Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Formteil, welches aus einem
formbaren Baustoff insbesondere als verlorene Schalung
hergestellt ist und die Verwendung eines formbaren Baustoffs
sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils
durch Strangpressen eines Baustoffs und eine Vorrichtung
zur Herstellung eines Formteils aus einem
strangpressbaren Baustoff. Derartige Formteile werden als
Formteile insbesondere zur Herstellung von Fertigbetonteilen
verwendet, die auf der Baustelle entweder unmittelbar
verwendet werden können, oder noch mit Baustoffen
wie Beton ausgefüllt werden müssen und dabei selbst eine
Schalung bilden.
Stand der Technik
Die Verwendung von Faserbeton zur Herstellung von Randaufstellern
für ein Betonfertigteil ist aus der DE 94 21
987 bekannt. Dabei werden in das aus faserverstärktem,
feinkörnigem Material bestehende Schalungsteil Metallstücke
eingespritzt wie z.B. Gewindehülsen, Schweißgrund oder
ein Teil zur Handhabung des Schalungsteils. Die Schalungsteile
können dabei einige Meter lang sein. Dadurch
besteht die Gefahr, das bei der Handhabung des Schalungsteils
die auftretenden Zugkräfte zum Bruch führen und das
Schalungsteil dadurch unbrauchbar machen.
Darstellung der Erfindung
Gemäß der Erfindung wird ein Formteil aus einem formbaren
Baustoff, insbesondere ein Formteil als verlorene Schalung
vorgeschlagen, welches unter Verwendung eines formbaren
Baustoffs hergestellt ist und in welches eine Armierung
in Form von Verstärkungsfäden und/oder Bewehrungen
eingebettet ist.
Hierdurch werden in Längsrichtung tragfähige Formteile
bereit gestellt, wobei die Verstärkungsfäden aus Stahldraht,
Glasfasern oder anderen hochfesten Kunststofffasern
bestehen, die aber gleichzeitig biegbar und umlenkbar
sind. Im Gegensatz dazu sind die Bewehrungen als
starr anzusehen, beispielsweise in Form von Stahldrähten
mit einem Durchmesser von 6mm oder mehr.
Vorteilhafterweise ist der Baustoff in einem ersten Zustand
durch Strangpressen in das für das Formteil gewünschte
Profil bringbar. Die Vielzahl solcher Produkte
in Bezug auf die Geometrie sowie die günstigen Herstellkosten
dieser Produkte liefern einen hohen Beitrag zur
Reduzierung der Baukosten. Ein in Längsrichtung tragfähiges
Formteil kann dann mit einem Extruder hergestellt
werden.
Dadurch, dass die Verstärkungsfäden eine gegenüber dem
Baustoff erhöhte Zugfestigkeit und einen höheren Elastizitätsmodel
als dieser Baustoff aufweisen, werden in
Längsrichtung tragfähige Formteile bereit gestellt. Dabei
können die Verstärkungsfäden vorzugsweise hochfeste Endlosfilamente
enthalten.
Darüber hinaus können die Verstärkungsfäden Endlosfilamente
oder Fasern aus Kunststoff aufweisen, welche gegenüber
dem Baustoff eine deutlich erhöhte Bruchdehnung aufweisen.
Derartig gemischte Verstärkungsfäden verbessern
zum einen die Zugfestigkeit, zum anderen wird beim Bruch
der hochfesten Filamente innerhalb des Verstärkungsfadens
ein auseinanderfallen des Produkts durch die hohe Bruchdehnung
der anderen Teile des Verstärkungsfadens verhindert.
Zur Verbesserung des Verbundes zwischen Verstärkungsfaden
und Baustoff können die Einzelfasern des Verstärkungsfaden
verdreht, geflochten oder in sonstiger Weise sich überkreuzend
in den Baustoff eingebettet sein. Durch die
Bündelung der Einzelfasern lassen sich unter Umständen
auch kompaktere Zuführungen in den Baustoff verwirklichen.
Vorteilhafterweise ist der Baustoff des Formteils Glasfaserbeton
und/oder Polymerbeton, deren Eignung zur Verarbeitung
mit einem Extruder durch Strangpressen gegeben
ist.
Dadurch, dass die Verstärkungsfäden sich sowohl in Längsrichtung
als auch zumindest abschnittsweise in Querrichtung
des Bauteils erstrecken, kann die Tragfähigkeit in
Querrichtung des Formteils erhöht werden.
Zur weiteren Verbesserung der Verbindung der Verstärkungsfäden
und/oder der Bewehrung mit dem Baustoff können
die Verstärkungsfäden und/oder die Bewehrung zumindest
teilweise von einer Verbindungsmasse umgeben sein. Diese
Verbindungsmasse kann eine hochfeste Suspension, beispielsweise
Zementleim bzw. kunststoffmodizierter Mörtel
sein.
Vorteilhafterweise sind die Verstärkungsfäden und oder
die Bewehrung in einem bei der bestimmungsgemäßen Verwendung
hohen Biegezugspannungen ausgesetzten Bereich des
Formteils angeordnet, so dass die dort auftretenden Kräfte
nicht nur vom Baustoff sondern auch von der Verstärkungsfäden
und/oder der Bewehrung aufgenommen werden.
Um Schäden an den Verstärkungsfäden und/oder der Bewehrung
zu vermeiden ist es vorteilhaft, wenn diese vollständig
in den Baustoff eingebettet sind.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren
zur Herstellung eines Formteils durch Strangpressen eines
Baustoffs, bei dem in den aus einem Mundstück austretenden
Baustoff vor dem Verlassen des Mundstücks Verstärkungsfäden
und/oder Bewehrungen eingebracht werden. Durch
die Verbindungsfäden und/oder Bewehrungen kann das Formteil
höhere Kräfte als der Baustoff selbst aufnehmen.
Vorteilhafterweise ist die Zufuhrgeschwindigkeit der Armierung
von der Vorschubgeschwindigkeit des aus dem Mundstück
austretenden Baustoff bestimmt, so dass die Armierung
zugspannungsfrei im Formteil liegt. Bei einer nicht
ausschließlich achsparallelen Zuführung muß dafür Sorge
getragen werden, dass die Zufuhrgeschwindigkeit der Armierung
ausreichend groß werden kann, um die unterschiedlichen
Streckenverhältnisse auszugleichen.
Zur Verbesserung der Verbindung der Armierung mit dem
Baustoff ist es vorteilhaft, mit dem Einbetten der Armierung
in den Baustoff eine die Armierung zumindest teilweise
umgebende Verbindungsmasse einzubringen.
Das Verfahren ist vorteilhafterweise so ausgebildet, dass
der Baustoff beim Austreten aus dem Mundstück des Presskopfs
die Armierung selbstständig nachzieht, so das die
Zufuhrgeschwindigkeit der Armierung nicht eigens eingestellt
werden muß oder besondere Vorrichtungen dafür vorgesehen
werden müssen.
Wiederum zur Verbesserung der Verankerung der Armierung
im Baustoff ist es vorteilhaft, wenn bei der Verwendung
von Endlosfasern diese vor der Zufuhr in das Mundstück
untereinander verdreht, geflochten oder in sonstiger Weise
überkreuzt werden.
Es ist möglich, das Verfahren so zu betreiben, dass die
Armierung nur abschnittsweise in den Baustoff eingebracht
wird, so dass in dem Formteil armierungsfreie Abschnitte
vorhanden sind. Das Formteil kann im Bereich dieser armierungsfreien
Abschnitte auf einfache Weise in Einzelstücke
abgetrennt werden.
In einem weiteren Verfahrensschritt kann dann die Armierung
in bestimmten Bereichen von Baustoff befreit werden
und damit freigelegt werden. Hierdurch ist es möglich,
Bewehrungsanschlüsse bereit zu stellen.
Eine besondere Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin,
dass eine biegsame Armierung, insbesondere Verstärkungsfäden,
in Längsrichtung und zumindest abschnittsweise
mit Richtungskomponenten in Querrichtung des Formteils
zugeführt wird. Dabei kann es sich auch um eine zweite
Armierungslage handeln, die zur Erhöhung der Tragfähigkeit
in Querrichtung dient.
Ein letzter Gegenstand der Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zur Herstellung eines Formteils aus einem
strangpressbaren Baustoff. Die Vorrichtung weist eine
Fördereinrichtung für den Baustoff auf, einen Presskopf,
in welchen der geförderte Baustoff hineingedrückt wird
und ein Mundstück, welches den Presskopf verschließt, wobei
in dem Mundstück dem herzustellenden Profil entsprechende
Ausnehmungen enthalten sind. Vor der Austrittsöffnung
des Mundstücks ist eine Zuführung für eine Armierung
vorgesehen.
Mit dieser Vorrichtung ist die Herstellung eines Formteils
und die Durchführung der vorstehend beschriebenen
Verfahren möglich.
Vorteilhafterweise ist die Zuführung im Presskopf befestigt,
wobei eine Austrittsöffnung der Zuführung innerhalb
des Mundstücks zu liegen kommt. Aufgrund der Verjüngung
des Austrittsprofils zur Austrittsöffnung des Mundstücks
hin ist eine gute Positionierung der Armierung besonderes
dann hergestellt, wenn die Einbringung in den Baustoff
möglichst nahe in dem Bereich erfolgt, in dem nur noch
geringe Verformungen des Baustoffs nachfolgen. Selbstverständlich
ist es bei einer entsprechenden Dicke des Mundstücks
auch möglich, die Zuführung im Mundstück selbst
anzuordnen.
Für den Fall, dass die Zuführung eine Umlenkstelle für
die Armierung aufweist und dass die Armierung der Zuführung
aus einer anderen Richtung als die Förderrichtung
des Baustoffs zugeführt wird, kann eine biegbare Armierung
auf einfache Weise in den Baustoff eingebracht werden,
ohne dass aufwendige Umbaumaßnahmen der Fördereinrichtung
erforderlich werden.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Austrittsöffnung
der Zuführung lageveränderlich, insbesondere schwenkbar
ist, da hierdurch zum einen die Stelle der Einbringung
der Armierung auf das herzustellende Profil des Formteils
angepasst werden kann und darüber hinaus ein Verschwenken
während des Strangpressens möglich ist. Dadurch können
wellenförmig verlaufende Armierungen erzeugt werden.
Vorteilhafterweise ist an der Vorrichtung ein Vorratsbehälter
für ein Verbindungsmittel vorgesehen, mit welchem
die Armierung vor dem Austritt aus der Zuführung in den
Baustoff mit dem Verbindungsmittel benetzt wird. Dabei
kann das Verbindungsmittel drucklos zugeführt werden, gegebenenfalls
aber auch unter einem geeigneten Druck zugeführt
werden, der den an der Austrittsöffnung der Zuführung
im Baustoff herrschenden Druck allenfalls geringfügig
überschreiten darf.
Um die mechanische Verankerung von aus Einzelfilamenten
bestehen Verstärkungsfäden zu verbessern ist eine Einrichtung
zum Verdrillen, Flechten oder Überkreuzen einzelner
Faserstränge der Armierung vorgesehen.
Gemäß eine Weiterbildung weist der Presskopf mindestens
eine Umlenkung des Baustoffs auf, so dass die Zuführung
der Armierung zu dem Mundstück umlenkungsfrei erfolgen
kann. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn eine
nicht biegbare Armierung eingebracht werden.
Gemäß einer anderen Weiterbildung wird als Zuführung eine
seitlich angebrachte Nadel verwendet, welche Führungsmittel
für den Verstärkungsfaden aufweist. Auf diese Weise
ist es möglich, den Baustoff quer zur Extrusionsrichtung
mit einem Verstärkungsfaden oder ähnlichen biegbaren Armierungen
zu bewehren, so dass in Verbindung mit einem in
Längsrichtung bewehrten Formteil eine glasfasergewebeähnliche
Bewehrung erzeugt werden kann. Dadurch ist es möglich,
in Längs- und Querrichtung hoch belastbare Betonstränge,
wie sie für ein Formteil verwendet werden können,
herzustellen.
Schließlich kann eine Trennvorrichtung für das aus dem
Mundstück als Endlosstrang austretende Schalungsprofil
vorgesehen sein und darüber hinaus eine Abtrennvorrichtung
für den Baustoff von der Armierung, um die Armierung
frei zu legen.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Es zeigt die
- Fig. 1
- ein Prinzipbild eines Betonstrangs mit in Längsrichtung
eingelegten Bewehrungen zur Verwendung
als Formteil, die
- Fig.2
- einen Betonstrang mit einer biegsamen Armierung
wellenförmig quer zur Längsachse des Betonstrang,
die
- Fig. 3
- einen Schnitt durch ein Schalungselement mit einer
Armierung, die
- Fig. 4a
- einen Schnitt quer zum Betonstrang einer Vorrichtung
zum Strangpressen eines Betonstrangs
mit Armierung, die
- Fig. 4b
- einen Vertikalschnitt durch die Vorrichtung zum
Strangpressen eines Betonstrangs mit einer
biegbaren Armierung gemäß Fig. 4a, die
- Fig. 5
- eine Vorrichtung zum Strangpressen eines Betonstrangs
mit einer Zuführung für eine nicht biegbare
Armierung, die
- Fig. 6
- einen Horizontalschnitt durch einen Vorrichtung
zum Strangpressen eines Betonstrangs mit Zuführungen
in Form von Nadeln, die
- Fig. 7a
- einen Betonstrang mit einer Trennfuge, die
- Fig. 7b
- den Betonstrang aus 7a mit freigelegter Armierung
im Bereich der Trennfuge und die
- Fig. 8
- eine Vorrichtung zum Benetzen der Armierung mit
einem Verbindungsmittel vor der Einbringung in
den Betonstrang.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
In Fig. 1 ist eine Betonstrang zur Erzeugung eines Formteils
mit parallel zur Längsrichtung (Extrusionsrichtung)
liegender Bewehrungen 2, 3 dargestellt. Die Bewehrung 2,3
besteht aus einem starren Stahldraht mit 6 mm Durchmesser.
Selbstverständlich sind auch andere Materialien als
Armierung in Längsrichtung geeignet. Das eigentliche
Formteil entsteht nach dem Aushärten bzw. Abbinden des
Betonstrangs und wird insbesondere als Schalungselement
für eine verlorene Schalung verwendet.
In Fig. 2 ist ein Betonstrang 20 gezeigt, in welchen
biegsame Armierungen wellenförmig quer zu Längsachse des
Betonstrangs 20 eingebettet sind. Die Armierungen in Form
von Verstärkungsfäden können gegensinnig, so Verstärkungsfaden
21, 22, 23 oder gleichsinnig, so Verstärkungsfaden
23, 24 angeordnet sein. Bei einer gegensinnigen Anordnung
werden Maschen 25, 26 ausgebildet. Die dargestellt
Armierung kann auch der in Fig. .1 dargestellten
Armierung als zweite Armierungsebene überlagert sein, wodurch
eine glasfasergewebeähnliche Bewehrung erzeugt werden
kann, wenn als Bewehrung Verstärkungsfasern mit entsprechenden
Materialeigenschaften eingesetzt werden.
In Fig. 3 ist ein aus einem Betonstrang gebildetes Schalungselement
30 dargestellt, in welchem mehrere Armierungen
eingelegt sind. Die Armierungen im Randbereich
erstrecken sich dabei zur Aufnahme von Biegezugkräften in
Längsrichtung, die Armierung in dem mittleren Bereich 32
ist als in Querrichtung verlaufende Armierung ausgebildet,
was hier jedoch aus der Schnittzeichnung nicht hervor
geht.
In Fig. 4a ist eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Betonstrangs
40 skizziert. Die Vorrichtung weist einen
Extruder 41 auf, welcher strangpressbaren Baustoff in einen
Presskopf 42 hinein drückt. Am anderen Ende ist der
Presskopf mit einem Mundstück 43 verschlossen, in welchem
eine Austrittsöffnung 44 vorgesehen ist, aus der der Betonstrang
40 schließlich austritt. Im Presskopf wird das
runde Profil des Extruders auf den für die Erzeugung des
Betonstrangs erforderlichen Querschnitt verändert, im
vorliegenden Fall auf einen Rechteckquerschnitt, so dass
im Horizontalschnitt der Presskopf 42 konisch erweitert
ist. Im Bereich des Mundstücks 44 sind Zuführungen 45
vorgesehen, über welche Verstärkungsfäden 46, 47 zugeführt
werden, die dann in dem Betonstrang 40 eingebettet
sind.
In Fig. 4b ist ein Vertikalschnitt durch die Vorrichtung
aus Fig. 4a gezeigt. Zur erkennen ist der Extruder 41,
der Presskopf 42 und das Mundstück 43. Der Presskopf 42
verjüngt sich vom Extruder ausgehend zum Mundstück 43
hin, wobei sich das Mundstück 43 im Bereich der Austrittsöffnung
44 weiter verjüngt. In dem Presskopf 42 ist
die Zuführung 45 befestigt, über welche eine auf einer
Rolle aufgewickelte biegsame Armierung in Form eines Verstärkungsfaden
48 in den innerhalb der Vorrichtung befindlichen
Baustoff eingebracht wird. Die Zuführung 45
weist eine Umlenkung auf, so dass in der Zeichnung das
Material für die Armierung in der Form eines Verstärkungsfadens
48 von oben in den Presskopf 42 zugeführt
wird und in Förderrichtung des Betonstrangs 40 aus der
Zuführung 45 austritt.
Die Zuführung 45 ist über nicht dargestellt Mittel quer
zur Längsrichtung des Betonstrangs 40 verschwenkbar, so
das der in Fig. 2 dargestellte Verlauf der Verstärkungsfäden
erreicht werden kann.
In Fig. 5 ist eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Betonstrangs
50 dargestellt, die ebenfalls aus einem Extruder
51, einem Presskopf 52 und einem Mundstück 53 besteht und
eine Zuführung 55 für eine Armierung 56 aufweist. Die Armierung
56 ist ein nicht biegbares Stangenmaterial, beispielsweise
Strahlstäbe, so dass der Presskopf 52 einen
Winkelversatz gegenüber dem Extruder 51 aufweist, um ein
Einlegen der Bewehrung 56 in die Zuführung 55 zu ermöglichen.
Die Bewehrung 56 wird im Bereich des Mundstücks 53
in die Austrittsöffnung 54 eingebracht und vom ausgepressten
Betonstrang 50 mit der Geschwindigkeit des Vorschubs
des Betonstrangs 50 in die Zuführung 55 eingezogen.
Hier erfolgt die Zuführung der Armierung mit der exakt
gleichen Vortriebsgeschwindigkeit des Betonstrangs,
um einen optimalen Verbund zwischen zugeführter Bewehrung
und dem verpressten Baustoff zu gewährleisten.
In Fig. 6 ist eine weitere Vorrichtung zur Einbringung
von biegbaren Verstärkungsfäden gezeigt. Ausgehend von
einem Extruder 61 und einem Presskopf 62 mit einem sich
daran anschließenden Mundstück 63 mit einer Austrittsöffnung
64 sind im Bereich des Mundstücks 63 Nadeln 65 als
Zuführung für einen Verstärkungsfaden 66 eines Betonstrangs
60 gezeigt. Die Nadel 65 wird seitlich durch das
Mundstück 63 in den Baustoff eingeführt und dort hin und
her bewegt, wobei ein Führungselement 67 in Form einer
Öse den Verstärkungsfaden 66 im Inneren des Baustoffs in
die gewünschte Lage bringt. Der Verstärkungsfaden 66 kann
durch einen Hohlraum in der Nadel selbst zugeführt werden
oder aber durch eine Hohlkehle an der Nadel 65, wobei
auch hier wieder darauf zu achten ist, dass der Vorschub
des Betonstrangs 60 den Verstärkungsfaden 66 möglichst
von selbst in den Baustoff hinein zieht. Auf diese Weise
ist es möglich, den Betonstrang quer zur Extrusionsrichtung
mit Glasfasern oder ähnlichen flexiblen Verstärkungsfäden
zu bewehren. Erfolgt dies zusätzlich zu der
Bewehrung des Betonstrangs in Längsrichtung, kann eine
Glasfasergewebeähnliche Bewehrung erzeugt werden. Die Nadeln
65 sind schwertförmig ausgebildet, so dass der Strömungswiderstand
gegenüber dem Baustoff möglichst gering
ist und gleichzeitig eine ausstreichende Stabilität gegen
die auftretenden Biegekräfte gegeben ist. Darüber hinaus
ist in dieser Ausbildung der Nadeln ein Eintauchen in den
unter Druck stehenden Baustoff begünstigt.
Anstatt im Mundstück 63 können diese Nadeln 65 auch im
Presskopf 62 angeordnet sein oder aber, wie im dargestellten
Beispiel, zu zwei verschiedenen Betonsträngen
60, 60' gehören. Auch mit der Nadel 65 läßt sich der Verlauf
der Verstärkungsfäden gemäß Fig. 2 bewirken, wobei
die Anzahl der einzubringenden Verstärkungsfäden jedoch
gegenüber den in Fig. 4 bzw. Fig. 5 dargestellten Zuführungen
geringer ist, wenn die Armierung in einer einzigen
Ebene erzeugt werden soll.
Zusätzlich zu der Bewegung zu der Mitte des Mundstücks 63
und zurück zur Seite kann ein Verschwenken der Nadel erfolgen,
wobei jedoch dann die Trägheit des Baustoff zu
berücksichtigen ist. Durch schwertförmige Nadeln kann
durch Veränderung des Anstellwinkels eine die Verstellung
der Nadeln begünstigende Auftriebskraft erzeugt werden,
wobei dann selbstverständlich ein Gelenk im Bereich der
Nadelführung vorzusehen ist.
In Fig. 7a ist der stranggepresste, noch nicht ausgehärtete
Betonstrang 70 dargestellt, der eine Trennfuge 71
aufweist, so dass einzelne Stücke 72 entstehen. Darüber
hinaus ist zu erkennen, dass im Bereich des Trennschnitts
keine Armierung vorhanden ist, in Fig. 7a hört die Bewehrung
kurz vor dem Trennschnitt auf und fängt erst kurz
danach wieder an. Damit kann die Abtrennung mit herkömmlichen
Maschinen erfolgen, besondere Maßnahmen zur Durchtrennung
der Armierung müssen nicht vorgesehen werden.
Dies ist dann von Bedeutung, wenn die Armierung aus
Strahldraht besteht.
In Fig. 7b wurde im Bereich der Trennfuge 71 Baustoff
entfernt, so dass die Armierungen 73, 74 freigelegt sind.
Dadurch lassen sich die aus dem Betonstrang hervorgehenden
Schalungsteile mit Anschlussbewehrungen verbinden.
Als Bewehrung eignen sich hier insbesondere Stahldrähte.
In Fig. 8 ist ein Vorratsbehälter 80 für ein flüssiges
Verbindungsmittel des Verstärkungsfadens 81 gezeigt, welches
im Bereich der Zuführung 82 den Verstärkungsfaden 81
benetzt. Dies erfolgt in der dargestellten Ausführungsvariante
drucklos über einen Verbindungskanal 83 zwischen
dem Vorratsbehälter 80 und der Zuführung 82. In den
Presskopf 84 mündet daher ein Verbindungsmittel benetzter
Verstärkungsfaden, der besser mit dem Baustoff verbunden
ist.
Bei der Verwendung eines Verstärkungsfadens kann eine
weitere Verbesserung dadurch erreicht werden, dass der
Verstärkungsfaden verdreht, verdrillt, geflochten oder in
sonstiger Weise überkreuzt wird, da hierdurch die Einzelfasern
durch den Wechsel der Fasern von außen nach innen
mit dem Baustoff in Kontakt kommen. Bei ungebündelten losen
Fasern haben die innenliegenden Fasern keine Verbindung
mit dem Baustoff und wären daher ohne Wirkung. Ein
Bündeln der Einzelfasern zu einem kompakten Strang hat
darüber hinaus den Vorteil, dass kleinere Austrittsöffnungen
aus den Zuführungen verwendet werden können, so
dass der Einfluß der Zuführungen auf den Pressvorgang des
Strangpressens zur Erzeugung des Betonstrangs verringert
wird. Darüber hinaus entsteht eine strukturierte Oberfläche
des Verstärkungsfadens, welche ebenfalls mechanisch
mit dem Baustoff verankert ist. Die Verstärkungsfasern
werden in der Regel als ungebündelte Einzelfasern auf
Rollen gewickelt geliefert, so dass nach dem Abwickeln
von der Rolle zusätzliche Maßnahmen zum Verdrehten der
Einzelfasern vorzusehen sind. Selbstverständlich ist im
Rahmen der Erfindung auch die Verwendung von Einzelfasern
möglich, solang insgesamt die erforderlichen Festigkeitswerte
erreicht werden.
Insgesamt hat sich gezeigt, dass trotz des hohen Drucks
im Presskopf des Extruders geeignete Armierungen so zugeführt
werden können, dass sie an idealer Position im Profil
des Betonstrangs hohe Biegezugfestigkeiten gewährleisten.
Eine zweite Armierungslage mit Armierung in quer
zur Längsachse dienen zur Erhöhung der Tragfähigkeit in
Querrichtung und ermöglicht es, in Längs- und Querrichtung
hoch belastbare Betonstränge herzustellen.