Beschreibung
Leistungsoptimierte Sicherheitsbremse
Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung zum Abbremsen eines Fahrzeuges, das eine drehfest mit einer Radachse des Fahrzeugs verbundene Bremsfläche aufweist, mit einem an die Bremsfläche mit einer Bremskraft anpressbaren Bremsbelag und einem mit einer Regelungseinheit gekoppelten Stellglied zum Erzeugen der Bremskraft, wobei die Regelungseinheit mit einem Geschwindigkeitssensor zum Erfassen einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs verknüpft und zum Einstellen der Bremskraft in Ab¬ hängigkeit der Geschwindigkeit eingerichtet ist.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Abbremsen eines Fahrzeuges, bei dem die Geschwindigkeit des Fahrzeuges von einem Geschwindigkeitssensor erfasst wird und eine mit dem Geschwindigkeitssensor verbundene Regelungseinheit einen Bremsbelag mit einer Bremskraft an eine drehfest mit einer Radachse des Fahrzeugs verbundene Bremsfläche in Abhängigkeit Geschwindigkeit presst.
Eine solche Bremseinrichtung und ein solches Verfahren sind aus der DE 38 03 639 C2 bereits bekannt. Die dort beschriebe- ne pneumatische Bremseinrichtung verfügt über einen Regel¬ kreis zum Einstellen der Bremskraft einer Betriebsbremse in Abhängigkeit von Messgrößen. Diese Messgrößen umfassen Geschwindigkeitswerte des zu bremsenden Fahrzeugs, die durch Achsendrehzahlgeber erzeugt werden. Alternativ ist ein Mess- sensor vorgesehen, der den jeweiligen Kehrwert der Geschwindigkeitswerte erzeugt und an die Regelungseinheit überträgt.
Aus der DE 199 46 679 C2 ist ebenfalls eine Betriebsbremse mit einem Regelkreis bekannt, die zum geschwindigkeitsabhän-
gigen Einstellen der Bremskraft eingerichtet ist. Darüber hinaus umfasst das dort beschriebene Bremssystem einen Druck¬ übersetzer, der die Regelung kleiner Volumenströme ermöglicht, die von dem Druckübersetzer in große Volumenströme um- gesetzt werden. Dazu ist ein Ansteuereingang des Druckübersetzers mit einem Ansteuerdruck beaufschlagbar, wobei der Druckübersetzer den Ansteuerdruck in Abhängigkeit eines Vorsteuerdruckes verstärkt. Der Ausgang des Druckübersetzers ist mit Bremszylindern verbunden, die so mit dem verstärkten An- Steuerdruck beaufschlagt werden.
Bei Reibungsbremsen ist der Leistungseintrag p in die Rei¬ bungselemente geschwindigkeitsabhängig und kann durch die Gleichung p = F * v, wobei F die in die Reibungselemente ein- geleitete Bremskraft und v die Geschwindigkeit des abzubrem¬ senden Fahrzeuges ist, beschrieben werden. Der Leistungseintrag p erfolgt im Wesentlichen in die Bremsscheibe, die dreh¬ fest mit einer Radachse des Fahrzeuges verbunden ist. Ein zu hoher Leistungseintrag p führt jedoch zu thermischen Spannun- gen im Reibring dieser Bremsscheibe. Diese Spannungen können bei überhöhter Bremsleistung zu Rissen in der Bremsscheibe und zu deren vorzeitigem Verschleiß führen. Insbesondere ist der Eintrag von Bremsleistungsspitzen soweit wie möglich zu vermeiden .
Bei Hochgeschwindigkeitszügen wird im oberen Geschwindigkeitsbereich die Bremskraft in der Regel stufig auf einen niedrigeren Wert herabgesetzt, um so die eingetragene Brems¬ leistung auf einen zulässigen Wert zu begrenzen. So ist es gemäß dem Stand der Technik beispielsweise üblich, bei Über¬ schreiten einer Maximalgeschwindigkeit des Fahrzeuges, bei¬ spielsweise bei Überschreiten von 200 km/h, die Bremskraft stufig auf einen niedrigeren Wert umzuschalten, so dass diese oberhalb von 200 km/h geringer ist als unterhalb von 200
km/h. Auf diese Weise wird die eingetragene Bremsleistung re¬ duziert. Durch das stufige Absenken der Bremskraft wird je¬ doch nicht die maximal zulässige Bremsleistung bereitge¬ stellt, die gerade noch erzeugt werden kann, ohne die Brems- scheibe zu beschädigen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Bremseinrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit denen eine möglichst hohe Bremskraft in die Bremsfläche ein- geleitet wird, ohne dass es zu irreversiblen Schädigungen der Bremsfläche kommt.
Die Erfindung löst diese Aufgabe ausgehend von der eingangs genannten Bremseinrichtung dadurch, dass die Regelungseinheit über Mittel zur kontinuierlichen Druckeinstellung mit dem
Stellglied gekoppelt ist, so dass eine kontinuierliche Anpas¬ sung der Bremskraft an die jeweils herrschende Geschwindig¬ keit ermöglicht ist.
Ausgehend von dem eingangs genannten Verfahren löst die Erfindung diese Aufgabe dadurch, dass die Bremskraft durch Mit¬ tel zur kontinuierlichen Druckeinstellung bei Überschreiten einer Schwellengeschwindigkeit kontinuierlich an die Ge¬ schwindigkeit angepasst wird.
Erfindungsgemäß werden zur Einstellung der Bremskraft Mittel zur kontinuierlichen Druckeinstellung eingesetzt. Diese Mittel ermöglichen das Einstellen kontinuierlicher Ausgangsdrücke in Abhängigkeit ihrer Eingangs- oder Steuersignale. Auf Grund ihrer ausgangsseitigen Kopplung mit dem Stellglied sind auf diese Weise beliebige Zeitverläufe der Bremskraft F er¬ zeugbar. Gemäß dem Stand der Technik werden jeweils dauerhaft angesteuerte Magnetventile eingesetzt, so dass es zwangsläu-
fig zu einer stufigen Absenkung der Bremskraft bei hohen Geschwindigkeiten kommen muss.
Vorteilhafterweise sind die Mittel zur kontinuierlichen Druckeinstellung ein so genannter Analogwandler. Solche Analogwandler sind beispielsweise als elektro-pneumatische Re¬ gelventile unter dem Produktnamen BRP-IC/EAP41 von der deutschen Firma Bosch Rexroth AG bekannt.
Abweichend hiervon umfassen die Mittel zur kontinuierlichen Druckeinstellung durch Pulsweitenmodulation angesteuerte Binärmagnetventile. Durch die Ansteuerung in Gestalt von kurzen Pulsen mit einer hohen Taktrate können am Ausgang der binären also digitalen Magnetventile im zeitlichen Mittel beliebige Drücke eingestellt werden. Das im Vergleich zu den Magnetventilen träge Stellglied sieht eingangsseitig einen kontinuier¬ lich veränderbaren Druck. Die Binärventile wirken daher wie ein Analogventil. Durch Pulsweitenmodulation angesteuerte Magnetventile sind dem Fachmann bekannt, so dass an dieser Stelle hierauf nicht näher eingegangen zu werden braucht.
Gemäß einer zweckmäßigen Weiterentwicklung ist die Regelungseinheit eine elektronische Regelungseinheit. Eine elektroni¬ sche Regelungseinheit umfasst beispielsweise einen program- mierbaren Rechner, wie diese bereits in schienengeführten Fahrzeugen zum Einsatz gelangen und beispielsweise zum Bereitstellen eines Gleitschutzes vorgesehen sind.
Abweichend davon ist die Regelungseinheit eine nicht program- mierbare elektronische, eine pneumatische oder eine hydrauli¬ sche Regelungseinheit.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist eine Betriebsbremse zum Abbremsen des Fahrzeuges im Normalbetrieb
und eine Sicherheitsbremse zum Abbremsen des Fahrzeuges bei Gefahr vorgesehen, wobei die Sicherheitsbremse die Regelungs¬ einheit umfasst, so dass auch bei der Sicherheitsbremse ein geschwindigkeitsabhängiges Abbremsen bereitgestellt ist. Ge- maß dieser bevorzugten Weiterentwicklung ist ein geschwindigkeitsabhängiges Abbremsen auch bei Sicherheitsbremsungen bereitgestellt. Hierbei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass die Funktion der Regelungseinheit mit einer Sicher¬ heit garantiert werden kann, die auch hohen Sicherheitsanfor- derungen standhält. Hohen Sicherheitsanforderungen gelten beispielsweise für Sicherheitsbremsen im Bereich schienengeführter Fahrzeuge. Erfindungsgemäß ist auch für die Sicher¬ heitsbremse eine kontinuierliche Anpassung der Bremskraft an die Geschwindigkeit des Schienenfahrzeuges bereitgestellt.
Vorteilhafterweise ist das Stellglied ein pneumatisch oder hydraulisch ansprechbarer Bremszylinder. Der Bremszylinder weist zweckmäßigerweise eine beweglich geführte Begrenzungs¬ wand, beispielsweise einen mit einer Kolbenstange verbundenen Kolben eines Kolbenzylinders auf, wobei der Kolben und somit die Kolbenstange über eine zweckmäßige Hebelmechanik mit dem Bremsbelag verbunden ist. Bei einer Druckerhöhung innerhalb des Bremszylinders erhöht sich somit die Bremskraft, mit der der Bremsbelag an die Bremsfläche gepresst wird.
Vorteilhafterweise ist der Bremszylinder mit dem Ausgang ei¬ nes Druckübersetzers verbunden, der einen Vorsteuerdruck in Abhängigkeit eines Ansteuerdruckes verstärkt, wobei die Mit¬ tel zur kontinuierlichen Druckeinstellung zum Einstellen des Ansteuerdruckes eingerichtet ist. Druckübersetzer sind bei¬ spielsweise aus der DE 29 11 074 bekannt und finden dort An¬ wendung, wo große Volumenströme eine genaue Regelung und Ein¬ stellung pneumatischer oder hydraulischer Drücke erschweren. Mit Hilfe eines Druckübersetzers ist die genaue Regelung ei-
nes Druckes am Ausgang des Druckübersetzers möglich, wobei die Regelung zunächst nur auf den Ansteuerdruck wirkt, der mit einem viel geringeren Volumenstrom verknüpft ist. Auf diese Weise wird die Regelung des Gesamtsystems genauer und der Vorsteuerkreis kann wegen der kleinen Querschnitte kom¬ pakt ausgeführt werden. Der Ansteuerdruck verstärkt zweckmä¬ ßigerweise einen an einem zweiten Eingang des Drucküberset¬ zers anliegenden Vorsteuerdruck. Zweckmäßigerweise weist der Druckübersetzer einen weiteren Eingang auf, der mit der Druckversorgung verbunden ist, die die notwendigen Volumenströme an hydraulischem oder pneumatischem Fluid bereitstellt.
Vorteilhafterweise ist eine zweite Regelungseinheit zum Er- satz der Regelungseinheit im Fehlerfall vorgesehen. Auf diese Weise ist eine redundante Regelungseinheit bereitgestellt.
Zweckmäßigerweise liegen die zweite Regelungseinheit und die erste Regelungseinheit auf unterschiedlichen Hierarchieebe- nen. Solche Regelungseinheiten auf unterschiedlichen Hierarchieebenen sind aus der Zugsteuerung bereits bekannt. Die Re¬ gelungseinheiten können daher auf einfache Art und Weise in bereits vorhandene Rechnersysteme integriert werden.
Vorteilhafterweise stellt die Regelungseinheit die Bremskraft umgekehrt proportional zur Geschwindigkeit des Fahrzeugs ein, sobald das Fahrzeug eine Schwellengeschwindigkeit überschrei¬ tet. Wie bereits im Zusammenhang mit dem Stand der Technik ausgeführt wurde, ist der Leistungseintrag p in die Bremsflä- che durch die Gleichung p = F * v beschreibbar, wobei F der Bremskraft und v der Geschwindigkeit des Fahrzeuges ent¬ spricht. Ist die Bremskraft F umgekehrt proportional zur Ge¬ schwindigkeit F = A * _ , ergibt sich p = A, wobei A eine
Proportionalitätskonstante ist. Der Leistungseintrag p bleibt auf diese Weise auch bei höheren Geschwindigkeiten konstant und kann auf einen Maximalwert festgelegt werden, bei dem ei¬ ne Beschädigung der Bremsfläche gerade noch vermieden ist, wobei jedoch gleichzeitig eine möglichst große Bremskraft F in die Bremsbeläge eingeleitet wird.
Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Bremskraft von einer Sicherheitsbrem- se erzeugt. Gemäß dieser vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist auch die Sicherheitsbremse neben der Betriebs¬ bremse dazu eingerichtet, eine maximale Bremskraft bereitzu¬ stellen, wobei gleichzeitig ein zu hoher Leistungseintrag in die Bremsfläche vermieden ist.
Weitere zweckmäßige Ausführungsbeispiele und Vorteile der Er¬ findung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figuren der Zeichnung, wobei gleiche Figuren auf gleiche Bauteile verweisen und wobei
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung in einer schematischen Ansicht,
Figur 2 ein Ausführungsbeispiel zur Regelung der
Bremskraft F und der Bremsleistung p in Abhängigkeit der Geschwindigkeit eines Fahrzeuges und
Figur 3a und 3b Regelungseinheiten auf derselben beziehungsweise auf verschiedenen Hierarchieebenen zeigen .
Figur 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung 1. Die Bremseinrichtung 1 verfügt über mehrere Bremszylinder 2, die in einem figürlich nicht dargestellten Drehgestell eines schienengeführten Fahr- zeuges angeordnet sind. Die Bremszylinder 2 umfassen eine mit Druckluft befüllbare Bremskammer, die von einem beweglich geführten Kolben dichtend begrenzt wird. Der Kolben ist mit ei¬ ner Kolbenstange verbunden, die wiederum über eine zweckmäßi¬ ge Hebelmechanik mit wenigstens einem Bremsbelag verbunden ist, wobei jeder Bremsbelag einer Bremsscheibe zugewandt ist. Zum Auslösen eines Bremsvorganges wird der Bremszylinder oder genauer die Bremskammer mit Druck beaufschlagt, so dass der die Bremskammer begrenzende Kolben bewegt und jeder Bremsbe¬ lag unter Reibschluss gegen die Bremsscheibe gepresst wird. Die Bremsscheibe ist drehfest mit einer ebenfalls nicht ge¬ zeigten Radachse verbunden, so dass es zu einer Verzögerung des Drehgestells und somit des schienengeführten Fahrzeuges kommt. Die bei diesem Bremsvorgang ausgelöste Verzögerungs¬ kraft ist von dem im Bremszylinder erzeugten pneumatischen Druck abhängig. Über den Druck des Bremszylinders ist somit der Bremsvorgang steuerbar.
Zum geregelten Beaufschlagen des Bremszylinders mit einem pneumatischen Druck dient eine Regeleinheit 3, die mit einem Analogwandler 4 als Mittel zur kontinuierlichen Druckeinstellung zusammenwirkt, der pneumatisch mit einer Druckluftversorgung 5 und einem Ansteuereingang eines Druckübersetzers 6 verbunden ist. Der Druckübersetzer 6 ist ferner mit einem Vorsteuerdruckbehälter 7 verbunden und kommuniziert über sei- nen Ausgang mit den Bremszylindern 2.
Insbesondere bei Schienenfahrzeugen sind Bremszylinder 2 erforderlich, die zur Erzeugung der notwendigen Bremskraft einen entsprechend großen Volumenstrom an Druckluft benötigen.
Da solche großen Volumenströme nur aufwändig regelbar sind, ist der Druckübersetzer 6 vorgesehen, der den an seinem ersten Eingang anliegenden Vorsteuerdruck, der durch den Druck in dem Vorsteuerdruckbehälter 7 festgelegt wird, proportional zum Ansteuerdruck verstärkt. Der Ansteuerdruck 4 wird von der Regeleinheit 3 bestimmt, die über eine elektrische Kommunika¬ tionsleitung 8 mit dem Analogwandler 4 verbunden ist. Bei dem Analogwandler 4 handelt es sich beispielsweise um ein elektro-pneumatisches Druckregelventil, das dem Fachmann im Bereich der Bremstechnik bestens bekannt ist. Es weist die Eigenschaft auf, einen pneumatischen Druck zu erzeugen, der proportional zu einer elektrischen Eingangsgröße, wie bei¬ spielsweise einer elektrischen Spannung U ist. Dabei können beliebe Drücke erzeugt werden. Die Regelungseinheit 3 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein zertifizierter ausfall¬ sicherer Rechner, der neben der hier beschriebenen Bremssteuerung auch weitere Aufgaben zur beim Betrieb eines Schienenfahrzeugs übernimmt. In dem hier beschriebenen Ausführungs¬ beispiel ist der die Regeleinheit 3 umfassende Rechner auch zum Bereitstellen eines Gleitschutzes über nicht gezeigte
Gleitschutzventile eingerichtet. Der besagte Rechner ist bei¬ spielsweise redundant ausgeführt. Alternativ kann als Regel¬ einheit auch eine nicht programmierbare elektronische Ein¬ richtung verwendet werden.
Figur 2 zeigt ein Diagramm, in dem auf der Abszisse die Geschwindigkeit v eines Schienenfahrzeuges und auf der Ordinate sowohl die Bremskraft F als auch die Bremsleistung p abgetra¬ gen sind. Es ist erkennbar, dass bis zu einer Geschwindigkeit von vs ein konstanter Druck und somit eine konstante Brems¬ kraft F erzeugt wird. vs ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel gleich 200 km/h. Bis zur Umschaltgeschwindig¬ keit vs steigt mit ansteigender Geschwindigkeit v auch die in die Bremsscheibe eingetragene Bremsleistung p kontinuierlich
an. Oberhalb der Umschaltgeschwindigkeit vs wäre bei konstant bleibender Bremskraft F mit einer thermischen Beschädigung der Bremsscheibe zu rechnen. Um eine Beschädigung der Brems¬ scheibe und der Bremsbeläge zu vermeiden, stellt die Rege- lungseinheit 3 gemäß Figur 1 eine Bremskraft F ein, die umge¬ kehrt proportional zur Geschwindigkeit ist. Wie bereits aus¬ geführt wurde, gilt der Zusammenhang p = F * v. Ist F = A *
— , ergibt sich eine Bremsleistung p = A, wobei A eine Pro- v portionalitätskonstante ist. Die Bremsleistung p bleibt kon- stant und gerade so hoch, dass eine Beschädigung der Reib¬ schlusselemente vermieden ist.
In Figur 3a ist verdeutlicht, dass die Regeleinheit 3 redun¬ dant ausgelegt ist. So ist eine erste Regeleinheit 3i und ei- ne zweite Regeleinheit 32 vorgesehen. Die erste Regeleinheit 3i ist auf einer mit gepunkteten Linien angedeuteten ersten Ebene angeordnet, die hierarchisch unterhalb der Ebene der zweiten Regeleinheit 32 liegt. Solche hierarchischen Struktu¬ ren sind beispielsweise bei der Steuerung eines schienenge- bundenen Fahrzeuges üblich geworden.
Figur 3b zeigt ein von dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3a abweichendes Ausführungsbeispiel, wobei die erste Regelein¬ heit 3i und die zweite Regeleinheit 32 auf einer gemeinsamen Hierarchieebene angeordnet sind.