Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen eines
flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf einen sich bewegenden
Untergrund, insbesondere auf eine laufende Papier- oder Kartonbahn, bei
welcher Vorrichtung das Auftragsmedium über eine Auftragsmedium-Zuführeinrichtung
einem Auftragsaggregat zugeführt wird, das das Auftragsmedium
zu dem Untergrund hin abgibt. Die vorliegende Erfindung betrifft auch
eine solche Vorrichtung, bei welcher wenigstens eine Felderzeugungsvorrichtung
zur Erzeugung eines elektrischen Feldes mit wenigstens einem
Paar von Felderzeugungselementen, von denen betriebsmäßig das eine sich
auf einem ersten elektrischen Potential befindet und das andere sich auf einem
von dem ersten verschiedenen zweiten elektrischen Potential befindet, derart
vorgesehen ist, dass das Auftragsmedium vor dem Auftreffen auf den
Untergrund zumindest durch einen Teil eines von dem elektrischen Feld
erfüllten Raumvolumens hindurchtritt.
Eine solche Vorrichtung mit Felderzeugungsvorrichtung ist aus der DE 100 12
347 A1 bekannt. Bei der dort offenbarten Vorrichtung, welche das
Auftragsmedium in einem so genannten "Curtain-Coating"-Auftragsverfahren"
als Vorhang zu einer laufenden Materialbahn, etwa einer Papier-, Karton oder
Kunststoffbahn, als sich bewegender Untergrund hin abgibt, sind über die
gesamte Arbeitsbreite des Auftragsaggregats Nadelelektroden als
Felderzeugungselemente in Laufrichtung der Materialbahn stromaufwärts des
Auftragsmedium-Vorhangs angeordnet. Diese befinden sich auf einem ersten
elektrischen Potential und dienen hauptsächlich dazu, die von der Materialbahn
mitgeführte Luft-Grenzschicht zu beeinflussen und den Auftragsmediumvorhang
durch Entladungen elektrisch zu aufzuladen. Die Aufladung des
Auftragsmediumvorhangs dient der Beschleunigung bzw. Unterstützung der
Vorstreckung des Auftragsmediums im Vorhang zu einer mit einem zweiten
elektrischen Potential verbundenen Stützwalze als weiteres
Felderzeugungselement hin.
Nachteilig an dieser bekannten Vorrichtung ist, dass mit ihr zwar vorteilhaft auf
die von der laufenden Materialbahn mitgeführte Luft-Grenzschicht und in auf die
Fallgeschwindigkeit des Auftragsmediumsvorhangs, jedoch praktisch nicht auf
Eigenschaften des Auftragsmediums selbst Einfluss genommen werden kann.
Zur Veränderung wesentlicher Eigenschaften des Auftragsmediums, vor allem
im Zusammenhang mit dessen Fließfähigkeit, ist es somit nötig, dem
Auftragsmedium chemische Additivstoffe beizumischen. Diese Beimischung
kann sich einerseits auf weitere, andere Eigenschaften in unerwünschter Weise
auswirken und erfordert andererseits grundsätzlich einen gesteigerten
Steuerungs- bzw. Regelungsaufwand zur Dosierung der Additivstoffe und zur
Homogenisierung des Auftragsmediums. Die Betriebskosten einer derartigen
Vorrichtung werden dadurch erhöht.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der
eingangsgenannten Art anzugeben, mit welcher Eigenschaften des Auftragsmediums
ohne Zugabe von chemischen Additivstoffen zielgerichtet
veränderbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf einen sich
bewegenden Untergrund, insbesondere auf eine laufende Papier- oder
Kartonbahn, bei welcher Vorrichtung das Auftragsmedium über eine Auftragsmedium-Zuführeinrichtung
einem Auftragsaggregat zugeführt wird, das das
Auftragsmedium zu dem Untergrund hin abgibt, und bei welcher wenigstens
eine Felderzeugungsvorrichtung zur Erzeugung eines elektrischen Feldes mit
wenigstens einem Paar von Felderzeugungselementen, von denen
betriebsmäßig das eine sich auf einem ersten elektrischen Potential befindet
und das andere sich auf einem von dem ersten verschiedenen zweiten
elektrischen Potential befindet, derart vorgesehen ist, dass das Auftragsmedium
vor dem Auftreffen auf den Untergrund zumindest durch einen Teil eines von
dem elektrischen Feld erfüllten Raumvolumens hindurchtritt. Erfindungsgemäß
ist das wenigstens eine Paar von Felderzeugungselementen derart angeordnet,
dass Auftragsmedium zwischen den Felderzeugungselementen hindurch
strömt.
Das elektrische Feld wird von dem wenigstens einen Paar von Felderzeugungselementen
erzeugt, von denen sich das eine im Betrieb auf einem ersten
elektrischen Potential befindet und das andere sich auf einem vom ersten
verschiedenen zweiten elektrischen Potential befindet. Die Erfinder der
vorliegenden Erfindung haben dabei erstmals erkannt, dass ein elektrisches
Feld, wenn es nur stark genug ist und effektiv ausgenutzt wird, die Fließfähigkeit
beeinflussende Eigenschaften von Auftragsmedien verändern kann. Diese
effektive Ausnutzung des elektrischen Feldes wird dadurch erreicht, dass
Auftragsmedium zwischen den Felderzeugungselementen des wenigstens
einen Paars gleichsam als Dielektrikum hindurch strömt.
Der sich bewegende Untergrund kann, je nach gewähltem Auftragsverfahren,
eine laufende Materialbahn, etwa eine Papier-, Karton oder Kunststoffbahn,
oder eine Oberfläche eines Übertragselements, etwa einer Übertragswalze,
sein, welches das darauf aufgetragene Auftragsmedium an eine laufende
Materialbahn abgibt.
Auftragsmedien, welche sich besonders gut für einen Einsatz in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung eignen, enthalten in unterschiedlicher Konzentration
einen oder mehrere aus den folgenden Stoffen: Wasser, Lösungsmittel,
Bindemittel und Hilfsstoffe, wie etwa Verdickungsmittel.
Wässrige Auftragsmedien werden üblicherweise entsprechend ihrer Zusammensetzung
in die folgenden drei Gruppen unterteilt: pigmentlose Lösungen
bzw. Dispersionen, Dispersionen mit niedrigem Pigmentgehalt und schließlich
Dispersionen mit hohem Pigmentgehalt.
Als Pigmente kommen anorganische Pigmente, wie etwa CaCO3, Kaolin,
Talkum, CaSO4, TiO2, Kieselsäure und mineralische Pigmente, oder organische
Pigmente, wie etwa Polymerpigmente (Plastikpigmente) und Mikrokapseln aus
komplexen organischen Polymerverbindungen z.B. auf Basis von Harnstoff bzw.
Polyurethan, in Frage. Die Lösungen und Dispersionen können als wässrige
elektrolytische Lösungen oder Dispersionen in unterschiedlichen, üblicherweise
geringen Mengen lösliche bzw. unlösliche Salze enthalten. Darüber hinaus
werden zur Herstellung von Auftragsmedien natürliche Bindemittel, wie etwa
Stärke, Kasein und Protein, oder synthetische Bindemittel, wie etwa
Mischpolymerisate (etwa Styrolakrylate, Styrolbutadienlatizes, Polyvenylacetate,
Mischpolymerisate auf Acrylnitril-Acrylsäure-, Acrylsäureesther- oder
Vinylacetatbasis), Polyvenylalkohol oder Dispersionen von Fettalkylbiketten,
verwendet. Diese Inhaltsstoffe reagieren auf Grund ihrer Molekülstruktur
oder/und ihrer physikalischen Eigenschaften, wie etwa Löslichkeit oder Polarität,
auf das Anlegen von elektrischen Feldern.
Als pigmentlose Lösungen oder Dispersionen werden Auftragsmedien mit einem
Bindemittelgehalt von 80 bis 100 % und einem entsprechenden Hilfsmittelgehalt
von 0 bis 20 % bezeichnet. Unter wässrigen Dispersionen mit niedrigem
Pigmentgehalt werden Auftragsmedien mit einem Pigmentgehalt von 5 bis 50 %,
einem Bindemittelgehalt von 95 bis 40 % und einem Hilfsstoffgehalt von
entsprechend 0 bis 10 % verstanden. Der Feststoffgehalt leicht pigmenthaltiger
Dispersionen liegt im Bereich von 5 bis 55 %. Dispersionen mit hohem
Pigmentgehalt enthalten dagegen zu 50 bis 80 % Pigmente, 4 bis 30 %
Bindemittel und 1 bis 20 % Hilfsstoffe, wobei die hohen Bindemittel- und
Hilfsstoffgehalte dem niedrigen Pigmentgehalt zugeordnet sind und umgekehrt.
Der Feststoffgehalt von Dispersionen mit hohem Pigmentgehalt liegt im
Allgemeinen im Bereich von 50 bis ca. 75 %. Alle Prozentangaben sind
Gewichtsprozent.
Die oben angegebenen Inhaltsstoffe und Zusammensetzungen dienen lediglich
als Beispiel. Es soll keinesfalls ausgeschlossen sein, dass auch Auftragsmedien
mit (weiteren) anderen Inhaltsstoffen oder/und anderen Mischungsverhältnissen
ebenfalls für einen Einsatz in der erfindungsgemäßen Vorrichtung geeignet
sind.
Je nach der Zusammensetzung des Auftragsmediums können durch ein
elektrisches Feld in dem Auftragsmedium vorhandene Gruppen polarer
Moleküle ausgerichtet werden. Ebenso können zusätzlich oder alternativ in dem
Auftragsmedium gelöste lonen unterschiedlicher Ladung getrennt werden
oder/und Vernetzungsprozesse zwischen Molekülen eingeleitet oder abgebrochen
werden. Bei starken elektrischen Feldern können sogar Ladungsträger, in
der Regel Elektronen, aus dem Auftragsmedium oder/und aus dem Untergrund
herausgelöst werden. Durch die Verwendung wenigstens eines Paars von
Felderzeugungselementen, kann das Auftragsmedium sehr gezielt einem
elektrischen Feld bestimmter Stärke und Richtung ausgesetzt sein. Dadurch
lassen sich Eigenschaften des Auftragsmediums, wie etwa Oberflächenspannung,
Viskosität oder/und Wasserrückhaltevermögen bzw. Dispersionsstabilität
gezielt beeinflussen.
Zur Vereinfachung des konstruktiven Aufwandes der erfindungsgemäßen
Vorrichtung kann das erste oder das zweite elektrische Potential das Erdpotential
sein. Weiterhin kann zur vereinfachten Anpassung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung das erste oder/und das zweite elektrische Potential
veränderlich sein, etwa durch anschließen der entsprechenden Felderzeugungselemente
an Spannungsquellen veränderlicher Spannung. Es soll jedoch
auch nicht ausgeschlossen sein, dass das erste oder/und das zweite elektrische
Potential in einer konstruktiv besonders einfach zu realisierenden
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung jeweils vorbestimmte
unveränderliche Potentiale sind.
Da die Veränderung von Eigenschaften des Auftragsmediums im Wesentlichen
auf eine Änderung der Fließfähigkeit des Auftragsmediums abzielt, welche vor
allem die Abgabe des Auftragsmediums durch das Auftragsaggregat in Richtung
des Untergrunds beeinflusst, können die gewünschten Veränderungen von
Eigenschaften effektiv dadurch erzielt werden, dass das wenigstens eine Paar
von Felderzeugungselementen nahe eines Auftragsmediumsauslasses, etwa
einer Auslassöffnung oder einer Düse, des Auftragsaggregats angeordnet sind.
Eine Anordnung des wenigstens einen Paars von Felderzeugungselementen
nahe eines Auftragsmediumsauslasses des Auftragsaggregats als gesonderte
Baueinheit schafft zwar die Möglichkeit, die Orientierung der Felderzeugungselemente
und damit des auf das Auftragsmedium einwirkenden
Feldes zu verändem und damit durch Änderung der Feldrichtung eine weitere
Stellgröße zu schaffen. Sie birgt jedoch auch das Risiko, dass der
Auftragsmediumsstrom vom Auftragsaggregat zum Untergrund hin durch Teile
der Felderzeugungsvorrichtung gestört wird. Dieses Risiko einer Störung kann
dadurch minimiert werden, dass die Felderzeugungselemente integral mit einer
Auftragsmediums-Abgabevorrichtung des Auftragsaggregats ausgebildet sind,
welche Auftragsmedium zum Untergrund hin abgibt. In diesem Fall können die
Felderzeugungselemente optimal an die Verhältnisse der Auftragsmediumsabgabe
am Auftragsaggregat angepasst sein. Es ist sogar denkbar, den
Auftragsmediumsstrom führende Teile des Auftragsaggregats als
Felderzeugungselemente auszubilden oder Felderzeugungselemente in diese
einzubetten, beispielsweise durch Eingießen.
Zur besseren Verankerung des Auftragsmediums auf dem Untergrund,
insbesondere auf einer laufenden Materialbahn, kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine weitere Felderzeugungsvorrichtung mit wenigstens einem Paar
von weiteren Felderzeugungselementen aufweisen, von denen betriebsmäßig
das eine sich auf einem dritten Potential befindet und das andere sich auf einem
von dem dritten verschiedenen vierten elektrischen Potential befindet, wobei
sich der Untergrund mit darauf aufgetragenem Auftragsmedium zwischen dem
wenigstens einen Paar von weiteren Felderzeugungselementen hindurch
bewegt. In diesem Fall kann das elektrische Feld der weiteren
Felderzeugungsvorrichtung derart ausgerichtet sein, dass auf das
Auftragsmedium oder zumindest auf Teile davon eine Kraft in den Untergrund
hinein ausgeübt und damit eine größere Durchdringung des Untergrunds mit
Auftragsmedium erreicht wird.
Das dritte oder das vierte Potential kann wiederum das Erdpotential sein.
Ebenso kann eines aus dem dritten und dem vierten Potential gleich einem aus
dem ersten oder dem zweiten Potential sein und das jeweils andere aus dem
dritten und dem vierten Potential kann gleich dem jeweils anderen aus dem
ersten oder dem zweiten Potential sein.
Das von der Felderzeugungsvorrichtung oder/und von der weiteren Felderzeugungsvorrichtung
erzeugte elektrische Feld kann ein elektrisches
Wechselfeld sein, dessen Richtung bzw. Polarität sich periodisch oder
aperiodisch umkehrt. Dadurch können zum einen elektrodynamische Effekte
genutzt werden und zum anderen beispielsweise durch übermäßige lonenverschiebung
drohende Entmischungsvorgänge im Auftragsmedium verhindert
werden.
Ebenso kann das von den genannten Felderzeugungsvorrichtungen erzeugte
elektrische Feld ein im Wesentliches konstantes Gleichspannungsfeld sein. Ein
derartiges zumindest nach Richtung und gegebenenfalls auch nach Betrag im
Wesentlichen konstantes elektrisches Feld kann beispielsweise dann eingesetzt
werden, wenn auf Grund einer kurzen Einwirkungsdauer des elektrischen
Feldes auf das Auftragsmedium keine Entmischungsvorgänge zu Befürchten
sind oder wenn eine Ausrichtung polarer Moleküle im Auftragsmedium erreicht
werden soll.
Zwischen einem Paar von Felderzeugungselementen kann gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform ein Potentialunterschied von zwischen 1 bis 60
kV bestehen. Dabei kann es, je nach verwendeten Felderzeugungselementen
zu Korona-Entladungen kommen. Bei diesen Entladungen kann die Stromstärke
eines zwischen den Felderzeugungselementen fließenden Entladungsstroms
kann im Bereich von 0,01mA bis 5 mA liegen, wobei aber die Stromstärke bei
den besagten Korona-Entladungen 5 bis 500mA betragen kann.
Eine Korona-Entladung kann durch eine höhere elektrische Spannung und eine
entsprechend spitze Ausbildung wenigstens eines Felderzeugungselementes
erreicht werden. Besonders vorteilhaft können dabei sogenannte
Nadelelektroden als Felderzeugungselemente zum Einsatz kommen. Der
Einsatz von Nadelelektroden kommt sowohl bei einer lediglich auf das
Auftragsmedium einwirkende Felderzeugungsvorrichtung als auch bei einer auf
das Auftragsmedium und den Untergrund einwirkende weiteren Felderzeugungsvorrichtung
in Frage.
Die Anordnung des wenigstens einen Paars von Felderzeugungselementen
lässt sich als Kondensator begreifen, wobei das Auftragsmedium als Dielektrikum
dient.
Zwar ist das Auftragsmedium bei makroskopischer Betrachtung elektrisch
neutral, bei mikroskopischer Betrachtung jedoch zeigen sich auf Grund der
chemischen Struktur der Bestandteile des Auftragsmediums lokale Ladungsunterschiede.
Da das Auftragsmedium entweder zum Untergrund hin
strömt oder von diesem mitgeführt wird, findet durch die Bewegung des
Auftragsmediums allgemein ein Ladungstransport statt. Aus diesem Grunde
können die genannten Eigenschaften des Auftragsmediums nicht nur durch ein
elektrisches, sondern auch durch ein magnetisches Feld gezielt verändert
werden.
Dementsprechend wird die vorstehend genannte Aufgabe der Erfindung auch
gelöst durch eine Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf einen sich bewegenden Untergrund, insbesondere auf
eine laufende Papier- oder Kartonbahn, bei welcher Vorrichtung das
Auftragsmedium über eine Auftragsmedium-Zuführeinrichtung einem
Auftragsaggregat zugeführt wird, das das Auftragsmedium zu dem Untergrund
hin abgibt, wobei erfindungsgemäß wenigstens eine Magnetfelderzeugungsvorrichtung
derart vorgesehen ist, dass das Auftragsmedium vor oder/und nach
dem Auftreffen auf den Untergrund zumindest durch einen Teil eines von dem
Magnetfeld erfüllten Raumvolumens hindurchtritt.
Die Magnetfelderzeugungsvorrichtung kann dabei an der Vorrichtung zum
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf einen sich
bewegenden Untergrund alternativ oder zusätzlich zu einer der zuvor beschriebenen
Ausführungsformen der wenigstens einen Felderzeugungsvorrichtung
zur Erzeugung eines elektrischen Feldes vorgesehen sein.
Zur Bestimmung des vom Magnetfeld erfüllten Raums kann eine Betrachtung
der zwischen dem magnetischen Nordpol und dem magnetischen Südpol
verlaufenden Magnetfeldlinien herangezogen werden, wobei zu berücksichtigen
ist, dass die Stärke des Magnetfelds proportional zum Quadrat des Abstandes
vom Magneten abnimmt. Als vom Magnetfeld erfülltes Raumvolumen kann
daher jedenfalls stets das zwischen den Magnetpolen liegende magnetnahe
Raumvolumen angenommen werden.
Erfindungsgemäß kann die wenigstens eine Magnetfelderzeugungsvorrichtung
ein Permanentmagnet oder eine Mehrzahl von Permanentmagneten sein. Eine
besonders effektive Beeinflussung des Auftragsmediums durch das Magnetfeld
ergibt sich dann, wenn sich das Auftragsmedium zwischen ungleichnamigen
magnetischen Polen hindurchbewegt. Beispielsweise kann das Auftragsmedium
erfindungsgemäß zwischen den Schenkeln wenigstens eines
Hufeisenmagneten oder zwischen ungleichnamigen Polen beiderseits eines
Auftragsmediumsstroms angeordneter Stabmagnete hindurch strömen.
Falls gewünscht ist, dass das Auftragsmedium im Wesentlichen parallel zu
Magnetfeldlinien des Magnetfelds strömt, kann dies mit geringem Bauvolumen
dadurch realisiert sein, dass die wenigstens eine Magnetfelderzeugungsvorrichtung
ein im Wesentlichen hohlzylindrisches Magnetfelderzeugungselement
umfasst, welches derart angeordnet ist, dass es strömendes
Auftragsmedium umgibt. Das hohlzylindrische Magnetfelderzeugungselement
kann derart angeordnet sein, dass es einen Abschnitt einer Auftragsmedium-Zuführeinrichtung,
z.B. eine Leitung, etwa in Form eines Schlauchs oder eines
Rohrs, über eine vorbestimmte Länge umgibt.
Sollte dagegen gewünscht sein, dass die Bewegungsrichtung des Auftragsmediums
Magnetfeldlinien des von der Magnetfelderzeugungsvorrichtung
erzeugten Magnetfelds unter einem vorbestimmten Winkel schneidet, kann dies
dadurch realisiert sein, dass die wenigstens eine Magnetfelderzeugungsvorrichtung
wenigstens zwei ungleichnamige Pole aufweist, aus Gründen
einer Reduzierung des erforderlichen Bauraums vorzugsweise in Form eines
zweipoligen Magnetfelderzeugungselements, welche Pole derart angeordnet
sind, dass eine gedachte, die beiden Pole enthaltende Gerade eine
Auftragsmediums-Oberfläche unter einem vorbestimmten Winkel schneidet. Zur
Ermittlung der gedachten Gerade können die Pole vereinfacht als punktförmige
Pole angenommen werden.
Alternativ kann die Magnetfelderzeugungsvorrichtung, je nach der Zusammensetzung
des zu beeinflussenden Auftragsmediums und der gewünschten
Beeinflussungswirkung, auch derart angeordnet sein, dass die gedachte, die
beiden Pole enthaltende Gerade zur Auftragsmediums-Oberfläche parallel ist.
Die Auftragsmediums-Oberfläche kann dabei eine eine Leitungswand, etwa
eine Rohr- oder Schlauchwand, benetzende Oberfläche eines in einer Leitung
geführten Auftragsmediums, die Oberfläche eines Auftragsmedium-Freistrahls,
insbesondere eines Auftragsmedium-Vorhangs, oder/und die Oberfläche von
auf dem Untergrund aufgetragenem Auftragsmedium sein. Im letztgenannten
Fall kann das Magnetfeld zu einer verbesserten Verankerung des
Auftragsmediums in dem Untergrund, insbesondere in einer laufenden
Materialbahn dienen.
Eine bei der Verwendung von Permanentmagneten nicht gegebene Einstellbarkeit
der Stärke des Magnetfelds kann erreicht werden, indem das Magnetfelderzeugungselement
eine aus einem elektrisch leitfähigen Material
gebildete Spule ist. Die Spule kann dazu an eine Spannungsquelle mit
veränderbarer Spannung angeschlossen sein.
Die Wirkung des Magnetfelds der Spule kann noch dadurch verstärkt werden,
dass die Spule einen ferromagnetischen Kern umgibt.
Eine besonders gezielte Einwirkung des Magnetfelds auf das Auftragsmedium
kann dadurch erhalten werden, dass der Kem wenigstens einen Spalt aufweist,
durch den sich das Auftragsmedium hindurchbewegt. Der Kem kann eine
beliebige Gestalt aufweisen, so dass es möglich ist, das von der Spule erzeugte
Magnetfeld über den Kern an eine beliebige Stelle zu leiten. Beispielsweise
kann der Kern in Form eines Hufeisens oder eines einfach oder mehrfach
geschlitzten Rings ausgebildet sein.
Die Wirkungen eines Magnetfeldes und eines elektrischen Feldes können auch
in Kombination eingesetzt werden, etwa um sowohl auf hauptsächlich durch ein
elektrisches Feld beeinflussbare Bestandteile als auch auf hauptsächlich durch
ein Magnetfeld beeinflussbare Bestandteile des Auftragsmediums einzuwirken.
Dazu kann dem Magnetfelderzeugungselement ein mit einem vorbestimmten
Potential verbundenes Felderzeugungselement zugeordnet sein, vorzugsweise
derart, dass sich Auftragsmedium zwischen Magnetfelderzeugungselement und
Felderzeugungselement hindurchbewegt. Bevorzugt umgibt das
Magnetfelderzeugungselement einen wie oben dargestellt ausgebildeten
ferromagnetischen Kem, wobei der Kem eines der weiteren
Felderzeugungselemente der zuvor genannten weiteren Felderzeugungsvorrichtung
bildet.
Grundsätzlich ist der Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Auftragsaggregaten
aller Art denkbar. Besonders einfach realisierbar ist die
erfindungsgemäße Vorrichtung bei Auftragsaggregaten, welche das Auftragsmedium
als Freistrahl, insbesondere als Auftragsmedium-Vorhang, an den
Untergrund abgeben, da an diesen Freistrahl-Auftragsaggregaten in der Regel
ausreichend nutzbarer Bauraum zur Unterbringung von elektrischen oder/und
magnetischen Felderzeugungsvorrichtungen vorhanden ist.
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es stellt dar:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Wirkung eines zwischen zwei
Elektroden erzeugten elektrischen Feldes auf ein zwischen diesen
hindurchströmendes Auftragsmedium,
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform der Erfindung in Form eines Curtain-Coating-Auftragsaggregats
mit einer integrierten Felderzeugungsvorrichtung
zur Erzeugung eines elektrischen Felds; Fig. 2a zeigt dabei eine
alternative Ausführungsform einer Teilbaugruppe des Auftragsaggregats,
- Fig. 3
- eine zweite Ausführungsform der Erfindung in Form einer elektrischen
Spule, welche einen ferromagnetischen Kern mit Spalten umgibt, durch
die Auftragsmedium geführt ist,
- Fig. 4
- eine dritte Ausführungsform der Erfindung in Form einer ein Auftragsmedium-Verteilungsrohr
koaxial umgebenden Spule, und
- Fig. 5
- eine vierte Ausführungsform der Erfindung in Form einer nahe einer
Oberfläche einer Materialbahn angeordneten elektrischen Spule mit Kern
zur Unterstützung der Verankerung des Auftragsmediums in der
Materialbahn.
- Fig.6
- eine weitere Ausführungsform einer in Fig. 5 gezeigten, nahe einer
Oberfläche einer Materialbahn angeordneten elektrischen Spule mit Kern
zur Unterstützung der Verankerung des Auftragsmediums in der
Materialbahn.
In Fig. 1 ist schematisch ein Plattenkondensator 10 mit einer negativen
Elektrode 12 und einer positiv geladenen Elektrode 14 dargestellt. Die negativ
geladene Elektrode 12 ist mit dem Minuspol einer Gleichspannungsquelle 16
verbunden, während die positiv geladene Elektrode 14 geerdet ist.
In dem von einem elektrischen Feld E (Feldlinien sind strichliniert angedeutet)
erfüllten Raumvolumen 18 zwischen den Elektroden 12 und 14 strömt
orthogonal zum Abstand der aufeinander zu weisenden Flächen 12a und 14a
der Elektroden 12 bzw. 14 ein Auftragsmedium 20 hindurch. Das
Auftragsmedium 20 enthält beispielsweise Partikel 24, bspw. Wassermoleküle,
in Form von elektrischen Dipolen. Beim Durchtritt des Auftragsmediums 20
durch das elektrische Feld E im Raumvolumen 18 werden die Dipole 24 derart
ausgerichtet, dass ihre überwiegend positiv geladene Seite zur negativ
geladenen Elektrode 12 und ihre überwiegend negativ geladene Seite zur
positiv geladenen Elektrode 14 weist.
Weiterhin weist das Auftragsmedium positiv geladene lonen 26 und negativ
geladene lonen 28 auf, die durch Lösen eines Salzes im Auftragsmedium 20
gebildet sind. Durch den Durchgang durch das elektrische Feld E kommt es zu
einer Ladungsverschiebung derart, dass das positiv geladene Ion 26 zur negativ
geladenen Elektrode 12 und das negativ geladene Ion 28 zur positiv geladenen
Elektrode 14 wandert.
Alternativ kann eine Nadelelektrode als Elektrode 12 oder 14 verwendet
werden. Die Nadelelektrode kann an eine Gleich- oder
Wechselspannungsquelle angeschlossen sein, welche eine Spannung von bis
zu ca. 60kV liefert. Die Nadelelektrode kann jedoch auch geerdet sein. Dann ist
die jeweils andere Elektrode mit der oben genannten Spannungsquelle verbunden.
Durch Verwendung einer Nadelelektrode wird ein Auftreten so genannter
Korona-Entladungen zwischen der Elektrode 12 und der Elektrode 14
begünstigt. Treten Korona-Entladungen auf, ist eine verstärkte Veränderung von
Eigenschaften des Auftragsmediums feststellbar. Die Stromstärken solcher
Korona-Entladungen liegen vorzugsweise in einem Bereich von 5mA bis 500mA
(bei Korona-Entladungen treten üblicherweise höhere Spannungen und
Stromstärken auf als in einem entladungsfreien Betrieb).
Die Elektrode 12, insbesondere als Nadelelektrode, kann bezüglich der
geerdeten Elektrode 14 ein positives oder ein negatives Potential aufweisen.
Weist die Elektrode 12 ein positives Potential (auch als positive Polarität
bezeichnet) auf, bewegen sich aus dem Auftragsmedium herausgelöste
Elektronen zur Elektrode 12 hin. Im Falle eines negativen Potentials (negative
Polarität) bewegen sie sich von dieser weg.
Durch diese Effekte lassen sich Eigenschaften, wie Viskosität, Stabilität,
Oberflächenspannung, Wasseraufnahmevermögen usw. des Auftragsmediums
20 gezielt beeinflussen.
Das Auftragsmedium 20 kann somit als Dielektrikum des Kondensators 10
aufgefasst werden.
In Fig. 2 ist ein Auftragsaggregat 30 im Querschnitt gezeigt. Die Materialbahnquerrichtung
ist durch den Pfeil Q, die Laufrichtung der Materialbahn 32
durch den Pfeil L gekennzeichnet. In dem Auftragsaggregat 30 verläuft in
Auftragsquerrichtung ein Verteilrohr 34, welches Auftragsmedium 20 über die
gesamte Arbeitsbreite des Auftragsaggregats 30 verteilt. Das Auftragsmedium
20 wird über einen Auftragsmediumauslass 36 als Auftragsmediumvorhang 38
zu einer Materialbahn 32 hin abgegeben, wo es an der Auftreffstelle 40
schließlich auf die dem Auftragsaggregat 30 zugewandte Seite 32a der
Materialbahn auftrifft. Die Materialbahn 32 kann eine Papier-, Karton-,
Kunststoffbahn oder dgl sein. In dem Auftragsmediumauslass 36 sind zwei
Elektroden 42 und 44 vorgesehen, die sich im Wesentlichen über die gesamte
Arbeitsbreite, d.h. über die gesamte Erstreckungslänge einer in
Materialbahnquerrichtung Q verlaufenden Auftragsmedium-Durchgangsöffnung
46, erstrecken. Der Raum 43 zwischen den Elektroden 42 und 44 ist von dem
durch die Elektroden 42 und 44 erzeugten elektrischen Feld E1 erfüllt. Die eine
Elektrode 42 ist bezüglich der Laufrichtung L der Materialbahn 32 stromaufwärts
der Auftragsmedium-Durchgangsöffnung 46 angeordnet, während die andere
Elektrode 44 stromabwärts der Durchgangsöffnung 46 angeordnet ist. Die
Elektroden 42 und 44 sind jeweils in einem Isolator 37 eingebettet,
beispielsweise durch Eingießen in ein Kunststoffmaterial. Die Elektrode 42 ist
dabei an einem Pol einer Spannungsquelle angeschlossen, während die
Elektrode 44 geerdet ist. Altemativ kann die Elektrode 44 an dem anderen Pol
der Spannungsquelle 48 angeschlossen sein. Eine der beiden Elektroden 42
und 44 kann auch als Nadelelektrode ausgebildet sein.
Die Spannungsquelle 48 liefert in dem gezeigten Beispiel eine Wechselspannung
im Bereich von 1 bis 60 kV. Die Spannung kann jedoch auch als
Gleichspannung im Bereich von 1 bis 60 kV abgegeben werden.
Zur besseren Verankerung des Auftragsmediums 20 in der Materialbahn 32 ist
eine weitere Felderzeugungsvorrichtung 50 mit Bezug auf die Laufrichtung L der
Materialbahn 32 stromabwärts des Auftreffpunktes 40 angeordnet.
Die weitere Felderzeugungsvorrichtung 50 umfasst eine an einer weiteren
Spannungsquelle 52 angeschlossene Elektrode 54, welche zur Oberfläche 32a
der Materialbahn 32 hinweisend angeordnet ist, sowie eine geerdete Elektrode
56, welche zur entgegengesetzten Oberfläche 32b der Materialbahn 32
hinweisend angeordnet ist. Die Elektrode 54 befindet sich auf einem dritten
Potential, die Elektrode 56 auf dem Erdpotential als einem vierten Potential. Die
orthogonal zu den zur Materialbahn 32 weisenden Oberflächen 54a, 56a der
Elektroden 54 bzw. 56 stehenden, strichliniert angedeuteten elektrischen
Feldlinien des zwischen den Elektroden 54 und 56 erzeugten elektrischen
Feldes E2 durchdringen die Oberflächen 32a und 32b der Materialbahn 32
nahezu orthogonal.
Alternativ kann in einer besonders bevorzugten Ausführungsform wenigstens
eine der Elektroden 54 oder 56, vorzugsweise die zum aufgetragenen
Auftragsmedium hinweisende Elektrode 54, als Nadelelektrode ausgebildet
sein, deren Nadelspitze zum aufgetragenen Auftragsmedium hinweist. Dabei
können, wie bereits zuvor beschrieben, Korona-Entladungen in vorteilhafter
Weise zur Verstärkung der durch das elektrische Feld erzeugten Wirkungen
genutzt werden. Dies ist schematisch in Fig. 2a dargestellt. In Fig. 2a sind
gleiche Bauteile der Fig 2 mit gleichen, jedoch apostrophierten Bezugszeichen
dargestellt. Die Nadel der Nadelelektrode ist in Fig. 2a mit 55' bezeichnet.
Als Nadel- wie auch als Plattenelektrode kann die Elektrode 54 bezüglich der ihr
gegenüberliegenden Elektrode 56 eine positive oder eine negative Polarität
besitzen.
In Fig. 3 ist eine von elektrischem Strom durchflossene Spule 60 gezeigt,
welche an einer Gleichspannungsquelle 62 angeschlossen ist. Fig. 3 zeigt
weiterhin einen zweiteiligen Kern 63 aus einem U-förmigen ersten Teil 64 und
einem Schenkelverbindungsstück 65. Die Spule 60 umgibt dabei den die
Schenkel 66 und 68 verbindenden Basisabschnitt 70 des U-förmigen ersten
Teils 64. Das Schenkelverbindungsstück 65 ist derart mit Abstand a zu den
freien Längsenden 72 und 74 der Schenkel 66 bzw. 68 des hufeisenförmigen
ersten Teils 64 angeordnet, dass zwischen den genannten Längsenden 72 und
74 und dem Verbindungsstück 65 Luftspalte 73 und 75 vorhanden ist. Die
Luftspalte 73 und 75 sind von einem Magnetfeld M erfüllt.
Zwischen den Luftspalten 73 und 75 ist eine Auftragsmedium 20 führende
Zufuhrleitung 76 geführt. Zwischen den Längsenden 72 und 74 und dem
Schenkelverbindungsstück 65 verlaufen Magentfeldlinien im Wesentlichen
orthogonal zu den Oberflächen aus denen sie aus- bzw. eintreten, so dass die
Magnetfeldlinien das in Richtung des Pfeils V strömende Arbeitsmedium 20 im
Wesentlichen orthogonal zur Strömungsrichtung V durchsetzen.
Magnetfeldlinien sind, stellvertretend für beide Luftspalte, im in Fig. 3 unteren
Luftspalt 75 durch gestrichelte Linien angedeutet.
In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform eines Teils der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gezeigt. Gleiche Bauteile wie in Fig. 2 sind in Fig. 4 mit gleichen
Bezugszeichen bezeichnet, jedoch erhöht um die Zahl 100. Zur Erläuterung
dieser Bauteile sei ausdrücklich auf Fig. 2 verwiesen.
In Fig. 4 ist ein Auftragsaggregat 130 im Querschnitt gezeigt, wobei die
Schnittebene orthogonal zur Materialbahnquerrichtung Q verläuft. Eingebettet in
einen Isolator 137 ist eine elektrische Spule 180, welche an eine
Gleichspannungsquelle 182 angeschlossen ist. Die Spule 180 erstreckt sich im
Wesentlichen in Materialbahnquerrichtung Q, so dass die Magnetfeldlinien des
Magnetfeldes M im Inneren 181 der Spule 180 ebenfalls im Wesentlichen
parallel zur Materialbahnquerrichtung Q verlaufen.
Koaxial zur Spule 180 verläuft innerhalb derselben ein Auftragsmedium-Verteilrohr
134, so dass die Spule 180 das Verteilrohr über eine vorbestimmte
Länge in Richtung Q umgibt. Statt der Spule könnte auch ein
permanentmagnetischer Hohlzylinder das Verteilrohr 134 koaxial umgebend
angeordnet sein. Weiterhin könnte die Spule 180, wie auch die Spule 60 aus
Fig. 3, auch an eine Wechselspannungsquelle angeschlossen sein. Dabei kehrt
sich die Polarität des Magnetfelds der Spule mit der Frequenz der
Wechselspannung periodisch um, während die Polarität des Magnetfelds des
Permanentmagneten oder der an einer Gleichspannungsquelle
angeschlossenen Spule unverändert bleibt. Außerdem sind bei Anschluss der
Spule an eine Wechselstromquelle Verluste aufgrund von Selbstinduktion zu
berücksichtigen. Diese können jedoch durch Wahl niedriger Frequenzen
verringert werden.
Im Inneren des Verteilrohrs 134 strömt das Auftragsmedium 120 entlang des
Pfeiles H und tritt an vorgesehenen Austrittsstellen in die Auftragsmedium-Durchgangsöffnung
146 in Fig. 4 nach unten aus.
Auch mit der in Fig. 4 gezeigten Vorrichtung ist eine gezielte Veränderung von
die Fließfähigkeit des Auftragsmediums 120 beeinflussenden Eigenschaften
desselben möglich.
In Fig. 5 ist schematisch eine weitere Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung dargestellt. Gleiche Bauteile wie in Fig. 2, auf deren Beschreibung
ausdrücklich verwiesen wird, sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, jedoch
erhöht um die Zahl 200.
Von einem Auftragsaggregat 230 wird ein Auftragsmedium-Vorhang 238 zur
Materialbahn 232 hin abgegeben. Am Punkt 240 erreicht der Auftragsmedium-Vorhang
238 die dem Auftragsaggregat 230 zugewandte Seite 232a der
Materialbahn 232. In Laufrichtung L der Materialbahn 232 stromabwärts des
Auftreffpunkts 240 ist eine elektrische Spule 290 derart angeordnet, dass ihre
Achse A, die die beiden Pole der Spule verbindet, im Wesentlichen orthogonal
zur Oberfläche 232a der Materialbahn 232 steht. Die Spule 290 ist mit einer
Spannungsquelle 292 verbunden, die wahlweise eine Gleich- oder eine
Wechselspannung abgeben kann. Bevorzugt liefert die Spannungsquelle 292
eine Spannung im Bereich von 1 bis 60 kV bei einer Stromstärke im Bereich von
0,01 bis 0,5 A. Im Inneren der Spule 290 ist ein mit dem Erdpotential
verbundener ferromagnetischer Kern 294 angeordnet, dessen Stimseiten im
Wesentlichen parallel zur Oberfläche 232a der Materialbahn 232 angeordnet
sind.
Zu der vom Auftragsaggregat 230 abgewandten Oberfläche 232b der
Materialbahn 232 hinweisend ist eine als Plattenelektrode ausgebildete
Elektrode 296 angeordnet, die mit einer Gleichspannungsquelle 298 verbunden
ist und sich auf einem vorbestimmten elektrischen Potential befindet. An Stelle
der Gleichspannungsquelle 298 kann auch eine Wechselspannungsquelle
verwendet werden. Das Magnetfeld M der Spule 290 und das elektrische Feld E
zwischen Elektrode 296 und Spulenkern 295 sind lokal durch gestrichelte Linien
angedeutet. Selbstverständlich sind das Magnetfeld M und das elektrische Feld
E nicht nur an den Stellen vorhanden, an denen stellvertretend Feldlinien
angedeutet sind.
Mit der in Fig. 5 gezeigten Vorrichtung wird das auf die Materialbahn 232
aufgetragene Auftragsmedium sowohl elektrisch durch die Elektrode 296 als
auch magnetisch durch die Spule 290 mit dem Kem 294 beeinflusst und somit
die Durchdringung der Materialbahn 232 mit Auftragsmedium 220 gefördert.
Fig. 6 zeigt eine vergrößerte Ansicht einer alternativen Ausführungsform der in
Fig. 5 gezeigten und mit VI gekennzeichneten Auftrags-medium/Materialbahn-Beeinflussungsvorrichtung.
Gleiche Bauteile wie in Fig. 5 sind mit gleichen,
jedoch apostrophierten Bezugszeichen versehen. Zu deren Beschreibung wird
ausdrücklich auf die Beschreibung der Fig. 5 verwiesen.
In der Ausführungsform der Fig. 6 ist die Elektrode 296' als Nadelelektrode
ausgebildet. Der geerdete Kern 294' dient, wie auch in der in Fig. 5 gezeigten
Ausführungsform, als Gegenelektrode zur Elektrode 296'.
Die Materialbahn 232' und das darauf aufgetragene Auftragsmedium 220'
durchlaufen sowohl das von der Spule ausgehende Magnetfeld M' als auch das
zwischen der Nadelelektrode 296' und dem Kern 294' bestehende elektrische
Feld E'. Dadurch kommt es zu Ladungsverschiebungen oder/und einem
Ausrichten von polaren Molekülen in der Materialbahn 232' oder/ und dem
Auftragsmedium 220' oder/und zu einem Herauslösen von Ladungsträgern aus
der Materialbahn 232' oder/ und aus dem Auftragsmedium 220'. Dadurch
werden, wie schon in der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform, Eigenschaften
des Auftragsmediums verändert. Die Eigenschaftsveränderungen können durch
Korona-Entladungen zwischen der Nadelelektrode 296' der Fig. 6 und dem Kern
294' noch verstärkt werden.
Die in den Fig. 5 und 6 gezeigte Spule 292 bzw. 292' und der von ihr umgebene
Kern 294 bzw. 294' können auch mit zu der an ihr vorbei laufenden
Materialbahn 232 bzw. 232' paralleler Längsachse angeordnet sein.
Die in den Fig. 2 bis 5 gezeigten Ausführungsformen können erfindungsgemäß
einzeln oder in beliebiger Kombination angewendet werden.