Beschreibung
Bipolarplatte. Pressvorrichtung sowie Verfahren zur Herstellung einer solchen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bipolarplatte einer Brennstoffzelle, die aus einem wärmeaushärtbaren und/oder thermoplastischen Kunststoff und einem Kohlenstoff- Füllstoff mit eine Füllstoffanteil von vorzugsweise 70 Gew.% bis 95 Gew.% besteht, wobei die Bipolarplatte zumindest bereichsweise eine Struktur wie offene oder geschlossene Kanäle zum Führen bzw. Durchströmen eines Fluids aufweist. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Pressvorrichtung zum Formen einer Bipolarplatte einer Brennstoffzelle. Auch nimmt die Erfindung Bezug auf ein Verfahren zum Herstellen einer Bipolarplatte einer Brennstoffzelle bestehend aus einem wärmeaushärtbaren oder thermoplastischen Kunststoff mit Kohlenstoff-Füllstoff mit einem Füllstoffanteil von vorzugsweise 70 Gew.% bis 95 Gew.%, wobei eine den Kunststoff und den Kohlenstoff-Füllstoff enthaltende Ausgangsmischung in eine Pressform eingefüllt und sodann mit einem Pressstempel der eine Struktur wie offene oder geschlossene Kanäle aufweisenden Bipolarplatte geformt wird.
In Brennstoffzellen kann chemische Energie mit hohem Wirkungsgrad direkt in elektrischen Strom umgewandelt werden. Das Grundprinzip wird durch eine räumliche Trennung von Reaktionspartnern wie Wasserstoff oder Methan einerseits und Sauerstoff bzw. Luft andererseits durch einen ionenleitfähigen Elektrolyten wie Polymerelektrolytmembran verwirklicht, die auf beiden Seiten mit porösen Elektroden - der Anode und der Kathode -
in Kontakt steht. Auf diese Weise kann eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff nicht explosionsartig als Knallgasreaktion ablaufen, sondern so kontrolliert durchgeführt werden, dass ein Elektronenaustausch zwischen den Reaktionspartnern über einen äußeren Stromkreis erfolgt und somit die elektrische Energie liefert.
Die Elektroden bestehen häufig aus einer mit einem Katalysator versehener Rußschicht, die auf der Membran aufgebracht ist, wobei als Katalysatoren vorzugsweise Platin aber auch andere geeignete Edelmetalle wie Palladium verwendet werden.
Die Zufuhr der Reaktionspartner zu den Elektroden kann über Bipolarplatten erfolgen, die aus einem wärmeaushärtbaren Kunststoff mit Kohlenstofffüllstoff mit einem Füllstoffanteil von insbesondere 70 Gew% bis 95 Gew% bestehen. In die den Elektroden zugewandten Flächen der Bipolarplatten sind Kanäle eingelassen, entlang der die Reaktionspartner strömen. Wird als Reaktionsgas Wasserstoff der Anode der Brennstoffzelle zugeführt, so werden in der Katalysatorschicht der Anode Kationen gebildet und gleichzeitig Elektronen an die elektronenleitende Anode abgegeben. Als Oxidationsmittel wird Sauerstoff oder Luft der Kathodenseite der Zelle zugeführt. Durch Aufnahme der durch die ionenleitfähige Membran diffundierten Wasserstoffionen (Protonen) und der durch den Außenstromkreis von der Anode zur Kathode fließenden Elektronen wird das Reaktionsgas Sauerstoff reduziert. Diese Reaktion läuft in der Katalysatorschicht der Kathode ab, die mit der Membran kontaktiert ist. Als Reaktionsprodukt entsteht Wasser. Die Reaktionsenthalpie wird in Form von elektrischer Energie und Wärme frei.
Damit die Reaktionspartner im hinreichenden Umfang mit der jeweiligen Elektrode bzw. dem in dieser vorhandenen Katalysator in Kontakt gelangen, wird zwischen der jeweiligen Elektrode und der Bipolarplatte eine Diffussionsschicht angeordnet. Somit wird die Elektrode durch die zwischen den Kanälen der Bipolarplatte vorhandenen Stege oder Wandungen nicht abgedeckt, wodurch andernfalls der Wirkungsgrad beeinträchtigt werden könnte.
Bipolarplatten mit einer gleichen oder ähnlichen Zusammensetzung sind aus der DE 100 19 094 AI und der DE 198 23 880 AI bekannt. Die DE 195 42 721 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Fonukörpern aus Kunststoff-Füllstoff-Mischungen, wobei die Formkörper auch als Platten für elektrische bzw. elektrochemische Zwecke dienen. Dabei können die Platten eine Beschichtυng aufweisen, die diesen elektrische, chemische, mechanische, optische oder farbliche Eigenschaften verleiht. Angegeben wird das Aufbringen einer katalytisch. insbesondere einer elektrochemisch wirkenden katalytischen Schicht, die beispielsweise Metall oder Metallverbindungen der Elemente der V11I. Nebengruppe des Periodensystems der Elemente oder elektrisch halbleitende Substanzen enthält oder aus ihnen besteht.
Nach der US 5,858.574 werden auf der Innenseite eines Gehäuses oder auch hochgezogener Randbereiche von übereinander angeordneten Bipolarplatten elektrisch isolierende hydrophobe Schichten aus Teflon^ aufgebracht.
Weitere Brennstoffzellen bzw. für diese bestimmte Bipolarplatten sind der DE 195 42 721 AI, DE 91 14 247 Ul , DE 26 35 636 C2, WO 96/33520 oder der DE 198 29 142 AI zu entnehmen.
Zur Erhöhung des Wirkungsgrades werden Bipolarplatten hergestellt, deren Kanaldichte zur Plattenfläche relativ groß ist. Hierdurch bedingt sind die Querschnitte des bzw. der Kanäle relativ gering mit der Folge, dass die Gefahr besteht, dass die Kanäle durch das entstehende Reaktionsprodukt Wasser und somit sich ausbildende Wassertropfen versperrt werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Bipolarplatte bzw. ein Verfahren zum Herstellen einer solchen bzw. eine Pressvorrichtung zum Herstellen einer Bipolaφlatte derart weiterzubilden, dass sichergestellt ist, dass Flüssigkeitstropfen die Kanäle der Bipolaφlatte nicht versperren können, ohne dass die elektrischen Eigenschaften beeinflusst werden.
Erfindungsgemäß wird das Problem bei einer Bipolaφlatte der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass strukturierter Bereich der Bipolaφlatte zumindest abschnittsweise hydrophob ausgebildet oder mit einer hydrophoben Schicht versehen ist.
Mit anderen Worten wird die Bipolaφlatte derart weitergebildet, dass eine Tropfenbildung unterbunden wird, ohne jedoch die elektrischen Eigenschaften der Bipolaφlatte zu beeinflussen. Hierzu wird insbesondere der sogenannte Lotus-Effekt ausgenutzt, der ein Anhaften von Wasser an einer Oberfläche verhindert, also Wasser gut abperlen lässt. Gleichzeitig wird eventuell vorhandener Schmutz mit entfernt.
Der Lotus-Effekt selbst ist an und für sich bekannt. Insoweit wird zum Beispiel auf das DE 201 01 170 Ul, die DE 19941 048 AI, die DE 199 43 299 AI oder die DE 199 17 366 AI verwiesen. Beschichtυngen, die einen entsprechenden Lotus-Effekt bewirken, sind dabei jedoch ausschließlich für große Flächen wie Außenhaut von Gebäuden. Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen, Maschinen bestimmt und haben die grundsätzliche Aufgabe, die entsprechenden Flächen schmutzabweisend auszubilden.
Erfindungsgemäß ist dagegen vorgesehen, dass die Struktur einer Bipolaφlatte ihrerseits mit einer Feinstruktur oder MikroStruktur versehen ist, also eine Struktur in einer Struktur auszubilden, wobei die Funktion der Bipolaφlatten zur Erzeugung elektrischer Energie nicht negativ beeinflusst wird. Die Fein- oder MikroStruktur wird vorzugsweise durch Erhebungen gebildet, die eine mittlere Höhe H mit 5 nm < H < 1 μm aufweisen. Dabei kann die Feinstruktur durch Prägen, insbesondere beim Ausbilden der Struktur selbst mit ausgebildet sein. Die Feinstruktur kann aber auch durch eine Aufrauhung der Struktur durch vorzugsweise Ätzen oder Strahlung gebildet sein. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Feinstruktur durch Aufbringen eines Pulvers eines Polymers auszubilden, das zum Beispiel durch organische Siliziumverbindungen hydrophobiert ist. Insbesondere weist die Bipolarplatte auf ihrer kathodenseitig verlaufenden Struktur eine entsprechende Fein- oder Mi- krostruktur auf.
Die Feinstruktur kann aber auch durch Plasmaabscheidung, Maskentechnik, Siebdruck, lithographisch, durch Plasmaätzen hergestellt sein oder als Slurry aufgebracht werden, also eine Technik zur Anwendung gelangt, die der eines Tintenstrahldruckers entspricht.
Eine Pressvorrichtung umfassend eine Pressform (Gesenk) sowie Pressstempel zur Herstellung einer eine Struktur aufweisenden Bipolaφlatte zeichnet sich dadurch aus, dass die Pressform und/oder der Pressstempel eine Geometrie derart aufweist, dass sowohl die Form der Platte als auch eine zumindest bereichsweise Feinstrukturierung dieser ausbildbar ist. Dabei kann die Pressform und/oder der Pressstempel eine durch Erhebungen gebildete Feinstrukturierung aufweisen, wobei die Erhebungen im Mittel eine Flöhe H mit 5 nm < H < 1 μm aufweisen.
Ein Verfahren zum Herstellen einer Bipolaφlatte einer Brennstoffzelle bestehend aus einem wärmeaushärtbaren und oder thermoplastischen Kunststoff mit Kohlenstoff-Füllstoff mit einem Füllstoffanteil von vorzugsweise 70 Gew.% bis 95 Gew.%, wobei eine den Kunststoff und den Kohlenstoff-Füllstoff enthaltende Ausgangsmischung in eine Pressform eingefüllt und sodann mit einem Pressstempel zu der eine Struktur in Form von offenen oder geschlossenen Kanälen aufweisenden Bipolaφlatte geformt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass die Struktur zumindest bereichsweise zur Erzielung einer Wasserabweisung feinstrukturiert wird, insbesondere kann die Feinstruktur durch Plasmaabscheidung, Strahlung, Maskentechnik, Siebdruck, lithographisches Verfahren, Plasmaätzen oder Prägen ausgebildet werden. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass die Feinstruktur gleichzeitig beim Formen der Platte gebildet wird.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen -für sich und/oder in Kombination-, sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung von der Zeichnung zu entnehmenden bevorzugten Ausfuhrungsbeispielen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine auseinandergezogene perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer
Brennstoffzelle,
Fig. 2 einen Ausschnitt aus einer Bipolaφlatte und
Fig. 3 eine Prinzipdarstellung eines Presswerkzeuges.
In Fig. 1 ist rein prinzipiell und in auseinandergezogener Darstellung ein Ausschnitt einer Brennstoffzelle dargestellt, wobei eine Membran-Elektroden-Anordnung (MEA) 10 zwischen zwei Bipolaφlatte 12, 14 angeordnet ist. Die Bipolaφlatten können aus einem oder mehreren Abschnitten oder Teilen 16, 18 bestehen.
Unabhängig hiervon sollten die Bipola latten 12, 14 aus einem wärmeaushärtbaren υnαV- oder thermopl astischen Kunststoff (Duroplast bzw. Thermoplast) mit Kohlenstoff-Füllstoff mit einem Füllstoffanteil von insbesondere 70 Gew.% bis 95 Gew.% bestehen. Insoweit wird jedoch auf hinlänglich bekannte Techniken verwiesen. Auch weisen die Bipolarplatten 12, 14 zumindest auf der der Membran-Elektroden-Anordnung 10 zugewandten Fläche 20 eine Struktur in Form von vorzugsweise mäanderförmig verlaufenden Kanäle 22 auf, die gegebenenfalls in Sektionen unterteilt sind. Durch die Kanäle 22 strömen sodann Re- aktanden - anodenseitig Wasserstoff oder Methan und kathodenseitig Luft oder Sauerstoff.
Dabei ist im Ausfuhrungsbeispiel die Bipolaφlatte 12 einstückig ausgebildet, wohingegen die Bipolaφlatte 14 aus plattenförmig fluchtend zueinander ausgerichteten Abschnitten 16, 18 besteht, die mittels Ultraschall- oder Reibschweißen verbunden sein können. Ferner können die Bipolaφlatte 12, 14 Kühlkanäle aufweisen, wie diese in der Bipolaφlatte 14 eingezeichnet sind.
Die Membran-Elektroden- Anordnung 10 umfasst eine für Kationen permeable Membran 24, entlang deren Flächen eine Rußschicht mit einem Edelmetallkatalysator wie Platin oder
Palladium als Anode 26 bzw. Kathode 28 angeordnet sind. Anode 26 und Kathode 28 sind ihrerseits von jeweils einer Gasdiffusionsschicht 30, 32 abgedeckt, die bei zusammengesetzter Einheit bestehend aus den Bipolaφlatten 12, 14 und der Membran-Elektroden- Anordnung 10 die Kanäle 22 der Bipolaφlatten 12, 14 vollständig abdecken, gleichzeitig jedoch die Möglichkeit bieten, dass die in den Kanälen 22 strömenden Reaktanden sich über die gesamten Elektrodenflächen verteilen können, damit die gewünschte chemische Reaktion mit hohem Wirkungsgrad ablaufen kann.
Da - abweichend von der Prinzipdarstellung in Fig. 1 - die Kanaldichte pro Bipolarfläche relativ groß sein sollte, weisen die Kanäle 22 einen kleinen Querschnitt mit der Folge auf, dass in den kathodenseitig verlaufenden Kanälen 22 durch die ablaufende chemische Reaktion entstehendes Wasser bzw. Wassertropfen ein Versperren der Kanäle 22 bewirken können. Um dies zu verhindern, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zumindest die Kanäle 22 in ihren Flanken 34, 36 und/oder ihrer Bodenfläche 38 eine Fein- oder Mi- krostruktυr aufweisen, durch die die Wandungen 34, 36, 38 der Kanäle 22 hydrophob werden. Dabei kann die Feinstruktur in den Wandungen 34, 36, 38 selbst ausgebildet oder durch Auftragen einer Beschichtung hergestellt werden.
So kann zum Beispiel auf die Kanalwandungen 34, 36, 38 ein Pulver aufgebracht werden, das durch organische Siliziumverbindungen hydrophobiert wird.
Aber auch die Möglichkeit des Auftragens eines Plasmapolymerfϊlms, Aufrauen dieses durch Ätzen führt zu dem gleichen Ergebnis, wobei jedoch sicherzustellen ist, dass die aufgebrachten Schichten bzw. Filme die ablaufenden chemischen Prozesse zwischen den Reaktanden nicht stören.
Aber auch durch Plasmaabscheidung, Strahlung, Maskentechnik Siebdruck, lithographische Verfahren oder Plasmaätzen ist die Ausbildung der gewünschten Feinstruktur möglich.
Dabei wird die Feinstruktur im eigentlichen Sinne durch Erhebungen und zwischen diesen verlaufenden Tälern gebildet, wobei die Erhebungen eine mittlere Flöhe H mit 5 nm < H < 1 μm aufweisen sollten. Der Abstand zwischen den einzelnen Erhebungen sollte im Mittel 10 nm bis 5 μm betragen.
Insbesondere ist jedoch vorgesehen, dass beim Pressen bzw. Formen der jeweiligen Bipolarplatte 18, 20 die Feinstruktur mit ausgebildet wird. So ist in Fig. 3 eine Pressvorrichtung 40 bestehend aus einem Gesenk oder Pressform 42 und einen in dessen Innenraum 44 verstellbaren Pressstempel 46 dargestellt. Das Gesenk 42 weist eine strukturierte Bodenfläche 48 auf, die der Negativform einer herzustellenden Bipolaφlatte entspricht. Dabei weisen die Bereiche der Struktur, die bei der fertigen Bipolarplatte die Kanäle 22 begrenzen sollen, eine MikrostiOktur auf. die der Negativform der herzustellenden Fein-Mikrostruktur der fertigen Bipolaφlatte entspricht.
Wie der vergrößerte Ausschnitt in Fig. 3 verdeutlicht, weisen die entsprechenden Bereiche eine durch spitze Erhebungen und Täler gebildete Oberflächengeometrie auf, die bei der fertigen Bipolarplatte die gewünschten hydrophoben Eigenschaften sich erstellt.