größeren Formzylinder ergeben, so dass eine radiale Abstützung des Formzylinders notwendig wird.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist das kreissegmentförmige Außenteil in Längsrichtung des Formzylinders gesehen eine Breite auf, die gleich oder kleiner der Breite eines nicht zu bedruckenden Bereichs ist, der produktionsbedingt zwischen jeweils zwei entlang der Länge des Formzylinders nebeneinander angeordneten Druckseiten vorzusehen ist.
D.h., wenn entlang der Länge des Formzylinders mittels wenigstens zwei Druckplatten mehrere Druckseiten, wie beispielsweise stehende oder liegende Druckseiten im Broadsheetformat oder im Tabloidformat, nebeneinander angeordnet werden sollen, so ist zwischen jeweils benachbarten Druckseiten bzw. Satzspiegeln, damit eine nachfolgende Trennung bzw. Falzung zu jeweils gewünschten Druckproduktseiten problemlos möglich ist, jeweils ein nicht zu bedruckender, sich streifenförmig um den Umfang des Formzylinders erstreckender Bereich vorgesehen. Weist das kreissegmentförmige Außenteil in Längsrichtung des Formzylinders gesehen eine Breite auf, die gleich oder kleiner der Breite des nicht zu bedruckenden Bereichs ist, und ist das Außenteil genau in einem solchen Bereich angeordnet, wie beispielsweise in der Längsmitte des Formzylinders, so entsteht durch die erfindungsgemäße radiale Abstützung des Formzylinders keine zusätzliche Makulatur.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist an dem Außenteil eine entlang der Innenkrümmung verlaufende Außenteil-Lauffläche ausgebildet, an der die im Bereich der Längsteilung ausgebildete Umfangsfläche des Formzylinders abgestützt ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Rotationslager ein Innenteil auf, das drehfest auf die im Bereich der Längsteilung ausgebildete Umfangsfläche des Formzylinders montiert ist und das eine äußere umfängliche Innenteil-Lauffläche aufweist, über die die Umfangsfläche des Formzylinders an dem Außenteil abgestützt ist.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind zwischen der Außenteil- Lauffläche und der Innenteil-Lauffläche zum Abrollen entlang diesen eine Mehrzahl von Wälzkörpern vorgesehen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind die Wälzkörper von Kreiszylindern gebildet.
D.h., gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das Rotationslager der Lagerungseinheit als Zylinderrollenlager ausgebildet, so dass eine axiale
Verstellung des Formzylinders und damit eine Registerverstellung ermöglicht sind.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung beträgt eine Kreissegmentgröße des Außenteils des Rotationslagers ≤ 180 Grad, insbesondere ≤ 90 Grad. Mit anderen Worten erstreckt sich das kreissegmentförmige Außenteil des Rotationslager um ≤ 180 Grad, insbesondere um < 90 Grad, um den Umfang des Formzylinders.
Damit verbaut das kreissegmentförmige Außenteil des Rotationslagers nur einen geringen Teil des Umfangs des Formzylinders, so dass andere Komponenten des erfindungsgemäßen Druckwerks problemlos angeordnet werden können und ein Verarbeiten einer über die gesamte wirksame Länge des Formzylinders reichenden, einstückigen Bedruckstoffbahn in dem Druckwerk problemlos möglich ist.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist der Formzylinder zwei koaxial zu einer Rotationsachse dessen hintereinander angeordnete Formzylinderteile und ein zylindrisches Verbindungsteil auf, das koaxial zur Rotationsachse zwischen den beiden Formzylinderteilen im Bereich der Längsteilung des Formzylinders angeordnet ist und das die beiden Formzylinderteile starr miteinander verbindet.
Mit dieser Ausgestaltung wird auf vorteilhafte Weise die Herstellung von besonders langen Formzylindern, wie z.B. für acht Druckseiten breite Druckwerke, unterstützt. Die beiden Formzylinderteile sind bevorzugt gleich lang, so dass z.B. bei einem acht Druckseiten breiten Druckwerk jedes Formzylinderteil eine vier nebeneinander angeordneten Druckseiten entsprechende Länge haben würde. Eine solche Zylinderlänge lässt sich jedoch noch problemlos in gängigen Bearbeitungsmaschinen verarbeiten, wohingegen eine acht nebeneinander angeordneten Druckseiten entsprechende Zylinderlänge sowohl in den gängigen Bearbeitungsmaschinen als auch beim Transport Probleme bereiten würde.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die im Bereich der Längsteilung ausgebildete Umfangsfläche des Formzylinders vom Umfang des Verbindungsteils gebildet.
D.h., gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das Innenteil des Rotationslagers drehfest auf die Umfangsfläche des Verbindungsteils montiert.
Mit dieser Ausgestaltung der Erfindung ist es in vorteilhafter Weise möglich, die erfindungsgemäße Lagerungseinheit modular als Zulieferteil zu beziehen. Somit kann einerseits die Fertigungstiefe reduziert werden und können damit Kosten gespart werden und kann andererseits fertigungstechnisches Knowhow von speziell auf die Herstellung von Lagern ausgerichteten Herstellern genutzt werden.
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist es jedoch auch möglich, dass das die Innenteil-Lauffläche des Rotationslagers direkt von der Umfangsfläche des Verbindungsteils gebildet ist.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist das Verbindungsteil zwei Längsenden auf, die jeweils in Kurzkegelform ausgebildet sind, wobei die beiden Formzylinderteile zwei benachbarte Längsenden aufweisen, in denen koaxial zur Rotationsachse jeweils eine zur Kurzkegelform der Längsenden des Verbindungsteils komplementäre Ausnehmung ausgebildet ist, und wobei die Längsenden des Verbindungsteils jeweils in eine der Ausnehmungen eingepasst sind, so dass die beiden Formzylinderteile demontagesicher miteinander verbunden sind.
Mit dieser Ausgestaltung der Erfindung wird in einfacher und fertigungstechnisch günstiger Weise eine stabile, passgenaue und außerordentlich steife Verbindung der Formzylinderteile erzielt. Durch die beiden Kurzkegelpassungen wird insbesondere eine passgenaue Zentrierung der beiden Zylinder auf eine gemeinsame Längsmittelachse gewährleistet, so dass der Formzylinder die an seinen Rundlauf gestellten Anforderungen sicher erfüllen kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist in zwei voneinander abgewandten Längsenden der beiden Formzylinderteile jeweils eine koaxial zur Rotationsachse ausgebildete Endausnehmung in Kurzkegelform vorgesehen, wobei der Formzylinder zwei zylindrische Lagerzapfenelemente aufweist, die jeweils ein Längsende aufweisen, das eine zur Kurzkegelform der Endausnehmungen komplementäre Form aufweist, wobei in jede der Endausnehmungen eines der Lagerzapfenelemente mit seinem in Kurzkegelform ausgebildeten Längsende demontagesicher eingepasst ist, und wobei die Lagerzapfenelemente jeweils ein zweites Längsende aufweisen, das drehbar an der Basis gelagert ist.
Mit dieser Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, die beiden Formzylinderteile identisch auszubilden, so dass die Fertigungskosten außerordentlich reduziert werden können. Dadurch, dass die Formzylinderteile an ihren Längsenden jeweils Ausnehmungen in Kurzkegelform aufweisen, können die Formzylinderteile bei ihrer Herstellung sicher und genau gespannt werden.
Ferner können die Lagerzapfenelemente wieder modular als Zulieferteil bezogen werden. Somit kann die Fertigungstiefe weiter reduziert werden und können damit weitere Kosten gespart werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Formzylinder als Plattenzylinder ausgebildet.
Gemäß noch einer Ausführungsform der Erfindung weist das Druckwerk wenigstens einen weiteren Zylinder auf, der eingerichtet ist, mit dem Formzylinder zusammenzuwirken und der eine Achse mit zwei Längsenden aufweist, die an der Basis gelagert sind, wobei die Lagerungseinheit ein Verbindungselement aufweist, welches das Außenteil des Rotationslagers mit der Basis verbindet, und wobei die Lagerungseinheit wenigstens ein weiteres Lager aufweist, welches an dem Verbindungselement angeordnet ist, zum radialen Abstützen der Achse des wenigstens einen weiteren Zylinders.
Mit der erfindungsgemäßen Lagerungseinheit ist es somit möglich, weitere Zylinder des Druckwerks, die wegen der Schlankheit ihrer jeweiligen Achsen bei radialer Belastung zum Durchbiegen neigen, radial abzustützen, so dass ein Durchbiegen der Achsen sicher reduziert bzw. vermieden werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die Achse des wenigstens einen weiteren Zylinders in eine erste Stellung, in der die Achse über das weitere Lager radial an dem Verbindungselement abgestützt ist und der Zylinder mit dem
Formzylinder zusammenwirkt, und in eine zweite Stellung bewegbar ist, in der der Zylinder nicht mit dem Formzylinder zusammenwirkt.
Gemäß dieser Ausgestaltung wird in vorteilhafter weise gewährleistet, dass einerseits die Achse des wenigstens einen weiteren Zylinders im Betrieb des Druckwerks radial abgestützt ist andererseits bei Rüstvorgängen bzw. Wartungsarbeiten oder anderweitigen Prozessen dieser Zylinder von dem Formzylinder abschwenkbar ist, wobei die Achse des wenigstens einen weiteren Zylinders in der Lagerung in dem Verbindungselement verbleiben kann oder aus dieser herausgeschwenkt werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist in dem Verbindungselement eine Durchgangsöffnung vorgesehen, in der das wenigstens eine weitere Lager vorgesehen ist, und wobei sich die Achse des wenigstens einen weiteren Zylinders in ihrer ersten Stellung durch die Durchgangsöffnung hindurch erstreckt.
Die Durchgangsöffnung kann beispielsweise als ein an einem Ende offener Schlitz in dem Verbindungselement ausgeführt sein, so dass die Achse in den Schlitz ein hineingeschwenkt (z.B. erste Stellung) und aus dem Schlitz herausgeschwenkt (z.B. zweite Stellung) werden kann. Die Ausgestaltung mit einem offenen Schlitz ist besonders günstig hinsichtlich der Montage der Achse, da diese in einfacher Weise in das Lager in dem Schlitz einführbar ist.
Natürlich ist es auch möglich, die Durchgangsöffnung beispielsweise als Langloch auszubilden. In diesem Fall müsste jedoch die Achse längs in das Langloch eingefädelt oder geteilt ausgeführt werden oder müsste an dem Langloch eine Öffnungsmöglichkeit zum Einschieben der Achse vorgesehen werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der wenigstens eine weitere Zylinder als Farbauftragwalze oder als Feuchtauftragwalze ausgebildet.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen und unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren detaillierter beschrieben.
Fig.1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Druckeinheit, die mit mehreren Druckwerken gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ausgestattet ist.
Fig.2 zeigt eine schematische Draufsicht eines Formzylinders eines Druckwerks gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung. Fig.3 zeigt eine der Fig.2 ähnliche Ansicht, wobei mögliche
Längsschnittführungen an einer in dem Druckwerk gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung bedruckten Bedruckstoffbahn gezeigt sind.
Fig.4 zeigt eine vergrößerte, schematische Ansicht des Druckwerks gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung und dessen radialer Abstützung.
Fig.5 zeigt eine vergrößerte Detailansicht eines in den Figuren 2 und 3 gekennzeichneten Bereichs Z in einer ersten Längsschnittebene des Formzylinders.
Fig.6 zeigt eine vergrößerte Detailansicht des in den Figuren 2 und 3 gekennzeichneten Bereichs Z in einer zweiten Längsschnittebene des
Formzylinders.
Nun wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 6 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckwerks für eine Rotationsdruckmaschine beschrieben.
Fig.1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Druckeinheit für eine Rotationsdruckmaschine, die mit vier Druckwerken 1 ausgestattet ist. Die Druckwerke 1 weisen jeweils einen in Form eines Gummizylinders ausgebildeten Übertragungszylinder 10 sowie einen in Form eines Plattenzylinders
ausgebildeten Formzylinder 20 auf. Die anderen Komponenten der jeweiligen Druckwerke 1 , wie z.B. Farbwerk und Feuchtwerk, sind der Übersichtlichkeit halber in Fig.1 weggelassen. Die Druckeinheit weist ferner eine Basis 30 auf, an der die Übertragungszylinder 10 und die Formzylinder 20 gelagert bzw. abgestützt sind.
Der Formzylinder 20 gemäß dieser Ausführungsform ist einfachrund ausgebildet, wohingegen der Übertragungszylinder 10 dreifachrund ausgebildet ist. Natürlich ist es auch denkbar, z.B. den einfachrunden Formzylinder 20 mit einem zweifachrunden Übertragungszylinder 10 zu paaren.
In Fig.1 deuten die an den jeweiligen Druckwerken 1 vorgesehenen Doppelpfeile jeweilige radiale Abstützungen der Formzylinder 20 an der Basis 30 an.
In den Figuren 2 bis 6 sind der Übersichtlichkeit halber nur die hier zum Beschreiben der Erfindung relevanten Komponenten eines der erfindungsgemäßen Druckwerke 1 dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
Der Formzylinder 20 gemäß dieser Ausführungsform (siehe insbesondere die Figuren 5 und 6) weist ein erstes Formzylinderteil 21 und ein zweites Formzylinderteil 22, die koaxial zu einer Rotationsachse R des Formzylinders 20 hintereinander angeordnet sind, sowie ein zylindrisches Verbindungsteil 23 auf, das koaxial zur Rotationsachse R zwischen den beiden Formzylinderteilen 21 , 22 im Bereich einer radial verlaufenden Längsteilung 20a des Formzylinders 20 angeordnet ist und das die beiden Formzylinderteile 21 , 22 starr miteinander verbindet.
Das Verbindungsteil 23 weist ein erstes Längsende 23a und ein zweites Längsende 23b, die jeweils in Kurzkegelform ausgebildet sind, eine
Umfangsfläche 23c, sowie eine Durchgangsgewindebohrung 23d auf, die sich koaxial zur Rotationsachse R des Formzylinders erstreckt.
Die beiden Formzylinderteile 21 , 22 weisen zwei benachbarte erste Längsenden 21a und 22a auf, in denen koaxial zur Rotationsachse R jeweils eine zur Kurzkegelform der beiden Längsenden 23a, 23b des Verbindungsteils 23 komplementäre Ausnehmung 210a bzw. 220a ausgebildet ist.
In den beiden Formzylinderteilen 21 , 22 ist jeweils eine durchgehende Tieflochbohrung 21 d bzw. 22d ausgebildet, die jeweils koaxial zur Rotationsachse R des Formzylinders 20 verläuft und die im Bereich des jeweiligen ersten Längsendes 21a bzw. 22a ihren Durchmesser verkleinernd abgesetzt ist.
Das kurzkegelförmige, erste Längsende 23a des Verbindungsteils 23 ist in die kurzkegelförmige Ausnehmung 210a des ersten Längsendes 21a des ersten Formzylinderteils 21 eingepasst. Das kurzkegelförmige, zweite Längsende 23b des Verbindungsteils 23 ist in die kurzkegelförmige Ausnehmung 220a des ersten Längsendes 22a des zweiten Formzylinderteils 22 eingepasst.
In die Tieflochbohrungen 21 d und 22d des ersten und des zweiten
Formzylinderteils 21 , 22 ist jeweils eine Verbindungsschraube 24 eingesetzt und in die Durchgangsgewindebohrung 23d des Verbindungsteils 23 eingeschraubt, so dass die beiden Formzylinderteile 21 , 22 starr und demontagesicher miteinander verbunden sind.
Der so zusammenmontierte Formzylinder 20 gemäß dieser Ausführungsform (siehe insbesondere Figuren 2 und 3) weist eine solche Länge auf, dass entlang seiner Länge acht stehende Druckseiten D im Broadsheetformat nebeneinander angeordnet werden können, wobei zwischen benachbarten Druckseiten D jeweils ein Abstand ND als ein nicht zu bedruckender Bereich vorhanden ist.
Die beiden Formzylinderteile 21 , 22 weisen ferner zwei voneinander abgewandte zweite Längsenden 21b und 22b auf, an denen Lagerzapfen 211b bzw. 221b ausgebildet sind, die jeweils drehbar in Seitenwänden 31 bzw. 32 der Basis 30 gelagert sind.
Wie ferner aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich, weist die Rotationsdruckmaschine eine Längsschneideeinrichtung 2 (siehe Fig.3) zum Längsschneiden einer in der Druckeinheit bzw. den Druckwerken 1 bedruckten Bedruckstoffbahn sowie eine Falztrichteranordnung 3 zum Längsfalzen der längsgeschnittenen Bedruckstoffbahn auf.
Durch die im Obigen beschriebene Ausbildung des Formzylinders 20 wird ersichtlich, dass dieser durch seine große Längenabmessung i.V.m. seinem relativ kleinen Durchmesser (basierend auf der einfachrunden Gestaltung) im Betrieb des Druckwerks 1 anfällig für eine radiale Durchbiegung sein würde.
Jedoch weist das erfindungsgemäße Druckwerk 1 im Bereich der Längsteilung eine radial von außen auf den Formzylinder 20 wirkende Abstützung (siehe die Doppelpfeile in Fig.1) auf, welche ein Durchbiegen des Formzylinders verhindert bzw. reduziert.
Zu diesem Zweck weist das Druckwerk 1 eine Lagerungseinheit 40 auf, die stabil an einer sich zwischen den Seitenwänden 31 , 32 erstreckenden Traverse 33 der Basis 30 abgestützt ist (siehe Fig.4).
Die Lagerungseinheit 40 weist ein in Form eines Kreissegments ausgebildetes Außenteil 41, ein Innenteil 42, kreiszylindrische Wälzkörper 43 sowie ein Verbindungselement 44 auf.
Das Verbindungselement 44 ist mit einem Längsende mittels nicht dargestellter Schaubverbindungen stabil mit der Traverse 33 verbunden und stützt sich daran ab. An dem anderen Längsende des Verbindungselements 44 ist das Außenteil 41 mittels Verbindungsschrauben 441 angebracht.
Das Innenteil 42 ist drehfest auf die radial nach außen weisende Umfangsfläche 23c des Verbindungsteils 23 des Formzylinders 20 montiert und mittels Sicherungsringen 42b gegen axiales Verschieben gesichert.
Das Innenteil 42 weist eine Innenteil-Lauffläche 42a auf und das kreissegmentförmige Außenteil 41 weist an einer Innenkrümmung dessen eine Außenteil-Lauffläche 41a auf, wobei zwischen der Innenteil-Lauffläche 42a und der Außenteil-Lauffläche 41a mehrere der Wälzkörper 43 angeordnet sind und auf diesen abrollen können.
Die Außenteil-Lauffläche 41a ist so ausgebildet, dass die Wälzkörper in einer Rille abrollen und somit gegenüber dem Außenteil 41 gegen axiales Verschieben gesichert sind. Die Innenteil-Lauffläche 42a ist als glatte ungerillte Fläche ausgebildet, so dass der Formzylinder 20 bzw. das Innenteil 42 gegenüber den Wälzkörpern 43 bzw. dem Außenteil 41 zur Registerverstellung des Druckwerks 1 axial verschiebbar ist.
Somit bilden Außenteil 41 , Innenteil 42 und Wälzkörper 43 ein Rotationslager der Lagerungseinheit 40, über welches der Formzylinder 20 im Bereich seiner
Längsteilung 20a radial von außen und rotierbar an der Traverse 33 der Basis 30 abgestützt ist.
Zur Schmierung des den Formzylinder 20 abstützenden Rotationslagers der Lagerungseinheit 40 ist an dem Außenteil 41 wenigstens ein Schmiernippel 45
vorgesehen, über den Schmiermittel wie z.B. Lagerfett an die Wälzkörper 43 und die Laufflächen 41a, 42a heranführbar ist (siehe Fig.6).
Zur Abdichtung des den Formzylinder 20 abstützenden Rotationslagers der Lagerungseinheit 40 gegen das Austreten von Schmiermittel sind an dem Rotationslager Dichtungen 46 vorgesehen (siehe Fig.6).
Wie insbesondere aus Fig.4 ersichtlich, weist das Außenteil 41 eine Kreissegmentgröße von kleiner 90 Grad auf, wodurch das Außenteil 41 entlang des Umfangs des Formzylinders 20 nur geringen Platz benötigt und dennoch den Formzylinder 20 in Durchbiegungsrichtung sicher gegen radiale Durchbiegung abstützt (entsprechend den Doppelpfeilen in Fig.1). Somit verbaut das Rotationslager der Lagerungseinheit 40 nur einen geringen Teil des Umfangs des Formzylinders 20, so dass andere Komponenten des erfindungsgemäßen Druckwerks 1 problemlos angeordnet werden können und ein Verarbeiten einer über die gesamte wirksame Länge des Formzylinders 20 reichenden, einstückigen Bedruckstoffbahn in dem Druckwerk 1 problemlos möglich ist.
Das Außenteil 41 der Lagerungseinheit 40 weist in Längsrichtung des Formzylinders 20 gesehen ferner eine Breite auf, die gleich oder kleiner der Breite des nicht zu bedruckenden Bereichs ND (siehe Fig.2) ist, der produktionsbedingt zwischen jeweils zwei entlang der Länge des Formzylinders 20 nebeneinander anzuordnenden Druckseiten D vorzusehen ist.
Wie insbesondere in Fig.6 ersichtlich, ist der Formzylinder 20 zum Erzeugen der Druckbilder D entlang seiner Länge mit mehreren Druckplatten 25 bestückt bzw. bestückbar, wobei jede Druckplatte 25 einen Satzspiegel 25a aufweist, der das Druckbild der betreffenden Druckplatte 25 begrenzt. Somit ist zwischen den Druckbildern D im Bereich der Längsteilung 20a des Formzylinders 20 und damit im Bereich des Rotationslagers der Lagerungseinheit 40 ein nicht zu bedruckender Bereich ND vorhanden, in dem eine von dem Druckwerk 1
bedruckte Bedruckstoffbahn nachfolgend längsgeschnitten wird. Damit wird durch das Abstützen des Formzylinders 20 mittels der erfindungsgemäßen Lagerungseinheit 40 keine zusätzliche Makulatur verursacht.
Insbesondere auf die Figuren 4, 5 und 6 bezugnehmend weist das Druckwerk 1 wenigstens einen weiteren Zylinder 50 auf, der eingerichtet ist, mit dem Formzylinder 20 zusammenzuwirken und der eine Achse 51 mit zwei Längsenden aufweist, die drehfest in den Seitenwänden 31 , 32 der Basis 30 gelagert sind.
In dem Verbindungselement 44 der Lagerungseinheit 40 ist wenigstens eine als an einer Längsseite offenes Langloch ausgebildete Durchgangsöffnung 442 vorgesehen, die ein Lager zum radialen Abstützen der Achse 51 des wenigstens einen weiteren Zylinders 50 bildet.
Wie in Fig.5 und Fig.6 gezeigt, ist der Zylinder 50 als mit zwei Zylinderteilen 50a und 50b ausgebildeter Hohlzylinder realisiert, wobei die Zylinderteile 50a, 50b im Bereich ihrer Teilung einen dem Bereich NB entsprechenden Abstand aufweisen und über Rotationslager 52 drehbar auf der Achse 51 gelagert sind.
Die Achse 51 des Zylinders 50 ist in eine erste Stellung schwenkbar, in der sie sich parallel zum Formzylinder 20 durch die Durchgangsöffnung 442 des Verbindungselementes 44 hindurch erstreckt und radial in der Durchgangsöffnung 442 abgestützt ist, wobei der Zylinder 50 mit dem Formzylinder 20 zusammenwirkt bzw. in Berührungskontakt steht. Die Achse 51 des Zylinders 50 ist ferner aus der Durchgangsöffnung 442 heraus in eine zweite Stellung schwenkbar, in der der Zylinder 50 nicht mit dem Formzylinder 20 zusammenwirkt bzw. nicht in Berührungskontakt mit diesem steht.
Wie in Fig.4 gezeigt, weist gemäß dieser Ausführungsform das Druckwerk 1 zwei solche weiteren Zylinder 50 in Form einer Farbauftragwalze und einer
Feuchtauftragwalze auf. Demgemäß sind in dem Verbindungselement 44 zwei Durchgangsöffnungen 442 vorgesehen zum Lagern der jeweiligen Achsen 51 der beiden Zylinder 50.
Damit können bei dem erfindungsgemäßen Druckwerk 1 auch weitere Zylinder 50, die aufgrund ihres Schlankheitsgrades durchbiegungsgefährdet sind, sicher radial abgestützt werden und damit ein Durchbiegen dieser reduziert bzw. vermieden werden.
Nachfolgend wird eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Druckwerks 1 beschrieben, welche bis auf die nachfolgend beschriebenen, in den Figuren nicht dargestellten Unterschiede identisch mit der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Druckwerks 1 ist
Gemäß der zweiten Ausführungsform des Druckwerks 1 ist in den beiden voneinander abgewandten Längsenden 21b, 22b der beiden Formzylinderteile 21 , 22 des Formzylinders 20 zusätzlich jeweils eine koaxial zur Rotationsachse R des Formzylinders 20 ausgebildete Endausnehmung in Kurzkegelform vorgesehen.
Der Formzylinder 20 weist anstatt der fest an die Formzylinderteile 21 , 22 angeformten Lagerzapfen 211b, 221b zwei zylindrische Lagerzapfenelemente auf, die jeweils ein Längsende aufweisen, das eine zur Kurzkegelform der Endausnehmungen komplementäre Form hat. In jede der Endausnehmungen ist eines der Lagerzapfenelemente mit seinem in Kurzkegelform ausgebildeten Längsende demontagesicher eingepasst, wobei die Lagerzapfenelemente jeweils ein zweites Längsende aufweisen, das drehbar in einer der Seitenwände 31 , 32 der Basis 30 gelagert ist.
Zum Zwecke des demontagesicheren Montierens der Lagerzapfenelemente an den jeweiligen Formzylinderteilen 21 , 22 weisen die Lagerzapfenelemente jeweils
einen die Endausnehmungen überdeckenden Ringbund auf, in dem Durchgangslöcher vorgesehen sind, welche zu Gewindelöchern in den den Seitenwänden 31 bzw. 32 zugewandten Flächen der Längsenden 21 b bzw. 22b der Formzylinderteile 21 , 22 korrespondieren und in welche Verbindungsschrauben eingesetzt und in die Gewindelöcher eingeschraubt sind, wodurch die jeweiligen Lagerzapfenelemente demontagesicher in den Endausnehmungen gehalten sind.
Bezugszeichen liste
1 Druckwerk
10 Übertragungszylinder
20 Formzylinder
20a Längsteilung des Formzylinders
21 erstes Formzylinderteil
21a erstes Längsende des ersten Formzylinderteils 210a kurzkegelförmige Ausnehmung des ersten Formzylinderteils
21 b zweites Längsende des ersten Formzylinderteils
211b Lagerzapfen des ersten Formzylinderteils
21c Umfangsfläche des ersten Formzylinderteils
21 d Tieflochbohrung des ersten Formzylinderteils
22 zweites Formzylinderteil
22a erstes Längsende des zweiten Formzylinderteils
220a kurzkegelförmige Ausnehmung des zweiten Formzylinderteils
22b zweites Längsende des zweiten Formzylinderteils 221b Lagerzapfen des zweiten Formzylinderteils
22c Umfangsfläche des zweiten Formzylinderteils
22d Tieflochbohrung des zweiten Formzylinderteils
23 Verbindungsteil 23a erstes Längsende des Verbindungsteils
23b zweites Längsende des Verbindungsteils
23c Umfangsfläche des Verbindungsteils
24 Verbindungsschraube(n)
25 Druckplatte(n)
25a Satzspiegel
30 Basis
31 Seitenwand
32 Seitenwand
33 Traverse
40 Lagerungseinheit
41 Außenteil
41a Außenteil-Lauffläche
42 Innenteil 42a Innenteil-Lauffläche
42b Sicherungsring(e)
43 Wälzkörper
44 Verbindungselement
441 Verbindungsschraube(n) 442 Durchgangsöffnung
45 Schmiernippel
46 Dichtung(en)
50 Zylinder (Farbauftragwalze, Feuchtauftragwalze) 50a erstes Zylinderteil
50b zweites Zylinderteil
51 Achse
52 Rotationslager
2 Längsschneideeinrichtung
3 Falztrichteranordnung
D Druckseite(n)
R Rotationsachse ND nicht zu bedruckender Bereich