Technisches Gebiet
Diese Erfindung bezieht sich auf ein PTC-Bauelement, das ein PTC-Polymerelement
und eine Halterung hierfür enthält.
Stand der Technik
PTC-Polymerelemente sind an sich bekannt. Sie bestehen aus einer Matrix aus
einem Polymermaterial, häufig einem Thermoplasten wie Polyethylen, wobei der
Matrix zumindest ein gut leitfähiger Füllstoff zugesetzt ist, etwa ein Metallpulver,
ein anderweitiges leitfähiges Pulver wie TiB2, Graphit oder Ruß. Dabei sollte die
Menge des elektrisch leitfähigen Füllstoffs über einer materialabhängigen
sogenannten Perkolationsgrenze liegen. Es können auch andere Füllstoffe
enthalten sein, etwa solche mit Varistoreigenschaften. Der Materialaspekt des
PTC-Polymerelements spielt für die vorliegende Erfindung keine entscheidende
Rolle und wird hier nicht weiter problematisiert, weil PTC-Polymermaterialien im
Stand der Technik umfangreich dokumentiert sind.
Typisch für PTC-Polymermaterialien ist der PTC-Übergang, der in einem
bestimmten relativ schmalen Übergangstemperaturbereich stattfindet. Bei diesem
PTC-Übergang vergrößert sich der spezifische elektrische Widerstand um viele
Größenordnungen. Ursache hierfür ist eine durch die Temperaturerhöhung
induzierte mechanische Ausdehnung des PTC-Polymermaterials, die die zuvor für
die Leitfähigkeit wesentlichen Zwischenbrücken und Kontakte zwischen den
Füllstoffpartikeln und -agglomerationen schwächt oder gar unterbricht. Der Grund
hierfür liegt daran, daß die thermischen Ausdehnungskoeffizienten des
Matrixmaterials sehr viel größer als diejenigen des Füllstoffs sind. Die
mechanische Ausdehnung des PTC-Polymermaterials im PTC-Übergang kann im
Prozentbereich liegen.
PTC-Polymerelemente werden unter Ausnutzung dieses spezifischen Verhaltens
in verschiedener Weise technisch eingesetzt. Eine Hauptanwendung liegt in der
Begrenzung und Unterbrechung von elektrischen Strömen. Dabei kann der durch
das PTC-Polymerelement fließende und zu unterbrechende Strom durch die
Joulesche Verlustwärme entweder selbst für den PTC-Übergang verantwortlich
sein oder durch äußere Wäremezufuhr ein solcher Übergang induziert werden.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf Anwendungen des PTC-Bauelements als
Widerstand zur Strombegrenzung oder als Schalter zur Stromunterbrechung
eingeschränkt. Andere mögliche Anwendungen sind z.B. selbstregulierende
Heizelemente und Sensoren.
Darstellung der Erfindung
Das der Erfindung zugrundeliegende technische Problem besteht darin, einen im
Hinblick auf die Anwendung auch bei sehr plötzlichen PTC-Übergängen
verbesserten Aufbau eines PTC-Bauelements anzugeben.
Erfindungsgemäß wird hierzu vorgeschlagen ein PTC-Bauelement mit einem
PTC-Polymerelement, das eine Polymermatrix und zumindest einen Füllstoff
aufweist, der elektrisch gut leitfähig ist, und das in einem
Ansprechtemperaturbereich einen PTC-Übergang zeigt, der mit einer starken
Leitfähigkeitserhöhung und einer mechanischen Ausdehnung verbunden ist, und
mit einer Halterung für das PTC-Polymerelement, dadurch gekennzeichnet, daß
die Halterung so ausgelegt ist, daß sie bei einem PTC-Übergang der Ausdehnung
des PTC-Polymerelements innerhalb einer vorgegebenen Ausdehnungsstrecke in
einer Hauptausdehnungsrichtung höchstens eine geringe Gegenkraft
entgegensetzt, und daß die Halterung eine Begrenzungsvorrichtung aufweist, die
so ausgelegt ist, daß bei Überschreiten der vorgegebenen Ausdehnungsstrecke
einer etwaigen weiteren Ausdehnung des PTC-Polymerelements durch die
Begrenzungsvorrichtung eine große Gegenkraft entgegengesetzt wird, um die
Ausdehnung des PTC-Polymerelements zu begrenzen, wobei die vorgegebene
Ausdehnungsstrecke so bemessen ist, daß die Leitfähigkeit des PTC-Polymerelements
stark angestiegen ist, wenn sich das PTC-Polymerelement bis
zu dem äußeren Ende der vorgegebenen Ausdehnungsstrecke ausgedehnt hat,
eine mechanische Überlastung des PTC-Polymerelements jedoch vermieden wird.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Der Erfindung liegt zunächst die Erkenntnis zugrunde, daß sehr plötzliche PTC-Übergänge
zu mechanischen Belastungen oder auch Beschädigungen des PTC-Polymerelements
führen können, und zwar vor allem im Bereich der
Ansprechzone, also dort, wo der eigentliche PTC-Übergang stattgefunden hat und
das Material demzufolge am wärmsten ist. Da die mechanischen Ausdehnungen
bei plötzlichen PTC-Übergängen, insbesondere bei der Begrenzung oder
Unterbrechung von Kurzschlußströmen, im Millisekundenbereich oder noch
schneller auftreten können, werden Teile des PTC-Polymerelements auf
erhebliche Geschwindigkeiten beschleunigt. Dabei kann es durch die
Massenträgheit der beschleunigten Teile am Ende des PTC-Übergangs, also bei
Abschluß der eigentlichen mechanischen Ausdehnung, durch die plötzliche
Verzögerung der kurzzeitig schnellbewegten Teile zu erheblichen Spannungen
innerhalb des PTC-Polymermaterials kommen. Insbesondere in den warmen
Bereichen, die in der Regel auch Bereiche mit verringertem Materialquerschnitt
sind, können dabei mechanische Schäden auftreten, die den Widerstand im
normalleitenden Zustand unerwünschterweise erhöhen oder das PTC-Polymerelement
unbrauchbar machen.
Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, eine Halterung für das PTC-Polymerelement
so auszubilden, daß sie für eine bestimmte vorgegebene
Ausdehnungsstrecke, die der gewünschten Ausdehnung während des PTC-Übergangs
entspricht, eine Ausdehnung des PTC-Polymerelements zuläßt und
dieser höchstens geringe Kräfte entgegensetzt, bei Überschreiten dieser
Begrenzungsstrecke jedoch die Ausdehnung durch deutlich größere Gegenkräfte
begrenzt. Die Trägheitskräfte sollen also von der für diese Begrenzung
vorgesehenen Begrenzungsvorrichtung aufgefangen werden und damit nicht
mehr zu übergroßen Zugspannungen in dem PTC-Polymermaterial selbst führen
können. Wichtig ist hierbei, daß die Kraftbeaufschlagung des PTC-Polymerelements
zweistufig erfolgt. Innerhalb der vorgegebenen
Bewegungsstrecke ist die mechanische Ausdehnung notwendig und erwünscht,
wobei ihre Behinderung durch zu große Gegenkräfte den PTC-Übergang
behindern, schwächen oder verlangsamen könnte. Ist die Ausdehnung jedoch
deutlich größer als diese vorgegebene Strecke, so soll sie möglichst wirksam
begrenzt werden, das PTC-Polymerelement also abgebremst werden.
Da sich der PTC-Übergang über einen bestimmten Bereich vollzieht, in dem der
gewünschte Widerstandsanstieg in solch großem Umfang auftritt, daß gewöhnlich
schon ein Teil dieses Widerstandsanstiegs für die technische Anwendung
ausreicht, ist es nicht unbedingt notwendig, daß die vorgegebene
Ausdehnungsstrecke ganz genau auf den maximal möglichen Bewegungshub im
PTC-Übergang abgestimmt ist. Sie kann vielmehr auch etwas kürzer sein, und
zwar abhängig davon, welche Anforderungen an den PTC-Übergang gestellt
werden. Umgekehrt ist es nicht zwangsläufig schädlich, wenn die vorgegebene
Bewegungsstrecke geringfügig größer als der maximal mögliche Hub im PTC-Übergang
ist. Die wesentlichen Vorteile der Erfindung können auch schon erzielt
werden, wenn nur ein erheblicher Teil des "Überschießens" bei heftigen PTC-Übergängen
abgefangen wird.
Bevorzugte Bereiche für die quantitative Bemessung der vorgegebenen
Ausdehnungsstrecke in Relation zu der maximalen Ausdehnung des PTC-Polymerelements
bei einem PTC-Übergang liegen zwischen 35 %, besser 50 %,
als Untergrenze und 110 %, besser 100 %, als Obergrenze. Dabei ist
wohlgemerkt von der maximalen statischen Ausdehnung des PTC-Polymerelements
auszugehen; bei Messung dieser Ausdehnung müssen also
Überschwingeffekte weggelassen werden. Es wird auf die Erläuterungen im
Rahmen der Beschreibung der Ausführungsbeispiele verwiesen.
Bei sehr vielen Anwendungen sind die PTC-Polymerelemente langgestreckte
Stäbe oder ähnlich geformt. In diesen Fällen spielt im wesentlichen die
Ausdehnung des PTC-Polymerelements in der Längsrichtung dieser Form eine
Rolle, dann kann sich die Erfindung auch darauf beschränken, die Ausdehnung
des PTC-Polymerelements in dieser Längsrichtung zu begrenzen. Mit den
Ausdehnungen in den dazu senkrechten übrigen Richtungen sind bei solchen
Geometrien dann entsprechend geringere Geschwindigkeiten und damit
Trägheitskräfte sowie möglicherweise auch kleinere Massen verbunden. Natürlich
kann die Erfindung aber auch in mehr als einer Richtung angewendet werden.
Dies ist für das Grundprinzip der Erfindung ohne weitere Bedeutung, weswegen
sich diese Beschreibung auf Fälle mit einer Begrenzung in nur einer Richtung
beschränkt.
Im Regelfall wird es am günstigsten sein, das PTC-Polymerelement einseitig zu
haltern, etwa an und mit Hilfe eines elektrischen Kontakts, und die Bewegung des
entgegengesetzten Endes des PTC-Polymerelements zu begrenzen. An diesem
entgegengesetzten Ende kann dann ein flexibel angeschlossener Kontakt
vorgesehen sein. Übrigens kann dieser elektrische Kontakt auch eine wesentliche
Mitursache für die durch die Erfindung zu verhindernden mechanischen Schäden
sein, indem er die Massenträgheit des beschleunigten Teils des PTC-Polymerelements
erhöht. Natürlich kann das PTC-Polymerelement aber auch
beispielsweise mittig gehalten werden und sich von der Mitte aus zu zwei Seiten
hin ausdehnen. Dann können auch zwei (oder mehrere) Begrenzungsvorrichtungen
Anwendung finden.
Es sollte vorzugsweise vermieden werden, daß die Begrenzungswirkung der
Begrenzungsvorrichtung diskontinuierlich einsetzt, also beispielsweise das PTC-Polymerelement
mit einem Ende gegen eine Begrenzungsvorrichtung in Form
eines einfachen Anschlags schlägt, ohne zuvor abgebremst worden zu sein. Eine
solche Vorgehensweise wäre zwar im Bereich der Erfindung, wird jedoch wegen
der stoßartigen Erschütterungen als weniger günstig angesehen. Vielmehr soll die
Begrenzungswirkung kontinuierlich aufgebaut werden, indem vor Einsetzen der im
Sinn der Begriffswahl des Hauptanspruchs großen Gegenkraft bereits eine der
Ausdehnung des PTC-Polymerelements entgegenwirkende Gegenkraft
kontinuierlich ansteigt.
Beispielsweise kann diese kontinuierlich ansteigende Gegenkraft durch ein
elastisches Medium aufgebaut werden, das so ausgelegt ist, daß es in seiner
Wirkung der Begrenzungsvorrichtung vorgeschaltet ist. Hierzu wird auf die
Ausführungsbeispiele verwiesen, in denen verschiedene bevorzugte
Ausführungsformen für das elastische Medium dargestellt sind, nämlich eine
Feder, ein eingeschlossenes Gasvolumen - auch in Kombination mit einer
Flüssigkeit - und ein Elastomerelement (oder jeweils eine Mehrzahl dieser
Elemente). Natürlich könnten diese Varianten auch unter einander gemischt
werden.
Es kann insbesondere günstig sein, das elastische Medium so einzusetzen, daß
vor dem Einsetzen der großen Gegenkraft der Begrenzungsvorrichtung bereits die
Elastizitätsgrenze des elastischen Mediums erreicht wird, und zwar nicht im Sinne
einer Zerstörung des elastischen Mediums (etwas des Bruchs einer Zugfeder),
sondern in Form einer sehr starken Erhöhung der Gegenkraft mit weiterer
Ausdehnung des PTC-Polymerelements. Beispielsweise kann dies erfolgen durch
das Ende des Federwegs einer weicheren ersten Feder, woraufhin nur noch eine
zweite härtere Feder komprimiert wird, die im übrigen so hart sein kann, daß sie
selbst schon die große Gegenkraft der Begrenzungsvorrichtung aufbauen kann,
also die Begrenzungsvorrichtung selbst darstellend. Desweiteren kommt bei
einem eingeschlossenen Gasvolumen in Betracht, das Volumen von dem PTC-Polymerelement
soweit komprimieren zu lassen, daß die Druckzunahme mit
weiterer Wegausdehnung sehr stark wird oder sogar das sogenannte Kovolumen
des Gases wesentlich wird, also das Verhalten eines idealen Gases mit zum
Volumen umgekehrt proportionalem Druck im Sinne einer überproportionalen
Druckzunahme mit Volumenverkleinerung verlassen wird. Dazu bieten sich
natürlich insbesondere Gase mit relativ großen Molekülen an, beispielsweise CO2
oder Gase mit noch größeren Kovolumina.
Schließlich ist es auch denkbar, daß bei Elastomerelementen diese so ausgelegt
werden, daß in der Nähe des Endes der vorgegebenen Ausdehnungsstrecke eine
Zunahme der Elastizitätskonstanten erfolgt. Dies kann etwa durch überstarke
Kompression des Elastomermaterials, durch Einbau eines härteren Kerns, durch
geeignete Formgebung erreicht werden.
Insgesamt sollte die Begrenzungsvorrichtung im günstigsten Fall so ausgelegt
sein, daß ein Überschwingen des PTC-Polymerelements bei einer sehr plötzlichen
Ausdehnung infolge eines PTC-Übergangs gänzlich unterbunden wird. Welche
quantitativen Werte hierfür notwendig sind, ist eine Frage des Einzelfalls. Die
innerhalb der vorgegebenen Ausdehnungsstrecke an dem PTC-Polymerelement
anliegende Gegenkraft sollte vorzugsweise nicht größer sein als etwa 25 N/cm2
(bezogen auf den minimalen Querschnitt des PTC-Polymerelements). Bei einer
elastischen Gegenkraft sollte also am Ende der vorgegebenen
Ausdehnungsstrecke höchstens etwa dieser Wert vorliegen, die
Elastizitätskonstante also mit Rücksicht auf die Länge der zulässigen
Ausdehnungsstrecke entsprechend bemessen werden (bei einer beispielhaften
Bewegungsstrecke von 200 µm bei einem beispielhaft 20 mm langen PTC-Polymerelement
also etwa auf eine flächenspezifische Elastizitätskonstante von ≤
1250 N/cm3.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Im folgenden wird die Erfindung anhand verschiedener Ausführungsbeispiele im
einzelnen veranschaulicht. Dabei offenbarte Merkmale können auch in anderen
als den dargestellten Kombinationen oder einzeln erfindungswesentlich sein.
Figur 1 zeigt ein typisches Zeitverlaufsdiagramm eines durch ein erfindungsgemäßes
PTC-Bauelement begrenzten Kurzschlußstromes und der mechanischen
Ausdehnung des PTC-Polymerelements dabei.
Figur 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes PTC-Bauelement
mit einer doppelten Feder als elastisches Medium.
Figur 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel mit einem abgeschlossenen
Gasvolumen als elastisches Medium und einer Flüssigkeit.
Figur 4 zeigt ein drittes Auführungsbeispiel mit einem Gas als elastisches
Medium.
Figur 5 zeigt ein letztes Ausführungsbeispiel mit Elastomerelementen als
elastisches Medium.
Wege zur Ausführung der Erfindung
In Figur 1 ist ein typisches Zeitverlaufsdiagramm für einen PTC-Übergang
dargestellt. Die Abszisse zeigt die Zeitachse t in ms, die linke Koordinate die
Größe eines zu begrenzenden Kurzschlußstromes I in Ampère und die rechte
Koordinate, die durch den PTC-Übergang auftretende Ausdehnung d des PTC-Polymerelements
in Mikrometern, und zwar in der Längsrichtung eines
stabförmigen PTC-Elements, wie in den Figur 2 - 5 schematisch dargestellt. Man
erkennt, daß der Kurzschlußstrom ab dem Zeitpunkt von 1,5 ms sprunghaft
innerhalb einer halben ms auf seinen Maximalwert ansteigt und daß dabei etwa
0,2 - 0,3 ms nach dem Stromanstieg die charakteristische Ausdehnung des PTC-Polymermaterials
beginnt. Diese hat bereits zu dem Zeitpunkt von 2,1 ms an eine
strombegrenzende Wirkung. Schon zum Zeitpunkt 2,2 ms ist der Strom fast auf
null abgefallen, obwohl die Ausdehnung gerade einmal ein Fünftel des statischen
Maximums erreicht hat. Dies liegt an der extremen Zunahme des elektrischen
Widerstandes im PTC-Übergang. Zu berücksichtigen ist im übrigen die Trägheit
der Wärmeleitung vom Ort ihrer Erzeugung an den Kontaktpunkten des
Füllmaterials in das sich ausdehnende Polymermatrixmaterial.
Die mechanische Ausdehnung des PTC-Polymerelements nimmt weiter zu und
zeigt zwischen einem Betrag von 50 Mikrometer und einem Betrag von 70
Mikrometer, also etwa zwischen den Zeitpunkten 2,5 ms und 3,3 ms, einen
ausgeprägten Überschwingvorgang. Nach diesem Überschwingvorgang
stabilisiert sich die Ausdehnung bei dem statischen Maximalwert von etwa 50
Mikrometern. Im vorliegenden Fall war die Ausdehnung der Ansprechzone in der
Längsrichtung etwa 5 mm, so daß man von einem Ausdehnungskoeffizienten von
etwa 1 % ausgehen kann. Die maximale statische Ausdehnung wurde jedoch im
Rahmen des Überschwingvorgangs um etwa 30 % überschritten. Diese
Überdehnung und das anschließende Zurückschwingen sind mit einer massiven
mechanischen Beanspruchung der Ansprechzone des PTC-Polymerelements
verbunden, die erfindungsgemäß verringert oder vermieden werden soll. Dazu soll
die Ausdehnung des PTC-Polymerelements auf eine Amplitude von etwa 25 - 50
Mikrometern (im vorliegenden Fall) begrenzt werden, weil offensichtlich schon bei
relativ niedrigen Werten der Ausdehnung die gewünschte Strombegrenzungsfunktion
in erheblichem Umfang vorliegt.
Figur 2 zeigt hierzu ein schematisch dargestelltes Beispiel. Dabei ist das PTC-Polymerelement
1 in einer Halterung 2 in Form eines starren Rahmens eingebaut,
wobei das in der Figur linke Ende des PTC-Polymerelements 1 fest an der
Halterung 2 verankert ist. Zwischen einem dem PTC-Polymerelement
entgegengesetzten Ende der Halterung 2 und dem freien Ende des PTC-Polymerelements
1 ist eine doppelte Feder 3,4 eingesetzt, deren dem PTC-Polymerelement
1 zugewandter Teil 3 eine relative große Federkonstante
aufweist, während der andere Teil 4 eine sehr kleine Federkonstante aufweist. Die
Anordnung könnte auch umgekehrt sein).
Wenn sich das PTC-Polymerelement 1 im Verlauf des PTC-Übergangs mit seinem
rechten Ende nach rechts ausdehnt, wie in der zweiten Darstellung der Figur 2
gestrichelt angedeutet, so wird zunächst die weiche Feder 4 komprimiert, bis sie
gänzlich zusammengedrückt ist. Dabei ist die Länge der weichen Feder 4 im
"kalten" Zustand des PTC-Polymerelements 1 in der linken Darstellung in Figur 2
der gewünschten maximalen Ausdehnung des PTC-Polymerelements 1 angepaßt,
also auf etwa 40 Mikrometer eingestellt. Es versteht sich, daß die hier
schematisch gezeichneten Schraubenfedern keine realistische Darstellung bilden.
In der Praxis wird man sehr flache elastische Metallelemente, etwa Tellerfedern,
verwenden, die eben eine elastische Verformung über eine Strecke von 40
Mikrometern (oder eine andere gewünschte Strecke) zulassen. Bewegliche
elektrische Kontakte könnten beispielsweise durch kraftlos geführte Litzen
kontaktiert werden.
Somit kann sich das PTC-Polymer 1 über die vorgegebene Ausdehnungsstrecke
von etwa 40 Mikrometern gegen die relativ kleine Federgegenkraft der weichen
Feder 4 ausdehnen und wird erst danach durch die sehr viel größere Gegenkraft
der harten Feder 3 von einer weiteren Ausdehnung abgehalten. Der Unterschied
zwischen den beiden Federkonstanten sollte dabei erheblich sein, beispielsweise
einem Faktor 10 - 1000 oder größer entsprechen. Dadurch wird das
Überschwingen der beschleunigten Teile des PTC-Polymerelements 1 verhindert,
indem diese wirksam abgebremst werden. Die harte Feder 3 und der Rahmen der
Halterung 2 nehmen somit die Kräfte auf, die ohne die Erfindung von der
Ansprechzone getragen werden müßten.
Bei dieser und den folgenden Darstellungen ist das PTC-Polymerelement 1 als
einfacher Stab eingezeichnet. Es hat tatsächlich natürlich eine kompliziertere
Form, insbesondere weist es eine mittige Einschnürung zur Definition einer
Ansprechzone auf. Diese Einzelheiten sind jedoch für das Prinzip der Erfindung
ohne Belang.
Das zweite Ausführungsbeispiel in Figur 3 unterscheidet sich von dem ersten
Ausführungsbeispiel aus Figur 2 dadurch, daß die doppelte Feder 3,4 ersetzt ist
durch ein Gasvolumen 9 und ein Flüssigkeitsvolumen 8 in einem
abgeschlossenen Gefäß 7. Das PTC-Polymerelement 1 ist an seinem in Figur 3
oberen Ende an einem Teil 6 der Halterung befestigt und ragt mit seinem unteren
Ende in abgedichteter Weise in das Gefäß 7 hinein. In dem Gefäß 7 befindet sich
in Kontakt mit der unteren Seite des PTC-Polymerelements 1 eine Flüssigkeit 8
und außerdem ein Gasvolumen 9. Wenn sich das PTC-Polymerelement 1 infolge
eines PTC-Übergangs mit seiner Unterseite nach unten ausdehnt, drückt es den
Flüssigkeitsspiegel unter sich nach unten, so daß der Flüssigkeitsspiegel im
übrigen Bereich des Gefäßes 7 nach oben steigt und das Gasvolumen 9
komprimiert. Durch den zunehmenden Eigendruck des Gasvolumens 9 einerseits
und durch die hydrodynamischen Widerstände innerhalb der Flüssigkeit 8
andererseits wird dabei der PTC-Bewegung eine gewisse Gegenkraft
entgegengesetzt. Die hydrodynamische Dämpfung sollte dabei nicht zu groß sein,
um lediglich einen gleichmäßigeren Übergang zwischen den Federkonstanten zu
erzeugen, jedoch den PTC-Übergang nicht zu behindern.
Wenn das Gasvolumen fast verschwunden ist, erhöht sich sein Innendruck
dramatisch, weil er vom Kovolumen des Gases abgesehen umgekehrt
proportional zu dem sich verringernden Volumen zunimmt. Die
Elastizitätskonstante des Gasvolumens 9 hat also gegenüber der linearen
Ausdehnung des PTC-Polymerelements 1 eine Polstelle. Dadurch wird die
Ausdehnung des PTC-Polymerelements 1 gegen Ende der vorgesehenen
Ausdehnungsstrecke mit kontinuierlich aber stark ansteigender Gegenkraft
begrenzt.
Das nächste Ausführungsbeispiel aus Figur 4 entspricht weitgehend dem zweiten
Ausführungsbeispiel aus Figur 3, wobei jedoch in diesem Fall die Flüssigkeit 8
weggelassen ist. Das PTC-Polymerelement 1 ist hier durch eine Dichtung 10 so
abgedichtet, daß das Gasvolumen 9 nicht aus dem Gefäß 7 entweichen kann.
Eine Ausdehnung des PTC-Polymerelements 1 bewirkt eine Kompression des
Gases 9 innerhalb des Gefäßes 7, wobei der Druck wiederum stark zunimmt.
Durch die umgekehrte Proportionalität zwischen Druck und Volumen ist auch hier
eine starke überproportionale Zunahme der Elastizitätskonstanten des
Gasvolumens 9 gegeben. Dies kann durch Wahl eines Gases mit großem
Kovolumen noch verstärkt werden.
Das letzte Ausführungsbeispiel in Figur 5 verwendet Elastomerelemente 11, die
zwischen der Oberseite des PTC-Elements 1 und einem Teil 13 der Halterung
liegen. Die Unterseite des PTC-Elements 1 ist an einem anderen Teil 12 der
Halterung befestigt. Wenn sich das PTC-Polymerelement 1 nun ausdehnt, werden
die Elastomerelemente 11 komprimiert, wobei auch hier durch entsprechende
Materialwahl oder Formgebung oder durch einen härteren Kern innerhalb der
Elastomerelemente 11 eine überproportionale Zunahme der Gegenkraft erreicht
werden kann. Schließlich kann die Ausdehnung des PTC-Elements 1 durch
Anschlagen der Oberseite gegen das Halterungsteil 13 begrenzt werden.
Bezugszeichenliste
- 1
- PTC-Polymerelement
- 2
- Halterung
- 3
- harte Feder
- 4
- weiche Feder
- 6
- Halterungsteil
- 7
- abgeschlossenes Gefäß
- 8
- Flüssigkeitsvolumen
- 9
- Gasvolumen
- 10
- Dichtung
- 11
- Elastomerelement
- 12
- Halterungsteil
- 13
- Halterungsteil