Beschreibung
Administrationsschutz von Gruppen innerhalb öffentlicher Vermittlungssysteme
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vermittlungsstelle zum Anschluß von Fernsprechobjekten an ein Fernsprechnetz, in der mittels Eingabe von Kommandos über ein Terminal durch berechtigte Operatoren Betriebsfunktionen administriert wer- den, wie es im Oberbegriff des beigefügten Anspruches 1 beschrieben ist, und ein in dieser Vermittlungsstelle angewendetes Verfahren zum Administrieren von Betriebsfunk- tionen, wie es im Oberbegriff des beigefügten Anspruches 9 beschrieben ist.
In eine Vermittlungsstelle in einem Fernsprechnetz können mehrere Fernsprechobjekte, z. B. an dieser Vermittlungsstelle angeschlossene Telefonendgeräte oder Telefonnebenstellenanlagen von Endgeräten, zu Gruppen zusammengefaßt werden. Diese Gruppenbildung ist z. B. im CENTREX-Dienst (Centralised Office Exchange Service) sinnvoll.
CENTREX ist ein spezieller Dienst in einem Netzknoten, d. h. in einer Vermittlungsstelle, der einem Teil der angeschlosse- nen Endgeräte von Teilnehmern die Funktionalität ähnlich einer Nebenstellenanlage zur Verfügung stellt.
Vermittlungsstellen können von berechtigten Operatoren bzw. Personen durch Eingabe von Kommandos (z. B. in Man-Machine Language, MML) über ein Terminal administriert werden, d. h. es können Betriebsfunktionen wie z. B. das Einrichten von Endgeräten oder das Zuweisen bestimmter Berechtigungen für Endgeräte bzw. Teilnehmer z.B. hinsichtlich von Leistungsmerkmalen ausgeführt werden.
Beim Stand der Technik ist eine Schutzfunktion der Vermittlungsstelle vor unberechtigten Zugriffen pro einzelnem (MML-)
Kommando lokal pro Vermittlungsstelle implementiert. D.h. ein Operator, der berechtigt ist, Betriebsfunktionen der Vermittlungsstelle zu administrieren, hat Zugriff auf die gesamte Vermittlungsstelle im Rahmen seiner Berechtigungen für diese Vermittlungsstelle (für bestimmte MML-Kommandos) bzw. alle daran angeschlossenen Fernsprechobjekte. Einzelne MML-Kommandos können in der Regel von mehreren Operatoren durchgeführt werden. So können z. B. nicht aufeinander abgestimmte Zugriffe auf einzelne Gruppen von Fernsprechobjekten durchgeführt werden.
Das hat den Nachteil, daß eine betriebssichere Administration bzw. Verwaltung z.B. einzelner Gruppen von Fernsprechobjekten nicht möglich ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit, eine Vermittlungsstelle zum Anschluß von Fernsprechobjekten an ein Fernsprechnetz gemäß dem Oberbegriff des beigefügten Anspruches 1 und ein in dieser Vermittlungsstelle angewendetes Ver- fahren, zum Administrieren von Betriebsfunktionen gemäß dem Oberbegriff des beigefügten Anspruches 9 bereitzustellen, bei denen eine höhere Betriebssicherheit bei der Administrierung von Betriebsfunktionen ermöglicht ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Vermittlungsstelle gemäß dem beigefügten Anspruch 1 und ein in dieser Vermittlungsstelle angewendetes Verfahren zum Administrieren von Betriebsfunktionen gemäß dem beigefügten Anspruch 9 gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Prüfung, ob ein bestimmter Operator zur Administration einer bestimmten Gruppe berechtigt ist, ergeben sich die nachfolgenden Vorteile:
Es erfolgt eine Absicherung gegen unbefugte bzw. versehentli- ehe Administration von nichtautorisierten Operatoren. Weiterhin ergibt sich bei den Telekommunikationsgesellschaften ein Einsparpotential, da durch die Schutzmaßnahme weniger quali-
fiziertes Personal zur Administration eingesetzt werden kann . Außerdem werden Kunden der Telekommunikationsgesellschaften, die in solchen Gruppen organisiert sind, nicht mehr durch unautorisierte oder versehentliche Administration ihrer Tele- kommunikationseinrichtungen behindert bzw . gestört . Der Schutz ist außerdem sowohl lokal ( in einer Vermittlungsstelle) als auch netzweit über das Fernsprechnetz ( in mehreren) Vermittlungsstellen möglich .
Vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den j eweiligen Unteransprüchen wiedergegeben .
Gemäß der vorliegenden Erfindung können in einer Vermittlungsstelle mehrere Gruppen organisiert sein, die j eweils un- terschiedliche Zugriffsberechtigungen aufweisen .
Die einzelnen Gruppen werden mit unterschiedlichen Gruppen- Identifizierungen ( ID ' s ) gekennzeichnet, somit können auf die j eweiligen Gruppen nur diej enigen Operatoren zugreifen, die zur Administration dieser Gruppe berechtigt sind . Dazu wird eine Assoziation der Kennung des Operators mit der Gruppen-ID geschaffen. Die Prüfung der Zugriffsberechtigung erfolgt dann, indem die in einem Verwaltungskommando enthaltene Kennung (User-Identifizierung, User-ID) daraufhin überprüft wird, ob sie mit der Gruppen-ID verknüpft und somit der
Verwaltungsbefehl (mit der j eweiligen User-ID) durch den entsprechenden Operator ausgeführt werden darf .
Die einzelnen Gruppen müssen gemäß der vorliegenden Erfindung nicht auf eine Vermittlungsstelle beschränkt sein . Eine
Gruppe ( z . B . Endgeräte von einer Firma) kann sich auch über mehrere Vermittlungsstellen ( z . B . Filialen einer Firma) erstrecken .
Die Administration einer Gruppe in einer Vermittlungsstelle kann sowohl lokal für eine Vermittlungsstelle als auch zent-
ral für alle Vermittlungsstellen, in der die Gruppe präsent ist, erfolgen.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Vermittlungsstelle; Fig. 2 die schematische Darstellung der
Autorisierungsprüfung in der Vermittlungsstelle; Fig. 3 ein Beispiel für die netzweite Gruppe bei lokaler
Administration; Fig. 4 ein Beispiel für eine netzweite Gruppe bei zentralisierter netzweiter Administration; und
Fig. 5 ein Beispiel für die Schutzwirkung in einer
Vermittlungsstelle .
Anhand von Fig. 1 wird nachfolgend der schematische Aufbau der erfindungsgemäßen Vermittlungsstelle 1 erläutert.
An der Vermittlungsstelle 1 sind die Teilnehmer mit ihren Endgeräten (Fernsprechobjekte) 2a ... 2n angeschlossen. Die Vermittlungsstelle beinhaltet die Vermittlungseinrichtungen 7 zur Vermittlung und Verbindung der Teilnehmer mit dem Fernsprechnetz, wie z. B. die Anschlußeinheiten (Line Cards) zum Anschluß der Endgeräte 2a ... 2n an die Vermittlungsstelle und das Koppelnetz zur Vermittlung der Verbindung. Diese Vermittlungseinrichtungen 7 können durch eine Steuereinrichtung 3 in ihren Betriebsfunktionen gesteuert bzw. administriert werden, wie z. B. das Einrichten neuer Teilnehmer.
Wie bereits eingangs beschrieben, können mehrere Fernsprechobjekte (wie z. B. Endgeräte 2a, 2b oder Nebenstellenanlagen) in einer Gruppe 5 z. B. im CENTREX-Dienst organisiert sein. Dabei wird beispielsweise einer Firma durch die Vermittlungsstelle 1 die Funktionalität einer Nebenstellenanlage zur Ver-
fügung gestellt, ohne daß eine Nebenstellenanlage durch die Firma angeschafft werden muß. Die Anzahl der Fernsprechobjekte, die zu einer Gruppe 5 gehören, ist nicht beschränkt und kann von der Telekommunikationsgesellschaft festgelegt werden. Eine Gruppe kann sich auch netzweit über mehrere Vermittlungsstellen erstrecken, wobei die Fernsprechobjekte dann z. B. zu den Zweigstellen einer Firma gehören.
Die Administration der Betriebsfunktionen erfolgt durch Ein- gäbe von Kommandos (z. B. in der Man-Machine Language, MML) von einem Terminal 6. Die Prüfung, ob ein entsprechend auf die Vermittlungsstelle zugreifender Operator zum Administrieren von Betriebsfunktionen berechtigt ist, erfolgt dabei bei Eingabe eines Kommandos durch den Operator mittels der Prüfungseinrichtung 4. Vorteilhafterweise ist diese Prüfungseinrichtung 4 als Software in der Steuereinrichtung 3 implementiert.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird sicher gestellt, daß lediglich ausgewählte Operatoren von der Telelkommunikations- gesellschaft zugelassen sind, einzelne Gruppen und die darin enthaltenen Fernsprechobjekte zu administrieren. Dadurch wird eine höhere Sicherheit bei der Administration der einzelnen Gruppe gewährleistet, um z. B. nicht aufeinander abgestimmte oder unauthorisierte Zugriffe zu vermeiden.
Dazu wird erfindungsgemäß jeder Gruppe in jeder Vermittlungsstelle, in der die jeweilige Gruppe repräsentiert ist, eine Gruppen-ID zugeordnet.
Aus Fig. 2 geht hervor, daß die Prüfungseinrichtung 4 zur Prüfung einer Zugriffsberechtigung eine Zuordnung eines Operators (im Beispiel mit der User-ID X) und einer Gruppen-ID (im Beispiel mit der Gruppen-ID 99) vornimmt . Eingehende Kommandos enthalten dabei die Kennung (User-ID und/oder Kennwort) des zugreifenden Operators . Die Prüfungseinrichtung prüft anhand gespeicherter Kennungen, ob der j eweilige Opera-
tor berechtigt ist, dieses Kommando an der Gruppe, auf die dieses Kommando ausgerichtet ist, auszuführen.
Bei der Autorisierungsprüfung prüft die Prüfungseinrichtung anhand gespeicherter Kennungen, ob der Operator, von dem die Eingabe stammt, berechtigt ist, dieses Kommando an der Gruppe, auf die dieses Kommando ausgerichtet ist, und somit die darin enthaltenen Fernsprechobjekte zu administrieren. Wenn das der Fall ist, so wird das Kommando akzeptiert, andernfalls abgelehnt. Die Anzahl der verschiedenen Fernsprechobjekte pro Gruppe und somit die Anzahl der verschiedenen (MML-) Kommandos ist gruppenindividuell von der Telekommunikationsgesellschaft einstellbar .
Die Gruppen-ID wird einheitlich für alle Mitglieder einer Gruppe in den einzelnen Vermittlungsstellen vergeben, in denen die Gruppe präsent ist, und somit eine netzweite Gruppe gebildet (z. B. aus allen im Fernsprechnetz vorhandenen Zweigstellen einer Firma) . Dies geschieht durch entsprechende (MML-) Kommandos, die für jedes Mitglied der Gruppe in der entsprechenden Vermittlungsstelle abgesetzt werden.
Weiterhin wird definiert, welche Fernsprechobjekte (z. B. Endgeräte, Nebenstellenanlagen) der Gruppe zugehörig sein sollen und somit die (MML-) Kommandos festgelegt, die zur Administration der Gruppe und der darin enthaltenen Fernsprechobjekte nötig sind.
Der Netzadministrator, der die Kennzeichnungen (IDs) vergibt, hat selber Zugriff auf alle administrativ gestützten Vermittlungsstellen und Gruppen.
Am Beispiel von Fig. 3 wird deutlich, wie der Administrationsschutz für eine netzweite Gruppe bei lokaler Administra- tion funktioniert.
Die netzweite Gruppe (d. h. die einzelnen Mitglieder einer Gruppe) ist in drei Vermittlungsstellen la, lb, lc vertreten. In jeder Vermittlungsstelle la, lb, lc sind die Mitglieder einer Gruppe jeweils mit derselben Gruppen-ID (im Beispiel 99) versehen und dem jeweiligen Operator mit der User-ID X zugeordnet. Somit ist der Zugriff auf die Gruppe mit der Gruppen-ID = 99 und der darin enthaltenen Fernsprechobjekte nicht vom Operator Y möglich, obwohl dieser prinzipiell die Berechtigung hat, Betriebsfunktionen der Vermittlungsstelle zu administrieren.
In einem weiteren Beispiel in Fig. 4 wird der Administrationsschutz für eine netzweite Gruppe bei einer zentralisierten netzweiten Administration erläutert.
Die netzweite Gruppe ist in den drei Vermittlungsstellen la, lb, lc vertreten. In jeder Vermittlungsstelle la, lb, lc sind die Mitglieder der Gruppe mit derselben Gruppen-ID versehen und dem Operator X zugeordnet. Somit ist der Zugriff auf die Gruppe und der Fernsprechobjekte der Gruppe von dem zentralen Operator Y und den direkt an die jeweilige Vermittlungsstelle angeschlossenen Operatoren Yl, Y2, Y3 nicht möglich, obwohl diese Operatoren grundsätzlich die Berechtigung hätten, diese Vermittlungsstellen la, lb, lc zu administrieren. Hier zeigt sich die Abgrenzungsmöglichkeit gegenüber anderen Administrationsstellen der Telekommunikationsgesellschaft bei netzweiter zentraler Administration: außer Operator X hat niemand, auch die durch Operator Y repräsentierte andere netzweite oder die durch die Operatoren Yl, Y2, Y3 repräsentierten lokalen Administrationsstellen nicht, Zugriff auf die Gruppe, obwohl der Operator Y prinzipiell auf die Vermittlungsstellen la, lb, lc bzw. die Operatoren Yl, Y2, Y3 auf die jeweilige Vermittlungsstelle la, lb, lc zugreifen kann.
Somit ist eine totale Abgrenzung bezüglich der Bedienung gegenüber anderen Administrationsstellen der Telekommunikationsgesellschaft möglich, z. B. kann die Grundeinrichtung
von Teilnehmern (Endgeräte) von der weiteren Administration entkoppelt werden.
Anhand von Fig. 5 wird nachfolgend erläutert, wie die Schutz- Wirkung innerhalb einer Vermittlungsstelle funktioniert. Aus dieser Figur wird deutlich, daß der Schutz nicht pro Vermittlungsstelle, sondern innerhalb einer Vermittlungsstelle gruppenindividuell wirksam ist. Operator X kann auf ein Fernsprechobjekt der geschützten Gruppe mit der Gruppen-ID = 99 zugreifen (z. B. auf ein Endgerät eines Teilnehmers), sowie auch auf andere (ungeschützte) Fernsprechobjekte (andere Teilnehmer) . Operator Y kann ebenfalls Teilnehmer administrieren, jedoch nicht diejenigen aus der geschützten Gruppemit der Gruppen-ID = 99.