Beschreibung
Fahrtschreiber für ein Kraftfahrzeug
Die Erfindung betrifft einen Fahrtschreiber für ein Kraftfahrzeug mit einer in einem Grundteil angeordneten ersten elektronischen Baugruppe und mit einer in einem Frontteil angeordneten zweiten elektronischen Baugruppe und mit einer elektrischen, die elektronischen Baugruppen miteinander ver- bindenden Leitung, wobei das Frontteil an dem Grundteil be¬ festigt ist.
Solche Fahrtschreiber weisen eine Speichereinrichtung für eine Chipkarte zum Abspeichern von fahrer- und fahrzeugspezifi- sehen Daten, Bedienelemente und ein Display auf und sind aus der Praxis bekannt. Das Display und die Bedienelemente sind in dem leicht zugänglichen Frontteil des Fahrtschreibers an¬ geordnet. Bei diesen Fahrtschreibern muss sichergestellt sein, dass die Bauteile des Frontteils mit der erforderlichen Betriebsspannung und mit Informationen von einer im Grundteil angeordneten Systemplatine versorgt werden. Weiterhin müssen das Frontteil und das Grundteil miteinander montiert werden können. Bei dem bekannten Fahrtschreiber ist daher als Leitung eine Flachbandleitung vorgesehen, welche jeweils in eine auf dem Grundteil und dem Frontteil angeordnete Buchse aufge¬ steckt ist. Bei der Montage des Fahrtschreibers wird die Flachbandleitung so gebogen, dass sich eine nach oben stehende Schlaufe bildet.
Nachteilig bei dem bekannten Fahrtschreiber ist, dass bei
Eindringen von Feuchtigkeit in den Fahrtschreiber die Feuchtigkeit an der Flachbandleitung kondensieren kann. Hierdurch entstehen Wassertropfen, welche an der Flachbandleitung herab zu den Anschlüssen der elektronischen Baugruppen laufen. Dies führt zu Strombrücken zwischen einzelnen Kontakten der Flachbandleitung und im ungünstigsten Fall zu einem Ausfall des Fahrtschreibers .
Man könnte daran denken, anstelle der elektrischen Leitung zwischen den elektronischen Baugruppen Steckkontakte vorzusehen. Dies erfordert jedoch besondere Toleranzen zwischen den einzelnen Bauteilen des Frontteils und den einzelnen Bautei- len des Grundteils und damit einen hohen Fertigungsaufwand des Fahrtschreibers.
Weiterhin könnte man daran denken, die Anschlüsse der elektrischen Leitung an den elektronischen Baugruppen gegen Feuch- tigkeit abzudichten. Dies führt ebenfalls zu einem hohen Fer¬ tigungsaufwand des Fahrtschreibers und ist zudem störanfäl¬ lig.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Fahrtschrei- ber der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass er besonders kostengünstig zu fertigen ist und Strombrücken an den elektronischen Baugruppen zuverlässig vermieden werden.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die elektrische Leitung vor dem Anschluss an zumindest einer der elektronischen Baugruppen eine in der vorgesehenen Einbaulage des Fahrtschreibers nach unten weisende Ablaufkante hat.
Durch diese Gestaltung können an der elektrischen Leitung kondensierte Wassertropfen an der Leitung bis zu der Ablaufkante entlanglaufen. Da die Ablaufkante in der vorgesehenen Einbaulage des Fahrtschreibers nach unten weist, wird verhin¬ dert, dass die Wassertropfen bis zu der jeweiligen elektronischen Baugruppe gelangen können. An der Ablaufkante können die Wassertropfen abtropfen. Eine mögliche Beeinträchtigung der Funktion des erfindungsgemäßen Fahrtschreibers durch Strombrücken an den elektronischen Baugruppen wird daher vermieden. Der erfindungsgemäße Fahrtschreiber benötigt daher keine aufwändige Abdichtung oder enge Toleranzen und lässt sich daher besonders kostengünstig fertigen. Vorzugsweise ist die Ablaufkante an der tiefsten Stelle der Leitung angeord-
net, so dass ein vollständiges Ablaufen der Wassertropfen sichergestellt werden kann.
Die Ablaufkante könnte beispielsweise ein an der Leitung be- festigtes Kunststoffteil sein. Ein solches Kunststoffteil müsste jedoch aufwändig gefertigt und montiert werden. Zur weiteren Verringerung der Fertigungskosten des erfindungsgemäßen Fahrtschreibers trägt es bei, wenn die Ablaufkante von einer Verformung der elektrischen Leitung gebildet ist. Durch diese Gestaltung benötigt der erfindungsgemäße Fahrtschreiber keine zusätzlichen Bauteile zur Vermeidung der Strombrücken.
Die Verformung gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaf¬ ten Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders ein- fach, wenn die Verformung der elektrischen Leitung V-förmig gestaltet ist.
Die Verformung lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders einfach erzeugen und zuverlässig in ihrer vorgesehenen Lage halten, wenn die elektrische Leitung als Flachbandleitung mit mehreren einzelnen Leitungsadern ausgebildet ist und mit ihrer Ebene horizontal zu den elektronischen Baugruppen geführt ist.
Die elektrische Leitung lässt sich einfach in dem erfindungs¬ gemäßen Fahrtschreiber montieren, wenn die elektrische Leitung in einem mittleren Bereich zu einer Schlaufe geführt ist und wenn die Ablaufkante zwischen der Schlaufe und dem An- schluss an die elektronische Baugruppe angeordnet ist. Hier- bei kann die Schlaufe platzsparend nach oben geführt werden. Dabei wird die Ablaufkante zuverlässig nahe der jeweiligen elektronischen Baugruppe gehalten.
Ein besonders zuverlässiger Schutz der elektronischen Bau- gruppen vor eindringender Feuchtigkeit lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach erzeugen, wenn die elektrische Leitung nahe ihrer beiden Enden
jeweils eine Ablaufkante hat. Wenn ein Schutz vor Feuchtig¬ keit konstruktionsbedingt nur für eine der elektronischen Baugruppen erforderlich ist, trägt die Anordnung zweier Ablaufkanten an der elektrischen Leitung dazu bei, dass bei der Montage nicht auf die Montagerichtung der elektrischen Leitung geachtet werden muss.
Der erfindungsgemäße Fahrtschreiber ist besonders einfach aufgebaut, wenn die erste elektronische Baugruppe eine Sys- templatine und die zweite elektronische Baugruppe ein Display zur Anzeige von Daten aufweist.
Der erfindungsgemäße Fahrtschreiber gestaltet sich besonders kompakt, wenn die elektronische Baugruppe des Grundteils im Bereich der Ablaufkante eine Ausnehmung aufweist und wenn die elektronische Baugruppe des Frontteils von der Ablaufkante beabstandet ist. Weiterhin wird durch diese Gestaltung si¬ chergestellt, dass kein Wasser von der Leitung auf die elekt¬ ronische Baugruppe tropfen kann.
Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1 eine Schnittdarstellung durch einen erfindungsgemäßen Fahrtschreiber im montierten Zustand,
Fig. 2 eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemä- ßen Fahrtschreiber aus Figur 1 vor der Montage,
Fig. 3 perspektivisch eine als Flachbandleitung ausgebildete elektrische Leitung des erfindungsgemäßen FahrtSchreibers,
Fig. 4 stark vergrößert einen Teilbereich IV der als
Flachbandleitung ausgebildeten elektrischen Leitung aus Figur 3.
Figur 1 zeigt eine Schnittdarstellung durch einen Fahrtschreiber für ein Kraftfahrzeug mit einem Grundteil 1 und mit einem Frontteil 2. Der Fahrtschreiber ist in der vorgesehenen Einbaulage dargestellt. Das Grundteil 1 hat eine erste elekt¬ ronische Baugruppe 3 mit einer Systemplatine 4. Die erste elektronische Baugruppe 3 dient beispielsweise zur Erfassung von fahrer- und fahrzeugspezifischen Daten, zur Ansteuerung eines nicht dargestellten Druckwerks und eine ebenfalls nicht dargestellte Speichereinrichtung für eine Chipkarte. Das Frontteil 2 weist eine zweite elektronische Baugruppe 5 mit einem Display 6 zur Anzeige von Daten und Bedienelementen 7 zur Programmierung des Fahrtschreibers auf. Das Frontteil 2 ist auf dem Grundteil 1 durch eine Rastverbindung 8 gehalten. Die elektronischen Baugruppen 3, 5 sind über eine als Flachbandleitung ausgebildete Leitung 9 miteinander verbunden. Die elektrische Leitung 9 hat eine nach oben weisende Schlaufe 10 und ist auf Anschlüsse 11, 12 der elektronischen Baugruppen 3, 5 aufgesteckt. Zwischen der Schlaufe 10 und den Anschlüs¬ sen 11, 12 hat die elektrische Leitung 9 jeweils eine nach unten weisende Ablaufkante 13, 14. Die Ablaufkanten 13, 14 sind von Verformungen 15, 16 der elektrischen Leitung 9 gebildet und ragen durch eine Ausnehmung 17 in die erste elektronische Baugruppe 3. Die zweite elektronische Baugruppe 5 ist von den Verformungen 15, 16 mit den Ablaufkanten 13, 14 beabstandet .
Wenn an der Leitung 9 Feuchtigkeit kondensiert, können sich insbesondere an der Schlaufe 10 der elektrischen Leitung 9 Wassertropfen bilden, welche nach unten laufen. Dabei werden die Wassertropfen von den Verformungen 15, 16 zu den Ablauf- kanten 13, 14 geführt und tropfen durch die Ausnehmung 17 in der elektronischen Baugruppe 3 des Grundteils 1 an beiden
elektronischen Baugruppen 3, 5 vorbei. Damit wird eine Be¬ schädigung der elektronischen Baugruppen 3, 5 durch von Wassertropfen erzeugte Strombrücken vermieden.
Figur 2 zeigt zur Verdeutlichung den Fahrtschreiber aus Figur 1 vor der Montage. Hierbei ist zu erkennen, dass das Front¬ teil 2 von dem Grundteil 1 entfernt ist. Die elektrische Lei¬ tung 9 zwischen den elektronischen Baugruppen 3, 5 ist hier gestreckt. Zur Montage des Fahrtschreibers wird das Frontteil 2 gegen das Grundteil 1 bewegt. Dabei wird die Schlaufe 10 zwischen den beiden Verformungen 15, 16 erzeugt, wie es in Figur 1 dargestellt ist.
Figur 3 zeigt perspektivisch die als Flachbandleitung ausge- bildete Leitung 9 vor der Montage an den Anschlüssen 11, 12 der in den Figuren 1 und 2 dargestellten elektronischen Baugruppen 3, 5. Ein mit IV gekennzeichnetes Ende der elektri¬ schen Leitung 9 ist in Figur 5 stark vergrößert dargestellt. Hierbei erkennt man, dass die als Flachbandleitung ausgebil- dete Leitung 9 mehrere einzelne, nebeneinander angeordnete Leitungsadern 18 aufweist. Die einzelnen Leitungsadern 18 sind in einer Ebene horizontal zu den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Anschlüssen 11, 12 geführt. Die Verformungen 15, 16 mit den Ablaufkanten 13, 14 sind aus der Ebene heraus gebogen.