UV-beständiger Schmelzhaftklebstoff, Verfahren zu dessen Herstellung sowie daraus hergestellte, haftklebrige Gegenstände
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schmelzhaftklebstoff, mindestens enthaltend ein ungesättigtes Polymeres und eine partikelförmige anorganische Verbindung, wobei die partikelförmige anorganische Verbindung einen mittleren Teilchendurchmesser d50 von 0,05 bis 300 μm aufweist, ein Verfahren zu dessen Herstellung, bei dem mindestens ein ungesättigtes Polymeres und eine solche partikelförmige anorganische Verbindung vermischt werden und haftklebrige Gegenstände, die unter Verwendung eines solchen Schmelzhaftklebstoffs hergestellt wurden. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung partikelförmiger anorganischer Verbindungen mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 0,05 bis 300 μm zur Herstellung von Schmelzhaftklebstoffen.
Schmelzhaftklebstoffe werden in vielen Bereichen sowohl im Rahmen der industriellen Fertigung von Verbrauchs- oder Investitionsgütern als auch im privaten Bereich häufig zur Verbindung verschiedenartigster Materialien eingesetzt. Ein Vorteil derartiger Klebstoffe liegt beispielsweise darin begründet, daß sie aus der Schmelze auf ein entsprechendes Substrat auftragbar sind und nach dem Erstarren in der Regel eine feste Verbindung mit dem Substrat eingehen. Typischerweise kann ein solcher Auftrag ohne wäßrige oder organische Lösemittel erfolgen, wobei der Schmelzhaftklebstoff nach dem Erstarren eine feste Klebstofffläche mit haftklebrigen Eigenschaften aufweist.
Die Klebkraft, die sich aus der nach dem Erstarren verbleibenden Haftklebrigkeit
eines solchen Schmelzhaftklebstoffs ableitet hängt einerseits von der Kompatibilität zwischen Schmelzhaftklebstoff und dem Untergrund, auf welchen der Schmelzhaftklebstoff aufgetragen werden soll ab, d. h., von der Adhäsion zwischen Schmelzhaftklebstoff und Substrat. Darüber hinaus beruht die Klebkraft jedoch auch auf der Kohäsion des Schmelzhaftklebstoffs selbst. Bereits kleine Veränderungen in der Zusammensetzung des Schmelzhaftklebstoffs oder in dessen molekularer Struktur können eine drastische Verringerung der Klebkraft hervorrufen und damit den Schmelzhaftklebstoff entweder von vornherein unbrauchbar machen oder eine unter Verwendung eines solchen Schmelzhaftklebstoffs ausgeführte Klebeverbindung schwächen oder sogar ganz zerstören.
Daher ist bereits bei der Formulierung eines Schmelzhaftklebstoffs darauf zu achten, daß einzelne, dem Schmelzhaftklebstoff zugeführte Komponenten die Klebkraft eines solchen Schmelzhaftklebstoffs nicht nachteilig beeinflussen. Darüber hinaus kann eine mit Hilfe eines Schmelzhaftklebstoffs ausgeführte Klebeverbindung durch Umwelteinflüsse und damit in Folge einer Veränderung der molekularen Struktur des Schmelzhaftklebstoffs ihre Klebkraft über einen bestimmten Zeitraum derart einbüßen, das eine feste Verbindung zweier Teile nicht mehr gewährleistet werden kann.
Als besonders nachteilig im Hinblick auf das Langzeitverhalten der Klebkräft von Schmelzhaftklebstoffen hat sich der Einfluß von Licht, insbesondere von ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) herausgestellt. Die Bindemittelmoleküle, die mehrheitlich zum Aufbau eines Schmelzhaftklebstoffs beitragen, können funktionelle Gruppen enthalten, die mit Licht, insbesondere UV-Licht, in Wechselwirkung treten. Die dabei von einer solchen funktionellen Gruppe aufgenommene Energie kann zu Oxidation, Vernetzung,
Molekulargewichtsaufbau infolge weiterer Polymerisation,
Molekulargewichtsabbau infolge Depolymerisation und einer Vielzahl weiterer Reaktionen führen, welche die molekulare Struktur des Schmelzhaftklebstoffs verändern. Als Folge dessen kann der Schmelzhaftklebstoff Flexibilität, Kohäsion oder Adhäsion oder eine oder mehrere weitere wichtige Eigenschaften verlieren. Insbesondere dann, wenn ein Schmelzhaftklebstoff im Freien eingesetzt werden soll, muß gewährleistet sein, daß derartige molekulare Veränderungen, die zum Verlust der Klebkraft führen, nicht oder nur in unvermeidbar geringem Maße auftreten.
Dieses Bedürfnis hat dazu geführt, das verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen wurden, um Verbindungen, die unter Verwendung von Schmelzhaftklebstoffen im Freien ausgeführt werden, auch unter Einfluß von UV- Licht eine verbesserte langfristige Stabilität zu verleihen.
So beschreibt beispielsweise die US-A 5,204,390 einen Schmelzhaftklebstoff, der eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber UV-Strahlung aufweisen soll. Hierzu wird ein Schmelzhaftklebstoff vorgeschlagen, der einen Tackifier, einen Weichmacher in Form eines endgruppenverschlossenen Polybutens und ein im wesentlichen gesättigtes, thermoplastisches Harz mit einem Molekulargewicht von bis zu etwa 200.000 aufweist. Nachteilig wirkt sich bei den beschriebenen Schmelzhaftklebstoffen jedoch aus, daß die darin verwendeten gesättigten, thermoplastischen Harze in der Regel nur eine unbefriedigende Haftung auf vielen Substraten aufweisen. Darüber hinaus müssen gemäß der Lehre der Druckschrift Verbindungen mit olefinisch ungesättigten Gruppen, wie sie üblicherweise in Schmelzhaftklebstoffen zum Einsatz kommen, einer Behandlung zur Überführung der olefinisch ungesättigten Gruppen in gesättigten Gruppen unterzogen werden, so daß der beschriebenen Schmelzhaftklebstoff im wesentlichen frei von olefinisch ungesättigten Gruppen ist.
Die EP-A 0 636 654 betrifft einen Schmelzklebstoff, der einen lineares Styrol/Isopren/Styrol Triblockcopolymeres und eine Stabilisator- Zusammensetzung enthaltend einen oder mehr UV-Stabilisatoren und mindestens ein Phosphit-Antioxidans enthält. Als UV-Stabilisatoren werden organische Stabilisatoren genannt. Nachteilig wirkt sich bei den beschriebenen Schmelzklebstoffen jedoch aus, daß zur Erzielung eines Stabilisierungseffekts gegenüber UV-Strahlen, der auch eine Anwendung des Schmelzklebstoffs im Freien erlaubt, große Mengen an organischen UV-Stabilisatoren eingesetzt werden müssen.
Die JP58176283 (Derwent Abstract Nr. 83824085) betrifft eine wäßrige Dispersion eines Copolymeren, welches durch Copoly erisation eines Dien-Monomeren mit mindestens einem Alkyl-Methacrylatmonomeren erhältlich ist. Die Dispersion enthält 1 bis 50 Gew.-% (bezogen auf Feststoff) Titandioxid. Ein Schmelzhaftklebstoff wird jedoch in der Druckschrift nicht beschrieben.
Die 78 JP-047891 (Derwent Abstract Nr. 7988618B) beschreibt einen Klebstoff, der ein thermoplastisches Harz und einen UV-Stabilisator, beispielsweise Titandioxid, enthält. Gegebenenfalls kann der Klebstoff noch 0,2 bis 1,3 Gew.-% eines Antioxidans enthalten. Ein Schmelzhaftklebstoff wird in der Druckschrift nicht genannt.
Der Erfindung lag demnach die Aufgabe zugrunde, Schmelzhaftklebstoffe zur Verfügung zu stellen, die eine bei UV-Bestrahlung verbesserte Langzeitstabilität einer mit einem solchen Schmelzhaftklebstoff ausgeführten Klebeverbindung bewirken. Weiterhin bestand eine Aufgabe der Erfindung darin, Schmelzhaftklebstoffe zur Verfügung zu stellen, die trotz eines Gehalts an olefinisch ungesättigten Doppelbindungen keinen, oder zumindest einen
reduzierten Anteil an organischen UV-Stabilisatoren aufweisen oder sogar ohne solche UV-Stabilisatoren auskommen. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein Verfahren zur Herstellung solcher Schmelzhaftklebstoffe zur Verfügung zu stellen. Weiterhin bestand eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, haftklebrige Gegenstände zur Verfügung zu stellen, die einen erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff aufweisen.
Gelöst werden die oben genannten Aufgaben durch einen Schmelzhaftklebstoff, ein Verfahren zu dessen Herstellung sowie einen haftklebrigen Gegenstand, der unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffs hergestellt wurde, wie sie im nachfolgenden Text beschrieben werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Schmelzhaftklebstoff, mindestens enthaltend ein Polymeres mit mindestens einer olefinisch ungesättigten C-C Doppelbindung und eine partikelförmige anorganische Verbindung, wobei die partikelförmige anorganische Verbindung einen mittleren Teilchendurchmesser d50 von 0,05 bis 300 μm aufweist.
Unter einem " Schmelzhaftklebstoff " wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Substanz verstanden, die bei Raumtemperatur im wesentlichen fest ist, d. h., über einen längeren Zeitraum ohne äußeren Krafteinfluß dimensionsstabil bleibt, und beim Erhitzen auf eine oberhalb von mindestens etwa 0 °C, vorzugsweise mindestens etwa 10 °C oder mindestens etwa 20 °C liegenden Temperatur oder innerhalb eines bestimmten, oberhalb der genannten Temperaturen liegenden Temperaturintervalls schmelzflüssig wird, wobei die Substanz zumindest im festen Zustand, beispielsweise jedoch auch im schmelzflüssigen Zustand, haftklebrige Eigenschaften aufweist.
Der Schmelzhaftklebstoff gemäß der vorliegenden Erfindung enthält mindestens ein Polymeres, das mindestens eine olefinisch ungesättigte C-C Doppelbindung aufweist. Geeignet sind in diesem Zusammenhang sowohl Homo- als auch Copolymere, wobei es sich bei den Copolymeren sowohl um statistische Copolymere als auch um Blockcopolymere handeln kann.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff Polymere eingesetzt, die ein Molekulargewicht von mindestens etwa 5000, vorzugsweise jedoch mindestens etwa 10.000 aufweisen. Die Obergrenze für das Molekulargewicht der erfindungsgemäß einsetzbaren Polymeren liegt bei etwa 1.000.000, wobei jedoch tatsächliche Obergrenzen von etwa 500.000 oder weniger, beispielsweise etwa 200.000, 180.000, 160.000, 140.000, 120.000 oder etwa 100.000 bevorzugt sind. Geeignete Polymere können zwischen den genannten Grenzen liegende Molekulargewichte aufweisen, beispielsweise etwa 20.000, 40.000, 60.000 oder 80.000. Die genannten Angaben beziehen sich dabei auf das Zahlenmittel des Molekulargewichts, wie es beispielsweise durch Gelpermeationschromatographie (GPC) unter üblichen Bedingungen mit Polystyrol als Standard feststellbar ist.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden als Polymere Blockcopolymere eingesetzt. Die Zahl der Blöcke in derartigen Copolymeren beträgt im Rahmen der vorliegenden Erfindung 2 bis etwa 10, beispielsweise 2 bis 5, insbesondere 2 oder 3. Ein im Rahmen der vorliegenden Erfindung als "Block" bezeichneter Abschnitt eines Poiymeren kann dabei aus nur einem Monomeren aufgebaut sein. Es ist jedoch im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls vorgesehen, daß ein einzelner Block eine statistische Abfolge von zwei oder mehr Monomerbausteinen aufweist. Zwei Blöcke des im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbaren Polymeren können sich dabei lediglich in der Gewichtung der an einem einzelnen Block
beteiligten Monomeren unterscheiden, es ist jedoch ebenso möglich, daß zwei Blöcke sich durch eine vollkommen unterschiedliche Zusammensetzung der monomeren Aufbau komponenten dieser Blöcke unterscheiden.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Polymere einsetzbaren Verbindungen können beispielsweise eine Blockstruktur aufweisen, die sich im Hinblick auf die Art ihrer Monomerenzusammensetzung durch unterschiedliche Buchstaben, beispielsweise A-B-C-D... beschreiben läßt. Hierbei bedeuten unterschiedlichen Buchstaben eine unterschiedliche Monomerzusammensetzung. Es ist jedoch im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenso möglich, daß die erfindungsgemäß eingesetzten Polymeren eine sich ganz oder teilweise wiederholende Abfolge von Blöcken, beispielsweise A-B-A, aufweisen.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden Polymere eingesetzt, die eine durch die Buchstabenfolge A-B oder A-B-A charakterisierbare Abfolge von Monomeren aufweisen.
Als Monomere, die das erfindungsgemäß eingesetzte Polymere aufbauen, eignen sich beispielsweise vinylaromatische Monomere wie Styrol und dessen substituierte Analoga, beispielsweise α-Methylstyrol, oder kernsubstituierte Styrolderivate, wobei als Substituenten beispielsweise lineare oder verzweigte Alkylgruppen wie in o-Methylstyrol, p-Methylstyrol, p-tert.-Butyl-methylstyrol oder 1 ,3-Dimethylstyrol, Alkoxygruppen, oder Halogene geeignet sind. Ebenfalls geeignet sind 1 ,2-ungesättigte Alkene wie Ethylen, Propylen oder Butylen. Besonders zur Herstellung der Erfindung gemäß einsetzbaren Polymeren geeignet bzw. anteilig im Rahmen einer solchen Herstellung einsetzbar sind Verbindungen, die mindestens zwei olefinisch ungesättigten Doppelbindungen aufweisen. Insbesondere sind dies Isobuten, Butadien, Isopren, 2,3-dimethyl-1 ,3-
Butadien, 1 ,3-Pentadien oder 1 ,3-Hexadien. Die genannten Monomeren können, wie oben bereits erwähnt, zur Herstellung von Homo- oder Copolymeren eingesetzt werden. Hierbei können die obengenannten Monomeren sowohl alleine als auch in Form von Gemischen aus zwei oder mehr der genannten Monomeren eingesetzt werden.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden als Polymere Blockcopolymere eingesetzt, die mindestens einen Block aufweisen, der aus Styroleinheiten oder Einheiten aufgebaut ist, die überwiegend durch Polymerisation von Styrol oder Styrolderivaten erhältlich sind und mindestens einen weiteren Block, der durch Polymerisation von Monomeren mit mindestens zwei olefinisch ungesättigten Doppelbindungen erhältlich ist, wobei ein solches Polymeres mindestens eine olefinisch ungesättigte Doppelbindung aufweist. Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden als Polymere Blockcopolymere eingesetzt, die eine A-B-A oder eine A-B Struktur aufweisen, wobei der mit A bezeichnete Block im wesentlichen aus Styrolmonomeren aufgebaut ist und der mit B bezeichnete Block zumindest teilweise, vorzugsweise jedoch im wesentlichen aus Isopren- oder Butadienmonomeren erhältlich ist. Es ist im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ebenso möglich, daß ein Block B neben Butadien- oder Isoprenmonomeren noch ein oder mehrere Comonomere aufweist. In diesem Fall ist es bevorzugt, wenn als Comonomere bei der Herstellung eines solchen Blocks beispielsweise Ethylen, Propylen oder Butylen eingesetzt werden.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff eingesetzten Polymeren weisen eine
Glasübergangstemperatur (Tg) von etwa -100 bis etwa 50 °C auf. Wenn als Polymeres ein Copolymeres mit Blockstruktur eingesetzt wird, so ist es vorteilhaft,
wenn die verschiedenen Blöcke, die zum Aufbau des Blockcopolymeren beitragen, verschiedenen Glasübergangstemperaturen aufweisen. Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden in den obengenannten A-B-A Blockcopolymeren oder in den A-B Blockcopolymeren die Blöcke A und B derart eingestellt, daß ein Block A eine Glasübergangstemperatur von etwa 60 bis etwa 130 °C, insbesondere etwa 75 bis etwa 110 °C aufweist.
Geeignete Blöcke B, die beispielsweise mindestens eine olefinisch ungesättigte Doppelbindung aufweisen können, weisen Glasübergangstemperaturen in einem Bereich von etwa -120 bis etwa -20 °C auf. Wenn als Blöcke B beispielsweise Blöcke eingesetzt werden, die auf Basis von Butadien-Monomeren aufgebaut sind, so weisen diese Blöcke insbesondere eine Gläsübergangstemperatur von etwa -120 bis etwa -60 °C auf. Wenn als Blöcke B beispielsweise Blöcke eingesetzt werden, die auf Basis von Isopren-Monomeren aufgebaut sind, so weisen diese Blöcke insbesondere eine Glasübergangstemperatur von etwa -90 bis etwa -20 °C auf.
Wenn im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Polymere Blockcopolymere eingesetzt werden, dann hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn ein zumindest überwiegend auf Styrol oder Styrolderivaten basierender Block A ein Molekulargewicht von etwa 1000 bis etwa 25.000, beispielsweise von etwa 5000 bis etwa 15.000 aufweist. Entsprechende Blöcke B, die zumindest teilweise auf Isopren oder Butadien basieren, weisen im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ein Molekulargewicht von etwa 40.000 bis etwa 300.000, beispielsweise etwa 80.000 bis etwa 250.000 oder etwa 100.000 bis etwa 200.000 auf.
Polymere, insbesondere Blockcopolymere, wie sie im Rahmen der vorliegenden
Erfindung in den entsprechenden Schmelzhaftklebstoffe eingesetzt werden können, lassen sich in bekannter Weise durch radikalische oder ionische Polymerisationsverfahren herstellen. Wenn das in einem erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff eingesetzte Polymere einen Blockcopolymeres ist, so läßt es sich vorteilhafterweise durch ionische Polymerisation herstellen. Zur Herstellung eines A-B-A Triblockcopolymeren kann beispielsweise zunächst ein vinylaromatisches Monomeres, beispielsweise Styrol, in einem inerten Kohlenwasserstoffelösemittel in der Gegenwart eines ionischen Initiators, beispielsweise einer Li-organischen Verbindung, im wesentlichen vollständig umgesetzt werden. Anschließend kann beispielsweise ein Monomeres zugesetzt werden, das eine konjugierte Doppelbindung aufweist, beispielsweise Butadien oder Isopren. Anschließend wird wiederum bis zur im wesentlichen vollständigen Polymerisation umgesetzt. Zur Herstellung eines letzten Blocks im Blockcopolymeren kann nun wieder ein vinylaromatisches Monomeres, beispielsweise Styrol oder ein Styrolderivat, zugegeben werden. Nachdem auch diese Verbindung vollständig umgesetzt wurde kann die Polymerisation durch Zugabe eines geeigneten Abbruchmittels beendet werden. Als Abbruchmittel eignen sich insbesondere primäre oder sekundäre Alkohole, beispielsweise Methanol, Ethanol, 2-Ethylhexanol oder Monoepoxyverbindungen wie Ethylenoxid, Propylenoxid oder Phenylglycidylether.
Als Lösemittel zur Herstellung derartiger Blockcopolymere eignen sich beispielsweise Cyclohexan, Cyclopentan oder deren Gemische, wobei in untergeordneten Mengen noch lineare oder verzweigte Alkane mit 5 bis 7 C- Atomen, beispielsweise n-Hexan, Isopentan oder n-Pentan im Lösemittelgemisch vorliegen können. Besonders geeignet sind Cyclohexan, Cyclohexan/n-Hexan- Gemische, Cyclohexan/lsopentan/n-Hexan-Gemische sowie Cyclopentan und Cyclopentan/Isopentan-Gemische.
Der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff kann neben den oben genannten Polymeren, die mindestens eine olefinisch ungesättigte Gruppe aufweisen, noch ein oder mehrere weitere Polymere aufweisen; Hierzu zählen beispielsweise gesättigte oder olefinisch ungesättigte Polymere, wie sie durch radikalische oder ionische Polymerisation olefinisch ungesättigter Monomerer herstellbar sind. Besonders geeignet sind in diesem Zusammenhang Polymere, wie sie durch Polymerisation von Acrylsäure oder Methacrylsäure oder deren Derivaten, insbesondere den Estern mit Monoalkoholen mit 1 bis 6 C-Atomen, oder durch Polymerisation von Vinylacetat, gegebenenfalls mit einem weiteren olefinisch ungesättigten Comonomeren, erhältlich sind.
Ebenfalls als Bestandteile des erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffs geeignet sind Polymere, wie sie durch Polykondensation oder Polyaddition geeigneter Monomerer erhältlich sind. Hierzu zählen beispielsweise Polyether, Polyester, Polyamide, Polyurethane, Silikone oder Polyolefine, beispielsweise Polyethylen oder Polypropylen oder deren Copolymeren.
Der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff enthält etwa 10 bis etwa 80 Gew.- %, beispielsweise etwa 15 bis etwa 70 Gew.-% oder etwa 20 bis etwa 60 Gew.-% des ungesättigten Polymeren oder eines Gemischs aus zwei oder mehr der oben genannten ungesättigten Polymeren.
Neben dem oben beschriebenen Polymeren oder zwei oder mehr der oben beschriebenen Polymere enthält der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff noch mindestens eine partikelförmige anorganische Verbindung, die einen mittleren Teilchendurchmesser d 50 von 0,05 bis 300 μm aufweist.
Geeignete partikelförmige anorganische Verbindungen sind beispielsweise
Metalloxide, -carbonate, -sulfate oder -hydroxide die bei den Verarbeitungs- und Anwendungsbedingungen des erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffs stabil sind, d.h., keine chemischen oder physikalischen Veränderungen durchlaufen, die einer Anwendung des entsprechenden Metalloxids in den erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffen entgegenstehen und darüber hinaus mit den weiteren im Schmelzhaftklebstoff enthaltenen Substanzen keine im Hinblick auf die den Schmelzhaftklebstoff bestimmenden Eigenschaften nachteiligen
Wechselbeziehungen eingehen. Geeignete partikelförmige anorganische Verbindungen sind beispielsweise TiO2, SnO2, PbO2, SiO2 (Stishovit), MnO2, MgF2, GeO2) NbO2) ZnO2, CaCO3, MgO, CaO oder Ruß.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als partikelförmige anorganische Verbindung TiO2 oder SnO2 oder ZnO2 eingesetzt.
Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt, daß die partikelförmige anorganische Verbindung als Kristallstruktur eine Rutil-Struktur aufweist.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung eingesetzten, partikelförmigen anorganischen Verbindungen können beispielsweise vollständig, d. h. zu 100%, aus den obengenannten Verbindungen bestehen. Es ist jedoch ebenso möglich, Verbindungen als partikelförmige anorganische Verbindung einzusetzen, die nur zu etwa 70, etwa 80 oder etwa 90% oder darüber aus dem obengenannten Verbindungen bestehen. Neben den obengenannten Verbindungen können die partikelförmigen anorganischen Verbindungen beispielsweise noch Aluminium, Silizium, Mangan, Antimon oder Zirkonium oder deren Salze oder Oxide enthalten.
lm Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als partikelförmige anorganische Verbindung TiO2 eingesetzt, wobei der Gehalt an TiO2, bezogen auf die partikelförmige anorganische Verbindung, mindestens etwa 75 Gew.-% beträgt. Vorzugsweise liegt der Gehalt einer solchen Verbindung an AI2O3 bei weniger als etwa 6,5 Gew.-%. Der Gehalt an SiO2 liegt vorzugsweise bei weniger als etwa 11 Gew.-%, jeweils bezogen auf die partikelförmige anorganische Verbindung.
Die Teilchengröße d50 der im Rahmen der vorliegenden Erfindung eingesetzten partikelförmigen anorganischen Verbindung liegt vorzugsweise in einem Bereich von etwa 0,1 bis etwa 200 μm, beispielsweise etwa 0,5 bis etwa 100 μm oder dazwischen. Geeignete Teilchengrößen sind beispielsweise 0,25 bis etwa 10 μm, beispielsweise 0,3 bis etwa 5 μm, wobei eine geeignete Obergrenze für die Teilchengröße auch unterhalb des angegebenen Werts, beispielsweise bei 4, 3, 2 oder 1 μm liegen kann.
Die Teilchengröße kann dabei mittels allgemein bekannter Meßmethoden ermittelt werden, beispielsweise durch Sieben, Sedimentation oder Lichtstreuung.
Besonders geeignet sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung TiO2-Typen, wie sie von der Firma DuPont unter der Bezeichnung R-700, R-900, R-902, R-706, R- 960 oder R-931 angeboten werden. Ebenfalls geeignet sind dieTι"O2-Typen der Firma Kronos, beispielsweise die Typen 1001, 1014, 1071 , 1074, 1075, 1077, 1080, 1171 , 2044, 2047, 2056, 2059, 2063, 2063S, 2160, 2190, 2300, 2310, 2073, 2220, 2222, 2230, 2250, 2257, 2400, 2080, 2081 , 2084, 2087, 2000 oder 3025. Die genannten Verbindungen können im Rahmen der vorliegenden Erfindung im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff jeweils alleine oder als Gemisch aus zwei oder mehr der genannten Verbindungen vorliegen.
Der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff enthält die partikelförmige anorganische Verbindung oder das Gemisch aus zwei oder mehr partikelförmigen an organischen Verbindungen vorzugsweise in einer Menge von etwa 0,01 bis etwa 15 Gew.-%, insbesondere in einer Menge von etwa 0,1 bis etwa 10 Gew.-%. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt die Menge an partikelförmiger anorganischer Verbindung oder die Gesamtmenge an Gemisch aus zwei oder mehr partikelförmigen anorganischen Verbindungen im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff weniger als etwa 5 Gew.-%, beispielsweise etwa 0,2 bis etwa 2 Gew.-%. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt der Anteil an partikelförmiger anorganischer Verbindung im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff bei weniger als etwa 1 ,5 Gew.-% oder darunter, beispielsweise bei weniger als 1 ,4 Gew.-%, weniger als 1,3 Gew.-%, weniger als 1 ,2 Gew.-% oder weniger als 1 ,1 Gew.-%. In besonderen Fällen hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Anteil an Partikelförmiger anorganischer Verbindung oder an Gemisch aus zwei oder mehr partikelförmigen anorganischen Verbindungen bei weniger als 1 Gew.- %, beispielsweise weniger als 0,9 Gew.-% liegt. Geeignete Mengen an partikelförmiger anorganischer Verbindung können beispielsweise bei einem Anteil von etwa 0,3 bis etwa 0,85 Gew.-%, beispielsweise bei etwa 0,75 Gew.-% liegen. Die obengenannten Angaben beziehen sich auf das Gesamtgewicht des Schmelzhaftklebstoffs.
Die erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffe können neben den oben genannten Bestandteilen noch weitere, üblicherweise in Schmelzhaftklebstoffen eingesetzte Bestandteile enthalten. Hierzu zählen beispielsweise Tackifier, Weichmacher, Stabilisatoren, Wachse, Antioxidantien und organische UV- Stabilisatoren.
Als Tackifier eignen sich beispielsweise Kohlenwasserstoffharze, synthetische Polyterpene, Harzester und natürliche Terpene die bei Raumtemperatur zumindest hochviskose, vorzugsweise jedoch dimensionsstabil sind. Die Schmelzbzw. Erweichungstemperatur solcher Tackifier sollte in einem Bereich von etwa 70 °C bis etwa 135 °C, vorzugsweise von etwa 85 °C bis etwa 120 °C liegen. Beispiele für geeignete Tackifierharz wird sind natürliche und modifizierte Kolophoniumharze wie Gummikolophonium, Holzkolophonium, Tallölharz, destillierte Harze, hydrierte Harze, dimerisierte oder polymerisierter Harze, Glyzerin- und Pentaerythritester von natürlichen und modifizierten Harzen wie die Glyzerinester von Holzkolophonium, die Glyzerinester von hydriertem Kolophonium, die Glyzerinester von polymerisiertem Kolophonium, die Pentaerythritester von hydriertem Kolophonium und phenolmodifizierte Pentaerythritester von Kolophonium, Copolymere und Terpolymere von natürlichen Terpenen, beispielsweise Styrol/Terpen- und α-Methylstyrol/Terpen- Copolymere, Polyterpenharze mit einem Erweichungspunkt, wie er sich durch die ASTM-Methode E28-58T bestimmen läßt, von etwa 80 bis etwa 150 °C, wobei derartige Polyterpenharze üblicherweise durch die Polymerisation von Terpenkohlenwasserstoffen wie Pinen in Gegenwart von Friedel-Crafts Katalysatoren bei niedrigen Temperaturen erhältlich sind, sowie die Hydrierungsprodukte derartiger Polyterpenharze, phenolmodifizierte Terpenharze und deren hydrierte Derivate, beispielsweise ein Harzprodukt wie es aus der Kondensation eines bicyclischen Terpens und eines Phenols in saurem Medium resultiert, aliphatische Kohlenwasserstoffe mit einem Ball-und-Ring Erweichungspunkt von etwa 70 bis etwa 135 °C, wobei die letztgenannten Verbindungen sich beispielsweise durch Polymerisation von Monomeren erhalten lassen, die im wesentlichen aus Olefinen und Diolefinen bestehen, wobei deren hydrierte Produkte ebenfalls eingesetzt werden können. Ebenfalls als Tackifierharze geeignet sind aromatische Kohlenwasserstoffharze und gemischte aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffharze sowie deren hydrierte Derivate. Weiterhin lassen sich als Tackifierharze auch alicyclische
Kohlenwasserstoffharze und deren hydrierte Derivate einsetzen.
Der Anteil an Tackifiern im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beträgt etwa 10 bis etwa 80 Gew.-%, beispielsweise etwa 20 bis etwa 75 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des
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Als Weichmacher lassen sich beispielsweise oligomere und polymere Olefine mit niedrigem Molekulargewicht sowie pflanzliche und tierische Fette und Öle sowie deren Derivate einsetzen. Weichmacher, die sich von auf Erdöl basierenden Stoffen ableiten, sind in der Regel Verbindungen mit einem hohen Siedepunkt, die üblicherweise nur einen geringen Anteil, vorzugsweise weniger als 30 Gew.-% oder weniger als 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Öls, an aromatischen Kohlenwasserstoffen aufweisen. Es ist ebenso möglich ein Öl als Weichmacher einzusetzen, das im wesentlichen frei von aromatischen Bestandteilen ist.
Als oligomere oder polymere Weichmacher können beispielsweise Polypropylen, Polybutylen, hydriertes Isopren, hydriertes Polybutadien, Polypiperylen oder Copolymere von Piperylen und Isopren oder dergleichen eingesetzt werden. Geeignete oligomere oder polymere Weichmacher weisen ein Molekulargewicht von etwa 300 bis etwa 10.000 auf. Ebenfalls geeignet sind pflanzliche oder tierische Öle, beispielsweise die Glyzerinester von üblichen Fettsäuren und deren Polymerisationsprodukte.
Die Weichmacher können im erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff in einer Menge von bis zu etwa 35 Gew.-% enthalten sein. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält der Schmelzhaftklebstoff etwa 0,1 bis etwa 20, beispielsweise etwa 0,5 bis etwa 15 oder 1 bis etwa 10 Gew.-% an
Weichmacher.
Darüber hinaus kann der erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff in einer Menge von bis zu etwa 15 Gew.-%, beispielsweise etwa 0,5 bis etwa 7 Gew.-%, Wachse enthalten. Geeignete Wachse sind beispielsweise Polyethylenwachse oder synthetische Paraffinwachse.
Neben den bereits genannten Verbindungen kann ein erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff noch organische Stabilisatoren enthalten. Unter "organischen Stabilisatoren" werden im Rahmen des vorliegenden Textes Verbindungen verstanden, welche die Komponenten des Schmelzhaftklebstoffs vor thermisch oder oxidativ induzierter Veränderung oder vor durch Einwirkung energiereicher Strahlung induzierter Veränderung schützen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können als organische Stabilisatoren Verbindungen eingesetzt werden, die entweder vor thermischer, vor oxidativer oder vor strahlungsinduzierter Veränderung schützen. Es können jedoch . ebensogut Substanzen eingesetzt werden, die einen Schutz vor zwei oder mehr der genannten Indikationen bewirken.
Geeignete Stabilisatoren sind beispielsweise 2-(Hydroxyphenyl)-benzotriazol, 2- Hydroxybenzophenon, Alkyl-2-cyano-3-phenylcinnamat, Phenylsalicylat oder 1 ,3,5-Tris(2,-hydroxyphenyl)triazin. Ebenfalls geeignet sind Antioxidantien der Irganox ® Serie, wie sie durch die Firma Ciba-Geigy (jetzt Novartis) vertrieben werden. Weiterhin geeignet sind Distearyl-Pentaerythritdiphosphat-Verbindungen, beispielsweise Weston ® 617 von Borg-Warner Chemicals. Ebenfalls geeignet sind beispielsweise die folgenden Verbindunen: der Octadecylester von 3,5- Bis(1,1-dimethylethyl)-4-hydroxybenzylpropansäure (Irganox ©1076), 2,4-Bis(n- octylthio)-6-(4-hydroxy-3,5-di-tert- butylanilino)-1 ,3,5-Triazin (Irganox ® 565), 2-
tert-Butyl -6-(3-tert-butyl-2-hydroxy-5-methylbenzyl)-4-methylphenylacrylat
(Sumilizer GM), Phosphit-Antioxidantien wie Tris-(Nonylphenyl)phosphit (TNPP), Tris(mono-nonylphenyl)phosphit und Tris(di-nonylphenyl)phosphit (Polygard HR), Bis(2,4-di-tert-butylphenyl)pentaerythritdiphosphit (Ultranox 626), Tris(2,4-di-tert- butylphenyl)phosphit (Irgafos 168) und Kombinationen aus 2 oder mehr der oben genannten Verbindungen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders geeignete Lichtschutzmittel (UV-Schutzmittel) sind beispielsweise die Lichtschutzmittel der Tinuvin®-Reihe, insbesondere Bis(2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidyl)sebazat (Tinuvin 770 DF) oder 2- (2'-Hydroxy-5'-methyl-phenyl)benzotriazol (Tinuvin P) oder deren Gemisch. Die genannten UV-Schutzmittel können jeweils alleine oder als Gemisch mit einem oder mehreren der oben genannten Stabilisatoren in den erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffen eingesetzt werden.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der erfindungsgemäße Schmelzklebstoff etwa 0,01 bis etwa 5 Gew.-%, beispielsweise etwa 0,1 bis etwa 3 oder etwa 0,2 bis etwa 2 Gew.-% eines organischen Stabilisators enthalten. Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält der erfindungsgemäße Schmelzhaftstoff mindestens einen Stabilisator, der vor lichtinduziertem Abbau der im Schmelzhaftklebstoff enthaltenen Komponenten, insbesondere vor durch UV-Strahlung induziertem Abbau, schützt. Der Anteil eines solchen UV- Stabilisators am gesamten Schmelzklebstoff beträgt im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung etwa 0,1 bis etwa 1,5, beispielsweise etwa 0,3 bis etwa 1 Gew.-%.
Die erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoffe weisen bereits ohne Anwesenheit
eines organischen Stabilisators ausreichende Stabilität gegenüber UV-Strahlung auf. Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfinden enthält der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff jedoch mindestens eine anorganische partikelförmige Verbindung, wie oben beschrieben, und zusätzlich mindestens einen organischen UV-Stabilisator. Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können beispielsweise eine Partikelförmige, anorganische Verbindung, wie oben beschrieben, und ein Gemisch aus zwei oder mehr, beispielsweise drei, vier oder fünf organische Stabilisatoren, beispielsweise UV-Stabilisatoren, im erfindungsgemäßen Schmelzklebstoff enthalten sein. Es ist jedoch ebenso möglich, daß beispielsweise zwei oder mehr unterschiedliche anorganische partikelförmige Verbindungen und ein oder mehrere Stabilisatoren, beispielsweise ein oder mehrere UV-Schutzmittel, im erfindungsgemäßen Schmelzklebstoff enthalten sind.
Das Gewichtsverhältnis von anorganischer, partikelförmiger Verbindung oder des Gemischs aus zwei oder mehr anorganischen, partikelförmigen Verbindungen zum organischen UV-Stabilisator oder zum Gemisch aus zwei oder mehr UV- Stabilisatoren beträgt in diesem Fall etwa 1:100 bis etwa 100:1, beispielsweise etwa 1:50 bis etwa 50:1 oder etwa 1:10 bis etwa 10:1. Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt das Verhältnis von anorganischer partikelförmiger Verbindung zu organischem UV-Stabilisator etwa 3:1 bis etwa 1:2.
Ein erfindungsgemäßer Schmelzhaftklebstoff weist im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform etwa die folgende Zusammensetzung auf:
- etwa 15 bis etwa 40 Gew.-% eines ungesättigten Polymeren
etwa 35 bis etwa 65 Gew.-% eines mit dem Polymeren kompatiblen Tackifierharzes,
- 0 bis etwa 35 Gew.-% eines Weichmachers,
- etwa 0,2 bis etwa 4 Gew.-Teile eines Stabilisators,
- 0 bis etwa 15 Gew.-% Wachs und
etwa 0,5 bis etwa 5 Gew.-% der oben beschriebenen partikelförmigen anorganischen Verbindung.
Der erfindungsgemäße Schmelzhaftklebstoff läßt sich auf verschiedene Arten herstellen. So können beispielsweise die den Schmelzhaftklebstoff ergebenden Komponenten in der Schmelze oder in einem Lösemittel in beliebiger Reihenfolge Vermischt und anschließend abgekühlt oder vom Lösemittel befreit werden. Es ist jedoch ebenso möglich, daß eine oder mehrere der im Schmelzhaftklebstoff enthaltenen Komponenten im Rahmen der Polymerisation des im Schmelzhaftklebstoff enthaltenen Polymeren bereits vor, während oder kurz nach der Polymerisation zugegeben wird.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der Schmelzhaftklebstoff dadurch hergestellt, daß mindestens ein ungesättigtes Polymeres und eine partikelförmige anorganische Verbindung, wobei die partikelförmige anorganische Verbindung einen mittleren Teilchendurchmesser d50 von 0,05 bis 300 μm aufweist, vermischt werden.
Im Rahmen einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird beispielsweise zunächst der Weichmacher vorgelegt und anschließend auf eine Temperatur von etwa 130 bis etwa 200 °C, beispielsweise etwa 150 bis etwa 190 °C, gebracht, anschließend wird das Tackifierharz im Weichmacher gelöst. In dieses Gemisch wird das Polymere oder das Gemisch aus zwei oder mehr Polymeren unter Rühren eingetragen, bis eine zumindest im wesentlichen homogene Mischung erreicht ist. Anschließend werden die verbleibenden Komponenten, beispielsweise UV-Lichtschutzmittel, Alterungsschutzmittel und die anorganische partikelförmige Verbindung oder das Gemisch aus zwei oder mehr davon, eingetragen und homogen verteilt. Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung jedoch ebenfalls vorgesehen, daß eine oder mehrere der vorstehend beschriebenen Stufen in anderer Reihenfolge durchgeführt werden, beispielsweise, daß ein oder mehrere der verbleibenden Komponenten, beispielsweise UV-Lichtschutzmittel oder Alterungsschutzmittel oder die anorganische partikelförmige Verbindung oder das Gemisch aus zwei oder mehr davon, vor oder während der Zugabe des Polymeren eingetragen werden.
Die Schmelzhaftklebstoffe gemäß der vorliegenden Erfindung können zur Herstellung haftklebriger Gegenstände eingesetzt werden. Hierzu wird ein Gegenstand mit dem erfindungsgemäßen Haftklebstoff im schmelzflüssigen Zustand beschichtet, wobei die Schicht nach Abkühlung des Schmelzhaftklebstoffs eine auf dem Gegenstand verbleibende, haftklebrige Schicht ergibt.
Als mit dem Schmelzhaftklebstoff beschichtbare Gegenstände kommen grundsätzlich alle Gegenstände in Frage, die eine ausreichend große Fläche haben um zum einen mit dem Schmelzhaftklebstoff beschichtet werden zu können und zum anderen mit der baftklebrigen, beschichteten Seite eine Verbindung zu
einem weiteren Gegenstand eingehen zu können. Geeignete Gegenstände können kugelförmig, ellipsoid, kegelförmig, zylindrisch, quaderförmig oder würfelförmig sein oder auch eine beliebige andere Raumform aufweisen, solange der Gegenstand eine im oben beschriebenen Sinne beschichtbare Fläche aufweist.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden jedoch solche Gegenstände beschichtet, die eine bahn- oder bogenförmige Ausgestaltung aufweisen. Derartige Gegenstände werden im Rahmen des vorliegenden Textes auch als Trägermaterialien bezeichnet. Bahnoder bogenförmige Gegenstände sind beispielsweise Trägerbahnen oder -bögen aus natürlichen oder synthetischen Materialien. Hierunter fallen beispielsweise Papierbahnen oder Papierbögen oder Kunststoffbahnen oder Kunststoffbögen, wie sie aus einer Vielzahl von synthetischen Polymeren hergestellt werden können.
Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei dem Trägermaterial um ein bandförmiges Material, das mindestens ein synthetisches Polymeres oder eine Gemisch aus zwei oder mehr synthetischen Polymeren enthält. Geeignete Polymere sind beispielsweise Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyamid, Polyester wie Polyethylenterephthalat oder Gemische aus zwei oder mehr der genannten Polymeren.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein haftklebriger Gegenstand, mindestens aufweisend ein Trägermaterial mit zwei oder mehr Seiten, wobei mindestens eine Seite mit einem erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beschichtet ist und wobei der Schmelzhaftklebstoff die mindestens eine Seite
teilweise oder vollständig bedeckt.
Wenn es sich beim Trägermaterial, wie im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt, um ein bandförmiges Trägermaterial handelt, das im Wesentlichen zwei beschichtbare Seiten aufweist, so können beide Seiten derart beschichtet sein, daß sie klebrige Eigenschaften aufweisen. Es ist in diesem Fall möglich, daß nur eine Seite mit einem erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beschichtet ist, es ist jedoch ebenso gut möglich, daß beide Seiten mit einem erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beschichtet sind. In diesem Fall können die auf beide Seiten aufgetragenen Schmelzhaftklebstoffe identische Zusammensetzungen aufweisen, es können jedoch auch auf beiden Seiten jeweils Schmelzhaftklebstoffe mit unterschiedlicher Zusammensetzung aufgetragen sein.
Die haftklebrigen Gegenstände gemäß der vorliegenden Erfindung lassen sich beispielsweise dadurch herstellen, daß ein schmelzflüssiger Strom des Schmelzhaftklebstoffs auf mindestens einer Seite des Trägermaterials abgeschieden und abgekühlt wird. Die nach dem Abkühlen vorliegende, haftklebrige Seite kann anschließend mit einer Abdeckschicht versehen werden, die sich leicht vom Schmelzhaftklebstoff lösen läßt, jedoch ausreichend fest mit ihm verbunden ist, um bei normalem Gebrauch dem Schmelzhaftklebstoff gegen unerwünschtes Verkleben und gegen Verschmutzung zu schützen.
Geeignete Extrusionsverfahren zur Herstellung haftklebriger Gegenstände werden beispielsweise in der WO 99-15599 beschrieben. Ebenfalls möglich ist ein Auftrag mittels Düse oder Breitschlitzdüse sowie Walzen- oder Siebdruckauftrag.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert.
Beispiele:
Zur Überprüfung der UV-Beständigkeit des erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebers wurden ein erfindungsgemäßer und ein nicht erfindungsgemäßer Schmelzhaftklebstoff auf ihre UV-Beständigkeit untersucht.
1. Schmelzhaftklebstoff mit ausschließlich organischem UV-Stabilisator
Als Vergleich wurde ein Schmelzhaftklebstoff mit organischem UV- Stabilisator eingesetzt, wobei der Schmelzhaftklebstoff die folgende Zusammensetzung aufwies:
30 Gew.-% eines Styrol-Isopren-Styrol (SIS) Copolymeren
15 Gew.-% eines naphthenischen Mineralöls
53 Gew.-% eines Tackifierharzes auf Kohlenwasserstoffbasis
0,6 Gew.-% Tinuvin 770 DF
1,4 Gew.-% Irganox 1010 (Oxidationsschutzmittel)
2. Erfindungsgemäßer Schmelzhaftklebstoff
Als erfindungsgemäßer Schmelzhaftklebstoff wurde ein Schmelzhaftklebstoff der folgenden Zusammensetzung eingesetzt:
30 Gew.-% eines Styrol-Isopren-Styrol (SIS) Copolymeren
15 Gew.-% eines naphthenischen Mineralöls
53 Gew.-% eines Tackifierharzes auf Kohlenwasserstoffbasis
0,5 Gew.-% Ti02 (Kronos 2056)
0,1 Gew.-% Tinuvin 770 DF
1 ,4 Gew.-% Irganox 1010 (Oxidationsschutzmittel)
Mit den oben genannten Klebstoffen 1 und 2 wurden Beschichtungen auf einem Hakenbandmuster vorgenommen. Die Proben wurden mit einer Osram Ultra- Vitalux-Lampe mit 300 Watt bestrahlt. Das Auftragsgewicht betrug 110 g/m2.
Die Proben wurden sofort nach Auftrag des Klebstoffs, nach 3 Tagen Bestrahlung, nach 4 Tagen Bestrahlung und nach 1000 Std. Bestrahlung auf ihre Eigenschaften untersucht. Hierbei wurden folgende Testverfahren eingesetzt:
PSTC-1
Das mit den erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beschichtete und auf eine Stahlunterlage aufgeklebte Klebeband wird im Winkel von 180° zur Stahlunterlage abgezogen. Gemessen wird die zum Abziehen des Klebestreifens benötigte Kraft.
Loop Tack in Anlehnung an FTM-9
Beim Loop Tack wird die Klebkraft gemessen, die sich nach einer Berührung zwischen einem mit dem erfindungsgemäßen Schmelzhaftklebstoff beschichteten Klebeband und einer Stahlunterlage ohne äußere Krafteinwirkung beim anschließenden Abziehen ergibt. Hierzu wird eine Schleife eines mit Klebstoff beschichteten Klebebandes mit einer Stahlfläche in Berührung gebracht und die
zum anschließenden senkrecht zur Stahloberfläche Abziehen senkrecht zur Stahloberfläche benötigte Kraft gemessen.
PSTC-7
Bei diesem Test wird ein auf der Oberfläche einer senkrecht angebrachten Stahlunterlage mittels eines Schmelzhaftklebers aufgeklebtes Band mit einem Gewicht von 1kg in einem Winkel von 180° zur Oberfläche der Stahlunterlage belastet. Gemessen wird die Zeit bis zur vollständigen Ablösung des Klebebands von der Unterlage.
Die oben genannten Tests ergaben folgende Ergebnisse: